Autor: Daniel Jarzynka; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 04.05.2017

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Informativer Austausch mit dem Lehrpersonal

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Diskussionen während der Operationsplanung

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Geschenkübergabe an Dr. Reilly vom ACSC

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The American Way of Life

 

 

 

 

 

Monatelange Vorbereitungen durch Luftwaffen- sowie teilstreitkraftübergreifende Übungen (sog. Joint Exercises) lagen bereits hinter der Luftwaffendelegation des Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst National 2015, bevor sie Ihr Können Ende März / Anfang April am US Air Command and Staff College (ACSC) unter Beweis stellen durften. Ganz unbekannt waren die amerikanischen Stabsoffiziere in Montgomery, Alabama für die Deutschen jedoch nicht, da bereits in 2017 eine US-Delegation an der Luftwaffenübung „AirEx“ in Blankenese teilgenommen hatte. So wurde die siebenköpfige deutsche Delegation unter der Führung des Bereichsleiters Luftwaffe, Herrn Oberst i.G. Saur, überaus freundschaftlich an der Maxwell Air Force Base begrüßt. Von Anfang an dabei war Dr. Jeffrey M. Reilly, der Leiter der US-amerikanischen Übungsserie.

Ein Blick in die Zukunft 

Die Studenten am ACSC werden in einem intensiven 10-monatigen Lehrgang auf Ihre nächsten Aufgaben als Luftwaffenstabsoffiziere vorbereitet, wobei ausgewähltes Personal die Möglichkeit erhält, eine dreimonatige operative Übungsserie zu durchlaufen. Die deutsche Delegation wurde dabei Teil eines Pilotprojektes und einer neu angelegten Übung, die sich schwerpunktmäßig auf ein fiktives Szenario im Nahen Osten fokussierte. Innovativ war die operative Planungsübung, da das Szenario in 2025+ spielte, moderne Waffensysteme verfügbar waren, die heutzutage erst in der Erforschung sind und letztendlich Fähigkeitsentwicklungen diverser Akteure extrapoliert wurden, die gegenwärtig nur rudimentär ausgeprägt sind.

„Multidomain Operations“ als Operationsführung der Zukunft 

Auf Grundlage des komplexen Zukunftsszenarios stellte die Übungsleitung zurecht die Frage, ob ein „Joint-Ansatz“ noch adäquat sein werde, um den künftigen Herausforderungen einer sich rasant weiterentwickelnden, operativen Umwelt zu begegnen. In den letzten Dekaden haben besonders die westlichen Luftstreitkräfte den entscheidenden Dominanzvorteil in Konflikten erzielt. Dieser Vorteil schmilzt jedoch in Anbetracht steigender Kosten für Luftfahrzeuge, sich schließender Fähigkeitslücken zu anderen Ländern der Welt und rasanter Weiterentwicklungen in den Bereichen Space und Cyberspace. Den Lehrgangsteilnehmern am ACSC war folglich die Aufgabe zugewiesen, eine „Multidomain Operation“ zu planen, um aus der wechselseitigen Beeinflussung unterschiedlicher Domänen die entscheidende Dominanz in der Missionsführung zu generieren.

Wargaming im Multidomain-Ansatz  

Den Übungsteilnehmern des ACSC und der deutschen Delegation, die auf verschiedene Arbeitszellen aufgeteilt wurden, oblag es nun, in einer Mixtur aus Wargaming und Operationsdurchführung eine Multidomain-Mission so durchzuführen, dass potente Gegner ihren konventionellen Vorteil nicht nutzen konnten. Dabei waren die Beiträge der Teilnehmer des LGAN 2015 äußerst gefragt. Als bislang unbeteiligte Dritte auf den Prozess, die Planungszyklen und die Missionsdurchführung blickend, wurden Einwände und Ergänzungen, teils ganze Planänderungen, bewirkt. Für die deutschen Teilnehmer zeichnete sich ebenso ab, dass das amerikanische operative Planungsverfahren Unterschiede zum operativen Planungsprozess der NATO aufweist. Diese Abweichungen regten zur kritischen Selbstreflexion des an der FüAkBw Erlernten an. So sah man sich bestätigt oder erkannte an entscheidenden Stellen Verbesserungspotential.

Die Südstaaten erleben und Freundschaften schließen 

Trotz des intensiven Übungsvorhabens sorgten die amerikanischen Kameradinnen und Kameraden für ein ansprechendes Freizeitprogramm, bei dem man sich abseits des operativen Planungsgeschäfts über persönliche Dinge und Belange austauschen konnte. Bowling, Pizzeria, Steakhouse und Barbecue waren mehr als geeignet dazu, sich gegenseitig kennenzulernen und den traditionellen Austausch erlebenswert zu machen. Interkulturelle Kompetenz wir somit erlebbar gemacht und weiterentwickelt. Das Begleitprogramm mit der aufwendigen Betreuung durch die amerikanischen Soldatinnen und Soldaten wie auch des zivilen Lehrpersonals, intensivierte die schon vorab empfundene deutsch-amerikanische Verbundenheit. Nach dem Übungsende ging es direkt nach Atlanta, von wo aus der Rückflug nach Deutschland angetreten wurde. Nach der Rückkehr am Sonntagabend wurden die Koffer ausgepackt und die Uniform wieder für die nächsten Tag präpariert, um am Montag mit leichtem Jetlag nahtlos in die Übung „Joint Endeavour“an der FüAkBw einzusteigen. Freilich nahmen dies die Teilnehmer gerne in Kauf, da die Übungsteilnahme in Alabama als voller Erfolg gewertet werden kann.

 

Autor: Stefan Berger; Fotograf: Stefan Berger /Bundeswehr

Hamburg, 02.05.2017

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Ehrenmal Laboe

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U-Boot 995 in Laboe

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Rettungsmittelausbildung im EAZS

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U-Boot 34

Vier Tage war der Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) zu Gast in verschiedenen Standorten der Marine. Von Flensburg bis Neustadt in Holstein wurde den 80 Lehrgangsteilnehmern ein vielfältiges Bild über die maritimen Fähigkeiten der Bundeswehr vermittelt.


Zum Auftakt wurde das Manöver "FüAkEx LGAI 2016“ durch Kapitän zur See Straus, Bereichsleiter Führungslehre Marine und Beauftragter des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr, marinetypisch „angepfiffen“. Vorausgegangen war eine umfangreiche Planungsphase der deutschen Marineoffiziere im Hörsaal Marine des LGAI 2016 mit dem Marinekommando und den beteiligten Einheiten.

Tradition und Moderne

Nach dem Besuch an der Marineschule Mürwik, der Alma Mater der Marineoffiziere, bei der neben Architektur und ungebrochener Traditionslinie insbesondere die vorgestellten Ausbildungseinrichtungen überzeugten, präsentierte sich am folgenden Tag die Einsatzflottille 1 in Kiel mit einem spannenden und abwechslungsreichen Programm zum Fähigkeitsspektrum der Flottille. Neben einer statischen Vorführung des Seebataillons waren es hier vor allem die Besichtigung eines U-Bootes der Klasse 212A und die Möglichkeit der Mitfahrt im Tiefensteuersimulator des Ausbildungszentrums U-Boote (AZU), die für nachhaltige Eindrücke sorgten.

Ein Tag in See

Sichtlich beeindruckt zeigten sich dann auch die Lehrgangsteilnehmer aus über 30 Nationen, was die Deutsche Marine bei strahlendem Sonnenschein in See zeigte. Mit einem vielfältigen Programm präsentierte sich die maritime Komponente der Bundeswehr im Seegebiet der Kieler Bucht. Einen Tag lang hatten die Lehrgangsteilnehmer aus Hamburg die Möglichkeit, die zum Teil spektakulären Manöver der Marineeinheiten in See zu verfolgen. „Das Einsatzspektrum der Deutschen Marine ist schon beeindruckend", stellte beim traditionellen „Einlaufbier“ in Kiel ein Offizier aus Kuwait fest. Die Besatzung der ELBE zeigte sich darüber ehrlich erfreut.

