Autor: Stefan Berger; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 29.11.2017

Der LGAI 2017 auf der Senatstreppe im Hamburger Rathaus

Der LGAI 2017 auf der Senatstreppe im Hamburger Rathaus

Major Uwezo Samson Nyatige, Oberst i.G. Frank Wasgindt und Staatsrat Bernd Krösser (v.li.n.re.)

Major Uwezo Samson Nyatige, Oberst i.G. Frank Wasgindt und Staatsrat Bernd Krösser (v.li.n.re.)

Erlebnisse schaffen Erinnerungen: Lehrgangsteilnehmer bei der eindrucksvollen Führung durch das Hamburger Rathaus

Erlebnisse schaffen Erinnerungen: Lehrgangsteilnehmer bei der eindrucksvollen Führung durch das Hamburger Rathaus

 

 

Seit 1962 führt die Führungsakademie der Bundeswehr den Lehrgang General-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) durch. Damit wird die Clausewitz-Kaserne im Westen von Hamburg für ein Jahr zur Heimat für annähernd siebzig internationale Offiziere aus mehr als vierzig Ländern. Traditionell heißt der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg die Lehrgangsteilnehmenden im Rahmen eines Empfangs in der „schönsten Stadt Deutschlands“ offiziell willkommen. Die Freie und Hansestadt Hamburg als „Tor zur Welt“ prägt somit die Ausbildung für die Soldatinnen und Soldaten aus allen Erdteilen maßgeblich mit. Und diese wissen die vielfältigen Möglichkeiten der weltoffenen Elbmetropole besonders zu schätzen.

Hamburg und FüAk eng verbunden

Der diesjährigen Einladung folgend machten sich die internationalen Hörsäle des Heeres, der Luftwaffe und der Marine in Begleitung ihrer Tutoren und unter Führung des Lehrgangsleiters, Oberst i.G. Frank Wasgindt, auf den Weg zum altehrwürdigen Hamburger Rathaus. Begrüßt wurde der Lehrgang durch den Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport, Bernd Krösser, der in seiner Rede insbesondere die enge Verbundenheit der Stadt mit der Führungsakademie der Bundeswehr und dem Lehrgang General-/ Admiralstabsdienst International herausstellte. Im Anschluss überreichte ihm die einzige Frau aus dem Kreise der Lehrgangsteilnehmenden, Frau Major Uwezo Samson Nyatige aus Tansania, ein gerahmtes Foto des Lehrgangs 2017 und bedankte sich für die bisher erfahrene Gastfreundschaft der Stadt.

Ein Rathaus, das beeindruckt

Eine eindrucksvolle Führung durch die repräsentativen Räumlichkeiten des Gebäudes aus dem 19.  Jahrhundert wird den Lehrgangsteilnehmenden noch lange in guter Erinnerung bleiben – ebenso wie  die Hansestadt.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 24.11.2017

Generalmajor Michael Vetter beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie

Generalmajor Michael Vetter beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie

Generalmajor Michael Vetter (2. v.l.) und Konteradmiral Carsten Stawitzki (3. v.l.) an der FüAkBw

Generalmajor Michael Vetter (2. v.l.) und Konteradmiral Carsten Stawitzki (3. v.l.) an der FüAkBw

Besprechung im Büro des Kommandeurs

 Besprechung im Büro des Kommandeurs

Cyber – Digitalisierung, hybride Gefahren, virtuelle Realitäten, kritische Infrastruktur … eine Menge an Begriffen fallen einem sofort dazu ein. Die Bundeswehr ist in vielerlei Hinsicht von dem Thema betroffen, sei es bei der täglichen Nutzung von Computern, im Bereich Ausrüstung oder aber in der Ausbildung. Die Thematik hat in den Streitkräften mit der Abteilung Cyber/Informationstechnik (CIT) im Oktober vergangenen Jahres sowie dem neuen Kommando Cyber- und Informationsraum (CIR) seit April 2017 eine große Relevanz erhalten. „Obwohl beide noch in der Aufbauphase sind und somit strukturelle und prozessuale Pionierarbeit leisten, sind die Erwartungen an die Arbeits- und Leistungsbereitschaft dieser neu aufgestellten Bereiche enorm“, erklärt Generalmajor Michael Vetter, der stellvertretende Inspekteur Cyber und Informationsraum bei seinem Besuch an der Führungsakademie. Zusammen mit einer Delegation aus dem Bonner Kommando tauschte er sich ausgiebig mit Vertretern der Führungsakademie aus.

Breitenwirkung

General Vetters Zielvorstellung: „Wir wollen im Cyber- und Informationsraum gezielt wirken – dazu ist es notwendig, dieses Thema in die gesamte Organisation der Streitkräfte einzubringen.“ CIR integriert seine Forderungen inzwischen wie Heer, Luftwaffe und Marine in den Planungsprozess der Bundeswehr und erstellt Laufbahnen und Werdegänge wie andere Teilstreitkräfte. Vetter betont den gesamtstaatlichen Ansatz und die parteiübergreifend fruchtbare Zusammenarbeit auf diesem Gebiet: "Cyber geht uns alle an - das schweißt zusammen." Umso wichtiger ist für ihn, "das Thema an der zentralen Ausbildungsstätte der Streitkräfte zu positionieren". Die FüAkBw eigne sich hervorragend als Multiplikator für Truppe und Führungspersonal. Beispielsweise über Lehrgangsarbeiten oder Studienphase.

Fünfte Dimension

Ähnlich ambitioniert wie im Komamando CIR geht es an der Führungsakademie der Bundeswehr zu: Die organisatorische und strukturelle Abbildung des neuen militärischen Organisationsbereiches CIR treibt die Fakultät Einsatz, CIR, SKB unter Hochdruck voran. Die Umsetzung der fachlichen Aufgaben, Inhalte und Mehrwerte in die Lehre erfordern von einem kleinen Team in kurzer Zeit effektive Ergebnisse. Das bedeutet, der militärische Organisationsbereich CIR soll künftig für die Lehrgangsteilnehmer als eigener Operationsraum in der fünften Dimension mit verschiedenen Aufgaben und Rollen erklärt werden. Die Lehre an der FüAkBw wird künftig vermitteln, wie im Cyber- und Informationsraum aufgeklärt und gewirkt wird.

-> weiterlesen

 

 

 

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 22.11.2017

Musiker des Marinemusikkorps

Musiker des Marinemusikkorps

Fregattenkapitän Friedrich Szepansky nimmt die Zuhörer mit auf eine Zeitreise durch die Epochen

Fregattenkapitän Friedrich Szepansky nimmt die Zuhörer mit auf eine Zeitreise durch die Epochen

Voller Einsatz: Dirigent Fregattenkapitän Szepansky

 Voller Einsatz: Dirigent Fregattenkapitän Szepansky

Lehrgangsleiter des LGAN, Oberst Hennig Weeke

Lehrgangsleiter des LGAN, Oberst Henning Weeke

Tosender Applaus für das Marinemusikkorps aus Kiel

Tosender Applaus für das Marinemusikkorps aus Kiel

 

 

 

„Mit Pauken und Trompeten‘‘ eröffnete in diesem Herbst das Marine Musikkorps Kiel vor über 200 geladenen Gästen und Lehrgangsteilnehmern das diesjährige Informations-und Einladungskonzert an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Der Festakt ist mittlerweile fester Bestandteil des Lehrgangs General- und Admiralstabsdienst National (LGAN) und dabei für alle Zuhörer immer wieder ein willkommener Anlass, in die Erlebniswelt ,,Musik" einzutauchen. Zu diesem begrüßte zuvor der Direktor Strategie & Fakultäten, Oberst Boris Nannt, alle Zuhörer.

Ein Stück Militärmusikgeschichte

Stücke aus militärmusikalischer Historie und Gegenwart schallen durch die Rotunde der FüAk, als Dirigent Fregattenkapitän Friedrich Szepansky den Taktstock erhebt. Gleich zu Beginn der Veranstaltung nahm das Marinemusikkorps die Lehrgangsteilnehmer des gastgebenden LGAN 2016 und deren Gäste in die musikalische Vielfalt mit. Gepaart wurden die Musikdarbietungen mit einer Darstellung zur Entwicklung der Militärmusik aus sechs Jahrhunderten. Bei dieser Gelegenheit stellte Szepansky zugleich die Einsatz- und Leistungswelt des Marinemusikkorps der Bundeswehr vor. Vom akustischen Signal für die Marine vergangener Zeiten, über tradierte militärische Zeremonielle bis hin zu aktuellen Musikstücken für das truppendienstliche Zeremoniell wurde der Streifzug durch die Geschichte der Militärmusik erlebbar.

Doch was ist Militärmusik? Haben sie sich einmal darüber Gedanken gemacht? Möglicherweise ist für Sie der Marsch "Gruß an Kiel" ein Beispiel für die Militärmusik? Für andere ist es eventuell die musikalische Begleitung eines Zeremoniells .  Oder reden wir, wenn wir von Militärmusik sprechen, von einer Musikgattung wie Instrumental- oder Vokalmusik? Ist sie der Taktgeber für den Marsch oder ein Mittel zur Befehlsgebung? in jedem Fall dient sie zur Motivation der Truppe. Für Fregattenkapitän Szepansky sind jedoch auch modernere und zeitgemäßere Musikstücke Bestandteil der Militärmusik im militärischen Alltag. Es ist dabei auch die konzertante Musik auf Theater- Konzert- und Freilichtbühnen, mit der die Menschen erreicht werden und die der Bundeswehr einen musikalischen Dialog mit der Bevölkerung ermöglichen. Die Militärmusik dient der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr im In- und Ausland.

