Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 12.05.2016

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Volles Haus und zufriedene Gesichter. Der Hamburger Diskurs erfreut sich großer Beliebtheit.

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Gestenreich und ausdruckstark. Die Verteidigungsministerin Albaniens, Frau Mimi Kodheli beeindruckte ihr Publikum.

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Beim anschließenden Empfang kommen Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt mit der Ministerin ins Gespräch.

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Am Rande des Hamburger Diskurses war auch Zeit für intensive Gespräche. Das anschließende Abendessen war ein gelungener Abschluss des Abends.

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Obergefreiter Daniel Eisenbraun begleitete den anschließenden Empfang musikalisch.

„Geschichte wird nicht im Voraus geschrieben. Doch sie hängt von uns ab.“ Mit diesen Worten lenkte die Verteidigungsministerin Albaniens, Frau Mimi Kodheli, den Blick der über 300 Zuhörer beim 11. Hamburger Diskurs an der Führungsakademie der Bundeswehr auf die Herausforderungen für ein gemeinsames Europa.

Der Blick auf die Gegenwart und in die Zukunft ist es, der für die albanische Ministerin im Vordergrund steht. Doch ihre Rede in der „prestigeträchtigen Führungsakademie“ führte zuerst in die gemeinsame Vergangenheit. Manfred Wörner, ehemaliger NATO-Generalsekretär, Namensgeber des Vortragssaals an der Akademie und ein entscheidender Akteur bei der Entsendung von NATO-Kräften in die Balkanregion vor rund 25 Jahren, war ihr passender Anknüpfungspunkt. Trotz der bis heute andauernden Herausforderungen habe sich seither im südöstlichen Europa vieles getan.

Der Weg in die EU

Das Ziel dieser Tage ist eindeutig. Frau Mimi Kodheli träumt von einem einheitlichen Europa, von einem gemeinsamen Integrationsprozess und von einer hiervon ausgehenden Stabilisierung der gesamten Region. Die Widersprecher dieses Vorhabens seien bekannt und auch an den aktuellen Konflikten zu erkennen. Doch die Leistung von NATO und EU dürfe nicht unterlaufen werden. „Wir wollen keine Geschenke“, betonte die Verteidigungsministerin energisch und mit dem eindeutigen Willen, Albanien noch näher an die EU zu bringen.

Wir alle teilen die gleichen Werte

Frieden und Stabilität könne man nicht für selbstverständlich halten und müsse deshalb nicht nur politisch reaktionsschnell sein, so die Verteidigungsministerin. Im Sinne von Simon and Garfunkels „Bridge Over Troubled Water“ gelte es darüber hinaus eine Brücke zu schlagen um den Westbalkan noch zielgerichteter in die europäische Familie zu integrieren.

Ich fühle mich wie eine Heldin

Im Anschluss an den Vortrag der Ministerin moderierte Direktor und Fachbereichsleiter bei der Führungsakademie Jörn Thießen die Fragerunde. Ich fühle mich wie eine Heldin, wenn ich für meine Familie einstehe“, verdeutlicht die Verteidigungsministerin ihre intensiven Bemühungen neben ihrem beruflichen Engagement auch Zeit für das Wohl der nächsten Generation zu finden. Das persönliche und familiäre Engagement jedes einzelnen führe zu einem besseren und starken Europa.

Generalmajor Achim Lidsba, Kommandeur der Führungsakademie, hatte die Ministerin zum 11. Hamburger Diskurs und zum anschließenden Abendessen mit weiteren Gästen aus Politik und Wirtschaft geladen. Frau Kodheli setzte im Anschluss an den Diskurs ihre Reise in Richtung Berlin fort.

Was ist der Hamburger Diskurs?

Mit der Verteidigungsministerin Albaniens, Frau Mimi Kodheli, bot auch der 11. Hamburger Diskurs ein attraktives Programm für die rund 300 Gäste, die im Manfred-Wörner-Zentrum der Führungsakademie einer teils emotionalen und charmanten, teils ernsten und eindringlichen Rede von Frau Kodheli folgten. Die Veranstaltungsreihe „Hamburger Diskurs“, zu der regelmäßig Gäste aus Behörden, Institutionen, Wirtschaftsunternehmen und der Zivilgesellschaft geladen sind, hat sich mittlerweile fest an der Akademie etabliert.

Am 20. März 2012 ging der erste Hamburger Diskurs über die Bühne. Seinerzeit organisierte die Führungsakademie die Veranstaltung gemeinsam mit der Helmut-Schmidt Universität, der Universität der Bundeswehr. Seither zielten weitere zehn Diskurse darauf ab, den Meinungsaustausch zu allen Dimensionen von Sicherheit in Form strategischer Kommunikation zu intensivieren. Der „Hamburger Diskurs“ fördert die Netzwerkbildung von Institutionen, Fachleuten und engagierten Bürgern aus der Hansestadt.

Zahlreiche Größen aus Wirtschaft, Politik und dem Hamburger Umfeld, wie zum Beispiel Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder, der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika oder der Vorsitzende des Aufsichtsrats der OTTO-GROUP, Dr. Michael Otto, trugen bereits an der höchsten Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr in Hamburg Blankenese vor. Der 11. Hamburger Diskurs sorgte auch im Jahr 2016 für interessante Diskussionen, mehrdimensionale Impulse und zahlreiche zufriedene Gäste an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

 

 

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 09.05.2016

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Feldjäger – eine spezielle Truppengattung der Bundeswehr

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Für die Hunde ist es ein Spiel. Für die Feldjäger purer Ernst

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Unerschrockene „Feldjäger“ im Einsatz

Wenn junge Mädchen mit neugierigen und begeisterten Blicken durch die Kaserne laufen, dann kann das nur eines bedeuten: Girl’s Day. Auch in diesem Jahr nahmen rund 30 wissbegierige, junge Damen am großen „Mädchen-Zukunftstag“ teil. An der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg erhielten sie am 28. April 2016 einen spannenden Blick hinter die Kulissen der Soldatinnen und Soldaten.

Viele Fragen flogen den Schulmädchen vor dem „Girl’s Day“ an der Führungsakademie durch den Kopf. Fragen, die es zu beantworten galt. Und das wurden sie. Um die Wissenslücken zu schließen und einen passenden Eindruck vom Alltag der Soldatinnen und Soldaten zu erhalten, trafen sich zunächst alle im Admiral-Dietmar-Wellershoff-Gebäude. Im Flaggensaal des architektonisch beeindruckenden Bauwerks hieß Hauptfeldwebel Jan-Patrique Ellermann, Infofeldwebel und Programmleiter des Informationstages, die Schülerinnen herzlich Willkommen.

So ist eine Bundeswehr aufgebaut

Um die deutsche Armee besser verstehen zu können, stellte Fregattenkapitän Kai Peatau die Führungsakademie vor und gab zahlreiche Beispiele über das Leben in der Bundeswehr. Als Familienvater fand der erfahrene Marinesoldat schnell Zugang zu den Schülern und weckte das Interesse der jungen Mädchen.

„Der General ist sozusagen euer Schuldirektor und die Teilnehmer im Lehrgang für den General- und Admiralstabsdienst sind hier die Schüler.“

Das Thema Frauen in der Bundeswehr durfte an diesem Tag natürlich nicht außen vor bleiben.

„Was glaubt ihr? Wie viele Frauen sind in der Bundeswehr?“, fragte der Fregattenkapitän die Mädchen. Tatsächlich sind von den insgesamt knapp 180.000 Soldaten der Bundeswehr – Berufssoldaten, Zeitsoldaten und freiwillig Wehrdienstleistende – rund 19.400 Frauen bei den Streitkräften. Die Bundeswehr hat das Ziel, diese Zahl in den nächsten Jahren zu erhöhen, wie die Schülerinnen im Vortrag erfuhren. Noch sind die meisten Frauen im Sanitätsdienst tätig, doch die Frauenquote soll auch in anderen Bereichen ansteigen.

Der beste Freund des Feldjägers

Ein regelrechtes Trommelfeuer von Fragen fand an diesem Donnerstag in der Führungsakademie statt. Als die Feldjäger in die Kaserne kamen, blieben auch sie nicht davon verschont.

Bevor sich die Mädchen näher mit der Militärpolizei beschäftigen konnten, stellte Hauptfeldwebel Monika Kronschwitz, sich und ihre Hündin Taira vor. Die beiden sind unzertrennlich und haben schon vieles gemeinsam durchgestanden. Bei den Feldjägern gibt es zwei Arten von Diensthunden: Drogen- und Sprengstoffspürhunde. Taira gehört zu Drogenspürhunde der Bundeswehr. Egal wie gut die Kapsel mit dem Ecstasy versteckt wird, die Diensthündin erschnüffelt es in Rekordzeit.

Hundeführerin Monika Kronschwitz ist sichtlich stolz auf ihre Partnerin. Beide leisten großartige Arbeit und wollen das auch zur Schau stellen. Funkeln in den Augen der Schülerinnen – Sichtlich beeindruckt von der Disziplin des Hundes, folgt ein großer und dankbarer Applaus für diese eindrucksvolle Darbietung.

Die Feldjägertruppe stellt sich vor

Im Anschluss und als letzten Programmplan des Tages stellte das Feldjägerregiment die Vielfalt ihrer erweiterten Schutzausstattung vor. Eine sogenannte CRC-Gruppe ist dafür verantwortlich unfriedliche Menschenansammlungen zu überwachen und wenn nötig einzudämmen. Die Abkürzung CRC steht für „Crowd and Riot Control“. Zur Ausrüstung dieser Spezialkräfte zählen unter anderem Schutzschilde, Schutzhelme und Körperprotektoren.

Ausgerüstet mit Schild, Helm und Protektoren zeigten sich die Mädchen schon fast wie richtige Feldjäger. Dynamisch und lebhaft stürmten sie durch die Kaserne.

