Autor: Ingo Schöppler ; Fotos: Privat

Hamburg, 04.05.2018

Die hochmotivierten Läufer der FüAkBw vor dem Start

Die hochmotivierten Läufer der FüAkBw vor dem Start

14.000 Teilnehmer und bis zu 700.00 Zuschauer

"14.000 Teilnehmer und bis zu 700.00 Zuschauer"

Teamgeist und Ehrgeiz zeigten Erfolg

Teamgeist und Ehrgeiz zeigten Erfolg

 

 

 

 

Der diesjährige Haspa Hamburg Marathon fand diesmal mit Beteiligung des Lehrgangs Generalstabsdienst-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) 2017, statt. Insgesamt sieben Stabsoffiziere aus sechs Ländern und drei Kontinenten vertraten ihren Lehrgang und die Führungsakademie der Bundeswehr mit durchaus beachtlichen Leitungen bei den 42,195 Kilometern.

Sieben unter Fünf

Oberstleutnant Jörg Fimpler, einer der beiden deutschen Lehrgangsteilnehmer des LGAI, verpasste seine eigene Bestzeit nur knapp. Mit herausragenden 3 Stunden und 54 Minuten erzielt er jedoch trotzdem die schnellste Laufzeit der LGAI-Sportler. Nach dem Rennen äußerte er sich zufrieden: „Die Gesamtleistung unseres Teams ist beachtlich, und der Fakt, dass alle sieben Starter deutlich unter fünf Stunden ins Ziel gekommen sind, spricht für den Fleiß und die Akribie unserer Vorbereitung.“ Bereits im November 2017 startete die gemeinsame Vorbereitung auf den Lauf mit regelmäßigen Trainingseinheiten in unterschiedlicher Intensität und Dauer. Ein Großteil der Vorbereitung fand im Winter - parallel zu einem vollen Lehrgangsplan - statt, was teilweise eine besondere Herausforderung für die Teilnehmer des LGAI bedeutete.

Erster Marathon und Kilos verloren

„Ein besonderer Teamgeist und sportlicher Ehrgeiz entwickelte sich aber rasch, sodass auch bei extremen Temperaturen und widrigen Wetterumständen regelmäßig gemeinsam trainiert wurde“ stellte Major Claudio Kurz aus Argentinien fest, der seinen ersten Marathon mit 4 Stunden und 31 Minuten absolvierte. „Als positiver Nebeneffekt wurden auch die in Deutschland über Weihnachten zugelegten extra Kilos schnell wieder abgelegt“ ergänzte Oberstleutnant Rashad Nadirov aus Aserbaidschan. Den besonderen Flair und die einzigartige Stimmung von über 14.000 Teilnehmern und bis zu 700.000 Zuschauern dieses Marathons lobten die asiatischen Teilnehmer Nikhil Kunwar (Nepal), Frederick Sales (Phillipinen) und Tanawat Kitcharoensakkul (Thailand). Sie fanden offenkundig trotz maximaler Verausgabung noch Zeit zum Genießen dieser Veranstaltung.

Werbung für den Tag der Bundeswehr

Die Läufer des LGAI haben die Führungsakademie in vorbildlichster Art und Weise vertreten und machten durch ihre Shirts ganz nebenbei noch Werbung für den Tag der Bundeswehr an der Führungsakademie am 09.06.2018 in der Clausewitz-Kaserne.



 

 

Autor: Andreas Aschert; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 02.05.2018

Admiral Schneider eröffente den Regionalen Informationstag

Admiral Schneider eröffente den Regionalen Informationstag

Die Gäste folgten gespannt den Vorträgen der Lehrgangsteilnehmer

Die Gäste folgten gespannt den Vorträgen der Lehrgangsteilnehmenden

Interessierte Zuhöhrerschaft

Interessierte Zuhöhrerschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Flottillenadmiral Karsten Schneider, stellvertretender Kommandeur und Direktor Ausbildung, begrüßte an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) die militärischen und zivilen Gäste zum Regionalen Informationstag (RIT). Dieses Mal standen die Benelux-Staaten im Fokus. Luxemburg, die Niederlande und Belgien präsentierten ihre Länder bei der traditionellen Veranstaltung des Lehrgangs Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) 2017.

Luxemburg erstmals im LGAI vertreten

Beim aktuellen LGAI 2017 nimmt erstmalig ein Lehrgangsteilnehmer aus Luxemburg teil. So entstand die Anfrage an den Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst National (LGAN), einen gemeinsamen Regionalen Informationstag aus  mitteleuropäischer Sicht zu gestalten. Admiral Schneider begrüßte daher die Gäste mit den einführenden Worten, dass es sich diesmal um drei Gründungsmitglieder der NATO handelt, die länger als Deutschland Mitglied in der NATO sind. „Zum ersten Mal hat Luxemburg aber einen Teilnehmer an den LGAI entsendet. Als NATO-Mitglied nehmen die NATO-Staaten  sonst am LGAN teil. Da liegt es nahe, dass wir im Nachbarlehrgang um die Mitgestaltung dieses Nachmittages angefragt haben, um die Region bestmöglich zu präsentieren“, so Admiral Schneider. Er hob gegenüber den Internationalen Lehrgangsteilnehmern des LGAI, also aus nicht NATO-Staaten, hervor, dass sie somit eine einmalige Möglichkeit haben, hier an der FüAKBw direkt Fragen an NATO-Partner zu stellen.

Herausforderungen in Mitteleuropa

Major Wim Becker und Major Anita Prius, beide aus dem LGAN und beinde aus Belgien, kamen der Anfrage aus dem LGAI gerne nach um zusammen mit ihrem luxemburgischen Kameraden Oberstleutnant Joel Faltz den RIT zu gestalten. Im Dreigespann zeigten sie nacheinander ihre Ländersichtweise auf Mitteleuropa.  Der Nachmittag führte bei den Gästen zu einem tieferen Verständnis der Länder und deren Außen- und Sicherheitspolitik. Allen dreien ist beispielsweise gemeinsam, dass die aktuelle Finanzpolitik in ihren Ländern Auswirkungen auf die Streitkräfte haben. Zudem ist bei allen die Rekrutierung von neuem und jüngerem Personal eine Herausforderung. Belgien und Luxemburg beispielsweise haben keine Kampfpanzer. Die Niederlande haben erst seit dem Jahr 2016, durch eine Kooperation mit Deutschland, wieder Kampfpanzer.

Zusammenarbeit im Fokus

Eine Frage der Gäste in der anschließenden Diskussionsrunde ging daher an alle drei Länder, um die Sichtweise auf eine Europäische Armee zu eruieren. Alle drei Vortragenden gaben im Tenor wieder, dass der Fokus eher auf der Zusammenarbeit liegt, da auch Sprachbarrieren abgelegt werden müssten. „Auch die Kultur spiele eine Rolle“, so Major Wim Becker, der Belgien daher näher an den Niederlanden sieht. Aus seiner persönlichen Sicht sei eine Armee realistisch gesehen auch etwas Nationales. Das flächenmäßig kleine Luxemburg sieht eine Zusammenarbeit, so Joel Faltz, eher im Rüstungsbereich. Er stellte zuvor dar, dass Luxemburg nur über 1.000 Soldaten in den Streitkräften verfügt, wovon 85 Offiziere sind. Das Land leistet sich eine Kaserne.



 

 

Autor: Andreas Aschert; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 27.04.2018

Der Drogenspürhund veranschaulichte die Tätigkeitsfelder der Feldjäger in der Bundeswehr

Der Drogenspürhund veranschaulichte die Tätigkeitsfelder der Feldjäger in der Bundeswehr

Ein Blick hinter die Kulissen der Medientechnik

Ein Blick hinter die Kulissen der Medientechnik

Soldateninnen vom Landeskommando Hamburg standen den Mädchen Rede und Antwort

Soldateninnen vom Landeskommando Hamburg standen den Mädchen Rede und Antwort

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch in diesem Jahr fand der bundesweite Girls’Day an der Führungsakademie der Bundeswehr statt. Rund 40 Mädchen interessierten sich an diesem Tag für die Bundeswehr und meldeten sich über die Homepage der Girls-Day-Initiative für die Clausewitz-Kaserne an. Nicht nur aus Hamburg kamen sie als Gäste. Auch aus Schleswig-Holstein (Quickborn) und Niedersachen (Winsen) fanden sie den Weg in Führungsakademie.