Die Lehrvorführung des Marinemusikkorps, eine Mischung aus klingendem Spiel, geschichtlichem Lehrgespräch sowie der Vorführung der verschiedenen Einsatzformen eines Musikkorps der Bundeswehr, gab hierauf umfangreiche Antworten. In der zweistündigen Veranstaltung erläuterte der Leiter des Musikkorps ausgewählte Entwicklungslinien der Geschichte der Militärmusik und ließ seine Musiker dabei immer wieder Ausschnitte ihres Könnens präsentieren. Die Gäste erlebten einen emotionalen Abend.

Von Abba bis Udo Lindenberg

Dass Militärmusik mehr als der musikalische Rahmen für militärische Zeremonielle und Feiern ist und nicht nur dem Einmarsch militärischer Formationen dient,was als Dienstmusik bezeichnet wird, wurde spätestens im zweiten Teil der Lehrvorführung deutlich, als das Marinemusikkorps sein eigentliches Konzert gab. Es war ein "Comeback" bekannter Werke aus Film, Fernsehen und Musical. Einige Gäste dürften sich an ihre Kindeszeiten erinnert haben, als die Melodien Martin Böttchers aus Karl May’s Klassiker „Winnetou‘‘ oder der schwedischen Popband „ABBA‘‘ erklingen. „Hinterm Horizont geht’s weiter‘‘, ein Titel des bekannten deutschen Rockmusikers Udo Lindenberg „ist ein besonderer Genuss in meinen Ohren gewesen.‘‘, sagt ein Lehrgangsteilnehmer und Zuhörer voller Begeisterung. Und hinter dem Horizont des Konzertendes geht der Abend tatsächlich weiter, als die Zuhörer ihre Euphorie durch tosenden Applaus äußerten. Das Marinemusikkorps musste viele Zugaben spielen. Den Zuhörern bleiben die Erinnerungen des Spannungsbogens und der Zeitreise durch die Epochen an diesem wunderbaren Abend, der von den einstigen Trompetern, Pfeiffern und Trommlern auf dem Schlachtfeld bis zum heutigen Orchester reicht.

 

 

 

 

 

Autor: Ingo Schöppler; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 24.11.2017

Musiker des Marinemusikkorps

General Markus Laubenthal beim Vortrag

Fregattenkapitän Friedrich Szepansky nimmt die Zuhörer mit auf eine Zeitreise durch die Epochen

Oberst i.G. Frank Wasgindt und General Laubenthal im Flaggensaal der FüAkBw

Voller Einsatz: Dirigent Fregattenkapitän Szepansky

 Gemeinsames Abendessen im italienischen Restaurant


 

 

 

Der Kommandeur der 1. Panzerdivision, Generalmajor Markus Laubenthal, hat den LGAI 2017 besucht. General Laubenthal war zuvor als erster Deutscher General zum Chef des Stabes bei der US Army Europe (USAREUR) berufen worden. Nach einem Termin beim Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), Konteradmiral Carsten Stawitzki, widmete sich der Zwei-Sterne-General einen kompletten Nachmittag den internationalen und nationalen Teilnehmern des Lehrgangs Generalitätsstabsdienstoffiziere Admiralitätsstabsdienstoffiziere International (LGAI).

Herausforderungen militärischer Führung

Vor Zuhörern aus 73 Nationen und vier Kontinenten referierte der General über die besonderen Herausforderungen der militärischer Führung im internationalen Umfeld. In seinen Ausführungen schilderte er dabei vielfältige Erfahrungen als Kommandeur der 1. Panzerdivision bei der United States Army und aus seinen Einsätzen im Kosovo und Afghanistan. Durch seine Darstellungen wurde sein Vortrag für die Zuhörer sehr authentisch. Die außergewöhnliche Persönlichkeit des Vortragenden mit internationaler Erfahrung sowie die einzigartigen Erlebnisse hinterließen spürbar einen sehr positiven Eindruck bei den Teilnehmern des LGAI 2017. Angeregt durch die plakativen und praxisnahen Vortragsinhalte wurde die Veranstaltung durch eine lebhafte Diskussion über die Herausforderungen von Landstreitkräften im wechselnden sicherheitspolitischen Umfeld abgerundet.

Italienischer Ausklang

Auch der Lehrgangsleiter des LGAI 2017, Oberst i.G. Frank Wasgindt, zeigte sich sichtlich erfreut über den Verlauf der Veranstaltung und bedankte sich dafür, „einen so hochkarätigen Vortragenden für den LGAI gewonnen zu haben“. Zur besonderen Freude der deutschen Teilnehmer des LGAI 2017 kam General Laubenthal im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung zu einem gemeinsamen Lehrgangsabend in einem nahe gelegenen italienischen Restaurant. Dabei gab er seiner Verbundenheit mit dem LGAI 2017 durch die Zusage seiner Unterstützung für zukünftige Projekte besonderen Ausdruck. Der LGAI 2017 bedankt sich für diese bereichernde Veranstaltung.

 

 

 

 

 

Autor: Manfred Ertl; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 20.11.2017

Im Fokus des Lehrgangs: Der Einsatz in Hauptquartieren von UN-Missionen

Im Fokus des Lehrgangs: Der Einsatz in Hauptquartieren von UN-Missionen

Teilnehmende aus dem zivilen Bereich

Teilnehmende auch aus dem zivilen Bereich

Austausch zwischen deutschen und internationalen Teilnehmenden

Austausch zwischen deutschen und internationalen Teilnehmenden

Praktische Anwendung des Gelernten in einer Planübung

Praktische Anwendung des Gelernten in einer Planübung

 

 

Der Einsatz deutscher Soldatinnen und Soldaten in Friedensmissionen der Vereinten Nationen (UN, United Nations) ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Aufgabenspektrums der Bundeswehr, der künftig noch an Bedeutung gewinnen wird. Die Bundeswehr hat ein Paket von Maßnahmen geschnürt, um die Soldaten bestmöglich auf diese Einsätze vorzubereiten. Eine dieser Maßnahmen ist die Schaffung eines UN Staff Officer Course (UNSOC) an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Ziel dieses dreiwöchigen Lehrgangs ist es, Angehörige der deutschen Streitkräfte auf den Einsatz als Stabsoffizier in Hauptquartieren von UN-Missionen vorzubereiten. Der UN Staffofficer Course (UNSOC) gehört weltweit zu den wenigen Lehrgängen, die von den Vereinten Nationen zertifiziert und deswegen besonders attraktiv sind.

Zivile und militärische Teilnehmer

Da UN-Hauptquartiere nie rein militärische Einrichtungen sind, steht der UNSOC auch Mitarbeitern ziviler Institutionen offen. So nehmen zum Beispiel regelmäßig Vertreter deutscher Polizeibehörden am Lehrgang teil. Darüber hinaus entsenden auch andere Nationen Offiziere an die Führungsakademie. Dadurch ist der UNSOC durch Multinationalität geprägt wie auch das Aufeinandertreffen einer Vielzahl unterschiedlicher Organisationskulturen, was für die Situation in UN-Einrichtungen typisch ist. Es verwundert nicht, dass die Lehrgangssprache Englisch ist – eine Notwendigkeit, um in einer multinationalen Gruppe gemeinsam lernen und arbeiten zu können.

Peacekeeping-Missionen im Fokus

Der Lehrgang besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Im ersten, zwei Wochen dauernden Abschnitt werden die Grundkenntnisse vermittelt, die erforderlich sind, um Grundlagen der Vereinten Nationen als Institution sowie die Funktionsweise von Peacekeeping-Missionen zu erfassen. Dazu befassen sich die Teilnehmenden zunächst mit den historischen, rechtlichen und konzeptionellen Grundlagen des Peacekeepping.

Anschließend geht es um die konkrete Organisation einer Friedensmission sowie um die unterschiedlichen Aufgaben und Zielsetzungen, die im Fokus derartige Missionen stehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Prinzip des multidimensionalen Peacekeepings, das große Übereinstimmung mit dem Prinzip der vernetzten Sicherheit aufweist.

Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die meisten heutigen Konflikte nicht rein militärisch sind, sondern dass sie eine Vielzahl weiterer Dimensionen umfassen wie etwa eine prekäre humanitäre Lage, mangelndes Demokratieverständnis der Konfliktparteien, ethnische Spannungen und fehlende staatliche Strukturen. Folglich darf eine Stabilisierungsoperation auch nicht eindimensional auf die Sicherheitslage einwirken. Sie muss vielmehr auf politischem, humanitärem oder ökonomischem Gebiet die Voraussetzungen schaffen, dass ein Waffenstillstand auch zu einem dauerhaften und belastbaren Frieden führt.

