Autor: Jürgen Bredtmann; Fotograf: Jürgen Bredtmann

Hamburg, 02.05.2016

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Aktiv. Attraktiv. Anders. "Sie sind aktiv hierher gekommen, und wir sind hoffentlich attraktiv", meinten die Gastgeber. Dann wurde es anders

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Gedanken auf die "Tischdecke"...

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"Man erwartet eher Hierarchie und Frontalunterricht, aber das ist ja schon sehr kreativ hier." "Ich hatte erwartet, dass wir Liegestütze machen müssen", lachte eine der Teilnehmerinnen

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Bundeswehr und Gesellschaft: Hier mal mittendrin

Ein schönes Klischee, ein festes Vorurteil: Manchmal macht so etwas die eigene Sicht auf die Welt einfacher. Wer kennt das nicht? Ohne genaue Kenntnis von Hintergründen - das kostet ja auch Zeit - ist ein Urteil über Politiker, Manager von Großkonzernen oder den Skateboard-fahrenden Jugendlichen in den heruntergekommenen Klamotten ja viel einfacher.

Dass Ausbildung bei der Bundeswehr nicht laut und drillmäßig auf dem Kasernenhof stattfinden muss oder aus monologisierenden Vortragenden besteht, zeigten jetzt das Bildungszentrum der Bundeswehr (BIZBw) und die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in einer Veranstaltung mit Gästen aus Politik und Gesellschaft in Mannheim. Etwa 100 Menschen waren der gemeinsamen Einladung der beiden Ausbildungsstätten in das Atrium des BIZBw gefolgt. "Wir wollen heute einen Abend der besonderen Art gestalten", lud der Präsident des BIZBw die Gästen zum Mitmachen ein und stellte zunächst die FüAkBw vor. "Ich selbst bin bekennender Kooperationspartner mit dem BIZBw", sagte dann Generalmajor Achim Lidsba, um anschließend die gastgebende Dienststelle kurz im Plenum vorzustellen.

Drillmäßig anders

"Wir wollen unsere attraktive Ausbildung am BIZBw und der FüAkBw in der Öffentlichkeit sichtbarer machen und zeigen: Das ist aktiv.attraktiv.anders.", schildert Oberst im Generalstabsdienst Martin Simberg, verantwortlich für die Ausbildungsplanung an der FüAkBw, die Idee hinter der heutigen Veranstaltung. Die erste Idee, zeitgleich in Mannheim und Hamburg eine solche Veranstaltung zu organisieren, war aus personellen Gründen Ende 2015 verworfen worden. Daher fiel der Startschuss jetzt zunächst in Mannheim. Die zweite Etappe, eine ähnlich "andere" Veranstaltung, wird in der 38. Kalenderwoche an der FüAkBw in Hamburg stattfinden.

"Wir wollen Ihnen authentisch zeigen, was wir hier und in Hamburg in der Ausbildung machen", sagte Thomas Lüthgen vom BIZBw und zauberte durch eine Tüte mit Lego-Steinen ein Lächeln auf die Gesichter der (noch lediglich) Zuhörer. "SIE stehen im Mittelpunkt, SIE sollen beim Lernen Spaß haben", unterstrich Lüthgen in seinen launigen Einführungsworten.

Methoden: World Café, Lego Serious Play, Story Cubes

Dann ging es in kleinen Gruppen an die drei beispielgebenden Stationen. Kurze Vorstellung: ein Rentner, eine Medizinstudentin, ein Rechtsreferendar, ein Reserveoffizier, ein Rechtsanwalt in der Gruppe von Oberst Hasse beim "World Café". "Ich habe keine Ahnung was mich hier erwartet", "Ich will mal sehen, wie anders die Bundeswehr wirklich ist", "Ich bin sehr gespannt", das waren die ersten Reaktionen der Teilnehmer. Nach dem Brainstorming auf der "Tischdecke" gab es ein aufgeklebtes Voting: Welche Idee ist mein Favorit? Die Bundeswehr müsse mehr mit alltäglichen Themen, nicht nur mit schlechten Nachrichten in den Medien und der Öffentlichkeit präsent sein. Nach der kurzen Diskussion der Ergebnisse durfte dann nur noch ein Thema, ein konkreter Vorschlag übrig bleiben: Einführung der Wehrpflicht für Männer und Frauen. Nur dieses Thema wird jetzt weiter verfolgt. Was müssten wir dafür tun? Und wieder konzentriert Einzelmaßnahmen aufschreiben und ankleben, Ergebnis diskutieren. So wird relativ schnell in dieser spezifischen Gruppe eine konkrete Antwort auf eine eingangs allgemeine Fragestellung destilliert. "Die Zeit war viel zu kurz", meinte ein Teilnehmer.

Reaktionen

Franziska Meichelböck aus der Nähe von Ulm studiert Politikwissenschaften in Mannheim und ist Vorsitzende der sicherheitspolitischen Hochschulgruppe in Mannheim. Sie hatte auch erst einen Vortrag erwartet, war dann positiv überrascht von den kreativen Methoden. "Die Story cubes haben mir am besten gefallen. Alle drei Methoden waren echt toll, um sich selbst auch mal Gedanken um Bundeswehr und Gesellschaft zu machen."

Lars Hartwig hatte schon etwas anderes als einen Vortrag erwartet, eher Interaktives. "Das wurde auch voll erfüllt. Ich bin selten bei einer Veranstaltung so konkret mit den Verantwortlichen ins Gespräch gekommen. Das war auf jeden Fall eine sinnvolle Sache. Es gibt ja kaum Angebote in dem Bereich "Bundeswehr und Gesellschaft", das sollte auf jeden Fall wiederholt werden."  

Nächste Runde: 38. Kalenderwoche, Hamburg

Nach drei Stunden kreativer, praktischer Ausbildung mitaus der täglichen Realität entlehnten Methoden hatte die Veranstaltung am Ende alle neugierig gemacht. Thomas Lüthgen vom BIZBw lobte die Gäste: "Sie haben das toll gemacht!" Und General Lidsba war sich sicher, bei den Teilnehmern "ein Gespür für die Unternehmens- und Führungskultur der Bundeswehr entwickelt" zu haben. "Wir freuen uns auf eine weitere Veranstaltung dieser Art in der 38. Kalenderwoche, dann bei uns an der FüAkBw in Hamburg", kündigte der Kommandeur an. 

Gemischt und gemeinsam

Das BIZBw bildet vor allem zivile Angehörige und Führungskräfte der Bundeswehr aus. Nach der Unterschrift unter die Kooperationsvereinbarung im Jahre 2012 manifestierte sich die enge Zusammenarbeit der beiden Häuser vor allem im bundeswehrgemeinsamen Führungskräftetraining auf der Ebene A14 bis B3. Mit gemischten Dozententeams und kreativen Methoden werden hier in einwöchigen Seminaren unter anderem Methoden im Rahmen kompetenzorientierter Ausbildung vermittelt, Informationen ausgetauscht, vor allem aber Verständnis für die "Anderen" erzeugt. "Wenn man sich kennt und miteinander redet, dann wird schnell klar, dass die Uniformierten auch Menschen sind. Und welche Zwänge hier und da die zivile Verwaltung der Bundeswehr drücken", so eine häufig geäußerte Reaktion der Teilnehmer.

Auch beim Bildungskongress an der Universität der Bundeswehr in Hamburg im September 2015 wurde die enge Zusammenarbeit sichtbar. In einer gemeinsamen Keynote eröffneten damals der Kommandeur der FüAkBw, Generalmajor Achim Lidsba, und der Präsident des BIZBw, Christoph Reifferscheidt, die Veranstaltung, ein gemeinsamer Stand aktivierte an allen drei Tagen im Zentrum des Kongresses auf dem "roten Platz" an der Universität das interessierte Publikum.

Weitere Kooperationspartner

Kooperationen bündeln Kräfte und schonen ohnehin knappe Ressourcen. Daher arbeitet die FüAkBw nicht nur mit dem BIZBw, sondern auch mit der Universität der Bundeswehr in Hamburg (hier sei vor allem der gemeinsame Masterstudiengang MFIS erwähnt), der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit, dem Zentrum für internationale Friedenseinsätze (ZIF) und der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) eng zusammen.

 

Autor: Stefan Berger, Cordelia Wallas

Hamburg, 29.04.2016

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Über 80 internationale Lehrgangsteilnehmer der Führungsakademie der Bundeswehr erhielten in diesem Monat einen unvergesslichen Einblick in Geschichte und Gegenwart der deutschen Marine.

Wenn der Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International zu einer Informationsreise aufbricht, dann ist der Terminkalender meist bis auf die letzte Minute ausgeplant. Und so erwartete auch den diesjährigen Lehrgang ein straffes Programm bei der Marine.

Die viertägige Reise unter Leitung des Bereichsleiters Marine und Beauftragten des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr, Kapitän zur See Henning Straus, begann mit einer standesgemäßen Begrüßung vom Kommandeur der Marineschule Mürwik (MSM), Flottillenadmiral Carsten Stawitzki an der Alma Mater der Marineoffizierausbildung in Flensburg.

Land und See

Nach einer Führung durch das historische Bauwerk und einem Besuch im wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum erlebten die internationalen Stabsoffiziere die Ausbildung junger Marineoffiziere in Deutschland vor Ort. Im Simulator für Nautische Schiffsführung durften die Gäste die Schiffe der Marine durch die Weltmeere steuern.

Am zweiten Tag ging es weiter an das Ausbildungszentrum Uboote nach Eckernförde. Im Marinestützpunkt stellten Kapitän zur See Stephan Haisch und Kapitän zur See Eckardt Menzel sowie mit Kapitän zur See Hans-Jörg Detlefsen in Kurzvorträgen Flottillen und Geschwader der deutschen Marine vor.

Der LGAI fährt zur See

Das Leben in einem U-Boot ist etwas ganz besonderes. Eine Vorstellung davon bekam der internationale Lehrgang der Führungsakademie in einem Uboot der Klasse 212 A. Der Lehrgang entschied sich nach der Besichtigung dann aber für eine angenehmere Übernachtungsvariante in Kiel. Am nächsten Morgen besichtigte die Gruppe zunächst das Marineehrenmal Laboe, das auch 125 Jahre nach Errichtung noch immer einen einprägsamen Eindruck hinterlässt. Das Ehrenmal erinnert an alle auf See gebliebenen Seeleute aller Nationen.

