Autor: Thorsten Fischer; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 26.06.2018


Die Modulteilnehmenden


"Wissensmanagement benötigt keine Software"


Wissen und Ideen aus einfachen Methoden generieren

Dies wusste bereits General Carl Phillipp Gottfried von Clausewitz. Wissen kann allerdings nur dann ein Können werden und zum Handeln befähigen, wenn ein bewusster und systematischer Umgang mit der Ressource Wissen erfolgt – und genau das ist der Kern des Wissensmanagements in der Bundeswehr (WiMgmtBw)!

Unter dem Leitgedanken „Nicht Wissen ist Macht, sondern angewandtes Wissen ist Macht“ fand im Juni 2018 ein weiterer Durchgang des Moduls „Wissensmanagement in der Bundeswehr“ an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg statt. Den Lehrgangsteilnehmern wurden in dem einwöchigen Seminar Grundlagen des Wissensmanagements sowohl theoretisch als auch praktisch-methodisch vermittelt.

WiMgmtBw betrifft dabei jeden Prozess und erreicht somit jede Dienststelle und jeden Beteiligten der Organisation. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in der „bunt-gemischten“ Gruppe an Seminarteilnehmenden wider, welche mit viel Elan das Thema aus unterschiedlichsten Perspektiven heraus beleuchteten.

Wissensmanagement ist vielschichtig

Zu Beginn des Moduls wurden zunächst eine gemeinsame Basis und „Abholpunkte“ geschaffen. Was ist eigentlich Wissen? Wie entsteht Wissen? Wo ist es zu finden? Was ist Wissensmanagement? Und wie gestaltet es sich in der Bundeswehr? Solche und ähnliche Fragen standen im Vordergrund.

Wissensmanagement aus Sicht des Bundesverteidigungsministeriums

Wie kommt das WiMgmtBw in der Bundeswehr zur Umsetzung? Mit seinem Beitrag WiMgmtBw aus Sicht des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) gab Oberstleutnant i. G. Manuel Sandvoß aus dem Referat Managemententwicklung einen konzeptionellen Überblick. Dabei stand er den Seminarteilnehmern Rede und Antwort. Auch das digitale Dokumentenmanagementsystem der Bundeswehr als ein spezieller Teil des WiMgmtBw war im jüngst durchgeführten Modul ein zentrales Thema. An dieser Stelle gaben Frau Regierungsdirektorin Heike Höschel und Oberstleutnant Lars Kostka (beide BMVg), sowie Oberst Andreas Prüfert von der Einführorganisation Dokumentenmanagementsystem Heer das Implementierungskonzept und Ihre bis dato gesammelten Erfahrungen an die Lehrgangsteilnehmer weiter.

Wissensmanagement als Abbild des Gehirns

Ein weiteres Highlight war der Beitrag von Herrn Oberstleutnant d. R. Frank Röbers, welcher als Vorstandsvorsitzender der Synaxon AG vom spannenden Weg zu einem vertrauensbasierten Wissensmanagement in einem Wirtschaftsunternehmen berichtete. Neben Herrn Röbers gab Kapitänleutnant d. R. Marcus Tatulinski als Experte für Psychologie einen interessanten Einblick in die Funktionsweisen des Gehirns und erklärte kurzweilig wie Menschen lernen, also Informationen aufnehmen, verarbeiten und zu Wissen umwandeln.

Wissensmanagement in der Umsetzung

Ein Tag des Seminars stand gänzlich im Zeichen der praktischen Methode. Dazu zeigte Frau Dorothé Mertens von der Firma „Wissenshunter“ den Seminarteilnehmenden, wie man anhand einfacher und sofort einsetzbarer Methoden neue Ideen und Wissen generieren kann. Abgerundet wurde die Woche durch einen Gastauftritt von Herrn Leitender Wissenschaftsdirektor Reinhard Färber aus dem Bildungszentrum der Bundeswehr in Mannheim. Er berichtete, wie der Megatrend der Digitalisierung unser (Arbeits-)Leben bereits heute entscheidend beeinflusst und auch das Wissensmanagement innerhalb von Organisationen in Zukunft weiter prägen wird. Dabei betonte er, dass es darauf ankommt diese Entwicklung nicht als Bedrohung bestehender Ordnung, sondern vielmehr als Chance und Möglichkeit zu betrachten, das Wissen der Organisationsmitglieder noch besser als bisher zu nutzen.