Verknüpfung ziviler und militärischer Aspekte

Vor diesem Hintergrund werden beim Lehrgang insbesondere Fragestellungen aus den Bereichen humanitäre Hilfe, Entwicklungsarbeit sowie Wiederaufbau von Polizeistrukturen und der lokalen Zivilgesellschaft behandelt. Im dem Zusammenhang befassen sich die Teilnehmenden auch mit den Grundprinzipien der Logistik bei einer solchen Mission, die sich von den Prinzipien und Prozessen rein militärischer Logistik zum Teil erheblich unterscheiden. Den Input-Teil des UNSOC runden Vorträge über die Staff Procedures in UN-Missionen, Verhaltensregeln für UN-Personal und grundlegende Prinzipien der Vereinten Nationen wie die Berücksichtigung von Gender-Aspekten oder der Schutz der Zivilbevölkerung im Einsatzland ab.

Planübung zur praktischen Anwendung des Gelernten

In der dritten Woche des Lehrgangs wenden die Teilnehmenden das Erlernte im Rahmen einer Planübung praktisch an. Sie erhalten den Auftrag, in dem fiktiven Land Kolpoto im Westen Afrikas eine UN-Peacekeeping-Mission zu planen. Der militärische Operationsplan für die Friedenstruppe ist dabei allerdings nur ein Teil des Vorhabens. Denn parallel dazu muss in der Übung ein Konzept für den politischen Prozess, ein Plan für die humanitäre Operation und für die Koordinierung von Entwicklungsprojekten sowie ein Logistikkonzept entwickelt werden. Hierbei steht im Vordergrund, dass die Lehrgangsteilnehmenden am Beispiel einer konkreten Problemstellung nachvollziehen können, welche Aufgaben die verschiedenen Akteure in einem Hauptquartier einer Peacekeeping-Mission haben und wie sie interagieren.

Damit leistet die Führungsakademie einen elementaren Beitrag für gelingende UN-Missionen.

 

Autor: Inka v. Puttkamer; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 19.11.2017

Admiral Stawitzki bei der Ansprache zum Volkstrauertag

Admiral Stawitzki bei der Ansprache zum Volkstrauertag

3. v.l. Bezirksamtleiterin Dr. Liane Melzer, 4. v.l. Generalkkonsul Frankreich Laurent Toulouse

3. v.l. Bezirksamtleiterin Dr. Liane Melzer, 4. v.l. Generalkkonsul Frankreich Laurent Toulouse

Internationale Teilnehmer am Volkstrauertag

Internationale Teilnehmer am Volkstrauertag

Die britische Band

Die britische Band "Band of the Royal Armoured Corps"

Ansprache des französischen Generalkonsuls Laurent Toulouse

Ansprache des französischen Generalkonsuls Toulouse

Deutsche Offiziere legen Kranz nieder

Deutsche Offiziere legen Kranz nieder

Italienischer Generalkonsul Giorgio Taborri am Friedhof

Italienischer Generalkonsul Giorgio Taborri am Friedhof

Kranzniederlegung durch Honorarkonsul Nicholas Teller

Kranzniederlegung durch Honorarkonsul Nicholas Teller

Einen ganz besonderen Rahmen hatte der Volkstrauertag in diesem Jahr auf dem Blankeneser Friedhof: Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), Konteradmiral Carsten Stawitzki, hat Vertreter der ehemaligen deutschen Kriegsgegner zu einer gemeinsamen Kranzniederlegung und Feierstunde eingeladen. Amerikaner, Briten, Franzosen und Italiener standen Seite an Seite mit Deutschen, um ihrer Toten zu gedenken. Dieser internationale Ansatz mit knapp 100 geladenen Gästen ist bisher einmalig und einzigartig. Durch weitere Teilnehmer des internationalen General- und Admiralstabslehrgangs waren Soldaten von vier verschiedenen Kontinenten versammelt.


Mehrsprachiges Gebet

Bei stürmischem Novemberwetter beginnt der Festakt mit einer Andacht durch den evangelischen Militärdekan an der FüAkBw, Dr. Hartwig von Schubert. Er erinnert an die unmenschlichen Verbrechen der Kriege. Nach dem von allen anwesenden Nationen in ihrer Sprache gemeinsam gebeteten Vaterunser resümiert er, dass sich an diesem Tag alle zusammen sowohl als Täter als auch als Opfer verbeugen, ganz gleich welcher Nationalität. Anschließend versammeln sich die Gäste am Gedenkstein des Friedhofs.


„Gedenken gehört in die Mitte der Gesellschaft“

Eingerahmt von einer Ehrenformation aus französischen Offizieren, die allesamt Studierende der Helmut-Schmidt-Universität (Universität der Bundeswehr Hamburg) sind, begrüßt Stawitzki nun die zahlreichen Gäste. Er holt sie mit einem Zitat aus Erich Maria Remerques „Im Westen nichts Neues“ direkt in den Kriegsalltag des einfachen Soldaten vor knapp hundert Jahren. Er hebt hervor, dass dagegen an diesem Tag 2017 Nationen Schulter an Schulter stehen, die ehemals gegeneinander in den Krieg gezogen sind: „Wir stehen hier heute als Freunde, Verbündete und Partner – in dem Bewusstsein, dass wir die Probleme dieser Welt nur gemeinsam bewältigen können.“


Frieden in Europa

Stawitzki ruft seinen Zuhörern ins Gedächtnis, dass Europa sich in der längsten Friedensperiode seit Ende des Zweiten Weltkrieges befindet und wie großartig diese Tatsache ist. „Es kann nur der aus der Vergangenheit lernen, der sich ihr stellt.“ Die Vergangenheit nimmt uns in die Verantwortung, unser Handeln immer an die Normen der Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit zu binden, mit Offenheit und Toleranz zu agieren, so Stawitzki. „Verantwortung – uns entschieden und mutig und wenn es sein muss, lautstark und mit aller Kraft entgegenzustellen, wo immer die Würde des Menschen angetastet wird.“ Der Kommandeur der Führungsakademie verweist schließlich auf die vielen Soldaten, Polizisten, Entwicklungshelfer und freiwilligen Helfer aller Nationen, die sich in Auslandseinsätzen befinden.


Erinnerung und Orientierung

Extra angereist ist die britische „Band of the Royal Armoured Corps“, um für eine würdige musikalische Untermalung zu sorgen. Beim „Lied vom guten Kameraden“ schwingt die Atmosphäre des Gedenkens unter den Gästen mit, die anschließend beim Verlesen des Totengedenkens verbalisiert wird. Wichtig ist an diesem Tag, dass grade nicht nur an die Toten aus den Weltkriegen, sondern auch an die gefallenen Soldaten der über 60-jährigen Bundeswehrgeschichte und an die jüngsten Opfer von Terror und Gewalt erinnert wird. Für die internationalen Ehrengäste spricht der französische Generalkonsul Laurent Toulouse. Mit bewegenden Worten bedankt er sich „aus tiefstem Herzen“, dass sich das erste Mal Vertreter der ehemaligen Kriegsgegner zu diesem Tag der Einkehr treffen. Toulouse verdeutlicht, dass ein gesunder Patriotismus und Menschenverstand dazu führen, dass die Vergangenheit nicht nur zum Gedenken, sondern vor allem auf die Zukunft verpflichtet – und gerade das gilt für alle Völker. Die „Zukunft“ wird unter den Gästen auch durch Schüler des „Lycée Français de Hambourg“ repräsentiert.

 

Kränze zum Gedenken

Die Ehrengäste legen anschließend Kränze nieder: Für Deutschland ist es Admiral Stawitzki. Den italienischen Kranz legt der Generalkonsul Giorgio Taborri nieder, für Großbritannien ist es der Honorarkonsul Nicholas Teller, für die USA der aus Berlin angereiste Militärattaché Colonel Terry Anderson. Den Schluss bildet Toulouse. Die anschließende Schweigeminute wird eingerahmt durch das französische Stück „Aux Morts“ und die hoffnungsfrohe Europahymne zum Schluss.

 

Der Verantwortung stellen

An der FüAkBw gibt es anschließend Erbsensuppe zusammen mit der Gelegenheit zur gemeinsamen Reflexion der Veranstaltung. Alle sind sich einig, dass der internationale Rahmen dem Tag besondere Würde verliehen hat. Die Bezirksamtsleiterin von Altona, Dr. Liane Melzer, spricht als zivile Vertreterin zu den Gästen. Sie fragt sich, ob der Volkstrauertag heute noch Bedeutung hat, er scheint „sehr weit vom Alltag entfernt zu sein“. Das ganz eindeutige Ja begründet sie mit der angemahnten Aussöhnung zwischen den Völkern. Aussöhnung, die im Angesicht der jüngsten europäischen Konflikte niemals an Aktualität verlieren wird. „Der Frieden ist ein Gut, das nicht als gegeben hingenommen werden kann.“ Melzer erinnert zum Schluss an Jean-Claude Juncker, der bereits vor neun Jahren zum Volkstrauertag die Europazweifler dazu aufrief, Soldatenfriedhöfe zu besuchen, um sich so das Leid zu vergegenwärtigen, das ohne Völkerverständigung passieren kann.

