Autor: Martin Prokoph; Fotos: Laura Clayborn, Stefan Bremkens

Hamburg, 26.10.2016

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Gelebte Multinationalität am bayerischen Stand

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Kennenlernen landesspezifischer Speisen: regionale Vielfalt

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Original bayerische Brotzeit

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Kapitän zur See Kesten begrüßt die Gäste

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Familienfreundlich – vom Kinderschminken bis zur Kletterwand

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Musikalisches Rahmenprogramm

Zünftige Volksmusik, Sprachen aus aller Welt, Familien aus aller Herren Länder – im Scharnhorstsaal haben 360 geladene Gäste für ein buntes und quirliges Bild in der Führungsakademie gesorgt. Nicht nur die kulinarischen Spezialitäten aus den 16 Bundesländern haben die deutschen und internationalen Generalstabsteilnehmer angelockt. Die zahlreichen Besucher freuten sich über anregende Gespräche und ein erstes Kennenlernen – und das in einer typisch südländischen oder nordischen Atmosphäre. Deftiger Geruch von Räucherschinken und Thüringer Rostbratwürste ließen den Gästen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Die Willkommensveranstaltung „Tag der Regionen“ diente damit nicht nur dem gegenseitigen Kennenlernen und Vernetzen der Kameraden und Angehörigen. Sie war auch eine tolle Möglichkeit, die regionale Vielfalt Deutschlands kennenzulernen.

Kultur aus dem Stegreif

Der Lehrgang Generalstab-/Admiralstabsdient National 2015 (LGAN15) begrüßte am “Tag der Regionen” die neuen Kameraden Generalstabsehrgänge des Jahres 2016 und deren Familien mit einem vielseitigen musikalischen und auch kulturellen Programm. So griff der US-amerikanische Lehrgangsteilnehmer zur Gitarre und spielte Folk Songs aus seiner Heimat.

Lebendige Rituale

Brauchtum aller Kulturkreise – Erfahrungen aus dem Süden machte ein japanischer Lehrgangsteilnehmer, der mit einem Maurerhammer in der Hand auf einen Nagel schlagen musste, der vor ihm in einem Baumstamm steckte. Augenmaß und Schlagkraft waren hierbei gefordert. Der Japaner versuchte den Nagel mit möglichst wenigen Schlägen im Holz zu versenken. Er brauchte zwar einige Versuche, schließlich ertönte der erlösende Jubel der umstehenden Kameraden. Als Belohnung erhielt er ein “Schnapserl”.

Breite Vielfalt

An insgesamt vier Stationen präsentierten die Lehrgangsteilnehmer in regionaltypischer Kleidung ihre Heimatregionen in aller Vielfalt und neckten sich gegenseitig, welches denn nun die schönste Region der Republik sei. Der Norden präsentierte sich in maritimem Look mit Fischerhemden und bot von Bismarck-Hering mit Kartoffelsalat bis hin zu Grünkohl mit Kassler Leckereien an. Die süße Seite der angeblich herben Küstenkinder zeigten diese mit leckerer Roter Grütze und Vanillesoße.

Östliche Heimatgefühle

Große Konkurrenz war die Region Osten, die mit Eierschecke, kalter Schnauze und Butterkuchen die Gäste verführte. Reißenden Absatz fanden die Original Thüriger Rostbratwürste, und am Senfbuffet wurde wirklich jeder Geschmackswunsch erfüllt. Auch Soljanka und Currywurst wurden angeboten und weckten bei manch einem Kameraden Heimatgefühle.

Schmankerl des Südens

Im Süden wurden nicht nur “Nogl eingschlogn” und Schnapserl verkostet, auch leckere Nürnberger Rostbratwürste und traditionelle “Leberkäs-Semmel” sorgten für freudige Gesichter. Für den kleinen Hunger gab es eine “g’scheite Brotzeit”, passend zur breiten Palette an Bier und Likören. Närrisch und kunterbunt widmete sich die Region West in voller Karnevalsmontur insbesondere den großen und kleinen Naschkatzen im Saal. Denn neben traditionellen Gerichten wie rheinischem Sauerbraten und Flammkuchen, gab es hier reichlich Kostproben verschiedener Gummibärchen und ein Gebäck.

Rahmenprogramm für Kinder

Für die Kinder gab es ein breites Angebot, das von Kinderschminken bis hin zu einer Indoor-Kletterwand reichte. „Ein großer Erfolg“, sagten die Gäste am Schluss einhellig. Vor allem den internationalen Lehrgangsteilnehmern und ihren Familien hat er Lust darauf gemacht, die verschiedenen Regionen in Deutschland mit ihrem Land und den Leuten in Zukunft noch besser kennenzulernen. Der Tag der Regionen hat die Vielfältigkeit Deutschlands demonstriert und die Lehrgangsteilnehmer an der Führungsakademie durch eine gesellige Veranstaltung zusammengeführt – auch das gehört zum vielschichtigen Auftrag der Institution. Damit ist eine breite Basis für ein künftiges Miteinander geschaffen.

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 20.10.2016

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Unerwartete Krisen erfordern neue Maßnahmen

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Oberst i.G. Miarka (2.v.l.) und sein Leitungsteam

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Major aus Nachrichtenwesen weist in die Lage ein

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Übungsszenario wird plastisch abgebildet

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Verschiedene Einflussfaktoren, differenziertes Lagebild

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Teilnehmer diskutieren über Maßnahmen der NATO

2014, unerwartete Entwicklungen in der Ost-Ukraine, NATO-Gipfel von Wales mit dem Readiness Action Plan, der einen umfassenden Maßnahmenkatalog für das Bündnis vorgibt. Die ostwärtige Bündnisgrenze wird zum Fokus. Zeitgleich laufen Einsätze der Bundeswehr an vielen Krisenherden auf unterschiedlichen Kontinenten gleichzeitig. Ein unerwartetes Weltbild mit vielen Unbekannten und zahlreichen nicht mehr vorhandenen Konstanten. Was bedeutet das für die Bundeswehr?

Nicht vorhersehbare Konflikte

Diese neue Lage fordert die westlichen Bündnispartner hinsichtlich Informationsbedarf, Fähigkeitsaufbau und multinationaler Kooperation von Streitkräften. Lücken in der Sicherheit werden deutlich, die Bedrohungslage für unsere Streitkräfte wird in den Einsatzgebieten einer neuen Bewertung unterzogen. Die einzelnen Teilstreitkräfte hinterfragen ihre Einsatzkonzepte. Dies schließt auch mögliche Handlungsoptionen im Intelligence-Bereich mit ein. Unter dem Strich: Die Weltlage bringt plötzlich Konflikte zutage, die ein neues Denken erfordern, unter anderem die Beschäftigung mit hybrider Kriegführung.

Große Angriffsfläche

Womit müssen wir rechnen? Wie müssen wir uns darauf einstellen? Mit diesen und vielen Fragen mehr hat sich jetzt ein einwöchiges „Wargame“-Seminar an der Führungsakademie unter der Leitung des Kommandos Heer, Unterabteilung Militärisches Nachrichtenwesen (MilNW), beschäftigt. Thematik: hybride Kriegführung aus allen Perspektiven. Hierbei wurden in einem ressortübergreifenden Ansatz verschiedene Szenarien der hybriden Kriegführung untersucht. „Die Herausforderung besteht darin, dass insbesondere offene und demokratische Gesellschaften vielfach Angriffsflächen für hybride Aktivitäten bieten und damit in besonderem Maße verwundbar sind“, erklärt Oberst i.G. Georg Miarka, Referatsleiter für das MilNW im Kommando Heer.

Verschiedene Akteure

Er erklärt die Vielschichtigkeit der Thematik. Alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens können zum Ziel hybrider Angriffe werden: durch Cyberangriffe und Informationsoperationen, wirtschaftlichen Druck sowie Versuche politischer Destabilisierung. Gleichzeitig können militärische Elemente, verdeckt operierende Spezialkräfte, Subversion oder reguläre Streitkräfte eingesetzt werden. Staatliche und nicht staatliche Akteure können gleichermaßen Hybride Kriegführung betreiben.

Rollen verschieben sich

„Hybrides Vorgehen verwischt die Grenze zwischen Krieg und Frieden und kann gegen das völkerrechtliche Gewaltverbot verstoßen“, erklärt Oberst i.G. Miarka, „dabei wird die Rolle als Angreifer und Konfliktpartei gezielt verschleiert.“ Dies soll die sofortige und entschlossene Reaktion des angegriffenen Staates und der internationalen Gemeinschaft verzögern oder ganz verhindern.