Nächstes Ziel auf der Reise war dann das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr der Marine in Neustadt bei Holstein. Nachdem der Kommandeur, Kapitän zur See Mathias Metz, den Lehrgang in Empfang nahm, bekamen einzelne kleine Gruppen einen Einblick in die verschiedenen Ausbildungsanlagen der Schule der Deutschen Marine. Ein Highlight stellte hierbei der Tieftauchtopf dar, der für die Ausbildung von Tauchern und Ubootfahrern gedacht ist und hier in bis zu einer Tiefe von 32,5 Meter unter Wasser ausgebildet werden können.

Wie vielfältig, diversifiziert und spannend die Deutsche Marine ist, erfuhren die internationalen Gäste auch am vierten Tag im 7. Schnellbootgeschwader. Vom Marinestützpunkt Warnemünde ging es für den LGAI mit den Schnellbooten S 75 FRETTCHEN und S 73 HERMELIN sowie mit dem Tender ELBE in See. Die Lehrgangsteilnehmer der Führungsakademie sahen eine eindrucksvolle Vorstellung der Boote. Der erhabene Klang des heiseren Röhrens der 18.000 PS starken Antriebsmotoren der Schnellboote der Klasse 143 A über der Ostsee weckte Begeisterung auch bei denjenigen, die sonst wenig Affinität zur See mitbringen. Mitte des Jahres werden dann die letzten vier Boote außer Dienst gestellt.

Da Schnellboote kaum Lagermöglichkeiten haben, werden sie bei ihren Einsätzen von Tendern unterstützt. Während dieser Seefahrt bewies auch der begleitende Tender Kl. 404 - die ELBE – ihre Vielseitigkeit.

Zwei Eurofighter der Luftwaffe simulierten an diesem Tag Angriffsmanöver, die die beiden Schnellboote mit Kraft, Geschwindigkeit und Wendigkeit konterten. Als der LGAI wieder in den Stützpunkt einlief, endete die Informationsreise mit einem traditionellen Einlaufbier beendet.

 

 

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotograf: Daniel Eisenbraun

Hamburg, 27.04.2016

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Spielzüge werden mit Spannung auf der Leinwand verfolgt

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Viele Spieler, ein Leiter

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Themenvorstellung zur Gruppenarbeit

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Teilnehmer des Commander’s Intent

Wer glaubt, ein Seminar bestünde nur aus sachorientierten und trockenem
Theorieteil, der irrt sich. Für die Teilnehmer des Wahlpflichtseminars mit dem
Titel „Commander‘s Intent“ – Entscheidungen im Spannungsfeld von Intuition
und Rational“ – ist es mehr als nur ein kurzer Lehrgang.

Herzlich Willkommen

In dieser bundeswehrgemeinsamen Schulung, die vom 19. bis 21. April 2016 im
Manfred-Wörner Zentrum der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg
stattgefunden hat, trafen sich zehn Teilnehmer des Lehrgangs Generalstabs-/
Admiralstabsdienst National (LGAN) und zivile Führungskräfte der Bundeswehr
unter Einbeziehung von Gästen der Bundesagentur für Arbeit und der Hamburg Port Authority. Seminarleiter Oberst im Generalstabsdienst Michael Strunk begrüßte die Teilnehmer am Dienstag, den 19. April 2016 in der Clausewitz-Kaserne, um zunächst einander vorzustellen und die wesentlichen Inhalte des Kurses anzusprechen.

Warum ausgerechnet ein gemeinsamer Lehrgang mit zivilen Führungskräften? Ganz einfach: Um das gegenseitige Verständnis zu wichtigen Fragen des Verhaltens von zivilen und militärischen Führungskräften - nicht nur in der Bundeswehr - weiterentwickeln und verbessern zu können. Beide Parteien zeigen unterschiedliche Herangehensweisen zur Führung einer Gruppe, umso besser, dass der Erfahrungsaustausch als Gruppenarbeit stattfindet. „Das Ziel dieser Fortbildung ist eine Vernetzung der Teilnehmer untereinander. Mit der Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit verbindet uns inzwischen eine gelebte Kooperation und reger Austausch“, berichtet der Programmleiter des dreitätigen Workshops, Oberstleutnant Felix Heymann.

Bauchgefühl oder Kopfentscheidung?

Jeden Tag stellt sich der Mensch neuen Herausforderungen. Treffen wir Entscheidungen spontan oder rational? Und vor allem, welche Form ist in welcher Situation die Bessere?

Aufbauend auf den Impulsvorträgen am ersten Tag, erfolgt die Simulation mit Hilfe des Spiels „Die Säulen der Erde“. Das Gesellschaftsspiel, welches von Michael Rieneck und Stefan Stadler entworfen und 2006 erschienen ist, greift die Thematik des gleichnamigen Romans von Ken Follett auf. Die Spieler beteiligen sich am Bau einer mittelalterlichen Kathedrale. Gespielt werden kann mit zwei bis vier Spielern, eine Partie dauert etwa 90 bis 120
Minuten.

Beraten und gemeinschaftliches Planen einerseits sowie situatives individuelles Handeln andererseits konfrontiert die Teilnehmer mit der Frage, wie rationales Vorbereiten und intuitives Handeln in ungewissen Entwicklungen unsere Entscheidungen bestimmen.

Funkeln in den Augen der Spieler – Begeisterung und Hingabe zeigen sich durch
ehrgeizige und strategische Spielweise und bringen beim Lehrgangsteilnehmer für den Moment quasi kindliche Raffinesse zum Vorschein. Die Spielzüge müssen
gewinn bringen und gut durchdacht sein. Ein geistiger Sport, der nicht nur Spaß
macht, sondern auch eine effiziente Lernmethode ist.

„Open Space“ - Vier Regeln, zwei Entscheidungen und ein Gesetz

„Sind Sie eine Hummel, oder doch lieber ein Schmetterling?“, beendete Oberstleutnant Felix Heymann am Vormittag des dritten Tages, seine Präsentation der Konferenzmethode. Um das zu verstehen, müssen wir zunächst an den Anfang der Präsentation springen. Nach der Simulation am vorherigen Tag, standen Fragen und Anregungen immer noch im Mittelpunkt der Tagung. Deswegen fand, als Programmplan der Dozenten, ein Gedankenaustauch, in Form eines „Open Space“ statt.

Dieser Kommunikationsaustausch bringt unter anderem, dass unerwartete und innovative Lösungsvorschläge sich entwickeln können, die Gruppen voneinander lernen und der Gemeinschaftsgeist sich über jegliche Grenzen hinweg bindet.

Wenn Sie also auch so eine Konferenzmethode durchführen möchten, benötigt es eine gewisse Struktur. Oberstleutnant Heymann verwendet, passend zum Programm, ein für jeden zu verstehendes Konzept:  

Vier Regeln

1. Wer auch immer kommt, es ist der/die Richtige!
2. Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, was geschehen konnte und ist o.k.!
3. Es beginnt, wenn es beginnt!
4. Vorbei ist vorbei! Nicht vorbei ist Nicht-Vorbei!

Zusammenfassend ist es leicht zu erklären: Es sind nie zu wenig Personen anwesendoder gar die Falschen, finden von Ideen ist frei zu gestalten, der Zeitpunkt zum Auszutauschen von Erfahrungen ist gegenwärtig und es ist unproduktiv, über einen Kerngedanken zu diskutieren, wenn inhaltliche Punkte bereits erschöpft sind.

Entscheidung: Hummel oder Schmetterling?

Hummel: Diese Person „fliegt“ von Gruppe zu Gruppe, um aktiv am Informationsaustausch teil zu nehmen. Sie bringt dort neue Ideen ein, „staubt“ neue ab und trägt sie in die nächste Gruppe ein. Schmetterling: Diese Person verbringt die meiste Zeit in stillen Ecken und sorgt für eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Durch seine gelassene Ausstrahlung zieht er andere Teilnehmer an und es ergeben sich hier oft sehr fruchtbare Gespräche.

Ein Gesetz: „Das Gesetz der zwei Füße“

Desinteresse und Langeweile stören nur unnötig die Gruppenarbeit. Merkt der Teilnehmer, dass er nichts Produktives mehr beitragen kann, sollte er seine beiden Füße benutzen, um eine andere Gruppe zu finden, wo er eher von Nutzen sein kann. Während seiner Wanderschaft entscheidet sich, ob die Person eine Hummel oder ein Schmetterling sein will.

Bevor das Open Space losging, haben einige der Anwesenden ihre Fragen und Themen, die sie für Diskussionswürdig empfanden aufgeschrieben, kurz erläutert und an ein Zeit-Ort-Raster angeheftet. So konnten die Personen sofort entscheiden an welchem Gruppengespräch sie sich beteiligen möchten.

Anschließend gab es ein Gespräch zu den Ergebnissen der dreitägigen Fortbildung. Für viele war es ein informativer und zugleich geistreicher Gedankenaustausch.

Feed Back?

Das Commander’s Intent erfreut sich nicht ohne Grund einer sehr großen Beliebtheit und findet deswegen auch jedes Jahr zur selben Zeit statt. Die Dozenten bemühen sich, unter jeweils anderem Thema ein individuelles und anregendes Forum zu schaffen, das zusammenführt und zum Perspektivenwechsel einlädt. Für die Beteiligten ist es eine frische Abwechslung, auch mal die Meinung anderer Führungskräfte zu beleuchten und für sich selbst etwas mitzunehmen.

 

Autor: LGAN; Fotograf: FüAkBw

Hamburg, 27.04.2016

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Besuch der Delegation bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der OSZE in Wien.

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Austausch von Gastgeschenken im polnischen Verteidigungsausschuss.

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Die Delegation der FüAkBw mit Vertretern des Garnisonskommandos Warschau vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten.

Im Rahmen der NATO-EU-Reise nach Wien und Warschau hatte die Delegation unter Leitung von Oberst i.G. Fritsch das Privileg, sich mit einer sehr breiten Vielfalt an aktuellen sicherheitspolitischen Themen zu befassen, sowie den Austausch mit Vertretern von internationalen Organisationen und nationalen Einrichtungen der Gastländer zu suchen.

In Wien wurden die 14 Reiseteilnehmer durch die deutsche Botschaft in die traditionell sehr guten deutsch-österreichischen Beziehungen eingewiesen. Zusätzlich wurden die Grundzüge der österreichischen Außen- und Sicherheitspolitik erläutert, die ständig einen Ausgleich zwischen dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der immerwährenden Neutralität und einem starken Engagement im Rahmen der EU-Mitgliedschaft finden muss. Weiterhin erläuterte Botschafter Eberhard Pohl, Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der OSZE in Wien, die Agenda des diesjährigen deutschen OSZE-Vorsitzes sowie die Herausforderung, insbesondere Russland zu einem aktiven Engagement in den OSZE-Gremien zu bewegen.

