Autor: Jörg Barandat, Maximilian Voß; Fotograf: Jörg Barandat

Hamburg, 13.12.2016

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Teilnehmer des Moduls bei Bewältigung der Gruppenarbeit

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Zentralasien - neue ,,Drehscheibe" der Weltwirtschaft?

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Doktor Olaf Theiler, Vertreter aus dem Planungsamt der Bundeswehr zur Zukunftsanalyse in der Bundeswehr

Was Albert Einstein schon wusste, mussten die Teilnehmer des Moduls ,,Strategisches Denken" erst noch durchleben. Durchgeführt vom Fachbereich Strategie und Sicherheitspolitik der Führungsakademie findet es zwei Mal jährlich statt. Das letzte Seminar „war geprägt durch die viele Impulse einbringende, erfrischende Mischung der Teilnehmer: Offiziere, Reserveoffiziere und zivile Mitarbeiter, auch aus dem Bundesministerium der Verteidigung und einigen Landesministerien“, sagte Seminarleiter Oberstleutnant Jörg Barandat. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten waren entsprechend umfangreich und vielseitig. Sehr zu Freude des Leitungsteams.

Abwechslung führt zum Erfolg

Die Gestaltung des Seminars war darauf angelegt, dass sich die Teilnehmer einbringen. Erleichtert wurde dies durch die Vielfalt an Inhalten und ein hohes Maß an Abwechslung, beispielsweise durch eine Exkursion zu AIRBUS in Hamburg-Finkenwerder oder die Einführung in das präventive Gesundheitscoaching ‚Body + Brain‘. „Die Organisation des Moduls war sehr zielführend und machte für mich die Besonderheit aus“, fasste einer der Lehrgangsteilnehmer rückblickend zusammen.

Chinas Seidenstraßen-Strategie

Am aktuellen Thema der „One Belt, one Road“-Initiative, der chinesischen Seidenstraßen-Strategie zur Durchsetzung eigener Ziele in Zentralasien und zum Aufbau eines interkontinentalen Infrastruktur-Netzes, wurden die Erkenntnisse des Seminars angewandt. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Instrumentalisierung der „Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit“ (SOZ / SCO) als politische Konsultationsplattform chinesischer Gestaltungsmacht in Zentralasien und weit darüber hinaus. „Am Ende gelangten die Teilnehmer zur strategischen Fragestellung nach einem zeitnahen, zwingend notwendigen chinesisch-russisch-europäischen ‚Seidenstraßen-Dialog‘ der Europäischen Union, um die Chancen dieser chinesischen Initiative größtmöglich zu nutzen und Herausforderungen und Risiken gemeinsam zu begegnen“, fasste Barandat das Ergebnis des Seminars zusammen. Mit großer Spannung wird das nächste Seminarthema erwartet: „Hybride Machtprojektion am Beispiel der russischen ‚Gerassimow Doktrin‘“.

 

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 13.12.2016

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Aktiver Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern

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Einstieg in einen besonderen Übungsabschnitt

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„Strenger Überblick“ von Vizeadmiral a. D. Witthauer (links)

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Engagiert und Motiviert zum CJEX

Global, strategisch, multinational und mehrdimensional. CJEX - Combined Joint European Exercise. Die hochkomplexe militärische Übung verdeutlicht wie kaum ein anderes Vorhaben das facettenreiche, internationale Streben an der Führungsakademie.

Fünf Nationen der EU sind auch in diesem Jahr am 2. Mai wieder an der knapp zweiwöchigen Zusammenarbeit beteiligt. Die militärischen Akademien aus Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland ließen ihre Lehrgangsteilnehmer genau diese Übung nun zeitgleich durchführen.

Komplexe Herausforderungen

Das komplexe Szenario fordert von den Lehrgangsteilnehmern einen kühlen Kopf zu bewahren, ressortübergreifend zu denken und dazu gleichermaßen detailliert und zielgerichtet zu planen. Der große Koordinierungsaufwand wirkt für den einen oder anderen Übungsteilnehmer anfangs wie ein unüberwindbarer Berg. Doch mit der gemeinsamen europäischen Expertise  erklimmen die internationalen Lehrgangsteilnehmer diese Hürde.

Erfahrungsaustausch

Zum Ablauf der Übung beschreibt Oberst d. G. Wolfgang Schweighofer, Dozent im Fachbereich „Einsatz Streitkräfte“ und CJEX-Exercise-Direktor, im Gespräch: „Für uns ist es wichtig, dass die Teilnehmer ein Gefühl dafür entwickeln, was es heißt Seite an Seite mit multinationalen Kameraden zu arbeiten.“ – Nachvollziehbar, denn Zusammenarbeit in Europa ist nie einfach. 74 Studenten, davon 14 Deutsche, teilen sich in 4 Planungsgruppen auf, um in den verschiedenen Räumlichkeiten des Manfred-Wörner-Zentrums in der Clausewitz-Kaserne in Hamburg über den fiktiven Konflikt zu diskutieren, eine Lösung für die aktuelle Lage gemeinsam zu finden und unterschiedliche Erfahrungen auszutauschen.

Senior Mentor & Force Commander

 „Die Entwicklung der Übung ist komplex, weil alle 5 Nationen zustimmen müssen, aber die Erwartungen und das Ziel des Übungsblocks wird jedes Jahr erneut erfüllt, sodass die Beteiligten mit einem positiven Gefühl die Fortbildung beenden können.“, berichtet Vizeadmiral a. D. und einer der vier Senior Mentoren Hans-Jochen Witthauer. Damit die Übungsteilnehmer bestmöglich angeleitet werden, stehen ihnen vier „Senior Mentoren“ beziehungsweise „Force Commander“ zur Seite. Die Führungsakademie der Bundeswehr hat für die Ausbildung ebenfalls zahlreiche Dozenten und Experten zur Verfügung gestellt. Sie sollen bei der CJEX unterstützen, um dennoch größtmöglichen Freiraum für die Teilnehmer zu schaffen. 

Vorbereitung ist das halbe Leben

So eine Zusammenarbeit vorzubereiten ist gar nicht so einfach. Vieles muss mit Bedacht organisiert werden, damit die Beteiligten reibungslos in die Übung einsteigen können. Paolo Podico, Vertreter der italienischen Delegation, beschreibt seinen Eindruck von CJEX. „Ein ausschlaggebender Punkt für die Übung ist der Realitätsgrad. Je realistischer das Szenario ist, desto mehr hilft es den Teilnehmer in einer echten Situation besser zu reagieren“, erzählt Herr Podico. Planen für den Notfall lautet die Devise. Denn nur wer vorbereitet ist, kann auch entsprechend reagieren. Es ist bereits das vierte Mal, dass der erfahrene Kommandeur bei der Durchführung des knapp zweiwöchigen Übungsblocks teilnehmen darf. Als Delegationsleiter seiner Teilnehmer ist er sehr zufrieden mit der Organisation.

„Ich glaube es wäre deutlich bequemer, wenn wir mehr Zeit für das Vorhaben investieren könnten. Zwei bis vier Wochen gebe den Beteiligten die Möglichkeit sich noch besser zu verstehen und den Inhalt intensiver zu festigen.“, schlägt Herr Podico vor. Im Großen und Ganzen ist er beeindruckt von der Komplexität und Vorbereitungsarbeit der Führungsakademie für diese Ausbildung.

Gefällt es Ihnen?

Die Übungsumgebung gibt einen interessanten Eindruck über Ablauf und Organisation. Aber wie kommt es bei den Übungsteilnehmern an?

„Ich habe einen sehr positiven Eindruck, weil es eine sehr gute Gelegenheit bietet sich mit den internationalen Kameraden der anderen Akademien auszutauschen und zu erfahren, wie die Übung CJEX in anderen Nationen abläuft.“, erklärt Korvettenkapitän Daniel Läzer.