Militär eines von vielen Mitteln

Ein wesentliches Ergebnis des Wargamings an der Führungsakademie war erneut die Feststellung, dass militärische Gegenmaßnahmen alleine nur begrenzt geeignet sind, einer hybriden Bedrohung zu begegnen. Vielmehr sind bei Landes- und Ressortgrenzen überschreitende hybride Bedrohungen Maßnahmen im Sinne eines Comprehensive Approach, also eines allumfassenden und ressortübergreifenden Ansatzes, erforderlich. Dementsprechend stellt auch eine ganzheitliche Aufklärung und Früherkennung aufgrund der Komplexität der angewendeten Mittel und Zielrichtung auf Schnittstellen zivil-militärischer Verantwortlichkeiten eine wesentliche Herausforderung der Zukunft dar.

Akteur Heer im Fokus

Grundsätzlich leistet das Heer unverändert einen erheblichen Beitrag für die im Rahmen der NATO beschlossenen Maßnahmen und hat hierbei erhebliche Kräfte zu stellen. Der Anteil Militärisches Nachrichtenwesen im Heer bildet innerhalb des Nachrichtenmanagements in den Streitkräften die Expertise Landstreitkräfte und zugleich für Landoperationen ab. Das Phänomen einer anzunehmenden Hybriden Kriegführung, mit dem auch deutsche Kräfte im Zuge einer krisenhaften Lageentwicklung konfrontiert werden könnten, verlangt jedoch nach größerer Aufmerksamkeit.

Neue Schwerpunkte

Über die Militärischen Organisationsbereiche sowie ressortübergreifende Betrachtung hinweg sollte dieser überwiegend unkonventionellen Vorgehensweise im Rahmen der Hybriden Kriegführung künftig in der Theorie sowie beim gemeinsamen Üben mehr Bedeutung zukommen. Vor diesem Hintergrund organisiert das Kommando Heer, Unterabteilung MilNW, seit 2016 eine Fachtagungsreihe zu absehbaren Bedrohungs- und Militärpotenzialen. Gleichzeitig sucht dieser Bereich immer geeignetes Personal, das sich den stetig wachsenden Aufgaben in diesem Aufgabengebiet widmet.

Vernetzte Kooperation

„Absicht ist, den erhöhten Informationsbedarf des Heeres zur Thematik der hybriden Bedrohung durch koordinierte Zusammenarbeit im System Militärisches Nachrichtenwesen (SysMilNW) respektive den Schnittstellenakteuren sowie unter Einbindung geeigneter Fachexpertise nationaler und multinationaler Dienststellen sukzessive zu decken“, fügt Oberst i.G. Miarka hinzu. Primär um für weitere Planungszwecke eine hinreichende Bedrohungsanalyse im Rahmen der Möglichkeiten zu erstellen und einen Beitrag für das SysMilNW im Bereich Grundlagenarbeit zu leisten. „Darüber hinaus werden aus den gewonnenen Erkenntnissen Ableitungen für die Truppenführung sowie Ausbildung und Übung getroffen – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

 

Autor: Jens Landau; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 24.10.2016

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Eröffnung der Abendveranstaltung durch Admiral Stawitzki

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Das tiefste Blechblasinstrument - die Tuba

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Fregattenkapitän Friedrich Szepansky führte musikalisch durch den Abend

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Informationskonzertes an der Führungsakademie der Bundeswehr präsentierte sich das Marinemusikkorps Kiel vor dem LGAN 2015 sowie zahlreichen Gästen der Akademie mit all ihren Facetten. Vom akustischen Signal für den Infanteristen vergangener Zeiten, über tradierte militärische Zeremonielle, bis hin zu aktuellen Musikstücken reichte das umfangreiche Repertoire der Profimusiker.

Der Kommandeur der Führungsakademie, Herr Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, begrüßte im Manfred Wörner Zentrum etwa 180 Gäste mit den Worten „Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde“ zum diesjährigen Informationskonzert. Dabei zitierte er nicht etwa den preußischen Heeresreformer Clausewitz, sondern den Physiker Albert Einstein mit einem eher provokanten Zitat zum Marschieren unter den Klängen von Pauken und Trompeten . Seine hiervon abweichende persönliche Einstellung zur Militärmusik verdeutlichte er in der Folge: „Die Militärmusik ist wesentlicher Teil unserer Tradition und prägt maßgeblich unser soldatisches Selbstverständnis“.

Doch was ist überhaupt Militärmusik? „Der Taktgeber für den Marsch“. „Ein Mittel zur Befehlsgebung“. „Motivation für die Truppe“. „In erster Linie Musik“. Die Meinungen des Publikums waren vielfältig. Die Lehrvorführung des Marinemusikkorps, eine Mischung aus klingendem Spiel, geschichtlichem Lehrgespräch sowie der Vorführung der verschiedenen Einsatzformen eines Musikkorps der Bundeswehr, gab hierauf die Antworten. In der zweistündigen Veranstaltung erläuterte der Leiter des Musikkorps, Herr Fregattenkapitän Friedrich Szepansky, ausgewählte Entwicklungslinien der Geschichte der Militärmusik und ließ seine Musiker dabei immer wieder Ausschnitte ihres Könnens präsentieren.

Die Gäste wurden dabei nicht nur emotional angesprochen, sondern lernten quasi im Vorbeimarsch die Einsatzformen, Anforderungen und Aufgaben der Militärmusiker kennen. Dass Militärmusik mehr als der musikalische Rahmen für militärische Zeremonielle und Feiern ist und nicht nur dem Einmarsch militärischer Formationen dient (sogenannte Dienstmusik), wurde spätestens im zweiten Teil der Lehrvorführung, dem eigentlichen Konzert, allen bewusst.

Die Militärmusik dient auch der Öffentlichkeitsarbeit und schlichtweg der Unterhaltung. Mit eher überraschenden Stücken aus dem Dschungelbuch oder der Filmmusik zu Batman aus dem aktuellen Programm „Tierisch gut“ der Kieler Musiker, gelang letzteres gleichermaßen vortrefflich wie mit den gewohnten Klängen des Marsches des York`schen Korps oder der Lili Marleen. Der rhythmische Abschluss des Abends oblag dann aber dem Publikum. Im Rahmen eines durch den Akademiekommandeur angestimmten „Kutterläufers“ zollten die zahlreichen taktsicheren Gäste den Musikern ihren Respekt und dankten für den Abend. Herr Flottillenadmiral Stawitzki bewertete in seinen abschließenden Worten den Abend als „Sternstunde nachhaltiger Ausbildung“. Er stellte heraus, dass die Führung von Menschen nicht nur Kopf und Verstand verlange, „sondern auch viel Herz und Seele“.

 

Autor: Charlotte Henning; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 18.10.2016

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Enge Zusammenarbeit mit der Bundeswehr

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Oberst i.G. Neitzert stellt die Referenten aus Mali vor

Dieser Leitspruch über Mali betont am kleinen nationalen Informationstag (KNIT) den Zusammenhalt des Landes und seiner Bevölkerung. Ein Land mit einer vielfältigen Kultur, einer abwechslungsreichen Landschaft und einer spannenden Geschichte. „Es ist uns eine Ehre, die Republik Mali vorzustellen“, sagt Oberst Bougouri Diatigui Diarra zu Beginn seines Vortrags an der Führungsakademie. Alle blicken auf den Teilnehmer des internationalen Generalstabslehrgangs. Zwei Mal war er bereits in Deutschland, er absolvierte hier zwei Ausbildungen. Nun ist er zum dritten Mal bei uns, diesmal in Hamburg. „Das Verhältnis zwischen Deutschland und Mali ist sehr gut“, erklärt der Oberst. Mehr als 600 Soldaten aus Deutschland arbeiten in Mali an einer besseren Zukunft des Landes. Ihre Aufgabe: Sicherheit und Waffenruhe gewährleisten und gleichzeitig die malischen Streitkräfte stärken.

Kultur und Verbundenheit

Oberst Bougouri Diatigui Diarra ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und drei Söhnen in seiner Heimatstadt Bamako. Der zweite Lehrgangsteilnehmer aus Mali ist Major Mamadou Sidibe und stammt ebenfalls aus Bamako. Er lebt dort mit seiner Frau, einem Sohn und zwei Töchtern. Beide Lehrgangsteilnehmer mussten ihre Familien für den Aufenthalt an der FüAk zu Hause lassen. „In Mali gibt es viele verschiedene Kulturgruppen: die Bambara, Malinke, Jula, Songhai, Dogon, Bozo, Senufo, Mossi, Fulbe, Tuareg und die Mauren“, erklärt Oberst Diarra weiter, der zu der Gruppe der Bambara gehört. Sie sind traditionelle Ackerbauern und meist Anhänger des Islam.