Ein weiterer Programmpunkt in Wien war die Begegnung mit Vertretern der österreichischen Landesverteidigungsakademie, vertreten durch Oberst d.G. Krasser, Kommandant des 21. Generalstabslehrgangs an der LVAk. Neben den Grundsätzen der aktuellen österreichischen Generalstabsausbildung wurden unter anderem die bevorstehende Umstrukturierung der LVAk zu einer Militärhochschule sowie der gründliche und umfangreiche Auswahlprozess für die Teilnahme an der dreijährigen Generalstabsausbildung in Österreich erörtert. Daneben diente die LVAk als Gastgeber für einen Vortrag durch Oberst d.G. Fronek, Leiter des Büros für Sicherheitspolitik im Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport, zum Thema „Schwerpunkte und aktuelle Entwicklungen der österreichischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik“. Seine Analyse machte deutlich, das aus österreichischer Sicht angesichts sich verschärfender Konflikte in der europäischen Nachbarschaft die Fähigkeit der EU zu einem solidarischen sicherheitspolitischen Handeln schwindet. Dieser Entwicklung möchte Österreich mit einem verstärkten eigenen Engagement – vornehmlich auf dem Balkan – sowie durch eine Stärkung der europäischen Resilienz begegnen.

Der Besuch der UNO-City in Wien, eingeleitet durch ein Gespräch mit dem Ständigen Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei dem Büro der Vereinten Nationen in Wien und vertieft durch Grundsatzvorträge durch Mitarbeiter der Internationalen Atomenergie-Organisation und des United Nations Office on Drugs an Crime, rundete das Verständnis der Delegation für die internationale Bedeutung der österreichischen Hauptstadt ab.

Die Weiterreise der Delegation nach Warschau war von den Eindrücken der deutsch-polnischen Geschichte einerseits und der partnerschaftlichen Bewältigung aktueller Herausforderungen andererseits geprägt. Eine erste Begegnung zwischen der Delegation der FüAkBw und Angehörigen der polnischen Streitkräfte ergab sich im Rahmen eines von der deutschen Botschaft in Warschau ausgerichteten ALUMNI-Treffens. Gastreden durch Generalleutnant Bühler, AL Planung im BMVg, sowie Herrn Pawel Pietrzak, AL im polnischen Büro für Nationale Sicherheit, lieferten den thematischen Hintergrund für den Abend.

Beim Besuch der polnischen Akademie für Nationale Verteidigung erhielten die Delegationsteilnehmer einen umfassenden Einblick in die Ausbildung von Führungskräften der polnischen Streitkräfte, die im Rahmen einer umfassenden Akademisierung auch zunehmend zivilen Studenten in Teilen zugänglich gemacht wird.

Ein Höhepunkt während des Besuchs in Warschau war die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Herrn Michał Jach, Vorsitzender des polnischen Verteidigungsausschuss, in den Räumlichkeiten des Sejm. In dem sehr offenen Gespräch wurde vor allem die polnische Perzeption einer Bedrohung der östlichen NATO-Grenze durch Russland und die Erwartung an ein verstärktes Engagement der NATO auf dem Gebiet ihrer östlichen Bündnismitglieder deutlich.

 

Während des folgenden Besuchs des Generalkommandos der polnischen Streitkräfte wurde der Delegation gezeigt, mittels welcher Maßnahmen in den Bereichen Organisation, Rüstung und Ausbildung die polnischen Streitkräfte ihren Beitrag zu einer Erhöhung der Einsatzbereitschaft leisten. Insbesondere das Konzept des Generalkommandos an sich, welches die Kommandos der Teilstreitkräfte unter dem Dach eines Truppenstellerkommandos zusammenfasst, stieß auf großes Interesse der Lehrgangsteilnehmer.

Ein abschließendes Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit und Anerkennung war eine Kranzniederlegung am Grabmal des unbekannten Soldaten im Zentrum Warschaus. Begleitet durch eine Ehrenabordnung des Warschauer Garnisonskommandos erwies die Delegation der Führungsakademie der Bundeswehr den in vergangenen Konflikten Gefallenen der polnischen Streitkräfte die Ehre.  

Insgesamt beeindruckten die Teilreisen nach Wien und Warschau nicht nur durch ihre sicherheitspolitische Aktualität, sondern auch durch das in beiden Ländern deutlich gewordene Bedürfnis nach stabilen Beziehungen zu Deutschland. Sowohl die Vertreter aus Polen wie auch Österreich haben deutlich gemacht, dass eine außen- und sicherheitspolitische Stabilität in den jeweiligen Ländern nur vor dem Hintergrund fester Beziehungen zum Nachbarland Deutschland herzustellen ist. 

 

 

 

Autor: Eggo Rettmer

Hamburg, 21.04.2016

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Generalleutnant a.D. Jürgen Bornemann und Generalmajor Rafael Sanchez Ortega beim Gästebucheintrag der ESFAS

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Generalmajor Rafael Sanchez Ortega und die Teilnehmer des Seminars „Internationale Höhere Führung 2016“ in der Halle der spanischen Führungsakademie

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Portal der spanischen Führungsakademie CESEDEN

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Palacio Real, Madrid

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Thronsaal im Palacio Real

Der Wahlspruch „Vereinigte Tapferkeit ist stärker!“ unterstreicht einen zentralen Ansatz spanischen Politikverständnisses: Sicherheitspolitik ist nur multilateral und im Verbund möglich. Und Bedrohungen der europäischen Sicherheit entstehen auch an der südlichen Peripherie Europas.

Eine dschihadistische Wolke über Nordafrika

Am letzten Tag besuchen die Teilnehmer das Institut für Strategische Studien. Dieses Institut ist Bestandteil des spanischen Pendants zur deutschen Führungsakademie der Bundeswehr, dem Centro Superior de Estudios de Defensa Nacional (CESEDEN) und der Escuela Superior de las Fuerzas Armadas (ESFAS).
„Wir blicken mit Sorge auf die Entwicklung im westlichen Mittelmeerraum, in Nordafrika“, leitet Generalmajor Rafael Sanchez Ortega, Kommandeur der ESFAS, einen Parforceritt durch die aktuelle Entwicklung in den nordafrikanischen Staaten ein.

Spanien hat ein großes Interesse an stabilen, staatlichen Strukturen in Nordafrika. Zum einen liegt Spanien in direkter Nachbarschaft zu Nordafrika. Zum anderen leiten die nordafrikanischen Staaten, insbesondere Algerien, 60% des spanischen Erdgasbedarfs weiter.
Marokko wird als ein guter und stabiler Partner, auch im Kampf gegen den Terror, bezeichnet. Algerien ist ebenfalls ein verlässlicher Partner bei Antiterror-Maßnahmen.
Sorge bereitet insbesondere die Entwicklung in Libyen. In direkter Nähe zu Spanien kann dort ein unkontrollierter Rückzugsraum für Kämpfer des Islamischen Staates entstehen.
„Die Sahelzone oder Libyen können das nächste Operationsgebiet westlicher Streitkräfte sein“, sagt einer der Referenten. „Wo sieht Spanien denn die Unterschiede zwischen Risiken im östlichen Raum der NATO und Risiken an der südwestlichen Grenze“, fragen Seminarteilnehmer.

Kurz und knapp antwortet Generalmajor Sanchez Ortega: „Mit Putin kann man verhandeln. Mit Terroristen des Islamischen Staates nicht!“
Damit endet auch der offizielle Teil des Besuchsprogramms

22 Zimmer sind nur der Anfang – zu Besuch im Palacio Real

Vor dem Rückflug besichtigen die Teilnehmer des Lehrgangs „Internationale Höhere Führung 2016“ noch den Königspalast, offizieller Dienstsitz des Oberbefehlshabers der spanischen Streitkräfte, König Felipe VI.
Der gewaltige Prachtbau beeindruckt.  Als Manifestation absoluter Macht ersetzte dieses ein 1734 niedergebranntes, maurisches Burgschloss. Beauftragt durch König Philipp V, wurde es unter seinem Nachfolger, Karl III, 1764 fertiggestellt. Das Madrider Stadtschloss beherbergt rund 2.800 Räume.
Der Öffentlichkeit und damit auch den Lehrgangsteilnehmern stehen während der Führung jedoch nur die 22, dafür umso prächtigeren Räume für repräsentative Zwecke offen.

Ein wichtiger Besuch und ein Füllhorn neuer Erkenntnisse und Einsichten

In den Vorjahren besuchten die Teilnehmer des Seminars „Internationale Höhere Führung“ Paris. In diesem Jahr wagt man sich auf Neuland mit dem Besuch in Spanien.
„Es war richtig, hierherzukommen“, sagt Generalleutnant a. D. Bornemann, „das war ein gutes Signal für das Interesse an der spanischen Sicherheitspolitik.“ „Insbesondere die Wahrnehmung durch hochrangige Vertreter der spanischen Streitkräfte zeigt die Wertschätzung unserer Gastgeber für diesen erstmaligen Besuch“, ergänzt Kapitän zur See Gutow.
„Ich wusste nicht, wie stark sich Spanien in EU und NATO engagiert“, stellt der britische Oberst David Moreton fest. „Für mich sind dieser Besuch und das Seminar als Ganzes eine gute Vorbereitung auf zukünftigen Aufgaben im Attaché-Dienst.“
„Spanien hat mit dem Blick auf Nordafrika definitiv eine andere Sichtweise auf europäische Sicherheitspolitik als nord- oder osteuropäische Nachbarn“, sagt Oberst Preußner. Besonders beeindruckt die Aussage, es ginge in der NATO und EU darum, gemeinsame Werte zu erhalten.

Quintessenz

Der Aufenthalt in Spanien ermöglichte den Seminarteilnehmern einen wichtigen Perspektivenwechsel.
Sicherheit lässt sich aus spanischer Sicht nur multilateral im Verbund internationaler Organisationen wie den Vereinten Nationen, der NATO und der Europäischen Union erreichen. Neben Entwicklungen im östlichen Europa oder im Nahen Osten bedroht auch die Entwicklung in Nordafrika, insbesondere in Libyen, die Sicherheit Spaniens und Europas.
Die Europäische Union und die NATO sind für Spanien eine Gemeinschaft gemeinsamer Werte.

