Autor: Stefan Berger, Gero Demme; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 18.01.2016

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Viel erlebt! – Viel gelernt! Aufzeigen von Möglichkeiten und Anregungen für Einsatz und Führung im Lehrgang

Die Umstrukturierung an der Führungsakademie wirkt sich auch auf die Marinesoldaten aus. Ein neuer Lehrgang, ein neuer Lehrplan, doch vieles bleibt erhalten.

Namen sind Schall und Rauch. Dass der bisherige zweiwöchige Lehrgang „Führung und Einsatz – Maritime Fähigkeiten der Bundeswehr“ nun mit „Grundlagen Führung und Operationsplanung für angehende Stabsoffiziere der Marine“ bezeichnet wird, ist folglich für die teilnehmenden Marineoffiziere kaum relevant. Doch auf dem Weg zum Stabsoffizier ändert sich für sie dann doch so einiges.

Das rettende Ufer ist nun weiter entfernt

Für die ersten 28 Lehrgangsteilnehmer, die den Ausbildungsabschnitt am 18. Dezember 2015 bereits erfolgreich beendeten, galt es, nun sieben statt wie bisher zwei Wochen intensiver und zielgerichteter Ausbildung zu absolvieren. Entsprechend anspruchsvoller ist nun der Lehrplan gestaltet. Aufbauend auf der bisherigen Ausbildung, den Erfahrungen und der Berufspraxis, markiert er den Abholpunkt für die weitere Ausbildung eines jeden Marineoffiziers an der Führungsakademie. Im Kern geht es dabei um die Vermittlung der maritimen Aspekte der Sicherheitsvorsorge und insbesondere um die Methoden und Verfahren der Operationsplanung in multinationalen Stäben. Auch Marineoffiziere, die bislang vornehmlich in anderen Organisationsbereichen eingesetzt waren, wurden nun noch besser befähigt, die Belange der Marine vertreten zu können. In diesem Zusammenhang stellte auch die durchgeführte zweiwöchige Stabsübung „XERXES“ den Höhepunkt der Ausbildung dar.

Der nächste Hafen: BLS

Der sich anschließende Basislehrgang Stabsoffizier (BLS) vertieft jetzt in elf weiteren Ausbildungswochen seit dem 4. Januar 2016 die teilstreitkräftegemeinsamen Aspekte der zukünftigen Tätigkeitsfelder in der Bundeswehr. Mit der Veränderung der Ausbildung zeichnet die Führungsakademie verantwortlich, dass alle zukünftigen Stabs- und Admiralstabsoffiziere – unter Berücksichtigung der veränderten Anforderungen – optimal auf kommende Führungsverwendungen vorbereitet werden. Der neue „Ankerpunkt“ für die Führungskräfteentwicklung der Deutschen Marine wird sich in diesem Jahr noch einige Male beweisen müssen.

 

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Laura Clayborn

Hamburg, 15.01.2016

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Zufriedene Gesichter während der Beförderung

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Ein Schulterklopfer zum Start in den neuen Dienstgrad

„Es ist ein gutes Gefühl, die neuen Klappen auf den Schultern zu tragen“, berichtet Major der Reserve Dr. Daniel Giese nach seiner Beförderung. Wenige Minuten zuvor hatte Generalmajor Achim Lidsba, Kommandeur der Führungsakademie, dem Reserveoffizier den Text seiner Ernennungsurkunde verlesen.

So eine Beförderung sei ohne Zweifel ein sehr emotionaler Moment, den es in dieser Form außerhalb der Bundeswehr nicht gebe, beschreibt der frisch ernannte Major unmittelbar im Anschluss seinen Eindruck.