Prächtiges Land

Das Nationaltier Malis ist das Flusspferd, deshalb bedeutet Mali in der Landessprache Flusspferd. Das Land ist rund dreieinhalb Mal so groß wie Deutschland. Durch das vielfältige Klima besteht die Landwirtschaft zu 15 Prozent aus Ackerbau, zu 25 Prozent aus Viehzucht und zu 60 Prozent aus Fischerei. Mali fördert Salze, Gips, Phosphat, Öl, Mineralerze, Uran und Gold. Größtenteils wird das Gold exportiert, dahinter folgen Baumwolle, Düngemittel und Nutztiere. 2013 lagen die Einnahmen durch Exporte bei 187 Millionen Euro, die Ausgaben durch Importe bei 280 Millionen Euro. Die Importe erfolgen aus den Nachbarländern Senegal und Elfenbeinküste sowie Frankreich und China. Die beiden Referenten erklärten ausführlich, wie es in ihrem Land politisch aussieht und wie die Geschichte sich entwickelt hat. Die Zuschauer erfahren aus erster Hand spannende Hintergründe. Alle Gäste waren von der Veranstaltung begeistert und führten im Anschluss angeregte Gespräche bei einem kleinen Imbiss.

 

Autor: Jürgen Nehring; Fotos: Laura Clayborn / Tom Twardy

Hamburg, 17.10.2016

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Informationstechnik mit weitreichenden Auswirkungen

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,,Kabelwissen" - Basics betreffen jeden

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Umfassende Informationen schützen vor Schaden

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IT-Spezialisten sind gesuchte Fachkräfte in der Bundeswehr

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Teilnehmer des Seminars aus verschiedenen Ländern

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Bundeswehr nimmt Gefahr ernst und stellt eigenen Cyber-Inspekteur auf

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Gruppenbild mit allen Seminarteilnehmern

Der Cyberraum ist ohne Grenzen, Informationen dominieren das Zeitgeschehen. Das Internet hat sich weltweit zu einer entscheidenden Plattform entwickelt und spielt politisch und gesellschaftlich, aber auch militärisch eine immer größere Rolle. Entsprechend international besetzt war das Modul „Cyberspace International“, um die Risiken und Chancen des Cyberraums „grenzüberschreitend“ zu besprechen. Auf Einladung der FüAkBw kamen 20 Teilnehmer aus 11 Nationen zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch zusammen. Unter Leitung von Oberstleutnant Jürgen Nehring, dem Cyberdozenten der Führungsakademie, und mit ministerieller Begleitung des fachlich zuständigen Referenten im Verteidigungsministerium, Fregattenkapitän Dirk Ableiter, wurde eine thematisch ein weiter und facettenreicher Bogen gespannt.

Gesamtstaatlicher Ansatz

Als Einstieg stellten Vertreter der drei maßgeblich verantwortlichen Ministerien (Verteidigungs-, Innen-, Außenministerium) das Grundverständnis heraus, das die Aufgaben im Cyber- und Informationsraum nur gesamtstaatlich und gemeinsam bewältigt werden können. Neben der Bedrohung militärischer Einrichtungen und Systeme sind alle Bereiche der Gesellschaft (Privatpersonen, staatliche Einrichtungen und Behörden, Industrie und Wirtschaft) von den Gefahren im Cyberraum betroffen. Innere und äußere Sicherheit fallen in wenigen Bereichen so eng zusammen wie im Cyberraum. Die Vertreter der drei Ressorts erläuterten jeweils an Beispielen die Zuständigkeiten ihres Hauses und die aktuellen Handlungsfelder. Hierbei galt das Interesse vieler Teilnehmer dem Schutz kritischer Infrastruktur und den Ergebnissen des letzten NATO-Gipfels. Zur Erinnerung: Auf dem NATO-Gipfel in Warschau hat das Bündnis den Cyberraum zu einem eigenständigen Operationsgebiet erklärt.

„Schon lange keine Fiktion mehr“

Dieses Zitat aus dem neuen Weißbuch, dem obersten sicherheitspolitische Grundlagendokument der Bundesregierung, verdeutlicht eindrucksvoll die gestiegene Bedeutung, die dem Handeln und Wirken im Cyber- und informationsraum beigemessen wird. „Insgesamt hat sich der Cyber- und Informationsraum damit zu einem internationalen und strategischen Handlungsraum entwickelt“, heißt es im Weißbuch weiter. Diese und andere Positionen aus dem Bereich Cyberpolitik und -strategie bildeten eine weitere Diskussionsgrundlage für das Plenum und waren Grundlage für etliche Pausengespräche. Dabei wurde früh deutlich, dass die Herausforderungen im Cyber- und Informationsraum auch bei den teilnehmenden internationalen Partnern ähnlich gelagert sind und vergleichbar bewertet werden. Als interessante Randbemerkung führte Fregattenkapitän Ableiter aus, dass der Begriff Cyber im neuen Weißbuch an 63 Stellen Erwähnung findet. Ein sicheres Zeichen, dass diese Herausforderung auch bei der Bundesregierung angekommen ist.

Let’s Cyber!

„Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll“. Frei nach dem Sinnspruch des Mathematikers und Physikers Georg Christoph Lichtenberg hat die Bundesministerin der Verteidigung im April dieses Jahres entschieden, eine neue Abteilung Cyber/IT im BMVg einzurichten und einen neuen, nunmehr sechsten militärischen Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum aufzustellen. Ziel ist, die vorhandenen Kräfte und Fähigkeiten mit eindeutigen Zuständigkeiten so zu bündeln, um sowohl auf Gefahren besser reagieren zu können als auch die eigenen Handlungsmöglichkeiten im Cyberraum besser auszunutzen. Für die Teilnehmer sind das viele spannende neue Informationen. Die vielen Fragen aus dem Plenum verdeutlichen das Interesse anderer Staaten, den deutschen Ansatz für die eigenen Planungen zu berücksichtigen. Die thailändische Delegation, vertreten durch einen 2-Sterne General, war bereits im letztjährigen Seminar dabei und konnte nun die Entwicklungen des letzten Jahres begutachten. „Die Bundeswehr ist sehr ambitioniert und unternimmt große Anstrengungen, den Cyber-Bedrohungen zu begegnen”, kommentiert Wing Commander Chalermchai Wonggate.

Cyber-Angriffe nehmen exponentiell zu

Der Schutz vor Angriffen aus dem Cyberraum steht auch bei den ausländischen Teilnehmern, die jeweils in kurzen eigenen Präsentationen Ihre Strukturen, Fähigkeiten und Zukunftsplanungen vorstellten, im Vordergrund aller Aktivitäten. Dass die Zahl der Angriffe nahezu täglich ansteigt, konnten fast alle Teilnehmer bestätigen. Wie zum Beweis dieser These war ein Teilnehmer, der als leitender IT-Experte am Seminar teilnahm, einen Tag damit gebunden, per Ferndiagnose und Fachberatung einen bedeutenden DDoS-Angriff auf die Webseiten seiner Streitkräfte abzuwehren. Dieses aktuelle Beispiel diente natürlich den anschließenden Diskussionen und dem Erfahrungsaustausch über Wirkmittel, Akteure und Angriffsziele im Cyberraum und mögliche Abwehrmechanismen. Da passte es gut, dass der Experte aus dem CERTBw (Computer Emergency Response Team), Hauptmann Neugebauer, wertvolle Hinweise zur Abwehr von Cyber-Attacken geben konnte.

Internationale Zusammenarbeit notwendig

„Networking“ heißt die Zauberformel, die oft abseits der offiziellen Strukturen und Beziehungen zum Erfolg führt. Dieses internationale Cyberspace-Seminar ist das beste Beispiel für erfolgreiches Networking. Vertreter aus Ländern, die zumindest im Cyberraum bisher wenig bis gar nichts miteinander zu tun hatten, kommen ins Gespräch, teilen Informationen und Wissen und tauschen Erfahrungen aus. Dass E-Mail und Telefon-Kontaktdaten weitergereicht wurden, versteht sich fast von selbst. Die freundschaftliche Atmosphäre und der kameradschaftliche Umgang untereinander wurden natürlich auch durch den anfänglichen Icebreaker und das kulturelle Hamburg-Programm gefördert. So wurde die Führungsakademie erneut ihrem Ruf gerecht, als „Little United Nations“ zu fungieren und somit vertrauensbildende Maßnahmen zu stiften und zur Völkerverständigung beizutragen. Stellvertretend für andere Teilnehmer wandte sich abschließend der georgische Vertreter, Georgi Gabidzasvili, an die Seminarleitung: „Bitte kommen Sie uns nächstes Jahr besuchen!“

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotograf: P. Hoffmann; M. Klein; A. Deichsel

Hamburg, 14.10.2016

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Deutsche Offiziere bilden mongolische Soldaten im Bereich Sprengstoffe aus

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Erläuterung der Funktionsweise einer Sprengvorrichtung

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Kommandeur erhält ein Gemälde aus der Mongolei

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Vizeverteidigungsminister an der Führungsakademie

Die bilaterale militärpolitische Zusammenarbeit ist im Verteidigungsministerium von besonderer Relevanz, denn sie stellt die Grundlage für den Austausch der Bundeswehr mit Streitkräften aus aller Welt dar. Zusammenarbeit im Auslandseinsatz, gemeinsame Ausbildungsvorhaben, Rüstungskooperation und vieles mehr: Über diese Themen sprechen die Offiziere aus aller Welt mit unseren Streitkräften. So kommt es, dass die Bundeswehr mit der fast 7000 Kilometer entfernten Armee der Mongolei einige Themen zu besprechen hat. Um sich über aktuelle Anliegen auszutauschen, hat sich eine hochrangige Delegation nach Berlin und Hamburg aufgemacht.