Für viele Schulmädchen ist der Girl’s Day eine gute Möglichkeit um sich über die Streitkräfte der Bundeswehr zu informieren und natürlich auch persönliche Eindrücke zu erlangen.

 

 

Autor: Daniel Dittmer; Fotograf: Daniel Dittmer

Hamburg, 04.05.2016

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Gruppenbild der amerikanischen, deutschen und polnischen Teilnehmer der Übung

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Gruppenbild nach einem interessanten Nachmittag auf einer Indoor-Schießanlage

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Teilnehmer der deutschen Delegation beim täglichen Briefing der Übungslage

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Delegationsleiter O i.G. Flämig übergibt das Gastgeschenk der FüAkBw an den Übungsleiter Dr. Jeffrey Reilly

Die multinationale Zusammenarbeit ist ein Grundpfeiler zukünftiger Friedensbemühungen. Die Lehrgangsteilnehmer an der Führungsakademie der Bundeswehr trainieren dazu auch am Air Command and Staff College Maxwell in den USA.

Nach fast drei Monaten endete die Anfang Januar begonnene Übungsphase in Maxwell in den USA. In einer groß angelegten Abschlussübung konnten die Stabsoffiziere ihr Können umfassend unter Beweis stellen.

Facettenreicher Austausch

Zwei Delegationen des Air Command Staff College waren in die vorherigen Übungen - „AIREX“ und „COMMON TRAIL“ – an der Führungsakademie integriert. Gemeinsam mit den Lehrgansteilnehmern an der Akademie in Hamburg Blankenese entstand ein multidimensionaler und erfolgreicher Erfahrungsaustausch im Bereich des operativen Planungsprozesses.

Ein fünfköpfige Luftwaffen-Delegation des älteren nationalen Lehrgangs für den General- und Admiralstabsdienst agierte nun unter Führung des stellvertretenen Leiters des Fachbereiches Führungslehre Luftwaffe, Oberst i.G. Flämig, für die deutsche Seite.

Bleibender Eindruck

Nach einer fast zwanzigstündigen Anreise wurde die Delegation von den beiden Leitern der Seminargruppe Dr. Jeffrey Reilly und Lieutenant-Colonel Beckno in Empfang genommen und in der passenden Atmosphäre einer Aviator-Bar luftwaffengerecht auf die Übung eingestimmt.

Am Sonntag wurden die Delegationsmitglieder von den beiden Seminarleitern in das Szenario und den Sachstand des Übungsfortschrittes sowie die Besonderheiten dieses speziellen Kurses, welcher sich als Think Tank mit den Herausforderungen einer multidimensionalen Operationsplanung beschäftigt, eingewiesen. Die operationelle Planung für den Einsatz von US-Luftstreitkräften zur Unterstützung eines bedrohten Staates, inmitten geografischer und ethnischer Herausforderungen in der Kaukasus Region, war bereits abgeschlossen. Nun galt es den Plan in einer Mischung aus „Wargaming“ und Operationsdurchführung umzusetzen und anschließend zu optimieren.

Die deutschen Teilnehmer brachten ihre Erfahrungen und die europäische Sicht in die Übung ein. Sie erhielten dadurch einen wertvollen Einblick in die Besonderheiten der amerikanischen Führung und Planung von Operationen.

Bleibender Eindruck

Aber auch privat konnten die Delegationsteilnehmer interessante Eindrücke von Land und Leuten sammeln. Die Gastgeber hatten zu diesem Zweck ein umfangreiches Programm aufgestellt, das bereits mit Highlights des typisch amerikanischen Frühstücks begann. Abends wurde die Innenstadt von Montgomery vor allen Dingen kulinarisch entdeckt – Barbecue, Mexikanisch und die typische kreolische Küche der Südstaaten. Montgomery ist seit der Gründung der ersten zivilen Flugschule durch die Gebrüder Wright ein Zentrum der US-amerikanischen Luftfahrtausbildung. Weitere Ausflüge in die Umgebung waren aufgrund des sehr engen Zeitplanes leider nicht möglich. Den Höhepunkt bildeten der Besuch einer Schießanlage für Handfeuerwaffen und das Abschlussgrillen im Garten einer der amerikanischen Lehrgangsteilnehmerinnen. Diese gemeinsame Freizeit war aus Sicht der Delegation mindestens ebenso wertvoll wie die Teilnahme an der Übung, konnten doch hier die bereits in Deutschland aufgebauten deutsch-amerikanischen Beziehungen weiter vertieft und neue geknüpft werden. Die der Delegation entgegengebrachte Gastfreundschaft hat die deutschen Lehrgangsteilnehmer zutiefst beeindruckt.

Nach dem Übungsende am Freitag ging es am darauffolgenden Tag wieder nach Atlanta und von dort zurück nach Deutschland, wo schon am Montag die Übung „Joint Endeavour“ auf die Teilnehmer wartete.

Aus Sicht der deutschen Lehrgangsteilnehmer hat diese Reise erneut unter Beweis gestellt, wie wichtig der Erfahrungsaustausch mit unseren Partnern auf allen Ebenen ist. Eine Tradition, die es fortzuführen gilt.

 

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 03.05.2016

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Brigadier Magister Rene Segur-Cabanac, Generalmajor Achim Lidsba und Divisionär Daniel Roubaty

Deutschland, Österreich, Schweiz. Die drei Länder verbindet nicht nur aufgrund ihrer geographischen Lage eine enge Freundschaft. Vielzählige Kooperationen prägen das Verhältnis der Nachbarstaaten. Die Führungsakademie der Bundeswehr war in diesem Jahr Gastgeber des DACH-Gesprächsforums.

Mit angepasstem Konzept und einer konkreten Planung für das nächste DACH – Seminar endete das diesjährige DACH – Gespräch. Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Achim Lidsba, hatte den Kommandanten der schweizerischen Höheren Kaderausbildung der Armee, Divisionär Daniel Roubaty, sowie den Stellvertretenden Kommandanten der österreichischen Landesverteidigungsakademie, Brigadier Magister Rene Segur-Cabanac zum DACH – Treffen vom 27. – 29. April an die Akademie in Hamburg Blankenese geladen.

Erkenntnisse für die Zukunft

Gemeinsam erarbeiteten die hochrangigen Führungskräfte die Konzepte zukünftiger DACH – Seminare. In diesem Jahr präsentierte die Führungsakademie unter anderem Ergebnisse und Erkenntnisse aus vergangenen Seminaren und Übungen; unter anderem dem Planspiel Auriga. Die ressortübergreifende Übung ist für die Teilnehmenden eine anspruchsvolle, internationale Herausforderung, die als Grundlage für zukünftige DACH – Seminare dienen kann.

Wirtschaft und Kultur in Hamburg

Auch der Stellvertretende Kommandeur und Direktor Lehrgänge, Flottillenadmiral Karsten Schneider begleitete die Kommandanten aus der Schweiz und Österreich. Neben den zahlreichen Vorträgen zu aktuellen, herausragenden Ausbildungs- und Übungsvorhaben an der Akademie galt es auch den Gästen aus Österreich und der Schweiz die Hansestadt Hamburg näherzubringen. Nur wenige Meter sind es zum Hirschpark und zum eindrucksvollen Hafenblick an der Elbe. Ein Besuch bei Airbus mit exklusivem Einblick in die Produktionsbereiche rundete das weitere Rahmenprogramm ab.

Der Blick voraus

Über die Informationsaustausche hinaus nehmen Stabsoffiziere der drei Staaten regelmäßig an Austauschprogrammen der jeweiligen Akademien teil. Oberst d.G. Wolfgang Schweighofer ist beispielsweise zurzeit der österreichische Verbindungsoffizier an der Führungsakademie der Bundeswehr. Er konnte seine Erfahrungen an der Führungsakademie bei einem Abendessen mit dem Kommandeur der Führungsakademie und seinen Gästen weitergeben.

Neben den Austauschprogrammen bieten die Lehrgänge an der Führungsakademie fundierte akademische und militärische Weiterbildungsmöglichkeiten für die internationalen Gäste. Für das nächste Jahr sprach Divisionär Phillipe Rebord bereits eine Einladung für ein weiteres DACH – Treffen in Bern aus.

 

 

Autor: Jürgen Bredtmann; Fotograf: Jürgen Bredtmann

Hamburg, 02.05.2016

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Aktiv. Attraktiv. Anders. "Sie sind aktiv hierher gekommen, und wir sind hoffentlich attraktiv", meinten die Gastgeber. Dann wurde es anders

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Gedanken auf die "Tischdecke"...

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"Man erwartet eher Hierarchie und Frontalunterricht, aber das ist ja schon sehr kreativ hier." "Ich hatte erwartet, dass wir Liegestütze machen müssen", lachte eine der Teilnehmerinnen

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Bundeswehr und Gesellschaft: Hier mal mittendrin

Ein schönes Klischee, ein festes Vorurteil: Manchmal macht so etwas die eigene Sicht auf die Welt einfacher. Wer kennt das nicht? Ohne genaue Kenntnis von Hintergründen - das kostet ja auch Zeit - ist ein Urteil über Politiker, Manager von Großkonzernen oder den Skateboard-fahrenden Jugendlichen in den heruntergekommenen Klamotten ja viel einfacher.

Dass Ausbildung bei der Bundeswehr nicht laut und drillmäßig auf dem Kasernenhof stattfinden muss oder aus monologisierenden Vortragenden besteht, zeigten jetzt das Bildungszentrum der Bundeswehr (BIZBw) und die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in einer Veranstaltung mit Gästen aus Politik und Gesellschaft in Mannheim. Etwa 100 Menschen waren der gemeinsamen Einladung der beiden Ausbildungsstätten in das Atrium des BIZBw gefolgt. "Wir wollen heute einen Abend der besonderen Art gestalten", lud der Präsident des BIZBw die Gästen zum Mitmachen ein und stellte zunächst die FüAkBw vor. "Ich selbst bin bekennender Kooperationspartner mit dem BIZBw", sagte dann Generalmajor Achim Lidsba, um anschließend die gastgebende Dienststelle kurz im Plenum vorzustellen.