 

Beispielhafte Veranstaltung

So gelungen organisiert wurde die Gedenkfeier vor allem durch den älteren nationalen Lehrgang General- und Admiralstabsdienst. Die Resonanz der Gäste – international und im Altersband zwischen zwei und achtzig Jahren, in Uniform und ohne - zeigt, dass der Volkstrauertag tatsächlich nichts Vergangenes ist, sondern in Hamburg auf dem Blankeneser Friedhof und an der FüAkBw wirklich von allen Generationen erinnert und die angesprochene Verantwortung gelebt wird.

 

 

Kranzniederlegung durch Militärattaché Colonel Terry Anderson USA Kranzniederlegung durch den Generalkonsul von Frankreich Laurent Toulouse Ansprache der Bezirksamtsleiterin Dr. Liane Melzer

 

Projekt mit Zukunft: IT wird neu aufgesetzt

Autor: Daniel Giese; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 16.11.2017

Gruppenfoto der Teilnehmer nach dem Eintrag ins Gästebuch

Gruppenfoto der Teilnehmer nach dem Eintrag ins Gästebuch

Der Kommandeur eröffnet das Strategiegespräch

Der Kommandeur eröffnet das Strategiegespräch

Fruchtbarer Dialog und enge Zusammenarbeit

Fruchtbarer Dialog und enge Zusammenarbeit

 

 

 

Für die Führungsakademie der Bundeswehr ist es von zentraler Bedeutung, auch künftig über ein leistungsfähiges, innovatives und zukunftsweisendes IT-System zu verfügen. Vor diesem Hintergrund erörterten Vertreter der Führungsakademie, des Bundesministeriums der Verteidigung, der BWI GmbH sowie des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr Mitte November in einem Strategiegespräch in Hamburg die Rahmenbedingungen für die Realisierung des neuen „IT-Systems FüAkBw 2017+“. Ziel dieses Projekts ist es, das bestehende IT-System der Führungsakademie in den Regelbetrieb des HERKULES-Folgeprojekts zu überführen und auf dieser technischen Basis neu aufzusetzen.

Strategiegespräch an der Führungsakademie

Bei seiner Begrüßung der 20 Teilnehmenden unterstrich der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, dass sich die Weiterentwicklung und Neugestaltung des IT-Systems in die aktuell laufende Neuausrichtung der höchsten Bildungseinrichtung der Bundeswehr einfügt und diese unterstützt. „Entscheidende Anforderungen ergeben sich über den Lehrbetrieb hinaus aus der neuen Rolle der Führungsakademie als strategische Denkfabrik für Bundeswehr und Verteidigungsministerium“, erklärte der Kommandeur. „Das neue IT-System muss nicht zuletzt die Voraussetzungen erfüllen für ein künftig noch komplexeres Wissensmanagement wie auch für erweiterte Kooperationen mit anderen nationalen und internationalen Institutionen.“


Innovatives IT-Projekt mit Leuchtturmcharakter

Oberst i.G. Hansjörg Witt, Leiter der Steuerungsgruppe IT-System der Führungsakademie, wies auf die Wichtigkeit hin, den Lehrgangsteilnehmern und Dozenten eine auftrags- und bedarfsgerechte sowie zeitgemäße und leistungsfähige IT zur Verfügung zu stellen. „Auf diesem Feld wollen wir Innovationsmotor sein“, sagte er. Absicht sei es, bei Themen wie Fernstudium oder e-Learning an der Spitze zu stehen. Über die Führungsakademie hinaus solle in die gesamte Bundeswehr hinein und auch international das Signal ausgesendet werden: „Wir haben eine innovative und zukunftsfähige IT, die auch als Blaupause für andere Nutzer dienen kann.“

Enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit

Die Partner hoben die vertrauensvolle Zusammenarbeit hervor, die das Miteinander aller Beteiligten bislang geprägt habe. Durch großartiges Engagement und intensives Zusammenwirken sei es gelungen, in nur kurzer Zeit den Grundstein für dieses IT-Projekt zu legen. Alle Partner waren sich einig, dass es sich um ein wichtiges Leuchtturmprojekt handelt.

 

Autor: Simon Rüschkamp: Simon Rüschkamp

Hamburg, 15.11.2017

Freundlicher Empfang: Air Vice Marshal Chris Luck, Commandant des britischen Joint Service Command and Staff College, begrüßt Konteradmiral Stawitzki in Shrivenham

Freundlicher Empfang: Air Vice Marshal Chris Luck begrüßt Konteradmiral Stawitzki in Shrivenham

Gute Beziehungen: Konteradmiral Stawitzki im Gespräch mit dem Direktor der Escuela Superior de las Fuerzas Armadas, Generalmajor Generalmajor Franciso de Paula Bisbal Pons

Wiedersehensfreude: Präsident des Centro Alti Studi per la Difesa begrüßt Konteradmiral Stawitzki in Rom

Große Geschichte: Im spanischen Königspalast erhält Konteradmiral Stawitzki tiefe Einblicke in Historie, Kultur und Politik Spaniens

Große Geschichte: tiefe Einblicke in Historie, Kultur und Politik Spaniens im spanischen Königspalast 

Wiedersehensfreude: Einen Monat nach Generalleutnant Massimiliano Del Casales Besuch an der FüAkBw begrüßt der Präsident des Centro Alti Studi per la Difesa Konteradmiral Stawitzki in Rom

Gute Beziehungen: Konteradmiral Stawitzki im Gespräch mit Generalmajor Franciso de Paula Bisbal Pons

Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Konteradmiral Carsten Stawitzki zu Besuch bei den CJEX-Partner-Akademien


Investigatio - cognitionis - doctum: In silbernen Buchstaben prangt diese lateinische Inschrift auf einem grünen Banner, in einem Jahrhunderte alten, ehrwürdigen Gemäuer. „Untersuchung ist die Lehre der Erkenntnis – das könnten wir auch bei uns in Hamburg aufhängen.“ Konteradmiral Carsten Stawitzki notiert sich den Text und lächelt.

Tatsächlich schmückt dieses grüne Banner mit den drei lateinischen Begriffen nicht die Führungsakademie der Bundeswehr, sondern den Leitungsbereich der Escuela Superior de las Fuerzas Armadas in Madrid. Die spanische General- und Admiralstabsschule ist die dritte Station auf Stawitzkis fünftägiger Reise zu den europäischen Verteidigungsakademien, die seit 2001 jährlich die gemeinsame Übung „Combined Joint European Exercise (CJEX)“ – eine Übung auf operativer und strategischer Ebene – realisieren.

Intensiver Austausch

„Vor dem Hintergrund unserer gemeinsamen Verantwortung für Europa und der ausgesprochen engen Beziehung unserer Nationen habe ich entschieden, noch in diesem Jahr alle unsere CJEX-Partner zu besuchen“, erklärt Admiral Stawitzki. Sicherheit und Wohlstand in und für Europa, vor allem aber unsere gemeinsame Verantwortung für Frieden, Recht und Freiheit in der Welt, wie beispielsweise in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union niedergelegt, ließen sich auch nur gemeinsam, Schulter an Schulter, verwirklichen.

Gemeinsam stark

„Ein hoher Anspruch, der jeden Tag aufs Neue gelebt werden will – durch jeden einzelnen von uns, jeder an seinem Platz“, fährt der Akademiekommandeur fort. Keine der aktuellen Kernherausforderungen lässt sich seiner Ansicht nach im nationalen Alleingang oder durch ein einzelnes Ressort lösen. Deshalb gehört der Dialog aller angehenden Top-Führungskräfte – national wie international – zwingend zu unserer Ausbildung“, erklärt der Kommandeur der Führungsakademie.

Ein rundes Programm

Konteradmiral Stawitzkis Reise führt ihn von Paris, wo er die École de Guerre und das Centre des Hautes Études militaire besucht, über das britische Joint Services Command and Staff College in Shrivenham nach Madrid. Von dort geht es zur letzten Station, dem Centro Alti Studi per la Difesa in Rom. „Paris, Rome, Madrid and us in five days - you're really getting around“, kommentiert ein britischer Flottillenadmiral anerkennend das Programm des Akademiekommandeurs.

Neuausrichtung der Führungsakademie

An allen Institutionen stehen Gespräche mit der jeweiligen Leitung, mit Militärattachés, deutschen Lehrgangsteilnehmenden und Einweisungsvorträge auf seiner Agenda. Thematisch geht es neben CJEX auch um Kooperationsmöglichkeiten in bestehenden Lehrgängen und der Denkfabrik sowie um aktuelle Entwicklungen an den Akademien. Stawitzki nutzt die Gelegenheit, seine europäischen Counterparts über die Agenda 2017+ zu informieren und stößt dabei auf großes Interesse.

