Autor: Maximilian Voß; Fotos: FüAk

Peking - Guangzhou - Manila - Singapur - Hanoi , 22.11.2016

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Gemischte Teilnehmergruppe des Capstone Courses 2016

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Zu Gast im chinesischen Verteidigungsministerium

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Gesprächsrunde im Camp Aguinaldo (Philippinen)

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Zu Besuch im Verteidigungsministerium Singarpurs

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Auf den Straßen von Hanoi

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Die Bezeichnung „Capstone Course“ ist wörtlich zu nehmen, denn der Capstone, englisch für Schlussstein, bildet den Höhepunkt der langjährigen und vielschichtigen Ausbildung des Spitzenpersonals der Bundeswehr. Einmal jährlich führt die Führungsakademie der Bundeswehr im Auftrag des Generalinspekteurs eine dreiwöchige Weiterbildungsreise als Krönung des lebenslangen Lernens durch. Dieses Jahr stand der ostasiatische Raum im Mittelpunkt. In fast schon alter Tradition führte und begleitete General a.D. Rainer Schuwirth den Kurs als „Senior Course Director".

Höchste Tätigkeiten

Ziel des „Deutscher Capstone Courses“ (DCC) ist zum einen die Einweisung in die aktuellen sicherheitspolitischen Inhalte als Vorbereitung für Funktionen auf höchster Ebene im nationalen und internationalen Bereich. Zum anderen soll ein Forum für ressortübergreifende Diskussionen und Netzwerkbildung zwischen zukünftigen Entscheidungsträgern im Regierungsapparat geschaffen werden. Die Teilnehmer stammen nicht nur aus dem Verteidigungsministerium. Auch Vertreter aus dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium des Innern, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sind eingeladen. Der thematische Schwerpunkt wechselt dabei jährlich, wodurch auch die Reiseziele variieren.

Sorgfältige Vorarbeit von Nöten

Um die Kursteilnehmer/-innen auf die vor ihnen liegenden Gespräche vorzubereiten, begann das Seminar mit einer zweitägigen Einweisung in mehreren Ministerien, dem Bundesnachrichtendienst und der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. „Es wurden grundlegende sicherheitspolitische Aspekte beleuchtet, aber auch die Besonderheiten der Region mit fachkundigen Experten vertieft“, erklärt Kapitän zur See Joachim Gutow, der mit der Leitung der Hochwertseminare an der Führungsakademie betraut ist. Mit diesen Erfahrungen und tiefgehenden Erkenntnissen im Gepäck brach die Reisegruppe zum stetig wachsenden Wirtschaftsraum Ost- und Süd-Ost-Asien auf.

Anspruchsvolle Seminartage

„Ich als Kursteilnehmer möchte ein tiefgehendes und umfassendes Bild über eine für Deutschland wirtschafts- und sicherheitspolitisch zunehmend wichtige Region dieser Welt erlangen“, beschreibt ein Teilnehmer seinen persönlichen Ehrgeiz für diese Reise. „Eine hochliegende Messlatte, die es zu überspringen gilt“, so die Seminarleitung. Aus diesem Grund begrüßte die Kursteilnehmer des DCC in Gastland stets der jeweilige deutsche Botschafter beziehungsweise ein Gesandter. Gemeinsam betrachteten sie unterschiedliche Themen, wie die wirtschaftliche Lage des Landes, sozialpolitische Rahmenbedingungen oder mögliche Territorialkonflikte, und das jeweils aus der strategisch-politischen Perspektive. Anschließend besuchte das Seminar verschiedene Institutionen des Gastlandes, wie ausgewählte Ministerien, wenn möglich eine Verteidigungsakademie sowie eine Universität oder Studieneinrichtung. 

Nah dran an der Aktualität

Zeitgleich zum Aufenthalt des DCC in Peking erfolgte der vielbeachtete Antrittsbesuch des philippinischen Präsidenten Duterte in China. Mit besonderem Interesse verfolgten die Kursteilnehmer die Berichterstattung in den chinesischen Medien. Die damit verbundene Neu-Positionierung der Philippinen gegenüber China und dem Allianzpartner USA wurde im Dialog mit den Gesprächspartnern vor Ort diskutiert. Hintergrund für die große Bedeutung des Besuchs ist das im Juli 2016 ergangene Urteil des Ständigen Schiedshofes in Den Haag über eine Klage der Philippinen bezüglich chinesischer Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Ein Glücksfall für den Seminarleiter. „Dadurch erfuhr“, so Gutow, „die diesjährige DCC-Themensetzung eine besondere Aktualität.“ Nach der Rückkehr in Deutschland bildete ein Abschlussgespräch als Grundlage der folgenden Diskussion mit Vertretern des Verteidigungsministeriums und anderer Ressorts das offizielle Ende des diesjährigen Kurses.

Vielfältige bleibende Eindrücke

Neben all den Gesprächen mit sicherheitspolitischem Hintergrund blieb auch Zeit, die Orte der einzelnen Stationen zu erkunden. Ob am Platz des Himmlischen Friedens in Peking oder in Guangzhou, oder der drittgrößten Stadt Chinas, die mit unzähligen Wolkenkratzern und einem extravaganten Fernsehturm eine beeindruckende Kulisse am Perlfluss bot. Die Kursteilnehmer konnten wesentlich mehr von der Reise mitnehmen als politisches Hintergrundwissen. „Ich hätte nie gedacht, dass auf den Straßen und Gassen von Hanoi - dort, wo vor zehn bis zwanzig Jahren noch unzählige Fahrräder das Bild beherrschten - heute Millionen von Mopedfahrern die Szenerie dominieren. Schwer vorzustellen, wie sich das Bild darstellen wird, sollten diese im Zuge eines weiteren wirtschaftlichen Aufschwungs des Landes in den kommenden Jahren durch Autos ersetzt werden“, resümiert ein Teilnehmer. 

Hat es was gebracht? Ja!

Die vielschichtige Herangehensweise an die sicherheitspolitischen Fragestellungen hat die Fähigkeit der Lehrgangsteilnehmer, militärpolitische Sachverhalte in ihrer Komplexität zu bewerten und als kompetente Berater zu agieren, deutlich gestärkt. Die Wahl der Region sowie die Auswahl der Gesprächspartner wurden von den Teilnehmern sehr geschätzt. „Die Lehrgangsteilnehmer haben wiederholt zum Ausdruck gebracht, dass sie sich nie hätten vorstellen können, in so kurzer Zeit einen so tiefen Einblick in die politischen Zusammenhänge dieser Region zu bekommen“, fasst Gutow das Lehrgangsfeedback zusammen. „Zudem kommt dem hochwertigen Lehrgang in Zeiten gestiegener Bedeutung bilateraler Beziehungen ein besonderer Stellenwert als militärpolitisches Instrument zu.
Er wird in den Gastländern als entsprechendes Zeichen Deutschlands wahrgenommen. Für mich Motivation und Grund genug mich bereits jetzt mit den Planungen des DCC 2017 zu beschäftigen.“

 

 

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Akademischer Austausch über den fernen Osten

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Admiral Schneider (M.) mit den Professoren Gareis und Staack

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Der stellvertretende Kommandeur führt in die Thematik ein

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Die Chinesische Mauer - Sinnbild für die vielschichtige Geschichte des Landes

Die Jahreskonferenz des Wissenschaftlichen Forums für Internationale
Sicherheit (WIFIS) fand dieses Mal mit dem Titel „China, Indien und
die koreanische Halbinsel – Kooperation und Konflikt“ an der
Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg statt. Da die Region
Ostasien immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, sei es
aufgrund der nordkoreanischen Atomwaffentests oder der Spannungen
zwischen China und seinen Anrainerstaaten im Südchinesischen Meer,
hätte das Thema kaum besser gewählt sein können. WIFIS verfolgt das
Ziel, wissenschaftliche Untersuchungen auf dem Gebiet der Sicherheits-
und Verteidigungspolitik zu fördern und zu veröffentlichen. Es
leistet so einen Beitrag dazu, den Dialog zwischen Wissenschaft,
Streitkräften und Gesellschaft zu intensivieren.

Chinas Streben zur Weltmacht

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Kommandeur der
Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, führte
WIFIS-Präses Professor Michael Staack in die Gesamtthematik ein. Er
umriss die Grundzüge der deutschen Ostasien-Politik: Ziel ist eine
regionale Ordnung kooperativer Sicherheit und nicht ein
„Containment“ Chinas. Aufstrebende Mächte wie China sollten immer
stärker in die Gestaltung der regelbasierten internationalen Ordnung
eingebunden werden. „Diese Ordnung müsse sich aber auch als
reformfähig erweisen“, so Staack. Deutschland sei im
asiatisch-pazifischen Raum kein Verbündeter der USA und der „Pivot
to Asia“ eine nationale amerikanische Strategie.

