Autor: André Withake ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 14.06.2017

Konteradmiral Carsten Stawitzki begrüßt den südkoreanischen Delegationsleiter, Captain Prof. Sung Woo Jang

 

Die Delegation aus Teilnehmern aller südkoreanischen Teilstreitkräfte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter der Leitung von Captain Prof. Sung Woo JANG besuchte eine knapp 30köpfige koreanische Delegation der Joint Forces Military University aus Daejeon die Führungsakademie der Bundeswehr.

Partnerschaftliche Beziehungen

Der jährlich stattfindende Besuch mit immer wechselnden Teilnehmern ist inzwischen schon fast eine Institution des freundschaftlichen Austausches. Dazu gehört auch, dass zur Zeit drei Lehrgangsteilnehmer der Republik Korea den internationalen General- und Admiralstabslehrgang (LGAI) an der Führungsakademie besuchen und damit ein ganzes Jahr lang einen Einblick in die deutschen Streitkräfte erhalten.

Ehrlicher Erfahrungsaustausch

Nach einer Begrüßung durch den Akademiekommandeur, Konteradmiral Carsten Stawitziki, wurde die Delegation von Kapitän zur See Holger Naumann betreut. Einer Akademievorstellung und einer Einführung in den LGAI folgte ein Vortrag über Konzeption und Ausbildung für streitkräftegemeinsame Operationen. Die Qualifizierungsanforderungen für den nationalen bzw. internationalen General- /Admiralstabslehrgang standen zunächst im Interesse der Besucher. Anschließend gab es noch genug Stoff für Fragen, die sich besonders auf die deutsche Wiedervereinigung und den Aufbau des Kommandos Cyber- und Informationsraum (CIR) bezogen. Die Delegation fragte nach den besonderen Herausforderungen bei der Eingliederung der ehemaligen NVA in die gesamtdeutschen Streitkräfte und war zugleich daran interessiert, die Vielfalt der Aufgaben des CIR vor dem Hintergrund der weltweit wachsenden Cyberbedrohung kennenzulernen. Neben den Fragen zur deutschen Wiedervereinigung ging es abschließend auch um die Fragen einer gemeinsamen europäischen Verteidigungspolitik und deren spezifischen Herausforderungen.

Vorfreude auf 2018

Mit einem Ausblick auf den nächsten Besuch im kommenden Jahr bedankte sich die Delegation für die herzliche Aufnahme und setzte ihre Europareise in Richtung Rheinland fort.

 

Autor: Christof Schulz; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 13.06.2017

Einsatz der verbundenen Kräfte

Die Analysephase ist in vollem Gang

Luftunterstzüng am deutschen Beispiel

Gute Vorarbeit ist alles

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit welchen Methoden kann das gegnerische Handeln analysiert werden, wenn Vorgehen und Denken von den eigenen Einsatzgrundsätzen abweichen? Wie behalten wir einen Kenntnisvorsprung, wenn das militärische Vorgehen des anderen nicht unbedingt auf der Hand liegt? Das Modul „Militärisches Nachrichtenwesen in Landoperationen“ schließt diese Lücke auf Basis bewährter Methoden und eröffnet neue inhaltliche Aspekte im Führungsprozess.

Bunte Mischung aus Erfahrungen

Mehr als 20 Teilnehmer aus dem Militärischen Nachrichtenwesen beschäftigten sich im Seminar „Militärisches Nachrichtenwesen in Landoperationen“ mit diesen spannenden Fragen. Von deutschen Soldaten aus der Division Schnelle Kräfte oder aus dem Kommando Strategische Aufklärung bis hin zu Reservedienstleistenden und sogar Soldaten befreundeter Nationen waren Experten des Militärischen Nachrichtenwesens mit einer riesigen Erfahrungsbandbreite anwesend. Die Diskussionen waren damit äußerst lebhaft, es gab einen regen Gedankenaustausch und nicht zuletzt sorgte der Lehrgang dafür, alle Teilnehmer auf einen gemeinsamen Wissenstand zu bringen - den sie selbst wiederum in ihren eigenen Bereich als Multiplikator mitnehmen konnten.

„Neue Bedrohung“ - Herausforderung bei der Analyse

Die Multinationalität der Teilnehmer spiegelte sich in der Anwendung ebenso multinational genutzter Analyseverfahren wider. Bereits bekannte Verfahren bildeten die Analysegrundlage, um das theoretische und praktische Vorwissen zu vertiefen und in konkreten Beispielen und Lagen auf die „neue Bedrohung“ anzuwenden. Konkret bedeutet das, dass ein möglicher Gegner auf zwei Arten ungewöhnlich agiert: Zum einen wendet er sogenannte Bataillonskampfgruppen an, das heißt er agiert in (relativ) kleinen Kampfgruppen mit mehreren hundert Soldaten. Diese Bataillonskampfgruppe ist jedoch zum Einsatz von verbundenen Kräften befähigt und verfügt daher unter anderem über eigene Kampfunterstützungselemente wie z.B. Artillerie sowie eigene Aufklärungskräfte und eine verstärkte logistische Befähigung. Das entspricht nicht unseren üblichen Einsatzgrundsätzen, die die Autarkie erst auf Brigadeebene vorsehen. Ein derart eigenständiger Gegner erfordert flexibel agierende eigene Kräfte, um ihn erfolgreich abzuwehren. Die Rolle des Militärischen Nachrichtenwesens und der Aufklärung wird noch bedeutsamer.

Konsequenzen für das Militärische Nachrichtenwesen

Die neue Gegnerkonstellation stellt den Führungsprozess im Heer und insbesondere im Militärischen Nachrichtenwesen vor neue Herausforderungen. Hier muss es bereits im Analyseprozess und anschließend erst recht im Führungsprozess gelingen, einen derart flexiblen Gegner möglichst früh zu erkennen, um seinen Handlungen zielgerichtet und zielführend begegnen zu können.

Ziel erreicht

Das Ziel der Modulausbildung wurde aus Sicht der Lehrgangsleitung erreicht: ein gemeinsames Grundverständnis für die Thematik des Gefechts der verbundenen Kräfte in Bataillonskampfgruppen einschließlich der Anwendung der bekannten Analyse- und Aufklärungsverfahren des Militärischen Nachrichtenwesens wurde geschaffen. Die Angehörigen aller Teilstreitkräfte wurden bedarfsorientiert für ihre Funktionsbereiche mit dem Blick in die Zukunft geschult.

 

Autor: Jörn Kutscher; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 08.06.2017

Der 55. LGAI zu Gast im neuen Stadion des SV Lurup

Große Freude nach dem Führungstreffer

Langjährige Tradition -  die 1.Vorsitzende Susanne Otto des SV Lurup empfängt das Wappen der Führungsakademie

 

 

 

 

 

 

Der SV LURUP hat gerade erneut den Lehrgang Generalstabs- und Admiralstabsdienst International (LGAI) zum fußballerischen Vergleich eingeladen. Die spannende Partie endete durch die Leistung des herausragenden LGAI-Schlussmanns mit einem Sieg für das Team der Führungsakademie nach einem Elfmeterkrimi mit 6:5. Diese traditionsreiche, partnerschaftliche Veranstaltung trägt seit Jahren dazu bei, den internationalen Gästen wie auch deren Familien einen vertieften Einblick in Deutschlands Vereinswelt, den daraus resultierenden Sportsgeist und den Gemeinschaftssinn zu geben. „Die wichtigen Spiele finden am Ende der Saison statt“, sagte der Tagessprecher, Major IIyasov aus Aserbaidschan, zu dem vor 250 Zuschauern stattfindenden Aufeinandertreffen.

