Autor: Daniel Eisenbraun / Christiane Rodenbücher; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 24.08.2016

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Aufgeschlossene Gespräche prägen den Abend

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Kommandeuer begrüßt die neuen Lehrgangsteilnehmer

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Keine Berührungsängste von Anfang an

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Freundschaften werden schnell geschlossen

„Wir begrüßen 62 internationale Offiziere aus 37 Nationen und 17 Offiziere aus Deutschland“, sagte Generalmajor Achim Lidsba, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, bei der Begrüßung der neuen Lehrgangsteilnehmer des internationalen Generalstabslehrganges. „Als Besonderheit nimmt erstmals eine Nation auf besonderen Wunsch teil, die als NATO-Mitglied eigentlich für den nationalen Lehrgang vorgesehen ist: Wir freuen uns über einen Lehrgangsteilnehmer aus Estland.“ Im Scharnhorst-Saal haben sich die Offiziere aus aller Welt versammelt, um sich im Vorfeld auf die gemeinsame Zeit besser kennen zu lernen.

Zeichen der Verbundenheit

Auch dieses Jahr gibt es unter den Lehrgangsteilnehmern Soldaten, die mit ihren Familien nach Hamburg gezogen sind. Insgesamt 20 der Lehrgangsteilnehmer sind in die Hansestadt gezogen. „Ich danke unseren Gästen für Ihr Kommen. Sie unterstreichen damit ihre Verbundenheit mit der Bundeswehr, unserer Akademie und den Offizieren unserer Partnernationen.“ Der Kommandeur beschreibt das Gefühl von Zusammengehörigkeit als Zeichen der Solidarität.

Paten begleiten

Um die internationalen Offiziere während ihrer Zeit in Hamburg nicht unvorbereitet in den Lehrgang zu schicken, werden ihnen so genannte Paten zur Verfügung gestellt, die sie persönlich begleiten und mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Treu zur Seite stehen“ – für die deutschen Offiziere ein wichtiger Leitsatz. Die meisten Paten sind für ihre Jahre langen Erfahrungen bekannt und leisten somit einen wichtigen Beitrag für unsere internationalen Kameraden.

Erwartungen und Impressionen

Was erwartet die internationalen Offiziere im Lehrgang als nächstes? Um sich als General beziehungsweise als Admiral im Stabsdienst zu bewähren, erfolgt eine umfassende Vorbereitung in Form von spezifischen Lehrgängen. Der Lehrplan reicht von Sicherheitspolitik über gesellschaftliche Fragen bis zum militärische Handwerkszeug. Neben der Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr erwarten die Teilnehmer auch gesellschaftliche Veranstaltungen und Reisen quer durch Deutschland und Europa. Nicht nur die Bundeswehr, sondern auch Deutschland wird ihnen näher gebracht. 



 

 

Autor: Nils Wienböker / Christiane Rodenbücher; Fotograf: privat / Katharina Junge

Hamburg, 23.08.2016

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Oberstleutnant Tronicke im Einsatz: 1995 in Piacenza

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Vater Werner Tronicke im Cockpit seiner T 33 ,,Shooting Star"

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Chef des Stabes im Gespräch

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Seine große Leidenschaft: Leuchttürme

Vor über 40 Jahren zieht der 20-jährige Flieger Jürgen Tronicke zum ersten Mal die Luftwaffenuniform an. Nun blickt der Oberst im Generalstab, kurz bevor er in den Ruhestand geht, auf eine lange, aufregende Dienstzeit zurück – und in eine leuchtende Zukunft.

Starker Vater und eigene Entscheidung

Mit dem Dienstantritt im Juli 1975 setzt Oberst Tronicke eine Familientradition fort: Sein Vater Werner Tronicke war selber eine Luftwaffengröße. Der Pilot baute als Leiter der Pilotenausbildung in Fürstenfeldbruck die Luftwaffe der Bundesrepublik mit auf und dient lange Jahre als Referatsleiter im Verteidigungsministerium. Trotz einer normalen „Oppositionshaltung“ gegenüber dem eigenem Vater in jungen Jahren entschied sich Jürgen Tronicke aus eigenen Stücken für eine Laufbahn in den Streitkräften. Er schlug die Laufbahn als Sicherungssoldat in der Luftwaffe ein.

Pershing, Presse, Personal

Der Beginn seiner Dienstzeit ist durch die Ausbildung zum Offizier der Luftwaffensicherungstruppe geprägt. Nach Abschluss des Studiums der Pädagogik an der Universität der Bundeswehr in München beweist er sich als Zugführer in Landsberg. Als Offizier der Sicherungstruppe ist er mitverantwortlich für die Sicherheit der dort stationierten Pershing-Raketen. Als Staffelchef der Luftwaffensicherungsstaffel des Jagdgeschwaders 71 in Wittmund beendet er seine Zeit in der Objektschutztruppe. Danach besucht er die Führungsakademie der Bundeswehr zum ersten Mal, dieses Mal als Lehrgangsteilnehmer des Lehrgangs Generalstabsdienst der Luftwaffe, die ihn für seine weitere Karriere als Stabsoffizier befähigt.

Das Papamobil in der Transall

Die militärisch intensivste Zeit erlebt der heutige Wahl-Schleswig-Holsteiner während seinen Einsätzen im ehemaligen Jugoslawien Mitte der 90er. Neben den Herausforderungen eines scharfen Einsatzes erlebt er den regelmäßigen Lufttransfer vom idyllischen Feriengebiet Falconara in Italien in das kriegszerstörte Sarajevo inklusive der berüchtigten Sarajevo-Landung. Ein besonderes Erlebnis: das Papamobil im Laderaum der Transall. 

Kommunikation groß geschrieben

Großen Herausforderungen stellt sich der damalige Oberstleutnant gleich im ersten Einsatz 1995. Als Leiter des Presse-Informationszentrums der Vereinten Nationen ist er mit der Informationsarbeit des Bosnien-Einsatzes betraut. Während der Operation „Deliberate Force“ richten sich die Augen der Welt auf den zerrütteten Balkanstaat. Zwei französische Piloten geraten für mehr als drei Monate in Gefangenschaft der Serben, nachdem ihr Flugzeug von serbischen Fliegerfäusten getroffen wurde. Er bekommt alles live mit – und muss die Situation medientechnisch schultern. Den medialen Ansturm insbesondere französischer Journalisten meistert er souverän und knüpft Kontakte zu Korrespondenten und Reportern, die ihm in späteren Einsätzen nützen.

Personalarbeit ist kein reiner Verwaltungsakt

Seine weitere Karriere verbringt er in den Personalabteilungen verschiedener Luftwaffen-Kommandobehörden und Ämtern in Köln, Bonn und an der niederländischen Grenze in Kalkar. Im Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf findet er seine Verwendung als Kommandeur der Fliegerhorstgruppe. Als besonders fordernd empfindet er seine Zeit als Referent im Führungsstab der Luftwaffe im Bundesministerium der Verteidigung. Doch gegen Ende seiner Dienstzeit zieht es den gebürtigen Franken in den Norden. Die Liebe zu seiner Frau, die Faszination der Küste und der Wunsch, dort seinen Lebensabend zu verbringen, geben dafür den Ausschlag. Im Wehrbereichskommando I Küste in Kiel führt er für fünf Jahre die Personalabteilung. Als erster Nicht-Marinesoldat sorgt er gleich zu Beginn für Aufsehen in der Dienststelle. Humorvoll wird der Oberst mit „Herr Kaptän“ gegrüßt. Seit 2013 bestreitet er seinen letzten Dienstposten als Chef des Stabes an der Führungsakademie. „Ein Glückstreffer, neben meiner Zeit als Chef und Kommandeur meine schönste Verwendung“, erklärt der 61-Jährige.