Drillmäßig anders

"Wir wollen unsere attraktive Ausbildung am BIZBw und der FüAkBw in der Öffentlichkeit sichtbarer machen und zeigen: Das ist aktiv.attraktiv.anders.", schildert Oberst im Generalstabsdienst Martin Simberg, verantwortlich für die Ausbildungsplanung an der FüAkBw, die Idee hinter der heutigen Veranstaltung. Die erste Idee, zeitgleich in Mannheim und Hamburg eine solche Veranstaltung zu organisieren, war aus personellen Gründen Ende 2015 verworfen worden. Daher fiel der Startschuss jetzt zunächst in Mannheim. Die zweite Etappe, eine ähnlich "andere" Veranstaltung, wird in der 38. Kalenderwoche an der FüAkBw in Hamburg stattfinden.

"Wir wollen Ihnen authentisch zeigen, was wir hier und in Hamburg in der Ausbildung machen", sagte Thomas Lüthgen vom BIZBw und zauberte durch eine Tüte mit Lego-Steinen ein Lächeln auf die Gesichter der (noch lediglich) Zuhörer. "SIE stehen im Mittelpunkt, SIE sollen beim Lernen Spaß haben", unterstrich Lüthgen in seinen launigen Einführungsworten.

Methoden: World Café, Lego Serious Play, Story Cubes

Dann ging es in kleinen Gruppen an die drei beispielgebenden Stationen. Kurze Vorstellung: ein Rentner, eine Medizinstudentin, ein Rechtsreferendar, ein Reserveoffizier, ein Rechtsanwalt in der Gruppe von Oberst Hasse beim "World Café". "Ich habe keine Ahnung was mich hier erwartet", "Ich will mal sehen, wie anders die Bundeswehr wirklich ist", "Ich bin sehr gespannt", das waren die ersten Reaktionen der Teilnehmer. Nach dem Brainstorming auf der "Tischdecke" gab es ein aufgeklebtes Voting: Welche Idee ist mein Favorit? Die Bundeswehr müsse mehr mit alltäglichen Themen, nicht nur mit schlechten Nachrichten in den Medien und der Öffentlichkeit präsent sein. Nach der kurzen Diskussion der Ergebnisse durfte dann nur noch ein Thema, ein konkreter Vorschlag übrig bleiben: Einführung der Wehrpflicht für Männer und Frauen. Nur dieses Thema wird jetzt weiter verfolgt. Was müssten wir dafür tun? Und wieder konzentriert Einzelmaßnahmen aufschreiben und ankleben, Ergebnis diskutieren. So wird relativ schnell in dieser spezifischen Gruppe eine konkrete Antwort auf eine eingangs allgemeine Fragestellung destilliert. "Die Zeit war viel zu kurz", meinte ein Teilnehmer.

Reaktionen

Franziska Meichelböck aus der Nähe von Ulm studiert Politikwissenschaften in Mannheim und ist Vorsitzende der sicherheitspolitischen Hochschulgruppe in Mannheim. Sie hatte auch erst einen Vortrag erwartet, war dann positiv überrascht von den kreativen Methoden. "Die Story cubes haben mir am besten gefallen. Alle drei Methoden waren echt toll, um sich selbst auch mal Gedanken um Bundeswehr und Gesellschaft zu machen."

Lars Hartwig hatte schon etwas anderes als einen Vortrag erwartet, eher Interaktives. "Das wurde auch voll erfüllt. Ich bin selten bei einer Veranstaltung so konkret mit den Verantwortlichen ins Gespräch gekommen. Das war auf jeden Fall eine sinnvolle Sache. Es gibt ja kaum Angebote in dem Bereich "Bundeswehr und Gesellschaft", das sollte auf jeden Fall wiederholt werden."  

Nächste Runde: 38. Kalenderwoche, Hamburg

Nach drei Stunden kreativer, praktischer Ausbildung mitaus der täglichen Realität entlehnten Methoden hatte die Veranstaltung am Ende alle neugierig gemacht. Thomas Lüthgen vom BIZBw lobte die Gäste: "Sie haben das toll gemacht!" Und General Lidsba war sich sicher, bei den Teilnehmern "ein Gespür für die Unternehmens- und Führungskultur der Bundeswehr entwickelt" zu haben. "Wir freuen uns auf eine weitere Veranstaltung dieser Art in der 38. Kalenderwoche, dann bei uns an der FüAkBw in Hamburg", kündigte der Kommandeur an. 

Gemischt und gemeinsam

Das BIZBw bildet vor allem zivile Angehörige und Führungskräfte der Bundeswehr aus. Nach der Unterschrift unter die Kooperationsvereinbarung im Jahre 2012 manifestierte sich die enge Zusammenarbeit der beiden Häuser vor allem im bundeswehrgemeinsamen Führungskräftetraining auf der Ebene A14 bis B3. Mit gemischten Dozententeams und kreativen Methoden werden hier in einwöchigen Seminaren unter anderem Methoden im Rahmen kompetenzorientierter Ausbildung vermittelt, Informationen ausgetauscht, vor allem aber Verständnis für die "Anderen" erzeugt. "Wenn man sich kennt und miteinander redet, dann wird schnell klar, dass die Uniformierten auch Menschen sind. Und welche Zwänge hier und da die zivile Verwaltung der Bundeswehr drücken", so eine häufig geäußerte Reaktion der Teilnehmer.

Auch beim Bildungskongress an der Universität der Bundeswehr in Hamburg im September 2015 wurde die enge Zusammenarbeit sichtbar. In einer gemeinsamen Keynote eröffneten damals der Kommandeur der FüAkBw, Generalmajor Achim Lidsba, und der Präsident des BIZBw, Christoph Reifferscheidt, die Veranstaltung, ein gemeinsamer Stand aktivierte an allen drei Tagen im Zentrum des Kongresses auf dem "roten Platz" an der Universität das interessierte Publikum.

Weitere Kooperationspartner

Kooperationen bündeln Kräfte und schonen ohnehin knappe Ressourcen. Daher arbeitet die FüAkBw nicht nur mit dem BIZBw, sondern auch mit der Universität der Bundeswehr in Hamburg (hier sei vor allem der gemeinsame Masterstudiengang MFIS erwähnt), der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit, dem Zentrum für internationale Friedenseinsätze (ZIF) und der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) eng zusammen.

 

Autor: Stefan Berger, Cordelia Wallas

Hamburg, 29.04.2016

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Über 80 internationale Lehrgangsteilnehmer der Führungsakademie der Bundeswehr erhielten in diesem Monat einen unvergesslichen Einblick in Geschichte und Gegenwart der deutschen Marine.

Wenn der Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International zu einer Informationsreise aufbricht, dann ist der Terminkalender meist bis auf die letzte Minute ausgeplant. Und so erwartete auch den diesjährigen Lehrgang ein straffes Programm bei der Marine.

Die viertägige Reise unter Leitung des Bereichsleiters Marine und Beauftragten des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr, Kapitän zur See Henning Straus, begann mit einer standesgemäßen Begrüßung vom Kommandeur der Marineschule Mürwik (MSM), Flottillenadmiral Carsten Stawitzki an der Alma Mater der Marineoffizierausbildung in Flensburg.

Land und See

Nach einer Führung durch das historische Bauwerk und einem Besuch im wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum erlebten die internationalen Stabsoffiziere die Ausbildung junger Marineoffiziere in Deutschland vor Ort. Im Simulator für Nautische Schiffsführung durften die Gäste die Schiffe der Marine durch die Weltmeere steuern.

Am zweiten Tag ging es weiter an das Ausbildungszentrum Uboote nach Eckernförde. Im Marinestützpunkt stellten Kapitän zur See Stephan Haisch und Kapitän zur See Eckardt Menzel sowie mit Kapitän zur See Hans-Jörg Detlefsen in Kurzvorträgen Flottillen und Geschwader der deutschen Marine vor.

Der LGAI fährt zur See

Das Leben in einem U-Boot ist etwas ganz besonderes. Eine Vorstellung davon bekam der internationale Lehrgang der Führungsakademie in einem Uboot der Klasse 212 A. Der Lehrgang entschied sich nach der Besichtigung dann aber für eine angenehmere Übernachtungsvariante in Kiel. Am nächsten Morgen besichtigte die Gruppe zunächst das Marineehrenmal Laboe, das auch 125 Jahre nach Errichtung noch immer einen einprägsamen Eindruck hinterlässt. Das Ehrenmal erinnert an alle auf See gebliebenen Seeleute aller Nationen.

Nächstes Ziel auf der Reise war dann das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr der Marine in Neustadt bei Holstein. Nachdem der Kommandeur, Kapitän zur See Mathias Metz, den Lehrgang in Empfang nahm, bekamen einzelne kleine Gruppen einen Einblick in die verschiedenen Ausbildungsanlagen der Schule der Deutschen Marine. Ein Highlight stellte hierbei der Tieftauchtopf dar, der für die Ausbildung von Tauchern und Ubootfahrern gedacht ist und hier in bis zu einer Tiefe von 32,5 Meter unter Wasser ausgebildet werden können.

Wie vielfältig, diversifiziert und spannend die Deutsche Marine ist, erfuhren die internationalen Gäste auch am vierten Tag im 7. Schnellbootgeschwader. Vom Marinestützpunkt Warnemünde ging es für den LGAI mit den Schnellbooten S 75 FRETTCHEN und S 73 HERMELIN sowie mit dem Tender ELBE in See. Die Lehrgangsteilnehmer der Führungsakademie sahen eine eindrucksvolle Vorstellung der Boote. Der erhabene Klang des heiseren Röhrens der 18.000 PS starken Antriebsmotoren der Schnellboote der Klasse 143 A über der Ostsee weckte Begeisterung auch bei denjenigen, die sonst wenig Affinität zur See mitbringen. Mitte des Jahres werden dann die letzten vier Boote außer Dienst gestellt.