Spannendes Spiel

Von Anpfiff an entwickelte sich die Partie zu einem spannenden Schlagabtausch. LGAI-Teilnehmer Stankovic hatte den LGAI nach exzellenter Vorarbeit vom Teamkollegen Oh in Führung gebracht. Die weit aufgerückten Luruper Verteidiger hatten derweil große Probleme, den schnellen Spielern und überfallartigen Kontern des LGAI entgegenzuwirken. Die tiefe Viererkette des LGAI stand stabil und ließ die Gastgeber ein ums andere Mal ins Abseits laufen. Ein Freistoß aus vielversprechender Position für den LGAI bot nun die Chance die Führung weiter auszubauen, doch Kutscher und Dotsenko können den Ball nicht ins Tor köpfen. Stattdessen fälscht ein Luruper Vertiediger den Ball unglücklich in das eigene Tor ab. Nach einer Flanke von der rechten Seite war jedoch der lange Pfosten des LGAI unbesetzt und so kam der SV Lurup kurz vor dem Halbzeitpfiff zum verdienten Anschlusstreffer. In der Halbzeitpause wechselte der SV Lurup (SVL) seine komplette Mannschaft aus und zeigte fortan eine deutlich verbesserte Spielleistung. Mit frischen Kräften spielte der SVL offensiv und ließ dem LGAI wenig Raum. Folglich verlagerte sich das Spiel zunehmend in die Hälfte des LGAI, der jedoch im Konterspiel unverändert brandgefährlich blieb. Der Ausgleich des SVL folgte durch einen unhaltbaren Flugkopfball auf Höhe des Elfmeterpunktes. In Folge dessen fanden die Gastgeber immer besser ins Spiel, was den Gästen des LGAI in der spannenden Schlussphase erhebliche Probleme bereitete.

Die Entscheidung und ein Resümee

Das vorangegangene Remis ließ die Partie in einem Elfmeterkrimi gipfeln. Nach einem ersten Vorsprung für den LGAI konnten die Luruper nach zwei verpatzten Schüssen des LGAI nach Toren in Führung gehen. Am Ende kam die große Stunde des LGAI-Schlussmanns Kaiser. Dieser hielt die letzten beiden Elfmeter mit sehenswerten Paraden, während die beiden LGAI-Elfmeterschützen ihre Elfmeter jeweils für den LGAI verwandelten. „Das ist eine tolle Geschichte für uns. Wir sind unheimlich stolz auf unser internationales Team aus 13 Nationen und auf die Moral, die die Mannschaft gezeigt hat“, sagte der Spielertrainer Major Kutscher nach dem Spiel. Dieses besondere und traditionsreiche Fußballspiel steht symbolisch dafür, wie der Sport Menschen verbinden kann. Viele Menschen kennen die emotionale Kraft des Sports, bei dem durch gemeinsames Entscheiden und Handeln ein Gemeinschaftsgefühl entsteht. Oftmals entwickeln sich daraus Beziehungen, die über den Sport in andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hineinwirken. Am Ende behält der Satz Fritz Walters seine Gültigkeit: „Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille, alles für den anderen zu geben.“

 

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 09.06.2017

 Brigadegeneral Thomas Hambach bei seiner Abschiedsrede

 

Konteradmiral Carsten Stawitzki mit dem alten und dem kommissarischen Direktor Lehre, Brigadegeneral Hambach und Direktor Thießen

 

Musikkorps Kiel sorgt für den würdigen musikalischen Rahmen der Veranstaltung

Brigadegeneral Hambach und seine Ehefrau beim Empfang

Geladene Gäste in der Rotunde bei der Verabschiedung

Kommissarischer Nachfolger Direktor Jörn Thießen



„Anspruchsvoll“ und „herausfordernd“: Brigadegeneral Thomas Hambach beschreibt seine vergangenen drei Jahre. Damals hat er das Amt des Direktors Lehre an der Führungsakademie übertragen bekommen. „Sich jeden Tag Gedanken über das machen zu dürfen, was wir den angehenden Stabsoffizieren und Admiralstabs-/ Generalstabsoffizieren mit auf ihren weiteren bekannten wie auch unbekannten Weg geben sollten und darüber, wie wir das am besten an die Frau bzw. den Mann bringen.“ General Hambach hat das immer als große Bereicherung empfunden. Mit einem weinenden Auge verlässt er nun Hamburg Richtung Erfurt, wo er stellvertretender Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr wird. Als kommissarischer Nachfolger übernimmt Jörn Thießen, Leiter Politik- und Gesellschaftswissenschaften, das Amt des Direktors Lehre.

Persönliches Engagement

In einer feierlichen Zeremonie hat der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, General Hambach für sein großes Engagement gedankt und dafür, wie er sich mit seiner persönlichen und menschlichen Art für die Hamburger Institution eingebracht hat. 150 Personen haben an der Abschiedszeremonie teilgenommen. Hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft sowie aus verschiedenen Bereichen der Streitkräfte waren zu der Veranstaltung gekommen.

Dank an alle Mitarbeiter

Mit einem Zitat von Konfuzius drückt General Hambach in seiner Abschiedsrede aus, dass sein Dienst an der Akademie für ihn eine tägliche Freude gewesen ist: „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du musst keinen einzigen Tag arbeiten.“ Er stellt heraus, dass dies nur mit der professionellen Unterstützung aller Soldaten und Mitarbeiter möglich gewesen ist und ergänzt in seinem Dank an alle Mitarbeiter: „Die Wahl wurde mir abgenommen, aber dass ich meine Zeit hier so empfinden konnte, ist im Wesentlichen Ihr aller Verdienst.“

Mehrwert in der Ausbildung

Neben der Vermittlung von Inhalten stand für General Hambach stets im Vordergrund, im Rahmen der Ausbildung einen Mehrwert für die Lehrgangsteilnehmer zu schaffen. Gerade heute in der fordernden und volatilen Zeit etwas von der eigenen Erfahrung mit auf den Lebensweg zu geben, wovon die jungen Menschen, unsere Führungskräfte von morgen, zehren können, ist ihm ein großes Anliegen gewesen.
 

Sicherheit im Handeln

Anhand der drei Stichworte ,,Können", ,,Wollen" und ,,Dürfen" macht er deutlich, welchen Mehrwert die Ausbildung an der Führungsakademie allen Lehrgangsteilnehmern geben soll: „Das ,,Können" steht für die Handlungsfähigkeit des militärischen Führers in jeder noch so unvorhergesehenen Situation, das ,,Wollen" steht für Handlungswilligkeit und den Willen zur persönlichen Weiterentwicklung, und das ,,Dürfen" rundet die Trilogie ab, in dem der Offizier an der Akademie den Rahmen findet, sein persönliches Führungsverständnis ausprobieren zu dürfen."

Mut zu Fehlerkultur

In der Ausbildung geht es darum, auch Fehler machen zu dürfen, erklärt General Hambach, das gehöre dazu, „und wo geht das besser als hier an der Akademie?“ Mit dieser Maxime rundet General Hambach das avisierte Ausbildungsziel, das er in seiner Tätigkeit an der Akademie mit prägen durfte, ab. Ergänzend erwähnt er eine Fragestellung, die für ihn bis heute Gültigkeit für das Wesen insbesondere eines Admiralstabs-/Generalstabstabsoffiziers besitzt: Wie vermitteln wir Führung im Sinne unserer tatsächlich einmaligen Konzeption der „Inneren Führung“?

Kreativität und Verantwortung

Und weiter: „Die eigene Absicht so zu formulieren, dass sie der Kreativität und dem Ideenreichtum den erforderlichen Spielraum belässt", ist für General Hambach immer wieder eine Herausforderung, die er auch den Lehrgangsteilnehmern vermitteln möchte. ,,Verantwortung abzugeben, aber auch zu tragen. Vertrauen zu schenken, sich dieses aber auch verdienen zu müssen sind die zwei Seiten der einen Medaille.“ Mit seinen wertvollen Gedanken zum Abschied hat er neben dem Blick zurück auf das Geschehene die aktuellen Fragestellungen der Akademie benannt. Er hat auf anspruchsvolle, sich häufig ändernde Bedingungen hingewiesen und zugleich darauf aufmerksam gemacht, dass Veränderungen immer auch ihre Zeit brauchen.