„Virtus unita fortior!“ läßt sich deshalb auch im übertragenen Sinn übersetzen mit „Gemeinsame Werte und Tugenden machen uns stärker!“

 

 

Autor: Eggo Rettmer

Hamburg, 19.04.2016

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Vor dem spanischen Verteidigungsministerium

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Ein herzliches Willkommen für die deutsche Delegation

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Artikel 8 der spanischen Verfassung von 1978

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Spanische Sicherheitspolitik im Verbund

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Oberst Stefan Schmid-Schickhardt, Oberstleutnant Rafael Matos Villarino, Oberst i.G. Bernd Albers und Fregattenkapitän Jörg-Michael Horn

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Brigadegeneral Carlos de Salas und Norbert Blumenthal, Direktor im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)

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Der deutsche Botschafter in Spanien, Peter Tempel

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Ein volles Programm für den Besuch in Madrid

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Oberstleutnant Rafael Matos Villarino und Kapitän zur See Joachim Gutow

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Brigadegeneral Carlos de Salas

Der Wahlspruch „Vereinigte Tapferkeit ist stärker!“ unterstreicht einen zentralen Ansatz spanischen Politikverständnisses: Sicherheitspolitik ist nur multilateral und im Verbund möglich. Und Bedrohungen der europäischen Sicherheit entstehen auch an der südlichen Peripherie Europas.

Die südeuropäische Sicht auf aktuelle, sicherheitspolitische Entwicklungen steht im Mittelpunkt einer dreitägigen Exkursion der Führungsakademie der Bundeswehr aus Hamburg. 25 Teilnehmer des Seminars „Internationale Höhere Führung 2016“ besuchen vom 12. bis zum 14. April 2016 die spanische Hauptstadt.

„Ich bin gespannt auf die südeuropäische Perspektive der Sicherheitspolitik und ihre Auswirkungen auf das Bündnis“, sagt Generalleutnant außer Dienst (a.D.) Jürgen Bornemann, Senior Mentor des Seminars. „Der Besuch vor Ort erlaubt einen sehr viel direkteren Zugang“, ergänzt Oberstarzt Angelika Niggemeier-Groben, eine der Teilnehmerinnen.

Gut vorbereitet

Noch vor dem Abflug gibt der spanische Verteidigungsattaché in Deutschland, Oberst im Generalstabsdienst (i.G.) Saz Diaz, einen ersten Überblick über Spanien.

Spanien, eine parlamentarische, konstitutionelle Monarchie, ist das fünftgrößte Mitgliedsland der Europäischen Union (EU), gemessen an der Bevölkerungszahl von rund 46 Millionen Einwohnern und am Bruttoinlandsprodukt von gut 1.000 Milliarden Euro (Stand 2014). Spanien ist seit 1982 Mitglied der NATO und zum 1. Januar 1986 der Europäischen Union.

Die Grundlagen für die spanischen Streitkräfte bilden die spanische Verfassung von 1978, das Gesetz zur Nationalen Verteidigung von 2005, die Nationale Sicherheitsstrategie von 2013 und das Gesetz zur Nationalen Sicherheit von 2015. Die Wehrpflicht wurde 2001 abgeschafft. Oberbefehlshaber der aktuell rund 122.000 Soldaten starken Berufsarmee ist der spanische König Felipe VI.

Spanische Sicherheitspolitik findet im europäisch-atlantischen Verbund statt. Neben Europa und dem iberoamerikanischen Raum liegt ein weiterer Schwerpunkt auch auf dem westlichen Mittelmeer und Nordafrika.

„Ich bin gespannt, wie sich die spanische Sicht auf zukünftige NATO-Aufgaben von der Perspektive östlicher NATO-Partner unterscheidet“, sagt Oberst i.G. Uwe Preußner vom Kommando Heer in Strausberg vor dem Abflug.

Ein diplomatisches Zeichen

„Dieses Land hat es verdient, genauer betrachtet zu werden“, kündigt der deutsche Verteidigungsattaché in Spanien, Oberst im Generalstabsdienst (i.G.) Bernd Albers, an, als die deutsche Delegation in Madrid ankommt. Er ergänzt: „Ihr Besuch stößt hier auf eine hohe Aufmerksamkeit und eine große Wertschätzung.“

Entsprechend hochrangig nehmen die spanischen Gastgeber die Delegation der Führungsakademie der Bundeswehr wahr. Die Dienstgrade der Gastgeber drücken die Wertschätzung aus:

Es sind vor allem Generale und Admirale, die über unterschiedliche Aspekte spanischer Sicherheitspolitik informieren werden.

Spanien im Umbruch

„Spanien ist ein sehr viel kompliziertes Land, als wir uns das vorstellen“, begrüßt der deutsche Botschafter in Madrid, Peter Tempel, die deutschen Gäste.

Seit 2008 kämpft auch Spanien mit den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Die Pläne Kataloniens, sich von Spanien abzuspalten, gefährden die nationale Einheit Spaniens.

„Spanien ist auf dem Weg aus, aber noch nicht aus der Krise“, fasst Dr. Heinrich Kreft, Gesandter und stellvertretender Leiter der Deutschen Botschaft, die aktuelle wirtschaftliche Situation zusammen.

„Spanien versteht sich als ´europeista´“, sagt die stellvertretende Leiterin der Abteilung Politik und  Protokoll an der Deutschen Botschaft, Beate Hoppe. Auch die 2014 entstandene Podemos-Bewegung sei pro-europäisch.

Spanien ist ein Land an der Außengrenze der Europäischen Union. „Trotz der exponierten Lage in direkter Nachbarschaft zu den Staaten Nordafrikas hat Spanien im Gegensatz zu anderen (Grenz-) Ländern der EU kein Migrations- oder Flüchtlingsproblem“, führt Frau Hoppe weiter aus.

Bilaterale Abkommen zur Rücknahme von Flüchtlingen zum Beispiel mit Marokko oder Mauretanien, Austausch von Informationen und gemeinsame Operationen der Küstenwache haben dieses ermöglicht. Zusätzlich setzt Spanien auf wirtschafts- und entwicklungspolitische Maßnahmen in dieser Region.

Die politische Landschaft in Spanien befindet sich im Umbruch. Waren es viele Jahre nur zwei Parteien, die die Politik bestimmten, entsteht insbesondere durch Podemos eine Mehr-Parteien-Landschaft. Die Parlamentswahl 2015 zeigt Die Folgen dieses Wandels deutlich:

Bislang haben sich die Parteien noch auf keine neue Regierung geeinigt. Die geschäftsführende Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy führt Spanien nur so lange, bis entweder eine neue Regierung gebildet oder neu gewählt wird.

Die Nationale Sicherheitsstrategie von 2013 als Leitlinie spanischer Sicherheitspolitik

„Diese Unsicherheit erschwert aktuell das außen- und sicherheitspolitische Handeln Spaniens“, sagt  Oberst i.G. Albers und leitet zur spanischen Nationalen Sicherheitsstrategie von 2013 über.

Diese definiert zwölf Grundrisiken und Bedrohungen für die Sicherheit Spaniens, unter anderem klassische, bewaffnete Konflikte, Terrorismus, Cyber-Kriminalität und -Terrorismus, die organisierte Kriminalität oder – unkontrollierbare - Migrations- und Flüchtlingsströme

Daraus leitet die Nationale Sicherheitsstrategie entsprechende, zwölf Handlungsfelder ab. Damit möchte sie diesen Risiken und Bedrohungen im Verbund mit anderen Staaten begegnen. So beteiligt sich Spanien regelmäßig an vielen Missionen der Vereinten Nationen, der NATO oder der Europäischen Union.

„Spanien ist das Land im Süden Europas, das uns wirtschaftlich, politisch am nächsten steht“, fasst Dr. Kreft den offiziellen Teil des ersten Tags in Madrid zusammen.

Wertegemeinschaft EU und NATO – United we stand

Am nächsten Morgen besuchen die Seminarteilnehmer das spanische Verteidigungsministerium. Admiral Juan Martinez Nunez, Sicherheitspolitischer Direktor im Ministerium, begrüßt die Gruppe und bringt das spanische Verständnis von NATO und EU auf den Punkt: „Wir sind eine Gemeinschaft gleicher Werte, der wir uns verpflichten und für die wir uns engagieren.“

Was denn die größte Herausforderung für diese Gemeinschaft aus spanischer Sicht sei, fragte Kapitän zur See Joachim Gutow, Leiter des Seminars „Internationale Höhere Führung 2016“.

„Die größte Herausforderung ist nicht, was andere unserer Gemeinschaft antun könnten. Unsere größte Herausforderung ist es, zusammenzubleiben, als Wertegemeinschaft nicht auseinanderzubrechen“, sagte Admiral Martinez Nunez.

Im Fokus - Eine neue Linie der Instabilität entlang der Sahelzone

„Wir betrachten die Entwicklung an der südlichen Peripherie Europas als zunehmende Bedrohung“, ergänzte Oberst Antonio Romero Losada, stellvertretender Direktor für Planung und Internationale Beziehungen. Anschließend gibt er einen kurzen Überblick über weitere, möglichen Bedrohungen für die NATO und die EU.

Diesen Bedrohungen ließe sich nur gemeinschaftlich zum Beispiel im Verbund von NATO und EU begegnen, sagt Oberst Losada. Entsprechend engagiert sich Spanien in diesen Organisationen.

Spanien ist der fünftgrößte Truppensteller bei NATO- und der zweitgrößte Truppensteller bei EU-geführten Operationen.

Spanien sei überzeugt, dass die EU neben der NATO eigenständige und dauerhafte Kommandostrukturen bräuchte, um auch autonom handeln zu können. Und die Sicherheit Europas und der EU sei nur mit einer 360-Grad-Perspektive zu erfassen. Risiken und Zonen zunehmender Instabilität  lägen nicht nur im östlichen Europa oder im Nahen Osten, sondern auch und zunehmend im Norden Afrikas.

Rüstungspolitik und -industrie

„Wir setzen auf und unterstützen unsere nationale Rüstungsindustrie“, sagt Brigadegeneral Carlos de Salas, Direktor der Rüstungsabteilung im Ministerium, und fasst anschließend Zahlen der spanischen Rüstungsindustrie zusammen.

Mehr als 22.000 Mitarbeiter sind direkt und weitere 50.000 indirekt in den mehr als 700 Unternehmen der spanischen Rüstungsindustrie beschäftigt.  Die gesamte Branche hat einen jährlichen Umsatz von sieben Milliarden Euro. Mehr als 55% der Produktion wird exportiert.

