Autor: Eggo Rettmer

Hamburg, 21.04.2016

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Generalleutnant a.D. Jürgen Bornemann und Generalmajor Rafael Sanchez Ortega beim Gästebucheintrag der ESFAS

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Generalmajor Rafael Sanchez Ortega und die Teilnehmer des Seminars „Internationale Höhere Führung 2016“ in der Halle der spanischen Führungsakademie

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Portal der spanischen Führungsakademie CESEDEN

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Palacio Real, Madrid

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Thronsaal im Palacio Real

Der Wahlspruch „Vereinigte Tapferkeit ist stärker!“ unterstreicht einen zentralen Ansatz spanischen Politikverständnisses: Sicherheitspolitik ist nur multilateral und im Verbund möglich. Und Bedrohungen der europäischen Sicherheit entstehen auch an der südlichen Peripherie Europas.

Eine dschihadistische Wolke über Nordafrika

Am letzten Tag besuchen die Teilnehmer das Institut für Strategische Studien. Dieses Institut ist Bestandteil des spanischen Pendants zur deutschen Führungsakademie der Bundeswehr, dem Centro Superior de Estudios de Defensa Nacional (CESEDEN) und der Escuela Superior de las Fuerzas Armadas (ESFAS).
„Wir blicken mit Sorge auf die Entwicklung im westlichen Mittelmeerraum, in Nordafrika“, leitet Generalmajor Rafael Sanchez Ortega, Kommandeur der ESFAS, einen Parforceritt durch die aktuelle Entwicklung in den nordafrikanischen Staaten ein.

Spanien hat ein großes Interesse an stabilen, staatlichen Strukturen in Nordafrika. Zum einen liegt Spanien in direkter Nachbarschaft zu Nordafrika. Zum anderen leiten die nordafrikanischen Staaten, insbesondere Algerien, 60% des spanischen Erdgasbedarfs weiter.
Marokko wird als ein guter und stabiler Partner, auch im Kampf gegen den Terror, bezeichnet. Algerien ist ebenfalls ein verlässlicher Partner bei Antiterror-Maßnahmen.
Sorge bereitet insbesondere die Entwicklung in Libyen. In direkter Nähe zu Spanien kann dort ein unkontrollierter Rückzugsraum für Kämpfer des Islamischen Staates entstehen.
„Die Sahelzone oder Libyen können das nächste Operationsgebiet westlicher Streitkräfte sein“, sagt einer der Referenten. „Wo sieht Spanien denn die Unterschiede zwischen Risiken im östlichen Raum der NATO und Risiken an der südwestlichen Grenze“, fragen Seminarteilnehmer.

Kurz und knapp antwortet Generalmajor Sanchez Ortega: „Mit Putin kann man verhandeln. Mit Terroristen des Islamischen Staates nicht!“
Damit endet auch der offizielle Teil des Besuchsprogramms

22 Zimmer sind nur der Anfang – zu Besuch im Palacio Real

Vor dem Rückflug besichtigen die Teilnehmer des Lehrgangs „Internationale Höhere Führung 2016“ noch den Königspalast, offizieller Dienstsitz des Oberbefehlshabers der spanischen Streitkräfte, König Felipe VI.
Der gewaltige Prachtbau beeindruckt.  Als Manifestation absoluter Macht ersetzte dieses ein 1734 niedergebranntes, maurisches Burgschloss. Beauftragt durch König Philipp V, wurde es unter seinem Nachfolger, Karl III, 1764 fertiggestellt. Das Madrider Stadtschloss beherbergt rund 2.800 Räume.
Der Öffentlichkeit und damit auch den Lehrgangsteilnehmern stehen während der Führung jedoch nur die 22, dafür umso prächtigeren Räume für repräsentative Zwecke offen.

Ein wichtiger Besuch und ein Füllhorn neuer Erkenntnisse und Einsichten

In den Vorjahren besuchten die Teilnehmer des Seminars „Internationale Höhere Führung“ Paris. In diesem Jahr wagt man sich auf Neuland mit dem Besuch in Spanien.
„Es war richtig, hierherzukommen“, sagt Generalleutnant a. D. Bornemann, „das war ein gutes Signal für das Interesse an der spanischen Sicherheitspolitik.“ „Insbesondere die Wahrnehmung durch hochrangige Vertreter der spanischen Streitkräfte zeigt die Wertschätzung unserer Gastgeber für diesen erstmaligen Besuch“, ergänzt Kapitän zur See Gutow.
„Ich wusste nicht, wie stark sich Spanien in EU und NATO engagiert“, stellt der britische Oberst David Moreton fest. „Für mich sind dieser Besuch und das Seminar als Ganzes eine gute Vorbereitung auf zukünftigen Aufgaben im Attaché-Dienst.“
„Spanien hat mit dem Blick auf Nordafrika definitiv eine andere Sichtweise auf europäische Sicherheitspolitik als nord- oder osteuropäische Nachbarn“, sagt Oberst Preußner. Besonders beeindruckt die Aussage, es ginge in der NATO und EU darum, gemeinsame Werte zu erhalten.

Quintessenz

Der Aufenthalt in Spanien ermöglichte den Seminarteilnehmern einen wichtigen Perspektivenwechsel.
Sicherheit lässt sich aus spanischer Sicht nur multilateral im Verbund internationaler Organisationen wie den Vereinten Nationen, der NATO und der Europäischen Union erreichen. Neben Entwicklungen im östlichen Europa oder im Nahen Osten bedroht auch die Entwicklung in Nordafrika, insbesondere in Libyen, die Sicherheit Spaniens und Europas.
Die Europäische Union und die NATO sind für Spanien eine Gemeinschaft gemeinsamer Werte.

„Virtus unita fortior!“ läßt sich deshalb auch im übertragenen Sinn übersetzen mit „Gemeinsame Werte und Tugenden machen uns stärker!“

 

 

Autor: Eggo Rettmer

Hamburg, 19.04.2016

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Vor dem spanischen Verteidigungsministerium

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Ein herzliches Willkommen für die deutsche Delegation

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Artikel 8 der spanischen Verfassung von 1978

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Spanische Sicherheitspolitik im Verbund

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Oberst Stefan Schmid-Schickhardt, Oberstleutnant Rafael Matos Villarino, Oberst i.G. Bernd Albers und Fregattenkapitän Jörg-Michael Horn

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Brigadegeneral Carlos de Salas und Norbert Blumenthal, Direktor im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)

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Der deutsche Botschafter in Spanien, Peter Tempel

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Ein volles Programm für den Besuch in Madrid

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Oberstleutnant Rafael Matos Villarino und Kapitän zur See Joachim Gutow

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Brigadegeneral Carlos de Salas

Der Wahlspruch „Vereinigte Tapferkeit ist stärker!“ unterstreicht einen zentralen Ansatz spanischen Politikverständnisses: Sicherheitspolitik ist nur multilateral und im Verbund möglich. Und Bedrohungen der europäischen Sicherheit entstehen auch an der südlichen Peripherie Europas.

Die südeuropäische Sicht auf aktuelle, sicherheitspolitische Entwicklungen steht im Mittelpunkt einer dreitägigen Exkursion der Führungsakademie der Bundeswehr aus Hamburg. 25 Teilnehmer des Seminars „Internationale Höhere Führung 2016“ besuchen vom 12. bis zum 14. April 2016 die spanische Hauptstadt.

„Ich bin gespannt auf die südeuropäische Perspektive der Sicherheitspolitik und ihre Auswirkungen auf das Bündnis“, sagt Generalleutnant außer Dienst (a.D.) Jürgen Bornemann, Senior Mentor des Seminars. „Der Besuch vor Ort erlaubt einen sehr viel direkteren Zugang“, ergänzt Oberstarzt Angelika Niggemeier-Groben, eine der Teilnehmerinnen.

Gut vorbereitet

Noch vor dem Abflug gibt der spanische Verteidigungsattaché in Deutschland, Oberst im Generalstabsdienst (i.G.) Saz Diaz, einen ersten Überblick über Spanien.

Spanien, eine parlamentarische, konstitutionelle Monarchie, ist das fünftgrößte Mitgliedsland der Europäischen Union (EU), gemessen an der Bevölkerungszahl von rund 46 Millionen Einwohnern und am Bruttoinlandsprodukt von gut 1.000 Milliarden Euro (Stand 2014). Spanien ist seit 1982 Mitglied der NATO und zum 1. Januar 1986 der Europäischen Union.

Die Grundlagen für die spanischen Streitkräfte bilden die spanische Verfassung von 1978, das Gesetz zur Nationalen Verteidigung von 2005, die Nationale Sicherheitsstrategie von 2013 und das Gesetz zur Nationalen Sicherheit von 2015. Die Wehrpflicht wurde 2001 abgeschafft. Oberbefehlshaber der aktuell rund 122.000 Soldaten starken Berufsarmee ist der spanische König Felipe VI.

Spanische Sicherheitspolitik findet im europäisch-atlantischen Verbund statt. Neben Europa und dem iberoamerikanischen Raum liegt ein weiterer Schwerpunkt auch auf dem westlichen Mittelmeer und Nordafrika.

„Ich bin gespannt, wie sich die spanische Sicht auf zukünftige NATO-Aufgaben von der Perspektive östlicher NATO-Partner unterscheidet“, sagt Oberst i.G. Uwe Preußner vom Kommando Heer in Strausberg vor dem Abflug.