Kritik und Ideenreichtum

„Den Dienstposten als Direktor Lehre übernommen zu haben, mag einfach oder weniger einfach gewesen sein, ihn aber wieder abgeben zu müssen, fällt mir deutlich schwerer“, erklärt General Hambach, „und dass ich meine Zeit hier so empfinden konnte, ist im Wesentlichen der Verdienst der Akademieangehörigen, der Fachbereichsleiter, Dozentinnen und Dozenten, einschließlich der vielen Reservedienstleistenden. Ich bin dankbar für die Aufnahme, für die Offenheit und vor allem für das Vertrauen, für die kritischen Worte und Hinweise sowie für das Engagement und Ideenreichtum.“

„Keine einfache Aufgabe“

In seinen Abschiedsworten weist Admiral Stawitzki darauf hin, dass in den Jahren unter General Hambach 200.000 Unterrichtseinheiten erfolgt sind, die einhundert Dozenten und über 500 Gastdozenten Soldaten aus über 100 Nationen vermittelten. Der Kommandeur fährt fort: „Für Ihre Arbeit und Ihr Engagement spreche ich Ihnen meinen außerordentlichen Dank aus, es ist eine besondere Herausforderung, diese Tätigkeit mit Herz, Verstand und Sensibilität auszuüben.“ Der Kommandeur lobt Hambachs Handwerkszeug, seine durchdachten Methoden, die kritische Beratung sowie das konstruktive Miteinander. „Das alles haben Sie angeregt und gefördert – vielen herzlichen Dank.“

Musiker des Marinemusikkorps Kiel unter der Leitung von Fregattenkapitän Szepanski sorgen mit Stücken in Moll und Dur für einen würdigen Rahmen bei der Verabschiedung, Musikstücke, die die traurigen Aspekte des Abschieds, aber auch die fröhlichen Momente der vergangenenen Zeit und der kommenden Aufgabe betonten.



 

Autor: Sarah Schlösser / Norbert Schneider; Fotos: Aldo Kleemann / Bundeswehr

Hamburg, 05.06.2017

Auch der Kommandeur der Führungsakademie, Carsten Stawitzki besuchte die Fachtagung

General Zudrop betont die Wichtigkeit der Stärkung weiblicher Führungskompetenz

Vielfalt ist der Schlüssel, um die Komplexibilität der Herausforderungen zu meistern

Chancengerechtigkeit als Grundstein für die individuelle Entfaltung in den Streitkräften

,,Welche Kernkompetenzen muss ein Soldat haben?", fragt General a.D. Schneiderhan, der frühere GI

Offener Austausch im Berliner Auditorium



 

 

 

 

 

 

Rund 100 Soldaten der Führungsakademie, darunter über 80 Lehrgangsteilnehmer des laufenden Basislehrgang Stabsoffizier (BLS) sowie Stammpersonal, nahmen an der Fachtagung „Auf dem Weg zur Generalinspekteurin?" in Berlin teil. Ausrichter dieser Tagung war das „Zentrum für ethische Bildung in den Streitkräften", kurz zebis. Unterstützt wurde zebis vom Zentrum Innere Führung (ZInFü), vertreten durch Generalmajor Reinhardt Zudrop, sowie den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Dr. Hans-Peter Bartels.

Der katholische Militärgeneralvikar Monsignore Reinhold Bartmann eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit der Direktorin des zebis Dr. Veronika Bock und dankte auch seinem evangelischen Kollegen, Militärgeneraldekan Matthias Heimer, für die Unterstützung der Tagung.

Spannender Austausch

Zielgerichtet leiteten die Grußworte und Themeneinführung den Diskurs über die Chancengerechtigkeit in den Streitkräften ein. Anschließend wurde in vier Workshops angeregt diskutiert und gearbeitet. In der Arbeitsgruppe 1 mit dem Thema „Die Situation von Soldatinnen im internationalen Vergleich" gaben hochrangige Soldatinnen der niederländischen und US - Streitkräfte mit ihren persönlichen Erfahrungen maßgebliche Impulse. Ein Ergebnis der AG 1 bekräftigte, dass Integrationsprozesse und Diversity-Management Zeit benötigen und Quoten als langfristige Zielvorgabe dienen. Damit erinnerten sie an eine Daueraufgabe.

Führungskompetenz groß geschrieben

In der Arbeitsgruppe 2 beschäftigten sich die Teilnehmer unter der Moderation von Generalmajor Zudrop mit den Angeboten und Erfahrungen des ZInFü zum Thema "Stärkung weiblicher Führungskompetenz". Anhand fünf teilweise provokanter Arbeitsthesen, wie beispielsweise der Annahme, dass Frauen und Männer vor denselben Herausforderungen stehen, kam AG 2 zu dem Ergebnis, dass die junge Generation von Soldatinnen und Soldaten die Zusammenarbeit von Frauen und Männern als Normalität empfindet. Schließlich geht es nicht um das Geschlecht sondern um das Individuum. Nur so wird Individualität ermöglicht und von ihr profitiert.

Gleiche Chancen für alle

Vor dem Hintergrund, dass der Anteil der Soldatinnen in den Kampfverbänden nur zwei Prozent beträgt, beschäftigte sich die Arbeitsgruppe 3 mit der Fragestellung „Gendergerechtigkeit im Kampfverband?" unter der Leitung von Frau Dr. Veronika Bock und Oberstarzt Dr. Lale Bartoschek. Vorbehaltlich einer grundlegenden Tauglichkeit kommt es auf die individuelle Bereitschaft an, sich den besonderen Herausforderungen von Kampfverbänden stellen zu wollen. Der Wechsel von der tradierten Homogenität zu Heterogenität in diesen Verbänden ist eine zwingende Voraussetzung, die komplexen neuen Herausforderungen zu meistern und fördert zugleich die Chancengerechtigkeit.
 

Unser Personal von morgen

Die aufgrund der unerwartet hohen Teilnehmerzahl zusätzlich angebotene Arbeitsgruppe 4 führte unter der Leitung des Wehrbeauftragten und General a.D. Wolfgang Schneiderhan einen kritischen Diskurs zum Thema „Personalprobleme in der wachsenden Bundeswehr". Unter den Leitfragen „Wen braucht die Bundeswehr?", „Welche besonderen Eigenschaften braucht der Soldat / die Soldatin in Abgrenzung zur Gesellschaft?" und „Was muss der potenzielle Bewerber an schulischer und ethischer Bildung mitbringen?", wurden die Maßnahmen der Personalwerbung und -bindung kontrovers diskutiert. Darüber hinaus wurde hinterfragt, wie die Bundeswehr mit dem demografischen Wandel der Gesellschaft umgeht und sich als zukunftsfähiger attraktiver Arbeitgeber in Konkurrenz zu Industrie und öffentlichem Dienst positioniert.

Realität für neues Denken

Hauptmann Stefanie Reichle, Kompaniechefin im Jägerbataillon 292, zieht ihr persönliches Fazit der Fachtagung wie folgt: „Das Symposium war sehr interessant und aufschlussreich, nicht zuletzt auch wegen der eingeladenen Gäste. Mein besonderer Dank gilt Herrn General a.D. Schneiderhan. Für mich persönlich wurde deutlich, dass es noch immer viele ,alte‘ Denkweisen und Einstellungen vorherrschen. So wurde unter anderem in den Arbeitsgruppen herausgearbeitet, dass es noch lange Zeit dauern wird, bis Frauen in den Streitkräften und vor allem in Kampfverbänden als ,normal‘ und selbstverständlich angesehen werden. Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung dahingehend ist, dass in allen Bereichen jeder Soldat, egal ob Mann oder Frau, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten Gewinn bringend für das Ganze einbringt. Ein Unterschied beim Geschlecht darf nicht gemacht werden. " Die Fachtagung bot ein Forum für Dialog und Diskussion. Fazit: Chancengerechtigkeit findet in den Köpfen aller statt, nicht bloß auf dem Papier.

Weitere Informationen auf der Seite Zentrum für ethische Bildung in den Streitkräften (zebis).

Autor: Marco Hinze; Fotos: Nico Engler / Guido Ritter

Hamburg, 02.06.2017

Interessierte Zuhörer

Mehrere NH90 beim Start

Im Gefechtsstand - Einführung in die Lage 

Blick auf den Gefechtsstand



Die Heeresuniformträger des LGAN 2016, einige Offiziere des LGAI sowie der Bereich Heer der Führungsakademie haben den Stab der Division Schnelle Kräfte (DSK) auf ihrem Gefechtsstand im Rahmen der Übung RED GRIFFIN besucht.