Geschichtlicher Abriss

Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch des Marine-Ehrenmals in Laboe, der offiziellen Gedenkstätte der Deutschen Marine. Die nationale Gedenkstätte - einst als Kriegerdenkmal errichtet und heute Erinnerungs- und Lernort - beeindruckte die Lehrgangsteilnehmer mit seinem internationalem Charakter der Erinnerung an die auf See Gebliebenen aller Nationen.

Nicht Schiffe kämpfen, sondern Menschen

Das ist das Motto des Einsatzausbildungszentrums Schadensabwehr (EAZS) der Marine in Neustadt/ Holstein. Hier konnten sich alle Lehrgangsteilnehmer einen unmittelbaren Einblick in die fordernde Einsatzausbildung der deutschen Marineeinheiten machen. Im Rahmen von Demonstrationen der U-Bootrettungs-, Brand- und Leckabwehr- sowie der Rettungsmittelausbildung führten die Ausbilder des EAZS die Ausbildungsmöglichkeiten und -kapazitäten des Zentrums vor. Mit dem traditionellen Manöverabpfiff endete dann am späten Nachmittag das diesjährige FüAkEx LGAI 2016. Ein rundes Programm, tiefgründige Einblicke: Alle Teilnehmer waren begeistert.

 

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 28.04.2017

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Kameratraining im Mannfred-Wörner-Zentrum

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Viele Fragen, viele Antworten

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Die CRC-Gruppe verrichtet in dieser Ausrüstung regelmäßig ihre Arbeit

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Erheber und Ermittler: die Detektive der Feldjäger

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Die Feldjägerausstattung ist vielfältig

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Hauptfeldwebel Jaenicke gibt die Kommandos

„Clausewitz-Kaserne – Führungsakademie der Bundeswehr“, liest Dorit Alina Dankert neugierig auf dem Schild. Aufmerksam wandert ihr Blick über das Gelände der Kaserne. Zwischen den Gittern der Zäune erblickt sie ein eindrucksvolles Gebäude – „offenbar das Herzstück der Institution“, denkt sich die Gymnasiastin aus Tostedt. Und dann: „So viele uniformierte Personen auf einmal habe ich noch nie gesehen.“ Die 15-jährige Schülerin und weitere 35 Schülerinnen sind besonders aufgeregt. Sie sind heute zu Besuch bei der Bundeswehr. Es gibt viel zu entdecken.


Es hat der diesjährige Girl’s Day stattgefunden. Alle Fragen von jungen und wissbegierigen Schülerinnen hat die Bundeswehr beantwortet und ihnen einen Eindruck vom Soldatendasein vermittelt. Stabsfeldwebel Stefan Dankelmeier, ein erfahrener und langjähriger Berufssoldat der Bundeswehr, war als Projektleiter für den Girl’s Day 2017 verantwortlich. Der IT-Spezialist aus dem Sachgebiet Kommunikation hieß die Schulgruppe im Admiral-Dieter-Wellershof-Gebäude herzlich willkommen.

Kulturenvielfalt in der Bundeswehr

Dass die Führungsakademie der Bundeswehr keine normale Kaserne ist, wird den Schülern im Vortrag von Fregattenkapitän Kai Paetau sofort bewusst. Schon seit 60 Jahren werden hier militärische Spitzenkräfte auf ihre anspruchsvollen und federführenden Aufgaben in den Streitkräften, der NATO, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen vorbereitet. Deswegen treffen die Schüler in dieser Kaserne auch auf internationale Lehrgangsteilnehmer, die wiederum mit ihren unterschiedlichen Uniformen und Kulturen, die Vielfalt der Führungsakademie zum Vorschein bringen.

Über Pressearbeit und Facebook-Auftritte

Nach der Vorstellung der Akademie folgte auch schon der nächste Programmpunkt: die Medienarbeit. Sie ist facettenreich und fordert einen Scharfsinn für Menschen, Meinungen, Sachverhalte. Das Landeskommando Hamburg war vor Ort dabei, um die Schülerinnen über die Aufgaben eines Pressesoldaten zu informieren. „Wir beschäftigen uns jeden Tag mit medialen Aufgaben und sorgen in der Öffentlichkeitsarbeit für ein gutes Bild der Bundeswehr“, sagt Kapitänleutnant Janne Sommerkorn, eine routinierte Fachfrau. Mit der eigenen Facebook-Seite ist es dem Landeskommando möglich, neue Beiträge und Nachrichten aus der Bundeswehr aktuell zu platzieren. Über 2600 interessierte Leser hat das Landeskommando bereits für sich gewinnen können, die mit ihren Kommentaren und Anregungen die Seite genauso wie das Presseteam des Landeskommandos mitgestalten und bereichern.

Ein treuer Freund und Begleiter

Der nächste spannende Programmpunkt: die Feldjäger. Sie demonstrieren den Jugendlichen Drogen- und Sprengstoffspürhunde, die für die Bundeswehr eine große Unterstützung darstellen. Mit ihrem feinen Spürsinn schaffen sie es, unterschiedliche Substanzen in ihrem Versteck ausfindig zu machen. Zum Girl’s Day wurde diese Hundestaffel in Person von Hauptfeldwebel Alexander Jaenicke und seinem Hund Rocky vorgestellt. Noch bevor es richtig losgeht, sehen die Schüler, dass die beiden ein eingespieltes Team sind. Während Jaenicke der Schulgruppe seine Aufgaben als Hundeführer erklärt, beobachtet Rocky in aller Seelenruhe seinen Partner und wartet auf dessen bevorstehende Kommandos. Egal, wie gut die Kapsel mit dem Sprengstoff am Fahrzeug versteckt wird, Rocky erschnüffelt es in Sekundenschnelle. „Jeder Hundeführer hat eine große Verantwortung gegenüber seinem tierischen Begleiter“, berichtet der Hauptfeldwebel. Die richtige Erziehung sowie jahrelanges Training sind erforderlich, um den Hund bestens auf die kommenden Einsätze vorzubereiten. Die Tiere werden spielerisch an die Übungen herangeführt, doch für die Hundeführer ist es jedes Mal purer Ernst.

Militärpolizei im Einsatz

Schilde, Helme und Protektoren – für die CRC-Gruppe (Crowd and Riot Control) gehört diese Grundausstattung zur Lebensversicherung, wenn es darum geht, unfriedliche Menschenansammlungen zu überwachen und wenn nötig einzudämmen. Mit neugierigen Augen betrachteten die Schülerinnen, was CRC ausmacht, aber auch die Feldjägerausrüstung der Erheber und Ermittler. Am Tatort sichern sie Spuren, dokumentieren und stellen im Fall der Fälle die Beweismittel den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung. Ausgestattet wie ein echter Feldjäger – die Schulgruppe erfuhr es am eigenen Leib. Die Waffen blieben dabei natürlich außen vor. Wie schwer so eine Ausrüstung ist, haben die Schüler selbst erfahren dürfen.

Wertvolle Erinnerungen

Ein spannender Tag neigt sich dem Ende zu. „Heute, konnte ich viel über das Soldatendasein in der Bundeswehr erfahren“, denkt sich Dorit, als sie die Kaserne mit ihrer Freundin verlässt. In den Gedanken der Schülerinnen bleiben wertvolle Erfahrungen fest verankert. Für Dorit, und viele andere auch, ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. 