Persönlicher Kontakt

„Das persönliche Gespräch, gegenseitiges Kennenlernen, Verstehen von Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschieden, und die Offenheit aller meiner Gesprächspartner auf dieser Reise waren der größte Mehrwert“, lautet das Resümee des Kommandeurs der Führungsakademie. „Seien es Überlegungen zur gesamtstaatlichen Verteidigung, zu akademische Abschlüssen an unseren Akademien oder auch zu Möglichkeiten, unseren angehenden Spitzenführungskräften stärker als bisher Kompetenzen im Management von Budget und Ressourcen zu vermitteln: Wir stehen an vielen Punkten vor den gleichen Herausforderungen. Ich kann mir da viele Anknüpfungspunkte für weitere Kooperationen vorstellen. Denn bei allen Unterschieden im Detail: An den entscheidenden Stellen passt zwischen unsere europäischen Partner und uns kein Blatt Papier.“

Wertvolle Anregungen, positives Fazit

Der Kommandeur der Führungsakademie nimmt viele Anregungen mit zurück nach Hamburg und zieht ein durchweg positives Fazit seiner Reise durch Europa: „Mein Logbuch ist gut gefüllt – jetzt freue ich mich darauf, meine Eindrücke an die Akademie weiterzugeben. Was ich in jedem Fall mitnehme, ist ein ordentliches Maß an Dankbarkeit: Zum einen gegenüber unseren Austausch- und Verbindungsoffizieren, die mir durch ihre Arbeit und Vermittlung so eine großartige Gesamtschau ermöglicht haben.“ Gegenüber seinen Vorgängern zeigt er Dankbarkeit. „Ihrem Weitblick verdanken wir CJEX und damit nicht nur ein hervorragendes Ausbildungsmittel, sondern vor allem eine exzellente Gelegenheit zur Bildung eines internationalen Netzwerks und eine unverbrüchliche Freundschaft zu unseren wichtigsten europäischen Partner-Akademien - beides ist für die angehenden Top-Entscheider unserer Bundeswehr von nicht zu überschätzender Bedeutung.“

 


 

Autor: Thomas Böhlke; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 13.11.2017

Diskussionsrunde bei der Stiftung Wissenschaft und Politik

Diskussionsrunde mit Dr. Heiduk

Informationsbesuch im Büro des Wehrbeauftragten

Informationsbesuch im Büro des Wehrbeauftragten

Besuch der Sanitätsstaffel Einsatz in Munster

Besuch der Sanitätsstaffel Einsatz in Munster

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung

Abschlussabend auf dem Segelschiff Rickmer Rickmers

Abschlussabend auf dem Segelschiff Rickmer Rickmers

 

Reisen bildet! Diesem Motto folgend besuchten 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 62. Generalstabslehrgangs der philippinischen Streitkräfte Deutschland. Ziel der Reise war es, einerseits einen vertieften Einblick in die deutschen Streitkräfte, in die Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Bundesrepublik wie auch in die Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr zu erhalten, sowie andererseits auch die Kultur und die Menschen hierzulande kennenzulernen. Die philippinische Delegation wurde angeführt von Generalmajor Herminigildo F. C. Aquino, Kommandeur des neugebildeten „Education, Doctrine and Training Command“.

Innere Führung und „Staatsbürger in Uniform“

Besonders Interesse zeigte der Führungsnachwuchs der philippinischen Streitkräfte am Konzept der Inneren Führung und am Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“. Bei einem Besuch des Büros des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages in Berlin informierten sich die angehenden Generalstabsoffiziere über die historischen Ursprünge und die konzeptionellen Grundlagen der Führungsphilosophie der Bundeswehr. Dabei wurde ihnen unter anderem auch vermittelt, wie die demokratischen Rechte eines jeden Soldaten geschützt werden und wie die parlamentarische Kontrolle der Streitkräfte im politischen System der Bundesrepublik in der Praxis umgesetzt wird.

Umfassendes Besuchsprogramm in Berlin

Den Startpunkt des kompakten, anderthalbtägigen Programms in der Hauptstadt bildete ein Empfang in der philippinischen Botschaft durch Botschafterin Melita Sta. Maria-Thomeczek. Bei diesem Termin gab der Botschaftsstab zunächst eine Einschätzung der aktuellen deutsch-philippinischen Beziehungen. Die Teilnehmer des Generalstabslehrgangs informierten ihrerseits die Mitarbeiter der Botschaft über die derzeitige militärische Situation auf der philippinischen Inselgruppe Mindanao sowie über Rolle und Stellung von Frauen in den Streitkräften.

Bei einem Besuch der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) erfuhren die Gäste interessante Details zur Rolle der Stiftung als unabhängiger Think Tank und zu ihren Aktivitäten in der Politikberatung. Auf großes Interesse stieß die Tatsache, dass aktive Bundeswehroffiziere als „Fellows“ im akademischen Team der SWP tätig sind. Der anschließende intensive Gedankenaustausch zu sicherheitspolitischen Fragen in Südostasien und Europa sowie zum Ausgang der Bundestagswahl vermittelte den philippinischen Stabsoffizieren wie auch den Stiftungsmitarbeitern viele neue Erkenntnisse.

Dies galt ebenso für den Termin in der Hamburgischen Landesvertretung in Berlin. Der Leiter der Landesvertretung, Steffen Hebestreit, vermittelte den philippinischen Offizieren exklusive Einblicke in die Praxis der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern am Beispiel der Hansestadt. Für die Gäste war dies ein spannender Wissenstransfer, da auf den Philippinen derzeit über die Einführung eines föderalen Staatssystems nachgedacht wird.

Attraktive Unternehmensbesichtigungen

Neue Entwicklungen in der Militärtechnologie, speziell im Bereich des Baus gepanzerter Fahrzeuge sowie bei Artilleriesystemen, standen im Mittelpunkt des Besuchs bei der Firma Rheinmetall im niedersächsischen Unterlüß. Darüber hinaus wurde der philippinischen Delegation bei Airbus in Finkenwerder nicht nur der Militär-Airbus A400M vorgestellt, sondern vor allem auch das Konzept der Fertigung von Flugzeugen im Verbund mehrerer europäischer Produktionsstandorte.

Informationen über medizinische Versorgung im Einsatz

Besonders interessiert waren die philippinischen Gäste zudem am deutschen System der medizinischen Versorgung von Soldaten. Vor diesem Hintergrund bot ein Besuch der Sanitätsstaffel Einsatz in Munster unmittelbare Einblicke in die Ausstattung und die Möglichkeiten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Die Generalstabsoffiziere erhielten aus erster Hand nicht nur Informationen zu den konzeptionellen Grundlagen der medizinischen Versorgung. Auch die Planung und die praktische Umsetzung im Einsatz wurden vorgestellt. Soldaten der Sanitätsstaffel präsentierten mithilfe von Fahrzeugen und Materialien sehr anschaulich das gesamte integrierte Versorgungsspektrum der militärischen „Retter“.

Besuch der Führungsakademie

Einen zentralen Programmpunkt der Reise bildete der Besuch der Führungsakademie in Hamburg. Den Auftakt bildete ein informativer Vortrag über die Einsätze der Bundeswehr im multinationalen Rahmen. Da multinationale Operationen derzeit nicht auf der Agenda der philippinischen Streitkräfte stehen, kam es im Anschluss zu einer intensiven Diskussion etwa über die anzuwendende Doktrin wie auch zu Aspekten von Kompatibilität und Führung.

Vorgestellt wurde ferner die Ausbildung an der Führungsakademie sowie die aktuell laufende Neuausrichtung. Im Fokus stand dabei nicht zuletzt die Frage, wie eine zeitgemäße, kompetenzorientierte Ausbildung von Stabsoffizieren heute und künftig konzipiert sein sollte. Bei einer Besichtigung des Manfred-Wörner-Zentrums konnten sich die Gäste darüber hinaus ein umfassendes Bild von den technischen Möglichkeiten der Ausbildungsgestaltung an der Akademie machen.

Der Aufenthalt in der Hansestadt bot auch die Gelegenheit zu einem Besuch des Internationalen Seegerichtshofs. Dort informierte sich die Delegation über die rechtlichen Grundlagen des Gerichtshofs wie auch über seine Funktion und Arbeitsweise.

Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit

Der einwöchige Aufenthalt des philippinischen Generalstabslehrgangs erfolgte im Rahmen der langjährigen Kooperation der Führungsakademie mit dem „Command and General Staff College“ und dem „National Defense College“ der philippinischen Streitkräfte. Ausdruck der erfolgreichen Zusammenarbeit ist nicht zuletzt auch die regelmäßige Teilnahme von zwei philippinischen Stabsoffizieren am Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI).

In der Vergangenheit ergaben sich aus dem intensiven Austausch immer wieder inhaltliche Anregungen, von denen einige im Anschluss von den philippinischen Streitkräften rezipiert wurden, so etwa die Einführung eines „Senior Mentors“ in der Ausbildung oder die Implementierung von Aspekten des Wargamings in der Operativen Planung.

Bei Gegenbesuchen in Manila wurden im vergangenen Jahr die Themen zivile und demokratische Kontrolle, Joint Ausbildung sowie der Beitrag von Streitkräften zur Konfliktbewältigung von Dozenten der Militärakademien beider Länder gemeinsam bearbeitet. Zu Gast in der philippinischen Hauptstadt waren im Herbst 2016 auch die Teilnehmer des Deutschen „Capstone Course“. Teilnehmer des LGAN besuchten die Philippinen in den letzten Jahren mehrfach im Rahmen von Studienaufenthalten für die Erstellung ihrer Lehrgangsarbeiten.
Der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, und der Kommandeur des „Education, Doctrine und Training Command“, Generalmajor Herminigildo F. C. Aquino, bekräftigen ihren Willen, diese Zusammenarbeit mit Tradition weiter fortzuschreiben. Zu diesem Zweck unterzeichneten sie im Rahmen des Besuchs der philippinischen Delegation eine gemeinsame „Declaration of Intent“.

