Autor: Matthias Hoopmann

Hamburg, 04.02.2016

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Der Stabsoffizierfortbildungslehrgang bereitet auf höherwertige Verwendungen vor

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Fregattenkapitän Andreas Wagner ist Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven

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Oberst Dr. Harald Sternberg ist Professor an der Hafencity Universität Hamburg

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Kapitänleutnant Björn Röhlich ist Verkaufsleiter im Mittelstand

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Blick in den Hörsaal

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In den Lehrgebäuden der Graf-von-Baudissin-Kaserne diskutieren die Teilnehmer über aktuelle Herausforderungen der Bundeswehr

Der Vizepräsident der Hafencity Universität, der Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven, ein Berufsschullehrer oder der Verkaufsleiter eines erfolgreichen Unternehmens des Mittelstands haben manchmal mehr gemeinsam, als es zu erwarten wäre…

Wenn man dieser Tage in die Hörsäle der Führungsakademie schaut, dann wirkt alles wie immer. Soldaten der Akademie tauschen mit Dozenten Wissen und Erfahrung aus. Die Lernenden tragen Uniformen von Heer, Luftwaffe und Marine und haben unterschiedlichste Karrieren bei der Bundeswehr durchlaufen. Sie diskutieren mit den Referenten Themen von Offshore Windparks über Migration hin zu den grundlegenden sicherheitspolitischen Aspekten und Aufgaben der Bundeswehr. Noch facettenreicher als dieser Lehrplan sind die hauptberuflichen Tätigkeiten der Reservedienstleistenden, die in dieser Woche den Stabsoffizierfortbildungslehrgang der Reserve besuchen.

„Man spürt, dass wir wichtig sind“

Einer der Lehrgangsteilnehmer ist Fregattenkapitän Andreas Wagner. Nach seinem Wehrdienst entschied er sich für den Reservedienst bei der Bundeswehr. Heute ist der Fregattenkapitän Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven. Die Nähe der Hafenstadt zur Bundeswehr trägt auch Andreas Wagner in sich. Sofern es sein Terminplan hergibt, bemüht er sich regelmäßig um eine Reservedienstleistung, die früher Wehrübung genannt wurde. Die Erfahrungen, die er hier in Diskussionen mit anderen Lehrgangsteilnehmer aus den Bereichen Wissenschaft, Politik oder Wirtschaft für sich gewinnen kann, sind für ihn als Bürgermeister sehr wertvoll. „Man spürt, dass wir wichtig sind“,  beschreibt Wagner die Atmosphäre an der Führungsakademie. Die Lehrbedingungen seien optimal. Das abwechslungs- und umfangreiche Programm, das die Akademie für die Reservedienstleistenden auf die Beine stellt, gefällt auch den anderen Teilnehmern. Während einer Barkassenfahrt und einer Stadtrundfahrt lernen sie sich und die Stadt Hamburg besser kennen.

Beiderseitiger Wissensaustausch

Im Gegensatz zu der Mehrzahl der Teilnehmer am Lehrgang kennt Oberst Professor Dr. Harald Sternberg die Stadt Hamburg bereits sehr gut. Oberst Sternberg ist Vizepräsident für Lehre und Studium an der Hafencity Universität Hamburg. „Der beidseitige Wissensaustausch und die vermittelte Führungskompetenz an der Akademie sind hervorragend“, betont der ehemalige Zeitsoldat der Bundeswehr den Grund für seine Teilnahme. Im normalen Berufsalltag ist er für rund 50 Professoren und über 2.500 Studierende verantwortlich. Hier an unserer Akademie bildet er sich für zwei Wochen in seiner Heeresuniform weiter.  Für den Ingenieur der Geodäsie ist der Lehrgang eine lehrreiche Abwechslung zum Alltag an der Universität. Seine Frau wie seine Kollegen unterstützten sein Vorhaben.

Persönliches Engagement

Leider können nicht alle Betriebe in gleicher Art und Weise Unterstützung leisten, wenn sie auf einzelne Mitarbeiter projektbezogen angewesen sind. Kapitänleutnant Björn Röhlich beispielsweise kämpft derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig. Neben dem Lehrgang nimmt er regelmäßig früh morgens oder spät abends an internationalen Telefonkonferenzen teil. „Die Mehrfachbelastung ist natürlich anstrengend. Aber es macht mir einfach Spaß, mich auch für die Bundeswehr einzubringen“, erklärt der Familienvater. Gleichzeitig hat Röhlich zurzeit eine Flüchtlingsfamilie bei sich zuhause aufgenommen, und auch da gibt es natürlich einiges zu organisieren. All diese Herausforderungen treiben Kapitänleutnant Röhlich an, stets hat er ein Lächeln auf den Lippen.
Attraktivität bei der Bundeswehr war dann auch ein wichtiges Thema innerhalb des Lehrgangs. Hier sind es insbesondere die Lehrgangsteilnehmer, die wertvollen Input aus ihrer externen Sicht geben. Den demografischen Wandel und die daraus resultierende Konkurrenz um das zivile Personal diskutierten Oberst Professor Dr. Harald Sternberg, Fregattenkapitän (und Oberbürgermeister) Andreas Wagner sowie Verkaufsleiter Björn Röhlich mit den anderen Lehrgangsteilnehmern und ihren Dozenten. Dabei präsentierten die Vortragenden spannende und sich durchaus positiv entwickelnde Bewerberzahlen. Für die Reservedienstleistenden geht es auf dem Lehrgang auch um ihre persönliche zukünftige Karriere bei der Bundeswehr. Dazu erhalten sie ein individuelles Personalgespräch, in dem ihnen potentielle Verwendungen und Einsatzgebiete aufzeigt werden. Für den Großteil wird es nun jedoch erst einmal zurück an den gewohnten Schreibtisch gehen. Die wichtige – und spürbare – Verbundenheit wird bleiben.

 

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 29.01.2016

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Fregattenkapitän Kai Paetau erklärt die Prinzipien und die Philosophie der Führungsakademie

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Dieses Mal auf der Zuhörerseite: Jugendoffiziere der Bundeswehr

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Gruppenbild vor dem Lehrgebäude des internationalen General- und Admiralstabsdienst

Normalerweise unterrichten und referieren sie selbst: Die Jugendoffiziere der Bundeswehr. An der Führungsakademie der Bundeswehr saßen nun sie auf der Schulbank. Generalmajor Achim Lidsba, der Kommandeur der Akademie, begrüßte in dieser Woche zehn ehemalige und aktive Jugendoffiziere und stellte zu Beginn des zeitlich straff geplanten Besuchs die Bedeutung der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung im nationalen und internationalen Umfeld heraus.