Kooperation im Fokus

Professor Sven Bernhard Gareis vom George C. Marshall European Center
for Security Studies betrachtete die Entwicklung der chinesischen
Außenpolitik unter Präsident Xi Jinping. Im Gegensatz zu seinen
Vorgängern verfolgt Xi Jimping laut Gareis offen das Ziel, China bis
zur Mitte des 21. Jahrhunderts wieder auf einen Platz unter den
führenden Mächten der Welt zu bringen, diesen hatte das Reich der
Mitte jahrhundertelang inne. Gareis leitete daraus die Fragen ab:
„Wie wird China seinen Weltmachtstatus versuchen wiederzuerlangen -
kooperativ oder konfrontativ? Und wie werden die anderen Mächte auf
Chinas weiteren Aufstieg und die veränderte Außenpolitik
reagieren?“ Angesichts seiner Abhängigkeit von einem stabilen
regionalen und globalen Umfeld erwartet Gareis hier ein eher
kooperatives Verhalten Chinas.

Großes Interesse für entfernte Welten

Als Vertreter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) ging Dr.
Michael Paul auf die rasant vor sich gehenden Entwicklungen im
Südchinesischen Meer ein. Die Rolle von Think Tanks erläuterte Dr.
Anastasiya Bayok. Dr. Sandra Destradi vom German Institute of Global
and Area Studies - Institut für Asienstudien – fokussierte in ihrem
Vortrag Indien und ging der Frage nach, ob der Subkontinent in seiner
Region ein zögerlicher Hegemon sei. Viele weitere Themen standen auf
der breitgefächerten, sorgfältig ausgewählten Agenda. Die
Teilnehmer haben die Konferenz mit regem Interesse verfolgt. Unter den
zahlreichen Gästen waren auch der Generalkonsul Indiens, der
stellvertretende Generalkonsul Chinas und eine Vertreterin des
Generalkonsulats der Republik Korea in der Freien und Hansestadt
Hamburg. Die Führungsakademie hat sich gefreut, durch diesen
interaktiven Austausch zu mehr Verständnis für die Region
beizutragen.

Fotos: Laura Clayborn; Internet

 

Autor: Benedikt Eichhorn; Fotos: Erik Voigt

Hamburg, 11.11.2016

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Am 07. November 2016 empfing die Senatskanzlei der Stadt Hamburg die Teilnehmer des Lehrgangs für den General-/Admiralstabsdienst des Jahrgangs 2016 im traditionsreichen Kaisersaal des Rathauses der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Besuch im Hamburger Rathaus unter Führung des Staatsrat Wolfgang Schmidt ermöglichte den Offizieren interessante Einblicke in die „Außenpolitik“ des Stadtstaates.

Offene Diskussionen mit tiefen Einblicken

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion ergab sich die Möglichkeit zum direkten Dialog zwischen Staatsrat Schmidt und den Offizieren. Als Bevollmächtigter beim Bund, bei der Europäischen Union und für auswärtige Angelegenheiten erläuterte Schmidt die aktuellen politischen Themen aus der außenpolitischen Sicht des Hamburger Senats. Den Schwerpunkt der Diskussion bildeten die gegenwärtigen Entwicklungen und Herausforderungen, welche aufgrund des derzeitigen ‚Wandels der Welt‘ zu bewältigen sind. „Dies verwundert nicht, stellt sich Hamburg als ‚wirtschaftliches Schwergewicht‘ und ‚Tor zu Europa‘ ähnlichen Entwicklungen, Anforderungen und Herausforderungen, wie die Bundeswehr.“ schlussfolgerte einer der teilnehmenden Offiziere. In der Debatte eröffnete sich den Offizieren ein offener Blick auf die Welt und in die Gesellschaft. Neben den außenpolitischen Themen erhielten die Teilnehmer zudem Hintergrundinformationen über Großprojekte der Stadt Hamburg, wie den Bau der Elbphilharmonie und die Planung der anstehenden OSZE- und G20-Gipfel.

Rundgang durch das Rathaus rundet den Besuch ab

Zum Abschluss des Besuchs dürfte eine Führung im Hamburger Rathaus nicht fehlen. Im Rahmen dieser Führung konnten die Lehrgangsteilnehmer noch einen Blick hinter die Kulissen der Hamburger Bürgerschaft und des Hamburger Senats erlangen. „Für mich war die beeindruckende Geschichte der Freien und Hansestadt Hamburg und durch die ein oder andere Anekdote noch heute im traditionsreichen Rathaus erlebbar.“ verriet ein Lehrgangsteilnehmer im Anschluss.


Es war das zweite Mal, dass der Hamburger Senat die Teilnehmer des Lehrgangs für den General-/Admiralstabsdienst der Führungsakademie eingeladen hat. Er stellte somit einmal mehr die enge Verbundenheit der Freien und Hansestadt Hamburg zu den Deutschen Streitkräften sowie zur Führungsakademie der Bundeswehr heraus.

 

Autor: Daniel Eisenbrqaun und Christiane Rodenbücher; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 08.11.2016

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Seite an Seite: Irakische Streitkräfte mit Peschmerga an der Führungsakademie

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Eindrucksvolle Informationen aus dem Irak

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Mehr als 300 Personen beim gemeinsamen Vortrag

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Gelebte Gastfreundschaft nach der Präsentation

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Kulinarische Spezialitäten aus dem Land an Euphrat und Tigris

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Offiziere verschiedener Nationen weiterhin im Austausch

„Das ist schon etwas Besonderes, ein großer Informationstag zum Thema Irak, das hatten wir noch nie. Im Irak kämpfen gerade irakische Einsatztruppen, Peschmerga und weitere Koalitionstruppen gegen den Islamischen Staat. Uns allen ist bewusst, in welch ernster Lage sich das Land befindet, wir alle leiden mit diesem Land“, sagt der stellverstretende Kommandeur der Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, in seiner Einführung zur Informationsveranstaltung über das Land am Euphrat und Tigris. Deutschland pflegt seit langer Zeit militärische Kontakte zu dem Zweistromland. Die Bundeswehr unterstützt die Peschmerga im Rahmen der NATO-Ausbildungspartnerschaft. Seitdem nehmen regelmäßig irakische Offiziere an der internationalen Generalstabsausbildung teil.

Gemeinsam stark

Auf dem Podium der Führungsakademie stehen vier Vortragende. Unter diesen Soldaten befindet sich ein Angehöriger des Militärs der autonomen Region Kurdistan, ein Perschmerga. Die anderen drei sind Angehörige der irakischen Armee. Das ist ein ganz außergewöhnliches Ereignis für die Führungsakademie der Bundeswehr und für die geladenen Gäste und Lehrgangsteilnehmer des großen nationalen Informationstages.

Neues Bewusstsein

„Jeder, dem das Wort Irak in den Sinn kommt, hat vor seinen Augen diese Bilder“, sagt Hauptmann Al-Jawdah: Auf die Leinwand werden Fotos projiziert, die das Ausmaß der jüngsten Not deutlich unterstreichen. Mit Schwermut erzählt er von den Konsequenzen, die das Land in der Vergangenheit bis hin zur Gegenwart stark beeinträchtigt haben. Dennoch schaut der Hauptmann der irakischen Streitkräfte in seinem Vortrag in eine optimistische Zukunft. „Wenn Sie am Ende des Tages ein vielfältigeres Bild vom Irak bekommen, ist unser Ziel erreicht.“

Land und Leute

„Im Irak leben 37 Millionen Menschen, welche sich aus 69 Prozent Arabern, 19 Prozent Kurden und 12 Prozent Ausgehörigen anderer Volksgruppen zusammensetzen“, beschreibt der Vortragende. Die Iraker sind im Durchschnitt 20 Jahre alt. Bei einem Bevölkerungswachstum von 2,6 Prozent lässt sich ableiten, dass das Land eine junge und dynamische Bevölkerung besitzt. Im Irak sind 95 Prozent der Bevölkerung Muslime und 5 Prozent Christen. Hauptmann Al-Jawdah betont in seinem Vortrag, wie wichtig die letzte Verfassungsänderung für die Religionsfreiheit des Landes ist und schließt seinen Redebeitrag mit den Worten: „Trotz vieler verschiedener Ethnien und Religionen fühlen wir uns alle als Iraker und sagen mit Stolz: Wir alle sind der Irak.“

Seite an Seite

Die Peschmerga, auch als „die dem Tod ins Auge Sehenden“ bezeichnet, wurden als Einsatztruppe ebenfalls vorgestellt. Das Besondere: Frauen werden seit 1996 in dieser speziellen Streitkraft ausgebildet und eingesetzt. Sie beteiligen sich am Kampf gegen den Terrorismus und unterstützen dadurch die irakischen Streitkräfte bei der Rückeroberung des Landes.