Multinational im Einsatz

Die DSK führte die zweiwöchige, multinationale Übung RED GRIFFIN / COLIBRI mit etwa 3.500 Soldatinnen und Soldaten aus den Niederlanden, Frankreich, den USA und Deutschland in Nordfriesland, Schleswig-Holstein, durch. Ziel der Übung war es, im Rahmen in einer Anfangsoperation taktische Einsatzverfahren mit multinationalen Partnern unter realitätsnahen Bedingungen zu üben und zu überprüfen.  

Für die Besucher bot sich damit die Möglichkeit, den Gefechtstand der DSK bei der Arbeit zu beobachten. In Ausschnitten konnte zugleich Einblick in die Arbeit des Gefechtsstands der niederländischen 11. Air Manoeuvre Brigade genommen werden. Gespräche mit der Divisionsführung, den Generalstabsabteilungsleitern und jungen Generalstabsoffizieren rundeten den Besuch ab.

FüAk als verbindender Faktor

Nach der Begrüßung durch den niederländischen stellvertretenden Divisionskommandeur der DSK, Brigadegeneral Hans Hoogstraten, gab es eine kurze Einführung in die Übungsvorbereitung, die Lage und den bisherigen Übungsverlauf. In Vorbereitung auf die anschließende Besichtigung des Gefechtsstandes wurden das Gefechtsstandkonzept, die Entwicklungen und die Herausforderungen näher beleuchtet, die für die Führung von teilstreitkraftübergreifenden und multinationalen Truppenkörpern erforderlich sind. Der niederländische General ist der FüAk besonders verbunden, war er doch einst Lehrgangsteilnehmer am Generalstabslehrgang. Der Werdegang zeigt: Häufig führen die Wege von Lehrgangsteilnehmern an der FüAk im späteren Berufsleben wieder zueinander: ein persönlicher Vorteil für beide Nationen.

Vielseitige Aufgaben

Der Chef des Stabes wie auch die Abteilungsleiter führten informativ durch die Gefechtsstände der Division und der Brigade und gaben den Besuchern trotz laufender Übung noch Raum für die eine oder andere Frage. Den Lehrgangsteilnehmern bot sich hiermit eine besondere Gelegenheit, Einblicke in wesentliche Aufgaben des Generalstabsoffiziers zu nehmen.

Diese Aufgaben griff im Anschluss Generalmajor Andreas Marlow in seinem Vortrag „Erwartungen eines Truppenführers an Generalstabsoffiziere in einer Heeresdivision“ noch einmal auf. Er unterstrich dabei: „Es ist notwendig, das Handwerkszeug für die Planung und Führung von Einsätzen und Übungen von Landoperationen zu beherrschen, um als taktischer und operativer Berater sowie als Kopf bei Übungen und Einsatz‘ überzeugen zu können.“

Ein Austausch mit dem deutschen stellvertretenden Divisionskommandeur der DSK, Brigadegeneral Gert Gawellek, sowie zwei LGAN-Absolventen in Erstverwendung bildeten den Abschluss dieses eindrucksvollen Besuchstages. Alle Beteiligten sind sich einig: Ein ergiebiger Austausch, zielführende Gespräche, ein anregendes Miteinander.
 

 

Autor: Jürgen Bredtmann ; Fotos: Michael Gundelach / Laura Clayborn

Hamburg, 31.05.2017

Die Band ,,Cause of Action" in Aktion

Dr. Maren Tomforde organisierte das Projekt

Setzt auf die Stärken und Talente seiner Männer und Frauen: Konteradmiral Carsten Stawitzki

Katharina Junge konzipierte die Ausstellung und die Fotos

Interaktive Befragung des Unterbewusstseins

Dr. Petra Köppel ,,Fremdes zulassen"

Selbsteinschätzung per Fragebogen

Die Fotos werden als Wanderausstellung auch an anderen Orten zu sehen sein.

 

 

 

 

 

 

 

Vielfalt gab es schon musikalisch durch „Cause of Action“, die Band der Führungsakademie der Bundeswehr. Unplugged nahmen zwei Gitarren, ein Keyboard, ein Cajon und drei Stimmen das Publikum mit auf die bunte Reise in den Diversity-Day in Hamburg. Seit 2012 unterstützt die Bundeswehr die Charta der Vielfalt, diesmal im Schwerpunkt sichtbar durch eine Fotoausstellung.

„Wir möchten mit der Fotoausstellung die Vielfalt an den Hamburger Dienststellen aufzeigen“, erläutert die Fotografin der FüAkBw, Katharina Junge, das Konzept hinter dem Projekt „Uniformierte Vielfalt“. 70 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bundeswehrdienststellen Hamburgs haben sich freiwillig einmal in Uniform beziehungsweise Arbeitskleidung sowie einmal in Privat- oder Hobbykleidung fotografieren lassen. Ein weiteres Foto wurde von einem selbst gewählten Objekt aufgenommen, welches die Person für sich als wichtig erachtet.

Ganzkörperportraits mit Texten

Erläutert werden die Fotoaufnahmen durch Interviews zu beruflicher und privater Identität – Zitate daraus begleiten die spannenden Ganzkörperportraits. Wer steckt eigentlich hinter dieser Uniform – wer hinter dieser Arbeitskleidung? "Oftmals nehmen wir in unserem geschäftigen Arbeitsalltag Personen nur in ihrer offiziellen Funktion wahr. Die Individuen dahinter mit all ihren Interessen, Fähigkeiten und Potenzialen bleiben häufig verborgen", weiß die Dozentin an der FüAkBw, Dr. Maren Tomforde, die die Federführung für den Diversity-Day der Bundeswehr in Hamburg übernommen hatte.

Rahmen schaffen, um Talente zu entfalten

Der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, hatte zuvor die zentrale Veranstaltung im Gneisenausaal des Manfred Wörner Zentrums in der Clausewitz-Kaserne eröffnet. „Wenn Sie alleine meinen Namen nehmen, dann stellen Sie fest, dass meine Vorfahren aus Ostpreußen gekommen sind, was mir 1992 bei der Wohnungssuche durchaus Probleme machte“, wies der Kommandeur auf seine persönlichen vielfältigen Erfahrungen mit Vorurteilen hin. ,,Teams richtig zusammen zu stellen, mal homogener, mal heterogener, um gemeinsam Aufgaben zu lösen, das ist unsere Führungsaufgabe, sei es am Chirurgentisch, in der kleinen Kampfgemeinschaft oder bei einer Besprechung", so der Admiral weiter. Das Betriebsklima sei der Hauptgrund, warum Mitarbeiter in einer Firma bleiben - oder kündigen.

Unterbewusstes Schubladendenken

Die FüAkBw organisierte den bundesweit fünften Diversity-Day in Hamburg in enger Zusammenarbeit mit den anderen Bundeswehr-Dienststellen der Stadt. Ab 09.30 Uhr kamen etwa 250 Vertreter vom Bundeswehrkrankenhaus, der Helmut-Schmidt-Universität, dem Landeskommando sowie der Führungsakademie der Bundeswehr in der Clausewitz Kaserne zu einer Tagung zusammen. ,,Die Diversität dieser Dienststellen ist mit Blick auf alle sieben Diversity-Dimensionen, auf ethnische und nationale Herkunft, sexuelle Orientierung, körperliche und geistige Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, Alter, Geschlecht und soziale Herkunft beeindruckend, birgt viele Herausforderungen - aber auch unzählige Chancen, "weil der Mensch nämlich fähig ist, sich Gedanken zu machen", so Stawitzki.  

Ein Tag voller Impulse

Ihre Keynote-Speech nutzte Dr. Petra Köppel von der Unternehmensberatung Synergy Consult für den Hinweis auf den Nutzen von Vielfalt für die Bundeswehr. ,,Vielfalt ist nicht immer sichtbar. Es reicht der erste Eindruck für ein Urteil", mahnte sie. Erfahrung, Werte und Einstellungen sieht man zunächst nicht. ,,Nur mit Wertschätzung funktioniert Vielfalt und trägt damit für mehr Berufszufriedenheit und bessere Aufgabenerledigung bei."