Austausch von Wissen und Erfahrung

In zahlreichen Seminaren und Veranstaltungen bietet die Akademie in Hamburg Blankenese ein Forum für Wissensaustausch und Meinungsoffenheit. Dies gelte für Menschen aus der Bundeswehr, aber auch Personen aus Wirtschaft oder Politik, betonte Generalmajor Lidsba. Für die Jugendoffiziere ist das ein Umfeld, in dem sie sich regemäßig bewegen und entsprechend wohl fühlen. Fregattenkapitän Kai Paetau stellte den sicherheitspolitisch geschulten Besuchern  im weiteren Verlauf des Tages die Akademie und die Lehre vor, die sich in 60 Jahren etabliert hat und gleichzeitig ständig weiterentwickelt.

Der Jugendoffizier

Jugendoffiziere der Bundeswehr agieren als Referenten zum Thema Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. In Vorträgen, Politiksimulationen, Podiumsdiskussionen sowie ein- und mehrtägigen Seminarfahrten sind sie aktiv und vertreten die Bundeswehr nach außen. Sie sind bundesweit im Einsatz und verstehen sich als Fachreferenten in sicherheitspolitischen Fragen und liefern kompetente Beiträge in kontroversen Diskussionen.

 

 

Autor: Hermann Cohrs; Fotograf: Laura von der Bank

Hamburg, 28.01.2016

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Das Dezernat 13 des LAPF ist eine von drei polizeilichen Ausbildungseinrichtungen die für Vorbereitung von Polizeivollzugsbeamten auf Auslandseinsätze verantwortlich sind.

Der Leiter des Dezernates 13, Polizeidirektor Achim Raupach, begrüßte am 1. Dezember gemeinsam mit Oberstleutnant i.G. Hermann Cohrs von der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), die 19 teilnehmenden Polizeivollzugsbeamten und Stabsoffiziere der Bundeswehr zum dreitägigen Seminar.

Grundlage für Erfolg: Verständnis

Das Seminar dient der Fortbildung von Stabsoffizieren, auch der Reserve, und ausgewählten Polizeivollzugsbeamtinnen und –beamten (PVB) des Bundes und der Länder, die für Auslandsverwendungen vorgesehen sind. Es soll das gegenseitige Verständnis für die Struktur, Organisation, Auftrag und mögliche Auflagen fördern und damit die Grundlage für die Zusammenarbeit im Einsatz schaffen.

2013 wurde das Seminar in enger Kooperation zwischen Polizei und FüAkBw entwickelt und berücksichtigt besonders den sogenannten „Vernetzten Ansatz“. Es soll im jährlichen Wechsel an der Führungsakademie und einer polizeilichen Ausbildungseinrichtung organisiert werden. Nach zwei Pilotdurchgängen an der Führungsakademie war jetzt die Polizei für die Gestaltung verantwortlich.

Nach Begrüßung, Einweisung in der Ablauf und einer kurzen Vorstellungsrunde erfolgte ein kurzer Einführungsvortrag zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten der beiden Organisationen. Bereits in diesem Vortrag wurde deutlich, wie unterschiedlich sich scheinbar identische Begriffe im täglichen Dienst auswirken. In zwei Arbeitsgruppen wurden die Erwartungen an die jeweils andere Organisation im Einsatz herausgearbeitet und anschließend vorgestellt. Die Ergebnisse zu den nachfolgend aufgeführten Fragen bildeten die Grundlage für den weiteren Ablauf des Seminars.

-          Was kann ich von der anderen Organisation im Auslandseinsatz erwarten?

-          Wie kann die Zusammenarbeit von Militär und Polizei verbessert werden?

-          Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es bei der Arbeit beider Organisationen im Missionsgebiet?

Bereits die Vorstellung der Arbeitsergebnisse zeigte neben Unterschieden auch viele Gemeinsamkeiten auf, führte zu einer angeregten Diskussion und intensivem Erfahrungsaustausch. Die meisten offenen Fragen konnten durch die Teilnehmer im direkten Austausch bereits beantwortet werden.

Der Weg in die Mission

Die Unterschiede zwischen Polizei und Bundeswehr wurden in Vorträgen zu dem Weg in den Einsatz beziehungsweise die Mission bei Polizei und Bundeswehr, der Zusammenarbeit von Polizei und Bundeswehr in UN-Missionen und zu  den Erfahrungen der Seminarteilnehmer tiefer beleuchtet. Die intensive Diskussion im Anschluss der Vorträge bestätigte erneut die Notwendigkeit des Seminars.

Am Mittwochnachmittag stellte Polizeipräsident Albers vom Polizeipräsidium Köln die Herausforderungen für die abstellenden Polizeidienststellen dar. Er beleuchtete auch die Problematik der richtigen Verwendung der aus der Mission mitgebrachten Beurteilungen. Abgerundet wurde das Seminarprogramm durch einen Vortrag von Dr. Lena Lehmann (HSU) zum Thema „Einsatzvorbereitung bei der Polizei“.

Netzwerk

Die Zielsetzung eines professionellen Netzwerkes konnte durch weitere gemeinsame Veranstaltungen und während der Pausengespräche vorangetrieben werden. Weitere Kontakte und Informationsaustausch zwischen Seminarleitung und den Seminarteilnehmern konnten bereits im Januar etabliert werden.

In der abschließenden „Feed-Back-Runde“ am Donnerstag bestätigten die Teilnehmer aus beiden Bereichen die Notwendigkeit eines solchen Seminars und den Nutzwert für weitere Einsätze. Viele Unklarheiten konnten beseitigt werden und es wurde festgestellt, wie generell reibungslos doch die Zusammenarbeit von Militär und Polizei in den Einsatzgebieten bisher schon funktioniert hat.

Wurde Ihr Interesse geweckt?

Das nächste Seminar findet vom 21. bis 24. November 2016 an der Führungsakademie in Hamburg statt. Anmeldungen und Rückfragen für Soldaten, aber natürlich auch für Interessenten der Polizei können unter der E-Mailadresse hermanncohrs(at)bundeswehr.org erfolgen.