Seit über 25 Jahren als Reserveoffizier aktiv

Major Giese ist bereits seit mehr als 25 Jahren Reservedienstleistender, auch wenn es diese Bezeichnung damals noch nicht gab. Kurz vor der Wende machte er seinen 15-monatigen Wehrdienst bei den Panzeraufklärern. Nach Übernahme in die Laufbahn der Reserveoffiziere und den obligatorischen Lehrgängen, die er in den Semesterferien ableistete, erfolgte 1993 die Ernennung zum Leutnant der Reserve.

Weitere Wehrübungen absolvierte der promovierte Historiker anschließend als Presseoffizier. Über das Landeskommando in Hamburg entstand dann 2010 der Kontakt zur Führungsakademie. Hier war Giese, der hauptberuflich Leiter Kommunikation und Public Affairs bei der Stiftung Jugend forscht ist, zunächst als Lehroffizier beordert. In dieser Verwendung verfasste er eine Studie zur Bedeutung der „strategischen Kommunikation“ für die Bundeswehr und zur Implementierung dieses Themas in das Seminarangebot der Akademie. Mittlerweile ist er hier als Pressestabsoffizier aktiv und vertritt regelmäßig den Leiter der Informationsarbeit (LdI). An der Führungsakademie schätzt Giese das gute Arbeitsklima und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

„Der Reservedienst bedeutet einen Mehrwert für jeden“

Nach Ansicht von Giese stellt der Reservedienst sowohl für die Bundeswehr als auch für den Reservisten selbst einen Mehrwert dar. „Es ist eine Win-win-Situation, denn die Streitkräfte profitieren von den zivilberuflichen Kompetenzen, die der Reserveoffizier einbringt. Er erhält seinerseits einen exklusiven Einblick in eine global agierende Großorganisation“, so Giese. „Im Ergebnis gibt es einen sehr fruchtbaren wechselseitigen Wissenstransfer.“

So konnte Giese als Vertreter des LdI seine langjährige Erfahrung im Kommunikationsbereich in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Führungsakademie einfließen lassen. Zugleich empfand er es als äußerst erkenntnisreich, die vielschichtigen Prozesse und Anforderungen in der Akademie wie auch die internationalen Einflüsse intensiv von innen heraus kennen zu lernen. „Für mich ist es stets eine spannende Herausforderung, als Soldat zu dienen. Und natürlich ist es schön, wenn man das Gefühl hat, etwas bewegen zu können“, berichtet Giese.

Attraktivität des Reservedienstes steigern

Diese Art von Erfahrungen ist es, die künftig noch viel mehr Zivilisten machen sollten, sind sich auch Gieses Vorgesetzte und Arbeitskollegen an der Führungsakademie sicher. Das gelte auch für andere Bereiche in der Truppe. Doch derzeit sei die Zahl der Reservisten insgesamt weiter rückläufig. Für die Bundeswehr gelte es daher, die Attraktivität des Reservedienstes weiter zu steigern und mögliche Hemmnisse abzubauen, um beispielsweise mehr qualifizierte Berufstätige für den Einstieg in die Reserveoffizierslaufbahn außerhalb des Wehrdienstes zu begeistern.

Wenn Giese nicht als aktiver Soldat dient oder seiner hauptberuflichen Tätigkeit nachgeht, dann hält er über den Reserveoffiziersverein „Spähkreis 3“ engen Kontakt zu den alten Kameraden aus Lüneburg. Die Stimmung in der Bundeswehr hat sich seiner Meinung nach in den letzten Jahren stark verändert: zum einen wegen der Umstellung auf die Freiwilligenarmee, zum anderen habe der größere Anteil von Frauen in der Truppe natürlich auch einen Effekt gehabt. Commitment und Motivation in der Breite seien heute sicher nicht mehr mit der Situation wie zu Zeiten der Wehrpflichtarmee zu vergleichen. Zudem nimmt die gesellschaftliche Anerkennung angesichts der zahlreichen internationalen Verpflichtungen der Bundeswehr seiner Wahrnehmung nach stetig zu.