Persönlicher Austausch

Der stellvertretende mongolische Verteidigungsminister Togooch Dulamdorj führte die mongolische Delegation für die zweitägigen Stabsgespräche an, die in diesem Jahr in der deutschen Hauptstadt und in der Hansestadt stattfanden. Auf dem Programm standen neben den eigentlichen Stabsgesprächen auch: Austausch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Markus Grübel, dem Stellvertreter des Generalinspekteurs, Generalleutnant Markus Kneip, sowie der Kommandeurgruppe der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Enge Zusammenarbeit im Einsatz

Es gibt viele Gründe für die intensiven Gespräche: Traditionell pflegen beide Länder enge Beziehungen. Die zwei Nationen beteiligen sich am Einsatz „Resolute Support“ (RS) im Norden Afghanistans sowie an mehreren VN-Einsätzen in Afrika. Darüber hinaus realisiert die Bundeswehr eine umfängliche Kontingentausbildung für die Mongolen am Peace Support Training Center (PSTC) in der Mongolei.

Ausbau des Kontakts in der Zukunft

„Der Beginn der Kooperation im Einsatz geht auf das Jahr 2009 zurück, zunächst haben wir in Feyzabad, seit 2012 dann in Mazar-e-Sharif zusammengearbeitet“, sagt Flottillenadmiral Jürgen zur Mühlen, Unterabteilungsleiter Politik im BMVg, der die deutsche Delegation leitet. Im Rahmen von RS schützt das mongolische Kontingent mit 120 Soldaten das Camp Marmal. „Die Mongolei ist ein professioneller und verlässlicher Kooperationspartner. Wir sind daran interessiert, die Beziehungen aufrecht zu erhalten und auszubauen und schätzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Die hochrangige Delegation aus der parlamentarischen Republik in Zentralasien bestand aus dem mongolischen Vizeverteidigungsminister Togooch Dulamdorj, Tsolmon Bolor, dem Botschafter der Mongolei in Deutschland, Brigadegeneral Chimeddorj Sosorbaram, Brigadegeneral Jambaa Badambazarb, sowie Frau Oberst i.G. Orosoo Ariunaa, Verteidigungsattaché der Mongolei.

Wertvolle Kooperation

Admiral zur Mühlen betont, wie wertvoll der Ausbau der Beziehungen ist: „Die Ausbildungsangebote und jährlichen Maßnahmen beider Streitkräfte sind umfangreich. Gerade aktuell (26. Sep–27. Okt) läuft der zweite Ausbildungsdurchgang 2016 für das mongolische Kontingent, das Anfang 2017 nach Mazar-e-Sharif geht. Die Zusammenarbeit in Afghanistan ist etabliert und gut eingespielt. Ich bin sehr dankbar für die Leistung und die Unterstützung der 120 mongolischen Soldaten im Feldlagerschutz - das ist eine sehr wichtige multilaterale Einsatzerfahrung!“

Einblick in die FüAKBw

Beim Besuch an der Führungsakademie erklärt Brigadegeneral Thomas Hambach, Direktor Lehre, das Selbstverständnis der FüAkBw. „Sie befinden sich hier an der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr, im Fokus der Ausbildung stehen auf der einen Seite die Bereiche Militärische Führung sowie Internationale Sicherheit, auf der anderen innere Einstellung und Geisteshaltung. Wir bieten unseren Lehrgangsteilnehmern im Rahmen des Lebenslangen Lernens ein breites Angebot zur Aus-, Fort- und Weiterbildung bis in die höchsten Ebenen, darüber hinaus bietet die FüAkBw ein Forum für einen permanenten Gedankenaustausch und ist außerdem ein Instrument der Außen- und Sicherheitspolitik.“ Die Mongolen sind mit umfangreichen Informationen über Deutschland und die Bundeswehr zurück geflogen. Beide Seiten sind sich einig: ein sehr lohnenswerter Besuch.

 

Autor: Bjarne Krause; Fotografin: HPA; Bjarne Krause

Hamburg, 12.10.2016

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Vernetzung auch auf der Elbe

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Vier Handlungsfelder im Bereich Wissensmanagement

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Graphic Recording zur greifbaren Visualisierung

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Neugierde und Begeisterung am digitalen Peiltisch

Wieder einmal ein Moduldurchgang des Bundeswehrgemeinsamen Führungskräftemoduls vom 26. bis zum 30. September 2016. Auch dieses Mal „ANDERS als gedacht“, denn neben den unterschiedlichsten Impulsen aus Wirtschaft und Bundeswehr an der Führungsakademie der Bundeswehr für, aber auch von den Modulteilnehmern führte die geplante Exkursion am dritten Ausbildungstag an die Elbe: in die Speicherstadt zur Hamburg Port Authority (HPA).

„Die Bundeswehr kann von einem 1.800 Mitarbeiter zählenden staatlichen Betrieb (und umgekehrt) durchaus etwas lernen“, dies war nicht die ursächliche Motivation für die Exkursion in die Speicherstadt, sondern das schlussendliche Statement aller Beteiligten. Neben einem allgemeinen Einstieg in das WAS und WIE der HPA durch den Leiter des Unternehmensbereiches, „Unternehmenssteuerung und Public Affairs“, Lutz Birke, standen inhaltlich die Themen „Wissensmanagement“ und „Digitalisierung“ sowie als praktischer Anteil der Besuch der „Nautischen Zentrale“ auf der Agenda.

„Wie machen Sie bei der HPA ganz praktisch Wissensmanagement?“, so die Frage eines Modulteilnehmers. „Unsere wichtigsten Tools: das Debriefing und der Lessons Learned Workshop!“, so Laureen Safarik, Leiterin Wissensmanagement bei der HPA. Natürlich spielen auch digitale Tools eine Rolle im Bereich des Wissensmanagements bei der HPA, aber dies ist hier nicht der erste Reflex für Wissensidentifikation, -sicherung und -transfer. „Einfache Tools, das ist unserer Meinung nach das richtige für unser Unternehmen“, so die einhellige Meinung der HPA-Mitarbeiter. Dieser verblüffend pragmatische Ansatz führte zu den ersten „Ahhs“ und „Ohhs“ bei den Modulteilnehmern.

Dieser erste Eindruck setzte sich ohne Einschränkungen beim Thema Digitalisierung fort. „In erster Linie geht es darum, den Beschäftigten der HPA das Know-how über den digitalen Wandel in ihrem beruflichen Kontext zu vermitteln, um damit gemeinsam die Zukunft der HPA zu gestalten und zu sichern“, so Herr Benjamin Scharfenberg, Leiter Digitalisierung bei der HPA. Der Schwerpunkt liegt demnach eher auf dem kulturellen Wandel, der Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Unabhängig davon sind die aktuellen Projekte, so „smartPORT energy“ oder „smartPORT logistics“, ohne Einschränkungen auf Digitalisierung ausgerichtet, also Tagesgeschäft.

Zum Abschluss erfolgte der Besuch des Hafen-HQs: die nautische Zentrale der HPA. Deren Leiter, Herr Jörn Warwel, informierte die Teilnehmer über die Besonderheiten und Herausforderungen auf der Wasserseite der HPA. Von besonderem Interesse war hierbei die digitale Unterstützung der komplizierten und komplexen Aktivitäten. Alles in allem: ein ganz anderer Blick über den Tellerrand (als gedacht) mit neuen, inhaltlichen Netzwerken zwischen HPA und Bundeswehr vor Ort in Hamburg, aber auch deutschlandweit!