Schon nach der ersten Vorstellung des Tagesablaufs, militärisch pünktlich um Null-Neunhundert (9 Uhr), und der ersten Station war ein Fazit der Mädchen: „Das ist total vielseitig hier.“ Manche von ihnen waren in den Jahren zuvor schon einmal bei der Bundeswehr.

Medientechnik mal anders

Medientraining, Grüne Wand (Greenwall) und Videoteams bei der Bundeswehr waren für sie eine neue Erfahrung. Die eine oder andere traute sich auch vor die Kamera und stellte an dem Beispiel einer Wetterkarte fest, dass es einiger Übung bedarf vor so einer „Greenwall“. Im Dienstbetrieb wird die Aufzeichnungstechnik aber für beispielsweise Interviewtrainings der Lehrgangsteilnehmer der FüAkBw genutzt, weniger zur Darstellung einer Wetterkarte.

Spürhund "Olaf" ein treuer Begleiter

„Besonders spannend war der Spürhund der Feldjäger“, so eine Teilnehmerin zu einer anderen Station des Tages, wo den Mädchen der Drogenspürhund der Feldjäger gezeigt wurde. Mit dem Tätigkeitsfeld der Feldjäger, also der Militärpolizei, bekamen sie bei diesem Mädchenzukunftstag gezeigt, wie Einsatzfahrzeuge der Militärpolizei aussehen oder wie umfangreich die Ausrüstung für die Kontrolle von Menschenmengen und gewalttätigen Ausschreitungen oder auch Crowd and Riot Control (CRC) ist. Sie wird benutzt, beziehungsweise angelegt im Raum- und Objektschutz.

Soldatinnen stehen Rede und Antwort

Das Landeskommando, das über einen Frauenanteil von circa 24 Prozent verfügt, konnte mit fünf Soldatinnen die Fragen der jungen Mädchen beantworten. Das Landeskommando kümmert sich unter anderem um militärische Schiffe, die Hamburg besuchen. Es betreibt aber auch im Rahmen der Informationsarbeit den regionalen Facebook-Auftritt der Bundeswehr. Mit diesem Soizal Media Medium lagen sie auf der Höhe der Zeit der rund 40 Mädchen, für die Instagram, Snapchat und YouTube keine Unbekannten sind.

Hörte man sich während des Tages bei den Mädchen um, so waren diese sehr interessiert und stellten Fragen zu Risiken, Einsätzen und Berufschancen. Sie nutzten den Girl’s Day in seiner vollen Funktion, um sich über mögliche künftige Berufe zu orientieren. Aber auch Wünsche wurden an das Projektteam der Clausewitz-Kaserne herangetragen. So wurde von einigen die Marine vermisst, obwohl die Elbe nicht so weit entfernt ist. Gute Anregungen, die beim nächsten Mal berücksichtigt werden.



 

 

Autor: Philipp Lenske; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 19.04.2018

Air Vice Marshall Griffiths S. Evans beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr

Air Vice Marshall Griffiths S. Evans beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr

Flottillenadmiral Schneider nahm den Kommandanten des KAIPTC in Empfang

Flottillenadmiral Schneider nahm den Kommandanten des KAIPTC in Empfang

Air Vice Marshall Evans übergibt der Führungsakademie ein Gastgeschenk als Dank für die gemeinsame Zusammenarbeit

Air Vice Marshall Evans übergibt der Führungsakademie ein Gastgeschenk als Dank für die gemeinsame Zusammenarbeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es sind Ghanas langjährige Erfahrungen und gewonnene Kompetenzen aus den Friedenseinsätzen, die das afrikanische Land in Kooperation mit anderen Staaten erworben hat. Und genau diese haben zu der Entscheidung des Ghanaischen Verteidigungsministerium geführt, im Jahr 2004 das Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC) aufzubauen. In diesem Monat kamen nun Vertreter des Centers nach Deutschland, um die bestehende Partnerschaft mit der Bundesrepublik Deutschland zu vertiefen. Bei dieser Gelegenheit wurde zugleich die Chance genutzt, die Kooperation mit der höchsten postuniversitären Bildungseinrichtung der Bundeswehr zu kräftigen. So begrüßte die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) den Kommandanten des KAIPTC, Air Vice Marshall Griffiths S. Evans, an der Akademie in Hamburg-Blankenese.

Voneinander Lernen

Der stellvertretende Kommandeur und Direktor Ausbildung der FüakBw, Flottillenadmiral Karsten Schneider, nahm Air Vice Marshall Evans in Empfang. Admiral Schneider erläuterte dem Kommandanten die Neuheiten der Umstrukturierung der Führungsakademie in Bezug auf die Ausbildung des Spitzenkräfteführungspersonals der Bundeswehr. Im gemeinsamen Austausch gleiche Ausbildungsinhalte zu finden, die jeweiligen Ausbildungsinhalte der beiden Akademien zu optimieren und diese künftig gemeinsam umzusetzen, bildeten die Schwerpunkte dieses Austausches.

70 Länder und ein Ziel

Das KAIPTC zielt darauf ab, das führende internationale Zentrum für Ausbildung und Lehre afrikanischer Friedens- und Sicherheitsmissionen zu werden. Das Zentrum will mehr Stabilität durch hochwertige Ausbildung gewährleisten, um die international beteiligten Partner an den afrikanischen Friedensmissionen effektiv zu unterstützen. Bereits 15000 Teilnehmer aus 96 Ländern haben an den umfangreichen Seminaren teilgenommen. Die Bundeswehr hat derzeit sieben Mandate für Einsätze in fünf Ländern auf dem afrikanischen Kontinent. Die Förderung und der gemeinsame Austausch mit dem KAIPTC in Ghana sind daher ein wesentlicher Bestandteil zur Verbesserung von gemeinsamen Friedensmissionen in Afrika.

Handlungssicherheit durch gemeinsames Training

Für die FüAkBw bedeutet der Besuch zugleich eine Vertiefung des fachlichen Austausches. Denn seit 2017 kooperieren die Fakultät Sanitäts- und Gesundheitswissenschaften der FüAkBw und das KAIPTC mit einem Wissensaustausch. Das Zusammenwirken von militärischem und nicht-militärischem sanitätsdienstlichen Führungspersonal in humanitären Hilfsoperationen zu trainieren, zu verbessern und handlungssicherer zu machen, ist Kern des an der FüAkBw durchgeführten Moduls „Military Medical Support in Humanitarian Area (MMSHA)“. Es ist ein gelungenes Beispiel einer funktionierenden Zusammenarbeit.

 

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 20.04.2018

Gemeinsamer Austausch als Schlüssel zur Auftragserfüllung

Gemeinsamer Austausch als Schlüssel zur Auftragserfüllung

Die Modulteilnehmenden

Die Modulteilnehmenden

nteressierte Zuhöhrerschaft

Interessierte Zuhöhrerschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kennen Sie das? Da meldet Sie ihr Arbeitgeber zu einem Seminar an, dessen Titel alles andere als spannend klingt. Sie fahren dorthin und Ihre Erwartungshaltung ist gepaart mit der Frage, wie wohl die Zeit am schnellsten rumzukriegen sei? Und plötzlich wird alles anderes. So ähnlich ist es möglicherweise dem ein oder anderen Teilnehmer oder der Teilnehmerin ergangen, die sich Anfang April für fünf Tage mit dem Thema „Stabsarbeit auf Ämterebene und in Kommandobehörden“ beschäftigt haben. Eine Arbeitswoche lang dauerte das Seminar, zu dem aktive Soldaten, eine Regierungsrätin sowie Reservedienstleistende an die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) angereist sind. Begrüßt wurden die 18 Modulteilnehmenden zu Beginn von Oberst i.G. Stephan Wolf. Er ist der Leiter der Lehrgruppe Module, die diese Ausbildung verantwortlich als Fort- und Weiterbildungseinheit geplant hat und diese an der FüAkBw durchführt.

Stabsarbeit ist Etappenarbeit

Die eigentliche Leitung der Seminararbeit lag dann bei Oberstleutnant Uwe Franke und Oberregierungsrat Christoph Brand. Beide führten die teilnehmenden Seminaristen in einem lebhaft gestalteten Einführungsteil in die Aufgaben und Inhalte der Stabsarbeit ein. Die ausgegebenen Befehle für zwei unterschiedliche Lagen, die durch ein fiktives Kommando ausgegeben worden sind, waren auch thematisch gut aufeinander abgestimmt waren. Die Erarbeitung der geforderten Ergebnisse nach den Methoden der deutschen Stabsarbeit erforderten sodann auch eine intensive Einarbeitung in einen vermeintlich trockenen Stoff. Doch erzwangen die gestellten Aufträge einen regen Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dadurch wurden die Fallstricke, aber auch die Ziele, einer Stabsarbeit bedeutet, anschaulich und gut verständlich vermittelt.