Vielfalt ist Managementaufgabe

,,Vielfalt ist eine Managementaufgabe und fängt oben an", so die Unternehmensberaterin. Dazu sei es in einer komplexen Welt absolut notwendig, Kategorien zu haben - die aber verzerren können und dazu führen, sich von Mustern lenken zu lassen." Wichtig sei es, beschreiben und bewerten voneinander zu trennen, um damit auch den ersten Eindruck zu hinterfragen und Kritik zuzulassen. ,,Wer sich selbst in Frage stellt, Denkmuster aufbricht und Komfortzonen verlässt, der kann Unsicherheit ertragen, Fremdes zulassen, neugierig sein und sich ändern", betonte Dr. Köppel. Es geht um die Nutzung von Potenzialen - von allen.

Bunte Vielfalt

In drei Workshops ging es dann am Nachmittag um chancengerechtes Diversity Management als Führungsaufgabe, um die gelebte Vielfalt in der Bundeswehr und dabei gemachte Erfahrungen sowie um die Herausforderungen in der Vereinbarkeit von Familie und Dienst. Parallel spielte das "Kaleidoskop-Theater" aus Hamburg-Altona „Diversity als Improvisations-Theater“ und bezog das anwesende Publikum aktiv mit ein. Aussagen der Anwesenden auf Fragen der Schauspieler zu Vielfalt im Allgemeinen wurden theatralisch zurück gespielt. Große Lacher im Publikum: "Wir haben uns durchaus wieder erkannt".

Vorstellung der Diversity-Initiativen

Gute Kommunikation, klare Anforderungen und das Vertrauen, sich öffnen zu können sind wesentliche Voraussetzungen, dass Initiativen wie Diversity-Beratungsgremien, Diversity-Symposium, Fragebögen für die Mitarbeiter, ein wissenschaftlich fundierter, weiterbildender Master-Studiengang "Leading Diversity", Dialog der Kulturen oder eine einwöchiges Seminar zum Thema und Veranstaltungen zum Diversity Day 2018 erfolgreich werden können.

Fazit

Fazit des Kommandeurs, der viel für sich mitgenommen hat: ,,Das Highlight war die Grundstimmung, die den ganzen Tag angehalten hat. Der Impuls-Vortrag von Frau Dr. Petra Köppel, der Überraschungsauftritt der FüAk-Band genauso wie die Workshops mit den vielen wertvollen Impulsen und dann natürlich die Fotoausstellung. Alles zusammen insbesondere der Mix hat den ganzen Tag großartig gemacht."

 

 

 

 

 

 

 

 

„Von gestern lernen, am Heute spiegeln, auf morgen vorbereiten“

Autor: Frank Magnus ; Fotos: Frank Magnus

Hamburg, 19.05.2017

Zivile und militärische Teilnehmer am 1.  Besprechungspunkt

Historische Kartenausschnitte helfen beim Orientieren

Der Verlauf der Schlacht wurde im Gelände erschlossen

Die gesamte Woche war ein voller Erfolg

Wie dieser Dreiklang in die moderne Ausbildung von Streitkräften passt, konnten die Heeresuniformträger des Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst National 2016 (LGAN 2016) sowie Studierende und Lehrpersonal der Universität Potsdam, Lehrstuhl Militärgeschichte und Kulturgeschichte der Gewalt vom 8. bis 12. Mai praxisnah erleben. Der Bereich Heer führte das Seminar Operationsgeschichte 2017 in enger Zusammenarbeit mit den Militärhistorikern OTL Dr. Loch, Major Kriemann und Major Helmecke vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialforschung der Bundeswehr (ZMSBw) durch. Professor Sönke Neitzel unterstützte den Ausbildungsabschnitt und trug zu anregenden Diskussionen bei. 

Nah dran am Geschehen

Nachdem am ersten Seminartag in den Räumen des Militärhistorischen Museums in Dresden durch den emeritierten Professor Stig Förster (bis Ende 2016 Professor für Neueste Allgemeine Geschichte an der Universität Bern) sowie OTL Dr. Loch die Grundlagen zu den Preußisch-Österreichischen Auseinandersetzungen des 18. Jahrhunderts gelegt wurden, ging es an den beiden folgenden Tagen in drei Lerngruppen durch die Tschechische Republik, in die Region um Jicin und Königgrätz. An ausgewählten Übersichtspunkten wiesen Militärhistoriker des Zentrums Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr zunächst in das Gelände ein. Sie stellten den Schlachtverlauf von 1866 dar und erläuterten operative aber auch taktische Entscheidungen greifbar und nachvollziehbar.

Truppenführung im Fokus

Im Anschluss an die Erläuterungen zum Schlachtverlauf diskutierten die Seminarteilnehmer, ob und welche Lehren aus dem jeweiligen Gefechtsverlauf gezogen – und vor allem auf heutiges operativ-taktisches Denken übertragen werden können. Dabei lag der Schwerpunkt auf den Grundsätzen der Truppenführung, nicht auf den taktischen Details der Einzelgefechte. Besondere Beachtung fanden dabei die Grundsätze der Bildung von Schwerpunkten, des Einsatzes von Reserven sowie der Aufklärung und der Führung im Gefecht.

Führungsgrundsätze zur Disposition

Zusammengeführt und abschließend diskutiert wurden die im Felde besprochenen Abläufe dann am vierten und letzten Seminartag, der wieder im Auditorium des Militärhistorischen Museums in Dresden stattfand. Eine wissenschaftlich-historische Sicht auf die Dinge, besonders die Frage, welche Führungsgrundsätze denn in der Schlacht um Königgrätz 1866 entwickelt wurden und welchen Einfluss letztendlich auch die Politik auf Ausstattung, Ausbildung und vor allem die operativen Führer jener Zeit hatte, brachten Dr. Marco Sigg (Militärhistoriker und Direktor des Museums Burg Zug) und Major Kriemann ein. Eine Thematik, die gerade heute aktueller denn je erscheint.

Gemeinsames Verständnis

Insgesamt konnten in der Seminarwoche nicht nur die Grundzüge des deutschen (operativen) Führungsdenkens greifbar und aktiv erarbeitet, sondern speziell in den vielen Gesprächen zwischen den Seminarteilnehmern auch ein gemeinsames Verständnis von Truppenführung und Führungsdenken im Kontext heutiger militärischer Herausforderungen hergestellt werden. Zudem wurde vereinbart, die erstmalige Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Militärgeschichte und Kulturgeschichte der Gewalt der Universität Potsdam auch beim nächsten Seminar fortzusetzen.

Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive

Autor: Stefan Bayer ; Fotos: Bundeswehr / Internet

Hamburg, 24.05.2017

Handlungsfelder zur ökonomischen Theorie

 Konfliktregion Südchinesisches Meer

 Herkunftsländer der Flüchtlingsströme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inwieweit kann wirtschaftliches Handeln generell Verursacher für störende Entwicklungen sein? Wie wirken sich wirtschaftliche Aktivitäten auf Dritte aus? Diese und weitere Fragen hat der Generalstabs- und Admiralstabslehrgang 2015 (LGAN) im Seminar ,,Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive“ aufgegriffen.

Zentrale Aspekte der ökonomischen Theorie

Begrenzt vorhandene Güter und Ressourcen in dieser Welt möglichst effizient einzusetzen, ist die Kernfrage, mit der sich die ökonomische Wissenschaft beschäftigt. Damit das bestmöglich gelingt und dabei die Bedürfnisse aller befriedigt werden, gilt es zugleich, alle Kosten- und Nutzeneffekte zu berücksichtigen. In einer vollkommenen Wirtschaftsordnung ist dieses theoretisch möglich. Wird davon abgewichen und kommt es dabei zu einer weniger effizienten Verteilung der Güter, können Probleme entstehen, die im Nachhinein auch unter Zuhilfenahme von Streitkräften bearbeitet gelöst werden müssen. Das liegt dann aber grundsätzlich weniger an ökonomischem Verhalten der Marktteilnehmer als vielmehr daran, dass keine Sanktionen bestehen, die dafür sorgen, dass eine effiziente, ökonomische Verteilung der Güter und Ressourcen erfolgen kann. Mit anderen Worten: Es handelt sich somit vor allem um Staats- statt um Marktversagen.