Kulinarischer Ausklang

Flottillenadmiral Karsten Schneider bedankte sich im Anschluss an den Vortrag bei den Vortragenden Hauptmann Ali Hussein Ali Al-Jawdah, Hauptmann Bzhar Abdulkhaleq Khidhir, Hauptmann Rebar Saleem und Major Khalid Hatem Al-Quasi im Namen der Zuschauer für diesen informativen Ausflug. Die Herausforderungen aktueller Krisen und Konflikte, insbesondere des internationalen Terrorismus, lassen sich nur gemeinsam im Rahmen der Weltgemeinschaft lösen – die Führungsakademie leistet hierbei einen Beitrag zur Völkerverständigung. Im Anschluss an die hervorragende Veranstaltung gab es für die Teilnehmer und Ehrengäste die Gelegenheit, landestypische Spezialitäten bei anregenden Gesprächen zu genießen.

 

Autor: Franziska Krause; Fotografin: Jana Grigoleit

Hamburg, 07.11.2016

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Zahlreiche Partner folgten Einladung zur „Ladies and Gentlemen Night“

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In der Welt daheim: Teilnehmer markieren ihre Herkunft

Buntes Treiben, herzliche Umarmungen, verschmitztes Kichern. Am ersten Novemberabend füllt sich nach und nach der Emser Saal mit Leben. Im Mittelpunkt stehen allerdings nicht die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des deutschen und internationalen Generalstabslehrganges, sondern die Partnerinnen und Partner der Lehrgangsteilnehmer. Diese treffen sich einmal monatlich, tauschen sich aus, genießen die entspannte Atmosphäre – Freundschaften entstehen.

Willkommen in Hamburg

Anne Prokoph zum Beispiel ist mit ihrem Mann und ihrer Familie vor einem Jahr nach Hamburg gezogen und organisiert seitdem die regelmäßigen Treffen gemeinsam mit Jana Grigoleit für das kommende Lehrgangsjahr. Die Auftaktveranstaltung, auf der die Partnerinnen und Partner der neuen Jahrgänge beider Generalstabslehrgänge begrüßt werden, findet jedes Jahr im Herbst in der „Gemeinsamen Heimgesellschaft der Führungsakademie“, kurz der GHG, statt. Hier bietet sich die Möglichkeit, den Dienstort des anderen Partners kennenzulernen und mit anderen über die neue Heimat Hamburg zu diskutieren.

Einmal um die Welt

Zu Beginn des Abends wollten es die Organisatoren genau wissen, woher die insgesamt 45 Teilnehmer der Veranstaltung ursprünglich kommen. Jeder durfte an einer großen Weltkarte seinen Heimatort markieren und am Ende des Abends mit Spannung betrachten, woher die anderen angereist sind. So wurden Gemeinsamkeiten festgestellt, Geschichten aus der Heimat erzählt und Reisepläne gegen Fernweh oder Heimweh geschmiedet.

Anker setzen

Eines haben die Teilnehmer aus insgesamt 15 verschiedenen Nationen ganz sicher gemeinsam – sie wissen, wie man einen Umzug organisiert und schnell die neue Heimat entdeckt. Vielen Familien fiel der Umzug an den Standort Hamburg ganz und gar nicht schwer. Sie genießen die Großstadt in vollen Zügen: „Wir lieben es, am Wochenende mit unserem kleinen Sohn um die Alster zu spazieren und fühlen uns im Norden einfach nur wohl“, erzählt Katja Günther. Mit Spannung tauschen sich die Teilnehmer über den neuen Standort Hamburg sowie über vergangene und künftige Dienstorte aus, denn Eines ist sicher: Der nächste Umzug kommt bestimmt.

Nicht nur Frauensache

Wie man vermuten würde, bestand ein Großteil aus Teilnehmerinnen. Doch mittendrin saß auch Michael Ross an einem der zahlreichen Tische und genoss die quirlige Atmosphäre. Gemeinsam mit seiner Frau ist Michael diesen Herbst von Amerika nach Deutschland gezogen, da seine Partnerin am nationalen General- und Admiralstabslehrgang teilnimmt. In der Geschichte dieser Auftaktveranstaltung war es das erste Mal, dass einer der Ehemänner anwesend war. Organisatorin Anne Prokoph hofft, dass dieses Bild in Zukunft immer zur „Ladies and Gentlemen Night“ gehört. Für den Amerikaner war es hingegen keineswegs neu, dass er der einzige männliche Ehepartner bei einer Veranstaltung ist. Die einzigartige Atmosphäre sowie die Mischung aus den verschiedenen Kulturen sind für ihn die Gründe, an den Veranstaltungen für die Partner der Soldaten teilzunehmen.

Miteinander entdecken

Ganz egal, ob aus dem Süden Deutschlands, aus Italien oder Japan – gerade im Winter gibt es vieles, was die Familien der Lehrgangsteilnehmer rauslockt. So planen die beiden Organisatoren bereits ein gemeinsames Plätzchenbacken, einen Weihnachtsmarktbesuch und Veranstaltungen für die ganze Familie. „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“, meint Jana Grigoleit. Und so bot sich schon am ersten Abend die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und einfach miteinander die Zeit zu genießen.

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 04.11.2016

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,,Ein Pfund, mit dem wir wuchern können": Verteidigungsministerin gibt Kommandeur Stawitzki Auftrag zum Ausbau der Führungsakademie

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Offener Austausch: Ursula von der Leyen beantwortet Fragen der Lehrgangsteilnehmer

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Eintrag ins Gästebuch der Führungsakademie

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Vertraute Gespräche: Bundesverteidigungsministerin im Dienstzimmer des Kommandeurs

„Zeitgemäße Führung“ und „Kompetenzorientierte Ausbildung“: Die Bundesministerin der Verteidigung hat diese Themen bei ihrem Besuch an der Führungsakademie der Bundeswehr in den Mittelpunkt gestellt. Die Führungsakademie soll einen höheren Stellenwert in der Ausbildung erfahren. „Ich möchte, dass sich die Führungsakademie weiter entwickelt“, sagte Ursula von der Leyen vor dem Stammpersonal und den Lehrgangsteilnehmern in Hamburg.

Entscheidender Faktor: Mensch

„In Sachen Führung ist die Bundeswehr weit vorn, die Führungsakademie ist ein Pfund, mit dem wir ganz gewaltig wuchern können“, erklärte die Verteidigungsministerin. Sicherheitslage, Digitalisierung, demographischer Wandel und viele weitere Rahmenbedingungen verlangen von der Bundeswehr, sich stetig auf neue Situationen einzustellen. Der Veränderungsdruck ist enorm. Die Bundeswehr hat sich all diesen Herausforderungen erfolgreich gestellt. „Der entscheidende Faktor dabei ist der Mensch, wir werden nur bestehen können, wenn es uns gelingt, hervorragend ausgebildete Kräfte langfristig zu gewinnen.“

Bedeutungszuwachs

Die Bundesministerin der Verteidigung setzt ihren Gestaltungsanspruch mit klaren Maßstäben um: Die Führungsakademie erlangt dadurch eine gesteigerte Bedeutung, dass sie dem Generalinspekteur der Bundeswehr direkt unterstellt wird. Darüber hinaus wird der Kommandeur der Führungsakademie mit der Einrichtung einer Konzeptions- und Planungsgruppe für die Weiterentwicklung der Akademie beauftragt. Im Fokus steht der Mensch: „Die Lehrgangsteilnehmer sind der Motor der Führungsakademie.“

Moderner Think Tank

Die in der Akademie vorhandene Expertise der Lehrgangsteilnehmer soll verstärkt einbezogen werden. Denn die Ministerin stellt berechtigt fest: „Wenn sich Anspruch und Inhalt der Lehre ändern sollen, dann muss sich auch die Vermittlung weiter entwickeln.“ Die Führungsakademie soll außerdem zu einem Think Tank entwickelt werden, der zur Strategiefähigkeit der Bundeswehr und der Bundesregierung beiträgt.