Wissenschaftsmangement ohne Software

Eine der Kernbotschaften des Seminars war, dass das Wissensmanagement keine Software benötigt. Allzu leicht wird verkannt, dass das wertvollste Wissen der Soldaten und zivilen Mitarbeiter oftmals nicht expliziert verschriftlicht und somit auch nicht in einer Datenbank gespeichert werden kann. Lediglich ein Bruchteil des Wissens kann in Form von Informationen durch Software-Lösungen erfasst werden. Das über Jahre und Jahrzehnte angeeignete Erfahrungswissen, das Können und die Kompetenz der Mitarbeiter, welche die Streitkräfte letzten Endes mit Leben erfüllen, sind der eigentliche Schatz der Organisation; ein Schatz den es wertzuschätzen, zu bewahren und weiter zu mehren gilt.

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Sven Erich Scharnitzki und Christiane Rodenbücher; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 26.06.2018

 

 


 Lehre und Lernen in traditionellen Gebäuden


Intensive Arbeit in Kleingruppen


Innovatives Denken mit LEGO-Serious Play


Lehrgangsteilnehmer stellen Arbeitsergebnisse vor


Fit für künftige Führungsaufgaben

Seit Jahrzehnten bildet die Studienphase den Abschluss und Höhepunkt des Generalstabsdienst-/Admiralstabsdienstlehrgangs (LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Die Lehrgangsteilnehmer bearbeiten am Ende ihrer zweijährigen Ausbildung in Hamburg immer ein militär- oder sicherheitspolitisches Thema. Dieses Jahr sieht die Studienphase anders aus. Der LGAN trägt dieses Jahr erstmals zu strategischen Analysen als Teil der Denkfabrik bei, die die FüAkBw gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr im Auftrag der Bundesverteidigungsministerin etabliert. Der Think Tank wird am folgenden Samstag durch die Bundesverteidigungsministerin in Hamburg eingeweiht und heißt German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS).

Beratung auf höchster Ebene

Eine der wichtigsten Aufgaben der Denkfabrik wird die Beratung der Entscheidungsträger im Bundesministerium der Verteidigung und auch außerhalb des eigenen Ressorts sein. Die Auswahl der zu bearbeitenden Themen durch die Denkfabrik kann dabei, neben einem konkreten Auftrag durch die Bundesregierung, durch Vorschläge aus den eigenen Reihen der Führungsakademie, durch Anfragen aus dem Verteidigungsministerium oder durch anderweitige Beauftragung erfolgen. „Wir wollen dem Wissen unserer Lehrgangsteilnehmer, aber auch der Dozenten mehr Struktur und Relevanz geben – letztlich, mehr ‚Gehör verschaffen‘“, erklärt der Kommandeur der Führungsakademie, Brigadegeneral Oliver Kohl. „Es kann nicht sein, dass so viel Expertise in den Bibliotheken schlummert – hier wollen wir mit einem aktiven Wissensmanagement entgegen wirken.“

Kernauftrag bleibt erhalten

Der Kernauftrag Aus-, Fort- und Weiterbildung behält weiterhin seine Gültigkeit. Dieser Fokus korrespondiert auch mit dem Thema 2018: Die diesjährige strategische Analyse behandelt das Thema „Einsatzbereite Kräfte“ als Schwerpunkt. Hierzu hat der LGAN 2016 vier Untergruppen eingerichtet, welche sich zukunftsorientiert mit den Bereichen der Nachwuchsgewinnung, der Neugestaltung der Offizierausbildung, der Logistik sowie der vernetzten Operationsführung beschäftigen. Eine derart komplexe Aufgabenstellung kann nicht alleine durch die Lehrgangsteilnehmer eines LGAN bewältigt werden. Daher unterstützen, wie in jedem Jahr, sämtliche Fakultäten und Bereiche der Führungsakademie den LGAN.