Leuchtende Zukunft

Eine Reservistenverwendung auf seinem bisherigen Dienstposten schließt er nicht aus. Doch will er nach dem Kapitel Bundeswehr erst einmal ein neues beginnen. Neben einem Kontaktstudium an der Uni Kiel, „um den Kopf fit zu halten“, kann er nun die freie Zeit seiner Leidenschaft widmen: der maritimen Architektur. Leuchttürme sind im besonderen Fokus seines Interesses. Schon zwei Bücher über dieses Thema hat der gebürtige Würzburger bis heute veröffentlicht. Ein drittes steht kurz vor der Fertigstellung. Ist sein erstes Buch über die Isle of Man und Irland noch sehr fokussiert auf die Leuchttürme der Inseln, so wird sein drittes Buch über Schottland fast ein Reiseführer, der neben maritimer Architektur auch Land, Geschichte und die bekanntesten Whisky-Destillieren zum Thema hat.

„Vom Kohlefeuer bis zur LED-Lampe“

Der Schutz maritimer Kulturgüter ist nicht nur etwas, über das der Oberst schreibt und Vorträge hält. Als Chairman der World Light House Society trägt er aktiv zum Schutz, Erhalt und zur Restauration von Leuchttürmen und Feuerschiffen weltweit bei. Die Restauration eines Leuchtturms im südamerikanischen Belize ist die letzte größere Unternehmung der Gesellschaft. Als Vorsitzender stand er schon in Kontakt mit Prinzessin Anne und schrieb direkt an den US-Präsidenten, um Unterstützung für eines der zahlreichen Restaurationsprojekte in den USA zu erbitten. „Dieser Tätigkeit ohne Zeitdruck nachzugehen, darauf freue ich mich, und auch meine Frau wird Freude daran haben, dass wir nun mehr gemeinsame Zeit verbringen“, sagt Oberst Tronicke zum Abschied. Nichtsdestoweniger blicke ich auf mehr als vier spannende Jahrzehnte in der Bundeswehr zurück, ich möchte die Zeit nicht missen.“

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotograf: Katharina Junge / Bundeswehr

Hamburg, 18.08.2016

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General Breuer stellt das aktuelle Weißbuch vor

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Über 200 Zuhörer im voll besetzten Moltke-Saal

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Motto der Projektgruppe Weißbuch

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Sicherheitspolitik darf auch Freude bereiten

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Künftige Zusammenarbeit im Bündnis

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Sicherheit kennt keine Grenzen

Sicherheit geht jeden etwas an. Spätestens seit den jüngsten Anschlägen hierzulande hat das Thema „gefühlte Sicherheit“ auch in Deutschland an Bedeutung hinzugewonnen. Die Thematik ist komplex, sie hat viele Facetten und umfangreiche Auswirkungen auf globale Entwicklungen. Deutschlands Ressorts sicherheitspolitisch positionieren: Das hat Brigadegeneral Carsten Breuer mit dem gerade veröffentlichten Weißbuch 2016 in Angriff genommen. An der Führungsakademie hat er vor über 200 Zuhörern einen Vortrag über seine Arbeit an diesem Dokument gehalten.

Selbstverständnis der „Spin-Doctors“

„Vergangenes Jahr war ich hier in Hamburg, um über das Weißbuch zu sprechen, ich habe zahlreiche Argumente mitgenommen, das habe ich als sehr bereichernd empfunden“, sagt Breuer und erklärt damit ein prototypisches Entstehungsmerkmal: die Einbindung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, politischer Kreise, um zu Verständnis und Akzeptanz beizutragen. Dieser Punkt ist in der Entstehung besonders relevant, weil er Aufschluss gibt über das Selbstverständnis der verantwortlichen „Spin-Doctors“.

Enge Zusammenarbeit der Ressorts

„Wir haben unsere Arbeit immer wieder hinterfragt, ein Weißbuch ist kein Selbstläufer“, erklärt der General den Prozess der Realisierung. 2006 ist das letzte Weißbuch entstanden. Die Ressorts hätten sich in der Zwischenzeit, nicht zuletzt durch die Partizipationsphase, in Gliederung und Erzählfluss, aber auch inhaltlich, sehr angenähert – ein großer Vorteil für die enge Zusammenarbeit in den vergangenen 18 Monaten. „Wenn am 13. Juli 2016 etwas Überraschendes veröffentlicht worden wäre, hätten wir etwas falsch gemacht.“

Tipps für besseres Verständnis

General Breuers Vortrag stellt auch eine Art Lesehilfe dar und ist von unschätzbarem Vorteil, wenn es darum geht, das neue, 142 Seiten lange sicherheitspolitische Dokument zu verstehen. Es ist in zwei Teile gegliedert, einen sicherheitspolitischen und einen zur Zukunft der Bundeswehr. General Breuer nennt die grundlegende Prämisse für Punkt eins: „die Verantwortung und die Bereitschaft Deutschlands zu führen – das wurde bereits während der Münchner Sicherheitskonferenz thematisiert“. Gleichzeitig werden Werte und sicherheitspolitische Interessen benannt, die als unveränderliche Grundlagen dienen. 

Neu: Ursachen auf den Grund gehen

Als nächsten Punkt geht er auf das sicherheitspolitische Umfeld ein, dieses besteht aus einer Vielzahl volatiler Faktoren. Sie stellen zum einen unmittelbare Herausforderungen für die deutsche Sicherheitspolitik dar, wie Terrorismus oder Cyber. Darüber hinaus sind mittelbar wirkende Faktoren wie staatliche Konflikte oder Aufrüstung zu nennen. Eine Neuerung bei diesem Weißbuch ist, dass Herausforderungen nicht einfach präsentiert, sondern aus den Ursachen, den treibenden Faktoren, hergeleitet werden.

Strategie im Fokus

Strategische Prioritäten: Deutschland möchte Sicherheitsvorsorge gesamtstaatlich gewährleisten, will zur Stärkung des Zusammenhalts von NATO und EU beitragen sowie ungehinderte Informations-, Kommunikations-, Transport- und Handelswege sicherstellen. Auch die Krisenfrüherkennung ist unter anderem in diesem Zusammenhang als weiterer Punkt aufgeführt. „Mit dem Weißbuch hat eine Konzentration darauf stattgefunden, wie, also mit welchen Instrumenten der Ressorts eine umfassende Sicherheitspolitik gestaltet werden kann, und das im Einklang mit nationalen und internationalen Organisationen“, subsummiert Breuer, „und das immer unter der Prämisse gesamtstaatlichen Handelns.“

Kontinuität im Wandel

Dieser Ansatz ist ein Novum. Er bietet nicht nur für die Kupplung von Handlungsfeldern, sondern auch für die Ergänzung von Substrategien verschiedener Ressorts sowie die künftige Fortschreibung des Weißbuches bisher nicht gekannte Anknüpfungspunkte und Chancen der Weiterentwicklung. Mit Kontinuität im Wandel könnte die zu Grunde gelegte Systematik gut beschrieben werden. Krisen bis zum Ende der Kette zu denken braucht Zeit. Es entstehen so aber auch Argumentationen, die haltbar sind. Und mit der Methodik ist ein Tool geschaffen, das Transponieren von sicherheitspolitischen Aspekten auf der Basis gesetzter, relevanter sicherheitspolitischer Parameter über die folgenden Jahre hinaus zu ermöglichen. Die Definition von Schnittstellen schafft die Chance, Strategiefähigkeit neu zu denken und Nachhaltigkeit mit Leben zu füllen. Die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, ist gedanklich neu aufgearbeitet worden. Mit diesem neuen Ansatz trägt das Weißbuch entscheidend zur Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit bei.  

Grundkonsens als tragender Pfeiler

Das bisherige Presseecho nach der Veröffentlichung, das auch die Themen EU-Verteidigungsministerrat, Einsatz der Bundeswehr im Inneren, Begründung von Auslandseinsätzen oder die Rolle des Bundessicherheitsrates betont, haben General Breuer und seine Mitarbeiter nicht überrascht. Wichtig ist es in diesem Zusammenhang, auf die tragfähige Grundlage der Zusammenarbeit zwischen den Ressorts zu verweisen: „Insgesamt gab es abseits von diesen vier Themenbereichen von Anfang an einen überaus starken Grundkonsens, der Austausch der Ressorts hat funktioniert“, erklärt General Breuer.  