Ergebnisse der Stabsarbeit

Die Etappenziele wie etwa der „Lagevortrags zur Unterrichtung“ (LvU), die „Vorlage zur Entscheidung“ (VzE) oder der Lagevortrag zur Entscheidung“ (LvE), letzterer ist im Format eines Tischgespräches durchgeführt worden, hielten die Teilnehmenden gut beschäftigt. Dies war der Fall, weil Formatvorgaben zwingend einzuhalten waren. Die gute und fröhliche Arbeitsatmosphäre, der offene, interaktive Lernaustausch als eine Form der Umsetzung der kompetenzorientierten Ausbildung an der FüAkBw, die unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen der Teilnehmenden und die insgesamt aufgeschlossene Lernbereitschaft sorgten dafür, dass die Woche sehr schnell vergangen ist. So blieb bei der Abschlussbesprechung auch keine Erwartung unerfüllt und keine anfänglich geäußerte Befürchtung ist eingetreten. Ein schöner Erfolg für die Lehrgangsleiter. Vielen Dank!


 

 

Autor: Marcel Borcherd ; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 09.04.2018

Gastdozenten aus dem BMVg begleiten das Modul

Gastdozenten aus dem BMVg begleiten das Modul

Impulsvorträge bereichern die Veranstaltung

Impulsvorträge bereichern die Veranstaltung

Diskussionen von Dozenten und Teilnehmenden

Diskussionen von Dozenten und Teilnehmenden

 

 

 

Machen wir die richtige Organisation? Machen wir Organisation richtig? Unter dieser Fragestellung führte die Fakultät Management der Führungsakademie der Bundeswehr das erste der insgesamt zwei Module im Jahr 2018 zum Thema „Grundlagen der Organisations- und Personalstruktur in der Bundeswehr“ durch. Das stark nachgefragte Modul richtet sich an die künftigen „Organisateure“ der Bundeswehr, bzw. an die erst kurz auf dem Dienstposten ein-gesetzten.

Überführung in relevante Strukturen

„Die Lehrgangsteilnehmer stammen aus allen Bereichen, in denen Organisationsbearbeitung und –entwicklung in der Bundeswehr durchgeführt wird“, so Regierungsrat Marcel Borcherd aus dem Fachgebiet Entwicklung Bundeswehr der Fakultät Management. Er ist mit der Leitung des Moduls betraut und bildet die Teilnehmer aus. Die nach Dienststellenherkunft und auch nach ihrer Vorerfahrungen sehr heterogen zusammengesetzte Lehrgangsgruppe erwies sich laut ihm als sehr wissbegierig. Sowohl die erst kurz auf dem jeweiligen Dienstposten eingesetzten Teilnehmer, als auch die schon Erfahreneren brachten sich gleichermaßen aktiv und bereichernd  in das Lerngeschehen ein. Gemeinsam ging man der Frage nach, wie sich strategische Vorgaben durch den Leistungsprozess „Organisation gestalten“ geordnet in die für die Bundeswehr relevanten Strukturen überführen lassen.

Am Leistungsprozess orientiert

Um die Grundlagen für das Thema systematisch zu vermitteln, folgt der Aufbau des Seminars dem Verlauf des Leistungsprozesses „Organisation gestalten“ mit seinen Teil- und Unterprozessen. Von der Einordnung des Prozesses im Rahmen der strategischen Steuerung im Geschäftsbereich des Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), über konzeptionelle Grundlagen bis hin zur Informationstechnik-Unterstützung in der praktischen Organisationsarbeit wird den Teilnehmern das notwendige Verständnis zum Einstieg in die jeweilige Verwendung bzw. zur Vertiefung vermittelt.

Erfolg durch Abwechslung

Maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben unterschiedliche Gastdozenten aus den mit Orga-nisationsaufgaben befassten Referaten im BMVg, der Abteilung Organisation Bundeswehr im Streitkräfteamt sowie praktische Anwender aus verschiedenen Organisationsbereichen, die durch die Vermittlung ihrer Erfahrungen die anspruchsvolle Thematik laut Borcherd anschaulich darstellten. „Durch Impulsvorträge, Gruppengespräche und kontroverse Diskussionen war es für alle Beteiligten eine gewinnbringende Veranstaltung, die auch der Netzwerkbildung für die tägliche Arbeit in der Community der „Organisateure“ diente, so Marcel Borcherd.

Blick über den Tellerrand

Höhepunkt des Seminars bei diesem Modul war der Besuch des Referatsleiters Organisation aus dem Stab Organisation und Revision im BMVg, Ministerialrat Axel Schad. Nach einem kurzen, fachlichen Input beantwortete Schad den interessierten Teilnehmern Fragen und gab einen Ausblick hinsichtlich der Weiterentwicklung der Organisation im Geschäftsbereich des BMVg.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Schlusspunkt der Modulwoche war der Besuch des Briefzentrums Altona der Deutschen Post. Der Leiter, Florian Bernd-Lilienthal, stellte am Beispiel des Briefzentrums eindrucksvoll dar, wie sich Organisationsänderungen bei einem gewinnorientierten Unternehmen umsetzen lassen. „Grundsätzliche Gemeinsamkeiten, aber auch wesentliche Unterschiede zum Geschäftsbereich BMVg wurden ihnen als Teilnehmern dadurch sehr deutlich und sorgen für einen Er-kenntnisgewinn über den eigenen Bereich hinaus“, sagte Regierungsrat Marcel Borcherd abschließend.

 

 

 

 

Sicherheitspolitik: Stimmen aus dem Parlament

Autor: Markus Levy; Fotos: Katharina Roggmann / Torsten Kraatz / Laura Clayborn

Hamburg, 09.04.2018

Roderich Kiesewetter beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr

Roderich Kiesewetter beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr

Johannes Kahrs, veranschaulichte die parlamentarische Sicht auf den Bereich der Rüstungspolitk

Johannes Kahrs, veranschaulichte die parlamentarische Sicht auf den Bereich der Rüstungspolitk

Konteradmiral Carsten Stawitzki begrüßt Vortragende

Konteradmiral Carsten Stawitzki begrüßt Vortragende

Dietmar Nietan über die deutsch-polnische Zusammenarbeit

 Dietmar Nietan über die deutsch-polnische Zusammenarbeit

Lehrgangsteilnehmer des LGAN verfolgten aufmerksam die Vorträge der Bundestagsabgeordneten

Lehrgangsteilnehmer des LGAN verfolgten aufmerksam die Vorträge der Bundestagsabgeordneten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie sind oft Gäste an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg. In der Veranstaltungsreihe „Sicherheitspolitik und Strategie“ des nationalen Lehrgangs Generalstabsdienst/Admiralstabsdienst (LGAN) 2017 werden renommierte Persönlichkeiten aus Politik, Militär und Wissenschaft an der Führungsakademie begrüßt. Sie richten ihr Wort an die zukünftigen Führungskräfte und stellen sich den fordernden Fragen der Lehrgangsteilnehmer. Für den Themenblock „Deutsche Außen- und Sicherheitspolitik“ waren dies unter anderen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Herr Dietmar Nietan, MdB (SPD) und Herr Roderich Kiesewetter, MdB (CDU), welche für einen Vortrag eigens nach Hamburg gereist und anschließend mit den Offizieren des LGAN in den Dialog getreten sind. Diese Reihe wurde im Rahmen des Themenfeldes Rüstungspolitik durch Herrn Johannes Kahrs, MdB (SPD) komplettiert.

Persönliche Erfahrung dient der Perspektivbildung

Die Abgeordneten blicken in der Regel auf langjährige Erfahrungen im politischen Berlin zurück und sind darüber hinaus durch ihre ehrenamtlichen Arbeiten in Stiftungen und Vereinen zivilgesellschaftlich engagiert. Grundlage ihrer dezidierten politischen Haltung ist für sie die Perspektivbildung am Ort des Geschehens und somit realitätsbezogener Ausgangspunkt politischen Handelns. So waren es vor allem die persönlichen Erfahrungen der Abgeordneten, die ihrem jeweiligen Vortrag besonderes Gewicht verliehen und für spannende Dialoge sorgten.