Hochrangige Besucher

Die große Wertschätzung dieses Vorhabens wird durch den hochrangigen Teilnehmerkreis deutlich, der am Donnerstag, 28. Juni 2018, zur Präsentation der Ergebnisse nach Hamburg kommt. Unter der Leitung des Generalinspekteurs der Bundeswehr werden etwa hundert Spitzenvertreter der Bundeswehr, die weltweit eingesetzt sind, extra nach Hamburg anreisen, um dieser Veranstaltung beizuwohnen. „Das schätze ich sehr, dass so viele Generale und Admirale wie auch vergleichbare zivile Verantwortungsträger so zahlreich erscheinen – das hat auf der einen Seite mit Wertschätzung gegenüber den Lehrgangsteilnehmenden und Dozenten zu tun“, erklärt General Kohl. „Auf der anderen Seite stellt dieses Jahr der erstmalig beabsichtigte deutlichere Output-Charakter im Sinne der Denkfabrik eine erhebliche Veränderung dar.“

Missionen fordern Ressourcen

Das Analysethema des LGAN, „Einsatzbereite Kräfte“, ist in verschiedene Unterthemen gegliedert. Eines lautet Personalgewinnung. Das zweite dreht sich um Digitalisierung der Streitkräfte. Die weiteren behandeln Logistik sowie Optimierte Ofiizierausbildung. Für Details klicken Sie bitte folgenden vier Links an.

I. Personalgewinnung im Fokus

II. ,,Netzwerkzentrierte Operationsführung"

III. Logistik im Fokus

IV. Neugestaltung der Offizierausbildung

 

Komplexität greifbar machen

Die Themenauswahl des LGAN wurde durch das Projekt „Konzeption und Weiterentwicklung“ im Rahmen der Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer der Luftwaffe angeregt. Als Auftaktveranstaltung wurde mit der Methode LEGO-Serious-Play gearbeitet. Der Vorteil dieser Methode: In einem ersten Schritt wird durch kleine Aufgabestellungen, wie beispielsweise „Bauen Sie ihre digitale Führungspersönlichkeit“, die Kreativität von Menschen gefördert. In weiteren Schritten wird die Komplexität eines Themas greifbar gemacht. Daraus sind mögliche Visionen entstanden, sich auf der Basis innovativen Denkens neuen Perspektiven zu öffnen und Themen mit veränderter Sicht ergebnisoffen anzugehen. „Das Unmögliche denken – die Lehrgangsteilnehmer beweisen auch dieses Jahr wieder mit ihren Themen, Herangehensweisen an Inhalte und ihrer expertisereichen wie erfrischenden Art, dass sie eine Menge in den zwei Jahren gelernt und umgesetzt haben“, freut sich General Kohl.

 

 

 

 

Autor: Birgit Czernotzky; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 22.06.2018


Die Steuergruppe Denkfabrik an der Führungsakademie


Träger des GIDS: Die Führungsakademie der Bundeswehr


Träger des GIDS: Die Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr

Was ist Strategie? Welche Bedeutung hat Strategie in den verschiedenen Bereichen von Politik, Gesellschaft und Kultur? Welchen Einfluss hat Strategie auf Entscheidungsprozesse? Wie wird Strategie rationalisiert, operationalisiert und kommuniziert? Und was kann die Bundeswehr daraus lernen?  Mit dieser Thematik befasst sich die erste Tagung des neuen German Institute for Defence and Strategic Studies - GIDS.

Die Welt im geostrategischen Umbruch

Namhafte Experten stellen ihre strategischen Konzepte und die zentralen Herausforderungen ihrer Bereiche vor. In einer Welt im geostrategischen Umbruch stehen Bundeswehr und die Bundesregierung vor besonderen Herausforderungen. Die Rahmenbedingungen für die Sicherheitspolitik verändern sich rasant. Strategische Antworten sind gefordert. Das GIDS wird die großen Fragestellungen unserer Zeit aus sicherheits- und verteidigungspolitischer Sicht untersuchen und damit die Basis für eine entsprechende Beratung der Entscheidungsträger schaffen.