Da Schnellboote kaum Lagermöglichkeiten haben, werden sie bei ihren Einsätzen von Tendern unterstützt. Während dieser Seefahrt bewies auch der begleitende Tender Kl. 404 - die ELBE – ihre Vielseitigkeit.

Zwei Eurofighter der Luftwaffe simulierten an diesem Tag Angriffsmanöver, die die beiden Schnellboote mit Kraft, Geschwindigkeit und Wendigkeit konterten. Als der LGAI wieder in den Stützpunkt einlief, endete die Informationsreise mit einem traditionellen Einlaufbier beendet.

 

 

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotograf: Daniel Eisenbraun

Hamburg, 27.04.2016

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Spielzüge werden mit Spannung auf der Leinwand verfolgt

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Viele Spieler, ein Leiter

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Themenvorstellung zur Gruppenarbeit

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Teilnehmer des Commander’s Intent

Wer glaubt, ein Seminar bestünde nur aus sachorientierten und trockenem
Theorieteil, der irrt sich. Für die Teilnehmer des Wahlpflichtseminars mit dem
Titel „Commander‘s Intent“ – Entscheidungen im Spannungsfeld von Intuition
und Rational“ – ist es mehr als nur ein kurzer Lehrgang.

Herzlich Willkommen

In dieser bundeswehrgemeinsamen Schulung, die vom 19. bis 21. April 2016 im
Manfred-Wörner Zentrum der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg
stattgefunden hat, trafen sich zehn Teilnehmer des Lehrgangs Generalstabs-/
Admiralstabsdienst National (LGAN) und zivile Führungskräfte der Bundeswehr
unter Einbeziehung von Gästen der Bundesagentur für Arbeit und der Hamburg Port Authority. Seminarleiter Oberst im Generalstabsdienst Michael Strunk begrüßte die Teilnehmer am Dienstag, den 19. April 2016 in der Clausewitz-Kaserne, um zunächst einander vorzustellen und die wesentlichen Inhalte des Kurses anzusprechen.

Warum ausgerechnet ein gemeinsamer Lehrgang mit zivilen Führungskräften? Ganz einfach: Um das gegenseitige Verständnis zu wichtigen Fragen des Verhaltens von zivilen und militärischen Führungskräften - nicht nur in der Bundeswehr - weiterentwickeln und verbessern zu können. Beide Parteien zeigen unterschiedliche Herangehensweisen zur Führung einer Gruppe, umso besser, dass der Erfahrungsaustausch als Gruppenarbeit stattfindet. „Das Ziel dieser Fortbildung ist eine Vernetzung der Teilnehmer untereinander. Mit der Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit verbindet uns inzwischen eine gelebte Kooperation und reger Austausch“, berichtet der Programmleiter des dreitätigen Workshops, Oberstleutnant Felix Heymann.

Bauchgefühl oder Kopfentscheidung?

Jeden Tag stellt sich der Mensch neuen Herausforderungen. Treffen wir Entscheidungen spontan oder rational? Und vor allem, welche Form ist in welcher Situation die Bessere?

Aufbauend auf den Impulsvorträgen am ersten Tag, erfolgt die Simulation mit Hilfe des Spiels „Die Säulen der Erde“. Das Gesellschaftsspiel, welches von Michael Rieneck und Stefan Stadler entworfen und 2006 erschienen ist, greift die Thematik des gleichnamigen Romans von Ken Follett auf. Die Spieler beteiligen sich am Bau einer mittelalterlichen Kathedrale. Gespielt werden kann mit zwei bis vier Spielern, eine Partie dauert etwa 90 bis 120
Minuten.

Beraten und gemeinschaftliches Planen einerseits sowie situatives individuelles Handeln andererseits konfrontiert die Teilnehmer mit der Frage, wie rationales Vorbereiten und intuitives Handeln in ungewissen Entwicklungen unsere Entscheidungen bestimmen.

Funkeln in den Augen der Spieler – Begeisterung und Hingabe zeigen sich durch
ehrgeizige und strategische Spielweise und bringen beim Lehrgangsteilnehmer für den Moment quasi kindliche Raffinesse zum Vorschein. Die Spielzüge müssen
gewinn bringen und gut durchdacht sein. Ein geistiger Sport, der nicht nur Spaß
macht, sondern auch eine effiziente Lernmethode ist.

„Open Space“ - Vier Regeln, zwei Entscheidungen und ein Gesetz

„Sind Sie eine Hummel, oder doch lieber ein Schmetterling?“, beendete Oberstleutnant Felix Heymann am Vormittag des dritten Tages, seine Präsentation der Konferenzmethode. Um das zu verstehen, müssen wir zunächst an den Anfang der Präsentation springen. Nach der Simulation am vorherigen Tag, standen Fragen und Anregungen immer noch im Mittelpunkt der Tagung. Deswegen fand, als Programmplan der Dozenten, ein Gedankenaustauch, in Form eines „Open Space“ statt.

Dieser Kommunikationsaustausch bringt unter anderem, dass unerwartete und innovative Lösungsvorschläge sich entwickeln können, die Gruppen voneinander lernen und der Gemeinschaftsgeist sich über jegliche Grenzen hinweg bindet.

Wenn Sie also auch so eine Konferenzmethode durchführen möchten, benötigt es eine gewisse Struktur. Oberstleutnant Heymann verwendet, passend zum Programm, ein für jeden zu verstehendes Konzept:  

Vier Regeln

1. Wer auch immer kommt, es ist der/die Richtige!
2. Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, was geschehen konnte und ist o.k.!
3. Es beginnt, wenn es beginnt!
4. Vorbei ist vorbei! Nicht vorbei ist Nicht-Vorbei!

Zusammenfassend ist es leicht zu erklären: Es sind nie zu wenig Personen anwesendoder gar die Falschen, finden von Ideen ist frei zu gestalten, der Zeitpunkt zum Auszutauschen von Erfahrungen ist gegenwärtig und es ist unproduktiv, über einen Kerngedanken zu diskutieren, wenn inhaltliche Punkte bereits erschöpft sind.

Entscheidung: Hummel oder Schmetterling?

Hummel: Diese Person „fliegt“ von Gruppe zu Gruppe, um aktiv am Informationsaustausch teil zu nehmen. Sie bringt dort neue Ideen ein, „staubt“ neue ab und trägt sie in die nächste Gruppe ein. Schmetterling: Diese Person verbringt die meiste Zeit in stillen Ecken und sorgt für eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Durch seine gelassene Ausstrahlung zieht er andere Teilnehmer an und es ergeben sich hier oft sehr fruchtbare Gespräche.

Ein Gesetz: „Das Gesetz der zwei Füße“

Desinteresse und Langeweile stören nur unnötig die Gruppenarbeit. Merkt der Teilnehmer, dass er nichts Produktives mehr beitragen kann, sollte er seine beiden Füße benutzen, um eine andere Gruppe zu finden, wo er eher von Nutzen sein kann. Während seiner Wanderschaft entscheidet sich, ob die Person eine Hummel oder ein Schmetterling sein will.

Bevor das Open Space losging, haben einige der Anwesenden ihre Fragen und Themen, die sie für Diskussionswürdig empfanden aufgeschrieben, kurz erläutert und an ein Zeit-Ort-Raster angeheftet. So konnten die Personen sofort entscheiden an welchem Gruppengespräch sie sich beteiligen möchten.

Anschließend gab es ein Gespräch zu den Ergebnissen der dreitägigen Fortbildung. Für viele war es ein informativer und zugleich geistreicher Gedankenaustausch.

Feed Back?

Das Commander’s Intent erfreut sich nicht ohne Grund einer sehr großen Beliebtheit und findet deswegen auch jedes Jahr zur selben Zeit statt. Die Dozenten bemühen sich, unter jeweils anderem Thema ein individuelles und anregendes Forum zu schaffen, das zusammenführt und zum Perspektivenwechsel einlädt. Für die Beteiligten ist es eine frische Abwechslung, auch mal die Meinung anderer Führungskräfte zu beleuchten und für sich selbst etwas mitzunehmen.

 

Autor: LGAN; Fotograf: FüAkBw

Hamburg, 27.04.2016

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Besuch der Delegation bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der OSZE in Wien.

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Austausch von Gastgeschenken im polnischen Verteidigungsausschuss.

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Die Delegation der FüAkBw mit Vertretern des Garnisonskommandos Warschau vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten.

Im Rahmen der NATO-EU-Reise nach Wien und Warschau hatte die Delegation unter Leitung von Oberst i.G. Fritsch das Privileg, sich mit einer sehr breiten Vielfalt an aktuellen sicherheitspolitischen Themen zu befassen, sowie den Austausch mit Vertretern von internationalen Organisationen und nationalen Einrichtungen der Gastländer zu suchen.

In Wien wurden die 14 Reiseteilnehmer durch die deutsche Botschaft in die traditionell sehr guten deutsch-österreichischen Beziehungen eingewiesen. Zusätzlich wurden die Grundzüge der österreichischen Außen- und Sicherheitspolitik erläutert, die ständig einen Ausgleich zwischen dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der immerwährenden Neutralität und einem starken Engagement im Rahmen der EU-Mitgliedschaft finden muss. Weiterhin erläuterte Botschafter Eberhard Pohl, Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der OSZE in Wien, die Agenda des diesjährigen deutschen OSZE-Vorsitzes sowie die Herausforderung, insbesondere Russland zu einem aktiven Engagement in den OSZE-Gremien zu bewegen.