 

 

Autor: Linus Müller-Horn; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 26.01.2016

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Zehn Monate sind auch die beiden Brasilianer in Hamburg

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Oberstleutnant Oliveira Mendes

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Sambatänzerinnen begeistern das Publikum

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Eigene Kunst: der brasilianische Kampftanz Capoeira

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Paten der Internationalen Lehrgangsteilnehmer

Fußball, Karneval und schöne Strände erwartet jeder von Brasilien – Doch dass das Land noch viel mehr zu bieten hat, ist jetzt beim GNIT, dem großen Nationalen Informationstag während des Generalstabsdienstlehrgangs deutlich geworden. Oberstleutnant Oliveira Mendes und Major Mota de Alencar beeindruckten die anwesenden Gäste.

Liebeslieder und Kampftänze

Die Vortragenden legten viel Wert darauf, nicht nur über ihr Land zu reden, sondern es zu zeigen. Vom brasilianischen Chor "Chor Covado", der brasilianische Liebeslieder sang, über den brasilianischen Kampftanz Capoeira bis hin zu Sambatänzerinnen wurde dem Publikum eine beeindruckende Darbietung brasilianischer Kultur auf dem Podium in Hamburg geboten.

Die oberste Pflicht eines Brasilianers

Die Kombination von beeindruckenden Vorführungen und neuen und interessanten Informationen sorgte für ein sehr aufmerksames Publikum. Brasilien hat mehr als 200 Millionen Einwohnern und ist 24 Mal größer als Deutschland. Ein besonderer Fokus wurde während des Vortrages auf den brasilianischen Regenwald gelegt, durch den das Land zu dem artenreichsten der Welt wurde. Den Schutz des Regenwaldes bezeichnete Oberstleutnant Oliveria Mendes als "die oberste Pflicht eines Brasilianers."

Streitkräfte in Dschungeleinsätzen

Auch die Soldaten in den Streitkräften haben diese Pflicht. Die Streitkräfte Brasiliens sind auch für Dschungeleinsätze gut ausgebildet. So können sie auch gegen die illegale Abholzung des Regenwaldes vorgehen. Major Mota de Alencar zeigte eine Statistik, nach der die Armee von allen staatlichen Einrichtungen noch vor der Kirche das größte Vertrauen in der Gesellschaft genießt.  

Das brasilianische Oktoberfest

Wegen der Einwanderer aus aller Welt entstand die lebendige Kultur Brasiliens. Brasilien richtet das zweitgrößte Oktoberfest der Welt aus und ist berühmt für seinen Karneval. Und auch der Caipirinha, das Nationalgetränk, ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Für den Sport hatten die beiden Offiziere auch einen Abschnitt des Vortrages vorgesehen und sie stellten fest: Brasilien war bereits fünf Mal Fußballweltmeister. Volleyball werde im Land gerade immer populärer.

Schneemann und Pate

Die Vortragenden empfanden es als eine besondere Ehre, ihre Heimat in dem Rahmen vorstellen zu können. Sie nutzen den zehnmonatigen Aufenthalt in Hamburg während des LGAI, des Lehrgangs für den Generalstab- und Admiralstabsdienst International, um hier im Ausland neue Erfahrungen zu sammeln. Da geht es nicht nur um militärische Ausbildung, sondern auch um deutsche Lebensweise, Kultur und Geschichte. Deutsche Paten kümmern sich ehrenamtlich um die ausländischen Lehrgangsteilnehmer und zeigen ihnen Hamburg und Deutschland.

"In Hamburg habe ich zum ersten Mal Schnee gesehen", schmunzelte Oberstleutnant Oliveria Mendes. Für die Zuschauer hat sich der bunte, informative und aktive Vortrag gelohnt, denn "man lernt neue Kulturen und Systeme kennen", sagte Gerhard Willhöfe vom Freundeskreis.

 

Autor: Jan-Phillip Hofmann, Linus Müller-Horn; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 20.01.2016

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Malen, Basteln, Spielen, Schneiden. Die Führungsakademie engagiert sich auch für die Kleinsten

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Stabsgefreiter Laura Clayborn investierte zahlreiche Stunden für die Unterstützung von Kindern in der Flüchtlingsunterkunft.

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Gemeinsam lesen und lernen: Die Jungen und Mädchen nehmen es mit Freude auf.

"Ich tue es für die Kinder, weil sie das meiste Leid ertragen mussten", erzählt Frau Stabsgefreiter Laura Clayborn von der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Regelmäßig hilft sie Flüchtlingen an der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne.

Schon seit September 2015 dient ein vormals zur Kaserne gehörender Abschnitt nun als Flüchtlingsunterkunft mit 350 Personen. Die bisherige Sporthalle und das Gelände um die Halle herum wird nun von den Maltesern betrieben. Schlafen, Essen, sanitäre Anlagen, ärztliche Betreuung, vor allem aber sinnvolle Beschäftigung für die Flüchtlinge und persönliche Gespräche bestimmen den Alltag. Um diese schwierige Übergangszeit für die Neuankömmlinge ein wenig bunter zu gestalten, kommt jede Woche das dreiköpfige Team von der Führungsakademie, um den Kindern ein wenig ihre Eingewöhnungsphase zu erleichtern und sie zu unterhalten.

Papierflieger und Puzzle

Laura Clayborn ist nun schon seit fast einem halben Jahr bei der Flüchtlingshilfe aktiv, sofern ihre dienstlichen Aufgaben das zulassen. Sie und ihre Kameraden sowie die Kollegen der Malteser veranstalten jeden Donnerstag einen etwa zweistündigen Projektnachmittag für die Kinder und Jugendlichen im Flüchtlingsheim. Es wird gebastelt, gemalt, gepuzzelt, Papierflieger gebaut und vieles mehr.

Zu diesem Freizeitangebot kommen durchschnittlich knapp 15 Kinder. Manchmal sind auch die Eltern dabei. "Gerade als Vater kann ich mich sehr gut in die Lage der Eltern hineinversetzen", sagt Hauptfeldwebel Jan-Patrique Ellermann. Für die Kinder, aber auch die Eltern, sei diese Abwechslung sehr wichtig. Die Soldaten beschäftigen sich mit den Kindern und versuchen,  ihnen spielerisch nebenbei auch Deutsch beizubringen.