Vielschichtige Anforderungen

Das Aufgabenprofil eines angehenden Generalstabsoffiziers ist vielfältig. Der versierte militärische Fachmann steht an erster Stelle. Eng verwoben mit nationalen und internationalen Partnern, Partnern in zivil und in Uniform, in stetem Kontakt mit der Gesellschaft. Zum anderen das Führen, Planen und Beraten in einem bundeswehrgemeinsamen Umfeld. Außerdem werden Frauen und Männer, Soldatinnen und Soldaten gebraucht, die Entscheidungen treffen können und wollen, die verlässlich, nachvollziehbar, transparent und fachlich richtig sind. „Die Königsdisziplin sind aber die Kompetenzen in der Menschenführung“, betonte Ursula von der Leyen. „Die Führungsakademie ist die Schmiede unserer Führungselite.“

Kultur, Kompetenz, Kritik

Zuletzt appellierte die Bundesministerin der Verteidigung an die Kultur an der Akademie, „eine Kultur getragen von Innovation, Kompetenz und vom Willen zur operativen Exzellenz, zugleich aber auch der kritischen Selbstreflexion und der konstruktiven Fehlerkultur sowie des respektvollen Umgangs miteinander“. Eine neue Zeit beginnt.

 

Autor: Frank Magnus; Fotografin: Katharina Junge / Bundeswehr

Hamburg, 01.11.2016

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General Halbauer berichtet über seine Erfahrungen im 1. Deutsch - Niederländischen Korps in Münster

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Aus der Praxis für die Praxis: realistischer Vortrag für die Teilnehmer des Generalstabslehrgangs

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Die Rolle des Korps gestern und heute

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General Halbauer im Blitzgewitter der Medien

Tiefe Einblicke, spannende Zusammenhänge: Generalleutnant a. D. Volker Halbauer, 2013 bis 2016 Kommandierender General des 1. Deutsch-Niederländischen Korps in Münster, hat vor den 50 Heeresuniformträgern des Lehrgangs General-/Admiralstabsdienst 2015 zur Führungsebene „Korps“ und der Rolle eines Kommandeurs vorgetragen. Der Bereich Heer lädt traditionell zum Auftakt dieses Ausbildungsblocks einen ehemaligen Kommandierenden General eines Korps als Vortragenden ein, um den Lehrgangsteilnehmern einen authentischen Eindruck von einer Führungsebene zu geben, auf der die wenigsten bislang eingesetzt waren.

Vielfältige Aufgaben

General Halbauer orientierte sich in seinem Vortrag an drei Leitfragen: Was sind Korps, was können Korps und was brauchen sie, um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Zunächst stellte er fest, dass alle neun Korps der NATO verschieden sind, man bei näherer Betrachtung jedoch immer mehr Gemeinsamkeiten feststellen kann. Mögen Gliederung und Ausrichtung auch verschieden sein, die Sprache aller Korps ist die Prozessordnung mit dem Namen Comprehensive Operations Planning Directive (COPD).

Miteinander stark

Als Scharnier von der operativen zur taktischen Ebene forderte General Halbauer die jungen Kameraden auf: „Aus den weichen Begriffen müssen konkrete Aufträge und Aufgaben für die unterstellten Divisionen und Brigaden werden, das ist mehr, als nur die Karte vom Maßstab 1:500.000 auf 1:100.000 umzubrechen – und das Ganze natürlich in einem multinationalen Hauptquartier mit den Stärken und Schwächen eines jeden Partners.“

Großer Wandel in kurzer Zeit

General Halbauer hob den Wandel des Korps in den letzten Jahren hervor. Wichtig für ein Korps war bisher vor allem Einsatzrelevanz. 2014 hat sich die Welt geändert: Besetzung der Krim und der Ostukraine. 2015: Die Zertifzierung des 1. Deutsch-Niederländischen Korps als NATO Response Force Verband fand deshalb 2015 unter völlig neuen Bedingungen statt. Künftig erwartet General Halbauer für die Korps eine Rückbesinnung auf ihren ureigenen Auftrag als Korps mit erhöhter Einsatzbereitschaft. Für den künftigen Generalstabsdienstoffizier bedeutet dies ein Höchstmaß an geistiger Flexibilität, da alle Funktionen einen anderen Stab und andere Prozesse verlangen.

Üben in der Realität

Punkt drei: Fähigkeiten. „Der Stab muss den Brückenschlag von der operativen zur taktischen Ebene beherrschen, und das in jedem möglichen Szenar“, betonte General Halbauer. Das Üben mit Power-Point genügt nicht als Vorbereitung, die Karte mit realistischem Maßstab rückt zunehmend in den Vordergrund. Voraussetzung für diese Fähigkeiten ist vornehmlich die Ausbildung, diese beginnt beim Kommandierenden General und endet beim Gefreiten.

Blick Richtung Zukunft

„Planen und Durchführen von Übungen ist Ihre Aufgabe als Generalstabsdienstoffizier, denn nur was man auch real gemacht hat, kann man am Ende.“ Der Vortrag regte zu vielen neuen Denkanstößen für die Lehrgangsteilnehmer und Dozenten an. General Halbauer gelang es, nicht nur auf Vergangenes zu blicken, sondern den künftigen Generalstabsdienstoffizier damit zu konfrontieren, was in absehbarer Zukunft tatsächlich auf ihn zukommt. Eine große Bereicherung für das künftige Führungspersonal.

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: ASW / fueakbw

Hamburg, 20.12.2016

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Seminarteilnehmer aus ganz Deutschland folgen dem vielschichtigen Vortrag der SWP-Referentin

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Bilaterale Zusammenarbeit an der FüAK: Admiral Schneider mit Generalmajor Fernando Rodrigues Goulart

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General Hambach ehrt brasilianische Lehrgangsteilnehmer

"Chancen und Herausforderungen für deutsche Unternehmen in Brasilien" - zu einem Workshop mit diesem Thema hatten die Kooperationspartner Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) der Deutschen Handelskammer und die Führungsakademie nach Berlin eingeladen. Brigadegeneral Thomas Hambach und Jens Wolter, Vorsitzender des ASW, begrüßten die Teilnehmer aus der deutschen Wirtschaft sowie der Hamburger Akademie, die ein spannendes und vielseitiges Programm in Form von Vorträgen aus den Bereichen Sicherheitspolitik, Wirtschaft und Konzernsicherheit miterlebt haben. „Ich schätze diese Seminarreihe sehr“, sagte General Hambach, „weil sie für alle Teilnehmenden eine Perspektivenvielfalt und damit neue und wertvolle Erkenntnisse über ein Länder-Thema ermöglicht.“

Notwendiger Reformbedarf

Es ist mittlerweile der vierte gemeinsame Workshop. Ukraine, Türkei, Iran und Brasilien standen bisher auf der Agenda. Gerd Kugler, First Vice President der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), hatte hierzu in seine Niederlassung in der Berliner Charlottenstraße eingeladen. Dr. Claudia Zilla von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Forschungsgruppe Amerika, nahm durch ihre profunden Kenntnisse des Landes eine multiperspektivische Einordnung der politischen Situation und der Entwicklungsmöglichkeiten des Landes vor. Die politische und wirtschaftliche Situation, so die Referentin, tragen zur Unzufriedenheit der Bevölkerung bei, große Armut und Arbeitslosigkeit sorgen für wenig Rückhalt der politischen Führung. Eine ganze Reihe von Ursachen liegen laut Zilla der aktuellen Krise Brasiliens zugrunde, das vor kurzem noch mit hohen Wachstumsraten positiv auf sich aufmerksam machte. „Politikwandel und institutionelle Reformen sind nötig.“

Stabile bilaterale Beziehungen

OTL i.G. Christof Spendlinger, Dozent an der FüAK, berichtete über die außen- und sicherheitspolitische Lage. Ausgehend von einer geopolitischen Einordnung führte sein Vortrag über das Selbstverständnis Brasiliens als Regionalmacht und einen Exkurs zu seinen Streitkräften und ihrer Rolle hin zu den gewachsenen militärpolitischen Beziehungen, die ihren Ausdruck in einem inzwischen umfangreichen bilateralen Jahresprogramm, darunter auch der regelmäßigen Teilnahme brasilianischer Offiziere am Internationalen Generalstabslehrgang an unserer Akademie, finden.

Sicherheit aus Konzernsicht

Carsten Sandhop, Büroleiter der KfW Entwicklungsbank in Brasilia, und Thiemo Kapffer von der Konzernsicherheit der Continental AG berichteten abschließend über die Analyse von Sicherheit in dem südamerikanischen Land und dem Umgang der Bank respektive des Unternehmens mit den Ergebnissen der Analyse. Es war spannend zu erfahren, wie die beiden Institutionen ihren Mitarbeitern vor Ort Sicherheitsmanagement vor Ort antrainieren und entsprechende Werkzeuge für die Bewältigung der Sicherheitsherausforderungen an die Hand geben. Die insgesamt zwanzig Teilnehmer diskutierten die präsentierten Vorträge und bestätigten im Anschluss an die Veranstaltung einhellig: ein exzellentes Format, sich einem Land aus verschiedenen Perspektiven anzunähern. Daher wird die Reihe mit Sicherheit in naher Zukunft eine Fortsetzung erfahren.