Ein weiterer Programmpunkt in Wien war die Begegnung mit Vertretern der österreichischen Landesverteidigungsakademie, vertreten durch Oberst d.G. Krasser, Kommandant des 21. Generalstabslehrgangs an der LVAk. Neben den Grundsätzen der aktuellen österreichischen Generalstabsausbildung wurden unter anderem die bevorstehende Umstrukturierung der LVAk zu einer Militärhochschule sowie der gründliche und umfangreiche Auswahlprozess für die Teilnahme an der dreijährigen Generalstabsausbildung in Österreich erörtert. Daneben diente die LVAk als Gastgeber für einen Vortrag durch Oberst d.G. Fronek, Leiter des Büros für Sicherheitspolitik im Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport, zum Thema „Schwerpunkte und aktuelle Entwicklungen der österreichischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik“. Seine Analyse machte deutlich, das aus österreichischer Sicht angesichts sich verschärfender Konflikte in der europäischen Nachbarschaft die Fähigkeit der EU zu einem solidarischen sicherheitspolitischen Handeln schwindet. Dieser Entwicklung möchte Österreich mit einem verstärkten eigenen Engagement – vornehmlich auf dem Balkan – sowie durch eine Stärkung der europäischen Resilienz begegnen.

Der Besuch der UNO-City in Wien, eingeleitet durch ein Gespräch mit dem Ständigen Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen in Wien und vertieft durch Grundsatzvorträge durch Mitarbeiter der Internationalen Atomenergie-Organisation und des United Nations Office on Drugs an Crime, rundete das Verständnis der Delegation für die internationale Bedeutung der österreichischen Hauptstadt ab.

Die Weiterreise der Delegation nach Warschau war von den Eindrücken der deutsch-polnischen Geschichte einerseits und der partnerschaftlichen Bewältigung aktueller Herausforderungen andererseits geprägt. Eine erste Begegnung zwischen der Delegation der FüAkBw und Angehörigen der polnischen Streitkräfte ergab sich im Rahmen eines von der deutschen Botschaft in Warschau ausgerichteten ALUMNI-Treffens. Gastreden durch Generalleutnant Bühler, AL Planung im BMVg, sowie Herrn Pawel Pietrzak, AL im polnischen Büro für Nationale Sicherheit, lieferten den thematischen Hintergrund für den Abend.

Beim Besuch der polnischen Akademie für Nationale Verteidigung erhielten die Delegationsteilnehmer einen umfassenden Einblick in die Ausbildung von Führungskräften der polnischen Streitkräfte, die im Rahmen einer umfassenden Akademisierung auch zunehmend zivilen Studenten in Teilen zugänglich gemacht wird.

Ein Höhepunkt während des Besuchs in Warschau war die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Herrn Michał Jach, Vorsitzender des polnischen Verteidigungsausschuss, in den Räumlichkeiten des Sejm. In dem sehr offenen Gespräch wurde vor allem die polnische Perzeption einer Bedrohung der östlichen NATO-Grenze durch Russland und die Erwartung an ein verstärktes Engagement der NATO auf dem Gebiet ihrer östlichen Bündnismitglieder deutlich.

 

Während des folgenden Besuchs des Generalkommandos der polnischen Streitkräfte wurde der Delegation gezeigt, mittels welcher Maßnahmen in den Bereichen Organisation, Rüstung und Ausbildung die polnischen Streitkräfte ihren Beitrag zu einer Erhöhung der Einsatzbereitschaft leisten. Insbesondere das Konzept des Generalkommandos an sich, welches die Kommandos der Teilstreitkräfte unter dem Dach eines Truppenstellerkommandos zusammenfasst, stieß auf großes Interesse der Lehrgangsteilnehmer.

Ein abschließendes Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit und Anerkennung war eine Kranzniederlegung am Grabmal des unbekannten Soldaten im Zentrum Warschaus. Begleitet durch eine Ehrenabordnung des Warschauer Garnisonskommandos erwies die Delegation der Führungsakademie der Bundeswehr den in vergangenen Konflikten Gefallenen der polnischen Streitkräfte die Ehre.  

Insgesamt beeindruckten die Teilreisen nach Wien und Warschau nicht nur durch ihre sicherheitspolitische Aktualität, sondern auch durch das in beiden Ländern deutlich gewordene Bedürfnis nach stabilen Beziehungen zu Deutschland. Sowohl die Vertreter aus Polen wie auch Österreich haben deutlich gemacht, dass eine außen- und sicherheitspolitische Stabilität in den jeweiligen Ländern nur vor dem Hintergrund fester Beziehungen zum Nachbarland Deutschland herzustellen ist. 

 

 

 

Autor: Eggo Rettmer

Hamburg, 21.04.2016

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Generalleutnant a.D. Jürgen Bornemann und Generalmajor Rafael Sanchez Ortega beim Gästebucheintrag der ESFAS

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Generalmajor Rafael Sanchez Ortega und die Teilnehmer des Seminars „Internationale Höhere Führung 2016“ in der Halle der spanischen Führungsakademie

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Portal der spanischen Führungsakademie CESEDEN

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Palacio Real, Madrid

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Thronsaal im Palacio Real

Der Wahlspruch „Vereinigte Tapferkeit ist stärker!“ unterstreicht einen zentralen Ansatz spanischen Politikverständnisses: Sicherheitspolitik ist nur multilateral und im Verbund möglich. Und Bedrohungen der europäischen Sicherheit entstehen auch an der südlichen Peripherie Europas.

Eine dschihadistische Wolke über Nordafrika

Am letzten Tag besuchen die Teilnehmer das Institut für Strategische Studien. Dieses Institut ist Bestandteil des spanischen Pendants zur deutschen Führungsakademie der Bundeswehr, dem Centro Superior de Estudios de Defensa Nacional (CESEDEN) und der Escuela Superior de las Fuerzas Armadas (ESFAS).
„Wir blicken mit Sorge auf die Entwicklung im westlichen Mittelmeerraum, in Nordafrika“, leitet Generalmajor Rafael Sanchez Ortega, Kommandeur der ESFAS, einen Parforceritt durch die aktuelle Entwicklung in den nordafrikanischen Staaten ein.

Spanien hat ein großes Interesse an stabilen, staatlichen Strukturen in Nordafrika. Zum einen liegt Spanien in direkter Nachbarschaft zu Nordafrika. Zum anderen leiten die nordafrikanischen Staaten, insbesondere Algerien, 60% des spanischen Erdgasbedarfs weiter.
Marokko wird als ein guter und stabiler Partner, auch im Kampf gegen den Terror, bezeichnet. Algerien ist ebenfalls ein verlässlicher Partner bei Antiterror-Maßnahmen.
Sorge bereitet insbesondere die Entwicklung in Libyen. In direkter Nähe zu Spanien kann dort ein unkontrollierter Rückzugsraum für Kämpfer des Islamischen Staates entstehen.
„Die Sahelzone oder Libyen können das nächste Operationsgebiet westlicher Streitkräfte sein“, sagt einer der Referenten. „Wo sieht Spanien denn die Unterschiede zwischen Risiken im östlichen Raum der NATO und Risiken an der südwestlichen Grenze“, fragen Seminarteilnehmer.

Kurz und knapp antwortet Generalmajor Sanchez Ortega: „Mit Putin kann man verhandeln. Mit Terroristen des Islamischen Staates nicht!“
Damit endet auch der offizielle Teil des Besuchsprogramms

22 Zimmer sind nur der Anfang – zu Besuch im Palacio Real

Vor dem Rückflug besichtigen die Teilnehmer des Lehrgangs „Internationale Höhere Führung 2016“ noch den Königspalast, offizieller Dienstsitz des Oberbefehlshabers der spanischen Streitkräfte, König Felipe VI.
Der gewaltige Prachtbau beeindruckt.  Als Manifestation absoluter Macht ersetzte dieses ein 1734 niedergebranntes, maurisches Burgschloss. Beauftragt durch König Philipp V, wurde es unter seinem Nachfolger, Karl III, 1764 fertiggestellt. Das Madrider Stadtschloss beherbergt rund 2.800 Räume.
Der Öffentlichkeit und damit auch den Lehrgangsteilnehmern stehen während der Führung jedoch nur die 22, dafür umso prächtigeren Räume für repräsentative Zwecke offen.

Ein wichtiger Besuch und ein Füllhorn neuer Erkenntnisse und Einsichten

In den Vorjahren besuchten die Teilnehmer des Seminars „Internationale Höhere Führung“ Paris. In diesem Jahr wagt man sich auf Neuland mit dem Besuch in Spanien.
„Es war richtig, hierherzukommen“, sagt Generalleutnant a. D. Bornemann, „das war ein gutes Signal für das Interesse an der spanischen Sicherheitspolitik.“ „Insbesondere die Wahrnehmung durch hochrangige Vertreter der spanischen Streitkräfte zeigt die Wertschätzung unserer Gastgeber für diesen erstmaligen Besuch“, ergänzt Kapitän zur See Gutow.
„Ich wusste nicht, wie stark sich Spanien in EU und NATO engagiert“, stellt der britische Oberst David Moreton fest. „Für mich sind dieser Besuch und das Seminar als Ganzes eine gute Vorbereitung auf zukünftigen Aufgaben im Attaché-Dienst.“
„Spanien hat mit dem Blick auf Nordafrika definitiv eine andere Sichtweise auf europäische Sicherheitspolitik als nord- oder osteuropäische Nachbarn“, sagt Oberst Preußner. Besonders beeindruckt die Aussage, es ginge in der NATO und EU darum, gemeinsame Werte zu erhalten.

Quintessenz

Der Aufenthalt in Spanien ermöglichte den Seminarteilnehmern einen wichtigen Perspektivenwechsel.
Sicherheit lässt sich aus spanischer Sicht nur multilateral im Verbund internationaler Organisationen wie den Vereinten Nationen, der NATO und der Europäischen Union erreichen. Neben Entwicklungen im östlichen Europa oder im Nahen Osten bedroht auch die Entwicklung in Nordafrika, insbesondere in Libyen, die Sicherheit Spaniens und Europas.
Die Europäische Union und die NATO sind für Spanien eine Gemeinschaft gemeinsamer Werte.