Ende des Jahres steht für den frischernannten Major nun der Stabsoffizierslehrgang für Reservisten an der Führungsakademie auf der Agenda. Doch bis dahin sind im zivilen Leben noch zahlreiche Projekte zu erledigen.

 

 

Autor: FüAkBw

Hamburg, 12.01.2016

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Die Ausbildung der angehenden Stabsoffiziere wurde nach der letzten großen Anpassung im Jahr 2004 einer Revision unterworfen und grundlegend überarbeitet.

Aufbauend auf dem bereits vorhandenen Wissen der teilnehmenden Offiziere bereitet die Führungsakademie der Bundeswehr jedes Jahr fast 600 Offiziere – Hauptleute des Heeres und der Luftwaffe sowie Kapitänleutnante der Marine – auf ihre ersten Verwendungen als Stabsoffizier der Bundeswehr vor. Der Basislehrgang Stabsoffizier (BLS) schafft dabei weiterhin die laufbahnrechtlichen Voraussetzungen für die Beförderung zum Major beziehungsweise zum Korvettenkapitän. Darüber hinaus leistet er auch in überarbeiteter Form einen Beitrag zur Festlegung der nachfolgenden individuellen Förderung der teilnehmenden Offiziere.

Ausbildungsziel

Ziel des Lehrgangs ist es, in 56 Ausbildungstagen neben Grundlagen- und Methodenwissen auch das erforderliche Vertiefungswissen über nationale und internationale sowie zivil-militärische Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu vermitteln. Dieses beinhaltet neben fachspezifischen militärischen Themen auch moderne Führungs- und Managementmethoden, die auf bewährten zivilen Standards beruhen. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen gehört dabei ebenso zum festen Bestandteil des Lehrgangs.

Die Ausbildung ist umfassend angelegt und deckt Fragestellungen interdisziplinär unter anderem auch aus politischer, sozialer, historischer, ökonomischer, ethischer und technologischer Sicht ab.

Neue Inhalte

Neu ist dabei im BLS – neben der um fast 10 Tagen verlängerten Ausbildungsdauer –  der verstärkte Fokus auf bundeswehrübergreifende Themen, wie zum Beispiel dem bundeswehreigenen Planungsprozess (Integrierter Planungsprozess – IPP). Darüber hinaus werden bereits in diesem Lehrgang erste Grundlagen für mögliche Verwendungen auf operativer Ebene gelegt, was bisher Lehrgangsteilnehmern von nachfolgenden Lehrgängen vorbehalten war.

Der Anteil der Stabsarbeit wurde erhöht und anwendungsorientierter ausgestaltet. Managementmethoden wie zum Beispiel das Prozessmanagement, Veränderungsmanagement sowie Grundlagen bundeswehrgemeinsamer Denkweisen im Bereich des Personalmanagements wurden fest in den Lehrgang integriert.

Didaktisch-Methodisches Konzept – Kompetenzorientierung

Neben den inhaltlichen Anpassungen berücksichtigt die Ausbildung der Stabsoffiziere im BLS das neue didaktisch-methodische Konzept der Akademie. Handlungsorientierung und Methodenwissen treten neben der Vermittlung von grundlegenden Theoriekenntnissen noch mehr als bisher in den Vordergrund. Das „Handeln“ wird im BLS in den Mittelpunkt gestellt und das „Wollen“ und „Können“ der Lehrgangsteilnehmer gefördert. Dieses fordert die aktive Mitarbeit der Lernenden. Somit werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der angehende Stabsoffizier seine bereits vorhandenen Kompetenzen ausbauen und neue Kompetenzen erwerben kann.

Lehrgang mit Prüfungen

Ausgehend vom Bedarf der Personalführung, Erkenntnisse für die Personalentwicklung und –förderung gewinnen zu wollen, liefert der BLS einen Beitrag für personelle Auswahlentscheidungen. Hierzu trägt der BLS mit Leistungsbewertungen und Prüfungsergebnissen bei. Die Lehrgangsteilnehmer müssen drei Leistungsnachweise in den Prüfungsfächern „Sicherheitspolitik und Strategie“, „Human- und Sozialwissenschaften“ sowie „Einsatz Streitkräfte“ ablegen.