Blick über den Tellerrand wagen

Die Strategietagung ist hier ein erster Schritt. Wir wollen den Blick „outside the box“ auf unterschiedliche Strategien und deren Wirkung lenken. In diesem interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch kommen namhafte Expertinnen und Experten verschiedener Branchen und Bereiche zu Wort. Ziel ist, damit Erkenntnisse für unsere eigene Strategiearbeit zu gewinnen.

Die Gründung des GIDS

Diese Tagung findet statt im Vorfeld der offiziellen Gründung des GIDS. Die Gründung des GIDS erfolgt am Samstag, den 30. Juni 2018, in einer Festveranstaltung an der Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr in Hamburg (HSU). Die Gründungsurkunde wird von der Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula v.der Leyen, dem Kommandeur der Führungsakademie (FüAkBw), Brigadegeneral Oliver Kohl, und dem Präsidenten der HSU, Professor Dr. Klaus Beckmann, unterzeichnet. Das GIDS ist eine gemeinschaftliche Gründung der FüAkBw und der HSU.

 

Weitere Artikel und Informationen zum GIDS finden Sie hier.

Artikel Denkfabrik in Loyal 04/2018

Artikel Wissen relevant machen in Die Bundeswehr 06/2018

 

Weitere Informationen auf der offiziellen GIDS-Hamburg Webseite

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Verena Hoffmann / Jonathan Scheffler; Fotos: Jonathan Scheffler

Hamburg, 18.06.2018


Dirk Feldhaus (Mitte) - Beauftragter Kommunikation der Arbeitgebermarke Bundeswehr

Klaus Gorny (Mitte in der Diskussionsrunde) - Head of Communications Facebook- beantwortet die Fragen der Teilnehmenden

PR-Experte Malte Schinlder über Social Media in der Bundeswehr

Moderator der Podiumsdiskussion: Journalist Dirk Finger

Klaus Gorny, Dirk Finger und Malte Schindler (v.l.n.r.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Thema „Social Media im Einsatz und in der Truppe: Chancen und Risiken“ fand im Rahmen des Ausbildungsangebotes Mitte Juni im Manfred-Wörner-Zentrum der Führungsakademie Hamburg (FüAkBw) unter Leitung von Oberstleutnant Jürgen Bredtmann, eine Podiumsdiskussion vor etwa 50 interessierten Gästen statt. Hierbei stellten sich der Beauftragte Kommunikation Arbeitgebermarke Bundeswehr, Dirk Feldhaus, der Head of Communications Facebook, Klaus Gorny, sowie der Video-Experte für PR und Marketing, Malte Schindler, den vielfältigen Fragen vom Journalisten Dirk Finger zum Thema Chancen und Risiken von Social Media innerhalb der Bundeswehr. Eineinhalb Stunden beschäftigten sich die eingeladenen Experten sowie die anwesenden Zuhörer mit Fragen rund um das Thema „soziale Medien“ und ihre Nutzung für die und in der Bundeswehr.