Aber auch die ausländischen Lehrgangsteilnehmer sind beeindruckt von dem gemeinsamen Teamgeist. Lieutnant Colonel Emmerson ist Soldatin des „Royal Logistics Corps“ der britischen Armee. Sie berichtete: „Ich fühle mich hier sehr wohl. Es ist sehr interessant mit unterschiedlichen Herangehensweisen in der Planung und operative Lösungsvorschläge zu arbeiten.“

 

Autor: Stefan Berger; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 09.12.2016

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Marine im Fokus - Kapitän Straus bei Ansprache

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International im Gespräch: Teilnehmer des LGAI

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Jazz - Combo des Marinemusikkorps Kiel

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Teilnehmer des Empfangs

Über 150 Gäste hat der Beauftragte des Inspekteurs der Marine, Kapitän zur See Henning Straus, an der Führungsakademie begrüßt. Anlass war der diesjährige Jahresempfang der Marine im Beck-Saal. Das traditionelle Treffen dient dem offenen Gedankenaustausch über aktuelle Themen des maritimen Soldatenberufs. Außerdem gilt dieser Abend aufgrund des vielseitigen Publikums als Impulsgeber für die künftige Ausbildung im Bereich Marine.

Veränderte Bedingungen – gleicher Auftrag

Kapitän Straus ging näher auf die Ausbildung in der Marine ein, die sich kontinuierlich einer Welt im Wandel anpassen müsse. „Die Ministerin hat bei ihrem Besuch Anfang November darauf hingewiesen, dass für die Bundeswehr in erster Linie die Menschen entscheidend sind und ihr Anspruch, gut geführt und ausgebildet zu werden“, sagte Straus. „Führen in der Bundeswehr heißt damit immer, Verantwortung für Menschen zu übernehmen.“ Er leitete davon den Auftrag des Bereiches Marine ab: Künftige Stabsoffiziere und Admiralstabsoffiziere in den maritimen Ausbildungsfeldern höher zu qualifizieren und dabei deren Führungs- und Handlungskompetenz zu steigern.

Führungskompetenz schärfen

Eine professionelle Ausbildung ist die Voraussetzung, um sich später mit der erworbenen Expertise erfolgreich und nachhaltig in eine gut geführte Bundeswehr einzubringen. „Wer weiß über die Bedeutung von guter Führung mehr als wir in der Marine?“, fragte Straus rhetorisch. Am Beispiel eines Schiffes erläuterte er: „Führung ist mehr, als Handlungen arbeitsteilig zu koordinieren. Drei Menschen, denen ich anteilig die Verantwortung über einen Antriebsdiesel, eine Operationszentrale und den Schiffsproviant übertrage, werden von mir damit noch nicht geführt. Führung setzt die Entwicklung einer gemeinsamen Vision voraus. Erst wenn aus Antrieb, Operation und Logistik ein Team zum Betrieb eines Schiffes wird, nimmt das regelnde Einwirken des Kommandanten die Züge von ,Führung‘ an.“

Der Mensch steht im Zentrum

„Wir sind in erster Linie dem Menschen verpflichtet. Er muss immer im Mittelpunkt stehen - bei allem, was wir tun. Die endgültige Klärung der Frage, ob das an der Akademie ausgebildete Führungspersonal immer über die notwendige Kompetenz verfügt, wird noch viel zu häufig dem Praxistest überlassen“, erklärte Straus. Aus diesem Grund müssten die eigenen Ausbildungsmethoden überdacht und Aus-, Fort- und Weiterbildung in allen maritimen Fragen stets angepasst werden. „Ob wir die Lehrgangsteilnehmenden als Führer für herausfordernde Tätigkeiten in allen Bereichen erfolgreich ausgebildet haben, wird spätestens dann bedeutsam, wenn es etwas zu entscheiden gilt, ohne dass passende Verfahren, Standards oder Prozeduren zur Verfügung stehen.“

Gelungener Austausch

Den Jahresempfang 2016 des Beauftragten des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr rundeten zahlreiche Gespräche ab. Bei ausgezeichneter kulinarischer Unterstützung durch die Heimgesellschaft und musikalischer Untermalung durch die Jazz-Combo des Marinemusikkorps Kiel, unter der Leitung von Oberstabsbootsmann Jens Peter Glau, hörte man aus dem Beck-Saal noch bis in die späten Abendstunden angeregte Unterhaltungen.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 07.12.2016

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Kommandeur begrüßt die Gäste aus China

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Delegationsleiter schreibt Glückwünsche ins Gästebuch

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Besuch dient dem Austausch und der Vernetzung

Die Begrüßungsworte „Herzlich willkommen in Hamburg“ aus dem Mund des Kommandeurs der Führungsakademie der Bundeswehr, Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, klingen im ersten Moment ganz normal. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Führungsakademie als Begegnungsstätte regelmäßig Vertreter anderer Streitkräfte und Nationen für den strategischen Dialog empfängt. Gerichtet an den Leiter einer 44-köpfigen Delegation von der Nationalen Verteidigungsuniversität der Volksbefreiungsarmee Chinas aus Peking ist es jedoch etwas ganz Besonderes.

China in Hamburg

Enge Verbindungen bestehen seit langer Zeit zwischen Hamburg und China. Bereits im frühen 19. Jahrhundert existierten aufgrund der wachsenden Bedeutung des Hamburger Hafens mannigfaltige Beziehungen zwischen dem „Reich der Mitte“ und der Stadt an der Elbe. So ließen sich Hamburger Kaufleute in chinesischen Hafenstädten nieder und übten von dort ihre Handelsgeschäfte aus. Ihr eigentlicher Heimathafen in Hamburg diente dabei als Brücke zwischen den beiden Kontinenten. Auf diesem Wege gelangten auch chinesische See- und Geschäftsleute nach Hamburg und ließen sich beispielsweise in den 1920er Jahren im Chinesenviertel auf St. Pauli nieder. Dieses Jahr feierten Hamburg und Shanghai ihr 30-jähriges Städtepartnerschaftsjubiläum. Nicht nur wirtschaftlicher Austausch prägt die beiden Länder. Es gibt auch schon längere Zeit bilaterale Beziehungen im Verteidigungsbereich.

Austausch als Schlüssel

Der Schwerpunkt des Besuchs an der Führungsakademie lag jedoch woanders. Die hochrangingen Offiziere informierten sich über den Auftrag, die Aufgaben und die Gliederung der Akademie. Sie erhielten hierzu Einblicke in die Ausbildung der Stabsoffiziere und der künftigen Generalstabsdienstoffiziere. Unter anderem wurde der Lehrgang für den internationalen General- und Admiralstabsdienst vorgestellt. Die drei chinesischen Teilnehmer des aktuellen Lehrgangs konnten den Gästen aus ihrer Heimat ihre ganz persönlichen Erkenntnisse und Eindrücke vermitteln und sorgten so für einen regen Austausch. „Denn der ist Schlüssel zur internationalen Vernetzung“, so Stawitzki.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 05.12.2016

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Kommandeur begrüßt den Delegationsleiter

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Koreanische Delegation an der Führungsakademie

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Große Aufmerksamkeit bei der Einweisung in die Akademie

„Hwan-Yeong!“ hieß es an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Mit diesen Worten übersetzte der Sprachmittler die Willkommensworte des Kommandeurs, Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, bei der Ankunft seiner Gäste aus Südkorea. Die 22-köpfige Delegation unter der Leitung von Brigadegeneral Jeong Chan ho stammt von der Joint Forces Military University und besuchte die Führungsakademie im Rahmen einer Auslandsreise, um sich über Ausbildung und Struktur dieser besonderen Dienststelle der Bundeswehr zu informieren. Für den Kommandeur eine weitere Gelegenheit, die internationale Vernetzung der Akademie auszubauen.