Ein diplomatisches Zeichen

„Dieses Land hat es verdient, genauer betrachtet zu werden“, kündigt der deutsche Verteidigungsattaché in Spanien, Oberst im Generalstabsdienst (i.G.) Bernd Albers, an, als die deutsche Delegation in Madrid ankommt. Er ergänzt: „Ihr Besuch stößt hier auf eine hohe Aufmerksamkeit und eine große Wertschätzung.“

Entsprechend hochrangig nehmen die spanischen Gastgeber die Delegation der Führungsakademie der Bundeswehr wahr. Die Dienstgrade der Gastgeber drücken die Wertschätzung aus:

Es sind vor allem Generale und Admirale, die über unterschiedliche Aspekte spanischer Sicherheitspolitik informieren werden.

Spanien im Umbruch

„Spanien ist ein sehr viel kompliziertes Land, als wir uns das vorstellen“, begrüßt der deutsche Botschafter in Madrid, Peter Tempel, die deutschen Gäste.

Seit 2008 kämpft auch Spanien mit den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Die Pläne Kataloniens, sich von Spanien abzuspalten, gefährden die nationale Einheit Spaniens.

„Spanien ist auf dem Weg aus, aber noch nicht aus der Krise“, fasst Dr. Heinrich Kreft, Gesandter und stellvertretender Leiter der Deutschen Botschaft, die aktuelle wirtschaftliche Situation zusammen.

„Spanien versteht sich als ´europeista´“, sagt die stellvertretende Leiterin der Abteilung Politik und  Protokoll an der Deutschen Botschaft, Beate Hoppe. Auch die 2014 entstandene Podemos-Bewegung sei pro-europäisch.

Spanien ist ein Land an der Außengrenze der Europäischen Union. „Trotz der exponierten Lage in direkter Nachbarschaft zu den Staaten Nordafrikas hat Spanien im Gegensatz zu anderen (Grenz-) Ländern der EU kein Migrations- oder Flüchtlingsproblem“, führt Frau Hoppe weiter aus.

Bilaterale Abkommen zur Rücknahme von Flüchtlingen zum Beispiel mit Marokko oder Mauretanien, Austausch von Informationen und gemeinsame Operationen der Küstenwache haben dieses ermöglicht. Zusätzlich setzt Spanien auf wirtschafts- und entwicklungspolitische Maßnahmen in dieser Region.

Die politische Landschaft in Spanien befindet sich im Umbruch. Waren es viele Jahre nur zwei Parteien, die die Politik bestimmten, entsteht insbesondere durch Podemos eine Mehr-Parteien-Landschaft. Die Parlamentswahl 2015 zeigt Die Folgen dieses Wandels deutlich:

Bislang haben sich die Parteien noch auf keine neue Regierung geeinigt. Die geschäftsführende Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy führt Spanien nur so lange, bis entweder eine neue Regierung gebildet oder neu gewählt wird.

Die Nationale Sicherheitsstrategie von 2013 als Leitlinie spanischer Sicherheitspolitik

„Diese Unsicherheit erschwert aktuell das außen- und sicherheitspolitische Handeln Spaniens“, sagt  Oberst i.G. Albers und leitet zur spanischen Nationalen Sicherheitsstrategie von 2013 über.

Diese definiert zwölf Grundrisiken und Bedrohungen für die Sicherheit Spaniens, unter anderem klassische, bewaffnete Konflikte, Terrorismus, Cyber-Kriminalität und -Terrorismus, die organisierte Kriminalität oder – unkontrollierbare - Migrations- und Flüchtlingsströme

Daraus leitet die Nationale Sicherheitsstrategie entsprechende, zwölf Handlungsfelder ab. Damit möchte sie diesen Risiken und Bedrohungen im Verbund mit anderen Staaten begegnen. So beteiligt sich Spanien regelmäßig an vielen Missionen der Vereinten Nationen, der NATO oder der Europäischen Union.

„Spanien ist das Land im Süden Europas, das uns wirtschaftlich, politisch am nächsten steht“, fasst Dr. Kreft den offiziellen Teil des ersten Tags in Madrid zusammen.

Wertegemeinschaft EU und NATO – United we stand

Am nächsten Morgen besuchen die Seminarteilnehmer das spanische Verteidigungsministerium. Admiral Juan Martinez Nunez, Sicherheitspolitischer Direktor im Ministerium, begrüßt die Gruppe und bringt das spanische Verständnis von NATO und EU auf den Punkt: „Wir sind eine Gemeinschaft gleicher Werte, der wir uns verpflichten und für die wir uns engagieren.“

Was denn die größte Herausforderung für diese Gemeinschaft aus spanischer Sicht sei, fragte Kapitän zur See Joachim Gutow, Leiter des Seminars „Internationale Höhere Führung 2016“.

„Die größte Herausforderung ist nicht, was andere unserer Gemeinschaft antun könnten. Unsere größte Herausforderung ist es, zusammenzubleiben, als Wertegemeinschaft nicht auseinanderzubrechen“, sagte Admiral Martinez Nunez.

Im Fokus - Eine neue Linie der Instabilität entlang der Sahelzone

„Wir betrachten die Entwicklung an der südlichen Peripherie Europas als zunehmende Bedrohung“, ergänzte Oberst Antonio Romero Losada, stellvertretender Direktor für Planung und Internationale Beziehungen. Anschließend gibt er einen kurzen Überblick über weitere, möglichen Bedrohungen für die NATO und die EU.

Diesen Bedrohungen ließe sich nur gemeinschaftlich zum Beispiel im Verbund von NATO und EU begegnen, sagt Oberst Losada. Entsprechend engagiert sich Spanien in diesen Organisationen.

Spanien ist der fünftgrößte Truppensteller bei NATO- und der zweitgrößte Truppensteller bei EU-geführten Operationen.

Spanien sei überzeugt, dass die EU neben der NATO eigenständige und dauerhafte Kommandostrukturen bräuchte, um auch autonom handeln zu können. Und die Sicherheit Europas und der EU sei nur mit einer 360-Grad-Perspektive zu erfassen. Risiken und Zonen zunehmender Instabilität  lägen nicht nur im östlichen Europa oder im Nahen Osten, sondern auch und zunehmend im Norden Afrikas.

Rüstungspolitik und -industrie

„Wir setzen auf und unterstützen unsere nationale Rüstungsindustrie“, sagt Brigadegeneral Carlos de Salas, Direktor der Rüstungsabteilung im Ministerium, und fasst anschließend Zahlen der spanischen Rüstungsindustrie zusammen.

Mehr als 22.000 Mitarbeiter sind direkt und weitere 50.000 indirekt in den mehr als 700 Unternehmen der spanischen Rüstungsindustrie beschäftigt.  Die gesamte Branche hat einen jährlichen Umsatz von sieben Milliarden Euro. Mehr als 55% der Produktion wird exportiert.

Spanien ist in diversen multinationalen Rüstungsprogrammen wie zum Beispiel beim Eurofighter oder Militär-Airbus A400M oder in den Satelliten-Programmen PLEIADES oder HELIOS beteiligt.

Aktuell mehr als 2.080 Soldaten im Einsatz

Major Aquilino Doniz und Oberstleutnant Luis Gonzalesasenjo erläutern anschließend die Struktur der spanischen Streitkräfte.

Ob es denn aktuell Nachwuchssorgen gäbe, fragt einer der deutschen Teilnehmer. „Aufgrund der Wirtschaftskrise können die Streitkräfte aus einer Vielzahl qualifizierter Bewerber auswählen“, antwortete Major Doniz. So steckt in jeder Krise auch eine Chance.

Aktuell nehmen 2.080 spanische Soldaten an mehr als 15 nationalen und multinationalen Einsätzen teil. Jeder Einsatz ist vorher durch die Regierung zu beschließen und durch das Parlament zu genehmigen.

So bilden zum Beispiel rund 310 Soldaten im Rahmen der Koalition gegen den Islamischen Staat Angehörige der irakischen Streitkräfte aus. Mehr als 160 Soldaten beteiligen sich an den NATO Missionen ACTIVE FENCE in der Türkei und beim Baltic Air Policing.

Spanien stellt mehr als 600 Soldaten bei den EU-geführten Missionen wie in Somalia, am Horn von Afrika oder im Mittelmeer. Mehr als 500 Soldaten unterstützen UNIFIL, die rund 15.000 Mann starke Friedenstruppe der Vereinten Nationen im Libanon.

Insgesamt sind 170 spanische Soldaten bislang in Auslandseinsätzen ums Leben gekommen.

Virtuelles „Schlachtfeld“ Cyberraum

Nach einer kurzen Pause informiert Generalmajor Carlos de Medina, Kommandeur des Joint Cyber Command, über die Bedrohungen aus dem oder des Cyberraums.

Das deutsche Bundesministerium des Inneren definiert den Cyberraum als „alle durch das Internet über territoriale Grenzen hinweg weltweit erreichbaren Informationsstrukturen“ (Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland, 2011). Diese Informationsstrukturen sind mit geringen Kosten und geringem Risiko durch Dritte angreifbar und in ihrer Funktion – erheblich – störbar.

Immer mehr Bereich des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens bauen auf funktionierende Informationsstrukturen auf.

Spanien baut eigene, spezialisierte Strukturen in der Verwaltung, kritischen Infrastruktureinrichtungen und dem Militär auf, um die „Cyber-Sicherheit“ durch vorbeugende, aufklärende oder abwehrende Maßnahmen zu sichern. In den spanischen Streitkräften steht an oberster Stelle das Joint Cyber Command.