Deutsch-polnische Zusammenarbeit

Der Europapolitiker und ausgewiesene Polen-Kenner Nietan legte den inhaltlichen Schwerpunkt auf die aktuellen Herausforderungen, die durch die nationalkonservative Ausrichtung der gegenwärtigen polnischen Politik entstanden sind. Nietan, der auch Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e.V. ist, hatte das Auditorium bereits zuvor auf den historischen wie geostrategischen Kontext vorbereitet, ohne den eine Annäherung an das Selbstverständnis und das internationale politische Handeln des modernen Polen nicht denkbar sei.

Souveränität findet eine Grundlage

Sowohl die Wahrnehmung der USA als alleinigem Hauptverbündeten und Sicherheitsgaranten noch vor den europäischen Partnern, als auch die spürbare Skepsis gegenüber einer weitergehenden Vertiefung der europäischen Integration ließen sich aus seiner Sicht daraus ableiten. Hieraus folgt, so Nietan, „die herausgehobene Bedeutung des Souveränitätsgedankens als zentrales Element politischen Denkens in der Partei „Recht und Gerechtigkeit“, die diesem zunehmend auch nach innen Nachdruck verleiht.“  Ausdrücklich wandte er sich jedoch gegen Tendenzen, schwieriger zu nutzende Gesprächsfäden abreißen zu lassen. Die Entwicklungen in Polen müssten im Wege einer „smarten“ Politik auf verschiedenen Arbeitsebenen begleitet werden, „um das Verhältnis Deutschland zu seinem großen östlichen Nachbarn auch unter veränderten Rahmenbedingungen konstruktiv gestalten zu können.“

Außen- und Sicherheitspolitik

Der frühere Oberst i.G. und Träger des General-Heusinger-Preises, der MdB Roderich Kieswetter, reflektierte nur einen Tag später die schwierigen Rahmenbedingungen gegenwärtiger und künftiger deutscher Außen- und Sicherheitspolitik und gewährte einige Einblicke in die vielschichtigen Mechanismen der Konsensbildung zwischen den Regierungsfraktionen. Auch Kiesewetter diskutierte komplexer werdende Rahmenbedingungen, welche die parlamentarische Mitwirkung an den deutschen Außenbeziehungen spürbar beeinflussen, und konzentrierte sich dabei auf Deutschlands Rolle als verlässlicher Partner im Rahmen seiner maßgeblichen Bündnissysteme. Der Koalitionsvertrag setze durchaus die richtigen Akzente und verdeutliche den fortschreitenden Lernprozess in der politischen Landschaft Deutschlands, so Kiesewetter.

Streitkräfte müssten finanziert werden können

Gleichwohl gelte es weiterhin, nicht nur um eine nachhaltige, moderat steigende finanzielle Ausstattung der Streitkräfte oder eine zielgerichtete sicherheitspolitische Debatte zu ringen. Deutschland müsse seine Bündnisfähigkeit konsequent stärken und sich als zuverlässiger Partner selbstbewusst profilieren. Dies war einer von zahlreichen Aspekten, der durch die Lehrgangsteilnehmer in der Diskussion beherzt aufgegriffen wurde. Nach den für die deutsche Politik anstehenden „Hausaufgaben“ gefragt, antwortete Kiesewetter, der hinlänglich kommunizierte „Comprehensive Approach“ für sicherheitspolitisches Handeln müsse bereits in der parlamentarischen Arbeit abgebildet sein. Es sei ressortübergreifend nach Lösungen zu suchen, nicht zuletzt im Rahmen einer wiederkehrenden, breiten Strategiedebatte.

Hier gelangen Sie zum 2. Teil

 

 

Autor: Torge Bornhöff, Marc Nolte, Jörg Knoop ; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 05.04.2018

Angestrengte Lernsituation

 Angestrengte Lernsituation

Vorbereitung auf den praktischen Teil

Vorbereitung auf den praktischen Teil

....und immer wieder Präsentationen als Teil der Übung

....und immer wieder Präsentationen als Teil der Übung

Der Kommandeur der FüAkBw, Admiral Stawitzki, nahm aktiv an der Übung teil

Der Kommandeur der FüAkBw, Admiral Stawitzki, nahm aktiv an der Übung teil

Zivile Experten, deutsche und internationale Stabsoffiziere bildeten den Teilnehmerkreis der Übung

Zivile Experten, deutsche und internationale Stabsoffiziere bildeten den Teilnehmerkreis der Übung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Anforderungen sind hoch gesetzt. In einem operativen Planungs- und Führungsprozesses (OPP der NATO), so ist die Herausforderung, sollen die einströmenden Informationen und Lagen unter zunehmend schwierigen Bedingungen selbständig beurteilt und für Entscheidungen vorbereitet werden. Diese Entschlüsse müssen in Befehle und Maßnahmen umgesetzt werden, deren Durchführung überwacht und der Ressourceneinsatz auf Wirtschaftlichkeit bewertet werden.

Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg

Damit die zukünftigen militärischen Führungskräfte dieses erlernen, stellte Vizeadmiral a.D. Hans-Jochen Witthauer in seiner Funktion als Senior Mentor der Übung „Joint Endeavour I" an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg eines deutlich heraus: „Insbesondere in der heutigen Zeit ist das teilstreikraftübergreifende Üben zwischen Heer, Luftwaffe und Marine der Schlüssel zum Erfolg." In seiner Funktion war er Gast der FüAk.
Für die über einhundert Teilnehmer des nationalen Lehrganges Generalstabdienst- und Admiralstabsdienst 2016 (LGAN) war diese dreiwöchige, komplexe Übung in den Märzwochen dieses Jahres gleichsam der Einstieg in ein gemeinsames Lernen. Inhaltlich, organisatorisch und ausbildungstechnisch lag die Verantwortung beim Fachgebiet NATO der
Fakultät Einsatz /CIR/SKB.

Der Einsatz von Streitkräften als Teil einer Gesamtstrategie

„Was wir vorher in unseren einzelnen Teilstreitkräften erarbeitet haben, hat sich nun zu einem gemeinsamen Bild zusammengefügt.“ resümierte ein Lehrgangsteilnehmer die drei anstrengenden Wochen. Darüber hinaus brachte Admiral Witthauer auf Grund seiner langjährigen Erfahrung auf höchsten Führungsebenen noch weitere Aspekte hinzu: „Der Einsatz von Streitkräften muss immer in einer Gesamtstrategie eingebettet sein. Nur durch eine frühzeitige Einbindung der politischen und kulturellen Berater führt die Operation langfristig zum Erfolg!“

Verständnis bei der lokalen Bevölkerung wecken

Um diesen Grundsatz zu verdeutlichen, nahm auf Einladung des Fachgebietes NATO Frau Kathline Tolosa, Senior Program Officer der Asia Foundation, als zivile Beraterin an der englischsprachigen Übung teil. „Das Herausarbeiten von Kernbotschaften als Grundlage der strategischen Kommunikation stellt immer wieder eine wesentliche Rahmenbedingung für die Akzeptanz von Missionen in einem Einsatzgebiet dar“. Frau Tolosa weiß, wovon sie spricht. Sie ist eine international erfahrene, philippinische Expertin. Für sie kommt es darauf an, dass „die lokale Bevölkerung (…) verstehen (muss), warum die fremden Soldaten vor Ort sind.“

Zusammenarbeit auch mit der Polizei

Zusätzlich zu der fakultätseigenen Expertise der Akademie wurden auch Fachleute mit aktueller Praxiserfahrung aus unterschiedlichen Dienststellen der NATO und der Polizei Hamburg hinzugezogen. Sie wurden den jungen angehenden Spitzenführungskräften beratend zur Seite gestellt.

Handwerkszeug für die Operationsplanung

Neben dem kreativen Prozess der Operationsplanung wurde den Übungsteilnehmern aber auch das notwendige Handwerkszeug für zukünftige Verwendungen in der NATO mitgegeben. Eine speziell für den Führungsprozess der NATO entwickelte Softwarelösung unterstützt die Lehrgangsteilnehmenden bei diesem Lernen.  Dieses Tool wird vielen Übungsteilnehmern bereits in sechs Monaten nach Lehrgangsende in ihren ersten NATO-Verwendungen wieder begegnen.