Lächeln als Dank

„Ich möchte den Kindern helfen, weil sie eine Pause von ihrem Alltag brauchen", beschreibt es Stabsgefreiter Clayborn im Gespräch. Sie tut, was sie kann für die Kinder, die schon sehr viel erleiden mussten. Für ihr Engagement und ihre Unterstützung bekommt sie von den Kindern oft ein Lächeln geschenkt. Dies sei das perfekte „Dankeschön“. Anfangs waren besonders die Eltern zurückhaltend und die Kinder schüchtern, aber man habe recht schnell zueinander gefunden und Vertrauen aufgebaut.

Vertrauen und Integration

Noch verstehen die Kinder oft nur wenig von der deutschen Sprache. Deswegen verständigt man sich bisher auch mit „Händen und Füßen“. Doch erste Begriffe kennen die Kinder schon. Auf den Begriff „Jacke“ ziehen die Kinder ihre Jacke an. Bereitwillig lernen die Kinder die Sprache. Und gerade wegen der Herausforderungen bei der Kommunikation sind die Helfer immer hilfsbereit und freundlich. Wenn es mal zu Streit um die Spielsachen unter den Kindern kommt, ist auch Stabsgefreiter Clayborn sofort zur Stelle und moderiert.

Seit dieser Woche leistet Frau Clayborn im Rahmen der Amtshilfe nun Unterstützungsarbeit für die Stadt Hamburg in einer der Erstaufnahmeeinrichtungen. Das Programm im Hamburger Westen wird nun vorerst ohne ihr Engagement fortgesetzt.

 

 

Autor: Bjarne Krause; Fotograf: Bjarne Krause, FüAkBw

Hamburg, 20.01.2016

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Kreativität ersetzt den Kopf durch die Wand

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Die Gruppenarbeit bringt zahlreiche Gedanken hervor

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LEGO-Serious-Play – den persönlichen Führungsstil konstruieren.

Es ist so einfach. Mit wenigen LEGO-Steinen entstehen rasch Häuser, Fahrzeuge oder futuristische Raumschiffe. Das man dieses simple Prinzip auch auf komplexe Problemstellungen übertragen kann, zeigt die SeriousPlay® Methode von LEGO™.

Stein auf Stein setzen ausgewählte Führungskräfte an der Führungsakademie. Jeder Stein steht symbolisch für ein Teilproblem einer komplexen Fragestellung. Gemeinsam in der Gruppe erschaffen sie eine schrittweise Lösung. Das Ergebnis ist ein 3D-Modell. Es ist sichtbar. Es ist greifbar. Und vor allem: begreifbar. Der Vorteil liegt auf der Hand: Im Vergleich zu anderen Kreativitätstechniken und methodischen Ansätzen sind die Lösungen mit der Methode von Lego damit für die Nutzer nachhaltiger. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im spielerischen Vorgehen dieser Methode. Die Teilnehmer entwickeln dadurch neue Ansätze und gleichzeitig bessere Lösungen. Darüber hinaus dient es zum Beispiel zur besseren Team-Bildung oder zur komplexen Strategieentwicklung.

Ausbildung für Ausbilder

Lego kann jeder. Doch um einen LEGO™ SeriousPlay® Workshop zu leiten und zu moderieren braucht es einiges mehr. Im letzten Monat fand hierzu eine „Ausbildung der Ausbilder“ an der Führungsakademie der Bundeswehr statt. Acht Teilnehmer der Bundesfinanzakademie, der Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit, des Bildungszentrums der Bundeswehr und der Führungsakademie der Bundeswehr erhielten die Fortbildung zum „LEGO-Moderator“.

„LEGO-Moderatoren“ steuern in zukünftigen Workshops den Prozess, sind Experte für Zeit, Methode und legen den inhaltlichen Rahmen fest. Die Projektgruppe ist dann für den Inhalt verantwortlich. Der Workshop ist handlungsgerichtet und kompetenzorientiert. Die Teilnehmer lernen durch kurze Impulse und wenden diesen Input anschließend unmittelbar an.

Die SeriousPlay® Methode von LEGO™ beinhaltet sechs wesentliche Abschnitte. Das neue LEGO-Vokabular – Divergieren, Konvergieren, Timeboxing, Skillsbuilding, Agenten oder Simple Guiding Principles – verinnerlichten die angehenden Ausbilder schnell.

„Am Anfang fehlte mir noch das Verständnis. Aber jetzt habe ich begriffen, wie diese Methode anzuwenden ist. Und es hat mir richtig Spaß gemacht“, so eine Teilnehmerin vom Bildungszentrum. Zwei Tage intensives Lernen mit Freude, Spaß und Erfolg. Die Teilnehmer haben gezeigt, dass sie die Methode LEGO™ SeriousPlay® verstanden haben. Aber nach einem LEGO-Workshop ist auch hier vor dem nächsten Workshop…

Jetzt heißt es für die neuen „LEGO-Moderatoren“ üben, üben und noch einmal üben.

 

 

Hamburg, 20.01.2016

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Vom 4. bis 8. Januar 2016 befasste sich der Hörsaal Luftwaffe im LGAI 2015 mit zentralen Fragen des Personalmanagements.

Das Seminar startete mit einer Inputphase, in der die Grundzüge des Personalmanagements in der Bundeswehr vorgestellt wurden. Bereits hier zeigten muntere Diskussionen, dass Personalfragen nicht nur in Deutschland immer ein heißes Thema sind.

Das Seminar befasste sich dann in Arbeitsgruppen mit den Themenkreisen Personalgewinnung, Personalentwicklung und Personalausgliederung. In einer intensiven Arbeitsphase erstellten die Arbeitsgruppen einen thematischen Vergleich der im Hörsaal vertretenen Nationen. Das erforderte sowohl die Eingrenzung elementarer Fragen zu Personalgewinnung, Personalentwicklung und Personalausgliederung, als auch einen raschen Austausch unter den Arbeitsgruppen. Die anschließende Auswertung der Informationen und ihre vergleichende Bewertung stellten sich zwar als anspruchsvolle Aufgaben, aber auch als sehr intensive Lernphase heraus.

Die Ergebnispräsentation am letzten Seminartag war dann die Quintessenz der Lernergebnisse der Seminarwoche. Die begleitend zum Seminar entstandene Broschüre sorgt für eine Sicherung der Ergebnisse – und ruft nebenbei beim späteren Durchblättern Erinnerungen an ein intensives Seminar hervor.

 

 

Autor: FueAkBw; Fotograf: Peter Zillmer

Hamburg, 19.01.2016

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Die Morgenlage ist das A und O für die tägliche Arbeit

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Prozesse werden optimiert, relevante Personenkreise informiert, Fristen eingehalten

Vorlagen, Sprechzettel, Vorträge - das tägliche Brot im Stab. Wo steht was? Wie arbeitet man damit? Wie formuliert man verständlich? Wie sehen die aktuellen Formate nach Neuausrichtung der Streitkräfte aus?