Leben auf dem Campus

Neben der Vorstellung der Akademie und deren Geschichte erhielten die Besucher Einblicke in die aktuelle Lehrgangslandschaft. Stawitzki machte deutlich, dass „die Relevanz der Zusammenarbeit, ob national mit anderen Regierungsstellen oder international mit anderen Streitkräften, immer im Hinblick auf globale Herausforderungen die wesentliche Grundlage ist“. Dies sei wichtig für die Ausrichtung der Akademie und daher ebenso für die Themenausplanung der Lehrgänge. Besondere Fügung der Veranstaltung: Den aktuell laufenden internationalen Lehrgang für den General-/Admiralstabsdienst besuchen auch Teilnehmer aus Korea. Diese nutzten die Chance, den Kameraden aus ihrem Heimatland ganz persönlich von ihrem Leben in Deutschland und an der Akademie zu berichten.

Clausewitz als Gemeinsamkeit

Man könnte meinen, dass ein preußischer Generalmajor und Heeresreformer noch heute die Welt verbindet: „Wir koreanischen Offiziere lernen sehr viel über die Lehren von Clausewitz“, erklärte ein Delegationsteilnehmer. Nicht verwunderlich also, dass das Interesse an der Einbindung seiner Theorien und Erkenntnisse in die heutige Lehre der Akademie sehr groß war. Den Sprung in die Gegenwart vollzogen die Gäste anschließend in den Räumlichkeiten des Manfred-Wörner-Zentrums. Hier informierten sie sich über die modernen Unterrichtsbedingungen und die technische Ausstattung der Akademie.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 28.11.2016

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Zahlreiche Gäste besuchen GNIT in der Rotunde

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Oberst Oleksandr Zhevtiuk spricht zur angespannten Lage

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Beiträge der Vortragenden sorgen für großen Applaus

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Traditionelle Klänge untermalen das Programm

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Kulturelle Einblicke durch Trachten und Gesang

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Sichtliche Freude bei ukrainischen Lehrgangsteilnehmern

Den meisten Menschen ist die Ukraine aus der Berichterstattung der Presse tendenziell negativ in Erinnerung geblieben. Die Medien berichten von Protesten auf dem Maidan, Spannungen mit dem Nachbarstaat Russland und der Annexion der Schwarzmeerinsel Krim – das sind nur wenige Eindrücke, die viele Menschen mit diesem Staat in Verbindung bringen. Dass das Land weitaus mehr zu bieten hat als einen Hauptstadtbürgermeister, der promovierter Profiboxer und Preisträger des Konrad-Adenauer-Preises ist, bewiesen drei ukrainische Teilnehmer des Lehrgangs für den internationalen Generalstabs-/Admiralstabsdienst. Zum Großen Nationalen Informationstag (GNIT) an der Führungsakademie der Bundeswehr ergriffen Oberst Oleksandr Zhevtiuk, Oberstleutnant Maksym Kasianenko und Oberstleutnant Andrii Dotsenko die Chance ein anderes Bild ihrer Heimat zu zeichnen. 

Ganzheitlicher Blick

Doch ganz ohne Rückgriff auf die jüngste Geschichte der Ukraine ging es dann doch nicht. Oberst Oleksandr Zhevtiuk beschrieb den schweren Weg seines Landes zu einem unabhängigen Staat. Spätestens beim Thema "Orangene Revolution" erinnerte sich jeder der Gäste an die Bilder vom Maidan in Kiew vor fast drei Jahren. „Damit begann der neue Kampf der Ukraine für ihre Integrität, Unabhängigkeit und europäische Zukunft", führte er aus. Doch es waren nicht nur die Proteste in Kiew, die vielen in Erinnerung geblieben waren. „Die Beschreibung der Annexion der Krim und die darauffolgenden Auseinandersetzungen mit prorussischen Separatisten in der Ostukraine halten bis heute an und sind nicht zuletzt Auslöser einer Reihe von jüngsten Entwicklungen in der NATO“, fasst er zusammen.

 

Von Ostereiern und Flugzeugen

Kultur und Sehenswürdigkeiten der Ukraine bereitete Kasianenko geschickt auf. Angefangen bei der Schönheit der Sprache über die Relevanz von Symbolen bis hin zum Färben und Verzieren von Ostereiern, den Pysanka. Die Zuhörer durften sich über einen detaillierten Einblick freuen. Ergänzend beschrieb er die Wirtschaft und die Herausforderungen, denen sich die Ukraine nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes gegenüber sah. „Heute kennen wir das Land mit seinen fruchtbaren Schwarzerdeböden als ‚Kornkammer Europas‘ “, erklärt Kasianenko, „aber auch andere Industriezweige, insbesondere der Flugzeugbau der Firma Antonov, sind jedem bekannt.“ 

 

Politik und Militär

Oberstleutnant Andrii Dotsenko erläuterte anschließend das politische System und ging ausführlich auf die Streitkräfte seines Landes ein. Der Zerfall der Sowjetunion stellte auch im militärischen Bereich den Beginn eines Wandels dar. Er unterstrich die Rolle der ukrainischen Streitkräfte in der Weltgemeinschaft durch ihre Teilnahme an Friedensmissionen, beispielsweise an dem seit 2013 laufenden Einsatz United Nations Mission in Liberia (UNMIL). Dotsenko würde sich wie viele seiner Landsleute freuen, wenn die nationale Souveränität und territoriale Integrität des Landes schnell wieder hergestellt werden könnte.

 

Traditionelle Hymnen

Mit ihren Klängen faszinierten die vier ukrainischen Musiker Iuliia Bochevar, Marharyta Mikhnievych, Illya Prysiazhniuk und André Böttcher das Publikum und sorgten für die musikalische Untermalung des gesamten Abends. In traditioneller Tracht trugen sie, begleitet von Violine und Piano, althergebrachte Lieder vor und stimmten so die Gäste für die Einzelvorträge ein. Besonderes Highlight war die Darbietung der Nationalhymne. „Dass die Nationalhymne live gesungen wird, das hat es in der Geschichte des GNIT noch nicht gegeben", sagte Flottillenadmiral Karsten Schneider. Zum Abschluss bedankte er sich bei den drei Protagonisten  sowie vier Musikern für die gelungene Veranstaltung. Ebenso wünschte er ihnen und der Ukraine „viel Kraft, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen“. Als Zeichen seiner Wertschätzung und Andenken überreichte Admiral Schneider den drei Vortragenden das Wappen der Akademie.

 

Nationalgerichte und Getreidebrand

Auf dem folgenden Empfang durften sich die Besucher über landestypische Speisen und Getränke freuen. Serviert wurde Spezialitäten, wie Borschtsch und Wareniki sowie ein  ukrainischer Gorilka (Wodka). Die gereichten kulinarischen Köstlichkeiten rundeten einen gelungenen Abend ab.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotograf:Katharina Junge

Hamburg, 24.11.2016

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Kommandeur während seiner Begrüßungsrede

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Französische Delegation begleitete den Botschafter

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Zuschauern erlebten eine spannende Diskussionsrunde

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In seinem Impulsreferat griff der Botschafter diverse Themen auf und sprach sehr offen

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Botschafter beantwortet zahlreiche Fragen des Publikums

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Angeregte Gespräche bis in den Abend hinein

„Um die Geschichte seines Landes zu beschreiben, muss man außer Landes sein.“ Mit diesem Zitat des französischen Philosophen und Schriftstellers Voltaire hat Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, der Kommandeur der Führungsakademie, den 12. Hamburger Diskurs eröffnet. Er begrüßte mit diesen Worten Philippe Ètienne, den französischen Botschafter in Deutschland, der vor einem bis an den Rand gefüllten Manfred-Wörner-Zentrum ein spannendes Impulsreferat zum Thema „Die Zukunft der deutsch-französischen Beziehungen“ hielt und anschließend als erfahrener Diplomat zahlreichen Fragen Rede und Antwort stand. Der Kommandeur betonte die Relevanz des Themas, lobte den Gedankenaustausch beider Nationen und freute sich über die Gelegenheit, so einen beeindruckenden Gast begrüßen zu dürfen.