Interessiert fragen Seminarteilnehmer Generalmajor de Medina, wie die spanischen Streitkräfte den „Krieg um die Köpfe“ bei der Personalgewinnung im Wettbewerb mit der IT-Branche führten.

„Gott sei Dank gibt es auch noch genügend gut qualifizierte Menschen, die neben finanziellen auch noch ideelle Anreize schätzen!“, antwortet der General und ergänzt: „Hier können Menschen Einblicke und Zugänge zu ´Cyber-Schauplätzen´ erhalten, die deutlich faszinierender sind als in der freien Wirtschaft.“

Terror – vom der inneren Angelegenheit zur nationalen Bedrohung

Die ETA (Euskadi Ta Askatasuna, übersetzt „Baskenland und Freiheit“) war über 50 Jahre das Synonym für Terror in Spanien. 2011 legten die Kämpfer der ETA die Waffen nieder und verzichteten auf weitere Gewaltanwendung.

Dennoch ist Terror weiterhin auch in Spanien präsent. Am 11. März 2004 verübten islamistische Terroristen die schwersten Terroranschläge in der Geschichte Spaniens. Als Folge gründeten die spanischen Sicherheitsbehörden ein eigenes Zentrum zur Terrorismusbekämpfung.

Das Zentrum des Nachrichtendienstes gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität (CITCO) ist dem Innenministerium unterstellt.  Das CITCO führt polizeiliche und nachrichtendienstliche Erkenntnisse zusammen und stimmt das weitere Vorgehen zwischen Nachrichtendienst und Polizei ab.

Dort informieren sich die Lehrgangsteilnehmer aus erster Hand über die Strategie, mit der Spanien aktuell gegen den Terrorismus und die organisierte Kriminalität vorgeht.

 

 

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 13.04.2016

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Anerkennung für Eigeninitiative und Engagement

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Leistungsbereitschaft schafft positiven Eindruck

An der Führungsakademie der Bundeswehr steht das Thema „Flüchtlinge“ seit einiger Zeit auf der Agenda. Generalmajor und Kommandeur der Führungsakademie Achim Lidsba lud  nun die engagierten Helferinnen und Helfer zu einem Gespräch in das Kommandeurbüro ein.

Begeisterung und tiefster Respekt spiegelten sich in den Worten des Kommandeurs der Führungsakademie, als dieser in die strahlenden Gesichter derjenigen Kameradinnen und Kameraden blickte, die nun seit dem Beginn der Flüchtlingskrise viel bewegt haben. Generalmajor Achim Lidsba war beeindruckt von der Unterstützung und wünscht sich, dass die unermüdlichen Helfer weiterhin als Bindeglied der Gesellschaft zu den Flüchtlingen fungieren.

Spannende Perspektive

Die ehrenamtlichen Helfer zeigten sich sehr dankbar gegenüber dem Kommandeur. Dieser lud sie nämlich am 7. April 2016 ins Stabsgebäude der Clausewitz-Kaserne ein, um sich mit Kaffee, Kuchen und herzlichen Worten für das Engagement in den vergangenen Wochen und Monaten zu bedanken. Der Austausch ist auch für den Kommandeur von besonderem Wert. Themen, wie zum Beispiel die Integration in die deutsche Gesellschaft, Möglichkeiten zur Förderung der deutschen Sprache für Kinder und natürlich auch für die Eltern konnten in der kleinen Runde ausführlich diskutiert werden.

Ideen die helfen

Natürlich gibt es auch Verbesserungsvorschläge zur Förderung der Integration von Flüchtlingen. Hauptmann Vanessa Feldmann, die ebenfalls an der Flüchtlingshilfe beteiligt ist, wünscht sich zum Beispiel, dass die Menschen nicht nur gesellschaftlich, sondern auch kulturell gefördert werden, um die deutsche Kultur auf dieser Grundlage dann besser verstehen zu können. Ein klares Ziel, doch die Umsetzung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn bisweilen funktioniert die Kommunikation nur mit „Armen und Beinen“.

Auch wenn die Flüchtlinge schon deutliche Fortschritte erzielen und die deutsche Sprache zielstrebig und kontinuierlich erlernen, wird es noch etwas dauern, bis die Helfer auch gesellschaftliche Werte vermitteln können.

Aber es gibt ja noch den Sport, und der spricht schließlich eine gemeinsame Sprache.  Deswegen blicken Generalmajor Achim Lidsba und die zahlreichen Helfer optimistisch in die Zukunft.



 

 

Autor: Jan-Patrique Ellermann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 13.04.2016

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Diesen Anruf konnte man auf der eigentlich so stillen Führungsakademie der Bundeswehr letzte Woche Mittwoch und Donnerstag des Öfteren laut vernehmen.

Die militärische Wache überprüfte innerhalb der Kaserne zwei verdächtige Personen, die sich auf Nachfrage nicht ausweisen konnten.
Kein Ernstfall, sondern ein wichtiger Ausbildungsabschnitt für Soldatinnen und Soldaten während der Wachausbildung an der Führungsakademie. Zwei Tage dauert der Ausbildungsabschnitt, bei dem junge und diensterfahrene Soldatinnen und Soldaten gemeinsam ausgebildet werden. Zukünftig sollen sie dann den Wachdienst in der Kaserne verrichten.

Alles nur Übung

Streife laufen, Personen ansprechen, Gefahren erkennen, ungewöhnliche Situationen einschätzen und das unmittelbaren Zwang-Gesetzes der Bundeswehr richtig anwenden sind nur wenige Ausbildungsinhalte, die Oberfeldwebel Reza Wafi den Teilnehmern näherbrachte.

Das große Highlight war die Abschlussübung, in der alle Soldatinnen und Soldaten der Gruppe ihr erlerntes Können unter Beweis stellen mussten. Sehr kreativ waren die Lagendarsteller, die in der Übung als Schauspieler agieren und die Lehrgangsteilnehmer zum Schwitzen, aber auch zum Lachen brachten. Denn singende Personen sind sonst eher selten auf dem Kampus anzutreffen.

Checkpoint FüAkBw

Höchste Konzentration war im Bereich Checkpoint für KFZ- und Personenkontrolle gefordert. Hier hatte jeder reichlich zu tun um die herausfordernden Situationen abzuarbeiten.

Wie reagiere der Chekpointführer auf einen murrenden Lagendarsteller, der sich einer KFZ Kontrolle unterziehen musste?

„Es ist für Ihre eigene und unsere Sicherheit.“

.

 

Autor: Sebastian Becker/ Jan Hoffmann

Hamburg, 17.03.2016

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Ressortübergreifender Ansatz – Seminarteilnehmer AA, BMVg und BMZ

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Workshop zu Instrumenten des BMVg

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Das „BMVg“ steht „aufrecht“ hinter einem ressortübergreifenden Ansatz in der Steuerungsgruppe

„Fragile Staatlichkeit“ war vom 14. bis 16. März 2016 das Thema für die künftigen Attachés des Auswärtigen Amtes (AA), eine kleine Delegation des LGAN 2014 und den Nachwuchs des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Unter wissenschaftlicher Betreuung der Sonderforschungsgruppe des AA analysierten sie an deren Akademie in Berlin in sechs Arbeitsgruppen die Hintergründe und Folgen von Fragilität für die Länderbeispiele Kolumbien, Somalia, Irak, Nepal, Mali und Südsudan. Aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmer wurde schnell deutlich, dass die Herausforderung nur mit einer gemeinsamen Strategie erreicht werden würde. Ein vorgestelltes Modell zur "logischen Deduktion strategischen Handelns" sollte sich hierfür als besonders wertvoll erweisen.

Ausgehend von der Kernfrage, was Deutschland im entsprechenden Land erreichen wolle, wurde die Brücke zu möglichen deutschen Beiträgen geschlagen und ressortspezifische Handlungsoptionen untersucht.

Hierzu stellten das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), das AA und das BMZ in Workshops eigene Fähigkeiten und Instrumente zur Unterstützung fragiler Staaten vor, welche sich wie passende Puzzleteile zu ressortübergreifenden Ansätzen zusammenfügten.

Nach hitzigen Diskussionen zur Ertüchtigung von Sicherheitskräften, dem Ausbau von Straßen und der Stärkung von Landwirtschaft standen auch die Auswirkungen auf Konfliktparteien sowie die Zukunft der untersuchten Länder im Licht der Betrachtung. Nach nur zwei Tagen war es den Arbeitsgruppen eindrucksvoll gelungen, eine komplexe Ländersituation eingehend zu analysieren, Schwerpunkte herauszustellen und erste Ansatzpunkte im Vollplenum zur Bewältigung von fragiler Staatlichkeit vorzustellen.

Aufbauend auf die gemeinsamen Erfahrungen aus dem politisch-strategischen Planspiel AURIGA an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wurde die Ausbildungskooperation zwischen dem 70. Attachélehrgang und dem LGAN 2014 im ressortgemeinsamen Ansatz zur Krisenbewältigung substanziell fortgesetzt. Eine angehende Diplomatin schlussfolgerte: „Die Erfahrungen in Hamburg und Berlin mit dem LGAN 2014 waren sehr wertvoll. Der persönliche Austausch kann niemals durch ein Studium von Konzeptpapieren ersetzt werden!“

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung stand am letzten Seminartag die Funktion der neu geschaffenen Steuerungsgruppe im Mutterhaus des AA im Fokus. Die Steuerungsgruppe übernimmt die hausinterne und ressortübergreifende Koordination von Krisen auf Ebene der Abteilungsleiter und erarbeitet gemeinsame Bewertungen und Handlungsmöglichkeiten.