Auf die Zusammenarbeit kommt es eben an

Trotz aller technischen Hilfsmittel betonte Admiral Witthauer in seiner Zusammenfassung zum Übungsende den aus seiner Sicht immer noch wichtigsten Aspekt der Zusammenarbeit: „Das regelmäßige Gespräch untereinander ist, gerade in einem großen multinationalen Stab, das Erfolgsrezept.“

 


 

 

Autor: Thorsten Kodalle; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 03.04.2018

Teilnehmer im gemeinsamen Austausch

Teilnehmer im gemeinsamen Austausch

Dr. Jan Spitzner und Prof. Dr. Matthias Meyer beim Vortrag

Dr. Jan Spitzner und Prof. Dr. Matthias Meyer beim Vortrag

Get-together - Experten und Teilnehmer im Gespräch

Get-together - Experten und Teilnehmer im Gespräch

 

 

 

 

 

 

 

Das achte Tagesforum „Zukunftsorientierte Steuerung“ fand Anfang März 2018 unter dem Titel „Zukunftsorientierte Steuerung in der Logistik – besser vorbereitet sein mit Simulationen“ statt. Ausgerichtet wurde dieses Anfang März in Hamburg vom Institut für Controlling und Simulation der TU Hamburg, von Spitzner Consulting und der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Experten und Praxisanwender aus Wirtschaft, Wissenschaft und Militär tauschten ihre Erfahrungen zum Einsatz von Simulationen im Bereich Logistik aus. Die Teilnehmer konnten am Vormittag des Tagungstages in drei parallelen Modulen praktische Erfahrungen im Einsatz von verschiedenen Simulationsmethoden für Fragestellungen in der Logistik sammeln.

Unterschiedliche Themenkomplexe

Ein Themenkomplex behandelte die "Strategische Steuerung von Supply Chains mit System Dynamics", das von Prof. Dr. Andreas Größler geleitet worden ist.
Ein weiterer Komplex thematisierte "Perspektiven von Modellbildung und Simulation in Produktion sowie ziviler und militärischer Logistik", das Professor Dr. Oliver Rose und René Kleint zielführend leiteten. In einem dritten Bereich führten Hans Steensma und Marc Falgerin das Simulationsspiel Logistics Wargame "Operation Joint Support" durch. Nach der Mittagspause wurde das Leitthema in vier Fachvorträgen weiter bearbeitet.

Auswirkungen aktueller Trends

Im Rahmen dieser Tagung beschäftigte sich Professor Kersten mit dem Einsatz von Simulationen in der Logistik. Er hinterfragte Auswirkungen aktueller Trends und innovativer Technologien auf die Logistik. Dabei zeigte er auf, wie Simulationen insbesondere bei der Antizipation dieser Auswirkungen unterstützen können.
Industrieunternehmen setzen auf Simulationen bei der Entwicklung und Bewertung von Strategien. Frau Isabel de la Camp vom Konzernmanagement und Innovationsmanagement der Lufthansa Group zeigte anschaulich an ihren Erfahrungen, welche Vorteile sich daraus speziell für Innovationsstrategien bei der Lufthansa ergeben.

Logistik in der Bundeswehr

Das logistische System der Bundeswehr verbindet alle Organisationsbereiche der Bundeswehr, stellt in gewisser Weise das Rückgrat der Bundeswehr dar. Schnell steht die Frage nach logistischen Bedarfen bei militärischen Einsatzoptionen im Raum. Oberst i.G. Hans Peter Fennel vom Logistikkommando der Bundeswehr und Korvettenkapitän d.R. Dr. Arnd May stellten hierzu vor, wie logistische Bedarfe für Einsätze und Gesamtauftrag der Bundeswehr analysiert und rechnerisch abgeschätzt werden können.
In der Kontraktlogistik spielen insbesondere Fragen nach dem optimalen Standort und dem sinnvollen Automatisierungsgrad eine wichtige Rolle. Wie hier­bei Simulationen wirkungsvoll unterstützen können, zeigten Steffen Scholz und Herr Dr. Björn Großmann von DB Schenker anhand von Praxisbeispielen.
Bei einem abschließenden Get-together bot sich den Experten und Teilnehmern des Forums gute gelegenheiten, sich weiter austauschen. Diese Möglichkeit wurde ausgiebig genutzt.
 

Autor: Katia Gil & Verena Hoffmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 04.04.2018

General Werner Albl spricht  über die bilateralen Beziehungen Deutschlands zu Frankreich<

General Werner Albl spricht  über die bilateralen Beziehungen Deutschlands zu Frankreich

Oberst i.G. Schrödl und General Albl im Austausch mit den Teilnehmenden

Oberst i.G. Schrödl und General Albl im Austausch mit den Teilnehmenden

Lehrgangsteilnehmer des LGAN beim Vortrag

Lehrgangsteilnehmer des LGAN bei der Vorstellung des Referenten

General Albl im Austausch mit dem LGAN

General Albl im Austausch mit dem LGAN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

,,Die bilateralen Beziehungen Deutschlands zu Frankreich – Ihre Herausforderungen und Projekte" war das Thema, zu dem Brigadegeneral Werner Albl, Verteidigungsattaché an der deutschen Botschaft in Paris, vor Teilnehmern des nationalen Generalstabs-/Admiralstabslehrgangs (LGAN) gesprochen hat. Albl kam mit dem Wunsch nach Hamburg an die Führungsakademie (FüAkBw),  ,,Klischees und Vorurteile abzubauen". Zum Verständnis hat es geholfen, dass General Albl aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit tiefgehende Kenntnisse der französischen Positionen darlegen konnte.

Deutschland und Frankreich bleiben eine Familie

Nach Albl bleibt Deutschland ein entscheidender Partner für Frankreich. Die Partnerschaft Deutschlands mit Frankreich ist auf viele symbolträchtige Momente in der Vergangenheit zurück zu führen. Ihr intensives gemeinsames zivilgesellschaftliches Engagement eint die Länder und als Wirtschaftspartner werden Deutschland und Frankreich auch weiterhin eng zusammen arbeiten. „Uns verbindet eine gemeinsame Kultur sowie der Wille unserer Staatsoberhäupter, die Kooperationen beider Länder durch gemeinsame Innovationen weiter nach vorne zu bringen“, so der Referent.

Gemeinsame Ausbildungen sollen verstärkt werden

Neben einer gemeinsamen militärischen Ausbildung sollen z.B. auch Luftfahrzeugbesatzungen künftig aus beiden Ländern zusammengesetzt werden. Doch trotz aller Gemeinsamkeiten sind Deutschland und Frankreich keine eineiigen Zwillinge. „Was beispielsweise beide Staaten massiv voneinander trennt, ist ihre Geschwindigkeit und Bereitschaft, in Konflikte militärisch einzugreifen.“ Frankreich hätte eine Vorliebe für militärische Einsätze und sei in der Lage, durch wenige Entscheidungsinstanzen schnell Truppen in die Einsätze zu bringen. Dabei würden sie durch das 2010 beschlossene Lancaster House Abkommen durch Großbritannien eng und zuverlässig unterstützt. „Deutschland dagegen“, so Albl, „hat eher eine Vorliebe für den ganzheitlichen Ansatz." Die Lösung bestünde darin, dass wir versuchen müssten Kompromisse zu machen, Brücken zu bauen. Und diese Brücke hieße eben gemeinsame militärische Einsätze. Die Richtung beider Sicherheitsinteressen stimmt dabei überein. „Wenn es unseren beiden Nationen nun noch gelingt unsere Stärken und Schwächen auszubalancieren, dann kommen wir auch auf eine gemeinsame Route", so der General.

Wann Kooperationen sinnvoll sind

Bisher sieht Frankreich eher in Großbritannien den engen Sicherheitspartner und Garant für militärische Unterstützung in den vielen parallel laufenden Einsatzgebieten. Denn dieser ist neben seinem globalen Denken auch zu high-end Operationen in der Lage. Und es ist auch gewillt, sein Militär einzusetzen. Sowohl Frankreich als auch Großbritannien haben sich im Einsatz bewährt. „Großbritannien", so Albl, „war dabei immer in der Lage schnell zu agieren. Es hat sich damit als zuverlässiger und unverzichtbarer Partner für Frankreich erwiesen." Beide einsatzerfahrenen Nationen richten ihre Ausbildung und Rüstung auf die laufenden Einsätze aus und befinden sich in einem ständigen Modernisierungsprozess. Eine effizientere Ausrichtung auf Einsätze kann dabei leichter erfolgen, da die französische Rüstungsindustrie enger mit dem Militär zusammen arbeitet als in Deutschland.