Transparenz tut der Bundeswehr gut

Hierbei wurde deutlich, dass die Bundeswehr eine der ersten Großorganisationen ist, die das Potenzial von „Social Media“ erkannt hat und dass kein Weg an ihrer Nutzung vorbei führt. Der größte Vorteil der sozialen Medien wurde in der Werbung für die Bundeswehr, hier im Speziellen für die Nachwuchswerbung, erkannt. Über verschiedene Instrumente wie Snapchat, Facebook, Instagram und YouTube können sich die unterschiedlichsten Altersgruppen über die Bundeswehr informieren. Besonders die YouTube-Auftritte der Serie „Die Rekruten“ erlangte hohe Aufmerksamkeit und hatte steigende Bewerberzahlen zur Folge. Die Beobachtung der gleichaltrigen Darsteller bei der Bewältigung ihrer täglichen Abenteuer und Aufgaben bei der Bundeswehr nutzen viele Jugendliche zur Information, um sich dann bei der Bundeswehr zu bewerben. „Wir erreichen damit unsere Hauptzielgruppe im Alter von 17 bis 35, zeigen den realistischen Alltag in der Grundausbildung und bauen dadurch Vorbehalte bei unseren zukünftigen Bewerbern ab“, so Dirk Feldhaus. „Wir zeigen neben dem normalen Dienst auch beide Seiten des Soldatenlebens – Kameraden, die sich in der Bundeswehr verwirklichen und Menschen, die sich in der Bundeswehr nicht wiederfinden und das Militär verlassen.“

„Wir sind nicht Hollywood, sondern die Bundeswehr“

Diesen offenen und ungeschminkten Umgang in den Medien und die umfangreiche Nutzung der unterschiedlichen Social-Media-Kommunikationsmittel für die Bundeswehr lobte der Journalist und Marketingexperte Malte Schindler. Neben Internetkanälen greift die Bundeswehr zusätzlich auf die Medien Fernsehen, Radio und auch Plakatwerbung zurück. „Mit dem modifizierten Flecktarn auf unseren Plakaten verknüpft heutzutage jeder die Bundeswehr, auch ohne diesen Hinweis explizit geben zu müssen“, sagt Feldhaus. Damit hat die Bundeswehr einen deutlichen Wandel hinter sich, von einer sehr reservierten und langweiligen Medienpräsenz hin zu einer sehr offenen Kommunikationsplattform. Besonders lobend erwähnte Malte Schindler hierbei die Berichterstattung über den Auslandseinsatz in Mali, da sie ein realistisches Bild vom Leben eines Soldaten/einer Soldatin im Einsatz darstelle. Diese Serie zeige ungeschönt den Alltag in diesem Auslandseinsatz, ohne die Gefahren zu verharmlosen. Der tägliche Alltagstrott, Bürokratie und Langeweile gehören genauso zum Einsatz wie die Verwundung oder der Tod von Soldaten. „Dieser offene Umgang mit der Wirklichkeit im Einsatz spricht die Leute an“, erklärt Feldhaus

Geschichten für Jugendliche

Nicht nur „Mali“ und „Die Rekruten“ sollen Interessierte und potenzielle Bewerber ansprechen. „In Google stellen Interessierte aus allen Altersgruppen Fragen zum Alltag in der Bundeswehr. Wir versuchen daraus interessante Geschichten für Social Media abzuleiten. Aber nicht jede Idee ist spannend genug, um sie in kleinen Häppchen zu erzählen. Über die Fragen hinaus bekommen wir auch Feedback von Familien, die sich positiv über die Internetpräsenz der Bundeswehr äußern, da dadurch das Berufsbild des Soldaten für viele Jugendliche greifbarer dargestellt wird“, erklärt der Beauftragte Kommunikation Arbeitgebermarke Bundeswehr.

Ohne Social Media geht es nicht mehr

Die Botschaft der heutigen Diskussionsrunde ist laut Dirk Feldhaus eindeutig: ,,In der heutigen Zeit können wir uns nicht erlauben, auf Medienauftritte zu verzichten, wenn wir der Bevölkerung den Auftrag der Bundeswehr und Karrierechancen näher bringen wollen. Wenn wir es nicht machen, machen es die Soldaten mit Handys oder Helmkameras. Die selbstgedrehten Videos der Soldaten können nur unterstützend Informationen über die Bundeswehr vermitteln. Die Basis muss aber von uns kommen. Und hierbei merken wir, dass wir mit unseren Social-Media- Aktivitäten einfach mehr Menschen erreichen, als wir es noch vor ein paar Jahren geschafft haben. Trotz mittelschwerer Krise aufgrund des Datenmissbrauchsskandals dient Facebook weiterhin als Werbekanal. Und bei einer Generation, welche kein Fernseher mehr schaut, müssen wir unsere Informationen in YouTube, Facebook und anderen Formaten bereit stellen."