Autor: Daniel Giese; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 10.11.2017

Begrüßung an der Führungsakademie durch Flottillenadmiral Schneider (r.)

Begrüßung an der Führungsakademie durch Flottillenadmiral Schneider (r.)

Eintrag ins Gästebuch der Führungsakademie

Eintrag ins Gästebuch der Führungsakademie

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch den Generalinspekteur

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch den Generalinspekteur

Dankesworte des griechischen Generalstabschefs

Dankesworte des griechischen Generalstabschefs

Admiral Apostolakis beantwortet Fragen der Lehrgangsteilnehmer

Admiral Apostolakis beantwortet Fragen der Lehrgangsteilnehmer

Große Ehre für Admiral Evangelos Apostolakis, Chef des Generalstabs der griechischen Streitkräfte: An der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg hat ihm General Volker Wieker, Generalinspekteur der Bundeswehr, das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Mit der Auszeichnung werden die außerordentlichen Leistungen von General Apostolakis um die deutsch-griechische Freundschaft, die militärische Zusammenarbeit beider Länder sowie sein Einsatz für die europäische Sicherheit gewürdigt.. 

Festakt an der Führungsakademie

Die Ordensverleihung fand im Rahmen eines Festakts mit mehr als 200 Gästen, darunter Vertretern der Akademieführung sowie Teilnehmern der Generalstabs-/Admiralstabslehrgänge National (LGAN) 2016 und 2017, im Manfred-Wörner-Zentrum statt. Zuvor hatte sich Admiral Apostolakis nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Kommandeur der Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, im Stabsgebäude in das Gästebuch der Akademie eingetragen.

Generalinspekteur würdigt Verdienste

Der Generalinspekteur würdigte Admiral Apostolakis in seiner Laudatio als „passionierten und unerschütterlichen Europäer“, der Partnerschaft und Kooperation aus tiefer Überzeugung lebe, fördere und fordere. Konfrontiert mit den aktuellen Herausforderungen, die die europäischen Grundwerte bedrohten, habe er sich in den vergangenen zwei Jahren als griechischer Generalstabschef vorbildlich für unsere gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik eingesetzt. General Wieker betonte, Admiral Apostolakis sei „ein Offizier, den besondere Integrität, Weitsicht und analytische Fähigkeiten auszeichnen“.  Er habe ihn als militärische Führungskraft mit Entschlossenheit, Pragmatismus, Verantwortungsbewusstsein und herausragendem Engagement kennen gelernt.

Vortrag von Admiral Apostolakis

Admiral Apostolakis hob in seinen Dankesworten hervor, die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz sei eine „große Ehre“, die er auch stellvertretend für die griechischen Streitkräfte entgegen nehme. Die Verleihung reflektiere nicht zuletzt die sehr guten Beziehungen zwischen den Armeen beider Staaten. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten 17 griechische Generalstabsoffiziere an der Führungsakademie ausgebildet worden sind. Damit hat er die bis heute andauernde Bedeutung des LGAN nachhaltig verdeutlicht.

Griechenlands Rolle in der Welt

In seinem Vortrag gab der griechische Generalsstabschef eine Einschätzung der aktuellen sicherheitspolitischen Lage in Europa wieder. Angesichts der neuen Herausforderungen etwa durch Islamismus und Migration sei es das Ziel, die Leistungsfähigkeit der griechischen Streitkräfte insbesondere durch Modernisierung und Neustrukturierung zu erhöhen. Außerdem bemühe sich sein Land, die Zusammenarbeit mit allen Anrainerstaaten im östlichen Mittelmeerraum weiter zu intensivieren. Admiral Apostolakis unterstrich, dass Griechenland auch künftig einen wichtigen Beitrag zur Stabilität in der Region leisten wolle.

Reger Gedankenaustausch

Nach seinem Vortrag stand der griechische Generalstabschef den Lehrgangsteilnehmern in einer Fragerunde Rede und Antwort. Den angehenden Generalstabsoffizieren bot sich dabei die besondere Gelegenheit, von der Expertise eines hochrangigen NATO-Offiziers zu profitieren und vor allem auch eine Einschätzung gegenwärtiger sicherheitspolitischer Problemstellungen aus externer Perspektive zu erhalten. Dieser offene Austausch über aktuelle sicherheitspolitisch relevante Themen hat für beide Seiten erkenntnisreiche Einblicke gebracht. Ein lebendig gelebtes Lehrdeputat: Um diese Art von Austausch aktiv zu fördern, wurde das Lehrdeputat aus der Taufe gehoben. Mit Admiral Apostolakis ist das Konzept erneut aufgegangen.

  

 

Tag der Regionen 2017: kulinarische Reise               durch Deutschlands Bundesländer

Autor: Marc Nolte; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 08.11.2017

Oberst i.G. Hennig Weeke begrüßt die Gäste

Oberst i.G. Hennig Weeke begrüßt die Gäste

Deutsche und internationale Lehrgangsteilnehmer im Dialog

Deutsche und internationale Lehrgangsteilnehmer im Dialog

Die Gastgeber präsentierten Kölschen Karneval zum Anfassen

Die Gastgeber präsentierten Kölschen Karneval zum Anfassen

Bayerische Traditionen in Lederhosen und Dirndl

Bayerische Traditionen in Lederhosen und Dirndl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist eine liebgewonnene Tradition an der Führungsakademie: Beim „Tag der Regionen“ werden die Familien und Freunde der neuen Teilnehmer des internationalen und nationalen Generalstabslehrgang begrüßt. Die vom nationalen General-/Admiralstabslehrgang (LGAN) 2016 ausgerichtete Willkommensveranstaltung präsentierte den rund 350 geladenen Gästen aus aller Welt die kulinarische und kulturelle Vielfalt der 16 Bundesländer. Für viele von ihnen ist es der erste Aufenthalt in Deutschland. So bot der Abend nicht nur die Möglichkeit, sich zu vernetzen und neue Freundschaften zu schließen, sondern auch die verschiedenen Regionen des Landes kennenzulernen, das in den kommenden zwei Jahren ihr Lebensmittelpunkt sein wird. 

Deutschland stellt sich vor 

In seiner Begrüßungsansprache betonte der Leiter des LGAN 2016, Oberst i.G. Hennig Weeke, die beiden zentralen Ziele des Abends: „Wir möchten die neuen Lehrgänge begrüßen und vor allem den Familien der internationalen Lehrgangsteilnehmer die vielen Facetten unseres Heimatlandes nahe bringen.“ An Ständen, die alle 16 Bundesländer repräsentierten, konnten die Gäste ausgewählte kulinarische Spezialitäten probieren. Das vielfältige Angebot reichte vom berühmten Pfälzer Saumagen über thüringischen Mutzbraten, die Currywurst aus dem Ruhrpott bis hin zu Hamburger Küstennebel und badischem Wein. Die Kameradinnen und Kameraden des LGAN 2016 richteten den Blick der Gäste dabei nicht nur auf regionale Speisen und Getränke. Vielmehr ging es auch darum, ihnen landestypische Kleidung und Bräuche vorzustellen. Hamburger Fischerhemden und Bayerische Dirndl prägten die Veranstaltung daher ebenso wie Kölscher Karneval und süddeutsche Bierzeltatmosphäre.

Diversität und Multinationalität  

Vor diesem Hintergrund war der „Tag der Regionen“ für den Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, nicht zuletzt eine Veranstaltung mit Symbolcharakter: „Die hier gezeigte Diversität unseres Landes ist eine Stärke Deutschlands, und die vielen unterschiedlichen Nationen, die hier an der Akademie zusammen lernen und leben, zeigen die Stärke unserer heutigen, mit unseren Partnern gelebten Multinationalität.“ Beide Aspekte sind prägend für das Miteinander an der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr und waren an diesem Abend für die Gäste auf ganz besondere Weise erlebbar. 

Welt zu Hause in Hamburg 

Im Fokus des Abends stand daher nicht nur das Kennenlernen Deutschlands. Vielmehr sollte besonders den Familien der internationalen Lehrgangsteilnehmer die Möglichkeit geboten werden, in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen, sich zu vernetzen und neue Freundschaften zu schließen. Während die Erwachsenen den anregenden Abend bei Livemusik genossen, gab es für die kleinen Gäste mit Hüpfburg und großer Spielecke ein spannendes Alternativprogramm. „Es ist faszinierend zu sehen, wie unsere Kinder ohne Hemmungen miteinander spielen, auch wenn sie unterschiedliche Sprachen sprechen“, freute sich ein italienischer Lehrgangsteilnehmer.

"Wir sind angekommen"

Nachdem die vielen Brotzeiten und Bratwürste verzehrt waren, formulierten die Gäste als einhelliges Fazit: Der „Tag der Regionen 2017“ war eine rundum erfolgreiche Veranstaltung und insbesondere für die Angehörigen und Familien der internationalen Lehrgangsteilnehmer ein gelungener Auftakt ihres Aufenthalts in Deutschland. „Auch über die dienstlichen Belange hinaus sind wir an der Führungsakademie jetzt richtig angekommen“, lautete daher ein oftmals gehörtes Resümee der neuen Kameradinnen und Kameraden.