„Virtus unita fortior!“ läßt sich deshalb auch im übertragenen Sinn übersetzen mit „Gemeinsame Werte und Tugenden machen uns stärker!“

 

 

Autor: Eggo Rettmer

Hamburg, 19.04.2016

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Vor dem spanischen Verteidigungsministerium

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Ein herzliches Willkommen für die deutsche Delegation

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Artikel 8 der spanischen Verfassung von 1978

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Spanische Sicherheitspolitik im Verbund

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Oberst Stefan Schmid-Schickhardt, Oberstleutnant Rafael Matos Villarino, Oberst i.G. Bernd Albers und Fregattenkapitän Jörg-Michael Horn

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Brigadegeneral Carlos de Salas und Norbert Blumenthal, Direktor im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)

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Der deutsche Botschafter in Spanien, Peter Tempel

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Ein volles Programm für den Besuch in Madrid

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Oberstleutnant Rafael Matos Villarino und Kapitän zur See Joachim Gutow

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Brigadegeneral Carlos de Salas

Der Wahlspruch „Vereinigte Tapferkeit ist stärker!“ unterstreicht einen zentralen Ansatz spanischen Politikverständnisses: Sicherheitspolitik ist nur multilateral und im Verbund möglich. Und Bedrohungen der europäischen Sicherheit entstehen auch an der südlichen Peripherie Europas.

Die südeuropäische Sicht auf aktuelle, sicherheitspolitische Entwicklungen steht im Mittelpunkt einer dreitägigen Exkursion der Führungsakademie der Bundeswehr aus Hamburg. 25 Teilnehmer des Seminars „Internationale Höhere Führung 2016“ besuchen vom 12. bis zum 14. April 2016 die spanische Hauptstadt.

„Ich bin gespannt auf die südeuropäische Perspektive der Sicherheitspolitik und ihre Auswirkungen auf das Bündnis“, sagt Generalleutnant außer Dienst (a.D.) Jürgen Bornemann, Senior Mentor des Seminars. „Der Besuch vor Ort erlaubt einen sehr viel direkteren Zugang“, ergänzt Oberstarzt Angelika Niggemeier-Groben, eine der Teilnehmerinnen.

Gut vorbereitet

Noch vor dem Abflug gibt der spanische Verteidigungsattaché in Deutschland, Oberst im Generalstabsdienst (i.G.) Saz Diaz, einen ersten Überblick über Spanien.

Spanien, eine parlamentarische, konstitutionelle Monarchie, ist das fünftgrößte Mitgliedsland der Europäischen Union (EU), gemessen an der Bevölkerungszahl von rund 46 Millionen Einwohnern und am Bruttoinlandsprodukt von gut 1.000 Milliarden Euro (Stand 2014). Spanien ist seit 1982 Mitglied der NATO und zum 1. Januar 1986 der Europäischen Union.

Die Grundlagen für die spanischen Streitkräfte bilden die spanische Verfassung von 1978, das Gesetz zur Nationalen Verteidigung von 2005, die Nationale Sicherheitsstrategie von 2013 und das Gesetz zur Nationalen Sicherheit von 2015. Die Wehrpflicht wurde 2001 abgeschafft. Oberbefehlshaber der aktuell rund 122.000 Soldaten starken Berufsarmee ist der spanische König Felipe VI.

Spanische Sicherheitspolitik findet im europäisch-atlantischen Verbund statt. Neben Europa und dem iberoamerikanischen Raum liegt ein weiterer Schwerpunkt auch auf dem westlichen Mittelmeer und Nordafrika.

„Ich bin gespannt, wie sich die spanische Sicht auf zukünftige NATO-Aufgaben von der Perspektive östlicher NATO-Partner unterscheidet“, sagt Oberst i.G. Uwe Preußner vom Kommando Heer in Strausberg vor dem Abflug.

Ein diplomatisches Zeichen

„Dieses Land hat es verdient, genauer betrachtet zu werden“, kündigt der deutsche Verteidigungsattaché in Spanien, Oberst im Generalstabsdienst (i.G.) Bernd Albers, an, als die deutsche Delegation in Madrid ankommt. Er ergänzt: „Ihr Besuch stößt hier auf eine hohe Aufmerksamkeit und eine große Wertschätzung.“

Entsprechend hochrangig nehmen die spanischen Gastgeber die Delegation der Führungsakademie der Bundeswehr wahr. Die Dienstgrade der Gastgeber drücken die Wertschätzung aus:

Es sind vor allem Generale und Admirale, die über unterschiedliche Aspekte spanischer Sicherheitspolitik informieren werden.

Spanien im Umbruch

„Spanien ist ein sehr viel kompliziertes Land, als wir uns das vorstellen“, begrüßt der deutsche Botschafter in Madrid, Peter Tempel, die deutschen Gäste.

Seit 2008 kämpft auch Spanien mit den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Die Pläne Kataloniens, sich von Spanien abzuspalten, gefährden die nationale Einheit Spaniens.

„Spanien ist auf dem Weg aus, aber noch nicht aus der Krise“, fasst Dr. Heinrich Kreft, Gesandter und stellvertretender Leiter der Deutschen Botschaft, die aktuelle wirtschaftliche Situation zusammen.

„Spanien versteht sich als ´europeista´“, sagt die stellvertretende Leiterin der Abteilung Politik und  Protokoll an der Deutschen Botschaft, Beate Hoppe. Auch die 2014 entstandene Podemos-Bewegung sei pro-europäisch.

Spanien ist ein Land an der Außengrenze der Europäischen Union. „Trotz der exponierten Lage in direkter Nachbarschaft zu den Staaten Nordafrikas hat Spanien im Gegensatz zu anderen (Grenz-) Ländern der EU kein Migrations- oder Flüchtlingsproblem“, führt Frau Hoppe weiter aus.

Bilaterale Abkommen zur Rücknahme von Flüchtlingen zum Beispiel mit Marokko oder Mauretanien, Austausch von Informationen und gemeinsame Operationen der Küstenwache haben dieses ermöglicht. Zusätzlich setzt Spanien auf wirtschafts- und entwicklungspolitische Maßnahmen in dieser Region.

Die politische Landschaft in Spanien befindet sich im Umbruch. Waren es viele Jahre nur zwei Parteien, die die Politik bestimmten, entsteht insbesondere durch Podemos eine Mehr-Parteien-Landschaft. Die Parlamentswahl 2015 zeigt Die Folgen dieses Wandels deutlich:

Bislang haben sich die Parteien noch auf keine neue Regierung geeinigt. Die geschäftsführende Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy führt Spanien nur so lange, bis entweder eine neue Regierung gebildet oder neu gewählt wird.

Die Nationale Sicherheitsstrategie von 2013 als Leitlinie spanischer Sicherheitspolitik

„Diese Unsicherheit erschwert aktuell das außen- und sicherheitspolitische Handeln Spaniens“, sagt  Oberst i.G. Albers und leitet zur spanischen Nationalen Sicherheitsstrategie von 2013 über.

Diese definiert zwölf Grundrisiken und Bedrohungen für die Sicherheit Spaniens, unter anderem klassische, bewaffnete Konflikte, Terrorismus, Cyber-Kriminalität und -Terrorismus, die organisierte Kriminalität oder – unkontrollierbare - Migrations- und Flüchtlingsströme

Daraus leitet die Nationale Sicherheitsstrategie entsprechende, zwölf Handlungsfelder ab. Damit möchte sie diesen Risiken und Bedrohungen im Verbund mit anderen Staaten begegnen. So beteiligt sich Spanien regelmäßig an vielen Missionen der Vereinten Nationen, der NATO oder der Europäischen Union.

„Spanien ist das Land im Süden Europas, das uns wirtschaftlich, politisch am nächsten steht“, fasst Dr. Kreft den offiziellen Teil des ersten Tags in Madrid zusammen.

Wertegemeinschaft EU und NATO – United we stand

Am nächsten Morgen besuchen die Seminarteilnehmer das spanische Verteidigungsministerium. Admiral Juan Martinez Nunez, Sicherheitspolitischer Direktor im Ministerium, begrüßt die Gruppe und bringt das spanische Verständnis von NATO und EU auf den Punkt: „Wir sind eine Gemeinschaft gleicher Werte, der wir uns verpflichten und für die wir uns engagieren.“

Was denn die größte Herausforderung für diese Gemeinschaft aus spanischer Sicht sei, fragte Kapitän zur See Joachim Gutow, Leiter des Seminars „Internationale Höhere Führung 2016“.

„Die größte Herausforderung ist nicht, was andere unserer Gemeinschaft antun könnten. Unsere größte Herausforderung ist es, zusammenzubleiben, als Wertegemeinschaft nicht auseinanderzubrechen“, sagte Admiral Martinez Nunez.

Im Fokus - Eine neue Linie der Instabilität entlang der Sahelzone

„Wir betrachten die Entwicklung an der südlichen Peripherie Europas als zunehmende Bedrohung“, ergänzte Oberst Antonio Romero Losada, stellvertretender Direktor für Planung und Internationale Beziehungen. Anschließend gibt er einen kurzen Überblick über weitere, möglichen Bedrohungen für die NATO und die EU.

Diesen Bedrohungen ließe sich nur gemeinschaftlich zum Beispiel im Verbund von NATO und EU begegnen, sagt Oberst Losada. Entsprechend engagiert sich Spanien in diesen Organisationen.

Spanien ist der fünftgrößte Truppensteller bei NATO- und der zweitgrößte Truppensteller bei EU-geführten Operationen.

Spanien sei überzeugt, dass die EU neben der NATO eigenständige und dauerhafte Kommandostrukturen bräuchte, um auch autonom handeln zu können. Und die Sicherheit Europas und der EU sei nur mit einer 360-Grad-Perspektive zu erfassen. Risiken und Zonen zunehmender Instabilität  lägen nicht nur im östlichen Europa oder im Nahen Osten, sondern auch und zunehmend im Norden Afrikas.