Großer Zusammenhalt

Frankreich und Deutschland pflegen eine enge zwischenstaatliche Partnerschaft, was sich in Abstimmungen auf politischer, wirtschaftlicher und militärischer Ebene widerspiegelt. Der Botschafter unterstrich in seiner Rede die besondere Bedeutung des gegenseitigen Beistands in einer von Unsicherheiten geprägten Welt. „Die Herausforderungen sind groß und zahlreich“, so Ètienne. Er deutete auf Themen wie den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU), die andauernde Flüchtlingskrise, die innereuropäischen Spannungen und die Wahl des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten. „Der Zusammenhalt innerhalb der EU muss weiterhin gestärkt werden“, erklärte der Botschafter, „um die Errungenschaften wie Freiheit, Wohlstand und Solidarität zu bewahren.“

Geheimnis der Stärke

Deutschland und Frankreich spielen in Europa eine herausragende Rolle. Ihr Zusammenhalt wirkt als Motor der Gemeinschaft. Die Suche und das Erlangen gemeinsamer pragmatischer Lösungsansätze sind nach Ansicht des Botschafters das, was die Besonderheit der deutsch-französischen Beziehung ausmacht. „Kompromissbereitschaft ist dabei der Schlüssel zum Erfolg“, fügt er hinzu. Wie erfolgreich dieses Konzept sein kann, erläuterte Ètienne am Beispiel des diesjährigen Klimagipfels in Marrakesch: „Bei Erzielung des Abkommens waren Frankreich und Deutschland führend beteiligt, beide Länder stellen gemeinsam die Hälfte des Kapitals für die Energiewende im Klimafonds.“ Dieser finanziert Projekte zur Minderung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern. Beiden Staaten käme auch in anderen Politikfeldern eine große Verantwortung zu. „Das wird viel Zeit in Anspruch nehmen, gleichzeitig aber auch eine Chance zur Stärkung unserer Verbundenheit bieten.“

Kritische Auseinandersetzung

Trotz seines leidenschaftlichen Bekenntnisses zur Europäischen Union versäumte es der französische Botschafter nicht, auf Defizite hinzuweisen. So nutzte er die Fragen des Publikums, wie „Sind wir noch eine Wertegemeinschaft?“, „Muss Europa nicht effizienter bei der Zielerreichung werden?“ und „Warum kommt die Idee Europa bei den Menschen nicht an?“, um aufzuzeigen, dass in Zukunft neue Inhalte geschaffen und erzielte Ergebnisse sichtbar gemacht werden müssen. Die hitzige Kritik an der EU müsse überwunden und die Populisten verdrängt werden. „Nur so gelingt es uns, die Menschen mitzunehmen und Europa wieder interessant für sie zu machen.“ Mit einer spannenden Diskussion, die aufgrund noch vieler weiterer Fragen hätte bis tief in den Abend geführt werden können, ging der 12. Hamburger Diskurs zu Ende. Ètienne schloss mit den Worten: „Ich danke der Führungsakademie von ganzem Herzen für die positive Zusammenarbeit und die Möglichkeit, dass französische Offiziere hier gemeinsam mit ihren deutschen Kameraden lernen dürfen. Das ist ein tolles Zeichen!“

Zufriedene Gäste

Der Abend fand seinen gebührenden Ausklang in Form eines Empfangs im Foyer des Manfred-Wörner-Zentrums. Hier bot sich den Gästen die Möglichkeit, sich tiefergehend auszutauschen. Zufrieden äußerte sich das Ehepaar Clausen: „Uns hat die Veranstaltung außerordentlich gut gefallen. Die Inhalte waren hoch aktuell, und der französischen Botschafter hat interessante Antworten auf die unterschiedlichsten Fragen gefunden.“ Auch Peter Hammer, der auf eine Vielzahl von Berufsjahren im Attaché-Dienst in Frankreich zurückblicken kann, kommt regelmäßig zu diesen Veranstaltungen. „Schon allein um Kontakt zu halten, komme ich her. Wenn das Thema mich darüber hinaus noch persönlich berührt wie dieses Mal, bin ich richtig begeistert.“

Einflussreiche Persönlichkeiten

Mit der zwölften Auflage des seit 2012 stattfindenden Ereignisses wurde eine erfolgreiche und beliebte Veranstaltungsreihe fortgesetzt. Sie verfolgt das Ziel, den Meinungsaustausch zu intensivieren, und sie fördert die Netzwerkbildung von Menschen in der Hansestadt, die sich mit aktuellen Themen aus verschiedenen Perspektiven auseinander setzen. Bedeutende Größen aus Wirtschaft, Politik und dem Hamburger Umfeld, wie zum Beispiel Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder, der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika oder der Vorsitzende des Aufsichtsrats der OTTO-GROUP, Dr. Michael Otto, trugen bereits an der höchsten Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr in Hamburg Blankenese vor. Mit dem französischen Botschafter wurde der Staffelstab der Protagonisten der Reihe erfolgreich weiter gegeben.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotos: FüAk

Peking - Guangzhou - Manila - Singapur - Hanoi , 22.11.2016

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Gemischte Teilnehmergruppe des Capstone Courses 2016

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Zu Gast im chinesischen Verteidigungsministerium

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Gesprächsrunde im Camp Aguinaldo (Philippinen)

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Zu Besuch im Verteidigungsministerium Singarpurs

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Auf den Straßen von Hanoi

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Die Bezeichnung „Capstone Course“ ist wörtlich zu nehmen, denn der Capstone, englisch für Schlussstein, bildet den Höhepunkt der langjährigen und vielschichtigen Ausbildung des Spitzenpersonals der Bundeswehr. Einmal jährlich führt die Führungsakademie der Bundeswehr im Auftrag des Generalinspekteurs eine dreiwöchige Weiterbildungsreise als Krönung des lebenslangen Lernens durch. Dieses Jahr stand der ostasiatische Raum im Mittelpunkt. In fast schon alter Tradition führte und begleitete General a.D. Rainer Schuwirth den Kurs als „Senior Course Director".

Höchste Tätigkeiten

Ziel des „Deutscher Capstone Courses“ (DCC) ist zum einen die Einweisung in die aktuellen sicherheitspolitischen Inhalte als Vorbereitung für Funktionen auf höchster Ebene im nationalen und internationalen Bereich. Zum anderen soll ein Forum für ressortübergreifende Diskussionen und Netzwerkbildung zwischen zukünftigen Entscheidungsträgern im Regierungsapparat geschaffen werden. Die Teilnehmer stammen nicht nur aus dem Verteidigungsministerium. Auch Vertreter aus dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium des Innern, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sind eingeladen. Der thematische Schwerpunkt wechselt dabei jährlich, wodurch auch die Reiseziele variieren.

Sorgfältige Vorarbeit von Nöten

Um die Kursteilnehmer/-innen auf die vor ihnen liegenden Gespräche vorzubereiten, begann das Seminar mit einer zweitägigen Einweisung in mehreren Ministerien, dem Bundesnachrichtendienst und der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. „Es wurden grundlegende sicherheitspolitische Aspekte beleuchtet, aber auch die Besonderheiten der Region mit fachkundigen Experten vertieft“, erklärt Kapitän zur See Joachim Gutow, der mit der Leitung der Hochwertseminare an der Führungsakademie betraut ist. Mit diesen Erfahrungen und tiefgehenden Erkenntnissen im Gepäck brach die Reisegruppe zum stetig wachsenden Wirtschaftsraum Ost- und Süd-Ost-Asien auf.

Anspruchsvolle Seminartage

„Ich als Kursteilnehmer möchte ein tiefgehendes und umfassendes Bild über eine für Deutschland wirtschafts- und sicherheitspolitisch zunehmend wichtige Region dieser Welt erlangen“, beschreibt ein Teilnehmer seinen persönlichen Ehrgeiz für diese Reise. „Eine hochliegende Messlatte, die es zu überspringen gilt“, so die Seminarleitung. Aus diesem Grund begrüßte die Kursteilnehmer des DCC in Gastland stets der jeweilige deutsche Botschafter beziehungsweise ein Gesandter. Gemeinsam betrachteten sie unterschiedliche Themen, wie die wirtschaftliche Lage des Landes, sozialpolitische Rahmenbedingungen oder mögliche Territorialkonflikte, und das jeweils aus der strategisch-politischen Perspektive. Anschließend besuchte das Seminar verschiedene Institutionen des Gastlandes, wie ausgewählte Ministerien, wenn möglich eine Verteidigungsakademie sowie eine Universität oder Studieneinrichtung. 