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: Hpa / Johannes Merten

Hamburg, 10.10.2016

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Zehn Prozent von Hamburg sind Hafengebiet

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Jens Meier referiert über die Hafenbehörde

„SmartPORT Hamburg Hafen 4.0“ – unter diesem Titel hat Jens Meier, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Hamburg Port Authority (HPA) einen Vortrag vor dem Freundeskreis des LGAI gehalten. 120 Personen sind den spannenden Ausführungen des erfahrenen Managers gefolgt, den Dr. Martin Willich, der Vorsitzende des Freundeskreises mit seinen guten Kontakten initiiert hatte. Ehemalige, Paten, Mentoren – der Freundeskreis setzt sich aus verschiedenen Mitgliedern zusammen und nutzt die Möglichkeit, sich im Rahmen des eingetragenen Vereins mit LGAI-Teilnehmern fortzubilden und sein Netzwerk auszubauen.

Zukunftsfähigkeit

„Der Hafen hat in Hamburg eine besondere Bedeutung, er nimmt zehn Prozent der Stadtfläche ein und ist zukunftsfähig Richtung Digitalisierung und Logistik aufgestellt“, berichtet Jens Meier. Der Vorsitzende hat die Aufgaben und die Mission des modernen Dienstleistungsunternehmens vorgestellt. Es fallen Begriffe wie „Anpassungsfähigkeit“, „Effizienz“ und „Herausforderungen“, wie die, auch künftig eine Informationsschnittstelle für alle Beteiligten darzustellen. Die Situation der Hafenbehörde hat er nachvollziehbar erläutert.

Technologisch gefordert

In Zukunft kommt es auf die vier Säulen Energie (zum Beispiel Landstromversorgung), Logistik (beispielsweise schnell weiterzuleitenden Informationen über Containerinhalte), Wartung (schnelles Erkennen von Störungen im Weichenbereich) und Kreuzfahrt. An den Beispielen Digitales Parkleitsystem, Weichen-Sensorik, Verkehrskontrolle und Flutwarnung hat er deutlich gemacht, wie vielseitig die HPA technologisch gefordert ist. Es stehen vornehmlich die Vernetzung intern (Hamburger Umland, Binnenhäfen, Bahn und LKW) und extern (andere Häfen, Transportunternehmen und Reedereien) auf dem Programm. Wie vergleichbare Einrichtungen verfolgt die HPA die Themen Nachhaltigkeit, Implementierung einheitlicher Standards und Cyberkriminalität mit hoher Priorität.

Austausch und Networking

„Eine rundum gelungene Veranstaltung“, lobt Lehrgangsleiter Oberst i.G. Matthias Kohnen, „der Vortrag war sehr anregend und informativ – alle Zuhörer haben davon profitiert. Ich bin dankbar, dass wir über den Freundeskreis neben der Chance des Austauschs und Networking die Möglichkeit haben, uns mit solchen Veranstaltungsreihen über Themen aus Hamburg auf dem Laufenden zu halten. “

 

Autor: Nils Wienböker und Daniel Eisenbraun ; Fotograf: Katharina Junge / Nils Wienböker

Hamburg, 10.10.2016

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Der etwas andere Lagetisch – digital und modern

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OTL Marc Fechtner: detaillierte Planung ist alles

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Lagebesprechung der Teilnehmer

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Operation ,,Hameln" - Lehrgangsteilnehmer im Gruppenfoto

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Einsatz neuer Medien für die Lagebeurteilung

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Zivile und militärische Vertreter im „Interagency Meeting“

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Beim Interviewtraining: souverän vor Kamera und Mikrofon

Ein fiktives Einsatzgebiet, taktische Herausforderungen und multiple Herangehensweisen stellen die erlernten Fähigkeiten der Teilnehmer des Lehrgangs Generalstabs-Admiralstabsdienst national 2015 auf die Probe. Für sie ist es die letzte Übung, um die Ausbildung auf der taktischen Ebene der Brigade abzuschließen. Ihnen stehen im Manfred-Wörner-Zentrum nicht nur die besten technischen Möglichkeiten für diese Übungsform zur Verfügung, sondern auch die taktisch und strategisch erfahrenen Dozenten und Mentoren unserer Streitkräfte. „Hardware“ und „soft skills“ leisten ihren Teil bei der Lösung dieses virtuellen Konflikts.

Ein Stratege beschreibt die Lage

Hinter dem gesamten Szenario stecken viel Arbeit und Planung. Für den erfahrenen Oberstleutnant Marc Fechtner ist das nicht die erste militärische Operation, die er im Rahmen einer Übung entworfen hat. Im Bereich Heer der Akademie ist er für die Ausbildung von besonderen Landoperationen mit Schwerpunkt urbane Operationen. Kampf im urbanen Raum – das ist das Kernelement der Übung. Heute schon leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land, ein Trend, der in Zukunft exponentiell zunimmt. Für das Heer ist der Schwerpunkt das Bestehen im Kampf. Es bezeichnet das hoch intensive Gefecht in einem dynamischen und komplexen Einsatzumfeld, wobei der urbane Raum an Bedeutung hinzu gewinnt.

Umfangreicher Auftrag

Die Stadt Hameln, diesmal nicht gelegen an den Ausläufern des Weserberglandes, sondern im Zentrum des fiktiven Staates Leineland, ist Angriffsziel der Übung. Die Bundeswehr übernimmt im Rahmen der Vereinten Nationen und der NATO diese Verantwortung. Der Auftrag der Lehrgangsteilnehmer ist nun, einen Operationsplan zu entwickeln, um die Bevölkerung zu schützen und gegen reguläre und irreguläre gegnerische Kräfte vorzugehen, um die Region zu stabilisieren und so dem Friedensprozess im Leineland eine reelle Chanche zu geben.

Neue Anforderungen

Dafür stehen ihnen eine eigene fiktive Panzerbrigade, ihr erlerntes Handwerkzeug sowie Rat und Tat der Mentoren zur Verfügung. Denn die Lage ist ernst. Die Versorgung der Stadt ist eingeschränkt. Wasser- und Stromleitungen sind nur in einigen Stadtteilen vorhanden und erschweren die Einsatzlage zunehmend. Übergriffe auf die Zivilbevölkerung häufen sich, und auch das Leitungspersonal hat die eine oder andere Überraschung für die Teilnehmer parat. „Das ist ein künftiges Einsatzszenario schlechthin, da gerade im urbanen Raum verschiedene Einflussfaktoren fokusiert betrachtet und in die Planung integriert werden müssen“, informiert Oberstleutnant Marc Fechtner. Die Stabsübung so realistisch wie möglich zu gestalten ist ein wichtiges Grundelement bei der Entwicklung dieser Übung. Fest steht: Es soll den Teilnehmern nicht leicht gemacht werden.

Rundumsicht mit Virtual-Reality-Brillen

Für die Beurteilung der Umweltflüsse, für die Planung von Operationen, für das Wargaming und die taktischen Befehlsausgaben bietet der digitale Lagetisch außergewöhnliche Möglichkeiten. Verschiedene Luftbilder von bestimmten Gebäuden und Formen können mit Hilfe des Geräts an die Wand projiziert werden. „Virtaual-Reality-Brillen" sind kein Zukunftsraum mehr. Mit ihrer Hilfe ist eine 360°- Projetkion von Schlüsselobjekten oder Kritischer Infrastruktur möglich. Der Kommandeur könnte in der Planung operationsbestimmende Objekte aus den Augen eines Schützen sehen, ein ungeahnter Vorteil, wobei diese Funktion nur eines von vielen Beispielen ist, welcher der Lagetisch ermöglicht.

Technische Neuerung

„Wir haben lediglich nur einen halben Tag für die Einweisung erhalten und waren dann bereit für die Arbeit mit dem Lagetisch. Ich habe erst 30 % der Kapazität dieses Gerätes beansprucht und glaube, dass noch einiges möglich ist“, ergänzt der niederländische Teilnehmer Major Bas Kuipers. Die technische Neuerung bietet selbstverständlich viel Luft nach oben, trotzdem sind einige Funktionen noch nicht ganz ausgereift und werden für den nächsten Lehrgang protokolliert und anschließend mit dem Fraunhofer-Institut überarbeitet.

Kamera läuft!

Die neue Hardware hilft dabei, das schwere Gerät auf der Lagekarte zu koordinieren. Doch kommt es bei einem so komplexen Einsatzszenario auch auf die „soft skills“ der Offiziere an. Die Zusammenarbeit mit zivilen Kräften vor Ort ist oft genauso wichtig wie das Bekämpfen feindlicher Soldaten. Im besonderen Fokus der Ausbildung der Akademie steht dabei der Umgang mit den Medien und dessen Vertretern. Daher üben alle Lehrgangsteilnehmer unter anderem ihr Verhalten beim Interview und werden dabei durch einen Fachmann betreut.