Spanien ist in diversen multinationalen Rüstungsprogrammen wie zum Beispiel beim Eurofighter oder Militär-Airbus A400M oder in den Satelliten-Programmen PLEIADES oder HELIOS beteiligt.

Aktuell mehr als 2.080 Soldaten im Einsatz

Major Aquilino Doniz und Oberstleutnant Luis Gonzalesasenjo erläutern anschließend die Struktur der spanischen Streitkräfte.

Ob es denn aktuell Nachwuchssorgen gäbe, fragt einer der deutschen Teilnehmer. „Aufgrund der Wirtschaftskrise können die Streitkräfte aus einer Vielzahl qualifizierter Bewerber auswählen“, antwortete Major Doniz. So steckt in jeder Krise auch eine Chance.

Aktuell nehmen 2.080 spanische Soldaten an mehr als 15 nationalen und multinationalen Einsätzen teil. Jeder Einsatz ist vorher durch die Regierung zu beschließen und durch das Parlament zu genehmigen.

So bilden zum Beispiel rund 310 Soldaten im Rahmen der Koalition gegen den Islamischen Staat Angehörige der irakischen Streitkräfte aus. Mehr als 160 Soldaten beteiligen sich an den NATO Missionen ACTIVE FENCE in der Türkei und beim Baltic Air Policing.

Spanien stellt mehr als 600 Soldaten bei den EU-geführten Missionen wie in Somalia, am Horn von Afrika oder im Mittelmeer. Mehr als 500 Soldaten unterstützen UNIFIL, die rund 15.000 Mann starke Friedenstruppe der Vereinten Nationen im Libanon.

Insgesamt sind 170 spanische Soldaten bislang in Auslandseinsätzen ums Leben gekommen.

Virtuelles „Schlachtfeld“ Cyberraum

Nach einer kurzen Pause informiert Generalmajor Carlos de Medina, Kommandeur des Joint Cyber Command, über die Bedrohungen aus dem oder des Cyberraums.

Das deutsche Bundesministerium des Inneren definiert den Cyberraum als „alle durch das Internet über territoriale Grenzen hinweg weltweit erreichbaren Informationsstrukturen“ (Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland, 2011). Diese Informationsstrukturen sind mit geringen Kosten und geringem Risiko durch Dritte angreifbar und in ihrer Funktion – erheblich – störbar.

Immer mehr Bereich des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens bauen auf funktionierende Informationsstrukturen auf.

Spanien baut eigene, spezialisierte Strukturen in der Verwaltung, kritischen Infrastruktureinrichtungen und dem Militär auf, um die „Cyber-Sicherheit“ durch vorbeugende, aufklärende oder abwehrende Maßnahmen zu sichern. In den spanischen Streitkräften steht an oberster Stelle das Joint Cyber Command.

Interessiert fragen Seminarteilnehmer Generalmajor de Medina, wie die spanischen Streitkräfte den „Krieg um die Köpfe“ bei der Personalgewinnung im Wettbewerb mit der IT-Branche führten.

„Gott sei Dank gibt es auch noch genügend gut qualifizierte Menschen, die neben finanziellen auch noch ideelle Anreize schätzen!“, antwortet der General und ergänzt: „Hier können Menschen Einblicke und Zugänge zu ´Cyber-Schauplätzen´ erhalten, die deutlich faszinierender sind als in der freien Wirtschaft.“

Terror – vom der inneren Angelegenheit zur nationalen Bedrohung

Die ETA (Euskadi Ta Askatasuna, übersetzt „Baskenland und Freiheit“) war über 50 Jahre das Synonym für Terror in Spanien. 2011 legten die Kämpfer der ETA die Waffen nieder und verzichteten auf weitere Gewaltanwendung.

Dennoch ist Terror weiterhin auch in Spanien präsent. Am 11. März 2004 verübten islamistische Terroristen die schwersten Terroranschläge in der Geschichte Spaniens. Als Folge gründeten die spanischen Sicherheitsbehörden ein eigenes Zentrum zur Terrorismusbekämpfung.

Das Zentrum des Nachrichtendienstes gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität (CITCO) ist dem Innenministerium unterstellt.  Das CITCO führt polizeiliche und nachrichtendienstliche Erkenntnisse zusammen und stimmt das weitere Vorgehen zwischen Nachrichtendienst und Polizei ab.

Dort informieren sich die Lehrgangsteilnehmer aus erster Hand über die Strategie, mit der Spanien aktuell gegen den Terrorismus und die organisierte Kriminalität vorgeht.

 

 

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 13.04.2016

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Anerkennung für Eigeninitiative und Engagement

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Leistungsbereitschaft schafft positiven Eindruck

An der Führungsakademie der Bundeswehr steht das Thema „Flüchtlinge“ seit einiger Zeit auf der Agenda. Generalmajor und Kommandeur der Führungsakademie Achim Lidsba lud  nun die engagierten Helferinnen und Helfer zu einem Gespräch in das Kommandeurbüro ein.

Begeisterung und tiefster Respekt spiegelten sich in den Worten des Kommandeurs der Führungsakademie, als dieser in die strahlenden Gesichter derjenigen Kameradinnen und Kameraden blickte, die nun seit dem Beginn der Flüchtlingskrise viel bewegt haben. Generalmajor Achim Lidsba war beeindruckt von der Unterstützung und wünscht sich, dass die unermüdlichen Helfer weiterhin als Bindeglied der Gesellschaft zu den Flüchtlingen fungieren.

Spannende Perspektive

Die ehrenamtlichen Helfer zeigten sich sehr dankbar gegenüber dem Kommandeur. Dieser lud sie nämlich am 7. April 2016 ins Stabsgebäude der Clausewitz-Kaserne ein, um sich mit Kaffee, Kuchen und herzlichen Worten für das Engagement in den vergangenen Wochen und Monaten zu bedanken. Der Austausch ist auch für den Kommandeur von besonderem Wert. Themen, wie zum Beispiel die Integration in die deutsche Gesellschaft, Möglichkeiten zur Förderung der deutschen Sprache für Kinder und natürlich auch für die Eltern konnten in der kleinen Runde ausführlich diskutiert werden.

Ideen die helfen

Natürlich gibt es auch Verbesserungsvorschläge zur Förderung der Integration von Flüchtlingen. Hauptmann Vanessa Feldmann, die ebenfalls an der Flüchtlingshilfe beteiligt ist, wünscht sich zum Beispiel, dass die Menschen nicht nur gesellschaftlich, sondern auch kulturell gefördert werden, um die deutsche Kultur auf dieser Grundlage dann besser verstehen zu können. Ein klares Ziel, doch die Umsetzung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn bisweilen funktioniert die Kommunikation nur mit „Armen und Beinen“.

Auch wenn die Flüchtlinge schon deutliche Fortschritte erzielen und die deutsche Sprache zielstrebig und kontinuierlich erlernen, wird es noch etwas dauern, bis die Helfer auch gesellschaftliche Werte vermitteln können.

Aber es gibt ja noch den Sport, und der spricht schließlich eine gemeinsame Sprache.  Deswegen blicken Generalmajor Achim Lidsba und die zahlreichen Helfer optimistisch in die Zukunft.



 

 

Autor: Jan-Patrique Ellermann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 13.04.2016

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Diesen Anruf konnte man auf der eigentlich so stillen Führungsakademie der Bundeswehr letzte Woche Mittwoch und Donnerstag des Öfteren laut vernehmen.

Die militärische Wache überprüfte innerhalb der Kaserne zwei verdächtige Personen, die sich auf Nachfrage nicht ausweisen konnten.
Kein Ernstfall, sondern ein wichtiger Ausbildungsabschnitt für Soldatinnen und Soldaten während der Wachausbildung an der Führungsakademie. Zwei Tage dauert der Ausbildungsabschnitt, bei dem junge und diensterfahrene Soldatinnen und Soldaten gemeinsam ausgebildet werden. Zukünftig sollen sie dann den Wachdienst in der Kaserne verrichten.

Alles nur Übung

Streife laufen, Personen ansprechen, Gefahren erkennen, ungewöhnliche Situationen einschätzen und das unmittelbaren Zwang-Gesetzes der Bundeswehr richtig anwenden sind nur wenige Ausbildungsinhalte, die Oberfeldwebel Reza Wafi den Teilnehmern näherbrachte.

Das große Highlight war die Abschlussübung, in der alle Soldatinnen und Soldaten der Gruppe ihr erlerntes Können unter Beweis stellen mussten. Sehr kreativ waren die Lagendarsteller, die in der Übung als Schauspieler agieren und die Lehrgangsteilnehmer zum Schwitzen, aber auch zum Lachen brachten. Denn singende Personen sind sonst eher selten auf dem Kampus anzutreffen.

Checkpoint FüAkBw

Höchste Konzentration war im Bereich Checkpoint für KFZ- und Personenkontrolle gefordert. Hier hatte jeder reichlich zu tun um die herausfordernden Situationen abzuarbeiten.

Wie reagiere der Chekpointführer auf einen murrenden Lagendarsteller, der sich einer KFZ Kontrolle unterziehen musste?

„Es ist für Ihre eigene und unsere Sicherheit.“

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Autor: Sebastian Becker/ Jan Hoffmann

Hamburg, 17.03.2016

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Ressortübergreifender Ansatz – Seminarteilnehmer AA, BMVg und BMZ

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Workshop zu Instrumenten des BMVg

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Das „BMVg“ steht „aufrecht“ hinter einem ressortübergreifenden Ansatz in der Steuerungsgruppe

„Fragile Staatlichkeit“ war vom 14. bis 16. März 2016 das Thema für die künftigen Attachés des Auswärtigen Amtes (AA), eine kleine Delegation des LGAN 2014 und den Nachwuchs des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Unter wissenschaftlicher Betreuung der Sonderforschungsgruppe des AA analysierten sie an deren Akademie in Berlin in sechs Arbeitsgruppen die Hintergründe und Folgen von Fragilität für die Länderbeispiele Kolumbien, Somalia, Irak, Nepal, Mali und Südsudan. Aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmer wurde schnell deutlich, dass die Herausforderung nur mit einer gemeinsamen Strategie erreicht werden würde. Ein vorgestelltes Modell zur "logischen Deduktion strategischen Handelns" sollte sich hierfür als besonders wertvoll erweisen.

Ausgehend von der Kernfrage, was Deutschland im entsprechenden Land erreichen wolle, wurde die Brücke zu möglichen deutschen Beiträgen geschlagen und ressortspezifische Handlungsoptionen untersucht.