 

Autor: Martin Prokoph; Fotos: Laura Clayborn, Stefan Bremkens

Hamburg, 26.10.2016

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Gelebte Multinationalität am bayerischen Stand

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Kennenlernen landesspezifischer Speisen: regionale Vielfalt

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Original bayerische Brotzeit

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Kapitän zur See Kesten begrüßt die Gäste

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Familienfreundlich – vom Kinderschminken bis zur Kletterwand

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Musikalisches Rahmenprogramm

Zünftige Volksmusik, Sprachen aus aller Welt, Familien aus aller Herren Länder – im Scharnhorstsaal haben 360 geladene Gäste für ein buntes und quirliges Bild in der Führungsakademie gesorgt. Nicht nur die kulinarischen Spezialitäten aus den 16 Bundesländern haben die deutschen und internationalen Generalstabsteilnehmer angelockt. Die zahlreichen Besucher freuten sich über anregende Gespräche und ein erstes Kennenlernen – und das in einer typisch südländischen oder nordischen Atmosphäre. Deftiger Geruch von Räucherschinken und Thüringer Rostbratwürste ließen den Gästen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Die Willkommensveranstaltung „Tag der Regionen“ diente damit nicht nur dem gegenseitigen Kennenlernen und Vernetzen der Kameraden und Angehörigen. Sie war auch eine tolle Möglichkeit, die regionale Vielfalt Deutschlands kennenzulernen.

Kultur aus dem Stegreif

Der Lehrgang Generalstab-/Admiralstabsdient National 2015 (LGAN15) begrüßte am “Tag der Regionen” die neuen Kameraden Generalstabsehrgänge des Jahres 2016 und deren Familien mit einem vielseitigen musikalischen und auch kulturellen Programm. So griff der US-amerikanische Lehrgangsteilnehmer zur Gitarre und spielte Folk Songs aus seiner Heimat.

Lebendige Rituale

Brauchtum aller Kulturkreise – Erfahrungen aus dem Süden machte ein japanischer Lehrgangsteilnehmer, der mit einem Maurerhammer in der Hand auf einen Nagel schlagen musste, der vor ihm in einem Baumstamm steckte. Augenmaß und Schlagkraft waren hierbei gefordert. Der Japaner versuchte den Nagel mit möglichst wenigen Schlägen im Holz zu versenken. Er brauchte zwar einige Versuche, schließlich ertönte der erlösende Jubel der umstehenden Kameraden. Als Belohnung erhielt er ein “Schnapserl”.

Breite Vielfalt

An insgesamt vier Stationen präsentierten die Lehrgangsteilnehmer in regionaltypischer Kleidung ihre Heimatregionen in aller Vielfalt und neckten sich gegenseitig, welches denn nun die schönste Region der Republik sei. Der Norden präsentierte sich in maritimem Look mit Fischerhemden und bot von Bismarck-Hering mit Kartoffelsalat bis hin zu Grünkohl mit Kassler Leckereien an. Die süße Seite der angeblich herben Küstenkinder zeigten diese mit leckerer Roter Grütze und Vanillesoße.

Östliche Heimatgefühle

Große Konkurrenz war die Region Osten, die mit Eierschecke, kalter Schnauze und Butterkuchen die Gäste verführte. Reißenden Absatz fanden die Original Thüriger Rostbratwürste, und am Senfbuffet wurde wirklich jeder Geschmackswunsch erfüllt. Auch Soljanka und Currywurst wurden angeboten und weckten bei manch einem Kameraden Heimatgefühle.

Schmankerl des Südens

Im Süden wurden nicht nur “Nogl eingschlogn” und Schnapserl verkostet, auch leckere Nürnberger Rostbratwürste und traditionelle “Leberkäs-Semmel” sorgten für freudige Gesichter. Für den kleinen Hunger gab es eine “g’scheite Brotzeit”, passend zur breiten Palette an Bier und Likören. Närrisch und kunterbunt widmete sich die Region West in voller Karnevalsmontur insbesondere den großen und kleinen Naschkatzen im Saal. Denn neben traditionellen Gerichten wie rheinischem Sauerbraten und Flammkuchen, gab es hier reichlich Kostproben verschiedener Gummibärchen und ein Gebäck.

Rahmenprogramm für Kinder

Für die Kinder gab es ein breites Angebot, das von Kinderschminken bis hin zu einer Indoor-Kletterwand reichte. „Ein großer Erfolg“, sagten die Gäste am Schluss einhellig. Vor allem den internationalen Lehrgangsteilnehmern und ihren Familien hat er Lust darauf gemacht, die verschiedenen Regionen in Deutschland mit ihrem Land und den Leuten in Zukunft noch besser kennenzulernen. Der Tag der Regionen hat die Vielfältigkeit Deutschlands demonstriert und die Lehrgangsteilnehmer an der Führungsakademie durch eine gesellige Veranstaltung zusammengeführt – auch das gehört zum vielschichtigen Auftrag der Institution. Damit ist eine breite Basis für ein künftiges Miteinander geschaffen.

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 20.10.2016

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Unerwartete Krisen erfordern neue Maßnahmen

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Oberst i.G. Miarka (2.v.l.) und sein Leitungsteam

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Major aus Nachrichtenwesen weist in die Lage ein

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Übungsszenario wird plastisch abgebildet

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Verschiedene Einflussfaktoren, differenziertes Lagebild

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Teilnehmer diskutieren über Maßnahmen der NATO

2014, unerwartete Entwicklungen in der Ost-Ukraine, NATO-Gipfel von Wales mit dem Readiness Action Plan, der einen umfassenden Maßnahmenkatalog für das Bündnis vorgibt. Die ostwärtige Bündnisgrenze wird zum Fokus. Zeitgleich laufen Einsätze der Bundeswehr an vielen Krisenherden auf unterschiedlichen Kontinenten gleichzeitig. Ein unerwartetes Weltbild mit vielen Unbekannten und zahlreichen nicht mehr vorhandenen Konstanten. Was bedeutet das für die Bundeswehr?

Nicht vorhersehbare Konflikte

Diese neue Lage fordert die westlichen Bündnispartner hinsichtlich Informationsbedarf, Fähigkeitsaufbau und multinationaler Kooperation von Streitkräften. Lücken in der Sicherheit werden deutlich, die Bedrohungslage für unsere Streitkräfte wird in den Einsatzgebieten einer neuen Bewertung unterzogen. Die einzelnen Teilstreitkräfte hinterfragen ihre Einsatzkonzepte. Dies schließt auch mögliche Handlungsoptionen im Intelligence-Bereich mit ein. Unter dem Strich: Die Weltlage bringt plötzlich Konflikte zutage, die ein neues Denken erfordern, unter anderem die Beschäftigung mit hybrider Kriegführung.

Große Angriffsfläche

Womit müssen wir rechnen? Wie müssen wir uns darauf einstellen? Mit diesen und vielen Fragen mehr hat sich jetzt ein einwöchiges „Wargame“-Seminar an der Führungsakademie unter der Leitung des Kommandos Heer, Unterabteilung Militärisches Nachrichtenwesen (MilNW), beschäftigt. Thematik: hybride Kriegführung aus allen Perspektiven. Hierbei wurden in einem ressortübergreifenden Ansatz verschiedene Szenarien der hybriden Kriegführung untersucht. „Die Herausforderung besteht darin, dass insbesondere offene und demokratische Gesellschaften vielfach Angriffsflächen für hybride Aktivitäten bieten und damit in besonderem Maße verwundbar sind“, erklärt Oberst i.G. Georg Miarka, Referatsleiter für das MilNW im Kommando Heer.

Verschiedene Akteure

Er erklärt die Vielschichtigkeit der Thematik. Alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens können zum Ziel hybrider Angriffe werden: durch Cyberangriffe und Informationsoperationen, wirtschaftlichen Druck sowie Versuche politischer Destabilisierung. Gleichzeitig können militärische Elemente, verdeckt operierende Spezialkräfte, Subversion oder reguläre Streitkräfte eingesetzt werden. Staatliche und nicht staatliche Akteure können gleichermaßen Hybride Kriegführung betreiben.

Rollen verschieben sich

„Hybrides Vorgehen verwischt die Grenze zwischen Krieg und Frieden und kann gegen das völkerrechtliche Gewaltverbot verstoßen“, erklärt Oberst i.G. Miarka, „dabei wird die Rolle als Angreifer und Konfliktpartei gezielt verschleiert.“ Dies soll die sofortige und entschlossene Reaktion des angegriffenen Staates und der internationalen Gemeinschaft verzögern oder ganz verhindern.