Zukunft der Bundeswehr

Der zweite Teil des Weißbuchs beschäftigt sich mit der Bundeswehr der Zukunft. Auftrag und Aufgaben in einem veränderten sicherheitspolitischen Umfeld, Leitprinzipien, Vorgaben für Fähigkeiten sowie internationales Krisenmanagement werden hier aufgeführt. „Wir müssen für Landes- und Bündnisverteidigung, aber auch für das internationale Krisenmanagement gleichrangig Kräfte vorhalten“, berichtet Breuer.

Neue Wege einschlagen

Wer hier Kästchendenken und fixe Personalstrukturmodelle erwartet, der wird enttäuscht. Die Bundeswehr weiter zu entwickeln sieht heute anders aus. Ganz wichtig: kein Bereich des BMVg und kein Führungsgrundgebiet im nachgeordneten Bereich hat während der Entstehung des Weißbuches seine Planungsarbeit eingestellt. „Die 130 Milliarden der Trendwende Rüstung, der atmende Personalkörper der Trendwende Personal, … viele Entscheidungen fielen mitten in die Weißbuch-Entstehung, weil sie einfach reif waren. Wir haben uns hier natürlich hausintern eng abgesprochen, diese Prozesse durften nicht liegen bleiben.“

Offene Diskussion

Jetzt geht es darum, die sicherheitspolitische Debatte in der Gesellschaft zu verstetigen. Auch aus diesem Grund ist General Breuer mit einem seiner Referenten, Christoph Schwarz, der ihn besonders während der Fragerunde unterstützt hat, nach Hamburg gereist, um neue Perspektiven vorzustellen und Diskussionen anzuregen. Im Anschluss an den Vortrag haben sich besonders die Lehrgangsteilnehmer am LGAN mit Fragen eingebracht, die die beiden Experten mit großer Offenheit, Argumentierfreude und diskursiver Gewandtheit beantworteten.

Resonanz der Zuhörer

„Die uns entgegen gebrachte Wertschätzung, den Lehrgang gleich zu Beginn des Weißbuchs mit einzubinden und mit uns in einen offenen Diskurs zu treten, hat uns sehr gefreut“, sagt Lehrgangsleiter Oberst i.G. Michael Schlechtweg. „Die Erklärung der sicherheitspolitischen Rationale und Narrative war sehr wertvoll, wir wissen General Breuers Vortrag hier sehr zu schätzen.“ Der volle Moltke-Saal an der Akademie dankte den beiden Experten mit einem großen Applaus. Zahlreiche Teilnehmer sagten im Anschluss: „Das waren tolle Einblicke, wir wollen in Zukunft gerne weitere anregende sicherheitspolitische Debatten auf so hohem Niveau erleben.“

 

Autor: Nils Wienböker / Christiane Rodenbücher; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 18.08.2016

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Ganzer Körpereinsatz ist gefordert

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Attraktion Nummer 1: Fußball

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Fallschirm ziehen am Boden erfordert Kraft und Koordination

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Hier wird keiner geschont

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Sieger werden entsprechend gekührt

„Mens agitat molem“, der Geist bewegt die Materie, ist das Motto der Führungsakademie der Bundeswehr. In der Generalstabsausbildung bewegt der Geist der Stabsoffiziere ganze Armeen, tausende Männer und Millionen Tonnen Material. Doch die erste Materie, die jeder Soldat zu bewegen und beherrschen lernt, ist der eigene Körper. Die körperliche Leistungsfähigkeit, auch des höchsten Führungspersonals, ist ein wichtiges Merkmal der Angehörigen der Bundeswehr. Daher ist Sport an der Führungsakademie fester Bestandteil jedes Lehrgangs. Das alljährliche Sportfest, deklariert als Tag des Teamsports, stellt eine Veranstaltung dar, an der jeder Hörsaal und jede Abteilung zeigen kann, was sie sportlich leisten kann. Und alle tun das mit großer Freude.

Mehr als DSA und BFT

Schwimmen und Laufen sind natürlich Pflichtdisziplinen. Doch bieten sich beim Rasen-Ski und beim Whooling, beim Schwimmen mit Gegenständen, auch ausgefallenere Möglichkeiten, sich zu bewegen. Am liebsten bewegt sich „der Soldat an sich“ mit einem Ball am Fuß. Der Fußball lässt die Emotionen hoch kochen. Die Teams treten fast alle in eigenen Trikots an. Vom Hörsaal-Trikot über Lokalvereine bis hin zur Nationalelf der 90er Jahre, alles ist vertreten.
„Es läuft besser als letztes Jahr!“, berichtet Hauptfeldwebel Martin Krause vom Team „Mannschaften“, während er im Siebenmeterschießen um den Finaleinzug seiner Mannschaft bangt. Er nimmt zum dritten Mal am Sportfest teil und schätzt die Kameradschaft. Als der entscheidende Treffer gegen sein Team fällt, verspricht er: „Hauptfeldwebel Krause greift nächstes Jahr wieder an.“

Tauziehen um Platz 1

Den Abschluss des Tages bildet das Tauziehen. Gerade das Team des frisch angekommenen Generalstabs-Admiralstabsdiensts-Lehrgangs International sorgt für Stimmung und beeindruckt durch souveräne Leistung. Die internationalen Hörsäle setzen sich schon seit mehreren Jahren in dieser Disziplin durch. Für sie ist es oft das erste gemeinsame Erlebnis als Hörsaal. Gefragt nach dem Rezept für ihren Sieg, antwortet ein Lehrgangsteilnehmer aus Kasachstan: „In meiner Heimat machen wir viel Tauziehen, messen uns jedoch gegen Pferde – dies ist jedoch weniger ein Sport als Alltag in der Steppe.“

Engagement von jedermann

Auch Brigadegeneral Thomas Hambach, Direktor Lehre, nimmt an vielen Wettkämpfen teil, er zeigt eine souveräne Figur im Schwimmbecken und sprintet auf dem Fußball-Platz jedem Ball hinterher. Kommandeur Generalmajor Achim Lidsba ist den ganzen Tag mit an Bord. Er kürt am Schluss nicht nur die Sieger, sondern geht mit Vorbild voran und kauft das erste Los der Tombola des Bundeswehrsozialwerkes. Damit bleibt er nicht alleine. Alle 700 Lose sind schnell verkauft, und auch einige Barspenden kommen dazu. Nächsten Jahr sollen es 1000 Lose sein. General Hambach zieht ein durchweg positives Resümee:  „Ein gelungener Tag des Miteinanders, wir haben nicht nur die Kameradschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt, es war auch eine gelungene Möglichkeit, unsere neu eingetroffenen Teilnehmer des internationalen Generalstabslehrgangs in unseren Kreis aufzunehmen.“

 

 

Autor: Heiko Herold; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 18.07.2016

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Wehrbeauftrager Bartels im Stabsgebäude der Akademie

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Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie

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Flottillenadmiral Karsten Schneider, Dr. Hans-Peter Bartels, Generalmajor Achim Lidsba und Professor Jörn Thießen (v.l.)

Innere Führung ist ein fester Bestandteil der soldatischen Ausbildung in Deutschland. Ihre Grundsätze werden jedem Rekruten vermittelt und sind gelebte Praxis in der Bundeswehr. Auch in der Lehre an der Führungsakademie ist sie fest verankert. Welche Bedeutung dieses Konzept für das Selbstverständnis der Bundeswehr und jedes einzelnen Soldaten hat, unterstrich der Wehrbeauftrage Dr. Rainer Bartels am 15. Juli 2016 beim Generalstabslehrgang 2014 zum Abschluss des Moduls „Innere Führung“.

Eigenes Urteil, kritisches Denken

Der Wehrbeauftragte erläuterte den Lehrgangsteilnehmern, dass das Militär in der Demokratie, wie wir es in den vergangen 60 Jahren in Deutschland erlebt haben, keine Selbstverständlichkeit ist. „Das Konzept der Inneren Führung hat maßgeblich zur Demokratie beigetragen," sagte er, ,,denn es befähigt jeden Soldaten zur eigenständigen Urteilsbildung und kritischen Reflexion."