Übergang zur operativen und strategischen Ebene

Trotz der abzulegenden Prüfungen steht die Aus-, Fort- und Weiterbildung der teilnehmenden Offiziere im Mittelpunkt des BLS. Er ist ein wichtiger Baustein im Rahmen des lebenslangen Lernens und damit der Abholpunkt für die Nutzung des weitergehenden Lehrangebots der Führungsakademie der Bundeswehr.

Den BLS Factsheet stellen wir Ihnen hier als Download zur Verfügung.

 

Autor: Michael Sack, Lutz Viete; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 04.01.2016

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Das Ausbildungsportfolio der Führungsakademie unterliegt einer ständigen Anpassung innerhalb einer sich modernisierenden Bundeswehr. Die angehenden Generale und Admirale an der Akademie erleben das nun in den aktuellen Lehrgängen.

Die permanente Weiterentwicklung der Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr wird aktuell am neugestalteten Lehrgang „Grundlagen Führung und Operationsplanung für angehendende Stabsoffiziere des Heeres“ offenkundig. Während die Ausbildung qualitativ aufgewertet wird, bleibt die Verknüpfung von praktischer Handlungsorientierung und akademischer Analysefähigkeit ein beständiges Merkmal, dessen Nutzen auch den angehenden Stabsoffizieren des Heeres zukünftig dienen soll.


Die 53 Soldatinnen und Soldaten des Heeres, die vom 27. Oktober bis 18. Dezember des letzten Jahres den intensiven Lehrgang besuchten, waren in vier Lerngruppen aufgeteilt. Die Oberstleutnante Marc Fechtner, Peter Vollmers, Henning Stahlschmidt und Jörg Voigt füllten den achtwöchigen Lehrgang mit Leben. Im neuen Jahr kommen die Oberstleutnante Michael Erben, Andreas Richter und Michael Preißner als weitere Tutoren hinzu.

Zukunftsorientierte Ausbildung

Insgesamt fünf umfassend entwickelte Planungs- und Stabsübungen und zukunftsorientierte Unterrichtungen zur aktuellen Entwicklung in den Bereichen Konzeption, Ausbildung, Rüstung und Personalmanagement standen auf dem facettenreichen Stundenplan. Neben den Dozenten der Führungsakademie leisteten hochkarätige externe Referenten einen wichtigen Beitrag zur Ausgestaltung des Lehrgangs.


Die angehenden Stabsoffiziere verbessern während des Lehrgangs nicht nur die taktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten im praktischen Handwerkszeug, sondern blicken darüber hinaus auch über den Tellerrand. Besonders interessant sind für die Teilnehmer natürlich ihre zukünftig möglichen Verwendungen.


Im Anschluss an den neuen Lehrgang werden die angehenden Stabsoffiziere den Basislehrgang Stabsoffizier (BLS) besuchen. Dieser Lehrgang ersetzt wesentliche Ausbildungsabschnitte des alten Stabsoffizierlehrgangs (SOL). Der Basislehrgang Stabsoffizier vertieft in elf weiteren Ausbildungswochen die gemeinsamen Aspekte der zukünftigen Tätigkeitsfelder aller Teilstreitkräfte.

Mehr Quantität, mehr Qualität

Der Lehrgang „Grundlagen Führung und Operationsplanung für angehendende Stabsoffiziere des Heeres“ passt perfekt in die neue Struktur der Führungsakademie und wertet die Ausbildung zum Stabsoffizier des Heeres sowohl qualitativ als auch quantitativ auf. Mit acht Wochen taktischer Aus- und Fortbildung auf der Ebene Brigade ist der neue Lehrgang deutlich umfangreicher als der bisherige Lehrgang „Lehre Landstreitkräfte I“, der nur drei Wochen dauerte. Mit dieser Lehrgangsabfolge verwirklicht die Führungsakademie eine optimale Vorbereitung der künftigen Stabs- und Admiralstabsoffiziere auf ihre kommenden Führungsverwendungen in den unterschiedlichen Bereichen der Bundeswehr.