Rüstungspolitik und -industrie

„Wir setzen auf und unterstützen unsere nationale Rüstungsindustrie“, sagt Brigadegeneral Carlos de Salas, Direktor der Rüstungsabteilung im Ministerium, und fasst anschließend Zahlen der spanischen Rüstungsindustrie zusammen.

Mehr als 22.000 Mitarbeiter sind direkt und weitere 50.000 indirekt in den mehr als 700 Unternehmen der spanischen Rüstungsindustrie beschäftigt.  Die gesamte Branche hat einen jährlichen Umsatz von sieben Milliarden Euro. Mehr als 55% der Produktion wird exportiert.

Spanien ist in diversen multinationalen Rüstungsprogrammen wie zum Beispiel beim Eurofighter oder Militär-Airbus A400M oder in den Satelliten-Programmen PLEIADES oder HELIOS beteiligt.

Aktuell mehr als 2.080 Soldaten im Einsatz

Major Aquilino Doniz und Oberstleutnant Luis Gonzalesasenjo erläutern anschließend die Struktur der spanischen Streitkräfte.

Ob es denn aktuell Nachwuchssorgen gäbe, fragt einer der deutschen Teilnehmer. „Aufgrund der Wirtschaftskrise können die Streitkräfte aus einer Vielzahl qualifizierter Bewerber auswählen“, antwortete Major Doniz. So steckt in jeder Krise auch eine Chance.

Aktuell nehmen 2.080 spanische Soldaten an mehr als 15 nationalen und multinationalen Einsätzen teil. Jeder Einsatz ist vorher durch die Regierung zu beschließen und durch das Parlament zu genehmigen.

So bilden zum Beispiel rund 310 Soldaten im Rahmen der Koalition gegen den Islamischen Staat Angehörige der irakischen Streitkräfte aus. Mehr als 160 Soldaten beteiligen sich an den NATO Missionen ACTIVE FENCE in der Türkei und beim Baltic Air Policing.

Spanien stellt mehr als 600 Soldaten bei den EU-geführten Missionen wie in Somalia, am Horn von Afrika oder im Mittelmeer. Mehr als 500 Soldaten unterstützen UNIFIL, die rund 15.000 Mann starke Friedenstruppe der Vereinten Nationen im Libanon.

Insgesamt sind 170 spanische Soldaten bislang in Auslandseinsätzen ums Leben gekommen.

Virtuelles „Schlachtfeld“ Cyberraum

Nach einer kurzen Pause informiert Generalmajor Carlos de Medina, Kommandeur des Joint Cyber Command, über die Bedrohungen aus dem oder des Cyberraums.

Das deutsche Bundesministerium des Inneren definiert den Cyberraum als „alle durch das Internet über territoriale Grenzen hinweg weltweit erreichbaren Informationsstrukturen“ (Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland, 2011). Diese Informationsstrukturen sind mit geringen Kosten und geringem Risiko durch Dritte angreifbar und in ihrer Funktion – erheblich – störbar.

Immer mehr Bereich des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens bauen auf funktionierende Informationsstrukturen auf.

Spanien baut eigene, spezialisierte Strukturen in der Verwaltung, kritischen Infrastruktureinrichtungen und dem Militär auf, um die „Cyber-Sicherheit“ durch vorbeugende, aufklärende oder abwehrende Maßnahmen zu sichern. In den spanischen Streitkräften steht an oberster Stelle das Joint Cyber Command.

Interessiert fragen Seminarteilnehmer Generalmajor de Medina, wie die spanischen Streitkräfte den „Krieg um die Köpfe“ bei der Personalgewinnung im Wettbewerb mit der IT-Branche führten.

„Gott sei Dank gibt es auch noch genügend gut qualifizierte Menschen, die neben finanziellen auch noch ideelle Anreize schätzen!“, antwortet der General und ergänzt: „Hier können Menschen Einblicke und Zugänge zu ´Cyber-Schauplätzen´ erhalten, die deutlich faszinierender sind als in der freien Wirtschaft.“

Terror – vom der inneren Angelegenheit zur nationalen Bedrohung

Die ETA (Euskadi Ta Askatasuna, übersetzt „Baskenland und Freiheit“) war über 50 Jahre das Synonym für Terror in Spanien. 2011 legten die Kämpfer der ETA die Waffen nieder und verzichteten auf weitere Gewaltanwendung.

Dennoch ist Terror weiterhin auch in Spanien präsent. Am 11. März 2004 verübten islamistische Terroristen die schwersten Terroranschläge in der Geschichte Spaniens. Als Folge gründeten die spanischen Sicherheitsbehörden ein eigenes Zentrum zur Terrorismusbekämpfung.

Das Zentrum des Nachrichtendienstes gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität (CITCO) ist dem Innenministerium unterstellt.  Das CITCO führt polizeiliche und nachrichtendienstliche Erkenntnisse zusammen und stimmt das weitere Vorgehen zwischen Nachrichtendienst und Polizei ab.

Dort informieren sich die Lehrgangsteilnehmer aus erster Hand über die Strategie, mit der Spanien aktuell gegen den Terrorismus und die organisierte Kriminalität vorgeht.

 

 

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 13.04.2016

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Anerkennung für Eigeninitiative und Engagement

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Leistungsbereitschaft schafft positiven Eindruck

An der Führungsakademie der Bundeswehr steht das Thema „Flüchtlinge“ seit einiger Zeit auf der Agenda. Generalmajor und Kommandeur der Führungsakademie Achim Lidsba lud  nun die engagierten Helferinnen und Helfer zu einem Gespräch in das Kommandeurbüro ein.

Begeisterung und tiefster Respekt spiegelten sich in den Worten des Kommandeurs der Führungsakademie, als dieser in die strahlenden Gesichter derjenigen Kameradinnen und Kameraden blickte, die nun seit dem Beginn der Flüchtlingskrise viel bewegt haben. Generalmajor Achim Lidsba war beeindruckt von der Unterstützung und wünscht sich, dass die unermüdlichen Helfer weiterhin als Bindeglied der Gesellschaft zu den Flüchtlingen fungieren.

Spannende Perspektive

Die ehrenamtlichen Helfer zeigten sich sehr dankbar gegenüber dem Kommandeur. Dieser lud sie nämlich am 7. April 2016 ins Stabsgebäude der Clausewitz-Kaserne ein, um sich mit Kaffee, Kuchen und herzlichen Worten für das Engagement in den vergangenen Wochen und Monaten zu bedanken. Der Austausch ist auch für den Kommandeur von besonderem Wert. Themen, wie zum Beispiel die Integration in die deutsche Gesellschaft, Möglichkeiten zur Förderung der deutschen Sprache für Kinder und natürlich auch für die Eltern konnten in der kleinen Runde ausführlich diskutiert werden.

Ideen die helfen

Natürlich gibt es auch Verbesserungsvorschläge zur Förderung der Integration von Flüchtlingen. Hauptmann Vanessa Feldmann, die ebenfalls an der Flüchtlingshilfe beteiligt ist, wünscht sich zum Beispiel, dass die Menschen nicht nur gesellschaftlich, sondern auch kulturell gefördert werden, um die deutsche Kultur auf dieser Grundlage dann besser verstehen zu können. Ein klares Ziel, doch die Umsetzung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn bisweilen funktioniert die Kommunikation nur mit „Armen und Beinen“.

Auch wenn die Flüchtlinge schon deutliche Fortschritte erzielen und die deutsche Sprache zielstrebig und kontinuierlich erlernen, wird es noch etwas dauern, bis die Helfer auch gesellschaftliche Werte vermitteln können.

Aber es gibt ja noch den Sport, und der spricht schließlich eine gemeinsame Sprache.  Deswegen blicken Generalmajor Achim Lidsba und die zahlreichen Helfer optimistisch in die Zukunft.



 

 

Autor: Jan-Patrique Ellermann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 13.04.2016

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Diesen Anruf konnte man auf der eigentlich so stillen Führungsakademie der Bundeswehr letzte Woche Mittwoch und Donnerstag des Öfteren laut vernehmen.

Die militärische Wache überprüfte innerhalb der Kaserne zwei verdächtige Personen, die sich auf Nachfrage nicht ausweisen konnten.
Kein Ernstfall, sondern ein wichtiger Ausbildungsabschnitt für Soldatinnen und Soldaten während der Wachausbildung an der Führungsakademie. Zwei Tage dauert der Ausbildungsabschnitt, bei dem junge und diensterfahrene Soldatinnen und Soldaten gemeinsam ausgebildet werden. Zukünftig sollen sie dann den Wachdienst in der Kaserne verrichten.

Alles nur Übung

Streife laufen, Personen ansprechen, Gefahren erkennen, ungewöhnliche Situationen einschätzen und das unmittelbaren Zwang-Gesetzes der Bundeswehr richtig anwenden sind nur wenige Ausbildungsinhalte, die Oberfeldwebel Reza Wafi den Teilnehmern näherbrachte.

Das große Highlight war die Abschlussübung, in der alle Soldatinnen und Soldaten der Gruppe ihr erlerntes Können unter Beweis stellen mussten. Sehr kreativ waren die Lagendarsteller, die in der Übung als Schauspieler agieren und die Lehrgangsteilnehmer zum Schwitzen, aber auch zum Lachen brachten. Denn singende Personen sind sonst eher selten auf dem Kampus anzutreffen.

Checkpoint FüAkBw

Höchste Konzentration war im Bereich Checkpoint für KFZ- und Personenkontrolle gefordert. Hier hatte jeder reichlich zu tun um die herausfordernden Situationen abzuarbeiten.

Wie reagiere der Chekpointführer auf einen murrenden Lagendarsteller, der sich einer KFZ Kontrolle unterziehen musste?

„Es ist für Ihre eigene und unsere Sicherheit.“

.