 

Autor: Jürgen Bredtmann; Fotos: Jürgen Bredtmann

Flensburg, 06.03.2017

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Die Teilnehmer waren sehr schnell in der Lage, auf neue Situationen zu reagieren

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Hauptmann Dr. Philipp Schaller erläutert die komplexen Zusammenhänge

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Neue Lernsituationen und Handeln stehen im Mittelpunkt

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Auf dem alten Friedhof in Flensburg erklärt Oberst i.G. Strunk Zwistigkeiten zwischen Deutschen und Dänen

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Intensiver Blick ins Gelände auf der Schanze 4


 


 


 

Veränderungen bewältigen, sich auf neue Situationen einstellen, Mitarbeiter überzeugen und mitnehmen - das ist häufig schwierig für Menschen und Unternehmen. Die Führungsakademie als Ganzes ist derzeit in so einem Prozess. Der Fachbereich Führung und Management im Speziellen war es auch: Während der Klausurtagung an der Marineoffizierschule in Flensburg befassten sich die anwesenden 24 Angehörigen mit einem Veränderungsprozess in einem fiktiven Unternehmen anhand eines Planspieles.

Auswirkungen in komplexen Situationen


"Jedes Spiel ist immer auch ein bisschen wie das richtige Leben", erklärt der Dozent für Veränderungsmanagement, Hauptmann Dr. Philipp Schaller, der diesen ersten Teil der Tagung vorbereitet hatte. Eine fiktive Firma sollte sich für einen neuen Markt aufstellen, neu ausgerichtet werden. Neue Vision, neue Produktions- und Arbeitsabläufe, neue Kunden und Zulieferer. "Mit diesem Planspiel bekomme ich auch gleich eine andere Methode für die Ausbildung an die Hand", sagt Oberstleutnant Stefan Fritzsche, der wie die anderen Teilnehmer von der Computer gestützten Simulation sehr angetan war. "Veränderungen haben auch immer viel mit sozialen Netzwerken zu tun", so die Erkenntnis bei vielen, denn die Abhängigkeiten in einem Betrieb sind nicht nur linear. Nicht nur beispielsweise zwischen Produktion und Lieferanten, Kunden und Vertrieb oder Meister und Chefsekretärin gibt es Beziehungen und Wechselwirkungen - ähnlich wie im richtigen Leben. Und oft können nicht alle Mitarbeiter bei betrieblichen Veränderung gewonnen werden, für die dann gegebenenfalls eine andere Tätigkeit gefunden werden kann.

Erwachsenenbildung, die Spaß macht 


"Mir ist aufgefallen, dass mehr Eigendynamik einsetzt, sobald wir ins Handeln kommen. Wir müssen den Mitarbeitern auch immer wieder viel erklären", so Oberstleutnant Felix Heymann in seinem Fazit am Ende des Planspiels. "Das stimmt. Die Masse der Ressourcen, auch Zeit und Geld, gehen für das Auftauen zu Beginn des Veränderungsprozesses drauf", bestätigt Hauptmann Dr. Schaller. "Wir haben eine prima Erwachsenenbildung gemacht, Spaß gehabt, aktiv gehandelt und angeknüpft an Bekanntes - und das Ganze natürlich kompetenzorientiert", bedankt sich der Fachbereichsleiter, Kapitän zur See Marko von Kölln, bei allen Teilnehmenden.

Exkursion zu den Düppeler Schanzen


Nach Abschluss des Planspiels zum Veränderungsmanagement ging es in den militärhistorischen Teil der Klausurtagung. Alle Teilnehmer waren sehr beeindruckt von den eindringlich vorgetragenen Geschehnissen am 14. April 1864 an den Düppeler Schanzen, die auch heute noch als Gedenkstätte gepflegt werden. "Dieser eigentlich unbekannte Krieg hat das Verhältnis zwischen Deutschen und Dänen 150 Jahre lang geprägt", fasst Oberstleutnant Ulrich Hegner zusammen.

Ergebnisse: Wo geht es hin?


Am dritten Tag stand die Weiterentwicklung von Lehre und Fachbereich im Mittelpunkt. In einer Arbeitsgruppe befassten sich die Tutoren des BLS mit der Verbesserung ihres Lehrgangs. Auch das Planspiel Veränderungsmanagement soll nun in einem Pilotversuch in zwei Hörsälen praktisch genutzt werden, um Themen wie Gesprächs- oder Verhandlungsführung praktisch auszubilden und neue Lernsituationen zu schaffen. Die Dozenten kümmerten sich in der anderen Arbeitsgruppe um die Synchronisierung aller Lehrgänge und Module. Wie müssen die angepasst werden, damit mit den vorhandenen Dozenten und Ressourcen für die Lehrgangsteilnehmer die definierten Ausbildungsziele erreicht werden können? Welche Ausbildungen oder Seminare können, sollten oder müssen abgesagt oder grundsätzlich gestrichen werden? Und wie werden möglichst viele Lernsituationen geschaffen, um die kompetenzorientierte Ausbildung zu erweitern? "Wir müssen im Auge behalten, dass die Seminare und Module ja auch durch uns vorbereitet werden müssen, und das kostet vor allem Zeit", konstatiert Oberst i.G. Michael Strunk.

Teambuilding

 In der Feedback-Runde zum Schluss wurde abgefragt, wie die Tagung verbessert werden kann. "Ich habe viel gelernt, die Zeit war wichtig und richtig investiert, neue Methoden kennen gelernt, ich fand die Kulturteile sehr gut", so lauteten die positiven Stimmen anschließend. Aber auch: "Die inhaltliche Arbeit kam etwas zu kurz, es fehlt ein halber Tag, der Startschuss für die weitere Planung ist gesetzt." Und wie geht es jetzt weiter? "Versuchen Sie weiterhin, sich in die Veränderungsprozesse an der Führungsakademie, in die Ideenwerkstätten einzubringen", fordert der Fachbereichsleiter, Kapitän zur See Marko von Kölln auf, denn die Menschen des Fachbereiches Führung und Management sind mit ihrer Kompetenz und Kreativität wichtig, den Veränderungsprozess an der Akademie erfolgreich zu begleiten.

 

Autor: Jan Heinsohn; Fotograf: Bundeswehr

Hamburg, 26.04.2017

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Die Kommandeure der Akademien im Gespräch - v.l. Divisionär Keller, Generalleutnant Csitkovits, Konteradmiral Stawitzki

In Luzern sind nun die Leiter der höchsten militärischen Bildungseinrichtungen aus Deutschland (Führungsakademie der Bundeswehr / FüAkBw), Österreich (Landesverteidigungsakademie / LVak) und der Schweiz (Höhere Kaderausbildung / HKA) zusammen gekommen.

Ziel dieser Tagung war es, durch Vorstellung der Neuerungen an den jeweiligen Akademien, vom gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu profitieren. Die Schweiz ist Vorreiter in der Führungsausbildung mit Simulatoren. Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und der im Vergleich zu Deutschland und Österreich relativ kleinen Fläche war die Schweizer Armee schon früh gezwungen, auf Simulationen zu setzen und deren Methodiken kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Erfahrungsaustausch und Weiterentwicklung der Lehre

Mittels dieses intensiven Erfahrungsaustausches erlangen die Teilnehmer einerseits Handlungssicherheit, zudem lassen sich zukünftige militärische Entscheidungsprozesse optimieren. Darüber hinaus werden wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Lehre generiert.

Eingehend thematisiert wurden die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen wie z.B. die Terrorismusbekämpfung, die hybride Kriegsführung und Cyberkriminalität, die Prävention kritischer Infrastruktur sowie Migrationsbewegungen. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmer den potentiellen Einsatz von Streitkräften im Inneren vor dem Hintergrund politischer und juristischer Erwägungen in den betrachteten Staaten.