Social Media als Modul an der Akademie

Die FüAkBw bietet, um der Bedeutung der Sozialen Medien Rechnung zu tragen, seit diesem Jahr das Thema „Sozial Media und Streitkräfte“ an. Hierbei ist die Podiumsdiskussion ein Teil des Seminars, das in dieser ersten regulären Durchführung 16 Lehrgangsteilnehmer von Major bis Oberst wahrnahmen. Die Heterogenität der Gruppe reichte dabei vom Reservisten über einen stellvertretenden Kommandeur bis hin zum medienaffinen Chef vom Dienst von Bundeswehr TV. Das Wissen im Seminar war daher breit gestreut und startete bei dem ein oder Seminarteilnehmer ohne tiefere Kenntnisse. Durch die umfangreichen Angebote während des Moduls, wie beispielsweise der praktische Anteil einer Strategieentwicklung für eine Sozial-Media-Kampagne, der Rechtslagen oder der Krisenkommunikation in Zeiten von Fakenews, Sozialbots und Shitstorm wurde der Modulteilnehmer mit Twitter, Instagram, SnapChat, YouTube und Facebook vertraut gemacht. Das Modul bedient sich dabei vieler externer Dozenten wie beispielweise dem Fachanwalt Phillip von Mettenheim oder Leonard Wessendorf für die Krisen- und Unternehmenskommunikation aus ziviler Sicht.

 

 

 

Autor: Helmut Zimmermann; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 15.06.2018


Prof. Dr. Lennart Souchon begrüßte die Teilnehmenden

Admiral Jürgen Ehle (l) und Fregattenkapitän Helmut Zimmermann führen in die Thematik ein

Dient dem Internationalen Clausewitz-Zentrum als Vorbild: Carl von Clausewitz preußischer Generalmajor und Heeresreformer

Anfang Juni konnte das Internationale Clausewitz Zentrum (ICZ) wieder einmal eine herausragende Persönlichkeit für einen Vortrag im Rahmen eines Clausewitz-Gesprächs an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) gewinnen. Flottillenadmiral Jürgen Ehle, Leiter des Arbeitsbereichs Militärpolitik an der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union (EU) in Brüssel, hat seine Gedanken vor einem interessierten Publikum aus Öffentlichkeit, Verwaltung, Industrie, Polizei und Streitkräften zum Thema „Die Zukunft der Europäischen Union – aus Sicht deutscher Militärpolitik“ vorgestellt.

Informationen aus erster Hand

Der Leiter des Arbeitsbereichs „Militärpolitik“ und seine Mitarbeiter beraten den deutschen Ständigen Vertreter bei der EU und den deutschen Vertreter im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee der EU (PSK) in sicherheits- und allen militärpolitischen Fragen. Er ist zugleich stellvertretend für den Deutschen Militärischen Vertreter im Militärausschuss der EU (DMV EU) tätig. Dieser militärische Vertreter vertritt den Generalinspekteur der Bundeswehr bei der EU.

Europas Stellung im Weltgefüge

Die sicherheitspolitisch interessierten Zuhörer verfolgten mit großem Interesse die Ausführungen zur europäischen Stellung im Weltgefüge. „Bei der EU handelt es sich längst nicht mehr nur um eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern um einen globalen politischen Akteur mit gemeinsamen Werten und Interessen, die es zu sichern und zu verteidigen gilt“, so der Admiral. Er stellte anschaulich dar, auf welche internen und externen sicherheitspolitischen Einflussfaktoren wie Migration, völkerrechtswidrige Aggressionen Russlands, veränderte sicherheitspolitische Schwerpunkte der USA unter Präsident Trumps und letztendlich der BREXIT die EU reagieren will. Dabei seien die Weichen für die „Sicherheitsgemeinschaft“ Europas neu justiert worden, so Ehle weiter. Nicht unerwähnt blieb, dass es vor allem der Wille vieler EU Mitgliedstaaten ist, die Potenziale der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GSVP) intensiv auszuschöpfen, um zu zeigen, dass „mehr Europa“ einen konkreten Nutzen für die Sicherheit der Bürger mit sich bringt. 