Frankreichs Schwierigkeiten

Doch auch Frankreichs Material ist verschlissen und die Motivation der stark beanspruchten Soldaten muss durch attraktive Maßnahmen gestärkt werden.  Hierbei orientiere man sich, so Albl, an der Attraktivitätsagenda der Bundesrepublik Deutschland. Rund 11.000 Angehörige der Streitkräfte sind außerhalb Europas stationiert, rund 7.000 Soldaten befinden sich derzeit in multi-/unilateralen Einsätzen. Bis zu 13.000 Soldaten hält Frankreich für den Einsatz im Inneren bereit, um permanent eine Bekämpfung von z.B. illegaler Fischerei oder Waldbrandbekämpfung sicherzustellen. Bis 2025 sollen die von der NATO geforderten 2% des Bruttoinlandproduktes für Militärausgaben erreicht sein. Als Führungskraft Europas setzt Frankreich mittelfristig auf einen zweiten Flugzeugträger sowie eine Modernisierung der nuklearen Abschreckungsfähigkeit als Garant für die nationale strategische Autonomie.

„Wir müssen mehr für die eigene Sicherheit tun.“

Wenn die Weltordnung in Unruhe ist, ist ein reines Abstützen auf den Partner USA nicht mehr zielführend, so Albl. Als globale Ordnungsmacht mit eigener Nuklearschlagfähigkeit sieht sich Frankreich als Führungskraft Europas, die zusammen mit Deutschland die europäische Sicherheit voran bringen will. Das Ziel Macrons ist es dabei, eine europäisch strategische Autonomie zu erwirken. Diese soll ergänzend zur nationalen Autonomie eines jeden Bündnislandes komplementär zur EU und NATO für die europäische Sicherheit sorgen. Ein Zusammenschluss aus 12 durch Frankreich ausgewählten Staaten zu einer „Europäischen Interventionsinitiative" soll im Bedarfsfall reaktionsschnell einen militärischen Beitrag leisten können. Dazu geht Frankreich an die Partner heran, „die man für fähig und willig hält", so Albl. Fest eingebunden in die Sicherheitsorganisationen/Bündnisse der Vereinten Nationen, NATO und EU geht es Frankreich nicht darum, andere Bestrebungen „schlecht zu machen oder gar die PESCO zu konterkarieren. In der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (SSZ) der Europäischen Union", so Albl, „gibt es viele Möglichkeiten, aber es fehlt der Schritt nach vorne in Richtung Intervention." 
Für die Zuhörerinnen und Zuhörer des LGAN wurde der Vortrag General Albls zu einer reichen Quelle der Frankreich-Kenntnisse. 

 

 

Autor: Markus Neske; Fotos: LGAI 2017 / Bundeswehr

Hamburg, 28.03.2018

Gruppenfoto des LGAI 2017 beim  Flugabwehrraktengeschwarder 1 (FlaRakG1)

Gruppenfoto des LGAI 2017 beim  Flugabwehrraktengeschwarder 1 (FlaRakG1)

Das Flugabwehrraktensystem Patriot dient im Einsatz zur Abwehr von Flugzeugen, taktischen ballisitischen Raketen und Marschflugkörpern

Das Flugabwehrraktensystem Patriot dient im Einsatz zur Abwehr von Flugzeugen, taktischen ballisitischen Raketen und Marschflugkörpern

Ausbilder des FlaRakG1 erklären den Lehrgangsteilnehmern die Funktionsweise des Flugabwehrsystems

Ausbilder des FlaRakG1 erklären den Lehrgangsteilnehmern die Funktionsweise des Flugabwehrsystems

Das MANTIS kann neben den klassischens Zielen der FLugabwehr auch kleine Ziele wie Drohnen bekämpfen

Das MANTIS kann neben den klassischens Zielen der FLugabwehr auch kleine Ziele wie Drohnen bekämpfen

 

 

 

 

 

 

 

Der Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) 2017 der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) führte seine diesjährige fünftägige Luftwaffenreise zu fünf Standorten durch. Insgesamt besuchten 90 internationale und nationale Stabsoffiziere sechs Luftwaffenverbände und konnten sich dabei aus erster Hand von der Modernität und der  Einsatzbereitschaft der deutschen Luftstreitkräfte überzeugen.

Information über die Luftwaffe

Der Besuch der ausgewählten Verbände zielte auf eine umfassende Information der Stabsoffiziere zum Fähigkeitsspektrum der Luftwaffe ab und begann beim Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf. „Mit einer Informationsveranstaltung zum modernsten Militärflugzeug, dem A 400M, hatte die Reise einen optimalen Einstieg“, so Oberstleutnant i.G. Markus Neske, Tutor des Luftwaffenhörsaals im LGAI.

Ziel ist die Verlegbarkeit

Mit dem Flug im A 400M ging es an die Standorte Holzdorf/Schönewalde. Mit dem Einsatzführungsbereich 3 und der Lufttransportgruppe des Hubschraubergeschwaders 64 wurden gleich zwei Verbände der Luftwaffe besucht. Dabei konnten sich die Besucher der FüAkBw auch von den Fähigkeiten des verlegbaren Gefechtsstandes‚ „Deployable Command and Reporting Center“ (DCRC) und des mittleren Transporthubschraubers CH-53 in seinen unterschiedlichen Varianten überzeugen.

Darstellung einer Alarmrotte

Das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ bot den LGAI-Teilnehmern eine anschauliche Darstellung über die Komplexität und der Leistungsbreite des hochmodernen Mulit-Role-Kampfflugzeuges Eurofighter. Wesentliche Ausbildungsinhalte aller Eurofighter-Piloten der Luftwaffe stellt das Geschwader sicher. Dieses zeigte sich anhand der Alarmierung einer Trainings-Alarmrotte zur Überwachung und Sicherung des deutschen Luftraumes.

Luftverteidigung zum Schutz

Die bodengebundene Luftverteidigung der Luftwaffe wurde beim Besuch des Flugabwehrraketengeschwaders 1 an der Ostseeküste in Panker/ Todendorf verdeutlicht. Diese leisten einen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung und desTerritoriums von Deutschland. Im Auftrag steht auch die internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung. Angefangen vom mobilen Schutz für den Nah- und Nächstbereich durch ein leichtes Flugabwehrsystem, über den stationären Schutz von Feldlagern durch das sich in Mali im Einsatz befindliche System Mantis bis hin zum Waffensystem Pariot zum Schutz gegen ballistische Flugkörper konnte sich der gesamte Lehrgang der FüAkBw ein gutes Bild über die wichtigen Fähigkeiten des Geschwaders machen.

Aufklärung auch unbemannt

Beim Taktischen Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann" in Kropp/Jagel erfuhren die Stabsoffiziere, dass dieses Geschwader der einzige fliegende Verband der Luftwaffe ist, der zur bemannten wie auch unbemannten  sogenannten abbildenden und signalerfassenden, luftgestützten Aufklärung in der Lage ist. Nach Vorträgen über das Aufklärungssystem Heron 1 und der Luftbildstaffel wurde dem Lehrgang das Waffensystem Tornadovorgestellt. Dieses Flugzeug, das als Aufklärer und als Kampfflugzeug zum Einsatz kommt, ist trotz seiner über 35 jährigen Nutzungszeit in der Bundeswehr, ein überzeugendes System. „Es war die unbemannte Aufklärung durch das System Heron und seiner potentiellen Nachfolgemodelle, die bei den Lehrgangsteilnehmern großes Interesse erzeugten“, so Oberstleutnant Neske abschließend in einem Statement zur Informationsreise. Abschließend dankte er stellvertretend für den Lehrgang allen teilnehmenden Verbänden für ihren Einsatz.


 

 

 

 

Autor: Andreas Aschert; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 27.03.2018

Begeisterte Zuhörer

Brigadegeneral Friedhelm Tränapp beim Vortrag

Begeisterte Zuhörer

 Interessierte Zuhörer an der FüAk

Die Tanzgruppe Sol Mexicano führte landestypische Tänze auf

"Innere Führung und Compliance gehören eng zueinander", so Tränapp

 

 

 

 

 

 

 

Compliance Management, ein Anglizismus, der für die Gesamtheit der im Unternehmen eingerichteten Maßnahmen und Prozesse steht, um Regelkonformität sicherzustellen, war Thematik an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Brigadegeneral Friedhelm Tränapp, Compliance Management Beauftragter für das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), besuchte hierzu das Modul "Bundeswehrgemeinsames Führungskräfteseminar II" als Gastdozent an der FüAkBw.