Die nächsten D-A-CH Gespräche sind für April/Mai 2018 geplant und finden an der Landesverteidigungsakademie in Wien statt. Bis dahin sollen auf Vorschlag des Kommandeurs der Führungsakademie im Rahmen von ein- bis zweitägigen Workshops spezifische Fragestellungen (z.B. Cyber Defence) diskutiert sowie Forschungsergebnisse präsentiert und ausgetauscht werden.

 

Autor: Mario Bünnagel; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 24.04.2017

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Kulturelle Einblicke in die südamerikanische Republik

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Sichtliche Freude - Lehrgangsteilnemer mit der Musikgruppe ,,Tango Chocolate"

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Zahlreiche Gäste besuchen den GNIT in der Rotunde

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Kulturelle Einblicke durch Musik und Tanz

Argentinien ist eine junge Nation mit großer kultureller Vielfalt, eindrucksvollen Landschaften, hoher Leidenschaft und stolzen Einwohnern, aber auch zahlreichen Herausforderungen. Hiervon konnten sich die Teilnehmer des „Großen Nationalen Informationstages“ (GNIT) Argentinien in der Rotunde des Manfred-Wörner-Zentrums am 11. April 2017 überzeugen.

Land und Leute

In ihrem überaus lebendigen Vortrag, der streckenweise an eine Bühnenaufführung erinnerte, stellten Fregattenkapitän Alejo Bonanni und Oberstleutnant Hernan Chamadoira, beide Lehrgangsteilnehmer im Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) ihr Heimatland mit südamerikanischer Leidenschaft vor. Neben Informationen zu Klima und Bevölkerung wurden die Zuschauer auch über kulturelle Besonderheiten des Landes informiert. So wurden insbesondere dem Tanz und der Musik ein besonderer Stellenwert eingeräumt und durch die Musikgruppe „Tango Chocolate“ und Tango-Tänzer der Gruppe „Tango Mujer“ spektakulär eingerahmt. Selbst die Familien der argentinischen Lehrgangsteilnehmer waren eingebunden. Die zwölfjährige Guadalupe reichte ihrem Vater während des Vortrages das argentinische Nationalgetränk „Mate“ zur Erfrischung und die Söhne beider Vortragenden, Manuel, Pedro, Juan Cruz und Antonio liefen in Trikots der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft auf. Hier konnte sich Fregattenkapitän Bonanni eine Spitze dann doch nicht verkneifen: Mit Hinweis auf die letzten Niederlagen Argentiniens gegen Deutschland während der Fußball-Weltmeisterschaft bemerkte er mit einem Augenzwinkern: „Wir sehen uns wieder im Finale in Russland!“

Politik und Militär

Ein zentrales Thema erhielt im Rahmen des Informationstages besonderes Gewicht: Oberstleutnant Chamadoira und Fregattenkapitän Bonanni beleuchteten ausführlich die argentinische Perspektive zum Thema Malvinas, hierzulande besser bekannt als Falkland-Inseln. Neben der Darstellung von geschichtlichen, rechtlichen und geographischen Aspekten resümierten sie: „Argentinien wird sich weiterhin friedlich um die Rückgewinnung der Malvinas bemühen. Dieses Thema hat in Argentinien Verfassungsrang!“ Aber auch die großen Herausforderungen des Landes wurden dargestellt. Neben Armutsbekämpfung und Korruptionsprävention stellen insbesondere die illegale Fischerei und der Kampf gegen den Drogenhandel Argentinien täglich vor Probleme.

Kulinarischer Ausklang

Die Vortragenden hatten für ihre Präsentation große Erwartungen geweckt und wurden diesen vollauf gerecht. Klassische Vortragsanteile wechselten sich mit synchron kommentierten Filmbeiträgen und Videoeinspielungen ab, und die abschließende Frage an das Publikum zu einer Zugabe argentinischen Tangos fand begeisterten Zuspruch. Das Vortragsprogramm wurde abgerundet durch eine Probe argentinischer Weine sowie landestypischen Speisen in der Pause und nach der Veranstaltung. Beim Genuss von Alfajores, Empanadas und Locro (einem landestypischen Eintopf) waren sich fast alle Besucher einig: „Der beste GNIT seit langem!“

 

Autor: Philipp Lenske; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 20.04.2017

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Begeisterte Teilnehmer beider Verbände

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Hauptmann Merten im Gespräch mit einem Mitglied der Jungen Union - Altona

Der CDU-Ortsverband Nienstedten unter Führung des Ortsvorsitzenden Herrn Peter Schmidt hat gemeinsam mit Mitgliedern der Jungen Union Altona die Führungsakademie der Bundeswehr besucht. Dieser Besuch war eingebettet in eine Reihe von Institutionsbesichtigungen, die der Ortsverband in jüngster Zeit unternommen hat.

Ursprung und Zukunft der Akademie

Begrüßt wurde die Gruppe durch den Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, der in seiner Einführungsrede die besondere Bedeutung der Inneren Führung und die damit einhergehende Verantwortung des Führungspersonals der Bundeswehr betonte.

Die Namensgebung der drei Kasernen in Hamburg geht auf Strategen, Philosophen, Reformer und Militärwissenschaftler zurück, deren Theorien heute immer noch großen Einfluss auf die Lehre der Akademie haben.

Politische Besucher herzlich willkommen

Der Kommandeur der Führungsakademie betonte die Wichtigkeit von Besuchern aus der Politik. „Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und muss sich offen der Politik gegenüber präsentieren, um ein umfassendes und transparentes Bild für kommende Entscheidungsfindungen darzulegen.“ Aus diesem Grund wurde die Führungsakademie 1958 aus der Kleinstadt Bad Ems in Rheinland-Pfalz hoch in den Norden in die Hansestadt verlegt, „um die Akademie tief in die Gesellschaft zu verankern“, so der Kommandeur. Admiral Stawitzki ging auf die von der Bundesministerin der Verteidigung Frau Dr. Ursula von der Leyen beauftragte Weiterentwicklung der Führungsakademie und die künftige Rolle als Denkfabrik ein.

Vielseitige Einblicke

Die Führung unter Leitung von Hauptmann Johannes Merten wurde im Manfred-Wörner-Zentrum fortgeführt. Präsentiert wurde unter anderem das Plenum und die umfassende technische Ausstattung des Regieraums. Darüber hinaus wurden die Besucher über das informationstechnische Fähigkeitsprofil der Führungsakademie unterrichtet. Besonders die Besucher der Jungen Union zeigten sich sehr interessiert. Zudem wurden die Besucher detailiert über den Einfluss des kürzliche aufgestellten Kommando Cyber und Informationsraum (KdoCIR) auf die Ausbildung an der Akademie informiert.

Der Besuch endete mit abschließenden Gesprächen und einem gemeinsamen Mittagessen in der Truppenküche der Führungsakademie. Alle sind sich einig: Die vielseitigen Einblicke haben den Besuch zu einem großen Erfolg gemacht.

 

Autor: Marcel Bohnert; Fotograf: Marcel Bohnert

Hamburg, 18.04.2017

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Umfassendes Verständnis für Clausewitz

 

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Reales Kriesenszenario

„Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ – Wer hat dieses Carl von Clausewitz-Zitat in seiner Dienstzeit nicht schon häufiger gehört oder sogar selbst benutzt? Die richtige Einordnung dieser Aussage fällt angesichts der Komplexität der von Clausewitz entwickelten Strategietheorie allerdings nicht allzu leicht. Zudem ist das Zitat in der obigen Form nur eine sinngemäße Wiedergabe der Formulierung in seinem Hauptwerk „Vom Kriege“.