Konflikte und Resultate

Das Seminar ,,Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive“ hat sich mit den Auswirkungen von positiven und negativen externen Effekten auf die krisenhafte Entwicklung im internationalen Kontext beschäftigt. Wenn menschliche Handlungen positive oder negative Auswirkungen auf unbeteiligte Dritte nach sich ziehen, entstehen Kosten, die von anderen getragen werden müssen. Negative externe Effekte verursachen externe Kosten, die zu externen Schäden führen. Aus positiven externen Effekten resultieren externe Vorteile. Wird dabei zu viel zu billig oder zu wenig zu teuer produziert, so führt dieses zu Ungerechtigkeiten und damit zu (politischen) Handlungsnotwendigkeiten. Zudem können externe Effekte auch zu zusätzlichen Konflikten führen oder bestehende Konflikte verschärfen, so dass ökonomische Austauschprozesse auch unter dem Gesichtspunkt der Beurteilung einer Krise Relevanz aufweisen. In jedem Fall gilt: Die Existenz ökonomischer Kosten lässt sich politisch nicht wegdefinieren.

Konkrete Beispiele

Im Rahmen des Seminars beschäftigte sich ein Teil der LGAN-Teilnehmern 2015 mit der ökonomischen Theorie der externen Effekte und deren Auswirkungen auf die krisenhaften Entwicklungen im internationalen Kontext. Beurteilt wurde dabei die

- Konfliktregion Südchinesisches Meer

- externen Kosten und Konflikte am Beispiel der Arktis

- die Gefährdung der zukünftigen Verteidigungsfähigkeit Europas aufgrund national                      fokussierter Verteidigungs- und ineffizienter Rüstungspolitik

- die Migration als Externalität.

Den Teilnehmern wurde anhand der vier Anwendungsbeispiele anschaulich vermittelt, dass sich die Theorie der externen Effekte sich sehr gut zur Analyse von Krisenverläufen in unterschiedlichen Kontexten eignet. Lebhafte Diskussionen begleiteten die aufgezeigten Ergebnisse. Im Ergebnis bleibt festzuhalten: Das Seminar endete nicht mit dem Seminarende. Vielmehr gibt es Raum für vertiefende Überlegungen zur Beurteilung der Ursachen von Krisen.

 

-> Hier gelangen Sie zum umfassenden Seminarpapier<-

Autor: Stefan Berger ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 17.05.2017

Admiral Stawitzki begrüßt Admiral Trojahn an der Führungsakademie der Bundeswehr

Eintrag ins Gästebuch der Akademie

Gespräche im Kreise der Admirale

 

 

 

Konteradmiral Frank Trojahn, Chief of Naval Staff der Königlich Dänischen Marine, besucht die Führungsakademie der Bundeswehr.

Die Lehrgangsteilnehmer an der Akademie stammen traditionell aus unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen, entsprechend vielfältig und bunt ist das Bild der Uniformen auf dem Campus. Insbesondere das persönliche Kennen und die Pflege eines entsprechenden Netzwerkes erzeugen dabei Verständnis und gegenseitigen Respekt. Einen in diesem Zusammenhang ganz besonderen Besuch erlebte die Führungsakademie der Bundeswehr am 11. Mai 2017. Zwanzig Jahre nachdem der heutige Admiral Frank Trojahn seinen zweijährigen Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst (LGAN 1997) begann, kehrte der Lehrgangsteilnehmer von einst für einen Kurzbesuch nach Hamburg zurück.

Die Akademie damals und heute

Nach Gesprächen im Kreise der Admirale mit dem Kommandeur, Konteradmiral Carsten Stawitzki, und dem Direktor Lehrgänge, Flottillenadmiral Karsten Schneider, folgte für den Konteradmiral der gewünschte Rundgang durch die Clausewitz-Kaserne. So traf der Gast im Bereich Marine auf einen Lehrgangskameraden aus dem 39. ASTO und gemeinsame Erinnerungen ließen sehr schnell wieder die Zeit an der Führungsakademie lebendig werden. „Es ist vieles neu heute, aber auch vieles bekannt. Man fühlt sich gleich wieder zu Hause. Die neuen modernen Hörsäle und das Manfred-Wörner-Zentrum sind schon beeindruckend, besonders angenehm ist jedoch die gute Atmosphäre, damals wie heute“ stellte der Admiral in einem Gespräch mit dem Bereichsleiter Marine und Beauftragten des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr, Kapitän zur See Straus, anerkennend fest.

Austausch mit dem Nachwuchs

Begleitet wurde der dänische Marinebefehlshaber von einem seiner Nachfolger im Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst LGAN 2015. Korvettenkapitän Nicolai Svane erläuterte seinem Vorgesetzten ausführlich seine persönlichen Erfahrungen im aktuellen Ausbildungsansatz der Akademie. So stehen für die Lehrgangsteilnehmer heute nicht nur militärische Themen auf dem Lehrplan sondern auch Vorträge und Seminare zu gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Fragestellungen.

Kooperation geht weiter

„Deutschland ist für Dänemark ein wichtiger regionaler strategischer Partner“, merkte Konteradmiral Trojahn zum Ende seines Besuches an. „Wir werden auch zukünftig diese besondere Ausbildungseinrichtung mit ihren Möglichkeiten sehr gerne nutzen.“ In der Tat wird bereits zum LGAN 2017 wieder ein dänischer Marinestabsoffizier an der Führungsakademie ausgebildet. Und vielleicht besucht auch dieser dann später erneut die Akademie als Admiral.

 

 

 

Autor: Kai Prüter ; Fotos: Kai Prüter

Hamburg, 12.05.2017

Training von Überzeugungstechniken

Vizepräsident Armin Schmidt-Frank im Gespräch mit Teilnehmern

 

 

 

„Diese Gewohnheiten treffen alle auf mich zu!“ Mit einem selbstkritischen Lächeln denkt einer der Teilnehmer des Trainings über die 20 Gewohnheiten nach, die sich Führungskräfte laut Marshall Goldsmith abgewöhnen sollten. Seit dem 7. November 2016 diente dieser kleine Katalog von abzulegenden Verhaltensmustern den beiden Dozenten, Fregattenkapitän Dr. Christian Wildhagen und Oberstleutnant Kai Prüter aus dem Fachbereich Führung und Management, als Einstieg in das eineinhalbtägige Führungskräftetraining in Koblenz. Bei diesem Führungskräftetraining für Gruppen- und Referatsleiter des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, kurz: BAAINBw, handelte es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Zentrum Innere Führung, dem Bildungszentrum der Bundeswehr und der Führungsakademie der Bundeswehr im Auftrag von Staatssekretärin Dr. Katrin Suder.

Persönliche Stärken stärken

Die Teilnehmer setzten sich mit zeitgemäßen Kommunikationsmodellen und Führungsinstrumenten auseinander, um ihre persönlichen Stärken weiter auszubauen und modernen Herausforderungen besser zu begegnen. Dieses intensive Training ist gefüllt mit umfangreichen Anwendungen der „Tools“ nach vorausgehenden Impulsen der beiden Dozenten.

Kooperation geht weiter

Den Abschluss des ersten Tages eines jeden Trainings bildete eine offene Diskussion mit einem Leitungsmitglied aus dem Präsidium des BAAINBw. Hierbei wurden vor allem die zurückliegende Mitarbeiterbefragung, das Zielbild Rüstungs-management und aktuelle Herausforderungen rege diskutiert. Der vorerst letzte Durchgang unter Federführung der Führungsakademie der Bundeswehr endete am 29. März dieses Jahres. Bis dahin wurden in Koblenz durch die „Hamburger“ 140 Führungskräfte des BAAINBw ausgebildet. Und schon jetzt steht fest, dass diese Form des Trainings im kommenden Jahr fortgeführt wird.

Autor: Steve Wilhelm ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 11.05.2017

Lieutenant Colonel Pat Owen -  Leiter der britischen Delegation in Hamburg

Lebhafte Diskussionen der Teilnehmer

Konflikte analysieren und Führungsentscheidungen vorbereiten

Kulinarischer Ausklang beim Formal Dinner

Internationale Zusammenarbeit - Mehrwert durch Training

 

 

 

 

Der 12. Lehrgang General- und Admiralstabsdienst national (12. LGAN) übte EU-geführte Operationen mit vier europäischen Partnerakademien.