Die Arbeit in Stabsabteilungen kann schnell unübersichtlich und bürokratisch werden. Damit das nicht passiert, werden zivile Beschäftigte gemeinsam mit Soldatinnen und Soldaten des nationalen Lehrgangs für den Generalstabsdienst und Admiralstabsdienst des Jahres 2015 an der Führungsakademie geschult und auf ihre zukünftigen Aufgaben innerhalb der Bundeswehr vorbereitet.

Modernes Managen

Die Lehrgangsteilnehmer erlernen modernste Anwendungen aus dem Bereich des Projektmanagement, der Bewertungstechniken und der Planung. Zu diesem Fächerkanon gehören auch Kreativtechniken und Vortragsmethoden. Das dem einen oder anderen dabei die Schweißperlen über die Stirn rinnen, ist  nachvollziehbar, wenn eine Aufgabe daraus besteht, in nur zwei Stunden umfangreiche Dokumente für den Vorgesetzen präzise zusammen zu fassen.

Teamarbeit steht immer an erster Stelle

Nebst dieser Individualaufgaben ist Stabsarbeit immer auch Teamarbeit, ob beim Entwickeln eines Informationsprogramms für ausländische Delegationen oder beim Erarbeiten eines Konzepts zur Attraktivitätsverbesserung der Arbeitsplätze im eigenen Bereich. Unterstützung und kooperatives Arbeiten stehen hierbei regelmäßig an erster Stelle. Gemeinsam findet man so die besseren Lösungen, weil die Kreativität vielfach höher ist.

Keinesfalls trockene Hausmannskost

Die besondere Würze des Seminars lag jedoch in der Zusammensetzung der Teams. Die Teilnehmer brachten einen großen, facettenreichen Erfahrungsschatz mit, von dem das Modul lebte und der zu spürbaren Synergieeffekten führte. Der belgische Major, der ehemalige U-Bootkommandant, der frühere Adjutant und die Regierungsrätin des Personalmanagement diskutierten und rangen im Team um eine optimale Lösung.

Wenn das Ergebnis im Tischgespräch oder im Lagevortrag in den Augen des „Kommandeurs“ Bestand hatte, dann durfte man erleichtert und zufrieden durchatmen.

Das gemeinsame Fazit: Handlungstraining zur Stabsarbeit mit aktuellen Formen, Formaten und Themen kann fordernd, kurzweilig und gewinnbringend sein - keinesfalls trockene Hausmannskost!

 

 

Autor: Stefan Berger, Gero Demme; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 18.01.2016

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Viel erlebt! – Viel gelernt! Aufzeigen von Möglichkeiten und Anregungen für Einsatz und Führung im Lehrgang

Die Umstrukturierung an der Führungsakademie wirkt sich auch auf die Marinesoldaten aus. Ein neuer Lehrgang, ein neuer Lehrplan, doch vieles bleibt erhalten.

Namen sind Schall und Rauch. Dass der bisherige zweiwöchige Lehrgang „Führung und Einsatz – Maritime Fähigkeiten der Bundeswehr“ nun mit „Grundlagen Führung und Operationsplanung für angehende Stabsoffiziere der Marine“ bezeichnet wird, ist folglich für die teilnehmenden Marineoffiziere kaum relevant. Doch auf dem Weg zum Stabsoffizier ändert sich für sie dann doch so einiges.

Das rettende Ufer ist nun weiter entfernt

Für die ersten 28 Lehrgangsteilnehmer, die den Ausbildungsabschnitt am 18. Dezember 2015 bereits erfolgreich beendeten, galt es, nun sieben statt wie bisher zwei Wochen intensiver und zielgerichteter Ausbildung zu absolvieren. Entsprechend anspruchsvoller ist nun der Lehrplan gestaltet. Aufbauend auf der bisherigen Ausbildung, den Erfahrungen und der Berufspraxis, markiert er den Abholpunkt für die weitere Ausbildung eines jeden Marineoffiziers an der Führungsakademie. Im Kern geht es dabei um die Vermittlung der maritimen Aspekte der Sicherheitsvorsorge und insbesondere um die Methoden und Verfahren der Operationsplanung in multinationalen Stäben. Auch Marineoffiziere, die bislang vornehmlich in anderen Organisationsbereichen eingesetzt waren, wurden nun noch besser befähigt, die Belange der Marine vertreten zu können. In diesem Zusammenhang stellte auch die durchgeführte zweiwöchige Stabsübung „XERXES“ den Höhepunkt der Ausbildung dar.

Der nächste Hafen: BLS

Der sich anschließende Basislehrgang Stabsoffizier (BLS) vertieft jetzt in elf weiteren Ausbildungswochen seit dem 4. Januar 2016 die teilstreitkräftegemeinsamen Aspekte der zukünftigen Tätigkeitsfelder in der Bundeswehr. Mit der Veränderung der Ausbildung zeichnet die Führungsakademie verantwortlich, dass alle zukünftigen Stabs- und Admiralstabsoffiziere – unter Berücksichtigung der veränderten Anforderungen – optimal auf kommende Führungsverwendungen vorbereitet werden. Der neue „Ankerpunkt“ für die Führungskräfteentwicklung der Deutschen Marine wird sich in diesem Jahr noch einige Male beweisen müssen.

 

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Laura Clayborn

Hamburg, 15.01.2016

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Zufriedene Gesichter während der Beförderung

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Ein Schulterklopfer zum Start in den neuen Dienstgrad

„Es ist ein gutes Gefühl, die neuen Klappen auf den Schultern zu tragen“, berichtet Major der Reserve Dr. Daniel Giese nach seiner Beförderung. Wenige Minuten zuvor hatte Generalmajor Achim Lidsba, Kommandeur der Führungsakademie, dem Reserveoffizier den Text seiner Ernennungsurkunde verlesen.

So eine Beförderung sei ohne Zweifel ein sehr emotionaler Moment, den es in dieser Form außerhalb der Bundeswehr nicht gebe, beschreibt der frisch ernannte Major unmittelbar im Anschluss seinen Eindruck.