Das Clausewitz-Netzwerk für Strategische Studien (CNSS) führte an der Führungsakademie der Bundeswehr ein Strategieseminar durch, um den Clausewitz´schen „Nebel des Krieges“ für ausgewählte nationale und internationale Teilnehmer des Lehrganges Generalstabs-/Admiralstabsdienst 2015 (LGAN 2015) ein wenig zu lüften. In der ersten Woche wurden den Teilnehmern grundlegende Gedankengänge des Militärwissenschaftlers näher gebracht. Prof. Dr. Lennart Souchon vermittelte dabei in Vorträgen die Kernelemente der Militärtheorie. Diese wurden in gemeinschaftlichen Diskussionen vertieft. Im Verlaufe der Woche wurde auf diese Weise unter anderem ein Verständnis für Wahrscheinlichkeiten und Zufälle im Krieg sowie Moralische Größen erworben. Zwei Paneldiskussionen rundeten die erste Seminarwoche ab. Dort wurden die Kernelemente der Theorie in einen Zusammenhang gebracht, um daraus eine Methode zu entwickeln, mit der strategische Lagen tiefgreifend um umfassend erfasst werden können.


Die Seminarleitung der Praxiswoche übernahm Fregattenkapitän Oliver Heinicke. Er wurde dabei zeitweise von Dr. Martin Wolff (Expertise: Philosophie mit Schwerpunkt Konfliktforschung) sowie von Stefan Licht (Expertise: Wirtschaft und Unternehmensberatung) unterstützt. Das Praxisszenario war in die reale und tagesaktuelle Situation eines Konfliktgebietes eingebettet. Die Seminarteilnehmer nahmen die Rolle von Referenten im BMVg ein und wurden damit beauftragt, militärische Handlungsoptionen im Rahmen des gesamtpolitischen Handelns Deutschlands zu entwickeln. Auch wenn der Auftrag die Erstellung einer Tischvorlage vorsah, lag der Schwerpunkt darauf, die Denkprozesse zu erkennen und zu verstehen, die bei der Auftragsanalyse und eigenen Standortbestimmung, der Konfliktanalyse sowie zur Entwicklung zielgerichteter Handlungsoptionen ablaufen. Die Ergebnisse der Praxiswoche wurden dem Direktor Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr, Brigadegeneral Thomas Hambach, in Form eines Tischgespräches vorgetragen.


In der abschließenden Feedbackrunde wurde deutlich, dass das zweiwöchige Seminar begeistern konnte und von allen Teilnehmern als äußerst gewinnbringend empfunden wurde. Das Verständnis davon, wie sehr das Denken von Clausewitz´ die militärischen Führungsprozesse beeinflusst und wie aktuell seine Ideen auch heute noch sind, konnte vermittelt und die Vorstellungen einer verstaubten Theorie aufpoliert werden.

 

Autor: Jörg Barandat; Fotograf: Jörg Barandat / AIRBUS

Hamburg, 13.04.2017

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OTL i.G. a.D. Uwe Krempf: Gehirn macht Strategie - ich denke - also bin ich - also irre ich.

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OTL i.G. Dr. Dr. Kai Busch, Referat Zukunftsanalyse, Planungsamt der Bundeswehr: Hybride Kriege sind keine neue Form der Konfliktaustragung.

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Werksbesichtigung im Anschluss an die Gewährung tieferer Einblicke in „Strategy & Development“ im Konferenzraum

stellte bereits 1955 der französische Ethnologe Claude Lévi-Strauss fest. Was bedeutet dies angesichts des rasanten Wandels, der Multiplexität und Vielschichtigkeit im heutigen Cyber- und Informationsraum und dem damit verbundenen akuten Risiko, dass wir als „Informationsgiganten“ zu „Wissenszwergen“ werden? Und welche Folgerungen sollten wir daraus für unser politisches und strategisches Denken, Planen und Handeln ziehen?

Nachdem in den beiden Seminaren in 2016 Chinas Seidenstraßen-Strategie („One Belt, one Road - Initiative“) thematisiert wurde, rückt im diesjährigen Seminar das Thema „Hybride Machtprojektion“ in den Fokus. Mit Beginn des Seminars richteten sich alle Lerneinheiten -Globalisierung, Strategiegeschichte, Fähigkeiten strategischen Denkens und Kommunikation - in der politischen Machtprojektion bereits an dieser Schwerpunktsetzung aus.

Insbesondere der Beitrag des Planungsamts der Bundeswehr zur Zukunftsanalyse „als Fernlicht der Bundeswehr“ stellte dabei nachfolgend sehr deutlich den Charakter hybrider Kriege/Konflikte heraus:
- Räumlich und zeitlich entgrenzte, dabei meist nur schwer zum Verursacher zurück verfolgbare Machtprojektionen, vorrangig in zivile Gesellschaftsbereiche mit dem Ziel der Unterbrechung, Störung und Lähmung politischer, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Systeme.
- Nutzung auch verdeckter militärischer Operationen, allerdings möglichst unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges.

Der halbtägige Block „Hybride Machtprojektion am Beispiel der russischen „Gerasimov Doktrin““ vertiefte und konkretisierte dann diese Grundlagen weiter durch die Analyse historischer, politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in Osteuropa, klärte politische Interessenlagen sowie konzeptionelle Grundlagen russischer hybrider Machtprojektion und machte am konkreten Beispiel Balkan Methoden russischer Einflussnahme transparent.

Mit dem abschließenden Besuch bei AIRBUS wurde uns die Möglichkeit eröffnet, vergleichend strategisches Denken in einem sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Kontext zu betrachten und dabei Gemeinsames wie Unterschiedliches zu entdecken.


Mit diesem Seminar haben wir uns bewusst als Suchende in ein Themenfeld begeben, in der viele politisch-strategische Fragen noch offen sind, sofern überhaupt schon erkannt („unknown unknowns“). Das, was wir bisher an Fake-News-Attacken und -Aktivitäten von „Troll-Fabriken“ erlebt haben, scheinen noch „Testballons“ zu sein, mit denen Akteure Erfahrungen sammeln und ihre Instrumente weiter entwickeln. Möglicherweise werden wir allerdings schon in naher Zukunft komplexen und koordinierten hybriden Angriffen ausgesetzt sein.

Wie sind wir darauf vorbereitet und welche erfolgversprechenden Abwehrstrategien haben wir? Militärisch sind wir wohl operativ-taktisch bei der Bundeswehr und NATO (NATO Handbook of Russian Information Warfare) schon gut aufgestellt. Aber wie sieht es mit unseren Fähigkeiten zur ressortübergreifenden „Gesamtverteidigung“ aus, wenn das Angriffsziel der Zusammenhalt der zivilen Gesellschaft ist?
Wissen, (politische und historische) Bildung, Persönlichkeit und Kultur sind in solchen Formen Hybrider Machtprojektion sehr bedeutsame Ressourcen im Kampf um Resilienz / Widerstandsfähigkeit gegen Desinformations- und Desintegrationskampagnen.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie fest in unserer Gesellschaft die Wertevorstellungen der europäischen Aufklärung verankert sind. Welche Rolle spielt z.B. die Forderung Immanuel Kants: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“?
Und wie halten wir Soldaten es mit der, schon vom preußischen Heeresreformer Generalleutnant Gerhard von Scharnhorst gestellten Forderung „Bildung ist Berufspflicht!“ mit dem Ziel der Herausbildung von Selbstdenken und eigener Urteilskraft?

Aus dem Kreis der Teilnehmer waren durchweg positive Bewertungen zu hören. „Das Seminar macht mehr Lust auf mehr Strategie“, kommentierte ein Seminarteilnehmer. Ein anderer zeigte sich ob der „vielen, vielen bunten Bauklötze mit einem sehr offenen Bauleitplan“ begeistert.