Am Freitag der vergangenen Woche fand die diesjährige Combined Joint European Exercise (CJEX) ihren Abschluss. Damit endete eine operative Hochwertübung, die parallel an den Militärakademien Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Spaniens durchgeführt wurde. Dem multinationalen Ansatz der Übung Rechnung tragend, wurden in einem Austausch Lehrgangsteilnehmer der aktuellen General- und Admiralstabslehrgänge der teilnehmenden Nationen an die Partnerakademien entsandt, um eine einheitliche Lage in mehreren multinationalen Stäben zu bearbeiten.

Ausplanung einer EU-Operation

Das der Übung zugrunde liegende Szenario „Combined Destiny“ sah die Ausplanung einer EU geführten „Bridging Operation“ in einer fiktiven Sub-Sahara Region vor, die aufgrund ethnischer, politischer und ökonomischer Auseinandersetzungen zu zerfallen droht. Unter Abstützung auf die NATO Comprehensive Operations Planning Directive (COPD) galt es, den Konflikt und seine verschiedenen Faktoren zu analysieren und Führungsentscheidungen für ein europäisches Engagement in der Krisenregion vorzubereiten. Lieutenant Colonel Pat Owen, Leiter der britischen Delegation in Hamburg, zeigte sich angetan von der CJEX an der Führungsakademie der Bundeswehr. „Die deutsche Akademie hat die Übung perfekt zwischen Leitung dieser und der Möglichkeit des multinationalen Erfahrungsaustauschs ausbalanciert.“

Arbeit und Kultur miteinander verbinden

Kulturell kam von Shrivenham über Paris, Hamburg und Madrid bis nach Rom kein Übungsteilnehmer zu kurz. In jeder Destination konnte das Wochenende ausgiebig genutzt werden, um einen Eindruck von Land und Leuten zu gewinnen. Sei es der Besuch von Museen und typischen Pubs im britischen Portsmouth und Oxford, das Erkunden der antiken römischen Bauwerke, eine Führung durch den Pariser Invalidendom und das Genießen französischer Cafés oder eine Bootsfahrt auf der Alster mit einem sich anschließenden Besuch des 828. Hamburger-Hafengeburtstags.

Major Sandra Matuszewski, Lehrgangsteilnehmerin des 12. LGAN, die an der Übung an der französischen Militärakademie teilnahm, fasste die gewonnenen Impressionen so zusammen: „Alles in allem fühlten wir uns sehr wohl in Paris, genossen die Zeit und freuten uns über die Erfahrungen und Eindrücke, welche wir aus dieser schönen Stadt und von der Ecole de Guerre mitnehmen konnten.“ Auch Lieutenant Colonel Pietro Imbro von der italienischen Luftwaffe fand lobende Worte für das Erlebte. „Die italienische Delegation hat den Aufenthalt in Hamburg wirklich genossen. Der Besuch des Hafengeburtstags und das köstliche deutsche Essen waren perfekte Möglichkeiten, die deutsche Kultur näher kennenzulernen.“

Ein Mehrwert für alle

Der Mehrwert lag eindeutig im Trainieren der internationalen Zusammenarbeit und dem Erfahrungsaustausch zwischen allen Teilnehmenden. Wie vor allem durch die Mentoren eingesetzten ehemaligen Generale und Admirale bestätigt wurde, konnte die Übung einen realitätsnahen Eindruck der Planungsaufgaben in einem multinationalen Hauptquartier vermitteln und die enorme Bedeutung einer europäischen Vernetzung unterstreichen. Mitunter kontrovers miteinander ins Gespräch kommen zu müssen, die Notwendigkeit, sich auf unterschiedliche Ansichten und Vorgehensweisen einzulassen, zu keiner Zeit aber das gemeinsame Ziel aus den Augen zu verlieren, sind wichtige Erfahrungswerte, die die Übungsteilnehmer während der CJEX 2017 sammeln konnten.

Großer Erfolg schärft Blick in die Zukunft

Die Combined Joint European Exercise war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Der große Aufwand, der an allen teilnehmenden Akademien betrieben wurde, hat sich in jedem Fall gelohnt. Die Führungsakademie der Bundeswehr freut sich darauf, auch im nächsten Jahr wieder einer der Ausrichter dieser operativen Planübung für angehende General- und Admiralstabsoffiziere aus Deutschland und dessen vier CJEX-Partnernationen zu sein.

 

                                                                                          Hier gelangen Sie zu Teil (1)

 

Autor: Ralf Heimrich ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 11.05.2017

Generalleutnant Warnecke über die aus dem Weißbuch 2016 resultierenden Aufgaben und Herausforderungen

Konzentrierte Teilnehmer folgen dem Vortrag - Strategische Steuerung der Einsätze der Bundeswehr

Das Auditorium erhält einen fundierten Einblick in die aktuelle Sicherheitslage im Ausland

 

 

 

Mit dieser Beschreibung umriss Generalleutnant Dieter Ernst Warnecke, der Abteilungsleiter Strategie und Einsatz (AL SE) im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, seinen Aufgabenbereich, als er am 9. Mai 2017 sein Lehrdeputat an der Führungsakademie der Bundeswehr vor dem Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst mit internationaler Beteiligung (LGAI 2016) und Stammpersonal der Akademie gehalten.

Herausforderungen der Zukunft

General Warnecke unterstrich in seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion, dass die Welt immer komplexer, volatiler und unberechenbarer geworden ist. Gleichzeitig auf uns einströmende symmetrische, asymmetrische und hybride Bedrohungen sowie Gefahren aus dem Cyberraum fordern die Bundeswehr massiv. Problemlagen seien nicht mehr getrennt voneinander zu betrachten, sondern entwickelten sich zunehmend parallel, verwoben und einender bedingend. Dieser strategischen Situation nachhaltig, vernetzt und in multilateraler Kooperation zu begegnen, ist aus dem Weißbuch 2016 abgeleitete Aufgabe der Bundeswehr. Die daraus erwachsenden Aufgaben in Einsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen fallen in General Warneckes Aufgabenbereich.

Umfangreicher Auftrag

Wenngleich derzeit die Zahl der im Ausland in Operationen und Missionen eingesetzten Soldaten geringer ist als zu Beginn des Jahrtausends, hat die Vielzahl kleinerer Einsätze, insbesondere aber der einsatzgleichen Verpflichtungen im Rahmen der Abschreckung in der NATO, die Herausforderungen für die Abteilung SE erhöht. Bezogen auf den Einsatz in Afghanistan wagte General Warnecke die Prognose, dass dort eine wichtige Aufgabe für die internationale Gemeinschaft erhalten bleibt – alles blickt dabei auf die diesbezüglichen Entscheidungen der USA. General Warnecke verdeutlichte, dass die in Afghanistan gewachsene ressortübergreifende Vernetzung immer besser funktioniert und dass wir zusammen mit unseren Partnern wichtige Arbeit leisten zum Fähigkeitsaufbau, zur Stabilisierung sowie zur Ertüchtigung.

Jederzeit und weltweit

Bezogen auf Afrika unterstrich General Warnecke, dass wir auf der Grundlage der afrikapolitischen Leitlinien der Bundesregierung die Aktivitäten nun besser bündeln können. Mali ist Fokus unserer Anstrengungen, wir sind durch unsere massiven Anstrengungen dort zu einem Schlüsselspieler in Afrika geworden. Ein noch umfassenderes Engagement in Afrika, zusammen mit Frankreich und anderen Partnern, könnte daraus erwachsen.

Erfolg in der Ägäis

Für den Mittelmeerraum beschrieb General Warnecke den Einsatz der EU „SOPHIA“ vor der Küste Libyens mit all den Problemen, die in der strukturellen Schwäche Libyens begründet liegen, was auch sehr negative Auswirkungen auf die Stabilisierung Malis und anderer Nachbarstaaten hat. Er beschrieb darüber hinaus den politisch überaus wichtigen, erfolgreichen Einsatz der NATO in der Ägäis, der die Migration nach Europa aus dieser Richtung nachhaltig eingedämmt hat.