Um dem fachlichen Anspruch an diesen Lehrgang gerecht zu werden, wird es bis zum März insgesamt sechs neue Dienstposten geben. Maximal 108 Lehrgangsteilnehmer können ab dann betreut und ausgebildet werden.

 

 

Autor: Jörg Barandat; Fotograf: Jörg Barandat

Hamburg, 01.10.2015

Body + Brain: Nicht nur „Mens agitat molem“, sondern auch „Mens sana in corpore sano“ (In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist)

Hybride Machtprojektion: Vernetzte Sicherheit mit negativem Vorzeichen?

Seminarablauf … nichts ist so beständig wie der Wandel.

Einblicke in Treibhäuser der Zukunft: systemisches und vernetztes Denken, Mustererkennung und Netzwerke, Zukunftsanalyse und Gestaltungskompetenzen, Loyalität und Grenzüberschreitung, Politik und Kommunikation - alles, was heute für eine Qualifizierung zur Strategiefähigkeit nützlich sein kann.

Gibt es gesicherte Fundamente unseres Daseins? Objektive Wissenschaft ist eine Illusion: E = mc² - kein Standort ist fix, keine Perspektive absolut und jeder Moment relativ zu anderen (Einstein). Es gibt keine eindeutigen Eigenschaften und absoluten Gesetze, nur noch statistische Erwartungen (Planck und Heisenberg). Unsere Existenz – und damit auch Sicherheitspolitik - findet im Chaos statt: Nicht-lineare, selbstregulierende und komplexe Systemdynamiken mit Rückkopplungseffekten und eingeschränkter Vorhersehbarkeit und Planbarkeit. Erst dynamische und labile Systemgleichgewichte schaffen einen Eindruck von Stabilität.

Sind wir darauf gut eingestellt oder wird Verwirrung und Hilflosigkeit generiert ?

Wir müssen zunächst einmal feststellen, dass sich die Problemgeschichte von Strategien in der Vergangenheit bis heute in dualistischer Logik (entweder – oder, schwarz – weiß, Krieg – Frieden) bewegt. Unsere Realität findet aber zwischenzeitlich in mehr als drei Dimensionen statt. Gute Beispiele dafür sind im militärischen Bereich die hybride Machtprojektion: Krieg im Frieden im Krieg oder auch der Nexus: Cyber-Robotik-Nanotechnologie.

Vor diesem Hintergrund hat der Fachbereich Sicherheitspolitik und Strategie im September 2014 einen ministeriell und wissenschaftlich begleiteten Workshop durchgeführt, um den Bildungsbedarf zu ermitteln und ein didaktisches Konzept für ein Ausbildungsziel - Strategiefähigkeit - zu entwickeln. Die konkrete Umsetzung dieses Konzepts erfolgte im Seminar vom 7. bis 12. September 2015 in einer Mischung aus Vorträgen, Arbeits- und Gesprächsgruppen.

Ausgehend von Lagefeststellungen zu globalen Trends und zum Spannungsfeld: Politik, Strategie, Operationsführung, taktisches Handeln und militärische Professionalisierung unter dem Primat der Polititik, wurde in einer anschließenden Gruppenarbeit eine Auflistung von Gestaltungskompetenzen entwickelt. Diese reichten von der Fähigkeit zur Mustererkennung über Vernetzung im Denken und mit Menschen, Empathie, Umgang mit Zielkonflikten und strategische Alternativen bis zur Bereitschaft und Ermutigung zur Ideologiefreiheit. Schnell wurde deutlich, dass Strategiefähigkeit nicht nur eine kognitive, sondern auch eine kulturelle Leistung darstellt.