Fehlerkultur in der Bundeswehr

In seinem Vortrag erörterte Bartels auch die aktuelle globale Sicherheitslage, und erläuterte die wichtigsten Inhalte des tags zuvor veröffentlichten Weißbuchs 2016 zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr. Er wies auch auf seinen ersten Bericht des Wehrbeauftragten hin und ermutigte die Soldaten, ihn in seiner Arbeit zu unterstützen. Auf seinen Vortrag folgte eine intensive Diskussion, in der das Thema Fehlerkultur in der Bundeswehr den Schwerpunkt bildete.

 

 

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 13.07.2016

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Teilnehmer der Veranstaltung in Hamburg

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60. Militärattachéverwendungslehrgang 2016

Das Aufgabenspektrum eines Militärattachés ist vielfältig – mal muss er die Militärpolitik eines Gastlandes porträtieren, ein andermal fungiert er als Berater des Botschafters in militärpolitischen Fragen. Aktuell sind für das Bundesministerium der Verteidigung etwa 200 Militärattachés aus den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine sowie 13 wehrtechnische Attachés in solchen Verwendungen tätig. Die 31 Teilnehmer des 60. Lehrganges trafen sich in der Clausewitz-Kaserne in Hamburg, um sich über die Länder-Beziehungen zur Führungsakademie der Bundeswehr sowie die Weiterentwicklung im Bereich General-/Admiralstabsdienstlehrgang auszutauschen. Flottillenadmiral Karsten Schneider, der stellvertretende Kommandeur der Führungsakademie, eröffnete den Besuch: „ „Als Militärattachés kommt auf Sie eine wichtige Rolle bei der Kontaktpflege zu, Sie sind ein wichtiger Pfeiler im Beziehungsnetzwerk der Bundeswehr zu Streitkräften vieler Länder.“

Alumni – Das ganz besondere soziale Netzwerk

Das Alumni-Portal ist eine weltweite Kooperation, die einen Beitrag der Akademie zur Völkerverständigung darstellt. Die Präsentation des Netzwerks nimmt deswegen bei dem Militärattaché-Besuch einen wichtigen Stellenwert ein. „Alumni soll Ihnen helfen, den Kontakt zur Führungsakademie zu pflegen und Sie über aktuelle Entwicklungen informieren“, adressiert die Leiterin des Sachgebiets Kommunikation Christiane Rodenbücher die Teilnehmer. An den zahlreichen Fragen und der sich anschließenden Diskussion zeigte sich, dass der Netzwerkgedanke die Teilnehmer verbindet und Alumni zu Kontakten weltweit anregt.

 

 

Autor: Dennis Schneider; Fotograf: Bundeswehr

Hamburg, 13.07.2016

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Vertreter der Abordnungen nahmen die Ehrung stellvertretend entgegen

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Kapitän zur See Michael Setzer und Staatsrat Holstein bedankten sich bei den Soldaten

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Vielfältige Hilfe: ein Soldat liest einem Kind vor.

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Durch Wechselschichten und Ablösungen waren insgesamt etwa 1000 Soldaten in der Flüchtlingshilfe eingesetzt

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Kapitän zur See Michael Setzer sprach als Standortältester in Hamburg

Senat und Standortältester Hamburg haben gemeinsam rund 1000 norddeutsche Soldaten für den Dienst in der Flüchtlingshilfe in Hamburg ausgezeichnet.„Für diese Ansprache an Sie gibt es keine Vorlage, kein historisches Vorbild.  Die Unterstützung der Bundeswehr in der Flüchtlingshilfe hier in Hamburg und bundesweit war eine völlig neue Form des Auftrags“, erklärte Kapitän zur See Michael Setzer, Standortältester und Kommandeur Landeskommando Hamburg bei einem gemeinsamen Appell mit Staatsrat Christoph Holstein in der Iserbrooker Reichspräsident-Ebert-Kaserne.

Breites Spektrum an Truppenteilen

Es waren Abordnungen angetreten, die einen beachtlichen Querschnitt durch die verschiedensten Truppenteile in Norddeutschland repräsentieren: von den Kieler Marinesoldaten über Husumer Spezialpioniere der Streitkräftebasis bis zur Panzertruppe des Heeres aus dem niedersächsischen Munster.Die letzten Monate brachten in Hamburg 97 Einsätze für die Flecktarn-Helfer,bei denen in der Spitze fast 300 Soldaten gleichzeitig eingesetzt waren.Durch Schichtsysteme und regelmäßige Ablösung warensogar insgesamt über 1000 Soldaten im Rahmen der Amtshilfe beteiligt.

Soldaten halfen im Dienst und ehrenamtlich

„Sie waren eingesetzt als helfende Hände, zur  Unterstützung bei der Registrierung, in der sanitätsdienstlichen Unterstützung, beim Bettenaufbau sowie der Vorbereitung von Unterkünften“, erklärt Setzer. ,,Sie waren  Ansprechpartner und Unterstützer in den Aufnahmeeinrichtungen. Sie haben sich eingebracht in  Kinderspielgruppen, als Lehrer beim Deutschunterricht, Sportlehrer und bei vielen weiteren Hilfsmaßnahmen, die zum Teil auch weiter fortgeführt werden.Sie alle, Aktive und auch Reservisten, halfen im Dienst und auch ehrenamtlich,  immer mit hohem persönlichem Einsatz und mit großer Motivation. Dafür gilt Ihnen mein größter Respekt“.

Konstruktive und professionelle Kooperation

Auch Staatsrat Christoph Holstein zog Bilanz über die zivil-militärische Zusammenarbeit in der Flüchtlingshilfe, die vom Landeskommando in Iserbrook federführend koordiniert wurde: „Die Kooperation zwischen Stadt und Bundeswehr war professionell und konstruktiv.Hervorzuheben ist das hohe Maß an Flexibilität, das die Kräfte im Einsatz unter Beweis gestellt haben.Und beeindruckend und bewegend war die Motivation der Soldatinnen und Soldaten.Sie haben durch ihre Hilfe bewirkt, dass wir unser zentrales Ziel erreicht haben, Geflüchtete nicht obdachlos werden zu lassen“, so Holstein. Es sei ein Teil der jüngeren Geschichte Hamburgs, dass sich die Stadt, wenn es ernst wird, auf die Bundeswehr verlassen kann. Man habe der Geschichte dieser Partnerschaft ein Kapitel hinzugefügt, so Holstein..

Doppelbelastung zusätzlich zum Einsatz

Setzer blickte auch auf die Schwierigkeiten einer Doppelbelastung durch Flüchtlingshilfe und Auslandseinsätze. „Die Flüchtlingshilfe lief parallel zur Erfüllung unserer Hauptaufträge. Das hat uns zusätzlich gefordert und auch belastet“, betonte Setzer. „Es hat in den Monaten der Mehrfachbelastung  viele Einschränkungen im Ausbildungsbetrieb in Deutschland gegeben, auf den Truppenübungsplätzen und am Heimatstandort, wenn zum Beispiel Sportplätze und Sporthallen als Unterkunft eingerichtet waren.Im individuellen Umfeld, in den Familien gab es für viele von Ihnen sicher auch den ein oder anderen zusätzlichen Tag der Abwesenheit von zu Hause zu verkraften“, erklärte Setzer anerkennend in Richtung der Soldaten.

Auftrag erfüllt

Das positive Fazit über eine „erfolgreiche Erfüllung des Auftrags“ steht für Setzer zweifelsfrei fest:  „Ich möchte Sie ermuntern: Tragen Sie bitte auch nach außen, dass Ihr Engagement wertgeschätzt wurde. Wenn Sie mit Freunden und Familie zusammenkommen, berichten Sie von der Vielfalt der Hilfe durch die Bundeswehr, die so vielen von Terror und Krieg gepeinigten Menschen Zeit zum Durchatmen und zu neuem Lebensmut verholfen hat.“

 

Autor: Diana Wade ; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 12.07.2016

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Projektoffizier Korvettenkapitän Läzer adressiert die Gäste

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Kochteams der Logistikschule aus Garlstedt, Außenstelle Plön, gestalten den kulinarischen Abend

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NATO-Führungsprozess praktisch angewandt

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Künftige Einsätze vor Augen – Training in international durchmischten Übungsgruppen

30. Juni, Hamburg, 12.15 Uhr, es wird ruhig im Gneisenau-Saal an der Führungsakademie der Bundeswehr, als der spanische Lehrgangsteilnehmer Comandante Sanz Rebollo die Bühne betritt.