Nah dran an der Aktualität

Zeitgleich zum Aufenthalt des DCC in Peking erfolgte der vielbeachtete Antrittsbesuch des philippinischen Präsidenten Duterte in China. Mit besonderem Interesse verfolgten die Kursteilnehmer die Berichterstattung in den chinesischen Medien. Die damit verbundene Neu-Positionierung der Philippinen gegenüber China und dem Allianzpartner USA wurde im Dialog mit den Gesprächspartnern vor Ort diskutiert. Hintergrund für die große Bedeutung des Besuchs ist das im Juli 2016 ergangene Urteil des Ständigen Schiedshofes in Den Haag über eine Klage der Philippinen bezüglich chinesischer Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Ein Glücksfall für den Seminarleiter. „Dadurch erfuhr“, so Gutow, „die diesjährige DCC-Themensetzung eine besondere Aktualität.“ Nach der Rückkehr in Deutschland bildete ein Abschlussgespräch als Grundlage der folgenden Diskussion mit Vertretern des Verteidigungsministeriums und anderer Ressorts das offizielle Ende des diesjährigen Kurses.

Vielfältige bleibende Eindrücke

Neben all den Gesprächen mit sicherheitspolitischem Hintergrund blieb auch Zeit, die Orte der einzelnen Stationen zu erkunden. Ob am Platz des Himmlischen Friedens in Peking oder in Guangzhou, oder der drittgrößten Stadt Chinas, die mit unzähligen Wolkenkratzern und einem extravaganten Fernsehturm eine beeindruckende Kulisse am Perlfluss bot. Die Kursteilnehmer konnten wesentlich mehr von der Reise mitnehmen als politisches Hintergrundwissen. „Ich hätte nie gedacht, dass auf den Straßen und Gassen von Hanoi - dort, wo vor zehn bis zwanzig Jahren noch unzählige Fahrräder das Bild beherrschten - heute Millionen von Mopedfahrern die Szenerie dominieren. Schwer vorzustellen, wie sich das Bild darstellen wird, sollten diese im Zuge eines weiteren wirtschaftlichen Aufschwungs des Landes in den kommenden Jahren durch Autos ersetzt werden“, resümiert ein Teilnehmer. 

Hat es was gebracht? Ja!

Die vielschichtige Herangehensweise an die sicherheitspolitischen Fragestellungen hat die Fähigkeit der Lehrgangsteilnehmer, militärpolitische Sachverhalte in ihrer Komplexität zu bewerten und als kompetente Berater zu agieren, deutlich gestärkt. Die Wahl der Region sowie die Auswahl der Gesprächspartner wurden von den Teilnehmern sehr geschätzt. „Die Lehrgangsteilnehmer haben wiederholt zum Ausdruck gebracht, dass sie sich nie hätten vorstellen können, in so kurzer Zeit einen so tiefen Einblick in die politischen Zusammenhänge dieser Region zu bekommen“, fasst Gutow das Lehrgangsfeedback zusammen. „Zudem kommt dem hochwertigen Lehrgang in Zeiten gestiegener Bedeutung bilateraler Beziehungen ein besonderer Stellenwert als militärpolitisches Instrument zu.
Er wird in den Gastländern als entsprechendes Zeichen Deutschlands wahrgenommen. Für mich Motivation und Grund genug mich bereits jetzt mit den Planungen des DCC 2017 zu beschäftigen.“

 

 

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Akademischer Austausch über den fernen Osten

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Admiral Schneider (M.) mit den Professoren Gareis und Staack

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Der stellvertretende Kommandeur führt in die Thematik ein

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Die Chinesische Mauer - Sinnbild für die vielschichtige Geschichte des Landes

Die Jahreskonferenz des Wissenschaftlichen Forums für Internationale
Sicherheit (WIFIS) fand dieses Mal mit dem Titel „China, Indien und
die koreanische Halbinsel – Kooperation und Konflikt“ an der
Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg statt. Da die Region
Ostasien immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, sei es
aufgrund der nordkoreanischen Atomwaffentests oder der Spannungen
zwischen China und seinen Anrainerstaaten im Südchinesischen Meer,
hätte das Thema kaum besser gewählt sein können. WIFIS verfolgt das
Ziel, wissenschaftliche Untersuchungen auf dem Gebiet der Sicherheits-
und Verteidigungspolitik zu fördern und zu veröffentlichen. Es
leistet so einen Beitrag dazu, den Dialog zwischen Wissenschaft,
Streitkräften und Gesellschaft zu intensivieren.

Chinas Streben zur Weltmacht

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Kommandeur der
Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, führte
WIFIS-Präses Professor Michael Staack in die Gesamtthematik ein. Er
umriss die Grundzüge der deutschen Ostasien-Politik: Ziel ist eine
regionale Ordnung kooperativer Sicherheit und nicht ein
„Containment“ Chinas. Aufstrebende Mächte wie China sollten immer
stärker in die Gestaltung der regelbasierten internationalen Ordnung
eingebunden werden. „Diese Ordnung müsse sich aber auch als
reformfähig erweisen“, so Staack. Deutschland sei im
asiatisch-pazifischen Raum kein Verbündeter der USA und der „Pivot
to Asia“ eine nationale amerikanische Strategie.

Kooperation im Fokus

Professor Sven Bernhard Gareis vom George C. Marshall European Center
for Security Studies betrachtete die Entwicklung der chinesischen
Außenpolitik unter Präsident Xi Jinping. Im Gegensatz zu seinen
Vorgängern verfolgt Xi Jimping laut Gareis offen das Ziel, China bis
zur Mitte des 21. Jahrhunderts wieder auf einen Platz unter den
führenden Mächten der Welt zu bringen, diesen hatte das Reich der
Mitte jahrhundertelang inne. Gareis leitete daraus die Fragen ab:
„Wie wird China seinen Weltmachtstatus versuchen wiederzuerlangen -
kooperativ oder konfrontativ? Und wie werden die anderen Mächte auf
Chinas weiteren Aufstieg und die veränderte Außenpolitik
reagieren?“ Angesichts seiner Abhängigkeit von einem stabilen
regionalen und globalen Umfeld erwartet Gareis hier ein eher
kooperatives Verhalten Chinas.

Großes Interesse für entfernte Welten

Als Vertreter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) ging Dr.
Michael Paul auf die rasant vor sich gehenden Entwicklungen im
Südchinesischen Meer ein. Die Rolle von Think Tanks erläuterte Dr.
Anastasiya Bayok. Dr. Sandra Destradi vom German Institute of Global
and Area Studies - Institut für Asienstudien – fokussierte in ihrem
Vortrag Indien und ging der Frage nach, ob der Subkontinent in seiner
Region ein zögerlicher Hegemon sei. Viele weitere Themen standen auf
der breitgefächerten, sorgfältig ausgewählten Agenda. Die
Teilnehmer haben die Konferenz mit regem Interesse verfolgt. Unter den
zahlreichen Gästen waren auch der Generalkonsul Indiens, der
stellvertretende Generalkonsul Chinas und eine Vertreterin des
Generalkonsulats der Republik Korea in der Freien und Hansestadt
Hamburg. Die Führungsakademie hat sich gefreut, durch diesen
interaktiven Austausch zu mehr Verständnis für die Region
beizutragen.