Hierzu stellten das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), das AA und das BMZ in Workshops eigene Fähigkeiten und Instrumente zur Unterstützung fragiler Staaten vor, welche sich wie passende Puzzleteile zu ressortübergreifenden Ansätzen zusammenfügten.

Nach hitzigen Diskussionen zur Ertüchtigung von Sicherheitskräften, dem Ausbau von Straßen und der Stärkung von Landwirtschaft standen auch die Auswirkungen auf Konfliktparteien sowie die Zukunft der untersuchten Länder im Licht der Betrachtung. Nach nur zwei Tagen war es den Arbeitsgruppen eindrucksvoll gelungen, eine komplexe Ländersituation eingehend zu analysieren, Schwerpunkte herauszustellen und erste Ansatzpunkte im Vollplenum zur Bewältigung von fragiler Staatlichkeit vorzustellen.

Aufbauend auf die gemeinsamen Erfahrungen aus dem politisch-strategischen Planspiel AURIGA an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wurde die Ausbildungskooperation zwischen dem 70. Attachélehrgang und dem LGAN 2014 im ressortgemeinsamen Ansatz zur Krisenbewältigung substanziell fortgesetzt. Eine angehende Diplomatin schlussfolgerte: „Die Erfahrungen in Hamburg und Berlin mit dem LGAN 2014 waren sehr wertvoll. Der persönliche Austausch kann niemals durch ein Studium von Konzeptpapieren ersetzt werden!“

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung stand am letzten Seminartag die Funktion der neu geschaffenen Steuerungsgruppe im Mutterhaus des AA im Fokus. Die Steuerungsgruppe übernimmt die hausinterne und ressortübergreifende Koordination von Krisen auf Ebene der Abteilungsleiter und erarbeitet gemeinsame Bewertungen und Handlungsmöglichkeiten.

In einer Simulation übernahmen die Seminarteilnehmer die Funktion der repräsentierten Akteure. Aufgrund der an den Vortagen gewonnen Erkenntnisse gelang der Ansatz, die abteilungs- und ressortspezifische Haltungen zu den Ländern Irak, Somalia und Nepal abzuleiten und in einer fiktiven Steuerungsgruppensitzung einzubringen.
 
Zum Ende des Seminars Bestand im Teilnehmerkreis darüber Einigkeit, dass insbesondere der direkte Austausch und gemeinsame Ausbildungsvorhaben den Geist einer gemeinsamen Konfliktbewältigung stärken werden.

 

 

Autor: Melanie Ertl; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 10.03.2016

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Landkarten von Auriga: Ressourcenknappheit und Unruhen

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Die Teilnehmer erörtern die Lage

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Vertreter des Fachbereiches PGW der Führungsakademie simulieren den Verteidigungsausschuss

Auriga hieß das fiktive Land, mit dem sich die Teilnehmer des nationalen Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst (LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr letzte Woche in einem Planspiel beschäftigten. "Sie können sich den Kontinent Constellatia, auf dem sich das Land Auriga befindet, vorstellen wie Afrika – nur mit mehr Wasser", erklärt Oberst i.G. Andreas Bednarzyk, der die Ausbildung leitet, zu Beginn.

In Auriga kommt es aufgrund verschiedener interner und externer Einflüsse, wie Übergriffe von Rebellen oder soziale Ungerechtigkeiten, zu Unruhen. Die dadurch entstehende Instabilität in der Region könnte langfristig zu einer Gefährdung der internationalen Sicherheit und der Wirtschaft führen. Nun sollten die Lehrgangsteilnehmer erarbeiten, ob und wie Deutschland innerhalb der Staatengeminschaft agieren könnte.

Der politisch-strategische Abstimmungsprozess

Während der Erarbeitung einer Lösung auf die Frage, wie sich Deutschland in dieser Situation positionieren solle, arbeiteten die Lehrgangsteilnehmer der Führungsakademie der Bundeswehr gemeinsam mit Vertretern aus anderen Ressorts, vor allem dem Auswärtigen Amt, in unterschiedlichen interministeriellen und intraministeriellen Gruppen. Dabei mussten sie stets alle Aspekte, wie nationale Interessen, politische Einstellungen und Erwartungen anderer Länder und Organisationen wie der Europäischen Union, den Vereinigten Nationen und der North Atlantic Treaty Organization, im Auge behalten und berücksichtigen.

Ziel des Planspiels war es, den Lehrgangsteilnehmern die politischen Entscheidungsprozesse auf politisch-strategischer Ebene sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene näher zu bringen und sie so auf zukünftige Verwendungen vorzubereiten.

Auriga: Kennenlernen und Verstehen

Am letzten Tag des viertägigen Planspiel Aurigas hatten die Teilnehmer ihre Position erarbeitet und mussten nun vor den Mitgliedern des Verteidigungsausschusses Rede und Antwort stehen. Ihnen gegenüber saßen Vertreter des Fachbereichs Politik und Gesellschaftswissenschaften, die in ihren Rollen aufgingen und die Teilnehmer durch ihre gezielten Fragen durchaus zum Schwitzen brachten.

Angesichts der Zusammenarbeit zwischen des Teilnehmern der Lehrgängen des General- und Admiralstabsdienstlehrganges und des Attachélehrganges des Auswärtigen Amtes im Planspiel meinte ein Teilnehmer, der Kontakt zwischen der Führungsakademie der Bundeswehr und dem Auswärtigen Amt sei weiter gestärkt worden. Schon deshalb sei das Planspiel Auriga ein großer Erfolg gewesen.

 

 

Autor: Melanie Ertl; Fotograf: Tom Twardy

Hamburg, 08.03.2016

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Hightech-Datenautobahn an der Führungsakademie der Bundeswehr

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Alltäglicher Gebrauch des Internets

„Der Cyberraum ist ohne Grenzen“, Informationen dominieren das Zeitgeschehen. Das Internet hat sich weltweit zu einer entscheidenden Plattform entwickelt und spielt politisch und gesellschaftlich, aber auch militärisch eine immer größere Rolle. Doch birgt das Potential des Internets auch Gefahren.

Das Modul „Cyberspace" an der Führungsakademie der Bundeswehr greift dieses komplexe Themenfeld auf. Es sensibilisiert auch Teilnehmer ohne besondere IT-Vorkenntnisse für diese Gefahren, die bei der alltäglichen Nutzung des Dienstrechners und des Internets lauern. Darüber hinaus zeigt es auf, dass neben der Bundeswehr alle Bereiche der Gesellschaft (Privatpersonen, staatliche Einrichtungen und Behörden, Industrie und Wirtschaft) von den Gefahren im Cyberraum betroffen sind. Cyber-Sicherheit ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, daher nahmen an dem Seminar auch Gastdozenten verschiedener Ressorts teil und erläuterten  die Aspekte Cyber-Außenpolitik (Auswärtiges Amt), Cyber-Kriminalität (Landeskriminalamt Hamburg) und Sicherheit in der Informationstechnik (Bundesinnenministerium).

Die Chancen und Herausforderungen, die die technisch vernetzte Welt mit sich bringen, müssten stets gegeneinander abgewogen werden, beschreibt Oberstleutnant i.G. Jürgen Nehring als Seminarleiter. „Dabei gilt es, über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen und den Cyberraum aus möglichst vielen Blickrichtungen kennen zu lernen.“ Das Wichtigste sei jedoch, aufmerksam zu sein. Die Risiken und Gefahren in der digitalen Welt seien teils schwer zu erkennen und man tappe durch Unachtsamkeit schnell in eine der vielen virtuellen Fallen.

„Der gesunde Menschenverstand hilft weiter“

Oftmals sind die Gefahren des Internets offensichtlich. „Der gesunde Menschenverstand hilft oft schon weiter“, beschreibt der Experte. So sollte man bei E-Mails von unbekannten Adressen aufpassen und diese im Zweifelsfall löschen, anstatt sie unbedacht zu öffnen. Spätestens bei der Gewinnbenachrichtigung jedoch sollte jeder stutzig werden. Häufig verbirgt sich beim Klicken auf den in der E-Mail angelegten Link dahinter eine Schadsoftware (Virus, Wurm, Trojaner oder ähnliches), die den Schutz der persönlichen Daten massiv gefährdet oder dem Angreifer sogar den unkontrollierbaren Zugriff auf den eigenen Rechner ermöglicht.
"Die Gefahren, die im Internet kursieren, und die vielfältigen Angriffsmöglichkeiten, die über das weltweite Netz realisierbar sind, werden uns in den nächsten Jahre zunehmend beschäftigen“, ist sich Oberstleutnant Nehring sicher.

 

 

Autor: Jan-Patrique Ellermann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 03.03.2016

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Willkommen beim HR-Forum

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Kapitän zur See von Kölln erklärt Stefan Hebecker und Sönke Vock die kreativen Unterrichtsmaterialien

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Bundeswehrregelwerk anhand eines Tipp-Kick-Spiel bildlich erklärt

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Oberstleutnant Felix Heymann im Gespräch mit Jörn Siefkes

Unter dem Motto „ Lebenslanges Arbeiten“ trafen sich Personalmanager aus dem Raum Hamburg an der Führungsakademie der Bundeswehr zum 14. Human Ressource-Forum (HR-Forum) unter der Federführung des GMC Management Consulting aus Hamburg. Einleitend begrüßte Brigadegeneral Thomas Hambach, der Direktor Lehre, alle Teilnehmer und stellte die wesentlichen Inhalte der Lehre an der Führungsakademie vor.

Eine sorgfältige Personalauswahl sei ein grundlegender Erfolgsfaktor eines Unternehmens und die Qualität ihrer Leistung ist an den Menschen gebunden. Hierzu stellten die Teilnehmer ihre Erfahrungen mit Personalauswahlverfahren nicht nur für Neubewerber, sondern auch für die Besetzung von Führungskräften vor. Die vielschichtigen Arten und Möglichkeiten der Personalauswahl waren einleitendes Thema an diesem Abend.

Dass die Bundeswehr auch  Assessmentcenter nutzt, um Bewerber als Führungskräfte in der Bundeswehr zu identifizieren, zeige deutliche Parallelen zur zivilen Wirtschaft, so General Hambach.

Wenn für eine Person der Weg zur Führungskraft in der Bundeswehr entschieden ist, führt der Weg unweigerlich an die Führungsakademie, wo in den verschiedenen Laufbahnen zum Stabsoffizier oder zum General- beziehungsweise Admiralsstabsdienst das nötige Handwerkszeug vermittelt wird.