Mitten drin im Leben

Oberstleutnant Jürgen Bredtmann ist für die Ausbildung in diesem Bereich verantwortlich. Jahrelange Presse- und Medienerfahrungen, zusammen mit der Erfahrung als vergangener Pressesprecher der Führungsakademie der Bundeswehr, machen den Dozenten zum erprobten Medienexperten. Er weiß mit welchen Worten man die Journalisten überzeugen kann. Die Interviews dauern jeweils ungefähr 10 Minuten. Anschließend erfolgt ein persönliches Feedback, bei dem sich die Teilnehmer auch selbst reflektieren sollen. Selbstverständlich findet die Übung im realistischen Maße vor laufender Kamera statt. Eine richtige „Real life exercise“.

 

Autor: Jana Grigoleit; Fotografin: Katharina Junge / Laura Clayborn

Hamburg, 07.10.2016

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Pakistanische Offiziere berichten über ihr Land

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Vielfältige Eindrücke aus dem Land am Hindukusch

Völlig unerwartet treffen sich verschiedene Generationen einer Familie aus Pakistan an der Führungsakademie – damit hatten die Veranstalter des „Kleinen nationalen Informationstages“ wirklich nicht gerechnet. Generationen übergreifende Verständigung: Damit erhält die Veranstaltung des internationalen Generalstabs- und Admiralstabsdienstlehrgangs (LGAI), die über das Land am Hindukusch informiert, einen ganz besonderen Charakter.

Lange Tradition an der Akademie

Oberst i.G. Matthias Kohnen, Leiter des LGAI, begrüßte neben den beiden Vortragenden OTL Ahmed Syed Masood und Major Hussain Taimur, die mit historischen, politischen, geografischen und klimatischen Informationen in ihr Heimatland einführten, auch die Eltern von Major Taimur. Das Besondere daran: Der Gast Generalleutnant a.D. Taimur, der Vater von Major Taimur, absolvierte im Jahr 1979 selbst den LGAI, so dass es an der alten Wirkungsstätte neben der Familienzusammenkunft zu einem Wiedersehen mit ehemaligen Weggefährten kam, die der Vater aus seiner damaligen Zeit in Deutschland extra zum Vortrag in die Führungsakademie eingeladen hatte.

Ein Land voller Kontraste

Wenn man an Pakistan denkt, fallen einem in der Regel Begriffe wie Cricket, Terrorismus oder das Himalaya-Gebirge ein. Wie viel mehr das Land zu bieten hat, wurde durch den Vortrag der beiden pakistanischen Offiziere schnell deutlich. Nach einem geschichtlichen Abriss, Inhalten zu „Land und Leuten“ und alten Traditionen in das moderne Pakistan kamen die Vortragenden auch auf die Rolle des Landes in der Welt zu sprechen. Durch die geografische Nähe zu Afghanistan ist es der Staatengemeinschaft ein Anliegen, so die Referenten, Pakistan mittel- und langfristig als zuverlässigen und starken Partner in der Terrorismusbekämpfung zu etablieren. Pakistan strebe Harmonie und Frieden mit allen Nationen an, erklärt Major Taimur. Nach dem Ende des Vortrages konnten sich die Zuhörer, die den Länder-Informationen mit großem Interesse gefolgt sind, anhand von Informationstafeln vertiefend zu ausgewählten Themen informieren.

 

Autor: Nicolai Völker; Bilder: EATC / Nicolai Völker

Hamburg, 20.12.2016

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Kommandeur des EATC Generalmajor Badia

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Generalmajor Badia stellt sich den Fragen der Luftwaffenlerngruppen des LGAN 2015

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Luftbetankung KC-767 an F-35

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Einsatzoffizier im Gefechtsstand des EATC

Generalmajor Christian Badia, der Kommandeur des Europäischen Lufttransportkommandos (EATC), hat den angehenden Generalstabsdienstoffizieren der Luftwaffe im LGAN 2015 sein Kommando vorgestellt und sich den Fragen der Lehrgangsteilnehmer zu aktuellen Positionen der Luftwaffe gestellt. Thematisch reihte sich der Vortrag in das Seminar „Unterstützungsleistungen für ein Luftwaffenkontingent im Einsatz“ ein. Im Rahmen des Seminars wurde der Schwerpunkt auf die Betrachtungen logistischer sowie die Führungsunterstützung betreffender Aspekte gelegt. Zudem stand auch ein Besuch des Lufttransportgeschwaders 62 in Wunstorf auf der Agenda.

Europäisches Leuchtturmprojekt

General Badia steht dem EATC, das auf dem militärischen Teil des Flugplatzes Eindhoven (Niederlande) gelegen ist, nunmehr seit zwei Jahren vor. Seit dem Beitritt Spaniens und Italiens im Jahr 2014 übt sein Kommando „Operational Control“ über mehr als 220 Luftfahrzeuge aus. Dies entspricht mehr als 60% der militärischen Lufttransportflugzeuge in Europa. Doch bis dies erreicht werden konnte, war es ein langer Weg. „Bereits 1999 erklärte der deutsch-französische Sicherheitsrat die schrittweise Zusammenführung vorhandener militärischer Lufttransportmittel“, berichtet GM Badia. In den Folgejahren verständigte man sich auf die Aufstellung eines gemeinsamen Kommandos. 2010 konnte das EATC dann seine Arbeit aufnehmen, als Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland sich über die erforderlichen Details einigten. Mittlerweile stellen sieben Nationen (vorgenannte vier sowie Luxemburg, Spanien und Italien) Personal zum EATC ab und sind somit am wohl bekanntesten Pooling & Sharing Projekt beteiligt.

Weg zum Erfolg

Die Mehrwerte, die das EATC generiert, sind vielfältig. Beispielsweise konnten die Niederlande einen kostenintensiven Vertrag mit einem zivilen Anbieter von MedEvac-Flügen aufkündigen, da sie über das EATC Zugriff auf diese Fähigkeit erhalten haben. Im Gegenzug betankt eine niederländische KDC-10 beispielsweise deutsche Eurofighter. Als Zahlungsmittel zwischen den Nationen dient dabei die fiktive Währung „ATARES“. Das EATC übernimmt neben Planning, Tasking und Executing von militärischen Transportflügen auch Standardisierungsaufgaben und begleitet die Einführung des neuen Transportflugzeuges A400M. „Unser Ziel ist es, im Jahr 2025 vier A400M nebst den zugehörigen Besatzungen aus vier verschiedenen Nationen mit nur einer Technikkomponente und einer OPS-Zelle in einen Einsatz bringen zu können“, führt Badia aus. Dies sei derzeit trotz teils typengleicher LFZ in den beteiligten Ländern, aufgrund unterschiedlicher nationaler Regularien, Verfahren und Vorschriften nicht möglich.

Fragen willkommen

Über eine Stunde stellt sich der Kommandeur nach seinem Vortrag in einer Aussprache Fragen zum EATC, aber auch zu grundsätzlichen Fragestellungen der Luftwaffe. Hierbei stellt er klar heraus, was nach Lehrgangsende auf die zukünftigen Generalstabsoffiziere zukommen wird: „In Zukunft sind Sie es, die Vorgänge bearbeiten und Entscheidungen vorbereiten. Gehen sie unbefangen und weitsichtig an Ihre Aufgaben heran. Nur so bringen Sie die Dinge in Europa weiter.“ Der Lehrgangsleiter, Kapitän zur See Richard Kesten, findet lobende Abschlussworte: „Ich sehe den Vortrag sowie die sich anschließende offene Aussprache als äußerst gewinnbringend für die am Lehrgang teilnehmenden Luftwaffenuniformträger an.“

 

Autor: Philipp Lenske; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 27.09.2016

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Kommandeur der Führungsakademie heißt willkommen

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Der Lehrgang dient auch zum Knüpfen internationaler Kontakte

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Lehrgangsleiter Oberst Weeke begrüßt die neuen Teilnehmer

,,Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige“, beginnt der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, seine Begrüßungsansprache an die neuen Teilnehmer des nationalen General-/Admiralstabsdienst Lehrgangs. Zum Lehrgang gehören 73 nationale, darunter zwei zivile, sowie 18 internationale Teilnehmer. Viele von ihnen waren mit ihren Familien angereist. Für die zwei Jahre an der Führungsakademie ziehen viele Lehrgangsteilnehmer an die Elbe nach Hamburg. Ein gemeinsames Mittagessen sowie das damit verbundene Kennenlernen ermöglichen die erste Kontaktaufnahme.