In einer Simulation übernahmen die Seminarteilnehmer die Funktion der repräsentierten Akteure. Aufgrund der an den Vortagen gewonnen Erkenntnisse gelang der Ansatz, die abteilungs- und ressortspezifische Haltungen zu den Ländern Irak, Somalia und Nepal abzuleiten und in einer fiktiven Steuerungsgruppensitzung einzubringen.
 
Zum Ende des Seminars Bestand im Teilnehmerkreis darüber Einigkeit, dass insbesondere der direkte Austausch und gemeinsame Ausbildungsvorhaben den Geist einer gemeinsamen Konfliktbewältigung stärken werden.

 

 

Autor: Melanie Ertl; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 10.03.2016

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Landkarten von Auriga: Ressourcenknappheit und Unruhen

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Die Teilnehmer erörtern die Lage

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Vertreter des Fachbereiches PGW der Führungsakademie simulieren den Verteidigungsausschuss

Auriga hieß das fiktive Land, mit dem sich die Teilnehmer des nationalen Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst (LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr letzte Woche in einem Planspiel beschäftigten. "Sie können sich den Kontinent Constellatia, auf dem sich das Land Auriga befindet, vorstellen wie Afrika – nur mit mehr Wasser", erklärt Oberst i.G. Andreas Bednarzyk, der die Ausbildung leitet, zu Beginn.

In Auriga kommt es aufgrund verschiedener interner und externer Einflüsse, wie Übergriffe von Rebellen oder soziale Ungerechtigkeiten, zu Unruhen. Die dadurch entstehende Instabilität in der Region könnte langfristig zu einer Gefährdung der internationalen Sicherheit und der Wirtschaft führen. Nun sollten die Lehrgangsteilnehmer erarbeiten, ob und wie Deutschland innerhalb der Staatengeminschaft agieren könnte.

Der politisch-strategische Abstimmungsprozess

Während der Erarbeitung einer Lösung auf die Frage, wie sich Deutschland in dieser Situation positionieren solle, arbeiteten die Lehrgangsteilnehmer der Führungsakademie der Bundeswehr gemeinsam mit Vertretern aus anderen Ressorts, vor allem dem Auswärtigen Amt, in unterschiedlichen interministeriellen und intraministeriellen Gruppen. Dabei mussten sie stets alle Aspekte, wie nationale Interessen, politische Einstellungen und Erwartungen anderer Länder und Organisationen wie der Europäischen Union, den Vereinigten Nationen und der North Atlantic Treaty Organization, im Auge behalten und berücksichtigen.

Ziel des Planspiels war es, den Lehrgangsteilnehmern die politischen Entscheidungsprozesse auf politisch-strategischer Ebene sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene näher zu bringen und sie so auf zukünftige Verwendungen vorzubereiten.

Auriga: Kennenlernen und Verstehen

Am letzten Tag des viertägigen Planspiel Aurigas hatten die Teilnehmer ihre Position erarbeitet und mussten nun vor den Mitgliedern des Verteidigungsausschusses Rede und Antwort stehen. Ihnen gegenüber saßen Vertreter des Fachbereichs Politik und Gesellschaftswissenschaften, die in ihren Rollen aufgingen und die Teilnehmer durch ihre gezielten Fragen durchaus zum Schwitzen brachten.

Angesichts der Zusammenarbeit zwischen des Teilnehmern der Lehrgängen des General- und Admiralstabsdienstlehrganges und des Attachélehrganges des Auswärtigen Amtes im Planspiel meinte ein Teilnehmer, der Kontakt zwischen der Führungsakademie der Bundeswehr und dem Auswärtigen Amt sei weiter gestärkt worden. Schon deshalb sei das Planspiel Auriga ein großer Erfolg gewesen.

 

 

Autor: Melanie Ertl; Fotograf: Tom Twardy

Hamburg, 08.03.2016

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Hightech-Datenautobahn an der Führungsakademie der Bundeswehr

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Alltäglicher Gebrauch des Internets

„Der Cyberraum ist ohne Grenzen“, Informationen dominieren das Zeitgeschehen. Das Internet hat sich weltweit zu einer entscheidenden Plattform entwickelt und spielt politisch und gesellschaftlich, aber auch militärisch eine immer größere Rolle. Doch birgt das Potential des Internets auch Gefahren.

Das Modul „Cyberspace" an der Führungsakademie der Bundeswehr greift dieses komplexe Themenfeld auf. Es sensibilisiert auch Teilnehmer ohne besondere IT-Vorkenntnisse für diese Gefahren, die bei der alltäglichen Nutzung des Dienstrechners und des Internets lauern. Darüber hinaus zeigt es auf, dass neben der Bundeswehr alle Bereiche der Gesellschaft (Privatpersonen, staatliche Einrichtungen und Behörden, Industrie und Wirtschaft) von den Gefahren im Cyberraum betroffen sind. Cyber-Sicherheit ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, daher nahmen an dem Seminar auch Gastdozenten verschiedener Ressorts teil und erläuterten  die Aspekte Cyber-Außenpolitik (Auswärtiges Amt), Cyber-Kriminalität (Landeskriminalamt Hamburg) und Sicherheit in der Informationstechnik (Bundesinnenministerium).

Die Chancen und Herausforderungen, die die technisch vernetzte Welt mit sich bringen, müssten stets gegeneinander abgewogen werden, beschreibt Oberstleutnant i.G. Jürgen Nehring als Seminarleiter. „Dabei gilt es, über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen und den Cyberraum aus möglichst vielen Blickrichtungen kennen zu lernen.“ Das Wichtigste sei jedoch, aufmerksam zu sein. Die Risiken und Gefahren in der digitalen Welt seien teils schwer zu erkennen und man tappe durch Unachtsamkeit schnell in eine der vielen virtuellen Fallen.

„Der gesunde Menschenverstand hilft weiter“

Oftmals sind die Gefahren des Internets offensichtlich. „Der gesunde Menschenverstand hilft oft schon weiter“, beschreibt der Experte. So sollte man bei E-Mails von unbekannten Adressen aufpassen und diese im Zweifelsfall löschen, anstatt sie unbedacht zu öffnen. Spätestens bei der Gewinnbenachrichtigung jedoch sollte jeder stutzig werden. Häufig verbirgt sich beim Klicken auf den in der E-Mail angelegten Link dahinter eine Schadsoftware (Virus, Wurm, Trojaner oder ähnliches), die den Schutz der persönlichen Daten massiv gefährdet oder dem Angreifer sogar den unkontrollierbaren Zugriff auf den eigenen Rechner ermöglicht.
"Die Gefahren, die im Internet kursieren, und die vielfältigen Angriffsmöglichkeiten, die über das weltweite Netz realisierbar sind, werden uns in den nächsten Jahre zunehmend beschäftigen“, ist sich Oberstleutnant Nehring sicher.

 

 

Autor: Jan-Patrique Ellermann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 03.03.2016

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Willkommen beim HR-Forum

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Kapitän zur See von Kölln erklärt Stefan Hebecker und Sönke Vock die kreativen Unterrichtsmaterialien

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Bundeswehrregelwerk anhand eines Tipp-Kick-Spiel bildlich erklärt

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Oberstleutnant Felix Heymann im Gespräch mit Jörn Siefkes

Unter dem Motto „ Lebenslanges Arbeiten“ trafen sich Personalmanager aus dem Raum Hamburg an der Führungsakademie der Bundeswehr zum 14. Human Ressource-Forum (HR-Forum) unter der Federführung des GMC Management Consulting aus Hamburg. Einleitend begrüßte Brigadegeneral Thomas Hambach, der Direktor Lehre, alle Teilnehmer und stellte die wesentlichen Inhalte der Lehre an der Führungsakademie vor.

Eine sorgfältige Personalauswahl sei ein grundlegender Erfolgsfaktor eines Unternehmens und die Qualität ihrer Leistung ist an den Menschen gebunden. Hierzu stellten die Teilnehmer ihre Erfahrungen mit Personalauswahlverfahren nicht nur für Neubewerber, sondern auch für die Besetzung von Führungskräften vor. Die vielschichtigen Arten und Möglichkeiten der Personalauswahl waren einleitendes Thema an diesem Abend.

Dass die Bundeswehr auch  Assessmentcenter nutzt, um Bewerber als Führungskräfte in der Bundeswehr zu identifizieren, zeige deutliche Parallelen zur zivilen Wirtschaft, so General Hambach.

Wenn für eine Person der Weg zur Führungskraft in der Bundeswehr entschieden ist, führt der Weg unweigerlich an die Führungsakademie, wo in den verschiedenen Laufbahnen zum Stabsoffizier oder zum General- beziehungsweise Admiralsstabsdienst das nötige Handwerkszeug vermittelt wird.

Führen, Management und Coaching

„Wir profitieren von Jahrzehnten langen Erfahrung in der Lehre und bringen unseren Lehrgangsteilnehmern mit kreativen Methoden bei, sich selber als Führungskräfte zu analysieren, zu reflektieren und einzuschätzen“, so Kapitän zur See Marco von Kölln, der der Fachbereichsleiter Führung und Management an der Führungsakademie der Bundeswehr ist.