Er eröffnet die Ergebnispräsentation des Lehrgangs Generalstabs-/ Admiralstabsdienst National (LGAN). Es ist eine Zeit unruhigen sicherheitspolitischen Fahrwassers. Mit Spannung wird die Veröffentlichung des neuen Weißbuches erwartet, das die Lehrgangsteilnehmer auch in ihren Studien bearbeitet haben. Die Veranstaltung war von hohem Interesse für zahlreiche hochrangige Gäste aus der Bundeswehr.

Gewinnbringende Analyse

Der Lehrgang zeigte während der Ergebnispräsentation sowohl inhaltlich als auch methodisch, was er in den vergangenen Monaten gelernt hat. Die Ergebnisse und insbesondere ein durch den Lehrgang entwickeltes Modell zur Fähigkeitsanalyse ist mit großem Interesse aufgenommen worden. Das Bundesministerium der Verteidigung, das auch mit Gästen aus der Abteilung Planung I 1 vertreten war, erachtete die Ergebnisse als gewinnbringend und will sich das Modell näher ansehen.

Lob aus den Reihen der Generalität

„Der Ansatz war überzeugend, zielführend und konstruktiv", lobte Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, die Methodik der Zukunftsforschung. „Der Lehrgang hat damit alle Möglichkeiten der Studienphase genutzt, um in dieser spannenden Zeit die Bundeswehr zu gestalten“, fährt General Wieker fort.

Fähigkeitsprofil schärfen

Der Lehrgang setzte sich mit Anforderungen auseinander, die sich aus der Auftragserfüllung ergeben. Er analysierte und sprach Empfehlungen aus, wie diesen Anforderungen begegnet werden kann. Das Plädoyer: Fähigkeitsprofil der Bundeswehr durch Kooperation und vernetztes Handeln stärken. „Dass die Studienphase einen großen Wert für die Bundeswehr darstellt, unterstreicht dieser LGAN“, sagt Generalinspekteur Wieker.

Ziele wurden erreicht

„Mit der Präsentation der Ergebnisse seiner Studienphase hat der LGAN somit das Ziel erreicht, der Führung der Bundeswehr alternative Denkmodelle zur Weiterentwicklung unserer Streitkräfte anzubieten und damit sein Kreativpotenzial und den Gestaltungswillen klar zum Ausdruck zu bringen“, erklärt der Direktor Lehre, Brigadegeneral Thomas Hambach. Lehrgangsteilnehmer und Projektoffizier Korvettenkapitän Daniel Läzer betonte: „Die Ergebnisse zeigen, dass der LGAN 2014 im Sinne der Inneren Führung nicht aus Ja-Sagern besteht und dass sich die Teilnehmer nicht scheuen, unliebsame Tatsachen anzusprechen, getreu dem Lehrgangsmotto ´Miteinander, Füreinander´.“

 

 

 

Autor: Laurens Christopher Fuchs / Nils Wienböker Fotograf: Nils Wienböker

Hamburg, 05.07.2016

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Militärbeobachter im Sudan. (Quelle: Bundeswehr/Marcus Rott)

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Bund wie die Vereinten Nationen.

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Christobal Fundora Sitton ist auf seinem ersten UN-Lehrgang.

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Normalerweise verrichtet Oberleutnant Dominik Burger seinen Dienst im Streitkräfte Amt in Bonn.

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Die sudanesischen Freunde des schwedischen Australiers nennen Thomas Metzler ehrfurchtsvoll „weißer Stier“.

Zum zweiten Mal finden sich in diesem Jahr Lehrgangsteilnehmer aus aller Welt in der General-Baudissin-Kaserne ein, um sich auf ihren Einsatz in einem Stab der Vereinten Nationen vorzubereiten. Die Führungsakademie und ihre Dozenten sind befähigt und zertifiziert, diese Ausbildung durchzuführen.

Ein Großteil des militärischen Lehrpersonals nahm selbst schon mindestens einmal an einer Friedens- oder Beobachtermission der Vereinten Nationen teil. Ihre fachliche Expertise in der Stabsarbeit aber auch ihre Erfahrungen im internationalen Miteinander geben die Dozenten und Tutoren an die 23 Teilnehmer aus Militär aber auch zivilen Behörden und Organisationen. Den Abschluss findet das dreiwöchige Seminar in einer Planübung, in der die erlernten Führungs- und Arbeitsprozesse angewendet werden. Als Grundlage dient dafür ein fiktives Szenario. Diesmal geht es um das Schicksal von Kolpoto.

Die Perle des achten Kontinents im Chaos

Das fiktive Land Kolpoto liegt an der Westküste des achten Kontinents. Das Land mit zwölf Millionen Einwohnern versank in humanitären und politischen Krisen. Die Lebenserwartung liegt nur bei 45 Jahren. Und fast jedes zehnte Kind stirbt, bevor es das sechste Lebensjahr erreicht.

Die Landschaft Kolpotos geht über von Wüsten in Tropenwälder. Die Fläche beläuft sich auf 370.000 Quadratkilometer – vergleichbar mit der Fläche Deutschlands. Moro ist der angrenzende Nachbarstaat im Norden, Chorum im Osten und Tara im Süden.

Britanniens ehemalige Kolonie Kolpoto ist seit 1957 ein unabhängiger Staat. Aufgrund verschiedener kultureller Gegebenheiten und stärkerer wirtschaftlicher Entwicklung durch besser ausgebauter Infrastruktur aus Kolonialzeiten in den westlichen Regionen des Landes eskalierten die Spannungen in den 70ern zu einem Bürgerkrieg, der bis heute andauert. Zurzeit steht der Westen unter Kontrolle der Regierung unter Präsident Molawe.

Der Osten dagegen wird von der Rebellengruppe KLM (Kolpoto Liberation Movement) regiert, welche 1994 Mahari Akara gründete und bis heute anführt. Es besteht jedoch große Hoffnung auf Frieden: Die Verhandlungen zwischen der Regierung und der KLM werden geführt, so dass der Friedensvertrag bald in die finale Version gehen wird. Dieser muss schnell zu erkennbaren Erfolgen für die Bevölkerung führen, um das aufflammen neuer Konflikte zu verhindern.

Das Team für Kolpoto

Wie nun schnell sichtbare und fühlbare Erfolge des Friedensprozesses geschaffen werden, liegt nun in der Hand der Teilnehmer. Natürlich gibt jeder hochmotiviert vollen Einsatz für Kolpoto, doch bleibt hier nur Platz um drei Teilnehmer kurz vorzustellen.

Der Panama Mann

Seminarteilnehmer Christobal Fundora arbeitet in seiner Heimat Panama für das Parlament. Während der Planübung muss er nun die administrativen und logistischen Aspekte der Mission betrachten und bearbeiten. Das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze lud ihn auf das Seminar an der Akademie ein. Sein Dienst für die Regierung Panamas verschlug ihn zwar schon unzählige Jahre ins Ausland doch dieses ist sein erster Lehrgang der Vereinten Nationen.

Der schwedische Australier

Derzeit arbeitet Thomas Metzler für die zivile EU-Mission „EUAVSEC“ im Südsudan. Die europäische Union unterstützt den Ausbau des Flughafen Juba, einer der zwei internationalen Flughäfen der seit 2011 wieder unabhängigen Republik im Herzen Afrikas. Der Lehrgang an der Führungsakademie wurde ihm von Kollegen aus dem World Food Programm wegen seiner „exzellenten Reputation“ weiter empfohlen.  

Der Oberleutnant als Stabsoffizier

Der junge Luftwaffenoffizier Dominik Burger verlegt in Kürze als Teil des All Sources Information Fusion Unit (ASIFU) nach Mali. Dort wird er als politischer Analyst Presseauswertungen erstellen. Während der Übung ist daher auch die Presse-und Öffentlichkeitsarbeit der Mission seine Aufgabe. Das Seminar ist Teil seiner Einsatzvorbereitung. Nun besitzt er schon als Oberleutnant eine Stabsoffizierbefähigung.