Führen, Management und Coaching

„Wir profitieren von Jahrzehnten langen Erfahrung in der Lehre und bringen unseren Lehrgangsteilnehmern mit kreativen Methoden bei, sich selber als Führungskräfte zu analysieren, zu reflektieren und einzuschätzen“, so Kapitän zur See Marco von Kölln, der der Fachbereichsleiter Führung und Management an der Führungsakademie der Bundeswehr ist.

Durch hochqualifizierte Dozenten, Trainer und Psychologen bekommen die Teilnehmer in den verschiedenen Führungskräftetrainings die Möglichkeit, den persönlichen und gemeinsamen Führungsstil mit LEGO-Bausteinen zu konstruieren. Durch LEGO™Serious Play® wird die Kreativität und Kommunikation mit begreifbaren LEGO-Modellen weiter entwickelt.

Sich als Führungskraft ins Spiel bringen

„Die Bundeswehr hat wie beim Fußballspiel ein Regelwerk, Strukturen, Verfahren und Taktiken, die Führungspersonen in der Bundeswehr beherrschen müssen. Wie geben ihnen hier das Handwerkszeug mit“, erklärt Oberstleutnant im Generalstabsdienst Bjarne Krause anschaulich an einem aufgebauten Tipp-Kick-Spiel.

Anstoß zur Reflexion des eigenen Handelns

Oberstleutnant Felix Heymann bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, dass Spitzenpersonalcoaching nicht nur was für Spitzenmanager, sondern unbedingt auch für Führungskräfte in der Bundeswehr sei. Lehrinhalte wie Personalausrichtung, Reflexion eigenen Handelns, Lösungserarbeitung bei komplexen Aufgabenstellungen und Command & Control (Anweisen und Kontrollieren) zeigen erneut Gemeinsamkeiten in der Ausbildung zwischen Bundeswehr und Wirtschaft.

„Ich bin beeindruckt, was man mit LEGO alles machen kann“, so Stefan Hebecker, HR-Manager von BP Europa SE, der sich darüber freut, was die Führungsakademie an Lerninhalten zu bieten hat. „Ich könnte mir vorstellen, LEGO™ Serious Play® in meinem Betrieb auch mal auszuprobieren“, erzählt Hebecker beim anschließenden Empfang.

Mit vertiefenden Gesprächen und viel Erfahrungsaustausch aus der Welt der Wirtschaft und der Bundeswehr schloss das 14. HR-Forum im Hause der Führungsakademie der Bundeswehr. 

 

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Patrique Ellermann

Hamburg, 01.03.2016

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Kunst, Kultur und Kochen. Die Führungsakademie der Bundeswehr bot einmal mehr kulturellen Spielraum.

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Im Scharenhorstsaal an der Akademie fühlten sich die Gäste wohl.

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Eine internationale Torte als Zeichen der Zusammenarbeit und des Austauschs.

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Die Geschmäcker sind verschieden. Doch am Ende finden alle zusammen.

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Tischfußballweltmeisterschaft an der Führungsakademie.

Ob das vorzügliche Essen, die Menschen, das Wetter oder die eigene Kultur: Für die ausländischen Lehrgangsteilnehmer waren am Abend der Nationen ganz verschiedene Dinge aus ihrem Land das jeweilige Highlight, das es hervorzuheben galt.

Der jährliche Abend der Nationen an der Führungsakademie der Bundeswehr bietet den Lehrgangsteilnehmer im Nationalen Generalstabsdienst- und Admiralstabsdienstlehrgang die Möglichkeit, die Vielfalt ihres Landes zu präsentieren. Im Vergleich zu den sonst eher politisch, strategisch, militärisch und gesamtgesellschaftlich ausgerichteten Veranstaltungen an der höchsten Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr steht der Abend der Nationen wesentlich im Zeichen von Gastlichkeit und guten Speisen.

Herzlicher Applaus

Im Scharnhorstsaal der Akademie reihte sich ein Tisch gedeckt mit internationalen Köstlichkeiten an den anderen. Der Lehrgruppenleiter des Lehrgangs, Oberst im Generalstabsdienst Michael Schlechtweg, begrüßte in seiner Eröffnungsansprache am Abend unter anderem den Generalkonsul aus Spanien und die Generalkonsulin aus Kroatien. Seine Danksagung ging an die Sponsoren aus dem Freundeskreis, die diese Veranstaltung wieder wohlwollend unterstützten.

Das Buffet ist eröffnet

Rund 100 Jahre nach der Schlacht um Verdun stand Oberst i.G. Schlechtweg gemeinsam mit dem französischen Lehrgangssprecher hinter dem Sprecherpult. In freundschaftlicher Atmosphäre eröffneten sie gemeinsam das Buffet. Der Abend der Nationen war termingleich mit dem Nationalfeiertag in Estland. Doch nicht nur für den estnischen Lehrgangsteilnehmer war der Abend ein besonderer. Insgesamt 14 Nationen zeigten ihre Kochkünste und bewarben ihr Herkunftsland.

Nationale Begeisterung auf dem internationalen Lehrgang

Die internationalen Lehrgangsteilnehmer berichteten voller Euphorie von den Schönheiten ihren Nationen. Immer im Mittelpunkt: das Essen. Am estnischen Stand gibt es beispielsweise Anchovis. Der delikate Fisch steht auch bei Erik Schneider regelmäßig auf dem Speiseplan. Der Hamburger Unternehmer stammt gebürtig aus Tallin und engagiert sich für den Abend der Nationen. Mit Esprit und Witz erklärt er die verschiedenen Speisen und Getränke aus seiner Heimat.

Eine kleine Fußballweltmeisterschaft

Meinungsaustausch und Internationalität beginnen an der Führungsakademie schon bei den Kleinsten. Weil es beim Abend der Nationen üblich ist, seine Familie mitzubringen, waren auch zahlreich jüngere Gäste vor Ort. Und für die kleinen Besucher hatten sich die Teilnehmer des Lehrgangs ebenfalls etwas Besonderes einfallen lassen. Ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Spielflächen und ein Tischfußball standen bereit. Wenn die Kinder aus aller Welt dann gemeinsam an diesem Tischfußball um den Sieg spielen, kommt ein Hauch von Fußballweltmeisterschaft zurück nach Deutschland. Während die kleinen Tischfußballer ihre Begeisterung teilen, tauschen sich die Familien und Freunde der Lehrgangsteilnehmer im Saal nebenan über heimische Kultur und Werte aus.  

Eine internationale Torte

International wurde dann auch gebacken. Mehrere Ehepartner von Lehrgangsteilnehmern hatten gemeinsam eine Torte gefertigt und diese am Abend präsentiert. Die gemeinsame Zubereitung funktionierte bestens. Und den Gästen schmeckte die Torte dann auch preisverdächtig gut. Mit der Preisverleihung der Tombola endete das Rahmenprogramm. Das gegenseitige Kennenlernen ging teilweise noch lange weiter.

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 26.02.2016

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Die präzise Vorbereitung ist die Grundlage für ein gutes Statement

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Die Arbeit darf auch Spaß machen

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Was wollen wir sagen? Und wie formuliere ich meine Botschaft so, dass andere sie verstehen?

Der Moment vor der Fernsehkamera ist für viele Menschen mit einer großen Portion Ehrfurcht verbunden. Interviews, Presseanfragen oder das Livegespräch vor der Fernsehkamera sind nicht jedermanns Lieblingsaufgabe. Wie auch diese Aufgabe gemeistert werden kann, erfahren die Lehrgangsteilnehmer im neuen Basislehrgang Stabsoffizier an der Führungsakademie der Bundeswehr.

An den Grundsätzen „wahrhaftig, verbindlich, ehrlich, zuverlässig und offen" orientiere sich die Presse- und Medienarbeit der Bundeswehr, so Oberst i.G. Michael Strunk. Nach dem Wegfall der Wehrpflicht fehle vielen Bürgern der persönliche Bezug zu unserer Armee. Die Wahrnehmung der Bundeswehr in der Gesellschaft erfolge heutzutage zum größten Teil über die Medien. Aus diesem Grund sei es sehr wichtig, ein solides Grundverständnis über die Bundeswehr in der Gesellschaft und der Medienlandschaft zu etablieren.

Vorbereitung ist alles

Dass die Bundeswehr mit 185.000 Soldatinnen und Soldaten eine überaus komplexe Institution mit zahlreichen unterschiedlichen Aufgaben, Ausbildungen, Einsätzen und Erfahrungen ist, macht es dann jedoch erforderlich, dass der einzelne Soldat oder die einzelne Soldatin die eigene Fachexpertise zuschauergerecht erklären kann. „Vorbereitung ist dabei alles“, verdeutlicht der medienerfahrene Oberst den Lehrgangsteilnehmern im neu konzipierten Basislehrgang Stabsoffizier. Es sei wichtig, die eigene Botschaft ehrlich  vermitteln zu können, beschreibt der Dozent vom Fachbereich Führung und Management. „Wenn wir informieren, dann muss es auch transparent und präzise erfolgen“, pflichtet Oberst i.G. Karl Hasse bei.

Praxis: Vorbereiten und üben

Deshalb erhalten die angehenden Stabsoffiziere für den nächsten Tag innerhalb des dreitätigen Ausbildungsblocks nun die Aufgabe, sich auf eine Interviewsituation vorzubereiten. Das sei keine ganz einfache Herausforderung, wenn man dieses Erlebnis zum ersten Mal erfährt, weiß Oberst i.G. Hasse. Für den erfahrenen Stabsoffizier ist es immer wieder faszinierend, wie gut die Lehrgangsteilnehmer ihre Aufgaben meistern, die noch am Vortag unmöglich zu bewältigen schienen. Doch hier hilft die umsichtige Devise von Oberst i.G. Strunk: „Das Streben nach dem Optimum bringt uns oft weiter als das Streben nach dem Maximum.“

Tue Gutes und rede drüber

„Wir haben viel Positives zu erzählen und genau das sollten wir auch machen“, berichtet Oberstleutnant Jürgen Bredtmann im Parallelhörsaal. Als auslandserfahrener Pressesprecher war er zuletzt in Erbil im Nord-Irak tätig. In einem dynamischen und komplexen Umfeld sei der Grundgedanke des „Führens mit Auftrag“ auch im Bereich der Informationsarbeit besonders wichtig. Das mediale Interesse an den Auslandseinsätzen sei derzeit riesig. Journalisten aus vielen Regionen der Welt erfragen Informationen aus erster Hand und wollen nach Möglichkeit direkt vor Ort sein, wenn es in neue Einsätze geht. Und wie so häufig drängt die Zeit: "Journalisten wollen frische Informationen möglichst als erste im Medium haben."