Der Weg zur Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Er ging in diesem Zusammenhang auch auf die nächsten Schritte ein, die die EU bei dieser Neujustierung der Weichen für eine „Sicherheitsgemeinschaft“ gehen will. Dabei kann die EU auf die bereits seit 2003 mittels mannigfaltiger militärischer Operationen und ziviler Missionen erzielten sicherheitspolitischen Erfolge aufbauen. Der Admiral betonte, dass die Ergebnisse der GSVP nicht geringschätzt werden dürfen. Sie sollten als Schritte hin zu einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion (EVU) verstanden werden.

Das Ziel: Die Europäische Verteidigungsunion

In diesem Kontext spannte Flottillenadmiral Ehle den Bogen vom Vertrag von Lissabon aus Dezember 2009 bis hin zur Globalen Strategie für die Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union im Jahr 2016. Er verdeutlichte, dass in den letzten Jahren eine Vielzahl von Initiativen der GSVP auf den Weg gebracht worden seien, die zu einer Europäischen Verteidigungsunion (EVU) führen sollen. Ein Instrument hierzu sei die im EU-Vertrag vorgezeichnete Ständige Strukturierte Zusammenarbeit (SSZ), der 25 EU-Staaten beigetreten sind. Die ersten 17 Projekte seien bereits ausgemacht worden, um europäische militärische Fähigkeitslücken zu schließen und hochwertige Rüstungsprojekte gemeinsam zu entwickeln. Der geschaffene Europäische Verteidigungsfond (EVF), von Kommissionspräsident Juncker ins Leben gerufen und aus dem EU Haushalt finanziert, würde die Mitgliedsstaaten bei konkreten Vorhaben der Forschung und Fähigkeitsentwicklung unterstützen.

Zusammenarbeit zwischen NATO und EU

Mit einer koordinierten jährlichen Überprüfung der nationalen Verteidigungsplanungen (CARD – Coordinated Annual Review on Defence) sollen Arbeits-, Zeit- und Finanzpläne zwischen den Mitgliedsstaaten koordiniert und weiterentwickelt werden. Des Weiteren würde in diesem Gesamtkontext einer engeren Zusammenarbeit zwischen NATO und EU Vorschub geleistet werden.  Der Weg hin zur EVU bedeute nach Ehle für Deutschland vor allem den Dreiklang: (1) Transatlantisch bleiben – europäischer werden, (2) Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit in der NATO und (3) die Europäische Verteidigungsunion mit Leben füllen („Armee der Europäer“).

Hier gelangen Sie zur Seite des Internationalen Clausewitz-Zentrums (ICZ)

 

 

Autor: Verena Hoffmann / Jonathan Scheffler; Fotos: Jonathan Scheffler

Hamburg, 13.06.2018


Austausch in der Arbeitsgruppe "Religiöse Vielfalt leben"


Dr. Maren Tomforde „Den Menschen hinter der Uniform sehen"


Dr. Ute Schäffer und Dr.Maren Tomforde folgen gespannt den Vorträgen der Teilnehmenden


Oberstleutnant Dr. Uwe Ulrich trägt über "Diversity innerhalb der Bundeswehr" vor