Das nächste Seminar Strategisches Denken ist für das erste Quartal 2018 geplant. Auch dann wird es wieder um ein aktuelles politisches Thema gehen, das einen angeregten und vor allem strategischen Diskurs befördern wird.

Weitere Informationen zum Modul 1007 finden Sie über diesen LINK.

 

Autor: Jan Heinsohn; Fotograf: Jürgen Schrödl

Hamburg, 07.04.2017

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Die 40-köpfige Seminargruppe im BMVg

25 zivile und militärische Führungskräfte, darunter je ein Teilnehmer aus Österreich, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich, haben in den letzten fünf Wochen unter Leitung von Oberst i.G Jürgen Schrödl und dem Senior Mentor Generalleutnant a.D. Jürgen Bornemann das Hochwertseminar der Führungsakademie der Bundeswehr „Internationale Höhere Führung 2017“ absolviert.

Zielsetzung des Seminars ist es, die aktuellsten Entwicklungen im Bereich der globalen Sicherheitspolitik vorzustellen und zu diskutieren und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezielt auf zukünftige Aufgaben im nationalen und internationalen Bereich vorzubereiten. Elementarer Bestandteil ist dabei die Begleitung der Seminargruppe durch einen Senior-Mentor, um jederzeit und möglichst unmittelbar die gemachten Erfahrungen und Eindrücke reflektieren zu können.

 

Einen ausführlichen Artikel über den Seminarverlauf sowie weitere Informationen über diesen Hochwertlehrgang finden Sie unter folgendem Link .

 

 

 

 

New Work –  Die Arbeitswelt von morgen bedeutet Chance und Herausforderung zugleich

Autor: Jan Heinsohn; Fotos: Xing

Hamburg, 05.04.2017

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Die Zukunft der Führungsetagen -  Admiral Stawitzki im Gespräch über den Aufbruch in die neue Arbeitswelt

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Bodo Jassen erläutert neue Führungsprinzipien für mehr Mitarbeiterzufriedenheit

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Persönlichkeit entwickeln und Handlungskompetenz stärken - das steht für den Kommandeur der Führungsakademie an erster Stelle

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Voller Erfolg -  das interaktive Format lässt alle Teilnehmenden mit neuen Impulsen in die Zukunft der Arbeitswelt starten 

Die Welt um uns herum verändert sich in einem rasanten Tempo. Insbesondere die Digitalisierung verändert unseren Alltag, die Art und Weise, wie wir kommunizieren und wie wir konsumieren. Hinzu kommt eine zunehmend starke Veränderungsdynamik der Arbeitswelt. Unternehmen realisieren, dass sie mit traditionellen Führungsmethoden immer schlechter in der Lage sind, im Wettbewerb und gegen den Innovationsdruck zu bestehen. Die Beziehungen zwischen alter Arbeitswelt und neuem Denken erörterten Experten, Vordenker und Praktiker unter dem Titel „Aufbruch in die neue Arbeitswelt“ in interaktiven Formaten auf der New Work Experience 2017, die das Karriere-Netzwerk XING in Berlin veranstaltete. Die Teilnehmer diskutierten die Werte, Haltungen und Ideale sowie die Konsequenzen für Unternehmen und Individuen, die sich aus den erforderlichen Transformationsprozessen ergeben.

Entscheidungsfreudigkeit als Impulsgeber

Um Erfolgsrezepte und persönliche Führungsstile und -philosophien vorzustellen, war der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Konteradmiral Carsten Stawitzki, eingeladen, auf diesem Event mitzudiskutieren. Er sagt: „Die Arbeitswelt hat sich verändert. Die Digitalisierung und die Demographie stellen uns vor große Herausforderungen, die Gesellschaft polarisiert sich zudem zunehmend. Längst ist die „Aufbruchstimmung“ der Jahrtausendwende einer gewissen „Gereiztheit“ gewichen. In Zeiten wie diesen müssen wir als Bundeswehr, ähnlich wie nahezu jedes Unternehmen, eingespielte Strukturen und Prozesse hinterfragen – auch und vor allem gilt das im Bereich des Leadership. Ein „weiter so“, das reicht nicht mehr.“

Wirksame Führung erreicht man seiner Meinung nach im Wesentlichen durch zwei Prinzipien. Einerseits führe erst „eine wahre Gefolgschaft im Sinne des angestrebten Ziels“ zu robusten Führungssituationen. Andererseits seien Entscheidungsfreudigkeit, Risikobereitschaft und damit die Handlungsfähigkeit von militärischen Führern entscheidend und erfolgskritisch. Es geht also darum, die Persönlichkeit des Top-Führungspersonals der Bundeswehr zu entwickeln und deren Handlungskompetenz zu stärken. Notwendig dafür ist ein stabiles Fundament, dem ein Wertesystem („Persönlichkeitsprofil“) und ein klares Selbstverständnis im Sinne einer Unternehmensphilosophie bzw. einer Corporate Identity zugrunde liegen.

Lebenslanges Lernen als Erfolgsfaktor

Laut Konteradmiral Stawitzki ist in diesem Zusammenhang die Aus- und Weiterbildung von Persönlichkeiten von zentraler Bedeutung. Eine Führungskraft sollte damit bei sich selbst beginnen. Er fordert: „Lebenslanges Lernen darf keine Worthülse bleiben!“ Gleichzeitig basiert Führungskompetenz auf zwei Säulen, der sozialen Kompetenz und der Methodenkompetenz. Soziale Kompetenz besteht aus dem Dreiklang „Freiheit, Verantwortung und Respekt“. Die Methodenkompetenz hingegen folgt vor allem einer Leitlinie. Das „Führen mit Auftrag“ ist ein entscheidendes Wesensmerkmal militärischer Führung, da die Zielerreichung über allem steht.

Die Kunst der Führung

Was macht nun gute Führung in der heutigen Zeit aus? Für den Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr bedeutet gute Führung zunächst einmal, sich selbst zu führen. Dabei gilt es, sich immer wieder kritisch zu reflektieren. Gute Führung manifestiert sich in einigen wenigen, vermeintlich einfachen Grundregeln (z.B. zielorientiertes Handeln, Konzentration auf das Wesentliche), die aber jeden Tag gelebt werden wollen. Dafür sei es nicht notwendig, immer neue Begriffe zu erfinden. Konteradmiral Stawitzki führt weiter aus: „Für mich liegt die Kunst der Führung im Entschleunigen und nicht im Beschleunigen. Und, ganz wichtig: Anstatt immer nach vermeintlich besseren, damit neuen und wirkungsvolleren Methoden zu rufen, sollten wir manchmal einfach MACHEN!“

Hier gelangen Sie zur Veranstaltung -> New Work Experience <-

 

 

 

Autor: Major Nicolai Völker, OFA Dr. Michael Froneberg; Fotos: Major Nicolai Völker, OFA Dr. Michael Froneberg

Hamburg, 03.04.2017

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„Krisenstrategien" - Zusammenhang von Global Health und Secrurity

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Flottillenarzt Dr. Haggenmiller führte fachkompetent in die Thematik ein

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Gesundheit weltweit anstreben - Oberfeldarzt Benner über die gemeinsame grenzüberschreitende Kooperation

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Kein Thema nur für Ärzte - Zusammenarbeit bildet die Zielsetzung des Seminars

„Global Health“ und „Security“ – zwei Begrifflichkeiten, die im Allgemeinen getrennt voneinander betrachtet werden. In der Krisensituation fällt jedoch auf, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen ihnen besteht. Diesen aufzuzeigen und den Lehrgangsteilnehmern der nationalen General- und Admiralsstabdienstausbildung zu verdeutlichen, war die Zielsetzung des Seminarblocks „Krisenstrategien“. Traditionell ausgerichtet und organisiert vom Fachbereich Politik- und Gesellschaftswissenschaften der Führungsakademie fand deshalb das zuletzt durchgeführte Seminar in enger Zusammenarbeit mit dem Bereich Sanitätsdienst und Gesundheitswissenschaften statt.