Der Geist bewegt die Materie

Admiral Stawitzki erläutert die Kernprozesse des Lehrgangs :,,Die Professionalisierung der vorhandenen Führungsqualitäten stellt das Ziel des zweijährigen Lehrgangs dar. Das militärischen Handwerk und ein großer Überblick festigen das geistige Fundament. Die anstehenden Herausforderungen können jedoch nur durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dienst und Familie bewältigt werden.“

LGAN und MFIS kombiniert

Die ersten Absolventen des Masterstudiengangs ,,Militärische Führung und Internationale Sicherheit“ (MFIS) stehen fest. Das zweijährige Studium läuft simultan zum LGAN und ist für die neuen Lehrgangsteilnehmer eine große Chance, ihre Zeit an der Führungsakademie mit einem akademischen Abschluss zu krönen.

Sich kritisch einbringen

,,Das Team ist dem Einhandsegler am Ende immer überlegen“, ergänzt Admiral Stawitzki. Kritisches Einbringen ist für ihn essentieller Teil der Prozessoptimierung des Lehrgangs. „Denn das Handeln des Einzelnen bestimmt das Sein des Teams und entscheidet somit im Endeffekt über Erfolg und Misserfolg aller Teilnehmer.“

 

Autor: Philipp Lenske; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 28.09.2016

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Hauptmann Saleem spricht über Netzwerk im Irak

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Lehrgangsteilnehmer aus sechs verschiendenen Ländern erläutern ihr Alumni-Portale

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Oberstleutnant Garba Ango aus dem Niger im Gespräch mit der Alumni-Beauftragten Birgit Schön

Wie sind die Alumni-Netzwerke in den Heimatländern der Lehrgangsteilnehmer der Führungsakademie aufgebaut, wie sind sie organisiert, strukturiert, wie viele Mitglieder haben sie, und was kann am Alumni-Portal der höchsten militärischen Bildungseinrichtung der Bundesrepublik optimiert werden? Mit diesen Fragen ist das Sachgebiet Kommunikation an internationale Lehrgangsteilnehmer in der Akademie herangetreten. Alumni-Netzwerke sind aus der Sicht der Hamburger Institution essentiell für den Kontakterhalt von Absolventen eines gemeinsamen Lehrgangs, deshalb bieten wir dieses elektronische Portal an. Auch in der aktiven Zeit an der Führungsakademie dient es als Orientierungshilfe, Ratgeber und dem Informationsfluss für die Lehrgangsteilnehmer.

Von der Schweiz bis in die Volksrepublik China

Teilnehmer des Internationalen Generals- und Admiralstabsdienstlehrgangs aus der Schweiz, dem Niger, Korea, Irak, China und Argentinien haben zu Fragen nach Netzwerken in ihren Streitkräften geantwortet. Sie gaben darüber Aufschluss, wie diese genutzt werden. Von den Befragten besitzt einzig die Schweiz ein eigenes Alumni-Netzwerk. „Die Gesellschaft der Generalstabsoffiziere mit der Generalstabsschule der Schweizer Armee bietet ein geschlossenes Alumni-Portal für das Militär an“, sagt OTL Scheidegger. Ein rein nichtmilitärisches Netzwerk für die Militärakademie gebe es ebenfalls. „Im Irak ist der Kontakt für Aktive und ehemalige Lehrgangsteilnehmer auf Facebook verwirklicht“, erklärt Hauptmann Saleem. Mit 280.000 Mitgliedern und mehreren Administratoren ist dies sicherlich einer der größten Zusammenschlüsse weltweit. In der Volksrepublik China ist die Teilnahme bei Facebook nicht erlaubt, und es gibt kein militärisches Alumni-Netzwerk. Der chinesische Major Yan berichtet: ,,Früher war in China der Kontakt mit ausländischen Soldaten nicht erwünscht, heute gibt es einige Lockerungen in diesem Bereich. Die Kontaktpflege mit den Kameraden ist mir sehr wichtig, ich freue mich über das Alumni-Angebot der Führungsakademie.“

Blick in die Zukunft

Welche Erwartungen haben die Befragten an das soziale Netzwerk der Führungsakademie? Mehrfach wird der Wunsch über eine monatliche Vorstellung eines internationalen Lehrgangsteilnehmers im Alumni-Netzwerk geäußert. Sicherheitspolitik in Deutschland ist sehr gefragt und sollte künftig öfter im Netzwerk aufgegriffen werden, sind sich die internationalen Kameraden einig. Die starke Resonanz auf das Thema „Alumni“ scheint von großem Interesse zu zeugen. „Die zahlreichen Optimierungsvorschläge und Wünsche bekräftigen dies“, erklärt die Alumni-Beauftragte Birgit Schön, „mit den neu gesammelten Eindrücken, Vorschlägen und Ideen nimmt die Social- Media-Plattform der Führungsakademie der Bundeswehr nun wieder neue Fahrt auf – wir werden uns der Wünsche gerne annehmen."

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotograf: Ulrike Schröder

Hamburg, 23.09.2016

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General Bohrer freut sich mit erfolgreicher Studentin

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Universität trug erheblich zum Gelingen bei

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Admiral Stawitzki lobt die Absolventen

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Admiral Stawitzki mit weiteren Ehrengästen

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Engagierte Initiatoren der Führungsakademie

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Begeisterte Gesichter nach der Verleihung

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Anerkennung für die Absolventen

„Kampf, Beharrlichkeit, Erfindungsreichtum“: Mit diesen Worten haben die Festredner die engagierten Bestrebungen der Führungsakademie und der Helmut-Schmidt-Universität in den vergangenen Jahren beschrieben, einen gemeinsamen Studiengang zu etablieren. Die ersten 30 Absolventen haben jetzt ihr Zeugnis erhalten. Die Verleihung der Urkunden des Studiengangs „Militärische Führung und Internationale Sicherheit“, kurz MFIS, ist Zeichen einer fruchtbaren Kooperation beider Einrichtungen in Hamburg. Es ist die erste institutionalisierte und weit sichtbare Kooperation, in der sich die zwei Häuser komplementär ergänzen.

Hohe Qualitätsstandards

Im Jahr 2011 begannen die ersten Überlegungen zur Realisierung dieses Studiengangs. Heute sind die umfangreichen Ideen und Planungen zur Realität geworden. „Die Lehre an der Führungsakademie im LGAN wird durch den MFIS aufgewertet: Das Absolvieren des LGAN erbringt fast die Hälfte aller Credit Points, die zum Absolvieren des Studienganges erforderlich sind. Das ehrt unsere Akademie und unterstreicht auch aus akademischer Sicht die hohe Qualität unserer Ausbildung“, sagt Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, Kommandeur der Führungsakademie, bei einem Festakt an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) in Hamburg.

Mut, Kritik zu üben

Generalleutnant Peter Bohrer, Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis, geht auf anfängliche Bedenken und Widerstände ein. Die waren jedoch schnell ausgeräumt. „Mit dieser Kooperation positionieren wir die Führungsakademie im Zusammenspiel mit anderen Ausbildungseinrichtungen besser, außerdem qualifizieren wir die Lehrgangsteilnehmer noch besser in der Vorbereitung auf ihre künftigen Tätigkeiten.“ General Bohrer spricht darüber hinaus über den „Mut zu kritischem Einwand, das gefällt mir an den jungen Offizieren besonders gut“. Vizeadmiral Joachim Rühle geht in seiner Ansprache ebenfalls auf die neuen Errungenschaften ein. „Führungsakademie und Universität haben zu gleichen Teilen Inhalte eingebracht“, erläutert der Abteilungsleiter Personal im BMVg, Vizeadmiral Joachim Rühle, „das bereichert das Portfolio von FüAkBw und HSU durch einen international wettbewerbsfähigen Mastergrad – ein Paradebeispiel für Bildung und Qualifikation in der Bundeswehr.“

Zusammen in die Zukunft

Oberstleutnant Konrad Panzer, Projektoffizier und „Spiritus rector“ des neuen Studiengangs, erklärt: „MFIS knüpft an den Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) der Führungsakademie der Bundeswehr an und ergänzt die berufspraktischen und theoretischen Inhalte dieses Lehrganges um wissenschaftliche Inhalte der Universität. Der MFIS ist parallel zum LGAN studierbar, bereits erworbene Qualifikationen aus dem LGAN können zum Teil als Studienleistung anerkannt werden.“ Bisher fehlte den Lehrgangsteilnehmern nach ihrer zweijährigen Ausbildung an der Führungsakademie ein rechtlich anerkannter akademischer Abschluss. Wie er an vielen vergleichbaren Einrichtungen schon lange Standard ist. „Nur mit diesem ist es gewöhnlich möglich, im internationalen Umfeld Verwendungen auf höchster Ebene wahrzunehmen“, so Panzer. Der “Master of Arts“ bereichert die Teilnehmer des LGAN um den entscheidenden international anerkannten akademischen Abschluss.