  

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 02.11.2017

Begrüßung durch den Kommandeur

Die Militärattachés folgten dem Vortrag mit großem Interesse

Die Militärattachés folgten dem Vortrag mit großem Interesse

Generalleutnant Martin Schelleis stellt die SKB vor

Generalleutnant Martin Schelleis stellt die SKB vor

Viele ausländische Gäste

Viele ausländische Gäste

Militärattachés im Dialog

Militärattachés im Dialog

 

„Willkommen zu Hause“ – mit diesen Worten hat der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), Konteradmiral Carsten Stawitzki, 26 Militärattachés aus aller Welt an der FüAk begrüßt. „Schön, dass Sie wieder bei der alten Alma Mater zu Besuch sind.“ Alma Mater für zahlreiche ausländische Offiziere? Klar, für etwa die Hälfte der Militärattachés bedeutet die Reise nach Hamburg eine Rückkehr an ihre ehemalige Ausbildungsstätte. Sie haben hier den internationalen Generalstabslehrgang (LGAI) besucht. Die Attachés aus der Schweiz und Österreich waren die einzigen deutschsprachigen Teilnehmer. Vertreter der einzelnen Nationen reichten von Albanien, Algerien oder Australien über China bis zu Venezuela. 

Neuigkeiten von der FüAk

Der Besuch der Gruppe der Militärdiplomaten startete mit einem Kurzvortrag über die Veränderungen an der FüAk. Der Kommandeur stellte heraus: „Die internationale Ausrichtung der Akademie, die sich durch den Besuch der ausländischen Lehrgangsteilnehmenden am LGAI zeigt, ist der beste Weg, um den militärpolitischen Herausforderungen in einer globalisierten Welt zu begegnen.“ Die FüAk habe zunächst einen Input-Auftrag, der beinhaltet, den Lehrgangsteilnehmern Wissen und Können mit auf ihren Karriereweg zu geben. Das sei der klassische Auftrag der FüAk. Es käme ein zweiter Auftrag hinzu: der Aufbau eines Think-Tanks. Hieraus ergibt sich auch ein Output-Auftrag. Dieser wird durch eine Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) und einem bereits etablierten Ausbildungsgang, einem Lehrgang mit dem Abschluss eines Postdegree-Masterabschlusses, erfüllt. Durch diese Zusammenarbeit soll die bereits bestehende Expertise für Forschungsansätze noch nutzbarer gemacht werden.

Streitkräftebasis als Spinne im Netz

Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, stellte den ausländischen Militärattachés im Anschluss an die Worte des Kommandeurs die Streitkräftebasis der Bundeswehr vor. Hierbei handelt es sich um ein „netzwerkverbindendes Element der Bundeswehr, das alles aufnimmt und alles macht, was militärisch ist, jedoch nicht zu den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe oder Marine oder zu den beiden Organisationsbereichen Sanitätswesen oder Cyber gehört“. Im Rahmen des Auftrags der SKB, der unter dem Motto „Führen-Koordinieren-Unterstützen“ zusammengefasst werden kann, hat die SKB 17 Aufgaben, die „von A wie ABC über die Bereiche Feldjäger, Logistik, national-territoriale Aufgaben, Reserve, Spitzensport, Übungskoordination bis Z wie zivil-militärische Zusammenarbeit“ reichen.

Dieser Auftrag ist insofern bedeutend, als in dem neuen Weißbuch alle Aufträge an die Bundeswehr gleichbedeutend nebeneinanderstehen. Damit tritt die Bedeutung Landes- und Bündnisverteidigung wie auch des Heimatschutzes wieder gleichrangig neben den Auftrag, die außen- und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands sicherzustellen. Und: Sicherheit und Stabilität im internationalen Rahmen zu fördern. Die Militärattachés folgten dem Vortrag mit großem Interesse.

Multinationale  Zusammenarbeit im Fokus

Für die SKB wird der multinationale Auftrag der Bundeswehr im Host-Nation-Support deutlich. Dahinter verbirgt sich ein Konzept, das dazu dient, Dienstleistungen der SKB für die Streitkräfte anderer Nationen zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise „leisten wir Hilfe und einen Beitrag zur Lösung kritischer Strukturen“, so General Schelleis. Diese „Multinationalisierung“ der SKB-Aufgaben wird beispielsweise im Aufbau eines Network für Logistic Hubs in Europe umgesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Basis, die ausländischen Streitkräften zur Verfügung gestellt werden kann, um jede Nation mit Material und Personal zu bedienen.

Mit dem Blick hinter die Kulissen der SKB sowie der FüAk ging ein erkenntnisreicher Tag für die weltweit angereisten Offiziere zu Ende. Er stellte für die in Deutschland akkreditierten Attachés die erste Etappe ihrer Städtereise dar. Besuche bei Unternehmen stehen ebenso auf der Agenda wie viele weitere Dienststellen der Bundeswehr. Sie vervollständigen das runde Reise-Programm für die Militärattachés, um ihre Sicht auf Deutschland zu vertiefen. Ein Vorteil für die Kooperation auf beiden Seiten.

  

 

 


 

 


 

 

 

Autor: Silke Brand-Schoder; Fotos: Silke Brand-Schoder / Bundeswehr

Hamburg, 26.10.2017

Die Seminarteilnehmer nach getaner Arbeit

Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig von Bruno Schmitz (1913)

Visualisierungen in jeglicher Form

Gemälde von Gerard ter Borch (1648)

Beim bundeswehrgemeinsamen Führungskräftetraining

Gemälde von Gerard ter Borch (1648)

Mit bekanntem Spielzeug zum Erkenntnisgewinn

 

 

 

Wer möchte es nicht: Zeit haben und reflektieren können, ob das eigene Führungsverhalten zielführend gewesen ist. Momente dieser Art sind „Geschenke“ in einem sehr kurzlebigen und hektischen Umfeld. Sich als Führungskraft zu reflektieren, den eigenen Horizont erweitern, erfahren, wie „die Anderen“ ticken und sich gegebenenfalls neu kalibrieren: Darum geht es im bundeswehrgemeinsamen Führungskräftetraining für die Besoldungsebenen im Dienstrang Oberstleutnant. 
In diesem Modul bearbeitet das zukünftige militärische und zivile Spitzenpersonal aus allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen der Bundeswehr führungsrelevante Themen mit teils bekannten, teils ungewöhnlichen Methoden. Das in vielen Durchgängen erprobte Konzept brachten Oberstleutnant Reinhard Beckmann von der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) und die Wissenschaftliche Direktorin Silke Brand-Schoder vom Bildungszentrum der Bundeswehr im März in Hamburg mit vielen eigenen Akzenten zum Einsatz.

Die Führungskraft im Mittelpunkt

Angenehm anders – so zeigte sich das Seminar gleich zu Beginn, denn mit einem Situations-Check läuft bereits die Vorstellungsrunde nicht wie sonst in der Bundeswehr üblich starr und stereotyp ab, sondern aufgelockert. Die Aufgabe, sich selbst als Führungskraft mit LEGO-Steinen zu bauen und den anderen Teilnehmenden vorzustellen, „ist ungewöhnlich, aber sehr aufschlussreich“, wie einer der Teilnehmer in der Reflexionsrunde formulierte. Er stellte zur Sicherheit klar: „Positiv Anders“. Selbst Pausen sind Teil des Konzeptes und dienen der Fortsetzung des Austausches in anderer Form und lockerer Runde. „Bei aller Themen- und Methodenvielfalt steht immer die Reflexion über die eigene Rolle als Führungskraft im Mittelpunkt“, zeigte Oberstleutnant Beckmann den roten Faden des Seminares auf.

Team- und Entscheidungsfindung mit Serious Play

Die preisgekrönte Führungskraft des Jahres 2030, die alte Zöpfe abgeschnitten und Lehmschichten durchdrungen hat, war die Vision, die mit der Methode LEGO Serious Play entwickelt wurde. „Ein gemeinsames LEGO-Modell hilft, einen gemeinsamen Zeichensatz zu schaffen. Auch Abstraktes wie ein Prozess kann damit begreifbar und beschreibbar gemacht werden“, fasste ein Teilnehmer seine Erkenntnisse zusammen. „Wir reden anhand des Modelles am Ende tatsächlich alle über das Gleiche“, meinte ein anderer erstaunt. Am Ende der lebhaften Debatten in den drei zivil-militärisch gemischten Teams folgte die banal klingende, den entstandenen Teamgeist gleichwohl verdeutlichende Feststellung: „So verschieden sind wir gar nicht, es geht uns um die gleichen Werte und Kernthemen.“

Breites Themenspektrum

Eingerahmt wurden die Gruppenarbeiten zu „Führung“ in wechselnder Zusammensetzung von Fachvorträgen aus den Bereichen Personalgewinnung und –management. „Jede Menge Erkenntnisgewinne über die jeweils andere Statusgruppe“, umschrieben die Teilnehmenden diesen Block in der abschließenden Feedback-Runde. Mit Themen wie „Unconscious Bias“, (unbewusste Verzerrungen/ Denkmuster), einem Kommunikationstraining oder Gesundheitsmanagement wurde das Portfolio um wichtige Bausteine ergänzt. Das Team-Teaching-Duo Beckmann / Brand-Schoder bespielte mit seinen unterschiedlichen Biografien, Geschlechtern und Sichtweisen selbst die Klaviatur der Vielfalt in der Bundeswehr. Das kam bei den Teilnehmenden sehr gut an. „Ein Lehrgang, den ich unbedingt weiterempfehle“, lautete am Ende der Woche das einhellige Fazit.