Umfassende Betrachtung

Unter den Schlagworten Globale Gesundheit und Sicherheit sollten die Seminarteilnehmer eine umfassende, ressortübergreifende Darstellung der Zusammenhänge zwischen „Global Health“ und „Security“ sowohl auf politischer als auch operativer Ebene erhalten. An der Veranstaltung nahmen auch Vertreter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) teil.

Potenzieller Krisenfaktor

Unter der Federführung von Oberfeldarzt Thomas Benner und mit Unterstützung des Flottillenarztes Dr. Christian Haggenmiller näherten sich die am Seminar teilnehmenden der Thematik durch Impulsvorträge, Literaturrecherche und eigen erstellte Präsentationen. Jeder erblickte sehr schnell, dass Krankheiten das Potenzial haben, globale Krisen auszulösen. Die „spanische Grippe“ von 1918, aber auch aktuelle Fälle wie SARS, EHEC oder der letzte Ebola-Ausbruch in Liberia, Sierra Leone und anderen west-afrikanischen Staaten waren einige der beleuchteten Beispiele.

Zusammenarbeit gefordert

Exemplarisch zeigten diese die Relevanz multinationaler Kooperationen im Gesundheitssektor auf allen Handlungsebenen. Das Fazit lautete: Gesundheit weltweit anzustreben bedeutet, gemeinsam die grenzüberschreitende Dimension von Krankheiten und Gesundheitsrisiken zu erkennen. Ebenso im Fokus muss das Erarbeiten von ganzheitlichen Lösungen stehen – von der Entwicklung politischen Richtlinien bis hin zur Koordination der Kooperation von Akteuren am Ort der Krise.

Ressortübergreifende Aufgabe

Die verschiedenen Blickwinkel auf die Themenstellung brachten die Vorträge der externen Vertreter. Dr. Mathias Bonk von der WHO beleuchtete den globalen Aspekt, während Heiko Warnken (BMZ) und Annette Bremer (GIZ) im Anschluss die nationale Perspektive im Umgang mit dieser Thematik aufzeigten. „Global Health“ ist ressortübergreifend bei der Betrachtung von Krisenstrategien relevant – auch mit Schnittmengen für die Bundeswehr, wenn man Gesundheit im Zusammenhang mit Sicherheit betrachtet. Nicht also nur Thema für Ärzte – dies deutlich zu machen, war Ziel des Seminars.

 

Autor: Jürgen Schrödl; Fotograf: Jürgen Schrödl

Hamburg, 07.04.2017

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Washington D.C. - vor Ort ein Gespür für die Entscheidungsprozesse gewinnen

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 Seminargruppe im NATO-HQ in Brüssel

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 Die deutsche Botschaft in Rom

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Teilnehmer des Seminars im deutschen Institut für internationale Politk und Sicherheit

Sicherheitspolitische Grundlagen

Die erste Seminarwoche des fünfwöchigen Hochwertlehrganges fand im Hörsaal an der Führungsakademie in Hamburg statt. Im Vordergrund standen dabei eine breite Palette sicherheitspolitischer Themen, die sich mit aktuellen Fragen und Herausforderungen der deutschen und europäischen Außen- und Sicherheitspolitik sowie den wichtigsten internationalen Akteuren und Organisationen der globalen Sicherheitsarchitektur befassten. Eine Leitfrage begleitete die Lehrgangsteilnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer dabei durchgängig. „Welche sicherheitspolitische Rolle wird heute von Deutschland international erwartet und welche Führungsrolle können und wollen wir wahrnehmen?“

Ausbildungsreise nach Rom

Die zweite Woche des Seminars „Internationale Höhere Führung 2017“ war von den sicherheitspolitischen Herausforderungen der NATO-Südflanke, den EU-Außengrenzen und Migrationsfragen geprägt. Im Rahmen einer Reise des Seminars nach Rom konnten bei intensiven Gesprächen mit Führungskräften im italienischen Verteidigungs- und Innenministerium die sicherheitspolitischen Herausforderungen dieser Region nicht nur vertieft, sondern auch ein Gefühl dafür gewonnen werden, mit welchen Fragen wir uns zukünftig noch intensiver als bisher beschäftigen werden müssen. Welche Erwartungen hier bereits heute und zukünftig an Deutschland gestellt werden und wie es gilt, sich im europäischen Rahmen dafür aufzustellen, konnte auch mit der Deutschen Botschaft sowie der Konrad-Adenauer Stiftung in Rom eingehend analysiert und diskutiert werden.

Vereinten Nationen im Fokus

Mit einem Besuch in New York wurde die dritte Seminarwoche eingeläutet. Die Deutsche Ständige Vertretung bei den Vereinten Nationen bildete den Einstieg zu intensiven Diskussionen über die anstehende deutsche Kandidatur für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die Möglichkeiten und Grenzen des Peacekeeping. Vor Ort wurde die Seminargruppe durch den Militärischen Berater der Ständigen Vertretung, Oberst.i.G. Klaus Merkel betreut, der nicht nur hochrangige Gesprächspartner für die Gruppe zu den aktuellen Entwicklungen der Reform des Peacekeeping vermittelte, sondern es sich auch nicht nehmen ließ, mit den Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmern die Generalversammlung und den Sicherheitsrat zu besuchen, um direkt vor Ort ein Gespür für die Entscheidungsprozesse dieser Organisation zu vermitteln.

Washington - der sicherheitspolitische Hotspot

Am Mittwoch der dritten Woche traf die Gruppe in der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. ein. In der deutschen Botschaft sprachen die Seminarteilnehmer unter Leitung des Verteidigungsattachees Flottillenadmiral Thomas Ernst sowohl mit der Leiterin der politischen Abteilung Frau Helga Barth als auch mit dem Leiter der Wirtschaftsabteilung Herrn Peter Rondorf über die jüngsten Entwicklungen seit der Wahl und dem Amtsantritt des US-Präsidenten Donald Trump. Der erste Besuch der Bundeskanzlerin beim neuen US-Präsidenten in Washington, der nur 5 Tage zuvor stattgefunden hatte, bildete ebenfalls einen wichtigen Bezugspunkt, um die jüngsten Entwicklungen und politischen Tendenzen in den USA nachzuvollziehen und Schlussfolgerungen für die transatlantischen Beziehungen ableiten zu können. Am Folgetag wurde das Department of State besucht, wo auch drei Monate nach dem Amtsantritt von Donald Trump politische Kernpositionen immer noch aus innenpolitischen Gründen unbesetzt sind. Das Themenspektrum der intensiven Gesprächsrunde reichte hier von der Europäischen Union über die NATO und Türkei bis hin zum Nahen und Mittleren Osten sowie der Migrationsproblematik. Auch die Frage, ob Deutschland das in Wales vereinbarte 2%-Ziel erreicht, war wie schon oft zuvor im Mittelpunkt der Diskussionen. Zwei Kernaussagen wurden dabei von amerikanischer Seite immer wieder betont: Zum einen wird erwartet, dass Deutschland seine 2%-Zusage einhält und zum anderen wird von Deutschland in Europa, der NATO und im Kampf gegen den internationalen Terrorismus eine Führungsrolle erwartet, die seiner wirtschaftlichen und politischen Bedeutung entspricht. Um das teilweise diffuse Meinungsbild in den USA besser verstehen zu können, hatte das Seminar "Internationale Höhere Führung 2017“ die Möglichkeit auch mit Angehörigen von drei Think-Tanks zu diskutieren. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS), das Brooking Institute und die Heritage Foundation wurden besucht. Gerade diese Diskussionen und der Besuch beim Committee on Armed Services des US House of Representatives sowie die aktuellen politischen Entwicklungen bei Obama Care, die während des Aufenthaltes des Kurses das Hauptthema in den US-Medien waren, zeigten, dass die in der US-Verfassung angelegten Balance of Powers trotz Twitter und Fake News uneingeschränkt funktionieren und die gewählten Abgeordneten im Senat und Repräsentantenhaus die Möglichkeit und Macht haben, den Kurs der amerikanischen Politik entscheidend mitzubestimmen. Abgerundet wurde der Besuch in Washington mit dem Themenspektrum Ökonomie und Sicherheitspolitik beim IWF und der Weltbank. Mit Vertretern beider Organisationen konnten die Teilnehmer über weltweite Armutsbekämpfung, humanitäre Hilfe, die Herausforderungen von "Failed States", den Klimawandel und die Flüchtlingsthematik diskutieren und so auch wichtige Punkte im Rahmen eines vernetzten sicherheitspolitischen Ansatzes vertiefen.