Durch hochqualifizierte Dozenten, Trainer und Psychologen bekommen die Teilnehmer in den verschiedenen Führungskräftetrainings die Möglichkeit, den persönlichen und gemeinsamen Führungsstil mit LEGO-Bausteinen zu konstruieren. Durch LEGO™Serious Play® wird die Kreativität und Kommunikation mit begreifbaren LEGO-Modellen weiter entwickelt.

Sich als Führungskraft ins Spiel bringen

„Die Bundeswehr hat wie beim Fußballspiel ein Regelwerk, Strukturen, Verfahren und Taktiken, die Führungspersonen in der Bundeswehr beherrschen müssen. Wie geben ihnen hier das Handwerkszeug mit“, erklärt Oberstleutnant im Generalstabsdienst Bjarne Krause anschaulich an einem aufgebauten Tipp-Kick-Spiel.

Anstoß zur Reflexion des eigenen Handelns

Oberstleutnant Felix Heymann bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, dass Spitzenpersonalcoaching nicht nur was für Spitzenmanager, sondern unbedingt auch für Führungskräfte in der Bundeswehr sei. Lehrinhalte wie Personalausrichtung, Reflexion eigenen Handelns, Lösungserarbeitung bei komplexen Aufgabenstellungen und Command & Control (Anweisen und Kontrollieren) zeigen erneut Gemeinsamkeiten in der Ausbildung zwischen Bundeswehr und Wirtschaft.

„Ich bin beeindruckt, was man mit LEGO alles machen kann“, so Stefan Hebecker, HR-Manager von BP Europa SE, der sich darüber freut, was die Führungsakademie an Lerninhalten zu bieten hat. „Ich könnte mir vorstellen, LEGO™ Serious Play® in meinem Betrieb auch mal auszuprobieren“, erzählt Hebecker beim anschließenden Empfang.

Mit vertiefenden Gesprächen und viel Erfahrungsaustausch aus der Welt der Wirtschaft und der Bundeswehr schloss das 14. HR-Forum im Hause der Führungsakademie der Bundeswehr. 

 

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Patrique Ellermann

Hamburg, 01.03.2016

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Kunst, Kultur und Kochen. Die Führungsakademie der Bundeswehr bot einmal mehr kulturellen Spielraum.

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Im Scharenhorstsaal an der Akademie fühlten sich die Gäste wohl.

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Eine internationale Torte als Zeichen der Zusammenarbeit und des Austauschs.

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Die Geschmäcker sind verschieden. Doch am Ende finden alle zusammen.

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Tischfußballweltmeisterschaft an der Führungsakademie.

Ob das vorzügliche Essen, die Menschen, das Wetter oder die eigene Kultur: Für die ausländischen Lehrgangsteilnehmer waren am Abend der Nationen ganz verschiedene Dinge aus ihrem Land das jeweilige Highlight, das es hervorzuheben galt.

Der jährliche Abend der Nationen an der Führungsakademie der Bundeswehr bietet den Lehrgangsteilnehmer im Nationalen Generalstabsdienst- und Admiralstabsdienstlehrgang die Möglichkeit, die Vielfalt ihres Landes zu präsentieren. Im Vergleich zu den sonst eher politisch, strategisch, militärisch und gesamtgesellschaftlich ausgerichteten Veranstaltungen an der höchsten Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr steht der Abend der Nationen wesentlich im Zeichen von Gastlichkeit und guten Speisen.

Herzlicher Applaus

Im Scharnhorstsaal der Akademie reihte sich ein Tisch gedeckt mit internationalen Köstlichkeiten an den anderen. Der Lehrgruppenleiter des Lehrgangs, Oberst im Generalstabsdienst Michael Schlechtweg, begrüßte in seiner Eröffnungsansprache am Abend unter anderem den Generalkonsul aus Spanien und die Generalkonsulin aus Kroatien. Seine Danksagung ging an die Sponsoren aus dem Freundeskreis, die diese Veranstaltung wieder wohlwollend unterstützten.

Das Buffet ist eröffnet

Rund 100 Jahre nach der Schlacht um Verdun stand Oberst i.G. Schlechtweg gemeinsam mit dem französischen Lehrgangssprecher hinter dem Sprecherpult. In freundschaftlicher Atmosphäre eröffneten sie gemeinsam das Buffet. Der Abend der Nationen war termingleich mit dem Nationalfeiertag in Estland. Doch nicht nur für den estnischen Lehrgangsteilnehmer war der Abend ein besonderer. Insgesamt 14 Nationen zeigten ihre Kochkünste und bewarben ihr Herkunftsland.

Nationale Begeisterung auf dem internationalen Lehrgang

Die internationalen Lehrgangsteilnehmer berichteten voller Euphorie von den Schönheiten ihren Nationen. Immer im Mittelpunkt: das Essen. Am estnischen Stand gibt es beispielsweise Anchovis. Der delikate Fisch steht auch bei Erik Schneider regelmäßig auf dem Speiseplan. Der Hamburger Unternehmer stammt gebürtig aus Tallin und engagiert sich für den Abend der Nationen. Mit Esprit und Witz erklärt er die verschiedenen Speisen und Getränke aus seiner Heimat.

Eine kleine Fußballweltmeisterschaft

Meinungsaustausch und Internationalität beginnen an der Führungsakademie schon bei den Kleinsten. Weil es beim Abend der Nationen üblich ist, seine Familie mitzubringen, waren auch zahlreich jüngere Gäste vor Ort. Und für die kleinen Besucher hatten sich die Teilnehmer des Lehrgangs ebenfalls etwas Besonderes einfallen lassen. Ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Spielflächen und ein Tischfußball standen bereit. Wenn die Kinder aus aller Welt dann gemeinsam an diesem Tischfußball um den Sieg spielen, kommt ein Hauch von Fußballweltmeisterschaft zurück nach Deutschland. Während die kleinen Tischfußballer ihre Begeisterung teilen, tauschen sich die Familien und Freunde der Lehrgangsteilnehmer im Saal nebenan über heimische Kultur und Werte aus.  

Eine internationale Torte

International wurde dann auch gebacken. Mehrere Ehepartner von Lehrgangsteilnehmern hatten gemeinsam eine Torte gefertigt und diese am Abend präsentiert. Die gemeinsame Zubereitung funktionierte bestens. Und den Gästen schmeckte die Torte dann auch preisverdächtig gut. Mit der Preisverleihung der Tombola endete das Rahmenprogramm. Das gegenseitige Kennenlernen ging teilweise noch lange weiter.

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 26.02.2016

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Die präzise Vorbereitung ist die Grundlage für ein gutes Statement

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Die Arbeit darf auch Spaß machen

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Was wollen wir sagen? Und wie formuliere ich meine Botschaft so, dass andere sie verstehen?

Der Moment vor der Fernsehkamera ist für viele Menschen mit einer großen Portion Ehrfurcht verbunden. Interviews, Presseanfragen oder das Livegespräch vor der Fernsehkamera sind nicht jedermanns Lieblingsaufgabe. Wie auch diese Aufgabe gemeistert werden kann, erfahren die Lehrgangsteilnehmer im neuen Basislehrgang Stabsoffizier an der Führungsakademie der Bundeswehr.

An den Grundsätzen „wahrhaftig, verbindlich, ehrlich, zuverlässig und offen" orientiere sich die Presse- und Medienarbeit der Bundeswehr, so Oberst i.G. Michael Strunk. Nach dem Wegfall der Wehrpflicht fehle vielen Bürgern der persönliche Bezug zu unserer Armee. Die Wahrnehmung der Bundeswehr in der Gesellschaft erfolge heutzutage zum größten Teil über die Medien. Aus diesem Grund sei es sehr wichtig, ein solides Grundverständnis über die Bundeswehr in der Gesellschaft und der Medienlandschaft zu etablieren.

Vorbereitung ist alles

Dass die Bundeswehr mit 185.000 Soldatinnen und Soldaten eine überaus komplexe Institution mit zahlreichen unterschiedlichen Aufgaben, Ausbildungen, Einsätzen und Erfahrungen ist, macht es dann jedoch erforderlich, dass der einzelne Soldat oder die einzelne Soldatin die eigene Fachexpertise zuschauergerecht erklären kann. „Vorbereitung ist dabei alles“, verdeutlicht der medienerfahrene Oberst den Lehrgangsteilnehmern im neu konzipierten Basislehrgang Stabsoffizier. Es sei wichtig, die eigene Botschaft ehrlich  vermitteln zu können, beschreibt der Dozent vom Fachbereich Führung und Management. „Wenn wir informieren, dann muss es auch transparent und präzise erfolgen“, pflichtet Oberst i.G. Karl Hasse bei.