 

 


 

 


 

 

 

Frieden, Gewalt, Konflikt – Herausforderungen für eine zeitgemäße Politikgestaltung

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Bundeswehr / Online

Hamburg, 24.10.2017

"Non-Violence" Skulptur von Carl Fredrik Reuterswärd

 

Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig von Bruno Schmitz (1913)

Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig von Bruno Schmitz (1913)

 

Gemälde von Gerard ter Borch (1648)

Gemälde von Gerard ter Borch (1648)" Westfälischer Frieden"

 

Afghanistan - Auf der Suche nach einem Frieden

Afghanistan - Auf der Suche nach einem Frieden

 

 

Welt im Chaos – Frieden neu denken?  „Die Welt, wie wir sie gekannt haben, scheint aus den Fugen geraten. Muss unsere Vorstellung vom Frieden korrigiert oder gar neu erfunden werden?“ Diese und weitere Fragen stellten sich die 17 Teilnehmer des ausgebuchten Seminars „Frieden, Gewalt, Konflikt – Herausforderungen für eine zeitgemäße Politikgestaltung“, das an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) stattgefunden hat.

Das Spektrum der Seminarteilnehmer reichte von zehn militärischen über sechs Reservedienstleistende bis zu einer Teilnehmerin aus dem zivilen Bereich. Vier Tage haben sie sich mit den Herausforderungen rund um das Thema „Frieden“ beschäftigt und sind der Frage nachgegangen, mit welchen Konzeptionen eine den Frieden im Blick haltende Politik beachten muss.

Idee des Friedens

In einem ersten Abschnitt des von Dr. Sabine Jaberg, Dr. Cora Schenke und Dr. Alexander Mätzig angeleiteten Moduls haben sich die Teilnehmer zum einen mit der Idee des Friedens auseinandergesetzt und zum anderen mit dem Friedensbegriff. Die Gegenüberstellung des „Friedens“ zur „Sicherheitspolitik“ lässt anschaulich werden, welche Schwierigkeiten zum Verständnis bestehen, wenn sich zunächst Klarheit über den Begriff des Friedens verschafft werden muss. „Frieden“, so Jaberg, „beinhaltet zunächst eine soziale Komponente, die keine Gewalt beinhaltet. Demgegenüber lässt der Begriff ,,Sicherheit" durchaus eine Gewaltkomponente zu. Er trägt ein asoziales Element in sich.“  

Bewährte Friedensordnungen

Am zweiten Tag stand die Frage im Mittelpunkt, inwieweit die nach großen Kriegen gefundenen Arrangements als Friedensordnungen gesehen werden können. Dieses zeigen der Westfälische Frieden (1648) nach dem Dreißigjährigen Krieg und der Wiener Kongress (1815) im Anschluss an die Napoleonischen Kriege. Erwähnt werden müssen zudem die Friedensverträge von Versailles (1919/20) zur Beendigung des Ersten Weltkriegs und die Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, die durch das Potsdamer Abkommen (1945) und die UNO-Charta (1945) entstand. Die Bedeutung von Verhandlungen oder kongressähnlichen Institutionen erörterten die Experten als wiederkehrende Konstanten.

Frieden bedeutet immer Arbeit

,,Frieden bedeutet Arbeit". Dieser Aspekt stand im dritten Abschnitt des Seminars im Mittelpunkt. Verdeutlicht werden konnte dieses unter anderem anhand des Dialogs zwischen den Weltreligionen. Im Hier und Jetzt sollen dabei Gemeinsamkeiten gefunden werden, ohne Unterschiede zu leugnen. Eine gute Basis für einen Dialog in wechselseitiger Anerkennung sei die goldene Regel, die jeder Weltreligion innewohne. Ihre wohl prominenteste Fassung lautet: „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg‘ auch keinem andern zu“. Ob eine Arbeit am Frieden erfolgreich ist, ist nicht vorhersagbar, doch ermuntern gute Beispiele, wie Ruanda oder die Peacekeeping-Maßnahmen im Rahmen von UN-Missionen zeigen.

Kritik an wissenschaftlicher Perspektive

An drei Tagen wurden wissenschaftliche Betrachtungen des Friedens diskutiert. Am letzten Tag des Seminars wurde „Frieden“ als wissenschaftliches Thema und politische Herausforderung kritisch betrachtet. Auf diese Weise rundete ein starker Kontrapunkt das Seminar ab. Das Fazit lautet: Frieden muss nicht ganz neu erfunden werden. Jedoch sollten Diskurse zueinander neu geschüttelt, bestehende Ansätze kritisch gewogen und alternative Wege erkundet und gegebenenfalls beschritten werden. Den ausführlichen Bericht von Dr. Sabine Jaberg zum Seminar finden Sie hier: Link


 

 


 

 

 

Diplomatie als Mittel

Autor: Sebastian Hagen; Fotos: Bundeswehr / Online

Hamburg, 19.10.2017

General Hambach eröffnet die Informationslehrübung 2017

Die Welt zu Gast in Genf - UNO Sitz in Europa

Genaues Lagebild verschaffen: Zugführer weist ein

Professor Kodolitsch beim Vortrag

Das mobile Rettungszentrum der Sanitäter bereitet sich auf Verwundetentransport vor

Teilnehmer bei der Symposiumsarbeit

Highlight der Übung - Gefechtsschießen in Bergen

Diplomatischer Erfolg - Westfälischer Friede in Münster / Osnabrück

Das Clausewitz-Netzwerk für Strategische Studien e.V. (CNSS) hat sein diesjähriges Symposium mit dem Thema „Diplomatie als Mittel“ betitelt. Zahlreiche Teilnehmer aus Wirtschaft, Sicherheitspolitik und Wissenschaft haben daran teilgenommen. Begrüßt wurden die Teilnehmer von Flottillenadmiral Karsten Schneider, dem stellvertretenden Kommandeur der Führungsakademie. Das CNSS diskutierte über die historischen Entwicklungen, die Methoden und aktuellen Problematiken wie auch die denkbaren Handlungsfelder der Diplomatie. Der Münchener Politikwissenschaftler Professor Carlo Masala bereicherte das Thema aus politikwissenschaftlicher Perspektive.

Spontaner hochrangiger Besuch

Masala gewann die Aufmerksamkeit der Teilnehmer mit seinem Impulsvortrag während des festlichen Abendessens im Casino der Führungsakademie. Welchen Stellenwert das CNSS hier genießt, zeigte sich auch daran, dass General a.D. Hans-Lothar Domröse, der aus anderem Grunde an der Führungsakademie weilte, sich spontan der Abendgesellschaft des CNSS anschloss. 

Am Ende dieser sehr kurzweiligen Tage des Austausches und gemeinsamen Nachdenkens konnten mehrere Ergebnisse festgeschrieben werden: Zunächst: Diplomatie benötigt eine überlegte und abgestimmte Vorgehensweise, eine Strategie. Diese ist analog zur Clausewitz´schen Zweck-Ziel-Mittel-Relation zu betrachten. Auch die Diplomatie muss einen „Kriegsplan“ entwickeln, um effektiv wirken zu können. 

Desweiteren: Diplomatie benötigt Informationen zur Erfüllung ihrer Aufgaben. Hierbei spielen Nachrichtendienste und damit auch das Militär eine entscheidende Rolle. Zuweilen sind jedoch die verantwortlichen Entscheider wie auch die Öffentlichkeit nicht sofort in der Lage, alle Fakten nachvollziehen zu können. Das heißt: Regelmäßige Informationen sind notwendig, um alle Beteiligten "mitzunehmen".

Botschaften nicht mehr einzige Quelle

Die Botschaften als Einrichtungen und Institutionen verlieren zunehmend ihre Bedeutung als Informationsquelle der ersten und einzigen Quelle. An ihre Stelle treten Massenmedien, herausragende Persönlichkeiten und internationale Organisationen, die ihre eigene Diplomatie betreiben. Das verändert das "Geschäft" der Diplomatie in noch unbekannter Weise.  Die Diplomatie muss auch dann weitergehen, wenn ein Konflikt bereits unter Einsatz von Waffengewalt ausgetragen wird. Ebenso wie die Politik an sich, muss auch die Diplomatie stetig als Ausweg offen und zur Verfügung stehen.

CNSS in der Tradition eines Think-Tanks

In bester Think-Tank-Tradition sollen diese Ergebnisse in Form von Videos, Denkschriften und Thesen-Papieren ausgearbeitet und publiziert werden, um dringende Handlungsfelder zu benennen und Lösungsvorschläge anzubieten.

 

Weitere Informationen erhalten sie unter www.Clausewitz-Netzwerk.de

 

 

 

 

Unterkategorien