Lachen und Lernen

Auf die Frage wie die Atmosphäre des Seminars sei, antworten die meisten Teilnehmer mit: „multinational!“ „ Es ähnelt auch im Arbeitsklima einem internationalen Stab. Die Atmosphäre ist durch freundliches Miteinander geprägt“, ergänzte ein deutscher Major auf Nachfrage. Nun sind die Vereinten Nationen um 23 potenzielle Stabsoffiziere reicher und die Führungsakademie kann Ende November die nächsten internationalen Teilnehmer United Nation Staffofficer Course (UNSOC) begrüßen.

 

Paris, 30.06.2016

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Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Die Bundeswehr im Zeichen neuer Herausforderungen - Neuausrichtung und Multinationale Kooperation" hat Botschafter Meyer-Landrut am 27. Juni 2016 in seiner Residenz Palais Beauharnais 50 deutsche und französische Stabsoffiziere begrüßt. Einer guten Tradition folgend, waren die französischen und deutschen Absolventen der Generals- und Admiralstabsausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr einer Einladung zum Gedankenaustausch gefolgt.

 

Der Botschafter ging in seiner Begrüßung auf die aktuelle Situation in der Europäischen Union nach dem Referendum in Großbritannien ein und stellte die folgende Informationsveranstaltung somit in einen aktuellen Kontext.

Als Gastredner konnte der Abteilungsleiter Führung Streitkräfte im Bundesverteidigungsministerium, Generalleutnant Eberhard Zorn, gewonnen werden. In einem aufschlussreichen Vortrag über die Neuausrichtung der Bundeswehr sowie die multinationale Kooperation der deutschen Streitkräfte erläuterte er die künftige Ausrichtung der Bundeswehr und ihr Handeln im internationalen Rahmen. Er erklärte die Konzipierung eines neuen Organisationsbereiches der Streitkräfte „Cyber- und Informationsraum“ ebenso wie die „Trendwenden“ in den Bereichen Personal und Rüstung.

Besonderes Gewicht legte  Generalleutnant Zorn auf die Analyse des internationalen Engagements der Bundeswehr. Etwa 3.500 deutsche Soldaten seien derzeit in 17 Einsätzen weltweit gebunden. Neben bekannten Verpflichtungen im Rahmen von VN, NATO und EU seien auch neue Einsätze in „Koalitionen der Willigen“ getreten (beispielsweise die Ausbildungsmission für kurdische Peschmerga im Norden Iraks und die Beteiligung der Bundeswehr im Kampf gegen Daesh in Syrien).

In diesen Einsätzen, aber auch in einsatzgleichen Verpflichtungen wie der Übungsbeteiligung an NATO-Übungen in Polen und dem Baltikum oder der Flüchtlingshilfe in der Bundesrepublik mit insgesamt etwa 7.700 Soldaten spiegele sich die weltweite sicherheitspolitische Verantwortung der Bundesrepublik, die auch im neuen Weißbuch der Bundesregierung reflektiert werde (dieses erscheint im Sommer 2016).

An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, in der die französischen Stabsoffiziere und ihre deutschen Kameraden die Neuausrichtung der Bundeswehr und die Möglichkeiten zukünftiger deutsch-französischer militärischer Kooperation hinterfragten.

Der Abend klang im Garten der Residenz mit persönlichen Gesprächen aus.
Aufgrund der positiven Resonanz aus dem Kreis der Teilnehmer beabsichtigt der Verteidigungsattaché an der Deutschen Botschaft Paris, Herr Brigadegeneral Hans-Dieter Poth, die Fortsetzung dieses Dialogs unter französischen und deutschen Absolventen der Führungsakademie.

 

Autor: Nils Wienböker; Fotograf: Nils Wienböker

Hamburg, 29.06.2016

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Das Weltraumlagezentrum untersteht dem Zentrum Luftoperationen.

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Die Lehrgangsteilnehmer kamen aus aller Welt in die Clausewitz-Kaserne

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Auch für die "Boots-on-the-Ground" ist Satellitenkommunikation unverzichtbar.

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Schon seit den 80er besteht Interesse den Orbit als vierte Ebene des Gefechts zu nutzen.

Zum vierten Mal veranstaltet das Weltraumlagezentrum den Lehrgang „Weltraumlage“ im Admiral-Dieter-Wellershoff-Gebäude. Die 24 Teilnehmer, ziviles und militärisches Personal des Lagezentrums sowie Soldaten vergleichbarer Einrichtungen anderer NATO-Staaten, erhalten dieses Mal auf Englisch Einblick in die Lage im Erdorbit.

„Was ist dort oben los?“

Der Soldat ist ständig mit Lagen konfrontiert, der eigenen, der Feindlage oder der Lageänderung. Eher selten ist die „Weltraumlage“ von Interesse. Die Kameraden, die eben diese Auskunft geben können, sind erneut Gast an der Führungsakademie. Das Weltraumlagezentrum der Bundeswehr nutzt die Räumlichkeiten des Admiral-Dieter-Wellershoff-Gebäudes für diesen Lehrgang. Militärisches und ziviles Personal des Zentrums mit Sitz im niederrheinischen Uedem, aber auch unserer NATO-Partner, erhält zwei Wochen lang detailliert Einblick in die Situation weit über unseren Köpfen. Aufgrund der hohen internationalen Nachfrage wird das Seminar nun auf Englisch abgehalten.

Kein Krieg der Sterne, sondern Krieg dem Müll

Der Orbit ist nicht so kriegerisch, wie es Hollywood und Science Fiction gerne verkaufen. Doch die Lage ist ernst, und der Feind ist klar: Schrott! Genau wie auf der Erde, überall wo der Mensch wandelt, hinterlässt er Müll. So hat ein halbes Jahrhundert Raumfahrt die erdnahen Umlaufbahnen erheblich zugemüllt. Von der Schraube bis zur Raketenstufe, unzählige Teile verschiedenster Größen bewegen sich mit mehrfachen Schallgeschwindigkeit zwischen den Umlaufbahnen unserer wertvollen Telekommunikations- und Beobachtungssatelliten. Das Aufklären, Erkennen und Katalogisieren dieses Weltraumschrotts ist die Hauptaufgabe des Weltraumlagezentrums. 

7 Jahre, 20m² , 4%

„Das Problem ähnelt der Umweltverschmutzung hier auf der Erde“, erläutert Dr. Wiedemann, Leiter des Teams „Weltraummüll“ am Institut für Raumfahrtsysteme der Technischen Universität (TU) Braunschweig und Dozent des Seminars. Es müssen jetzt Lösungen gefunden werden, erläutert er, um den Weltraum auch dauerhaft in einem Zustand zu halten, der Raumfahrt ermöglicht. Der Durchschnittssatellit mit einem Erdorbit von etwa 800 Kilometern und einer Querschnittsfläche von 20 Quadratmeter hat eine vierprozentige Chance, innerhalb seiner sieben Jahre Betriebszeit durch einen Treffer von Weltraumschrott auszufallen. Rechnet man dies auf die mehr als 1000 Satelliten im Erdorbit hoch, erscheinen vier Prozent plötzlich gar nicht mehr so gering. Auch erhöht sich die Kollisionswahrscheinlichkeit durch die entstehenden Trümmer von Zusammenstoß zu Zusammenstoß. 

Wir sind nicht alleine!

Wir sind nicht alleine, zumindest im Kampf gegen den Weltraumschrott gibt es zahlreiche Mitstreiter. Denn nicht nur die TU Braunschweig unterstützt das Weltraumlagezentrum. Ohne Zusammenarbeit mit der Fraunhofer Gesellschaft, genauer dem Fraunhoferinstitut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik, dem Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI, sowie der Firma Hyperschall Technologie Göttingen wäre das Seminar in diesem Umfang nicht möglich. 

Die Teilnehmer hoffen, dass die Veranstaltung Augen und Ohren für die Lage im Orbit weiter geschärft hat und dass das Weltraumlagezentrum auch nächstes Jahr wieder zahlreiche interessierte Teilnehmer in der Clausewitz-Kaserne begrüßen kann.