Seit über 25 Jahren als Reserveoffizier aktiv

Major Giese ist bereits seit mehr als 25 Jahren Reservedienstleistender, auch wenn es diese Bezeichnung damals noch nicht gab. Kurz vor der Wende machte er seinen 15-monatigen Wehrdienst bei den Panzeraufklärern. Nach Übernahme in die Laufbahn der Reserveoffiziere und den obligatorischen Lehrgängen, die er in den Semesterferien ableistete, erfolgte 1993 die Ernennung zum Leutnant der Reserve.

Weitere Wehrübungen absolvierte der promovierte Historiker anschließend als Presseoffizier. Über das Landeskommando in Hamburg entstand dann 2010 der Kontakt zur Führungsakademie. Hier war Giese, der hauptberuflich Leiter Kommunikation und Public Affairs bei der Stiftung Jugend forscht ist, zunächst als Lehroffizier beordert. In dieser Verwendung verfasste er eine Studie zur Bedeutung der „strategischen Kommunikation“ für die Bundeswehr und zur Implementierung dieses Themas in das Seminarangebot der Akademie. Mittlerweile ist er hier als Pressestabsoffizier aktiv und vertritt regelmäßig den Leiter der Informationsarbeit (LdI). An der Führungsakademie schätzt Giese das gute Arbeitsklima und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

„Der Reservedienst bedeutet einen Mehrwert für jeden“

Nach Ansicht von Giese stellt der Reservedienst sowohl für die Bundeswehr als auch für den Reservisten selbst einen Mehrwert dar. „Es ist eine Win-win-Situation, denn die Streitkräfte profitieren von den zivilberuflichen Kompetenzen, die der Reserveoffizier einbringt. Er erhält seinerseits einen exklusiven Einblick in eine global agierende Großorganisation“, so Giese. „Im Ergebnis gibt es einen sehr fruchtbaren wechselseitigen Wissenstransfer.“

So konnte Giese als Vertreter des LdI seine langjährige Erfahrung im Kommunikationsbereich in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Führungsakademie einfließen lassen. Zugleich empfand er es als äußerst erkenntnisreich, die vielschichtigen Prozesse und Anforderungen in der Akademie wie auch die internationalen Einflüsse intensiv von innen heraus kennen zu lernen. „Für mich ist es stets eine spannende Herausforderung, als Soldat zu dienen. Und natürlich ist es schön, wenn man das Gefühl hat, etwas bewegen zu können“, berichtet Giese.

Attraktivität des Reservedienstes steigern

Diese Art von Erfahrungen ist es, die künftig noch viel mehr Zivilisten machen sollten, sind sich auch Gieses Vorgesetzte und Arbeitskollegen an der Führungsakademie sicher. Das gelte auch für andere Bereiche in der Truppe. Doch derzeit sei die Zahl der Reservisten insgesamt weiter rückläufig. Für die Bundeswehr gelte es daher, die Attraktivität des Reservedienstes weiter zu steigern und mögliche Hemmnisse abzubauen, um beispielsweise mehr qualifizierte Berufstätige für den Einstieg in die Reserveoffizierslaufbahn außerhalb des Wehrdienstes zu begeistern.

Wenn Giese nicht als aktiver Soldat dient oder seiner hauptberuflichen Tätigkeit nachgeht, dann hält er über den Reserveoffiziersverein „Spähkreis 3“ engen Kontakt zu den alten Kameraden aus Lüneburg. Die Stimmung in der Bundeswehr hat sich seiner Meinung nach in den letzten Jahren stark verändert: zum einen wegen der Umstellung auf die Freiwilligenarmee, zum anderen habe der größere Anteil von Frauen in der Truppe natürlich auch einen Effekt gehabt. Commitment und Motivation in der Breite seien heute sicher nicht mehr mit der Situation wie zu Zeiten der Wehrpflichtarmee zu vergleichen. Zudem nimmt die gesellschaftliche Anerkennung angesichts der zahlreichen internationalen Verpflichtungen der Bundeswehr seiner Wahrnehmung nach stetig zu.

Ende des Jahres steht für den frischernannten Major nun der Stabsoffizierslehrgang für Reservisten an der Führungsakademie auf der Agenda. Doch bis dahin sind im zivilen Leben noch zahlreiche Projekte zu erledigen.

 

 

Autor: FüAkBw

Hamburg, 12.01.2016

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Die Ausbildung der angehenden Stabsoffiziere wurde nach der letzten großen Anpassung im Jahr 2004 einer Revision unterworfen und grundlegend überarbeitet.

Aufbauend auf dem bereits vorhandenen Wissen der teilnehmenden Offiziere bereitet die Führungsakademie der Bundeswehr jedes Jahr fast 600 Offiziere – Hauptleute des Heeres und der Luftwaffe sowie Kapitänleutnante der Marine – auf ihre ersten Verwendungen als Stabsoffizier der Bundeswehr vor. Der Basislehrgang Stabsoffizier (BLS) schafft dabei weiterhin die laufbahnrechtlichen Voraussetzungen für die Beförderung zum Major beziehungsweise zum Korvettenkapitän. Darüber hinaus leistet er auch in überarbeiteter Form einen Beitrag zur Festlegung der nachfolgenden individuellen Förderung der teilnehmenden Offiziere.

Ausbildungsziel

Ziel des Lehrgangs ist es, in 56 Ausbildungstagen neben Grundlagen- und Methodenwissen auch das erforderliche Vertiefungswissen über nationale und internationale sowie zivil-militärische Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu vermitteln. Dieses beinhaltet neben fachspezifischen militärischen Themen auch moderne Führungs- und Managementmethoden, die auf bewährten zivilen Standards beruhen. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen gehört dabei ebenso zum festen Bestandteil des Lehrgangs.

Die Ausbildung ist umfassend angelegt und deckt Fragestellungen interdisziplinär unter anderem auch aus politischer, sozialer, historischer, ökonomischer, ethischer und technologischer Sicht ab.

Neue Inhalte

Neu ist dabei im BLS – neben der um fast 10 Tagen verlängerten Ausbildungsdauer –  der verstärkte Fokus auf bundeswehrübergreifende Themen, wie zum Beispiel dem bundeswehreigenen Planungsprozess (Integrierter Planungsprozess – IPP). Darüber hinaus werden bereits in diesem Lehrgang erste Grundlagen für mögliche Verwendungen auf operativer Ebene gelegt, was bisher Lehrgangsteilnehmern von nachfolgenden Lehrgängen vorbehalten war.