Fotos: Laura Clayborn; Internet

 

Autor: Benedikt Eichhorn; Fotos: Erik Voigt

Hamburg, 11.11.2016

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Am 07. November 2016 empfing die Senatskanzlei der Stadt Hamburg die Teilnehmer des Lehrgangs für den General-/Admiralstabsdienst des Jahrgangs 2016 im traditionsreichen Kaisersaal des Rathauses der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Besuch im Hamburger Rathaus unter Führung des Staatsrat Wolfgang Schmidt ermöglichte den Offizieren interessante Einblicke in die „Außenpolitik“ des Stadtstaates.

Offene Diskussionen mit tiefen Einblicken

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion ergab sich die Möglichkeit zum direkten Dialog zwischen Staatsrat Schmidt und den Offizieren. Als Bevollmächtigter beim Bund, bei der Europäischen Union und für auswärtige Angelegenheiten erläuterte Schmidt die aktuellen politischen Themen aus der außenpolitischen Sicht des Hamburger Senats. Den Schwerpunkt der Diskussion bildeten die gegenwärtigen Entwicklungen und Herausforderungen, welche aufgrund des derzeitigen ‚Wandels der Welt‘ zu bewältigen sind. „Dies verwundert nicht, stellt sich Hamburg als ‚wirtschaftliches Schwergewicht‘ und ‚Tor zu Europa‘ ähnlichen Entwicklungen, Anforderungen und Herausforderungen, wie die Bundeswehr.“ schlussfolgerte einer der teilnehmenden Offiziere. In der Debatte eröffnete sich den Offizieren ein offener Blick auf die Welt und in die Gesellschaft. Neben den außenpolitischen Themen erhielten die Teilnehmer zudem Hintergrundinformationen über Großprojekte der Stadt Hamburg, wie den Bau der Elbphilharmonie und die Planung der anstehenden OSZE- und G20-Gipfel.

Rundgang durch das Rathaus rundet den Besuch ab

Zum Abschluss des Besuchs dürfte eine Führung im Hamburger Rathaus nicht fehlen. Im Rahmen dieser Führung konnten die Lehrgangsteilnehmer noch einen Blick hinter die Kulissen der Hamburger Bürgerschaft und des Hamburger Senats erlangen. „Für mich war die beeindruckende Geschichte der Freien und Hansestadt Hamburg und durch die ein oder andere Anekdote noch heute im traditionsreichen Rathaus erlebbar.“ verriet ein Lehrgangsteilnehmer im Anschluss.


Es war das zweite Mal, dass der Hamburger Senat die Teilnehmer des Lehrgangs für den General-/Admiralstabsdienst der Führungsakademie eingeladen hat. Er stellte somit einmal mehr die enge Verbundenheit der Freien und Hansestadt Hamburg zu den Deutschen Streitkräften sowie zur Führungsakademie der Bundeswehr heraus.

 

Autor: Daniel Eisenbrqaun und Christiane Rodenbücher; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 08.11.2016

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Seite an Seite: Irakische Streitkräfte mit Peschmerga an der Führungsakademie

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Eindrucksvolle Informationen aus dem Irak

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Mehr als 300 Personen beim gemeinsamen Vortrag

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Gelebte Gastfreundschaft nach der Präsentation

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Kulinarische Spezialitäten aus dem Land an Euphrat und Tigris

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Offiziere verschiedener Nationen weiterhin im Austausch

„Das ist schon etwas Besonderes, ein großer Informationstag zum Thema Irak, das hatten wir noch nie. Im Irak kämpfen gerade irakische Einsatztruppen, Peschmerga und weitere Koalitionstruppen gegen den Islamischen Staat. Uns allen ist bewusst, in welch ernster Lage sich das Land befindet, wir alle leiden mit diesem Land“, sagt der stellverstretende Kommandeur der Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, in seiner Einführung zur Informationsveranstaltung über das Land am Euphrat und Tigris. Deutschland pflegt seit langer Zeit militärische Kontakte zu dem Zweistromland. Die Bundeswehr unterstützt die Peschmerga im Rahmen der NATO-Ausbildungspartnerschaft. Seitdem nehmen regelmäßig irakische Offiziere an der internationalen Generalstabsausbildung teil.

Gemeinsam stark

Auf dem Podium der Führungsakademie stehen vier Vortragende. Unter diesen Soldaten befindet sich ein Angehöriger des Militärs der autonomen Region Kurdistan, ein Perschmerga. Die anderen drei sind Angehörige der irakischen Armee. Das ist ein ganz außergewöhnliches Ereignis für die Führungsakademie der Bundeswehr und für die geladenen Gäste und Lehrgangsteilnehmer des großen nationalen Informationstages.

Neues Bewusstsein

„Jeder, dem das Wort Irak in den Sinn kommt, hat vor seinen Augen diese Bilder“, sagt Hauptmann Al-Jawdah: Auf die Leinwand werden Fotos projiziert, die das Ausmaß der jüngsten Not deutlich unterstreichen. Mit Schwermut erzählt er von den Konsequenzen, die das Land in der Vergangenheit bis hin zur Gegenwart stark beeinträchtigt haben. Dennoch schaut der Hauptmann der irakischen Streitkräfte in seinem Vortrag in eine optimistische Zukunft. „Wenn Sie am Ende des Tages ein vielfältigeres Bild vom Irak bekommen, ist unser Ziel erreicht.“

Land und Leute

„Im Irak leben 37 Millionen Menschen, welche sich aus 69 Prozent Arabern, 19 Prozent Kurden und 12 Prozent Ausgehörigen anderer Volksgruppen zusammensetzen“, beschreibt der Vortragende. Die Iraker sind im Durchschnitt 20 Jahre alt. Bei einem Bevölkerungswachstum von 2,6 Prozent lässt sich ableiten, dass das Land eine junge und dynamische Bevölkerung besitzt. Im Irak sind 95 Prozent der Bevölkerung Muslime und 5 Prozent Christen. Hauptmann Al-Jawdah betont in seinem Vortrag, wie wichtig die letzte Verfassungsänderung für die Religionsfreiheit des Landes ist und schließt seinen Redebeitrag mit den Worten: „Trotz vieler verschiedener Ethnien und Religionen fühlen wir uns alle als Iraker und sagen mit Stolz: Wir alle sind der Irak.“

Seite an Seite

Die Peschmerga, auch als „die dem Tod ins Auge Sehenden“ bezeichnet, wurden als Einsatztruppe ebenfalls vorgestellt. Das Besondere: Frauen werden seit 1996 in dieser speziellen Streitkraft ausgebildet und eingesetzt. Sie beteiligen sich am Kampf gegen den Terrorismus und unterstützen dadurch die irakischen Streitkräfte bei der Rückeroberung des Landes.

Kulinarischer Ausklang

Flottillenadmiral Karsten Schneider bedankte sich im Anschluss an den Vortrag bei den Vortragenden Hauptmann Ali Hussein Ali Al-Jawdah, Hauptmann Bzhar Abdulkhaleq Khidhir, Hauptmann Rebar Saleem und Major Khalid Hatem Al-Quasi im Namen der Zuschauer für diesen informativen Ausflug. Die Herausforderungen aktueller Krisen und Konflikte, insbesondere des internationalen Terrorismus, lassen sich nur gemeinsam im Rahmen der Weltgemeinschaft lösen – die Führungsakademie leistet hierbei einen Beitrag zur Völkerverständigung. Im Anschluss an die hervorragende Veranstaltung gab es für die Teilnehmer und Ehrengäste die Gelegenheit, landestypische Spezialitäten bei anregenden Gesprächen zu genießen.

 

Autor: Franziska Krause; Fotografin: Jana Grigoleit

Hamburg, 07.11.2016

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Zahlreiche Partner folgten Einladung zur „Ladies and Gentlemen Night“

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In der Welt daheim: Teilnehmer markieren ihre Herkunft

Buntes Treiben, herzliche Umarmungen, verschmitztes Kichern. Am ersten Novemberabend füllt sich nach und nach der Emser Saal mit Leben. Im Mittelpunkt stehen allerdings nicht die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des deutschen und internationalen Generalstabslehrganges, sondern die Partnerinnen und Partner der Lehrgangsteilnehmer. Diese treffen sich einmal monatlich, tauschen sich aus, genießen die entspannte Atmosphäre – Freundschaften entstehen.