In einer Einführung in die Thematik Zukunftsanalyse wurde sehr deutlich herausgestellt, dass Zukünfte nicht vorhersagbar sind, aber die Modellierung von Trends in Szenario-Techniken großartige Chancen für Politik- und Strategieprozesse eröffnet, weiser und damit auch aktions- und reaktionsfähiger zu werden.

Gute Ideen und Konzepte sind das Eine, sie müssen aber auch an ein Gegenüber kommuniziert werden. Dazu erfolgte eine Einführung in Techniken wie "Havard-Negotiation-Project" und "Track One, One and a Half and Two Diplomacy". Thema war aber auch Online-Kommunikation, von “Troll-Fabriken” bis zum "Nudging".

Mit den Themen Hybride Kriegsführung, der Weg zum Weißbuch und einem Besuch bei Airbus Finkenwerder wurde neben der Theorie- und Modellbildung auch immer wieder ein konkreter Bezug zur Gegenwart und in laufende Prozesse hergestellt.

Durchgehend stand im Seminar stets die Einladung: "What I propose, therefore, is very simple: it is nothing more than to think what we are doing." (Hannah Arendt: The Human Condition, 1958). Denken ist harte Arbeit – keine Esoterik, aber auch Freude an komplexen Gedankenspielen.

Die im Workshop entwickelte didaktische Linie, sowie die Auswahl und Abgrenzung der Themen, hat sich als richtig und zielführend erwiesen. Nachsteuerungsbedarf ergibt sich lediglich aus dem Bildungsbedürfnis einiger Teilnehmer nach einem Exkurs: Sun Tsu – Clausewitz – aktuelle Sicherheitsstrategien. Wir werden ein solches Element beim Seminar im Zeitraum 31. Oktober bis 4. November 2016 einfügen. Das nächste Seminar wird vom 29. März bis 1. April 2016 stattfinden.

Weitere Informationen zum Modul 1007 finden sie im Info-Flyer.


Weitere Informationen zu dem Modul 1007.

 

Autor: Jörg Barandat

Hamburg, 08.09.2014

 

… The crisis takes a much longer time coming than you think, and then it happens much faster than you would have thought …” Dr. Rudi Dornbusch, M.I.T.

Vom 8. bis 9. September 2014 fand an der Führungsakademie ein wissenschaftlich und ministeriell begleiteter Workshop zur inhaltlichen Neuausrichtung des Moduls 1007 „Strategisches Denken" statt.

Chancen und Gefahren

Am Beginn des Workshops stand die Frage, wie die Arbeit in diesem Modul die Umsetzung des Regierungsprogramms „Deutschlands Zukunft gestalten" unterstützen kann, um „die Kompetenzen und Kapazitäten der strategischen Vorausschau in den Ministerien [zu stärken], um Chancen, Risiken und Gefahren mittel- und langfristiger Entwicklungen besser erkennen zu können." (http://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/2013/2013-12-17-koalitionsvertrag.pdf, Seite 150)

Nur so können heute und zukünftig die entscheidenden Grundvorsetzungen für präventives politisches Handeln geschaffenen werden.

Strategie und Konzepte

Der zweite Takt rückte dann die Beiträge und Diskussionen in den Mittelpunkt, wie Strategien und Konzepte entwickelt und umgesetzt werden können, die eine Chance bieten, im politischen Handeln dann auch tatsächlich „vor die Ereignisse zu kommen".

Im Ergebnis stimmten die Teilnehmer am Ende des Workshops darin überein, dass es nicht mehr primär um Faktenwissen über Strategien, Strategiemodelle und –dokumente gehen kann, sondern zukünftig viel mehr um die Vermittlung und Einübung von Fähigkeiten und Fertigkeiten gehen muss.

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