Beratung aus erster Hand

Bezogen auf die Bekämpfung des Islamischen Staates zeigte sich General Warnecke überzeugt, dass die Koalition obsiegen wird. Zentral-Irak und die Peshmerga könnten auf fortgesetzte Unterstützung und Hilfe durch Deutschland und die Bundeswehr zählen. General Warnecke betonte abschließend, dass für uns eine Vielzahl von Bedrohungen näher gekommen sei. ,,Dies macht eine tägliche Neu-Bewertung der Sicherheitslage erforderlich, um dem Generalinspekteur und der politischen Leitung einen fundierten militärischen Ratschlag geben zu können."

 

Autor: Christiane Rodenbücher ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 09.05.2017

Kranzniederlegung mit Konteradmiral Stawitzki und Soldaten der Führungsakademie

Die Teilnehmer an der Gedenkstätte

Schüler der Stadtteilschule Bergedorf bei ihrer Lesung

„Unsere Verpflichtung – Versöhnung und Frieden“ – getreu dieser Inschrift des zentralen Gedenksteins auf der Internationalen Kriegsgräberstätte des Ohlsdorfer Friedhofs hat der Kommandeur der Führungsakademie an einer Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkrieges teilgenommen. Zusammen mit zahlreichen Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Militär hat Konteradmiral Carsten Stawitzki der etwa 3.800 Menschen aus mehr als dreißig verschiedenen Ländern gedacht, die während des Zweiten Weltkrieges in Harnburg zu Tode gekommen sind und dort begraben liegen. Mit einer Delegation der Führungsakademie hat der Kommandeur für die Bundeswehr am Standort Hamburg einen Kranz niedergelegt.

Die Repräsentanten haben eines gemeinsam: Die Fürsorge und die Auseinandersetzung mit diesen Gräbern sehen sie als einen Beitrag zur Friedenswahrung in Europa. Vertreter der Stadt Hamburg und der Konsulate, der Kirchen, von Bildungseinrichtungen und verschiedenen Verbänden, Schriftsteller sowie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge würdigten die Toten.

Erinnern und Gedenken

„Zur Zukunft gehört Herkunft“, zitierte Karen Koop die Tor-Inschrift eines Hamburger Gymnasiums. Die Hamburger Landesvorsitzende des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte die Einladung ausgesprochen und begrüßte die anwesenden Gäste mit einer Rede. Wie viel Erinnern und gedenken tun gut? Es könne keinen Erinnerungsstopp an die Gedenken des Zweiten Weltkriegs geben, appellierte Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt im Anschluss an das Bewusstsein der Deutschen, sich auch weiterhin mit den verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs auseinander zu setzen. Weitere Gedenkworte hinsichtlich der Versöhnung über den Gräbern sprach Reverend Canon Dr. Leslie Nathaniel von der Church of England.

Generationsübergreifendes Interesse

Schüler der Stadtteilschule Bergedorf sorgten mit ihrer szenischen Lesung für einen würdigen literarischen Rahmen. Sie nahmen dabei die Rollen eines deutschen Unternehmers, der Zwangsarbeiter beschäftigte, sowie von zwei Kriegsgefangenen aus dem Hamburger Umland ein und schilderten die Kapitulation 1945 aus ihrer Perspektive. Dies gab der Zeremonie einen authentischen, anschaulichen Charakter und hinterließ bei den rund 50 Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck der Ereignisse.

Beim Totengedenken zum Abschluss der Veranstaltung bezog Karen Koop neben den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges und den Opfern des Nationalsozialismus ausdrücklich alle Menschen mit ein, die heute von Krieg, Verwundung und Verfolgung betroffen sind. Auch die in den weltweiten Einsätzen der Bundeswehr Gefallenen. Die Gäste sind sich einig: ein würdiger Ausklang für eine bewegende Veranstaltung.

 

Autor: Axel Hänisch ; Fotos: Katharina Junge / Dennis Brandt

Hamburg, 08.05.2017

decoration / Dekoration

Hafenrundfahrt auf FGS „Putlos“

decoration / Dekoration

Die Teilnehmer von CJEX

Am vergangenen Freitag begann die Combined Joint European Exercise (CJEX). An dieser jährlich stattfindenden multinationalen Übung nehmen – neben der Führungsakademie der Bundeswehr – auch die Partnerakademien Großbritanniens, Frankreichs, Spaniens und Italiens teil. Darüber hinaus partizipieren auch Angehörige der polnischen War Studies University direkt und Angehörige der rumänischen National Defense University „Carol I“ in einer Beobachterrolle an dieser Übung. Somit wurden insgesamt 65 internationale Gäste durch die Akademieführung begrüßt.


Ziel der Übung CJEX 2017 ist es, in Anlehnung an den Planungsprozess der NATO, eben diesen für einen EU-geführten Einsatz auf operativer Ebene in multinationalen Stäben anzuwenden. Darüber hinaus dient sie der Förderung der interkulturellen Kompetenz sowie der strukturierten und individuellen Netzwerkbildung aller Lehrgangsteilnehmer. Das diesjährige Szenario steht dabei unter dem Namen „Combined Destiny“. In diesem kommt es in einer fiktiven Region bestehend aus vier unterschiedlichen Einzelstaaten in der Sub-Sahara zu ethnischen, politischen und ökonomischen Konflikten. Trotz größter Bemühungen mittels einer UN-Beobachtermission gelingt es nicht, Gewalt und Terror, aber auch humanitäre Katastrophen und Flüchtlingsströme zu verhindern. Das Gegenteil ist der Fall: sie nehmen zu, die Lage wird zunehmend schlechter und eines der Länder droht ins Chaos zu verfallen. Die UN kann dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen und arbeitet gemeinsam mit den Ländern in dieser Region sowie der EU an einem gemeinsamen Friedensplan. Um diesen zu untermauern, soll eine Stabilisierungsoperation durchgeführt werden. Mittels einer „Bridging Operation“ soll diese vorbereitet werden. Und eben diese gilt es nun noch bis zum 12. Mai 2017 zu planen.


Doch nicht nur die Führungsakademie ist somit ein stückweit bunter geworden, auch die Partnerakademien empfingen nahezu gleichstarke Delegationen. Auch von der Führungsakademie der Bundeswehr. Hierfür reisten vier Hörsäle des Lehrgang Generalstabs-/ Admiralsstabsdienst national 2015 nach Rom, Paris, Shrivenham und Madrid, um die Übung von dort aus zu bestreiten. Von den in Hamburg verbliebenen Hörsälen nimmt einer an der Übung teil und ein Hörsaal stellt die organisatorische und administrative Ausgestaltung sicher. An allen Akademien wurde „die Übungstruppe“ der jeweiligen Länder miteinander durchmischt und auf verschiedene Planungsgruppen aufgeteilt. Auch in diesem Jahr werden die Übungsteilnehmer durch vier hochkarätige ehemalige Flaggoffiziere unterstützt und angeleitet. Diese stehen je einer Planungsgruppe als Senior Mentor zur Verfügung. Daher unterstützen sie nicht nur mit ihrer jahrzehntelangen Expertise, sondern übernehmen auch in der Rolle als Joint Force Commander die übergeordnete Entscheidungsfunktion in den einzelnen Planungsgruppen. Zusätzlich unterstützen Subject Matter Experts aus den verschiedenen Fachgebieten die Übung. Dieses „Setting“ stellt sicher, dass die Übungteilnehmer ihr Verständnis im operativen Planungsprozess ausbauen, festigen oder „schärfen“ können.


Neben der eigentlichen Übung sollen die Teilnehmer aber auch Hamburg kennenlernen, was ein wesentlicher Bestandteil der Übung darstellt. So fand am zurückliegenden Wochenende nicht nur eine geführte Stadtrundfahrt sondern auch der Besuch eines Einsatzgruppenversorgers der Deutschen Marine sowie eine Hafenrundfahrt statt. Besonders aber wird der Hamburger Hafengeburtstag allen in unvergesslicher Erinnerung bleiben.

 

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