1500 Arbeitsstunden harte Arbeit

Der Studiengang der „Militärischen Führung und Internationale Sicherheit“ ist in sechs Themenmodule unterteilt. Die Module beinhalten unter anderem Führungsreflexion, Sicherheits- und Planungsprozess. Für jedes Modul werden international anerkannte Credit Points verliehen. Zum Absolvieren des MFIS werden davon insgesamt 60 Stück benötigt, was einem Aufwand von mindestens 1500 Arbeitsstunden entspricht. Das Absolvieren des LGAN bereichert die Lehrgangsteilnehmer um nahezu die Hälfte der geforderten Lernpunkte, was die Attraktivität der Kombination beider Lehrgänge bekräftigt.

Keine gewöhnlichen Studenten

Der Großteil der MFIS-Studierenden besitzt bereits einen akademischen Abschluss, welcher im Rahmen der regulären Offizierausbildung erworben wurde. Doch dieser ist in der Regel mehrere Jahre her. In der Zwischenzeit bewiesen sich die Soldatinnen und Soldaten als Truppenoffiziere im In- und Ausland. Die besten von ihnen besuchen den Generalstabslehrgang, den exklusivsten Laufbahnlehrgang dieser Streitkräfte. So verwundert es nicht, dass die meisten Ergebnisse des MFIS hervorragend sind. Allein sechs Studenten schlossen den Studiengang (und damit ihren zumeist zweiten Master) mit der Gesamtnote 1.0 ab, sprich: Jede erbrachte Leistung innerhalb der zwei Jahre war makellos.

„Klüger als zuvor!?“

„Hier stehe ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.“ Dieses berühmte Zitat aus Goethes „Faust“ erwähnt Admiral Stawitzki in seiner Ansprache an Dozenten und Lehrgangsteilnehmer. Denn der MFIS-Studiengang ist kein reines Studium um des Studiums Willens. Die Absolventen werden in wenigen Wochen wieder die Führung und Verantwortung über unzählige Menschen und Material innehaben. Die akademische Auseinandersetzung mit militärischen Themen soll dabei helfen, in der Praxis Entscheidungen auf komplexe Herausforderungen zu finden.

Mehrbelastung für die Offiziere

Einige später eingereichte Masterarbeiten aus dem ersten MFIS-Jahrgang stehen noch zur Korrektur aus, denn es handelt sich bei den Studierenden nicht um Vollzeitstudenten. Die MFIS-Studenten der Akademie absolvieren einen der intellektuell anspruchsvollsten Lehrgänge der Bundeswehr und nutzen die Wochenenden, um Seminare an der Universität zu verfolgen. „Die Pendler leiden am meisten unter der Mehrbelastung“, sagen viele Seminarteilnehmer. Denn nur wenige Offiziere des Generalstabslehrgangs leben mit ihren Familien in Hamburg und Umgebung. Zeit ist oft der entscheidende Faktor.

Überzeugt vom Konzept

Die Lehrgangsteilnehmer sind jedoch trotz aller Anstrengungen überzeugt. Major Rayk Hähnlein erwarb bereits vor zehn Jahren ein Diplom in Internationaler Sicherheit an der Helmut Schmidt Universität. Die Frage, ob er nach dem neuen MFIS-Masterabschluss „klüger als zuvor“ sei, beantwortet er wie folgt: „Definitiv! Es war sehr hilfreich und interessant, die Seminarinhalte des Generalstabslehrgangs mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu ergänzen. Ich bin seit zehn Jahren aus dem Studium, der MFIS half auf jeden Fall, mich wieder auf den aktuellen Stand der Forschung zu bringen.“ Mit den Vorteilen für alle Beteiligten könnte sich noch etwas Weiteres herauskristallisieren: Der MFIS als gemeinsames Projekt der beiden Häuser könnte der Auftakt eines „Bildungsclusters“ rund um die Bundeswehr im nationalen und internationalen Kontext am Standort Hamburg sein.

 

Autor: Jürgen Bredtmann; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 23.09.2016

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Spielerisch neu Gedanken entwickeln

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Teilnehmer lernten, um die Ecke zu denken

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Modelle zur Attraktivität bauen

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Teilnehmer interpretieren ihre Ergebnisse

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Geschichten würfeln- kreativer Geist gefordert

Mit dem sich zu Ende neigenden Ausbildungsjahr 2016 an der Führungsakademie der Bundeswehr ging auch für die knapp 45 Heeresuniformträger des nationalen Generalstabs- und Admiralstabslehrgangs die sogenannte Heeresphase zu Ende. Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss dieses prägenden Ausbildungsabschnittes stellte nunmehr die zweiwöchige Stabsübung „Determined Effort“ dar, in der der ohnehin internationale Lehrgang durch Delegationen aus vier weiteren Ländern unterstützt wurde.

Komplexes Szenario

Auf dem Gebiet der Iberischen Halbinsel kam es zu einem bewaffneten Konflikt zweier fiktiver Staaten, die sich im Streit um Ressourcenvorkommen als auch durch einen ethnischen Konflikt befeuert gegenseitig angegriffen und jeweils Staatsterritorium des Anderen erobert hatten. Die NATO hat in der Folge einen Korpsstab damit beauftragt, als sogenanntes Land Component Command eine landgestützte Operation zur Trennung der Konfliktparteien zu planen und diese mit den anderen Teilstreitkräften abzustimmen. Die Kernfunktionen des Korpsstabes wurden im Rahmen der Übung durch Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer besetzt.

Neue Führungsebene – Neuer Führungsprozess

So manch einem Lehrgangsteilnehmer war im Vorfeld der Übung zu Beginn der Ausbildung auf der Ebene Korps die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, als die liebgewonnene und intensiv studierte ehemalige Heeresdienstvorschrift 100/100 „Truppenführung“ durch den Führungsprozess der NATO, beschrieben in der Comprehensive Operations Planning Directive, ausgetauscht werden musste. In knapp vier Wochen wurde der neue Prozess sowohl theoretisch vorgestellt und erarbeitet, als auch in einer kurzen Planübung praktisch angewandt. Die Voraussetzungen waren damit gelegt, um in der Abschlussübung zu bestehen und den neuen Prozess zu vertiefen.

Multinationalität zum Anfassen

Das internationale Gesicht des Lehrgangs hat sich während der Übung noch weiter ausgepägt. Zu den zwölf internationalen Lehrgangsteilnehmern aus zehn NATO-Staaten kamen weitere Kameraden aus den USA, Großbritannien, Polen und Frankreich hinzu. Mit der Übungssprache Englisch hatten sich alle Übungsteilnehmer schnell arrangiert und jeder brachte seine ganz individuellen Erfahrungen aus Ausbildung und Einsatz gewinnbringend ein. Generalmajor John S. Kem, der Leiter der Army University und Stellvertretende Kommandeur des Command and General Staff College in Fort Leavenworth, USA, stellte anlässlich seines Besuches heraus, dass die heutigen Einsätze ohne multinationale Kooperation nicht mehr vorstellbar seien. „Lernen Sie die Offiziere anderer Nationen kennen, bilden Sie Netzwerke und lernen Sie voneinander“, lautete sein Auftrag im Rahmen des gemeinsamen Abschlussabends.

Senior Mentor

Als Senior Mentor konnte auch in diesem Jahr wieder der ehemalige Niederländische Generalleutnant Ton van Loon gewonnen werden. Die drei Übungsstäbe profitierten intensiv von dem großen Erfahrungsschatz des ehemaligen Kommandierenden Generals des I. Deutsch-Niederländischen Korps und Kommandeurs des Regionalkommandos Süd in Afghanistan. In seiner Rolle als Kommandeur verdeutlichte er ein ums andere Mal wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz und insbesondere die Tätigkeitsfelder Zivil-Militärische Zusammenarbeit und Operative Kommunikation in den heutigen Konflikten seien. „Konzentrieren Sie sich nicht nur auf das Gewinnen des militärischen Gefechts, sondern insbesondere darauf eine friedliche Lösung zu erreichen“, lautete sein Credo. Auch er hob die Bedeutung von Multilateralismus hervor. „Berücksichtigen Sie die Vorzüge verschiedener Nationen und setzen Sie sie gewinnbringend ein“. Auf diese Weise entfalte ein Bündnis wie die NATO seine wahre Stärke.

Übergang zur operativen und strategischen Ebene

Für die Heeresuniformträger in der anspruchsvollen Generalstabsausbildung endete mit der Stabsübung „Determined Effort“ die Ausbildung auf der höchsten taktischen Ebene. Sie blicken auf eine spannende und fordernde Zeit zurück, in der vor allem die taktische Führung von Landstreitkräften vertieft, bereits aber auch Schnittstellen zur operativen Ebene abgebildet wurden. Diese Ebene wird in der folgenden „Joint-Lehre“ gemeinsam mit den Kameraden von Luftwaffe und Marine im Fokus der Ausbildung stehen.

 

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