Militär eines von vielen Mitteln

Ein wesentliches Ergebnis des Wargamings an der Führungsakademie war erneut die Feststellung, dass militärische Gegenmaßnahmen alleine nur begrenzt geeignet sind, einer hybriden Bedrohung zu begegnen. Vielmehr sind bei Landes- und Ressortgrenzen überschreitende hybride Bedrohungen Maßnahmen im Sinne eines Comprehensive Approach, also eines allumfassenden und ressortübergreifenden Ansatzes, erforderlich. Dementsprechend stellt auch eine ganzheitliche Aufklärung und Früherkennung aufgrund der Komplexität der angewendeten Mittel und Zielrichtung auf Schnittstellen zivil-militärischer Verantwortlichkeiten eine wesentliche Herausforderung der Zukunft dar.

Akteur Heer im Fokus

Grundsätzlich leistet das Heer unverändert einen erheblichen Beitrag für die im Rahmen der NATO beschlossenen Maßnahmen und hat hierbei erhebliche Kräfte zu stellen. Der Anteil Militärisches Nachrichtenwesen im Heer bildet innerhalb des Nachrichtenmanagements in den Streitkräften die Expertise Landstreitkräfte und zugleich für Landoperationen ab. Das Phänomen einer anzunehmenden Hybriden Kriegführung, mit dem auch deutsche Kräfte im Zuge einer krisenhaften Lageentwicklung konfrontiert werden könnten, verlangt jedoch nach größerer Aufmerksamkeit.

Neue Schwerpunkte

Über die Militärischen Organisationsbereiche sowie ressortübergreifende Betrachtung hinweg sollte dieser überwiegend unkonventionellen Vorgehensweise im Rahmen der Hybriden Kriegführung künftig in der Theorie sowie beim gemeinsamen Üben mehr Bedeutung zukommen. Vor diesem Hintergrund organisiert das Kommando Heer, Unterabteilung MilNW, seit 2016 eine Fachtagungsreihe zu absehbaren Bedrohungs- und Militärpotenzialen. Gleichzeitig sucht dieser Bereich immer geeignetes Personal, das sich den stetig wachsenden Aufgaben in diesem Aufgabengebiet widmet.

Vernetzte Kooperation

„Absicht ist, den erhöhten Informationsbedarf des Heeres zur Thematik der hybriden Bedrohung durch koordinierte Zusammenarbeit im System Militärisches Nachrichtenwesen (SysMilNW) respektive den Schnittstellenakteuren sowie unter Einbindung geeigneter Fachexpertise nationaler und multinationaler Dienststellen sukzessive zu decken“, fügt Oberst i.G. Miarka hinzu. Primär um für weitere Planungszwecke eine hinreichende Bedrohungsanalyse im Rahmen der Möglichkeiten zu erstellen und einen Beitrag für das SysMilNW im Bereich Grundlagenarbeit zu leisten. „Darüber hinaus werden aus den gewonnenen Erkenntnissen Ableitungen für die Truppenführung sowie Ausbildung und Übung getroffen – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

 

Autor: Jens Landau; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 24.10.2016

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Eröffnung der Abendveranstaltung durch Admiral Stawitzki

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Das tiefste Blechblasinstrument - die Tuba

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Fregattenkapitän Friedrich Szepansky führte musikalisch durch den Abend

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Informationskonzertes an der Führungsakademie der Bundeswehr präsentierte sich das Marinemusikkorps Kiel vor dem LGAN 2015 sowie zahlreichen Gästen der Akademie mit all ihren Facetten. Vom akustischen Signal für den Infanteristen vergangener Zeiten, über tradierte militärische Zeremonielle, bis hin zu aktuellen Musikstücken reichte das umfangreiche Repertoire der Profimusiker.

Der Kommandeur der Führungsakademie, Herr Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, begrüßte im Manfred Wörner Zentrum etwa 180 Gäste mit den Worten „Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde“ zum diesjährigen Informationskonzert. Dabei zitierte er nicht etwa den preußischen Heeresreformer Clausewitz, sondern den Physiker Albert Einstein mit einem eher provokanten Zitat zum Marschieren unter den Klängen von Pauken und Trompeten . Seine hiervon abweichende persönliche Einstellung zur Militärmusik verdeutlichte er in der Folge: „Die Militärmusik ist wesentlicher Teil unserer Tradition und prägt maßgeblich unser soldatisches Selbstverständnis“.

Doch was ist überhaupt Militärmusik? „Der Taktgeber für den Marsch“. „Ein Mittel zur Befehlsgebung“. „Motivation für die Truppe“. „In erster Linie Musik“. Die Meinungen des Publikums waren vielfältig. Die Lehrvorführung des Marinemusikkorps, eine Mischung aus klingendem Spiel, geschichtlichem Lehrgespräch sowie der Vorführung der verschiedenen Einsatzformen eines Musikkorps der Bundeswehr, gab hierauf die Antworten. In der zweistündigen Veranstaltung erläuterte der Leiter des Musikkorps, Herr Fregattenkapitän Friedrich Szepansky, ausgewählte Entwicklungslinien der Geschichte der Militärmusik und ließ seine Musiker dabei immer wieder Ausschnitte ihres Könnens präsentieren.

Die Gäste wurden dabei nicht nur emotional angesprochen, sondern lernten quasi im Vorbeimarsch die Einsatzformen, Anforderungen und Aufgaben der Militärmusiker kennen. Dass Militärmusik mehr als der musikalische Rahmen für militärische Zeremonielle und Feiern ist und nicht nur dem Einmarsch militärischer Formationen dient (sogenannte Dienstmusik), wurde spätestens im zweiten Teil der Lehrvorführung, dem eigentlichen Konzert, allen bewusst.

Die Militärmusik dient auch der Öffentlichkeitsarbeit und schlichtweg der Unterhaltung. Mit eher überraschenden Stücken aus dem Dschungelbuch oder der Filmmusik zu Batman aus dem aktuellen Programm „Tierisch gut“ der Kieler Musiker, gelang letzteres gleichermaßen vortrefflich wie mit den gewohnten Klängen des Marsches des York`schen Korps oder der Lili Marleen. Der rhythmische Abschluss des Abends oblag dann aber dem Publikum. Im Rahmen eines durch den Akademiekommandeur angestimmten „Kutterläufers“ zollten die zahlreichen taktsicheren Gäste den Musikern ihren Respekt und dankten für den Abend. Herr Flottillenadmiral Stawitzki bewertete in seinen abschließenden Worten den Abend als „Sternstunde nachhaltiger Ausbildung“. Er stellte heraus, dass die Führung von Menschen nicht nur Kopf und Verstand verlange, „sondern auch viel Herz und Seele“.

 

Autor: Charlotte Henning; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 18.10.2016

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Enge Zusammenarbeit mit der Bundeswehr

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Oberst i.G. Neitzert stellt die Referenten aus Mali vor

Dieser Leitspruch über Mali betont am kleinen nationalen Informationstag (KNIT) den Zusammenhalt des Landes und seiner Bevölkerung. Ein Land mit einer vielfältigen Kultur, einer abwechslungsreichen Landschaft und einer spannenden Geschichte. „Es ist uns eine Ehre, die Republik Mali vorzustellen“, sagt Oberst Bougouri Diatigui Diarra zu Beginn seines Vortrags an der Führungsakademie. Alle blicken auf den Teilnehmer des internationalen Generalstabslehrgangs. Zwei Mal war er bereits in Deutschland, er absolvierte hier zwei Ausbildungen. Nun ist er zum dritten Mal bei uns, diesmal in Hamburg. „Das Verhältnis zwischen Deutschland und Mali ist sehr gut“, erklärt der Oberst. Mehr als 600 Soldaten aus Deutschland arbeiten in Mali an einer besseren Zukunft des Landes. Ihre Aufgabe: Sicherheit und Waffenruhe gewährleisten und gleichzeitig die malischen Streitkräfte stärken.

Kultur und Verbundenheit

Oberst Bougouri Diatigui Diarra ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und drei Söhnen in seiner Heimatstadt Bamako. Der zweite Lehrgangsteilnehmer aus Mali ist Major Mamadou Sidibe und stammt ebenfalls aus Bamako. Er lebt dort mit seiner Frau, einem Sohn und zwei Töchtern. Beide Lehrgangsteilnehmer mussten ihre Familien für den Aufenthalt an der FüAk zu Hause lassen. „In Mali gibt es viele verschiedene Kulturgruppen: die Bambara, Malinke, Jula, Songhai, Dogon, Bozo, Senufo, Mossi, Fulbe, Tuareg und die Mauren“, erklärt Oberst Diarra weiter, der zu der Gruppe der Bambara gehört. Sie sind traditionelle Ackerbauern und meist Anhänger des Islam.