 

Autor: Sebastian Becker/ Jan Hoffmann

Hamburg, 17.03.2016

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Ressortübergreifender Ansatz – Seminarteilnehmer AA, BMVg und BMZ

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Workshop zu Instrumenten des BMVg

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Das „BMVg“ steht „aufrecht“ hinter einem ressortübergreifenden Ansatz in der Steuerungsgruppe

„Fragile Staatlichkeit“ war vom 14. bis 16. März 2016 das Thema für die künftigen Attachés des Auswärtigen Amtes (AA), eine kleine Delegation des LGAN 2014 und den Nachwuchs des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Unter wissenschaftlicher Betreuung der Sonderforschungsgruppe des AA analysierten sie an deren Akademie in Berlin in sechs Arbeitsgruppen die Hintergründe und Folgen von Fragilität für die Länderbeispiele Kolumbien, Somalia, Irak, Nepal, Mali und Südsudan. Aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmer wurde schnell deutlich, dass die Herausforderung nur mit einer gemeinsamen Strategie erreicht werden würde. Ein vorgestelltes Modell zur "logischen Deduktion strategischen Handelns" sollte sich hierfür als besonders wertvoll erweisen.

Ausgehend von der Kernfrage, was Deutschland im entsprechenden Land erreichen wolle, wurde die Brücke zu möglichen deutschen Beiträgen geschlagen und ressortspezifische Handlungsoptionen untersucht.

Hierzu stellten das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), das AA und das BMZ in Workshops eigene Fähigkeiten und Instrumente zur Unterstützung fragiler Staaten vor, welche sich wie passende Puzzleteile zu ressortübergreifenden Ansätzen zusammenfügten.

Nach hitzigen Diskussionen zur Ertüchtigung von Sicherheitskräften, dem Ausbau von Straßen und der Stärkung von Landwirtschaft standen auch die Auswirkungen auf Konfliktparteien sowie die Zukunft der untersuchten Länder im Licht der Betrachtung. Nach nur zwei Tagen war es den Arbeitsgruppen eindrucksvoll gelungen, eine komplexe Ländersituation eingehend zu analysieren, Schwerpunkte herauszustellen und erste Ansatzpunkte im Vollplenum zur Bewältigung von fragiler Staatlichkeit vorzustellen.

Aufbauend auf die gemeinsamen Erfahrungen aus dem politisch-strategischen Planspiel AURIGA an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wurde die Ausbildungskooperation zwischen dem 70. Attachélehrgang und dem LGAN 2014 im ressortgemeinsamen Ansatz zur Krisenbewältigung substanziell fortgesetzt. Eine angehende Diplomatin schlussfolgerte: „Die Erfahrungen in Hamburg und Berlin mit dem LGAN 2014 waren sehr wertvoll. Der persönliche Austausch kann niemals durch ein Studium von Konzeptpapieren ersetzt werden!“

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung stand am letzten Seminartag die Funktion der neu geschaffenen Steuerungsgruppe im Mutterhaus des AA im Fokus. Die Steuerungsgruppe übernimmt die hausinterne und ressortübergreifende Koordination von Krisen auf Ebene der Abteilungsleiter und erarbeitet gemeinsame Bewertungen und Handlungsmöglichkeiten.

In einer Simulation übernahmen die Seminarteilnehmer die Funktion der repräsentierten Akteure. Aufgrund der an den Vortagen gewonnen Erkenntnisse gelang der Ansatz, die abteilungs- und ressortspezifische Haltungen zu den Ländern Irak, Somalia und Nepal abzuleiten und in einer fiktiven Steuerungsgruppensitzung einzubringen.
 
Zum Ende des Seminars Bestand im Teilnehmerkreis darüber Einigkeit, dass insbesondere der direkte Austausch und gemeinsame Ausbildungsvorhaben den Geist einer gemeinsamen Konfliktbewältigung stärken werden.

 

 

Autor: Melanie Ertl; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 10.03.2016

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Landkarten von Auriga: Ressourcenknappheit und Unruhen

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Die Teilnehmer erörtern die Lage

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Vertreter des Fachbereiches PGW der Führungsakademie simulieren den Verteidigungsausschuss

Auriga hieß das fiktive Land, mit dem sich die Teilnehmer des nationalen Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst (LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr letzte Woche in einem Planspiel beschäftigten. "Sie können sich den Kontinent Constellatia, auf dem sich das Land Auriga befindet, vorstellen wie Afrika – nur mit mehr Wasser", erklärt Oberst i.G. Andreas Bednarzyk, der die Ausbildung leitet, zu Beginn.

In Auriga kommt es aufgrund verschiedener interner und externer Einflüsse, wie Übergriffe von Rebellen oder soziale Ungerechtigkeiten, zu Unruhen. Die dadurch entstehende Instabilität in der Region könnte langfristig zu einer Gefährdung der internationalen Sicherheit und der Wirtschaft führen. Nun sollten die Lehrgangsteilnehmer erarbeiten, ob und wie Deutschland innerhalb der Staatengeminschaft agieren könnte.

Der politisch-strategische Abstimmungsprozess

Während der Erarbeitung einer Lösung auf die Frage, wie sich Deutschland in dieser Situation positionieren solle, arbeiteten die Lehrgangsteilnehmer der Führungsakademie der Bundeswehr gemeinsam mit Vertretern aus anderen Ressorts, vor allem dem Auswärtigen Amt, in unterschiedlichen interministeriellen und intraministeriellen Gruppen. Dabei mussten sie stets alle Aspekte, wie nationale Interessen, politische Einstellungen und Erwartungen anderer Länder und Organisationen wie der Europäischen Union, den Vereinigten Nationen und der North Atlantic Treaty Organization, im Auge behalten und berücksichtigen.

Ziel des Planspiels war es, den Lehrgangsteilnehmern die politischen Entscheidungsprozesse auf politisch-strategischer Ebene sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene näher zu bringen und sie so auf zukünftige Verwendungen vorzubereiten.

Auriga: Kennenlernen und Verstehen

Am letzten Tag des viertägigen Planspiel Aurigas hatten die Teilnehmer ihre Position erarbeitet und mussten nun vor den Mitgliedern des Verteidigungsausschusses Rede und Antwort stehen. Ihnen gegenüber saßen Vertreter des Fachbereichs Politik und Gesellschaftswissenschaften, die in ihren Rollen aufgingen und die Teilnehmer durch ihre gezielten Fragen durchaus zum Schwitzen brachten.

Angesichts der Zusammenarbeit zwischen des Teilnehmern der Lehrgängen des General- und Admiralstabsdienstlehrganges und des Attachélehrganges des Auswärtigen Amtes im Planspiel meinte ein Teilnehmer, der Kontakt zwischen der Führungsakademie der Bundeswehr und dem Auswärtigen Amt sei weiter gestärkt worden. Schon deshalb sei das Planspiel Auriga ein großer Erfolg gewesen.

 

 

Autor: Melanie Ertl; Fotograf: Tom Twardy

Hamburg, 08.03.2016

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Hightech-Datenautobahn an der Führungsakademie der Bundeswehr

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Alltäglicher Gebrauch des Internets

„Der Cyberraum ist ohne Grenzen“, Informationen dominieren das Zeitgeschehen. Das Internet hat sich weltweit zu einer entscheidenden Plattform entwickelt und spielt politisch und gesellschaftlich, aber auch militärisch eine immer größere Rolle. Doch birgt das Potential des Internets auch Gefahren.

Das Modul „Cyberspace" an der Führungsakademie der Bundeswehr greift dieses komplexe Themenfeld auf. Es sensibilisiert auch Teilnehmer ohne besondere IT-Vorkenntnisse für diese Gefahren, die bei der alltäglichen Nutzung des Dienstrechners und des Internets lauern. Darüber hinaus zeigt es auf, dass neben der Bundeswehr alle Bereiche der Gesellschaft (Privatpersonen, staatliche Einrichtungen und Behörden, Industrie und Wirtschaft) von den Gefahren im Cyberraum betroffen sind. Cyber-Sicherheit ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, daher nahmen an dem Seminar auch Gastdozenten verschiedener Ressorts teil und erläuterten  die Aspekte Cyber-Außenpolitik (Auswärtiges Amt), Cyber-Kriminalität (Landeskriminalamt Hamburg) und Sicherheit in der Informationstechnik (Bundesinnenministerium).

Die Chancen und Herausforderungen, die die technisch vernetzte Welt mit sich bringen, müssten stets gegeneinander abgewogen werden, beschreibt Oberstleutnant i.G. Jürgen Nehring als Seminarleiter. „Dabei gilt es, über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen und den Cyberraum aus möglichst vielen Blickrichtungen kennen zu lernen.“ Das Wichtigste sei jedoch, aufmerksam zu sein. Die Risiken und Gefahren in der digitalen Welt seien teils schwer zu erkennen und man tappe durch Unachtsamkeit schnell in eine der vielen virtuellen Fallen.

„Der gesunde Menschenverstand hilft weiter“

Oftmals sind die Gefahren des Internets offensichtlich. „Der gesunde Menschenverstand hilft oft schon weiter“, beschreibt der Experte. So sollte man bei E-Mails von unbekannten Adressen aufpassen und diese im Zweifelsfall löschen, anstatt sie unbedacht zu öffnen. Spätestens bei der Gewinnbenachrichtigung jedoch sollte jeder stutzig werden. Häufig verbirgt sich beim Klicken auf den in der E-Mail angelegten Link dahinter eine Schadsoftware (Virus, Wurm, Trojaner oder ähnliches), die den Schutz der persönlichen Daten massiv gefährdet oder dem Angreifer sogar den unkontrollierbaren Zugriff auf den eigenen Rechner ermöglicht.
"Die Gefahren, die im Internet kursieren, und die vielfältigen Angriffsmöglichkeiten, die über das weltweite Netz realisierbar sind, werden uns in den nächsten Jahre zunehmend beschäftigen“, ist sich Oberstleutnant Nehring sicher.

 

 

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