Der Anteil der Stabsarbeit wurde erhöht und anwendungsorientierter ausgestaltet. Managementmethoden wie zum Beispiel das Prozessmanagement, Veränderungsmanagement sowie Grundlagen bundeswehrgemeinsamer Denkweisen im Bereich des Personalmanagements wurden fest in den Lehrgang integriert.

Didaktisch-Methodisches Konzept – Kompetenzorientierung

Neben den inhaltlichen Anpassungen berücksichtigt die Ausbildung der Stabsoffiziere im BLS das neue didaktisch-methodische Konzept der Akademie. Handlungsorientierung und Methodenwissen treten neben der Vermittlung von grundlegenden Theoriekenntnissen noch mehr als bisher in den Vordergrund. Das „Handeln“ wird im BLS in den Mittelpunkt gestellt und das „Wollen“ und „Können“ der Lehrgangsteilnehmer gefördert. Dieses fordert die aktive Mitarbeit der Lernenden. Somit werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der angehende Stabsoffizier seine bereits vorhandenen Kompetenzen ausbauen und neue Kompetenzen erwerben kann.

Lehrgang mit Prüfungen

Ausgehend vom Bedarf der Personalführung, Erkenntnisse für die Personalentwicklung und –förderung gewinnen zu wollen, liefert der BLS einen Beitrag für personelle Auswahlentscheidungen. Hierzu trägt der BLS mit Leistungsbewertungen und Prüfungsergebnissen bei. Die Lehrgangsteilnehmer müssen drei Leistungsnachweise in den Prüfungsfächern „Sicherheitspolitik und Strategie“, „Human- und Sozialwissenschaften“ sowie „Einsatz Streitkräfte“ ablegen.

Übergang zur operativen und strategischen Ebene

Trotz der abzulegenden Prüfungen steht die Aus-, Fort- und Weiterbildung der teilnehmenden Offiziere im Mittelpunkt des BLS. Er ist ein wichtiger Baustein im Rahmen des lebenslangen Lernens und damit der Abholpunkt für die Nutzung des weitergehenden Lehrangebots der Führungsakademie der Bundeswehr.

Den BLS Factsheet stellen wir Ihnen hier als Download zur Verfügung.

 

Autor: Michael Sack, Lutz Viete; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 04.01.2016

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Das Ausbildungsportfolio der Führungsakademie unterliegt einer ständigen Anpassung innerhalb einer sich modernisierenden Bundeswehr. Die angehenden Generale und Admirale an der Akademie erleben das nun in den aktuellen Lehrgängen.

Die permanente Weiterentwicklung der Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr wird aktuell am neugestalteten Lehrgang „Grundlagen Führung und Operationsplanung für angehendende Stabsoffiziere des Heeres“ offenkundig. Während die Ausbildung qualitativ aufgewertet wird, bleibt die Verknüpfung von praktischer Handlungsorientierung und akademischer Analysefähigkeit ein beständiges Merkmal, dessen Nutzen auch den angehenden Stabsoffizieren des Heeres zukünftig dienen soll.


Die 53 Soldatinnen und Soldaten des Heeres, die vom 27. Oktober bis 18. Dezember des letzten Jahres den intensiven Lehrgang besuchten, waren in vier Lerngruppen aufgeteilt. Die Oberstleutnante Marc Fechtner, Peter Vollmers, Henning Stahlschmidt und Jörg Voigt füllten den achtwöchigen Lehrgang mit Leben. Im neuen Jahr kommen die Oberstleutnante Michael Erben, Andreas Richter und Michael Preißner als weitere Tutoren hinzu.

Zukunftsorientierte Ausbildung

Insgesamt fünf umfassend entwickelte Planungs- und Stabsübungen und zukunftsorientierte Unterrichtungen zur aktuellen Entwicklung in den Bereichen Konzeption, Ausbildung, Rüstung und Personalmanagement standen auf dem facettenreichen Stundenplan. Neben den Dozenten der Führungsakademie leisteten hochkarätige externe Referenten einen wichtigen Beitrag zur Ausgestaltung des Lehrgangs.


Die angehenden Stabsoffiziere verbessern während des Lehrgangs nicht nur die taktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten im praktischen Handwerkszeug, sondern blicken darüber hinaus auch über den Tellerrand. Besonders interessant sind für die Teilnehmer natürlich ihre zukünftig möglichen Verwendungen.


Im Anschluss an den neuen Lehrgang werden die angehenden Stabsoffiziere den Basislehrgang Stabsoffizier (BLS) besuchen. Dieser Lehrgang ersetzt wesentliche Ausbildungsabschnitte des alten Stabsoffizierlehrgangs (SOL). Der Basislehrgang Stabsoffizier vertieft in elf weiteren Ausbildungswochen die gemeinsamen Aspekte der zukünftigen Tätigkeitsfelder aller Teilstreitkräfte.

Mehr Quantität, mehr Qualität

Der Lehrgang „Grundlagen Führung und Operationsplanung für angehendende Stabsoffiziere des Heeres“ passt perfekt in die neue Struktur der Führungsakademie und wertet die Ausbildung zum Stabsoffizier des Heeres sowohl qualitativ als auch quantitativ auf. Mit acht Wochen taktischer Aus- und Fortbildung auf der Ebene Brigade ist der neue Lehrgang deutlich umfangreicher als der bisherige Lehrgang „Lehre Landstreitkräfte I“, der nur drei Wochen dauerte. Mit dieser Lehrgangsabfolge verwirklicht die Führungsakademie eine optimale Vorbereitung der künftigen Stabs- und Admiralstabsoffiziere auf ihre kommenden Führungsverwendungen in den unterschiedlichen Bereichen der Bundeswehr.

Um dem fachlichen Anspruch an diesen Lehrgang gerecht zu werden, wird es bis zum März insgesamt sechs neue Dienstposten geben. Maximal 108 Lehrgangsteilnehmer können ab dann betreut und ausgebildet werden.

 

 

Autor: Jörg Barandat; Fotograf: Jörg Barandat

Hamburg, 01.10.2015

Body + Brain: Nicht nur „Mens agitat molem“, sondern auch „Mens sana in corpore sano“ (In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist)

Hybride Machtprojektion: Vernetzte Sicherheit mit negativem Vorzeichen?

Seminarablauf … nichts ist so beständig wie der Wandel.

Einblicke in Treibhäuser der Zukunft: systemisches und vernetztes Denken, Mustererkennung und Netzwerke, Zukunftsanalyse und Gestaltungskompetenzen, Loyalität und Grenzüberschreitung, Politik und Kommunikation - alles, was heute für eine Qualifizierung zur Strategiefähigkeit nützlich sein kann.