Prächtiges Land

Das Nationaltier Malis ist das Flusspferd, deshalb bedeutet Mali in der Landessprache Flusspferd. Das Land ist rund dreieinhalb Mal so groß wie Deutschland. Durch das vielfältige Klima besteht die Landwirtschaft zu 15 Prozent aus Ackerbau, zu 25 Prozent aus Viehzucht und zu 60 Prozent aus Fischerei. Mali fördert Salze, Gips, Phosphat, Öl, Mineralerze, Uran und Gold. Größtenteils wird das Gold exportiert, dahinter folgen Baumwolle, Düngemittel und Nutztiere. 2013 lagen die Einnahmen durch Exporte bei 187 Millionen Euro, die Ausgaben durch Importe bei 280 Millionen Euro. Die Importe erfolgen aus den Nachbarländern Senegal und Elfenbeinküste sowie Frankreich und China. Die beiden Referenten erklärten ausführlich, wie es in ihrem Land politisch aussieht und wie die Geschichte sich entwickelt hat. Die Zuschauer erfahren aus erster Hand spannende Hintergründe. Alle Gäste waren von der Veranstaltung begeistert und führten im Anschluss angeregte Gespräche bei einem kleinen Imbiss.

 

Autor: Jürgen Nehring; Fotos: Laura Clayborn / Tom Twardy

Hamburg, 17.10.2016

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Informationstechnik mit weitreichenden Auswirkungen

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,,Kabelwissen" - Basics betreffen jeden

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Umfassende Informationen schützen vor Schaden

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IT-Spezialisten sind gesuchte Fachkräfte in der Bundeswehr

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Teilnehmer des Seminars aus verschiedenen Ländern

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Bundeswehr nimmt Gefahr ernst und stellt eigenen Cyber-Inspekteur auf

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Gruppenbild mit allen Seminarteilnehmern

Der Cyberraum ist ohne Grenzen, Informationen dominieren das Zeitgeschehen. Das Internet hat sich weltweit zu einer entscheidenden Plattform entwickelt und spielt politisch und gesellschaftlich, aber auch militärisch eine immer größere Rolle. Entsprechend international besetzt war das Modul „Cyberspace International“, um die Risiken und Chancen des Cyberraums „grenzüberschreitend“ zu besprechen. Auf Einladung der FüAkBw kamen 20 Teilnehmer aus 11 Nationen zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch zusammen. Unter Leitung von Oberstleutnant Jürgen Nehring, dem Cyberdozenten der Führungsakademie, und mit ministerieller Begleitung des fachlich zuständigen Referenten im Verteidigungsministerium, Fregattenkapitän Dirk Ableiter, wurde eine thematisch ein weiter und facettenreicher Bogen gespannt.

Gesamtstaatlicher Ansatz

Als Einstieg stellten Vertreter der drei maßgeblich verantwortlichen Ministerien (Verteidigungs-, Innen-, Außenministerium) das Grundverständnis heraus, das die Aufgaben im Cyber- und Informationsraum nur gesamtstaatlich und gemeinsam bewältigt werden können. Neben der Bedrohung militärischer Einrichtungen und Systeme sind alle Bereiche der Gesellschaft (Privatpersonen, staatliche Einrichtungen und Behörden, Industrie und Wirtschaft) von den Gefahren im Cyberraum betroffen. Innere und äußere Sicherheit fallen in wenigen Bereichen so eng zusammen wie im Cyberraum. Die Vertreter der drei Ressorts erläuterten jeweils an Beispielen die Zuständigkeiten ihres Hauses und die aktuellen Handlungsfelder. Hierbei galt das Interesse vieler Teilnehmer dem Schutz kritischer Infrastruktur und den Ergebnissen des letzten NATO-Gipfels. Zur Erinnerung: Auf dem NATO-Gipfel in Warschau hat das Bündnis den Cyberraum zu einem eigenständigen Operationsgebiet erklärt.

„Schon lange keine Fiktion mehr“

Dieses Zitat aus dem neuen Weißbuch, dem obersten sicherheitspolitische Grundlagendokument der Bundesregierung, verdeutlicht eindrucksvoll die gestiegene Bedeutung, die dem Handeln und Wirken im Cyber- und informationsraum beigemessen wird. „Insgesamt hat sich der Cyber- und Informationsraum damit zu einem internationalen und strategischen Handlungsraum entwickelt“, heißt es im Weißbuch weiter. Diese und andere Positionen aus dem Bereich Cyberpolitik und -strategie bildeten eine weitere Diskussionsgrundlage für das Plenum und waren Grundlage für etliche Pausengespräche. Dabei wurde früh deutlich, dass die Herausforderungen im Cyber- und Informationsraum auch bei den teilnehmenden internationalen Partnern ähnlich gelagert sind und vergleichbar bewertet werden. Als interessante Randbemerkung führte Fregattenkapitän Ableiter aus, dass der Begriff Cyber im neuen Weißbuch an 63 Stellen Erwähnung findet. Ein sicheres Zeichen, dass diese Herausforderung auch bei der Bundesregierung angekommen ist.

Let’s Cyber!

„Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll“. Frei nach dem Sinnspruch des Mathematikers und Physikers Georg Christoph Lichtenberg hat die Bundesministerin der Verteidigung im April dieses Jahres entschieden, eine neue Abteilung Cyber/IT im BMVg einzurichten und einen neuen, nunmehr sechsten militärischen Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum aufzustellen. Ziel ist, die vorhandenen Kräfte und Fähigkeiten mit eindeutigen Zuständigkeiten so zu bündeln, um sowohl auf Gefahren besser reagieren zu können als auch die eigenen Handlungsmöglichkeiten im Cyberraum besser auszunutzen. Für die Teilnehmer sind das viele spannende neue Informationen. Die vielen Fragen aus dem Plenum verdeutlichen das Interesse anderer Staaten, den deutschen Ansatz für die eigenen Planungen zu berücksichtigen. Die thailändische Delegation, vertreten durch einen 2-Sterne General, war bereits im letztjährigen Seminar dabei und konnte nun die Entwicklungen des letzten Jahres begutachten. „Die Bundeswehr ist sehr ambitioniert und unternimmt große Anstrengungen, den Cyber-Bedrohungen zu begegnen”, kommentiert Wing Commander Chalermchai Wonggate.

Cyber-Angriffe nehmen exponentiell zu

Der Schutz vor Angriffen aus dem Cyberraum steht auch bei den ausländischen Teilnehmern, die jeweils in kurzen eigenen Präsentationen Ihre Strukturen, Fähigkeiten und Zukunftsplanungen vorstellten, im Vordergrund aller Aktivitäten. Dass die Zahl der Angriffe nahezu täglich ansteigt, konnten fast alle Teilnehmer bestätigen. Wie zum Beweis dieser These war ein Teilnehmer, der als leitender IT-Experte am Seminar teilnahm, einen Tag damit gebunden, per Ferndiagnose und Fachberatung einen bedeutenden DDoS-Angriff auf die Webseiten seiner Streitkräfte abzuwehren. Dieses aktuelle Beispiel diente natürlich den anschließenden Diskussionen und dem Erfahrungsaustausch über Wirkmittel, Akteure und Angriffsziele im Cyberraum und mögliche Abwehrmechanismen. Da passte es gut, dass der Experte aus dem CERTBw (Computer Emergency Response Team), Hauptmann Neugebauer, wertvolle Hinweise zur Abwehr von Cyber-Attacken geben konnte.