Ein Jahr Compliance Management Beauftragter

Bereits zum zweiten Mal reiste Brigadegeneral Tränapp innerhalb weniger Wochen an die FüAkBw, um seine Sicht auf das Compliance Management darzustellen und Misstrauen abzubauen. Zuletzt war er mit seinem Projekt im Januar an der Akademie. Bei seiner Aufgabenübernahme im Ministerium im März 2017 schlug dem Compliance Management System und ihm als Projektbeauftragten schon Misstrauen entgegen. "Was ich anfangs spürte, war allgemeine Verunsicherung bei dieser Thematik", so der General vor den rund 20 Führungskräften im Seminar. Und diese Vorbehalte wolle er nun auch vor den zivilen und militärischen Führungskräften abbauen.

Risikosteckbriefe münden in Risikolandschaft

Seit der Aufgabenübernahme vor einem Jahr ist viel passiert. Von anfangs 63 erkannten Risiken sind nun 17 entwickelte Risikosteckbriefe in eine Risikolandkarte eingeflossen. Diese als "Hot Spots" bewerteten Risikosteckbriefe auf der Landkarte, wie beispielsweise Presseanfragen, Arbeitszeitregelungen, Mitarbeiterführung und Verschlusssachen, sollen abschließend in ein noch zu erstellendes Compliance Programm münden. Soweit ist er aber noch nicht mit seinem Team. Dieses sei für das laufende Jahr geplant.

Keine Misstrauensdebatte

Er betonte daher mehrmals, dass ein Compliance Management System (CMS) im BMVg ein wertebasiertes System sei, in dem sich eine Compliance Kultur integriere. Ihm sind daher einige Punkte als Voraussetzung für ein gemeinsames Verständnis wichtig, um auch Misstrauen und Verunsicherungen gegenüber dem neuen System abzubauen. Das CMS sei weder eingeführt worden, um eine Misstrauensdebatte zu führen, noch weil es evtl. Vorbehalte zur Inneren Führung gebe. "Innere Führung und Compliance gehören eng zueinander", so Tränapp.

Einen Wertekompass entwickeln

Dem General sei es wichtig zu verstehen, dass er mit dem CMS keine neuen Regeln schaffen will und wird. "Wir tragen zum Verständnis bei", sagte Tränapp. Es geht darum, einen Wertekompass zu entwickeln, bei dem Rechtschaffenheit die Leitlinie des Handels bildet. Dieser Kompass sollte grundsätzlich existieren, schließlich sind alle Mitarbeiter an Artikel 20 Absatz 3 des Grundgesetzes gebunden, also an die Einhaltung von Recht und Gesetz. Da aber aufgrund der vielen Weisungen und Vorschriften nicht jeder alles wissen könne, soll das Compliance Management (CM) hierbei lediglich unterstützen, diese Zielvorgabe einzuhalten.

Schulungen als Hilfestellung

Mit Handreichungen und Schulungen will sein Team sensibilisieren. „Wir sind überreguliert, so dass manche Gesetzesverstöße von uns nicht wahrgenommen werden, weil ein bestimmter Ablauf evtl. schon immer so war.“ Tränapp betonte dazu aber aus seiner Erfahrung, dass die meisten den eingefahrenen Abläufen aus bestem Wissen und Gewissen folgen und in der irrtümlichen Annahme der Rechtseinhaltung handeln. „Ich möchte den Menschen helfen, dass sie nicht in diese Fallen hineinlaufen“, so Brigadegeneral Tränapp zu seiner Mission.

Seminar unter dem Motto „Gestalten und Beraten“

General Tränapp, der mit seinen fast 36 Dienstjahren auch Mitbegründer des Seminars „Bundeswehrgemeinsames Führungskräfteseminar“ war, brachte mit der CMS-Thematik unter dem Seminarmotto: „Gestalten und Beraten“ einen weiteren Baustein in die Seminarwoche ein.

 

 

 

 

Autor: Pablo Marotzky; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 21.03.2018

Thomas Kleine-Brockhoff beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie

Thomas Kleine-Brockhoff beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie

Interessierte Zuhörer des LGAN 2017

 Interessierte Zuhörer des LGAN 2017

Konteradmiral Carsten Stawitzki und Thomas Kleine-Brockhoff

 Konteradmiral Carsten Stawitzki und Thomas Kleine-Brockhoff

 

 

 

 

 

Thomas Kleine-Brockhoff, Vizepräsident des German Marshall Fund of the United States und ehemaliger Leiter des Planungsstabes von Bundespräsident Gauck, hat mit einem Eröffnungsvortrag unter dem Titel  „Ende des Westens?“ den sicherheitspolitischen Ausbildungsabschnitt des nationalen Lehrgangs Generalstabsdienst-/Admiralstabsdienst 2017 (LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) eröffnet.

Überlegungen zum Westen

Zunächst einmal: Was ist der Westen genau? Kleine-Brockhoff beschreibt ihn nicht als eine geografisch definierte Einheit, nicht als ein rein anglo-amerikanisches Projekt und kein kulturalistisches Projekt. Der Westen ist seiner Meinung nach ein Ordnungssystem, ein normatives Produkt, das seinen Ursprung im 18. Jahrhundert hat. Die Grund- und Menschenrechte gelten in ihm als Kernrechte staatlicher Legitimation. Kleine-Brockhoff stellt heraus, dass die Berechenbarkeit der großen weltpolitischen Akteure schwindet und sich somit die Lage um den Westen, so wie wir ihn kennen, zuspitzt. Hierbei gilt zwischen inneren und äußeren Faktoren zu unterscheiden: „Innere Faktoren sind beispielsweise antiliberale, antimoderne, antiinternationale und antidemokratische Tendenzen. Zu den äußeren Faktoren zählen Akteure und Ordnungssysteme, welche sich an nicht-westlichen Werten orientieren.“ 

China und Russland mit eigenem Wertesystem

Mit dem Zerfall der Sowjetunion, so der Vortragende, sah sich der Westen als das alles überdauernde und siegreiche Gesellschaftsmodell an und ging davon aus, das Akteure wie zum Beispiel China und Russland in seine Strukturen der Nachkriegsordnung einrücken würden. Beide Länder folgen aber ihrem eigenen Wertesystem und stehen dem westlichen Modell somit antagonistisch gegenüber. Zu dieser „liberalen Überdehnung“ komme hinzu, dass auch innere Werte des Westens seit Beginn der Neunziger-Jahre schleifen gelassen worden sind und nicht mehr vorbildlich vorgelebt werden. „Wie soll ein System andere überzeugen, das sich zum Teil nicht einmal an seine eigenen Regeln hält?“, so Kleine-Brockhoff vor den Zuhörern.

Der Westen muss sich regulieren

Auf postatlantische Meinungen gibt Kleine-Brockhoff nicht viel. Nur weil die „innere Erosion“ des Westens im Westen selbst entstanden ist, heiße das nicht, dass der Westen diese Krisen auch ohne Weiteres überlebt. „Deutschland, aber auch jeder Einzelne, sollte mehr zum Systemerhalt beitragen, denn Krisen ohne Regulierung verschlimmern sich nur weiter.“ Die an den Vortrag anschließende Fragerunde gab den Lehrgangsteilnehmern die Möglichkeit, Kleine-Brockhoffs Thesen ausgiebig zu diskutieren und als Grundlage für die weitere Befassung mit sicherheitspolitischen Themen zu nutzen.  Organisiert und angeleitet von der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften werden in den nächsten sechs Wochen hochkarätige Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Führungspersonal des Bundesministeriums der Verteidigung und Dozenten der Führungsakademie ein sicherheits- und verteidigungspolitisches Fundament für die Lehrgangsteilnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer schaffen, auf dem diese in Zukunft aufbauen können.

 

 

Autor: Andreas Aschert; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 26.03.2018

Konteradmiral Carsten Stawitzki eröffnete den Großen Nationalen Informationstag an der Führungsakademiewidth=

Konteradmiral Carsten Stawitzki eröffnete den Großen Nationalen Informationstag an der Führungsakademie

Begeisterte Zuhörer

 Begeisterte Zuhörer

Die Tanzgruppe Sol Mexicano führte landestypische Tänze auf

Die Tanzgruppe Sol Mexicano führte landestypische Tänze auf

Musikalische Vorführungen und gemeinsame Gespräche der Teilnehmenden runden den Abend ab

Musikalische Vorführungen und gemeinsame Gespräche der Teilnehmenden runden den Abend ab

Los Viejitos - der Tanz der alten Leute

Los Viejitos - der Tanz der alten Leute

 

 

 

 

 

 

 

Die Gemeinsamkeit von Chichén Itzá, dem Tag der Toten, und der Mariachi-Musik besteht nicht nur darin, dass sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind. Sie stammen auch beide aus Mexiko. Wie die weltberühmten Ruinenstätten oder das Kulturerbe in Mexiko aussieht, aber auch, worin der geschichtliche und politische Hintergrund des Landes besteht, erfuhren die rund 200 Besucher des Großen Nationalen Informationstages (GNIT). Aus erster Hand informierten drei mexikanische Stabsoffiziere des Lehrganges Generalstabs- Admiralstabsdienst International (LGAI) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in der Clausewitz-Kaserne ihre Lehrgangskameraden und zivile Gäste und Freunde der FüAkBw.