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Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 31.03.2017

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Gemeinsamer Startpunkt für die Teilnehmer

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Grundlagen der operativen Planung als wesentliches Fundament für die Weiterbildung an NATO-Einrichtungen

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Oberstleutnant Schulz begrüßt General Baehr

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General der Spezialkräfte zu den künftigen Herausforderungen

 

 

„Planungsprozess COPD für zukünftiges SOCC Stabspersonal“ – hinter dieser sperrigen Bezeichnung verbirgt sich ein speziell auf die Bedürfnisse der Spezialkräfte der Bundeswehr abgestimmter Pilotlehrgang an der Führungsakademie. Die Zielgruppe dieses Seminars sind Führungskräfte, die künftig eine Tätigkeit in einem der Kommandos für spezialisierte Operationen auf nationaler oder internationaler Ebene aufnehmen werden.

NATO-Vorgaben im Fokus

„Der Lehrgang bildet die Grundlage für spätere Planungslehrgänge an der NATO Special Operations School in Belgien“, erklärte Oberstleutnant Christoph Schulz. Er ist der zuständige Fachdozent aus dem Bereich Heer der Akademie und war mit der Leitung des Seminars betraut. „Daher steht die Vermittlung von Grundlagen, beispielsweise die Vorstellung und praktische Anwendung der NATO-Vorgaben zur Operationsplanung, der Allied Command Operations COMPREHENSIVE OPERATIONS PLANNING DIRECTIVE (COPD), hier im Fokus“, sagte er.

Grundlagen schaffen

„Dieser Pilotlehrgang ist insbesondere geprägt durch seine streitkräftegemeinsame als auch multinationale Ausrichtung“, berichtete Schulz. Die Schaffung eines gemeinsamen Startpunktes für alle Teilnehmer sei daher von besonderer Bedeutung. Die allgemeine Einführung in die Grundlagen der operativen Planung sowie die Abgrenzung zwischen taktischer, operativer, militärstrategischer und politischer Ebene standen deshalb an erster Stelle. In einem zweiten Schritt wurden ausgewählte Phasen des Planungsprozesses detaillierter betrachtet und später in einzelnen Kleingruppen die jeweiligen Schritte praktisch erarbeitet.

Aktueller Praxisbezug

Einen aktuellen Praxisbezug erhielten die 17 Teilnehmer aus den Verbänden der Spezialkräfte des Heeres, der Marine, der Luftwaffe und des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr durch die Teilnahme und ergänzenden Beiträge von Gastreferenten aus den unterschiedlichsten Bereichen, beispielsweise aus dem NATO-Hauptquartier der Spezialeinheiten oder dem amerikanischen AFRICA COMMAND (U.S. AFRICOM). Auch der General der Spezialkräfte der Bundeswehr, Brigadegeneral Dag Baehr, stattete dem Seminar, welches maßgeblich auf seine Initiative zurückzuführen ist, einen persönlichen Besuch ab und ordnete die Lehrgangsinhalte in seinem Grußwort in aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen für Deutsche Spezialkräfte ein.

Intensiver Gedankenaustausch

„Insbesondere für die jüngeren Offiziere bildete das Seminar eine Plattform, um erste Erfahrungen mit dem Planungsprozess der NATO zu sammeln“, weiß Schulz. „Folglich entwickelte sich sehr zu meiner Freude in Kombination mit den weiterführenden Fragen und Ergänzungen einiger erfahrener Stabsoffiziere eine rege Beteiligung und ein sehr guter themenbezogener Gedankenaustausch.“ Besonders hervorzuheben sei der Beitrag eines Experten vom Joint Warfare Center aus Stavanger, Norwegen, der mit einigen Praxisbeispielen und viel Erfahrung den angehenden Führungskräften hilfreiche Tipps & Tricks für die Zukunft mitgeben konnte.

Positive Bilanz

„Am Ende zogen die Teilnehmer eine positive Bilanz und gaben sehr gute Anregungen für mögliche Erweiterungen und Anpassungen dieses gelungenen Auftaktes“, berichtete Schulz. „Insgesamt ist es ein erfolgreicher Pilotlehrgang gewesen, der für alle eine solide Basis für die künftigen Weiterbildungen an der NATO Special Operations School legen konnte“, fasste der Seminarleiter zusammen.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotograf: Andreas Amann

Hamburg, 30.03.2017

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Kommandeur bei der sicherheitspolitischen Konferenz der SPD-Bundestagsfraktion

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Reger Austausch und viele Nachfragen

Eine gemeinsame europäische Außen- und Verteidigungspolitik rückt vor dem Hintergrund des Brexit und des Wechsels in der US-Administration stärker in den Fokus der politischen Verantwortungsträger. Unter dem Titel „Impulse für eine europäische Verteidigungsunion“ führte deshalb die SPD-Bundestagsfraktion eine sicherheitspolitische Konferenz in Berlin durch. Konkret ging es um die Frage, ob und inwiefern die Mitgliedstaaten der Europäischen Union in der Außen- und Verteidigungspolitik noch enger kooperieren könnten. So diskutierten die Teilnehmer beispielsweise über bisherige Kooperationen deutscher Streitkräfte sowie über die bestehenden Probleme der gemeinsamen militärischen Beschaffungen von Material und Großgerät.

Langer Weg zur gemeinsamen Führungskultur

Die unterschiedlichen militärischen Kulturen lassen auch die Frage nach einer Harmonisierung, beispielsweise durch eine gemeinsame europäische Führungsakademie, aufkommen. Um diese Idee zu beleuchten, war der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Konteradmiral Carsten Stawitzki, eingeladen diese Veranstaltung zu begleiten. Er weiß: „Die Etablierung eines gemeinsamen Führungsverständnisses und einer Führungskultur ist ein sehr langer Prozess.“ Nach seiner Erfahrung sei Europa im Bereich Führungskultur aber schon sehr weit.

Pragmatischer Ansatz gefordert

„Das Austauschen von Gedanken, das Miteinander, ist eine große Stärke von uns Europäern. Eine gemeinsame Akademie könnte dem einen Rahmen geben.“ Er unterstrich, dass ein gemeinsames Personalentwicklungsziel von entscheidender Bedeutung sei. Erst daraus lassen sich die Ziele und Inhalte der Lehre ableiten. Er warnte davor, dass ein Harmonisierungsstreben nicht in einer „beliebigen Gleichmacherei“ enden dürfe und forderte einen pragmatischen Ansatz.

 

Livestream-Mitschnitt der Fachkonferenz "Impulse für eine europäische Verteidigungsunion"  der SPD Bundestagsfraktion im Internet

 

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