Internationale Zusammenarbeit notwendig

„Networking“ heißt die Zauberformel, die oft abseits der offiziellen Strukturen und Beziehungen zum Erfolg führt. Dieses internationale Cyberspace-Seminar ist das beste Beispiel für erfolgreiches Networking. Vertreter aus Ländern, die zumindest im Cyberraum bisher wenig bis gar nichts miteinander zu tun hatten, kommen ins Gespräch, teilen Informationen und Wissen und tauschen Erfahrungen aus. Dass E-Mail und Telefon-Kontaktdaten weitergereicht wurden, versteht sich fast von selbst. Die freundschaftliche Atmosphäre und der kameradschaftliche Umgang untereinander wurden natürlich auch durch den anfänglichen Icebreaker und das kulturelle Hamburg-Programm gefördert. So wurde die Führungsakademie erneut ihrem Ruf gerecht, als „Little United Nations“ zu fungieren und somit vertrauensbildende Maßnahmen zu stiften und zur Völkerverständigung beizutragen. Stellvertretend für andere Teilnehmer wandte sich abschließend der georgische Vertreter, Georgi Gabidzasvili, an die Seminarleitung: „Bitte kommen Sie uns nächstes Jahr besuchen!“

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotograf: P. Hoffmann; M. Klein; A. Deichsel

Hamburg, 14.10.2016

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Deutsche Offiziere bilden mongolische Soldaten im Bereich Sprengstoffe aus

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Erläuterung der Funktionsweise einer Sprengvorrichtung

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Kommandeur erhält ein Gemälde aus der Mongolei

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Vizeverteidigungsminister an der Führungsakademie

Die bilaterale militärpolitische Zusammenarbeit ist im Verteidigungsministerium von besonderer Relevanz, denn sie stellt die Grundlage für den Austausch der Bundeswehr mit Streitkräften aus aller Welt dar. Zusammenarbeit im Auslandseinsatz, gemeinsame Ausbildungsvorhaben, Rüstungskooperation und vieles mehr: Über diese Themen sprechen die Offiziere aus aller Welt mit unseren Streitkräften. So kommt es, dass die Bundeswehr mit der fast 7000 Kilometer entfernten Armee der Mongolei einige Themen zu besprechen hat. Um sich über aktuelle Anliegen auszutauschen, hat sich eine hochrangige Delegation nach Berlin und Hamburg aufgemacht.

Persönlicher Austausch

Der stellvertretende mongolische Verteidigungsminister Togooch Dulamdorj führte die mongolische Delegation für die zweitägigen Stabsgespräche an, die in diesem Jahr in der deutschen Hauptstadt und in der Hansestadt stattfanden. Auf dem Programm standen neben den eigentlichen Stabsgesprächen auch: Austausch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Markus Grübel, dem Stellvertreter des Generalinspekteurs, Generalleutnant Markus Kneip, sowie der Kommandeurgruppe der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Enge Zusammenarbeit im Einsatz

Es gibt viele Gründe für die intensiven Gespräche: Traditionell pflegen beide Länder enge Beziehungen. Die zwei Nationen beteiligen sich am Einsatz „Resolute Support“ (RS) im Norden Afghanistans sowie an mehreren VN-Einsätzen in Afrika. Darüber hinaus realisiert die Bundeswehr eine umfängliche Kontingentausbildung für die Mongolen am Peace Support Training Center (PSTC) in der Mongolei.

Ausbau des Kontakts in der Zukunft

„Der Beginn der Kooperation im Einsatz geht auf das Jahr 2009 zurück, zunächst haben wir in Feyzabad, seit 2012 dann in Mazar-e-Sharif zusammengearbeitet“, sagt Flottillenadmiral Jürgen zur Mühlen, Unterabteilungsleiter Politik im BMVg, der die deutsche Delegation leitet. Im Rahmen von RS schützt das mongolische Kontingent mit 120 Soldaten das Camp Marmal. „Die Mongolei ist ein professioneller und verlässlicher Kooperationspartner. Wir sind daran interessiert, die Beziehungen aufrecht zu erhalten und auszubauen und schätzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Die hochrangige Delegation aus der parlamentarischen Republik in Zentralasien bestand aus dem mongolischen Vizeverteidigungsminister Togooch Dulamdorj, Tsolmon Bolor, dem Botschafter der Mongolei in Deutschland, Brigadegeneral Chimeddorj Sosorbaram, Brigadegeneral Jambaa Badambazarb, sowie Frau Oberst i.G. Orosoo Ariunaa, Verteidigungsattaché der Mongolei.

Wertvolle Kooperation

Admiral zur Mühlen betont, wie wertvoll der Ausbau der Beziehungen ist: „Die Ausbildungsangebote und jährlichen Maßnahmen beider Streitkräfte sind umfangreich. Gerade aktuell (26. Sep–27. Okt) läuft der zweite Ausbildungsdurchgang 2016 für das mongolische Kontingent, das Anfang 2017 nach Mazar-e-Sharif geht. Die Zusammenarbeit in Afghanistan ist etabliert und gut eingespielt. Ich bin sehr dankbar für die Leistung und die Unterstützung der 120 mongolischen Soldaten im Feldlagerschutz - das ist eine sehr wichtige multilaterale Einsatzerfahrung!“

Einblick in die FüAKBw

Beim Besuch an der Führungsakademie erklärt Brigadegeneral Thomas Hambach, Direktor Lehre, das Selbstverständnis der FüAkBw. „Sie befinden sich hier an der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr, im Fokus der Ausbildung stehen auf der einen Seite die Bereiche Militärische Führung sowie Internationale Sicherheit, auf der anderen innere Einstellung und Geisteshaltung. Wir bieten unseren Lehrgangsteilnehmern im Rahmen des Lebenslangen Lernens ein breites Angebot zur Aus-, Fort- und Weiterbildung bis in die höchsten Ebenen, darüber hinaus bietet die FüAkBw ein Forum für einen permanenten Gedankenaustausch und ist außerdem ein Instrument der Außen- und Sicherheitspolitik.“ Die Mongolen sind mit umfangreichen Informationen über Deutschland und die Bundeswehr zurück geflogen. Beide Seiten sind sich einig: ein sehr lohnenswerter Besuch.

 

Autor: Bjarne Krause; Fotografin: HPA; Bjarne Krause

Hamburg, 12.10.2016

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Vernetzung auch auf der Elbe

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Vier Handlungsfelder im Bereich Wissensmanagement

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Graphic Recording zur greifbaren Visualisierung

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Neugierde und Begeisterung am digitalen Peiltisch

Wieder einmal ein Moduldurchgang des Bundeswehrgemeinsamen Führungskräftemoduls vom 26. bis zum 30. September 2016. Auch dieses Mal „ANDERS als gedacht“, denn neben den unterschiedlichsten Impulsen aus Wirtschaft und Bundeswehr an der Führungsakademie der Bundeswehr für, aber auch von den Modulteilnehmern führte die geplante Exkursion am dritten Ausbildungstag an die Elbe: in die Speicherstadt zur Hamburg Port Authority (HPA).

„Die Bundeswehr kann von einem 1.800 Mitarbeiter zählenden staatlichen Betrieb (und umgekehrt) durchaus etwas lernen“, dies war nicht die ursächliche Motivation für die Exkursion in die Speicherstadt, sondern das schlussendliche Statement aller Beteiligten. Neben einem allgemeinen Einstieg in das WAS und WIE der HPA durch den Leiter des Unternehmensbereiches, „Unternehmenssteuerung und Public Affairs“, Lutz Birke, standen inhaltlich die Themen „Wissensmanagement“ und „Digitalisierung“ sowie als praktischer Anteil der Besuch der „Nautischen Zentrale“ auf der Agenda.

„Wie machen Sie bei der HPA ganz praktisch Wissensmanagement?“, so die Frage eines Modulteilnehmers. „Unsere wichtigsten Tools: das Debriefing und der Lessons Learned Workshop!“, so Laureen Safarik, Leiterin Wissensmanagement bei der HPA. Natürlich spielen auch digitale Tools eine Rolle im Bereich des Wissensmanagements bei der HPA, aber dies ist hier nicht der erste Reflex für Wissensidentifikation, -sicherung und -transfer. „Einfache Tools, das ist unserer Meinung nach das richtige für unser Unternehmen“, so die einhellige Meinung der HPA-Mitarbeiter. Dieser verblüffend pragmatische Ansatz führte zu den ersten „Ahhs“ und „Ohhs“ bei den Modulteilnehmern.

Dieser erste Eindruck setzte sich ohne Einschränkungen beim Thema Digitalisierung fort. „In erster Linie geht es darum, den Beschäftigten der HPA das Know-how über den digitalen Wandel in ihrem beruflichen Kontext zu vermitteln, um damit gemeinsam die Zukunft der HPA zu gestalten und zu sichern“, so Herr Benjamin Scharfenberg, Leiter Digitalisierung bei der HPA. Der Schwerpunkt liegt demnach eher auf dem kulturellen Wandel, der Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Unabhängig davon sind die aktuellen Projekte, so „smartPORT energy“ oder „smartPORT logistics“, ohne Einschränkungen auf Digitalisierung ausgerichtet, also Tagesgeschäft.

Zum Abschluss erfolgte der Besuch des Hafen-HQs: die nautische Zentrale der HPA. Deren Leiter, Herr Jörn Warwel, informierte die Teilnehmer über die Besonderheiten und Herausforderungen auf der Wasserseite der HPA. Von besonderem Interesse war hierbei die digitale Unterstützung der komplizierten und komplexen Aktivitäten. Alles in allem: ein ganz anderer Blick über den Tellerrand (als gedacht) mit neuen, inhaltlichen Netzwerken zwischen HPA und Bundeswehr vor Ort in Hamburg, aber auch deutschlandweit!

 

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