Gibt es gesicherte Fundamente unseres Daseins? Objektive Wissenschaft ist eine Illusion: E = mc² - kein Standort ist fix, keine Perspektive absolut und jeder Moment relativ zu anderen (Einstein). Es gibt keine eindeutigen Eigenschaften und absoluten Gesetze, nur noch statistische Erwartungen (Planck und Heisenberg). Unsere Existenz – und damit auch Sicherheitspolitik - findet im Chaos statt: Nicht-lineare, selbstregulierende und komplexe Systemdynamiken mit Rückkopplungseffekten und eingeschränkter Vorhersehbarkeit und Planbarkeit. Erst dynamische und labile Systemgleichgewichte schaffen einen Eindruck von Stabilität.

Sind wir darauf gut eingestellt oder wird Verwirrung und Hilflosigkeit generiert ?

Wir müssen zunächst einmal feststellen, dass sich die Problemgeschichte von Strategien in der Vergangenheit bis heute in dualistischer Logik (entweder – oder, schwarz – weiß, Krieg – Frieden) bewegt. Unsere Realität findet aber zwischenzeitlich in mehr als drei Dimensionen statt. Gute Beispiele dafür sind im militärischen Bereich die hybride Machtprojektion: Krieg im Frieden im Krieg oder auch der Nexus: Cyber-Robotik-Nanotechnologie.

Vor diesem Hintergrund hat der Fachbereich Sicherheitspolitik und Strategie im September 2014 einen ministeriell und wissenschaftlich begleiteten Workshop durchgeführt, um den Bildungsbedarf zu ermitteln und ein didaktisches Konzept für ein Ausbildungsziel - Strategiefähigkeit - zu entwickeln. Die konkrete Umsetzung dieses Konzepts erfolgte im Seminar vom 7. bis 12. September 2015 in einer Mischung aus Vorträgen, Arbeits- und Gesprächsgruppen.

Ausgehend von Lagefeststellungen zu globalen Trends und zum Spannungsfeld: Politik, Strategie, Operationsführung, taktisches Handeln und militärische Professionalisierung unter dem Primat der Polititik, wurde in einer anschließenden Gruppenarbeit eine Auflistung von Gestaltungskompetenzen entwickelt. Diese reichten von der Fähigkeit zur Mustererkennung über Vernetzung im Denken und mit Menschen, Empathie, Umgang mit Zielkonflikten und strategische Alternativen bis zur Bereitschaft und Ermutigung zur Ideologiefreiheit. Schnell wurde deutlich, dass Strategiefähigkeit nicht nur eine kognitive, sondern auch eine kulturelle Leistung darstellt.

In einer Einführung in die Thematik Zukunftsanalyse wurde sehr deutlich herausgestellt, dass Zukünfte nicht vorhersagbar sind, aber die Modellierung von Trends in Szenario-Techniken großartige Chancen für Politik- und Strategieprozesse eröffnet, weiser und damit auch aktions- und reaktionsfähiger zu werden.

Gute Ideen und Konzepte sind das Eine, sie müssen aber auch an ein Gegenüber kommuniziert werden. Dazu erfolgte eine Einführung in Techniken wie "Havard-Negotiation-Project" und "Track One, One and a Half and Two Diplomacy". Thema war aber auch Online-Kommunikation, von “Troll-Fabriken” bis zum "Nudging".

Mit den Themen Hybride Kriegsführung, der Weg zum Weißbuch und einem Besuch bei Airbus Finkenwerder wurde neben der Theorie- und Modellbildung auch immer wieder ein konkreter Bezug zur Gegenwart und in laufende Prozesse hergestellt.

Durchgehend stand im Seminar stets die Einladung: "What I propose, therefore, is very simple: it is nothing more than to think what we are doing." (Hannah Arendt: The Human Condition, 1958). Denken ist harte Arbeit – keine Esoterik, aber auch Freude an komplexen Gedankenspielen.

Die im Workshop entwickelte didaktische Linie, sowie die Auswahl und Abgrenzung der Themen, hat sich als richtig und zielführend erwiesen. Nachsteuerungsbedarf ergibt sich lediglich aus dem Bildungsbedürfnis einiger Teilnehmer nach einem Exkurs: Sun Tsu – Clausewitz – aktuelle Sicherheitsstrategien. Wir werden ein solches Element beim Seminar im Zeitraum 31. Oktober bis 4. November 2016 einfügen. Das nächste Seminar wird vom 29. März bis 1. April 2016 stattfinden.

Weitere Informationen zum Modul 1007 finden sie im Info-Flyer.


Weitere Informationen zu dem Modul 1007.

 

Autor: Jörg Barandat

Hamburg, 08.09.2014

 

… The crisis takes a much longer time coming than you think, and then it happens much faster than you would have thought …” Dr. Rudi Dornbusch, M.I.T.

Vom 8. bis 9. September 2014 fand an der Führungsakademie ein wissenschaftlich und ministeriell begleiteter Workshop zur inhaltlichen Neuausrichtung des Moduls 1007 „Strategisches Denken" statt.

Chancen und Gefahren

Am Beginn des Workshops stand die Frage, wie die Arbeit in diesem Modul die Umsetzung des Regierungsprogramms „Deutschlands Zukunft gestalten" unterstützen kann, um „die Kompetenzen und Kapazitäten der strategischen Vorausschau in den Ministerien [zu stärken], um Chancen, Risiken und Gefahren mittel- und langfristiger Entwicklungen besser erkennen zu können." (http://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/2013/2013-12-17-koalitionsvertrag.pdf, Seite 150)

Nur so können heute und zukünftig die entscheidenden Grundvorsetzungen für präventives politisches Handeln geschaffenen werden.

Strategie und Konzepte

Der zweite Takt rückte dann die Beiträge und Diskussionen in den Mittelpunkt, wie Strategien und Konzepte entwickelt und umgesetzt werden können, die eine Chance bieten, im politischen Handeln dann auch tatsächlich „vor die Ereignisse zu kommen".

Im Ergebnis stimmten die Teilnehmer am Ende des Workshops darin überein, dass es nicht mehr primär um Faktenwissen über Strategien, Strategiemodelle und –dokumente gehen kann, sondern zukünftig viel mehr um die Vermittlung und Einübung von Fähigkeiten und Fertigkeiten gehen muss.

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