Willkommen in Hamburg

Anne Prokoph zum Beispiel ist mit ihrem Mann und ihrer Familie vor einem Jahr nach Hamburg gezogen und organisiert seitdem die regelmäßigen Treffen gemeinsam mit Jana Grigoleit für das kommende Lehrgangsjahr. Die Auftaktveranstaltung, auf der die Partnerinnen und Partner der neuen Jahrgänge beider Generalstabslehrgänge begrüßt werden, findet jedes Jahr im Herbst in der „Gemeinsamen Heimgesellschaft der Führungsakademie“, kurz der GHG, statt. Hier bietet sich die Möglichkeit, den Dienstort des anderen Partners kennenzulernen und mit anderen über die neue Heimat Hamburg zu diskutieren.

Einmal um die Welt

Zu Beginn des Abends wollten es die Organisatoren genau wissen, woher die insgesamt 45 Teilnehmer der Veranstaltung ursprünglich kommen. Jeder durfte an einer großen Weltkarte seinen Heimatort markieren und am Ende des Abends mit Spannung betrachten, woher die anderen angereist sind. So wurden Gemeinsamkeiten festgestellt, Geschichten aus der Heimat erzählt und Reisepläne gegen Fernweh oder Heimweh geschmiedet.

Anker setzen

Eines haben die Teilnehmer aus insgesamt 15 verschiedenen Nationen ganz sicher gemeinsam – sie wissen, wie man einen Umzug organisiert und schnell die neue Heimat entdeckt. Vielen Familien fiel der Umzug an den Standort Hamburg ganz und gar nicht schwer. Sie genießen die Großstadt in vollen Zügen: „Wir lieben es, am Wochenende mit unserem kleinen Sohn um die Alster zu spazieren und fühlen uns im Norden einfach nur wohl“, erzählt Katja Günther. Mit Spannung tauschen sich die Teilnehmer über den neuen Standort Hamburg sowie über vergangene und künftige Dienstorte aus, denn Eines ist sicher: Der nächste Umzug kommt bestimmt.

Nicht nur Frauensache

Wie man vermuten würde, bestand ein Großteil aus Teilnehmerinnen. Doch mittendrin saß auch Michael Ross an einem der zahlreichen Tische und genoss die quirlige Atmosphäre. Gemeinsam mit seiner Frau ist Michael diesen Herbst von Amerika nach Deutschland gezogen, da seine Partnerin am nationalen General- und Admiralstabslehrgang teilnimmt. In der Geschichte dieser Auftaktveranstaltung war es das erste Mal, dass einer der Ehemänner anwesend war. Organisatorin Anne Prokoph hofft, dass dieses Bild in Zukunft immer zur „Ladies and Gentlemen Night“ gehört. Für den Amerikaner war es hingegen keineswegs neu, dass er der einzige männliche Ehepartner bei einer Veranstaltung ist. Die einzigartige Atmosphäre sowie die Mischung aus den verschiedenen Kulturen sind für ihn die Gründe, an den Veranstaltungen für die Partner der Soldaten teilzunehmen.

Miteinander entdecken

Ganz egal, ob aus dem Süden Deutschlands, aus Italien oder Japan – gerade im Winter gibt es vieles, was die Familien der Lehrgangsteilnehmer rauslockt. So planen die beiden Organisatoren bereits ein gemeinsames Plätzchenbacken, einen Weihnachtsmarktbesuch und Veranstaltungen für die ganze Familie. „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“, meint Jana Grigoleit. Und so bot sich schon am ersten Abend die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und einfach miteinander die Zeit zu genießen.

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 04.11.2016

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,,Ein Pfund, mit dem wir wuchern können": Verteidigungsministerin gibt Kommandeur Stawitzki Auftrag zum Ausbau der Führungsakademie

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Offener Austausch: Ursula von der Leyen beantwortet Fragen der Lehrgangsteilnehmer

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Eintrag ins Gästebuch der Führungsakademie

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Vertraute Gespräche: Bundesverteidigungsministerin im Dienstzimmer des Kommandeurs

„Zeitgemäße Führung“ und „Kompetenzorientierte Ausbildung“: Die Bundesministerin der Verteidigung hat diese Themen bei ihrem Besuch an der Führungsakademie der Bundeswehr in den Mittelpunkt gestellt. Die Führungsakademie soll einen höheren Stellenwert in der Ausbildung erfahren. „Ich möchte, dass sich die Führungsakademie weiter entwickelt“, sagte Ursula von der Leyen vor dem Stammpersonal und den Lehrgangsteilnehmern in Hamburg.

Entscheidender Faktor: Mensch

„In Sachen Führung ist die Bundeswehr weit vorn, die Führungsakademie ist ein Pfund, mit dem wir ganz gewaltig wuchern können“, erklärte die Verteidigungsministerin. Sicherheitslage, Digitalisierung, demographischer Wandel und viele weitere Rahmenbedingungen verlangen von der Bundeswehr, sich stetig auf neue Situationen einzustellen. Der Veränderungsdruck ist enorm. Die Bundeswehr hat sich all diesen Herausforderungen erfolgreich gestellt. „Der entscheidende Faktor dabei ist der Mensch, wir werden nur bestehen können, wenn es uns gelingt, hervorragend ausgebildete Kräfte langfristig zu gewinnen.“

Bedeutungszuwachs

Die Bundesministerin der Verteidigung setzt ihren Gestaltungsanspruch mit klaren Maßstäben um: Die Führungsakademie erlangt dadurch eine gesteigerte Bedeutung, dass sie dem Generalinspekteur der Bundeswehr direkt unterstellt wird. Darüber hinaus wird der Kommandeur der Führungsakademie mit der Einrichtung einer Konzeptions- und Planungsgruppe für die Weiterentwicklung der Akademie beauftragt. Im Fokus steht der Mensch: „Die Lehrgangsteilnehmer sind der Motor der Führungsakademie.“

Moderner Think Tank

Die in der Akademie vorhandene Expertise der Lehrgangsteilnehmer soll verstärkt einbezogen werden. Denn die Ministerin stellt berechtigt fest: „Wenn sich Anspruch und Inhalt der Lehre ändern sollen, dann muss sich auch die Vermittlung weiter entwickeln.“ Die Führungsakademie soll außerdem zu einem Think Tank entwickelt werden, der zur Strategiefähigkeit der Bundeswehr und der Bundesregierung beiträgt.

Vielschichtige Anforderungen

Das Aufgabenprofil eines angehenden Generalstabsoffiziers ist vielfältig. Der versierte militärische Fachmann steht an erster Stelle. Eng verwoben mit nationalen und internationalen Partnern, Partnern in zivil und in Uniform, in stetem Kontakt mit der Gesellschaft. Zum anderen das Führen, Planen und Beraten in einem bundeswehrgemeinsamen Umfeld. Außerdem werden Frauen und Männer, Soldatinnen und Soldaten gebraucht, die Entscheidungen treffen können und wollen, die verlässlich, nachvollziehbar, transparent und fachlich richtig sind. „Die Königsdisziplin sind aber die Kompetenzen in der Menschenführung“, betonte Ursula von der Leyen. „Die Führungsakademie ist die Schmiede unserer Führungselite.“

Kultur, Kompetenz, Kritik

Zuletzt appellierte die Bundesministerin der Verteidigung an die Kultur an der Akademie, „eine Kultur getragen von Innovation, Kompetenz und vom Willen zur operativen Exzellenz, zugleich aber auch der kritischen Selbstreflexion und der konstruktiven Fehlerkultur sowie des respektvollen Umgangs miteinander“. Eine neue Zeit beginnt.