Praxis: Vorbereiten und üben

Deshalb erhalten die angehenden Stabsoffiziere für den nächsten Tag innerhalb des dreitätigen Ausbildungsblocks nun die Aufgabe, sich auf eine Interviewsituation vorzubereiten. Das sei keine ganz einfache Herausforderung, wenn man dieses Erlebnis zum ersten Mal erfährt, weiß Oberst i.G. Hasse. Für den erfahrenen Stabsoffizier ist es immer wieder faszinierend, wie gut die Lehrgangsteilnehmer ihre Aufgaben meistern, die noch am Vortag unmöglich zu bewältigen schienen. Doch hier hilft die umsichtige Devise von Oberst i.G. Strunk: „Das Streben nach dem Optimum bringt uns oft weiter als das Streben nach dem Maximum.“

Tue Gutes und rede drüber

„Wir haben viel Positives zu erzählen und genau das sollten wir auch machen“, berichtet Oberstleutnant Jürgen Bredtmann im Parallelhörsaal. Als auslandserfahrener Pressesprecher war er zuletzt in Erbil im Nord-Irak tätig. In einem dynamischen und komplexen Umfeld sei der Grundgedanke des „Führens mit Auftrag“ auch im Bereich der Informationsarbeit besonders wichtig. Das mediale Interesse an den Auslandseinsätzen sei derzeit riesig. Journalisten aus vielen Regionen der Welt erfragen Informationen aus erster Hand und wollen nach Möglichkeit direkt vor Ort sein, wenn es in neue Einsätze geht. Und wie so häufig drängt die Zeit: "Journalisten wollen frische Informationen möglichst als erste im Medium haben."

Was will ich sagen?

Damit die Lehrgangsteilnehmer in diesen hektischen Momenten nicht den Überblick verlieren, werden sie an der Führungsakademie der Bundeswehr unter anderem von Oberstleutnant Berthold Eisenreich auf solche Herausforderungen hin weitergebildet. Die Lehrgangsteilnehmer lernen in seinem Unterricht den Umgang mit diesen anspruchsvollen Situationen. „Seien sie stets offen und ehrlich, gleichzeitig niemals unvorbereitet“, legt der Stabsoffizier seinen Zuhörern nahe.

Auftrag aus dem Grundgesetz

Für Hauptmann Thomas Beyer ist der Ausbildungsabschnitt zur Informationsarbeit eine ideale Ergänzung zum sonstigen Lehrplan. Aus eigener Erfahrung weiß er um die Herausforderungen in ungeplanten Augenblicken. Er selbst stand vor einigen Jahren als Technischer Offizier spontan vor der Kamera, nachdem ein Hubschrauber in einem bewaldeten Gebiet notlanden musste: keine dankbare Situation. Auf dem Basislehrgang Stabsoffizier erhält er nun zusätzliches Handwerkzeug, das ihn vergleichbare Situationen mit anderen Augen sehen lassen. Denn die Medienvertreter sind unsere Partner bei unserem grundgesetzlichen Auftrag, die Aufgaben und Tätigkeiten der Bundeswehr den Bürgerinnen und Bürgern des Landes zu erklären.

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 17.02.2016

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Die Anforderungen an die Lehrgangsteilnehmer sind hoch. Doch niemand wird über den Tisch gezogen.

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Der Prozess der Neugestaltung des Basislehrgangs Stabsoffizier warf einige Fragen auf. Antworten gibt Oberst i.G. Jörg Steenbock.

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Belastungen und Herausforderungen des Lehrgangs sind am besten im Team zu bewältigen.

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Nationale und internationale Perspektiven werden facettenreich durchleuchtet.

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Oberstleutnant Wolfgang Janker lenkt den Blick der jüngeren Kameraden auf das Wesentliche.

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Die angehenden Stabsoffiziere entwickeln auf dem Lehrgang Teamgeist und Führungsstärke.

Ein neues didaktisch-methodisches Konzept, neue Inhalte und angepasste Prüfungen. Mit dem neuen Basislehrgang Stabsoffizier (BLS) werden viele neue Wege beschritten. Doch gekocht wird weiterhin nur mit Wasser. Viele Jahre war der Stabsoffizierlehrgang (SOL) an der Führungsakademie der erste große Schritt für Berufsoffiziere auf dem Weg in ihre erste Stabsoffizierverwendung innerhalb der Bundeswehr. Als vor rund zwei Jahren die Entscheidung im Ministerium fiel, den Lehrgang grundlegend zu überarbeiten, war das für alle Beteiligten eine große Herausforderung, beschreibt Oberst i.G. Jörg Steenbock, Lehrgruppenleiter an der Führungsakademie der Bundeswehr, rückblickend. An diesem Prozess war nahezu die gesamte Führungsakademie beteiligt. Denn es galt, einen Lehrgang umzugestalten, der nach vielen Anpassungen in der Vergangenheit optimiert war und trotz hoher Arbeitsbelastung allseits Anerkennung fand.

BLS statt SOL

Die Verantwortlichen drehten an vielen Stellschrauben. Anforderungen aus der Truppe, aber auch Erfahrungsberichte der Lehrgangsteilnehmer sind in den Gestaltungsprozess eingeflossen. Das neue didaktisch-methodische Konzept rückt das „Handeln“ ins Zentrum der Betrachtung. Die Anzahl der Prüfungen wurden reduziert und zeitlich entzerrt. Der Lehrgang dauert mit nun 56 Tagen fast zwei Wochen länger als sein Vorgänger.

Entstanden ist der Basislehrgang Stabsoffizier (BLS). Ein Lehrgang, in dem noch moderner gedacht und zielgerichteter gehandelt wird. „Wir möchten dem individuellen Weiterbildungsbedarf unserer Führungskräfte gerecht werden“, stellt Oberstleutnant Wolfgang Janker, Tutor im Lehrgang und Dozent im Fachbereich Führung und Management, heraus. Die Akademie bietet eine Plattform zur Selbstreflexion, die den Menschen und seine Interessen in den Vordergrund rückt.

„Niemand wird über den Tisch gezogen“

Viele Lehrgangsteilnehmer gehen mit einer spürbaren Portion Respekt und Unsicherheit in diesen Lehrgang, der für die weitere berufliche Karriere natürlich wichtig ist. „Doch die Lehrgangsteilnehmer erkennen schnell, dass hier keiner über den Tisch gezogen wird“, erklärt Oberst i.G. Steenbock. Zur immer wieder aufkeimenden Diskussion um eine denkbare Abschaffung der Prüfungsleistungen im Basislehrgang Stabsoffizier zeigen die beiden Stabsoffiziere Verständnis für Verfechter beider Lager. Selbstredend könne man individueller und mit noch aktuellerem Themenbezug unterrichten, wenn der Lehrgang prüfungsfrei gestaltet würde, erklärt Oberst i.G. Steenbock. Doch eine Bewertung der Leistung während des Lehrgangs sei objektiver und nachvollziehbarer, wenn sie auch auf der Grundlage von Leistungsnachweisen basiere.

„Beobachtungen unter Stress bleiben wichtig“

Im neu geschaffenen Lehrgang werden die Teilnehmer - wie auch vorherigen Lehrgang - schriftlich und mündlich geprüft. Oberstleutnant Janker ist durchaus bewusst, dass eine Prüfung für die Lehrgangsteilnehmer an der einen oder anderen Stelle zu einer hohen zeitlichen und psychischen Belastung führe. Andererseits komme genau diese Belastung  auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in zukünftigen Verwendungen zu. Für diejenigen, die die Karriereleiter hoch hinauf möchten – vielleicht bis zum General oder Admiral –, werden in Zukunft enorm anspruchsvolle Herausforderungen anstehen.

Für die weitere Entwicklung des BLS ist bereits jetzt der völlige Verzicht auf Prüfungen in Planung. Aber auch dann bleibe es zwingend notwendig, die Lehrgangsteilnehmer auch in Stresssituationen zu beobachten und zu beurteilen. Oberstleutnant Janker kann sich gut vorstellen, in den verschiedenen Themenfeldern des Lehrganges Aufgaben und Vorträge von den Lehrgangsteilnehmern abzuverlangen und diese dann auszuwerten. Die Tutoren und Dozenten sind dazu vor dem Hintergrund ihrer umfassenden Erfahrungen bestens geeignet. Diese Aufgaben würden sich dann verstärkt an den künftigen Aufgaben und Herausforderungen eines Stabsoffiziers orientieren müssen – und das werde den Führungskräften im Lehrgang langfristig zugutekommen. Denn wer in diesem Lehrgang bereits an seine Grenzen gelangt, der würde im General- oder Admiralstabsdienstlehrgang keine Zufriedenheit verspüren. Auch aus diesem Grund sei das Selbst- und Belastungsmanagement für militärische Führungskräfte von herausragender Bedeutung. Eine besonders schöne Erfahrung sei es dann aber, wenn diesen Anforderungen erfolgreich im Team begegnet werde. Diesen Prozess sehen und erleben die Dozenten immer wieder gerne. Außerdem sind alle Dozenten in ihrer militärischen Karriere bereits den gleichen, teilweise steinigen Weg gegangen.  

Wille und Freude – Wollen und Können

Die Tutoren im BLS verfügen über die notwendige Lebens- und Diensterfahrung, um ihren jüngeren Kameraden zu helfen und ihnen wertvolle Ratschläge zu geben. Dazu seien Wille und die Freude an der Lehre wesentliche Faktoren, die es zum Lehren brauche. Und die Lehrkräfte an der Führungsakademie seien aus eben diesem Holz geschnitzt, so Oberstleutnant Janker als Vertreter des Dozententeams. Das neue didaktisch-methodische Konzept der Akademie hilft dabei: Handlungsorientierung und Methodenwissen werden in den Vordergrund gestellt und damit das „Wollen“ und „Können“ der Führungskräfte optimiert.  