Übergang zur operativen und strategischen Ebene

Für die Heeresuniformträger in der anspruchsvollen Generalstabsausbildung endete mit der Stabsübung „Determined Effort“ die Ausbildung auf der höchsten taktischen Ebene. Sie blicken auf eine spannende und fordernde Zeit zurück, in der vor allem die taktische Führung von Landstreitkräften vertieft, bereits aber auch Schnittstellen zur operativen Ebene abgebildet wurden. Diese Ebene wird in der folgenden „Joint-Lehre“ gemeinsam mit den Kameraden von Luftwaffe und Marine im Fokus der Ausbildung stehen.

 

Autor: Autor: Nils Wienböker; Fotograf: Nils Wienböker

Hamburg, 24.06.2016

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Wie kommen die Figuren auf das Schachbrett?

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Zu Wasser

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Zu Lande

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Aus der Luft

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Der östereichische Oberst des Generalstab Lampl stellt die logistischen Prozesse im Multinationalen Kommando Operative Führung in Ulm vor.

Das Modul „Multinationale Logistik“ bereitet Stabsoffiziere auf ihre Verwendungen in internationalen Planungsstäben vor.

„Stell dir vor es ist Krieg, und niemand geht hin…“

„...dann kommt der Krieg zu euch!“ Dieses oft falsch genutzte Zitat beschreibt zutreffend die logistischen Herausforderungen eines multinationalen Bündnisses wie der NATO. Bedroht irgendwo ein lokaler Konflikt die Sicherheit des Bündnisses oder seiner Mitglieder, muss schnell gehandelt werden, bevor die Lage eskaliert. Und handeln bedeutet immer das schnelle und sichere Bewegen von Truppen. Egal, ob es sich um eine Luftkampagne handelt oder ob „Boots-on-the-ground“ benötigt werden, alle müssen verlegt, versorgt und anschließend rückverlegt werden. So beschreibt Seminarleiter Oberstleutnant i.G. Detlef Baum in seiner Einführungsveranstaltung die Kernaufgaben der Einsatzlogistik.

Wie gelangen die Figuren auf das Schlachtfeld?

Wie kommt der Soldat ins Einsatzland? Dort hört die Arbeit der Logistiktruppe nicht auf. Selbst im Einsatzland entspricht die Quote von Unterstützern zu operativ agierenden Kräften meist zwischen 1 zu 3 bis 1 zu 5. Dabei sind die zivile Versorgung im Heimat und Einsatzland oder die militärischen logistischen Maßnahmen im Inland nicht mit einberechnet.

Planung ist alles 

Großen militärischen Erfolgen gehen in der Regel große logistische Leistungen voraus. Daher ist es wichtig, dass operationelle und logistische Planung Hand in Hand gehen. Ein Punkt, der sich kontinuierlich durch das Seminar zieht. Denn, was nützt die stärkste Panzerwaffe, wenn das Einsatzland keine Häfen oder Landeplätze hat, um sie anzulanden? 

Vertrauen entscheidet

Genauso wichtig ist das Vertrauen der verschiedenen multinationalen Partner zueinander. Dieses schafft man einerseits durch das Setzen gemeinschaftlicher Standards, sei es bei Luft- und Landfahrzeugen oder in der Organisation der Stabsarbeit, andererseits durch Kommunikation und Kameradschaft. Daher kann der Kurs viele Gastdozenten aus Stäben der EU und NATO willkommen heißen, die die komplexen Strukturen ihrer Logistik vorstellen.

Alles kostet Geld

Ökonomisches Handeln steht eher selten im Fokus eines Taktikers. Der Taktiker stellt den Missionserfolg und das Leben seiner Männer und Schutzbefohlenen über jede monetäre Kalkulation. Doch wer die Versorgung und Verlegung eben dieser Männer plant, sollte sein Budget im Auge behalten, denn alles kostet Geld. Hier kann von ziviler Kooperation und Expertise profitiert werden.

Vorbild Wirtschaft

Die großen Logistikunternehmen dieser Welt wissen wie sie ihre Waren schnellstmöglich auch in und durch Länder mit zweifelhafter Bürokratie transportieren können. Wie sie von diesen Lektionen aus der Praxis für die Praxis profitieren können. Wie die Kooperation mit Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft aussehen kann, erfuhren die Teilnehmer durch einen zivilen Dozenten des Gütertransportriesens Kühne und Nagel. 

Mission abgeschlossen

Ziel des zweiwöchigen Lehrgangs ist es, Stabsoffiziere, die erstmalig eine Verwendung in der operativen und logistischen Planung und Führung im Einsatz oder in multinationalen Hauptquartieren bekleiden, einen Einstieg in ihr neues Tätigkeitsfeld zu geben. Dieses scheint in entspannter, kameradschaftlicher Atmosphäre gut zu funktionieren, denn die Lehrgangsteilnehmer zeigen sich selbst nach anstrengender „Kästchenkunde“ motiviert und zufrieden mit dem Gelernten.

 

Autor: Rayk Felix Hähnlein

Hamburg, 22.06.2016

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Deutsche Delegation vor dem kanadischen Parlament in Ottawa

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Auf den Spuren großer Männer - Lincoln Memorial in Washington DC

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Einmal die Welt erobern - Skyline von New York

So hat es Ronald Reagan einmal formuliert. Nicht nur für die Träume unseres wichtigen transatlantischen Bündnispartners interessierte sich der LGAN 2014 auf seiner Nordamerikareise. Natürlich auch für die aktuelle sicherheitspolitische Ausrichtung und Folgen für die Verbündeten.

 

Zwei Wochen lang hatten die Lehrgangsteilnehmer auf ihrer Reise die Chance, mit einem breiten Spektrum staatlicher und nichtstaatlicher Institutionen und Persönlichkeiten in den Dialog zu treten und unterschiedliche Meinungen und Analysen zu erfahren. Dies haben die Offiziere als unschätzbaren Mehrwert erlebt, um einen eigenen Standpunkt zu nordamerikanischen Positionen zu entwickeln.

Startpunkt Ottawa

Die Reise startete in Kanadas Hauptstadt Ottawa. Der Besuch rückte neben den Themenkomplexen `Hoher Norden´ und `Sicherheitslage im Pazifik´ vor allem Kanadas starkes Engagement bei den `Train, Advice and Assist´-Missionen im Nordirak und im Rahmen von UN-Peacekeeping Operationen ins Blickfeld. Mit der aktuellen sicherheitspolitischen Bestandsaufnahme unter der kanadischen Regierung des Premierministers Trudeau wurden erstaunlichen Parallele zu ähnlichen Vorhaben in Europa aufgezeigt.

Herz der Vereinigten Staaten: Washington

Der dreitägige Aufenthalt in Washington wurde durch die Deutsche Botschaft inhaltlich eingeleitet. Der deutsche Gesandte Dr. Ackermann und sein Team führten die Lehrgangsteilnehmer durch die wichtigsten Handlungsfelder der US-Politik und der bilateralen deutsch-amerikanischen Beziehungen. Ein ganztägiger Besuch an der National Defence University in Fort McNair stand im Zeichen des Kampfes gegen den `Islamischen Staat´ und unter dem Eindruck der sich wandelnden Beziehungen zu Russland.

Anregende Diskussionen

Breit gefächerte, hochrangige und interessierte Podien, besetzt durch das Department of State, etablierte Think Tanks und militärpolitische Berater boten dem deutschen Auditorium eine einmalige Gelegenheit zum offenen Meinungsaustausch auf Augenhöhe. Eine Chance, die durch die Lehrgangsteilnehmer umfangreich genutzt und von allen Beteiligten als Gewinn wahrgenommen wurde. Ein Gespräch mit zwei Vertretern des Pentagon und ein Besuch des Militärfriedhofes in Arlington rundeten den Besuch in Washington ab.

New York, New York

Eine Busfahrt entlang der Ostküste führte uns für das Wochenende nach New York. Der Besuch der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen und eine sehr individuelle Führung durch das UN-Hauptgebäude halfen dabei, den Blick für die Belange der Weltgemeinschaft zu weiten. Das sich anschließende freie Wochenende in New York wird den Teilnehmern stets in Erinnerung bleiben.