 

Autor: Frank Magnus; Fotografin: Katharina Junge / Bundeswehr

Hamburg, 01.11.2016

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General Halbauer berichtet über seine Erfahrungen im 1. Deutsch - Niederländischen Korps in Münster

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Aus der Praxis für die Praxis: realistischer Vortrag für die Teilnehmer des Generalstabslehrgangs

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Die Rolle des Korps gestern und heute

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General Halbauer im Blitzgewitter der Medien

Tiefe Einblicke, spannende Zusammenhänge: Generalleutnant a. D. Volker Halbauer, 2013 bis 2016 Kommandierender General des 1. Deutsch-Niederländischen Korps in Münster, hat vor den 50 Heeresuniformträgern des Lehrgangs General-/Admiralstabsdienst 2015 zur Führungsebene „Korps“ und der Rolle eines Kommandeurs vorgetragen. Der Bereich Heer lädt traditionell zum Auftakt dieses Ausbildungsblocks einen ehemaligen Kommandierenden General eines Korps als Vortragenden ein, um den Lehrgangsteilnehmern einen authentischen Eindruck von einer Führungsebene zu geben, auf der die wenigsten bislang eingesetzt waren.

Vielfältige Aufgaben

General Halbauer orientierte sich in seinem Vortrag an drei Leitfragen: Was sind Korps, was können Korps und was brauchen sie, um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Zunächst stellte er fest, dass alle neun Korps der NATO verschieden sind, man bei näherer Betrachtung jedoch immer mehr Gemeinsamkeiten feststellen kann. Mögen Gliederung und Ausrichtung auch verschieden sein, die Sprache aller Korps ist die Prozessordnung mit dem Namen Comprehensive Operations Planning Directive (COPD).

Miteinander stark

Als Scharnier von der operativen zur taktischen Ebene forderte General Halbauer die jungen Kameraden auf: „Aus den weichen Begriffen müssen konkrete Aufträge und Aufgaben für die unterstellten Divisionen und Brigaden werden, das ist mehr, als nur die Karte vom Maßstab 1:500.000 auf 1:100.000 umzubrechen – und das Ganze natürlich in einem multinationalen Hauptquartier mit den Stärken und Schwächen eines jeden Partners.“

Großer Wandel in kurzer Zeit

General Halbauer hob den Wandel des Korps in den letzten Jahren hervor. Wichtig für ein Korps war bisher vor allem Einsatzrelevanz. 2014 hat sich die Welt geändert: Besetzung der Krim und der Ostukraine. 2015: Die Zertifzierung des 1. Deutsch-Niederländischen Korps als NATO Response Force Verband fand deshalb 2015 unter völlig neuen Bedingungen statt. Künftig erwartet General Halbauer für die Korps eine Rückbesinnung auf ihren ureigenen Auftrag als Korps mit erhöhter Einsatzbereitschaft. Für den künftigen Generalstabsdienstoffizier bedeutet dies ein Höchstmaß an geistiger Flexibilität, da alle Funktionen einen anderen Stab und andere Prozesse verlangen.

Üben in der Realität

Punkt drei: Fähigkeiten. „Der Stab muss den Brückenschlag von der operativen zur taktischen Ebene beherrschen, und das in jedem möglichen Szenar“, betonte General Halbauer. Das Üben mit Power-Point genügt nicht als Vorbereitung, die Karte mit realistischem Maßstab rückt zunehmend in den Vordergrund. Voraussetzung für diese Fähigkeiten ist vornehmlich die Ausbildung, diese beginnt beim Kommandierenden General und endet beim Gefreiten.

Blick Richtung Zukunft

„Planen und Durchführen von Übungen ist Ihre Aufgabe als Generalstabsdienstoffizier, denn nur was man auch real gemacht hat, kann man am Ende.“ Der Vortrag regte zu vielen neuen Denkanstößen für die Lehrgangsteilnehmer und Dozenten an. General Halbauer gelang es, nicht nur auf Vergangenes zu blicken, sondern den künftigen Generalstabsdienstoffizier damit zu konfrontieren, was in absehbarer Zukunft tatsächlich auf ihn zukommt. Eine große Bereicherung für das künftige Führungspersonal.

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: ASW / fueakbw

Hamburg, 20.12.2016

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Seminarteilnehmer aus ganz Deutschland folgen dem vielschichtigen Vortrag der SWP-Referentin

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Bilaterale Zusammenarbeit an der FüAK: Admiral Schneider mit Generalmajor Fernando Rodrigues Goulart

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General Hambach ehrt brasilianische Lehrgangsteilnehmer

"Chancen und Herausforderungen für deutsche Unternehmen in Brasilien" - zu einem Workshop mit diesem Thema hatten die Kooperationspartner Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) der Deutschen Handelskammer und die Führungsakademie nach Berlin eingeladen. Brigadegeneral Thomas Hambach und Jens Wolter, Vorsitzender des ASW, begrüßten die Teilnehmer aus der deutschen Wirtschaft sowie der Hamburger Akademie, die ein spannendes und vielseitiges Programm in Form von Vorträgen aus den Bereichen Sicherheitspolitik, Wirtschaft und Konzernsicherheit miterlebt haben. „Ich schätze diese Seminarreihe sehr“, sagte General Hambach, „weil sie für alle Teilnehmenden eine Perspektivenvielfalt und damit neue und wertvolle Erkenntnisse über ein Länder-Thema ermöglicht.“

Notwendiger Reformbedarf

Es ist mittlerweile der vierte gemeinsame Workshop. Ukraine, Türkei, Iran und Brasilien standen bisher auf der Agenda. Gerd Kugler, First Vice President der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), hatte hierzu in seine Niederlassung in der Berliner Charlottenstraße eingeladen. Dr. Claudia Zilla von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Forschungsgruppe Amerika, nahm durch ihre profunden Kenntnisse des Landes eine multiperspektivische Einordnung der politischen Situation und der Entwicklungsmöglichkeiten des Landes vor. Die politische und wirtschaftliche Situation, so die Referentin, tragen zur Unzufriedenheit der Bevölkerung bei, große Armut und Arbeitslosigkeit sorgen für wenig Rückhalt der politischen Führung. Eine ganze Reihe von Ursachen liegen laut Zilla der aktuellen Krise Brasiliens zugrunde, das vor kurzem noch mit hohen Wachstumsraten positiv auf sich aufmerksam machte. „Politikwandel und institutionelle Reformen sind nötig.“

Stabile bilaterale Beziehungen

OTL i.G. Christof Spendlinger, Dozent an der FüAK, berichtete über die außen- und sicherheitspolitische Lage. Ausgehend von einer geopolitischen Einordnung führte sein Vortrag über das Selbstverständnis Brasiliens als Regionalmacht und einen Exkurs zu seinen Streitkräften und ihrer Rolle hin zu den gewachsenen militärpolitischen Beziehungen, die ihren Ausdruck in einem inzwischen umfangreichen bilateralen Jahresprogramm, darunter auch der regelmäßigen Teilnahme brasilianischer Offiziere am Internationalen Generalstabslehrgang an unserer Akademie, finden.

Sicherheit aus Konzernsicht

Carsten Sandhop, Büroleiter der KfW Entwicklungsbank in Brasilia, und Thiemo Kapffer von der Konzernsicherheit der Continental AG berichteten abschließend über die Analyse von Sicherheit in dem südamerikanischen Land und dem Umgang der Bank respektive des Unternehmens mit den Ergebnissen der Analyse. Es war spannend zu erfahren, wie die beiden Institutionen ihren Mitarbeitern vor Ort Sicherheitsmanagement vor Ort antrainieren und entsprechende Werkzeuge für die Bewältigung der Sicherheitsherausforderungen an die Hand geben. Die insgesamt zwanzig Teilnehmer diskutierten die präsentierten Vorträge und bestätigten im Anschluss an die Veranstaltung einhellig: ein exzellentes Format, sich einem Land aus verschiedenen Perspektiven anzunähern. Daher wird die Reihe mit Sicherheit in naher Zukunft eine Fortsetzung erfahren.

 

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