Attraktivität haben wir in der eigenen Hand

Das Thema Attraktivitätsverbesserung sollte jeder Vorgesetzte auf seine persönliche Agenda setzen. „Es liegt in der Hand einer jeden Führungskraft, das Personal der Bundeswehr zu führen, zu motivieren und auch zu überzeugen, sich langfristig zu binden“, meint Oberstleutnant Janker. Im Wettbewerb mit dem zivilen Markt um gutes Personal ist es einfach notwendig, militärischen Führungskräften modernstes Führungswerkzeug in die Hand zu legen. Dieses Vorgehen findet auch über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung.
Während seit vielen Jahren bereits ausländische Offiziere aus nahezu allen Regionen der Welt die General- oder Admiralstabsdienstausbildung an der Führungsakademie besuchen, hat im letzten Lehrgang erstmals ein ausländischer, in diesem Fall ein luxemburgischer Offizier, am Stabsoffizierlehrgang teilgenommen.  Und das mit großem Erfolg.
Der erste BLS läuft gerade. Deshalb will Oberst i.G. Steenbock noch keine abschließende Bewertung zum neuen Lehrgang abgeben. Wenn man jedoch die vorgeschalteten, teilstreikraft-spezifischen Ausbildungen, die ebenfalls an der Führungsakademie stattfinden, mit in die Betrachtung zieht, dann wird schnell klar, dass die Abwesenheit vom eigentlichen Dienstposten für die Führungskräfte deutlich größer geworden ist. Inwieweit sich die Entzerrung der Prüfungen und die Umgestaltung der Lehre auf die zeitliche Belastung der Lehrgangsteilnehmer während des Lehrgangs auswirkt, kann erst am Ende des Lehrgangs bewertet werden. Hier werden die Dozenten sowie Vorgesetzten und natürlich auch die Lehrgangsteilnehmer gefordert sein, den neuen Basislehrgang Stabsoffizier erfolgreich zu gestalten.

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 15.02.2016

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Prof. Dr. Christof Parnreiter, Generalmajor Achim Lidsba und Abgeordneter Jan van Aken diskutierten sehr angeregt

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Die beiden Schüler der Stadtteilschule Blankenese schlugen sich als Moderatoren hervorragend

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Die Podiumsdiskussion in der Stadtteilschule Blankese endete mit viel Beifall

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Engagement, Religion, Wirtschaft, Bundeswehr. Klare Worte gab es auch von Dietrich Gerstner.

Die Flüchtlingskrise ist weiterhin das bestimmende Thema. Schüler der Stadtteilschule Blankenese führten am 11. Februar 2016 einen Professor, einen Journalisten, einen Referenten für Menschenrechte, Bundestagsabgeordnete von SPD und Die Linke sowie Generalmajor Achim Lidsba von der Führungsakademie der Bundeswehr zu einer spannenden Podiumsdiskussion zusammen.

Fluchtgründe in Zeiten der Globalisierung gebe es viele, eröffnet Jan van Aken, Bundestagsabgeordneter für Die Linke, die Diskussion an der Stadtteilschule Blankenese. Die ungerechte Weltwirtschaft und fehlgeleitete Waffenexporte sind ihm ein Dorn im Auge. Professor Dr. Christof Parnreiter, Wirtschaftsgeograf an der Uni Hamburg, wirft darauf aufbauend die Frage auf, ob die deutsche Gesellschaft bereit sei, über eine Umverteilung des Reichtums in Deutschland zu denken. Bereits als Gastprofessor in Mexiko erlebte er die grausamen Konsequenzen, die auf der Grundlage unstabiler Verhältnisse aufleben können.

Ursachen und Folgen

„Die Diskussion ist nicht immer bequem, doch wir müssen sie führen“, zeigt Hauke Friederichs auf. Rüstungsexporte in NATO-Partnerstaaten seien grundsätzlich notwendig, doch man müsse immer die Zusammenhänge und die Weitergabe von Waffen in Drittstaaten im Blick behalten, fordert der Journalist und Autor. Während die Ursachen für die Flüchtlingskrise nicht abschließend analysiert werden können, sind die Folgen derzeit für die Bürger ersichtlich. Die daraus resultierende notwendigen Hilfsleistungen werden auch von der Führungsakademie der Bundeswehr geleistet, beschreibt Generalmajor Achim Lidsba die Unterstützung der Soldaten unter Leitung von Hauptmann Vanessa Feldmann.

Wir schaffen das

Dietrich Gerstner zeigt sich zufrieden mit diesem Engagement. Der Referent für Menschenrechte und Migration der Nordkirche lebt seit 20 Jahren in einer Hausgemeinschaft mit Flüchtlingen und arbeitet für die kirchliche Entwicklungshilfe. Er zeigt sich besorgt, da es seiner Meinung nach in den aktuellen Konflikten nicht um Religion, sondern um den Missbrauch von Religion gehe. Zustimmend reagierte Dr. Matthias Bartke, der den Fokus sodann auf die zukünftigen innenpolitischen Herausforderungen legte. Eine planvolle Qualifizierungsoffensive sei notwendig, ist der Bundestagsabgeordnete für die SPD überzeugt. „Wir schaffen das. Wir wollen es aber auch gut schaffen“, verdeutlicht er seine Erwartungshaltung und fordert damit ein wenig mehr Geduld für die aktuelle Regierung.

Ohne Sicherheit ist alles nichts

Ein wenig mehr Geduld. Das ist dann auch das Stichwort von Generalmajor Achim Lidsba. Stets seien eine ganzheitliche Analyse und ein umfassender Ansatz bei der Betrachtung von internationalen Krisen notwendig. Die Bundeswehr sei hierbei nur ein Instrument im Werkzeugkasten der Bundesregierung und unserer Partnerstaaten. Migration und Integration müssten nun zusammengelebt werden. Doch dazu brauche es strategische Geduld. Professor Dr. Christof Parnreiter wirft dazu ein, dass Integration immer über Integration funktioniere. Er forderte damit dazu auf, Flüchtlinge aktiv zu integrieren und ihnen Arbeitsplätze einfacher zur Verfügung zu stellen. Pragmatischer Grundgedanke, aber noch existieren auch bürokratische Hürden.

Intensive Vorbereitung, voller Erfolg

Die Hürden bei der Vorbereitung einer Podiumsdiskussion haben zumindest die Schüler des Oberstufenprofils der Stadtteilschule Blankenese erfolgreich übersprungen. „Unsere Vorbereitung dauerte rund vier Monate, und mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, beschreibt Schüler Sebastian Schrenke, einer der beiden Moderatoren der Veranstaltung, den Planungsprozess. Schulleiter Mathias Morgenroth-Marwedel pflichtet seinem Schüler bei. Die Stadtteilschule Blankenese habe sich von der bestmöglichen Seite präsentiert. „Ich bin stolz auf meine Schüler“, sagt er erfreut. Dass „der Generalmajor der Bundeswehr und der Bundestagsabgeordnete der Linken in mehreren Punkten deckungsgleich analysierten“, erstaunte die Sozialpädagogin der Stadtteilschule Kathrin Schubert. Für sie habe die Podiumsdiskussion sehr anregende Aspekte geliefert. Ein Schritt weiter ging dann sogar ein Mitglied des Elternrats. „Diese Veranstaltung ist viel lebendiger und interessanter als so manche Diskussion im Fernsehen.“

 

 

Autor: Jan-Patrique Ellermann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 09.02.2016

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Werner Hopp (Geschäftsführer Borowski & Hopp GmbH & Co. KG)

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Vordergrund Prof. Dr. Eckhard Rohkamm (Präsident Hafen-Klub), Hintergrund Hans-Jürgen Mosig (Gesellschafter + Geschäftsführer BOX Logistics GmbH)

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Internationale Beziehungen, maritime Herausforderungen und die Wirtschaft stehen im Fokus der Betrachtung des Hamburger Hafen-Klub e.V. Die zahlreichen Überschneidungen mit dem Lehrplan der Führungsakademie der Bundeswehr verdeutlichen die enge Verbundenheit.

Seit vielen Jahren ist der Hafen-Klub e.V., der als Kommunikationsplattform und Wirtschaftsvereinigung Hamburgs dient, Pate des Hörsaals der Marine des Generalstabs- und Admiralstabsdienstlehrgangs International (LGAI). Auf Einladung des Kommandeurs der Führungsakademie, Generalmajor Achim Lidsba, besuchte der Klub am 4. Februar die Akademie in Hamburg Blankenese. Die Gäste, angeführt vom Präsidenten des Hafen-Klubs, Prof. Dr. Eckard Rohkamm, stammen aus verschiedensten Wirtschaftsbranchen.

Berufsoffiziere und Lego

Fregattenkapitän Kai Paetau stellte in einem umfangreichen Vortrag den Campus sowie den beruflichen Ausbildungsgang der Berufsoffiziere, beginnend mit der Grundausbildung eines Offizieranwärters bis hin zu den zahlreichen Lehrgängen an der Führungsakademie dar.

Die Tatsache, dass während eines Ausbildungsabschnittes auch mit Lego gebaut wird, hat so manch einen Besucher ins Staunen versetzt. Klarheit über den Sinn und Zweck, nämlich einen persönlichen und gemeinsamen Führungsstil konstruktiv und bildlich darzustellen, brachte Oberstleutnant im Generalstabsdienst (i.G.) Bjarne Krause.