CENTCOM und SOUTHCOM in Florida

Der vierte und letzte inhaltliche Schwerpunkt führte die Delegation nach Florida, wo sie zwei sehr unterschiedliche US-Regionalkommandos kennen lernte. Das auf den erweiterten Mittleren Osten ausgerichtete U.S. CENTCOM in Tampa und das für Südamerika zuständige U.S. SOUTHCOM in Miami. Das CENTCOM ist derzeit mit Afghanistan, Irak, Syrien und den Jemen auf vier wesentlichste regionalen Krisenhotspots fokussiert.

Großes Engagement

Eindrücklich machte der Besuch deutlich, welche Herausforderungen, Unsicherheiten und auch Ungewissheiten die dortigen Einsätze für die US-geführten Koalitionen mit sich bringen und wie sehr diese Koalitionen die Bedeutung der NATO für die USA relativieren. Der Besuch dort war sehr wertvoll, denn er rückte ein US-Kommando in den Blick, das sich bei seinem südamerikanischen Engagement ganz dem Ziel der Ganzheitlichkeit verschrieben hat. Oder, um mit den Worten des dortigen Chief of Staff, Generalmajor Michael Plehn, zu sprechen: „We don`t launch missiles, we launch ideas. We ask ourselves: How can we be the most attractive security partner in the region?“ 

Flüchtlinge im Fokus

Die abschließenden Besuche bei der US Coast Guard und beim Miami DADE County boten einen guten Einblick in den US-amerikanischen Umgang mit Flüchtlingsfragen. Überall in Amerika spürten die Lehrgangsteilnehmer das starke amerikanische Interesse an deutschen Positionen, das Vertrauen und die Erwartungen an unsere Rolle in Europa. Die sich anschließende Hauptstadtreise ins politische Berlin, die Reisen zu NATO und EU nach Brüssel und zu unseren europäischen Partnern schärften das sicherheitspolitische Profil der Gesamtveranstaltung.

Höhepunkt des Lehrgangs

Die Reise stellt mit Sicherheit den Höhepunkt des General- und Admiralstabslehrgangs dar. Ihr unschätzbarer Wert erschließt sich den Teilnehmern erst nach und nach. Wie lassen sich die Eindrücke dieser Reise nun in einem Satz zusammenfassen? Vielleicht am besten frei nach Theodor Heuss: Trotz aller aktuellen Widersprüche, Herausforderungen und Unsicherheiten sind die USA immer noch eine Nation, deren Gegenwart vom Vertrauen auf eine sichere Zukunft geprägt ist. Und die sichere Zukunft dieses bemerkenswerten Freundes liegt auch in unserem ureigenen deutschen und europäischen Interesse – das wurde den Teilnehmern sehr deutlich!

 

Hamburg, 18.06.2016

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Auch in diesem Jahr besuchte der Lehrgang General- / Admiralstabsdienst im Rahmen der NATO-/EU-Reise die portugiesische Hauptstadt und das europäische Zentrum vieler internationaler Institutionen, die Schweizer Stadt GENF.

Unmittelbar im Anschluss an die gemeinsamen Weiterbildungen in Brüssel, Mons und Brunsum ging es für einen Teil des Lehrganges nach Lissabon. Dabei wurden nach dem obligatorischen Empfang durch den Botschafter das Jallc, Strikfornato und  das portugiesische Pendant zur Führungsakademie, das Institudo de Estudos Superiores Militares, besucht. All diese unterschiedlichen Einrichtungen haben ei-nen sehr anspruchsvollen Beitrag gestaltet und der gesamten Delegation einen in-teressanten Einblick geboten.

 

Besonders deutlich wurde, dass das NATO-Gründungsmitglied Portugal trotz un-verändert angespannter wirtschaftlicher Lage seinen bestmöglichen Beitrag zum Bündnis leistet und weiterhin leisten will.
Von Lissabon ging es für die gesamte Delegation nach Genf weiter zum GCSP, dem Geneva Centre for Security Policy. Der militärische Repräsentant hat aus dem scheinbar unerschöpflichen Pool an internationalen Organisationen und Institutio-nen ein eindrucksvolles Programm gestaltet. Dabei wurden UNO/OCHA, das Centre for Democratic Control of Armed Forces (DCAF), aber auch das CERN besucht. Vor allem die Besichtigung des unterirdischen Teilchenbeschleunigers war ein unver-gessliches Erlebnis. Ein weiterer Höhepunkt wartete auf die Delegation in den Räumen des GCSP.

 

Der frühere deutsche Bundesminister und derzeitiges Mitglied des Vorstandes im Weltwirtschaftsforum Philipp Rösler nahm sich insgesamt 3 Stunden Zweit, um über aktuelle Themen der Sicherheits-, Wirtschafts- und Außenpolitik zu sprechen. Insbesondere der gemeinsame Stehimbiss mit sehr persönlichen Bemerkungen zu aktuellen Fragen hat Eindruck hinterlassen. Zum Ende der knapp einwöchigen Reise sei an dieser Stelle allen Beteiligten für eine sehr informative und erlebnisrei-che Woche gedankt. Vor allem das große Angebot an unterschiedlichen Perspekti-ven verschiedenster Institutionen in Lissabon und Genf machen diese Reise für jeden Teilnehmer sehr wertvoll.

 

 

Autor: Nils Wienböker; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 17.06.2016

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Teilnehmer des Luftmachtseminares

An der Akademie hält das Kommando Luftwaffe sein jährliches Luftmachtseminar ab. Die Veranstaltung ist ein wichtiger Pfeiler in der Weiterentwicklung der Luftstreitkräfte.

„Framework“ und „Cluster

Jedes Jahr nutzt das Kommando Luftwaffe die Räumlichkeiten des Manfred-Wörner-Zentrums für seine einwöchige Arbeitsklausur, in der neue strukturelle und strategische Veränderungen der deutschen Luftstreitkräfte beraten werden. Dieses Jahr arbeiten die ausgewählten Stabsoffiziere an Möglichkeiten der Umsetzung des „Framework Nation“-Konzeptes der NATO für die Luftwaffe.

Kern dieses von Deutschland propagierten Modelles ist es, Mitgliedsnationen die Möglichkeit zu geben, innerhalb der Bündnisstrukturen ihre Zusammenarbeit zu intensivieren. Diese so entstehenden Gruppen von Nationen, „Cluster“ im Nato-Jargon, werden von einer Framework-Nation geführt. Ziel ist es, innerhalb dieser Cluster Fähigkeiten für das Bündnis zu organisieren und zu generieren, die auf Ebene des gesamten Bündnisses sonst nicht umsetzbar wären.

Deutschland als Rahmennation

Solch eine Führungsrolle als Framework-Nation sucht die Bundesrepublik in einer der neun „Expeditionary Airgroups“. Das sind multinationale Luftkampfverbände, die im Rahmen dieses Konzepts aufgestellt werden sollen. Sie sollen in der Lage sein, täglich 350 einzelne Flugmissionen zu koordinieren.  Welche Aufgaben und Verpflichtungen sich für die Luftwaffe aus der Beteiligung und Führung dieses Verbandes entwickeln, war die Aufgabe einer von drei Arbeitsgruppen des Luftmachtseminars. Welche Auswirkung dieses auf die Struktur der NATO hätte, berät eine andere. Die dritte Gruppe betrachtet die Anreize und Herausforderungen so eines Kampfverbandes aus Sicht der beteiligten Partnernationen.

Der Luftwaffenrat tagt

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind wichtig für die strategische Weiterentwicklung der Luftstreitkräfte Deutschlands. Dieses kommt nicht zuletzt durch die Anwesenheit des Inspekteurs der Luftwaffe am letzten Seminartag zum Ausdruck. Er nutzt den Besuch nicht nur dafür, sich die Seminarergebnisse aus erster Hand vortragen zu lassen, sondern versucht, diese gleich zu implementieren. Während Tutoren und Seminarteilnehmer im Manfred-Wörner-Zentrum die letzten Ergebnisse zusammentragen und niederschreiben, lässt der Inspekteur den Luftwaffenrat im Hamburger-Saal des Offizierheim tagen.

Zukunftsfähigkeit groß geschrieben – diesem Motto Rechnung tragend haben alle von der Klausur profitiert.

 

 

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