Was will ich sagen?

Damit die Lehrgangsteilnehmer in diesen hektischen Momenten nicht den Überblick verlieren, werden sie an der Führungsakademie der Bundeswehr unter anderem von Oberstleutnant Berthold Eisenreich auf solche Herausforderungen hin weitergebildet. Die Lehrgangsteilnehmer lernen in seinem Unterricht den Umgang mit diesen anspruchsvollen Situationen. „Seien sie stets offen und ehrlich, gleichzeitig niemals unvorbereitet“, legt der Stabsoffizier seinen Zuhörern nahe.

Auftrag aus dem Grundgesetz

Für Hauptmann Thomas Beyer ist der Ausbildungsabschnitt zur Informationsarbeit eine ideale Ergänzung zum sonstigen Lehrplan. Aus eigener Erfahrung weiß er um die Herausforderungen in ungeplanten Augenblicken. Er selbst stand vor einigen Jahren als Technischer Offizier spontan vor der Kamera, nachdem ein Hubschrauber in einem bewaldeten Gebiet notlanden musste: keine dankbare Situation. Auf dem Basislehrgang Stabsoffizier erhält er nun zusätzliches Handwerkzeug, das ihn vergleichbare Situationen mit anderen Augen sehen lassen. Denn die Medienvertreter sind unsere Partner bei unserem grundgesetzlichen Auftrag, die Aufgaben und Tätigkeiten der Bundeswehr den Bürgerinnen und Bürgern des Landes zu erklären.

 

Autor: Matthias Hoopmann; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 17.02.2016

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Die Anforderungen an die Lehrgangsteilnehmer sind hoch. Doch niemand wird über den Tisch gezogen.

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Der Prozess der Neugestaltung des Basislehrgangs Stabsoffizier warf einige Fragen auf. Antworten gibt Oberst i.G. Jörg Steenbock.

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Belastungen und Herausforderungen des Lehrgangs sind am besten im Team zu bewältigen.

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Nationale und internationale Perspektiven werden facettenreich durchleuchtet.

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Oberstleutnant Wolfgang Janker lenkt den Blick der jüngeren Kameraden auf das Wesentliche.

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Die angehenden Stabsoffiziere entwickeln auf dem Lehrgang Teamgeist und Führungsstärke.

Ein neues didaktisch-methodisches Konzept, neue Inhalte und angepasste Prüfungen. Mit dem neuen Basislehrgang Stabsoffizier (BLS) werden viele neue Wege beschritten. Doch gekocht wird weiterhin nur mit Wasser. Viele Jahre war der Stabsoffizierlehrgang (SOL) an der Führungsakademie der erste große Schritt für Berufsoffiziere auf dem Weg in ihre erste Stabsoffizierverwendung innerhalb der Bundeswehr. Als vor rund zwei Jahren die Entscheidung im Ministerium fiel, den Lehrgang grundlegend zu überarbeiten, war das für alle Beteiligten eine große Herausforderung, beschreibt Oberst i.G. Jörg Steenbock, Lehrgruppenleiter an der Führungsakademie der Bundeswehr, rückblickend. An diesem Prozess war nahezu die gesamte Führungsakademie beteiligt. Denn es galt, einen Lehrgang umzugestalten, der nach vielen Anpassungen in der Vergangenheit optimiert war und trotz hoher Arbeitsbelastung allseits Anerkennung fand.

BLS statt SOL

Die Verantwortlichen drehten an vielen Stellschrauben. Anforderungen aus der Truppe, aber auch Erfahrungsberichte der Lehrgangsteilnehmer sind in den Gestaltungsprozess eingeflossen. Das neue didaktisch-methodische Konzept rückt das „Handeln“ ins Zentrum der Betrachtung. Die Anzahl der Prüfungen wurden reduziert und zeitlich entzerrt. Der Lehrgang dauert mit nun 56 Tagen fast zwei Wochen länger als sein Vorgänger.

Entstanden ist der Basislehrgang Stabsoffizier (BLS). Ein Lehrgang, in dem noch moderner gedacht und zielgerichteter gehandelt wird. „Wir möchten dem individuellen Weiterbildungsbedarf unserer Führungskräfte gerecht werden“, stellt Oberstleutnant Wolfgang Janker, Tutor im Lehrgang und Dozent im Fachbereich Führung und Management, heraus. Die Akademie bietet eine Plattform zur Selbstreflexion, die den Menschen und seine Interessen in den Vordergrund rückt.

„Niemand wird über den Tisch gezogen“

Viele Lehrgangsteilnehmer gehen mit einer spürbaren Portion Respekt und Unsicherheit in diesen Lehrgang, der für die weitere berufliche Karriere natürlich wichtig ist. „Doch die Lehrgangsteilnehmer erkennen schnell, dass hier keiner über den Tisch gezogen wird“, erklärt Oberst i.G. Steenbock. Zur immer wieder aufkeimenden Diskussion um eine denkbare Abschaffung der Prüfungsleistungen im Basislehrgang Stabsoffizier zeigen die beiden Stabsoffiziere Verständnis für Verfechter beider Lager. Selbstredend könne man individueller und mit noch aktuellerem Themenbezug unterrichten, wenn der Lehrgang prüfungsfrei gestaltet würde, erklärt Oberst i.G. Steenbock. Doch eine Bewertung der Leistung während des Lehrgangs sei objektiver und nachvollziehbarer, wenn sie auch auf der Grundlage von Leistungsnachweisen basiere.

„Beobachtungen unter Stress bleiben wichtig“

Im neu geschaffenen Lehrgang werden die Teilnehmer - wie auch vorherigen Lehrgang - schriftlich und mündlich geprüft. Oberstleutnant Janker ist durchaus bewusst, dass eine Prüfung für die Lehrgangsteilnehmer an der einen oder anderen Stelle zu einer hohen zeitlichen und psychischen Belastung führe. Andererseits komme genau diese Belastung  auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in zukünftigen Verwendungen zu. Für diejenigen, die die Karriereleiter hoch hinauf möchten – vielleicht bis zum General oder Admiral –, werden in Zukunft enorm anspruchsvolle Herausforderungen anstehen.

Für die weitere Entwicklung des BLS ist bereits jetzt der völlige Verzicht auf Prüfungen in Planung. Aber auch dann bleibe es zwingend notwendig, die Lehrgangsteilnehmer auch in Stresssituationen zu beobachten und zu beurteilen. Oberstleutnant Janker kann sich gut vorstellen, in den verschiedenen Themenfeldern des Lehrganges Aufgaben und Vorträge von den Lehrgangsteilnehmern abzuverlangen und diese dann auszuwerten. Die Tutoren und Dozenten sind dazu vor dem Hintergrund ihrer umfassenden Erfahrungen bestens geeignet. Diese Aufgaben würden sich dann verstärkt an den künftigen Aufgaben und Herausforderungen eines Stabsoffiziers orientieren müssen – und das werde den Führungskräften im Lehrgang langfristig zugutekommen. Denn wer in diesem Lehrgang bereits an seine Grenzen gelangt, der würde im General- oder Admiralstabsdienstlehrgang keine Zufriedenheit verspüren. Auch aus diesem Grund sei das Selbst- und Belastungsmanagement für militärische Führungskräfte von herausragender Bedeutung. Eine besonders schöne Erfahrung sei es dann aber, wenn diesen Anforderungen erfolgreich im Team begegnet werde. Diesen Prozess sehen und erleben die Dozenten immer wieder gerne. Außerdem sind alle Dozenten in ihrer militärischen Karriere bereits den gleichen, teilweise steinigen Weg gegangen.  

Wille und Freude – Wollen und Können

Die Tutoren im BLS verfügen über die notwendige Lebens- und Diensterfahrung, um ihren jüngeren Kameraden zu helfen und ihnen wertvolle Ratschläge zu geben. Dazu seien Wille und die Freude an der Lehre wesentliche Faktoren, die es zum Lehren brauche. Und die Lehrkräfte an der Führungsakademie seien aus eben diesem Holz geschnitzt, so Oberstleutnant Janker als Vertreter des Dozententeams. Das neue didaktisch-methodische Konzept der Akademie hilft dabei: Handlungsorientierung und Methodenwissen werden in den Vordergrund gestellt und damit das „Wollen“ und „Können“ der Führungskräfte optimiert.  

Attraktivität haben wir in der eigenen Hand

Das Thema Attraktivitätsverbesserung sollte jeder Vorgesetzte auf seine persönliche Agenda setzen. „Es liegt in der Hand einer jeden Führungskraft, das Personal der Bundeswehr zu führen, zu motivieren und auch zu überzeugen, sich langfristig zu binden“, meint Oberstleutnant Janker. Im Wettbewerb mit dem zivilen Markt um gutes Personal ist es einfach notwendig, militärischen Führungskräften modernstes Führungswerkzeug in die Hand zu legen. Dieses Vorgehen findet auch über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung.
Während seit vielen Jahren bereits ausländische Offiziere aus nahezu allen Regionen der Welt die General- oder Admiralstabsdienstausbildung an der Führungsakademie besuchen, hat im letzten Lehrgang erstmals ein ausländischer, in diesem Fall ein luxemburgischer Offizier, am Stabsoffizierlehrgang teilgenommen.  Und das mit großem Erfolg.
Der erste BLS läuft gerade. Deshalb will Oberst i.G. Steenbock noch keine abschließende Bewertung zum neuen Lehrgang abgeben. Wenn man jedoch die vorgeschalteten, teilstreikraft-spezifischen Ausbildungen, die ebenfalls an der Führungsakademie stattfinden, mit in die Betrachtung zieht, dann wird schnell klar, dass die Abwesenheit vom eigentlichen Dienstposten für die Führungskräfte deutlich größer geworden ist. Inwieweit sich die Entzerrung der Prüfungen und die Umgestaltung der Lehre auf die zeitliche Belastung der Lehrgangsteilnehmer während des Lehrgangs auswirkt, kann erst am Ende des Lehrgangs bewertet werden. Hier werden die Dozenten sowie Vorgesetzten und natürlich auch die Lehrgangsteilnehmer gefordert sein, den neuen Basislehrgang Stabsoffizier erfolgreich zu gestalten.

 

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