Ausdruck bilateraler Zusammenarbeit

Für Konteradmiral Carsten Stawitzki war es als Kommandeur der FüAkBw eine besondere Freude, diesen Informationstag eröffnen zu dürfen. Er wollte schon immer mal gerne das Land bereisen, erzählt er, sei bisher aber noch nicht dazu gekommen. Mexiko stehe nach wie vor auf seiner privaten Reisewunschliste. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie verbunden wir alle miteinander sind. Es ist daher ein toller Tag, auf den ich mich sehr gefreut habe – leider wird es auf absehbare Zeit mein letzter GNIT sein", verrät Stawitzki. Ihn erfreute sehr, dass zu diesem Event der mexikanische Botschafter Rogelio Granguillhome Morfin aus Berlin angereist ist. Der Botschafter betonte, dass die bilaterale Zusammenarbeit der beiden Länder äußerst fruchtbar sei und dieses auch durch die mexikanischen Lehrgangsteilnehmer als Botschafter seines Landes an der FüAkBw sehr deutlich zum Ausdruck käme.

Drei Mexikaner und eine Tanzgruppe

Die drei mexikanischen Stabsoffiziere, Oberstleutnant Jose Manuel Sosa Lagunes, Fregattenkapitän Juan Ignacio Cabera Osuna und Oberstleutnant Guillermo Camacho Zamora führten die Gäste mit ihrer siebenteiligen Präsentation anschaulich durch ihr Land. Die Tanzgruppe Sol Mexicano aus Hamburg unterstrich mit eingeschobenen Tänzen während der Vorführung den kulturellen Teil mit landestypischer Musik und Kleidern. So führten sie regionale Tänze wie „La Bruja", „Les Chiapanecas", „El Sinaloense", „Los Viejitos" und „El San de la Negra" auf. „Mexiko ist mehr als Tapas und Sombrero, obwohl sie beides im Anschluss ausprobieren können", sagte Lagunes. Damit hatte er die Zuhörer mit einem kleinen Lacher in die familiäre Welt der Mexikaner abgeholt. Für ihn ist auch klar: „Alle, die auf dem Kontinent sind, sind Amerikaner", wobei Mexiko mit seinen 11.000 Quadratkilometern Meeresküste zu Nordamerika gehört.

Zwei Ministerien bei den Streitkräften

Dem Zuhörer wurde später durch den Streitkräfteanteil von Fregattenkapitän Juan Ingacio Cabera Osuna klar, warum Mexiko über ein eigenständiges Marineministerium parallel neben einem Verteidigungsministerium verfügt. Diesem unterstehen von den rund 206.000 Soldaten der gesamten Streitkräfte rund 54.000 Soldaten, die sich in zwei Flotten wiederfinden. Die Konstruktion eines Verteidigungsministeriums neben einem Marineministerium gibt es in dieser Form nur in Mexiko. Beide unterstehen direkt dem Präsidenten der Republik. Anders, zumindest im Vergleich zu Deutschland, ist das Wahlsystem für die zirka 120 Millionen Mexikaner gestaltet. So wird der mexikanische Präsident nur für eine einmalige Amtsperiode von sechs Jahren gewählt. Die 128 Senatoren und 500 Abgeordneten werden hingegen einmalig für zehn Jahre gewählt. Sie kommen aus 32 Bundesländern, wobei Mexiko mit seinen rund zwei Millionen Quadratkilometern das Sechsfache von der Bundesrepublik Deutschland einnimmt.

Exportorientiertes Land

Wirtschaftlich nimmt Mexiko als exportorientiertes Land mit seinem 2,3-prozentigen jährlichen Wachstum Platz 14 der Weltwirtschaft ein. „Einer der wichtigsten Sektoren, mit drei Prozent von den rund 1.020 Milliarden Euro des Bruttoinlandproduktes, ist die Automobilbranche", so Oberstleutnant Guillermo Camacho Zamora in seinem Teil der Darstellung des Landes. Die drei zeigten den Gästen und Lehrgangsteilnehmern so in einem zweistündigen Parforce-Ritt durch die Geographie, Geschichte, Gesellschaft, Streitkräfte, Wirtschaft, Kultur und das politische System ein umfangreiches Bild ihres familiär geprägten Landes. Sie freuten sich sehr, abschließend die Gäste zu landestypischen Köstlichkeiten wie Tapas im Foyer des Manfred-Wörner-Zentrums in der Führungsakademie einzuladen.

 

 

 

 

Sicherheitspolitische Kommunikation heute

Autor: Sophie Scheidt; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 21.03.2018

Referent Christian Thiels und Oberst i.G. Jürgen Schrödl

Referent Christian Thiels und Oberst i.G. Jürgen Schrödl 

„Sicherheitspolitische Kommunikation findet in Deutschland nicht statt“ - Christian Thiels vor der FüAk

„Sicherheitspolitische Kommunikation findet in Deutschland nicht statt“ - Christian Thiels vor der FüAk

Interessierte Zuhörer bei der Tagung

 Interessierte Zuhörer bei der Tagung

 

„Sicherheitspolitische Kommunikation findet in Deutschland nicht statt“. Mit diesem Eingangsstatement eröffnete Christian Thiels, Chef vom Dienst bei den ARD - Tagesthemen und Verteidigungsexperte der Tagesschau seinen Vortrag an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) im Rahmen des sicherheitspolitischen Ausbildungsabschnitts des nationalen Lehrgangs Generalstabsdienst/Admiralstabsdienst 2017 (LGAN) 2017. Mit dieser zugespitzten Anmerkung wollte Thiels verdeutlichen, dass sicherheitpolitische Kommunikation noch viel Verständnis und Entwicklungsarbeit bedarf. Er zeichnete in seinem Vortrag ein differenziertes Bild der sicherheitspolitischen Berichterstattung in Deutschland und nahm dabei sowohl die Rolle der Medien als auch die des BMVg und der Bundeswehr kritisch in den Blick.

Keine Erörterung des Grundsätzlichen

Sicherheitspolitische und strategische Grundsatzfragen werden in Deutschland nicht erörtert, so Thiels. Soweit sicherheitspolitische Themen in der Öffentlichkeit diskutiert würden, beschränke sich der Diskurs auf Fragen „im Klein-Klein“ oder „auf Debatten in elitären Kreisen mit immer gleichen Beteiligten“. Die historisch gewachsene Skepsis allem Militärischen gegenüber sei noch immer die Hauptursache für das Ausbleiben einer breiten Diskussion sicherheitspolitischer und strategischer Grundsatzfragen in Deutschland.

Vorurteile abbauen und Vertrauen schaffen

Dem eigenen Berufsstand gegenüber beschreibt Thiels Sicherheitspolitik überwiegend als „Igitt-Thema“, wobei der ein oder andere Journalist sicherlich vorurteilsbehaftet ist. In mancherlei Hinsicht wird das Thema möglicherweise grundsätzlich abgelehnt oder aufgrund fehlender Expertise nicht differenziert dargestellt. Der Referent gab jedoch auch zu bedenken, dass auch öffentlich-rechtliche Medien die Einschaltquoten im Blick haben müssten und Sicherheitspolitik aufgrund der geringen direkten Betroffenheit der Bevölkerung nur auf ein überschaubares Interesse treffe.

Auch die Bundeswehr ist in der Pflicht

Thiels nahm jedoch auch die Bundeswehr in die Pflicht. Zwar sei in der Kommunikation des BMVg zunehmend Transparenz zu erkennen. "Aber es sei eben auch erforderlich, eine Diskussion in der Sache zu fördern anstatt Jubelbotschaften zu verbreiten. Hierfür müsse sich auch das BMVg und die Bundeswehr wesentlich weiter professionalisieren und schneller agieren", so Thiels. Das Ergebnis wäre ein gewachsenes Vertrauen und eine Bereitschaft zur Diskussion sicherheitspolitischer Fakten und Themen.

 

 

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