Maritime Abhängigkeiten

Kapitän zur See Holger Naumann nahm die 22 Teilnehmer des Hafen-Klubs mit auf eine virtuelle Reise über die Weltmeere und verdeutlichte Deutschlands wirtschaftliche Abhängigkeit im Seetransport und die Rolle der Maritimen Sicherheit für die internationalen Handel. „Weltweit werden 90 Prozent des Außenhandels, das sind sieben Milliarden Tonnen Güter und insgesamt vier Millionen Seemeilen über See im Jahr abgewickelt“, erklärte Holger Naumann seinen Zuhörern.

Zustimmung erntete der Referent auch während der Ausführungen zum Thema Klimawandel, maritime Risiken, umstrittener Grenzen, zum illegalen Waffenhandel und zur Piraterie. Die gemeinsamen Interessen und Ziele wurden mehrfach offensichtlich und ein weiterer Besuch dürfte sich bald anschließen.

Der LGAI

Die Vortragsreihe schloss Oberst i.G. Matthias Kohnen, Lehrgangsleiter des LGAI, mit der Vorstellung des  Lehrgang und deren internationale personelle Zusammensetzung.  

Der sich anschließende Empfang gab jedem Gast noch einmal die Möglichkeit, sich mit den Lehrgangsteilnehmern des Hörsaals Marine persönlich zu unterhalten. Der Hafen-Klub e.V. stellt im laufenden Lehrgang neun Paten. „Wir sind das Pedant zum Freundeskreis der Führungsakademie und seit vielen Jahren mit der Akademie eng verwurzelt. Wir stellen seit Jahren Paten für die internationalen Lehrgangsteilnehmer“, unterstrich Dr. Heiko Fischer, Vizepräsident des Hafen-Klub e.V., die enge Verbundenheit. 

 

 

Autor: Matthias Hoopmann

Hamburg, 04.02.2016

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Der Stabsoffizierfortbildungslehrgang bereitet auf höherwertige Verwendungen vor

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Fregattenkapitän Andreas Wagner ist Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven

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Oberst Dr. Harald Sternberg ist Professor an der Hafencity Universität Hamburg

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Kapitänleutnant Björn Röhlich ist Verkaufsleiter im Mittelstand

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Blick in den Hörsaal

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In den Lehrgebäuden der Graf-von-Baudissin-Kaserne diskutieren die Teilnehmer über aktuelle Herausforderungen der Bundeswehr

Der Vizepräsident der Hafencity Universität, der Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven, ein Berufsschullehrer oder der Verkaufsleiter eines erfolgreichen Unternehmens des Mittelstands haben manchmal mehr gemeinsam, als es zu erwarten wäre…

Wenn man dieser Tage in die Hörsäle der Führungsakademie schaut, dann wirkt alles wie immer. Soldaten der Akademie tauschen mit Dozenten Wissen und Erfahrung aus. Die Lernenden tragen Uniformen von Heer, Luftwaffe und Marine und haben unterschiedlichste Karrieren bei der Bundeswehr durchlaufen. Sie diskutieren mit den Referenten Themen von Offshore Windparks über Migration hin zu den grundlegenden sicherheitspolitischen Aspekten und Aufgaben der Bundeswehr. Noch facettenreicher als dieser Lehrplan sind die hauptberuflichen Tätigkeiten der Reservedienstleistenden, die in dieser Woche den Stabsoffizierfortbildungslehrgang der Reserve besuchen.

„Man spürt, dass wir wichtig sind“

Einer der Lehrgangsteilnehmer ist Fregattenkapitän Andreas Wagner. Nach seinem Wehrdienst entschied er sich für den Reservedienst bei der Bundeswehr. Heute ist der Fregattenkapitän Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven. Die Nähe der Hafenstadt zur Bundeswehr trägt auch Andreas Wagner in sich. Sofern es sein Terminplan hergibt, bemüht er sich regelmäßig um eine Reservedienstleistung, die früher Wehrübung genannt wurde. Die Erfahrungen, die er hier in Diskussionen mit anderen Lehrgangsteilnehmer aus den Bereichen Wissenschaft, Politik oder Wirtschaft für sich gewinnen kann, sind für ihn als Bürgermeister sehr wertvoll. „Man spürt, dass wir wichtig sind“,  beschreibt Wagner die Atmosphäre an der Führungsakademie. Die Lehrbedingungen seien optimal. Das abwechslungs- und umfangreiche Programm, das die Akademie für die Reservedienstleistenden auf die Beine stellt, gefällt auch den anderen Teilnehmern. Während einer Barkassenfahrt und einer Stadtrundfahrt lernen sie sich und die Stadt Hamburg besser kennen.

Beiderseitiger Wissensaustausch

Im Gegensatz zu der Mehrzahl der Teilnehmer am Lehrgang kennt Oberst Professor Dr. Harald Sternberg die Stadt Hamburg bereits sehr gut. Oberst Sternberg ist Vizepräsident für Lehre und Studium an der Hafencity Universität Hamburg. „Der beidseitige Wissensaustausch und die vermittelte Führungskompetenz an der Akademie sind hervorragend“, betont der ehemalige Zeitsoldat der Bundeswehr den Grund für seine Teilnahme. Im normalen Berufsalltag ist er für rund 50 Professoren und über 2.500 Studierende verantwortlich. Hier an unserer Akademie bildet er sich für zwei Wochen in seiner Heeresuniform weiter.  Für den Ingenieur der Geodäsie ist der Lehrgang eine lehrreiche Abwechslung zum Alltag an der Universität. Seine Frau wie seine Kollegen unterstützten sein Vorhaben.

Persönliches Engagement

Leider können nicht alle Betriebe in gleicher Art und Weise Unterstützung leisten, wenn sie auf einzelne Mitarbeiter projektbezogen angewesen sind. Kapitänleutnant Björn Röhlich beispielsweise kämpft derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig. Neben dem Lehrgang nimmt er regelmäßig früh morgens oder spät abends an internationalen Telefonkonferenzen teil. „Die Mehrfachbelastung ist natürlich anstrengend. Aber es macht mir einfach Spaß, mich auch für die Bundeswehr einzubringen“, erklärt der Familienvater. Gleichzeitig hat Röhlich zurzeit eine Flüchtlingsfamilie bei sich zuhause aufgenommen, und auch da gibt es natürlich einiges zu organisieren. All diese Herausforderungen treiben Kapitänleutnant Röhlich an, stets hat er ein Lächeln auf den Lippen.
Attraktivität bei der Bundeswehr war dann auch ein wichtiges Thema innerhalb des Lehrgangs. Hier sind es insbesondere die Lehrgangsteilnehmer, die wertvollen Input aus ihrer externen Sicht geben. Den demografischen Wandel und die daraus resultierende Konkurrenz um das zivile Personal diskutierten Oberst Professor Dr. Harald Sternberg, Fregattenkapitän (und Oberbürgermeister) Andreas Wagner sowie Verkaufsleiter Björn Röhlich mit den anderen Lehrgangsteilnehmern und ihren Dozenten. Dabei präsentierten die Vortragenden spannende und sich durchaus positiv entwickelnde Bewerberzahlen. Für die Reservedienstleistenden geht es auf dem Lehrgang auch um ihre persönliche zukünftige Karriere bei der Bundeswehr. Dazu erhalten sie ein individuelles Personalgespräch, in dem ihnen potentielle Verwendungen und Einsatzgebiete aufzeigt werden. Für den Großteil wird es nun jedoch erst einmal zurück an den gewohnten Schreibtisch gehen. Die wichtige – und spürbare – Verbundenheit wird bleiben.

 

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 29.01.2016

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Fregattenkapitän Kai Paetau erklärt die Prinzipien und die Philosophie der Führungsakademie

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Dieses Mal auf der Zuhörerseite: Jugendoffiziere der Bundeswehr

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Gruppenbild vor dem Lehrgebäude des internationalen General- und Admiralstabsdienst

Normalerweise unterrichten und referieren sie selbst: Die Jugendoffiziere der Bundeswehr. An der Führungsakademie der Bundeswehr saßen nun sie auf der Schulbank. Generalmajor Achim Lidsba, der Kommandeur der Akademie, begrüßte in dieser Woche zehn ehemalige und aktive Jugendoffiziere und stellte zu Beginn des zeitlich straff geplanten Besuchs die Bedeutung der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung im nationalen und internationalen Umfeld heraus.

Austausch von Wissen und Erfahrung

In zahlreichen Seminaren und Veranstaltungen bietet die Akademie in Hamburg Blankenese ein Forum für Wissensaustausch und Meinungsoffenheit. Dies gelte für Menschen aus der Bundeswehr, aber auch Personen aus Wirtschaft oder Politik, betonte Generalmajor Lidsba. Für die Jugendoffiziere ist das ein Umfeld, in dem sie sich regemäßig bewegen und entsprechend wohl fühlen. Fregattenkapitän Kai Paetau stellte den sicherheitspolitisch geschulten Besuchern  im weiteren Verlauf des Tages die Akademie und die Lehre vor, die sich in 60 Jahren etabliert hat und gleichzeitig ständig weiterentwickelt.

Der Jugendoffizier

Jugendoffiziere der Bundeswehr agieren als Referenten zum Thema Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. In Vorträgen, Politiksimulationen, Podiumsdiskussionen sowie ein- und mehrtägigen Seminarfahrten sind sie aktiv und vertreten die Bundeswehr nach außen. Sie sind bundesweit im Einsatz und verstehen sich als Fachreferenten in sicherheitspolitischen Fragen und liefern kompetente Beiträge in kontroversen Diskussionen.

 

 

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