Unter dem Motto „Diversity in der Hochschule“ fand Anfang Juni der 6. Deutsche Diversity-Tag an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) in Hamburg statt. In einem vielfältigen Programm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Workshops und einem Poetry Slam wurde das Thema „Vielfalt“ den interessierten Besuchern näher gebracht. Neben Vertretern aus der freien Wirtschaft und Forschung brachte sich auch die Bundeswehr mit Fachvorträgen und Workshops ein. Interessierte Teilnehmer konnten unter Anleitung von Hauptfeldwebel Hülya Süzen vom Zentrum Innere Führung (ZInFü) in einem Thesenspiel zum Thema „Religiöse Vielfalt leben“ unterschiedliche Statements zur Religion und Bundeswehr diskutieren. Die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) bot zum Thema „Diversität in der Bundeswehr“ einen Workshop an, der von Frau Dr. Maren Tomforde und Oberstleutnant i.G. Dr. Uwe Ulrich geleitet wurde. Beide haben langjährige Erfahrungen mit "Diversity"-Inhalten und stellten in ihren Impulsvorträgen deutlich heraus, dass „Diversity“ nicht nur die Dimension Gender umfasst.

Diversity verlangt, ein Schubladendenken zu verlassen

Mit ihrem Beiträgen unterstrichen sie die Wichtigkeit gelebter Vielfalt in den Streitkräften und sensibilisierten ihre Zuhörer, das Schubladendenken in unserer Gesellschaft aufzubrechen. „Diversity" bedeutet Unterschiedlichkeit! Unterschiedlichkeit in Alter, Rasse, Religion, Behinderung, Bildung, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Vielfalt anerkennen, heißt, sich auf den Anderen einzulassen und die positiven Synergieeffekte zu nutzen.

„Der wertschätzende Umgang mit Vielfalt ist normativ geboten“

Neben Vertretern der FüAkBw trugen Referenten des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg und des Bildungs- und Informationszentrums der Bundeswehrverwaltung in Mannheim zum Thema Diversität und deren Einsatzmöglichkeiten in Behörden vor. Das Zentrum Innere Führung in Koblenz zeigte auf, wie man mit Hilfe von Ausbildungsmaterialien Soldaten/-innen erreichen und informieren kann.

Vielfalt ist gewollt

Alle Vorträge hatten gemeinsam, dass Vielfältigkeit innerhalb der Bundeswehr gewollt ist und als eine Chance für die Bundeswehr verstanden wird. „Denn“, so Oberstleutnant Dr. Uwe Ulrich, „profitiert die Bundeswehr, wie andere Streitkräfte auch, von der Vielfalt an unterschiedlichen Erfahrungen und Qualifikationen.“ Schon „der Bezug zu unserer Werteordnung und der Blick in das Grundgesetz fordert den wertschätzenden Umgang mit dem Individuum sowie dessen chancengerechte Behandlung“, wie Oberstleutnant Dr. Ulrich ausführte. Und somit ist es für alle Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr von besonderer Bedeutung, den Umgang mit Vielfältigkeit zu lehren.

Auch an der FüAkBw ist Diversität ein Thema

Speziell der FüAkBw mit ihren Lehrgängen für zukünftige Stabsoffiziere käme eine besondere Verantwortung zu. „Bezogen auf die Inhalte befassen wir uns mit Ursachen und Wirkungen soziokultureller Vielfalt in der Bundeswehr. Es geht um sicherheits- und gesellschaftspolitische Megatrends wie der demografische Wandel, die Individualisierung oder die Digitalisierung, um nur einige Beispiele zu nennen. Es geht aber auch um Wahrnehmungsfehler und ihre Auswirkungen in der Personalauswahl und im (Aus-)Bildungsprozess. Es geht zudem um Führungsfragen unter den Bedingungen wachsender Vielfalt – sowohl hinsichtlich des Auftrages als auch der Personen, die ihn ausführen sollen“, so Ulrich.

„Den Menschen hinter der Uniform sehen“

Frau Dr. Maren Tomforde stellte in ihrem Workshop die Foto-Ausstellung „Uniformierte Vielfalt“ vor, die anlässlich des Diversity Tages 2017 an der Führungsakademie entstanden ist. Die Ausstellung zeigt je ein Foto der Soldaten und zivilen Angestellten der Führungsakademie in Büro- beziehungsweise Dienstkleidung wie auch in Privatkleidung. Dazwischen befindet sich ein selbst gewähltes Objekt, das die Person für sich als wichtig erachtet. Die Ausstellung soll darauf aufmerksam machen, dass wir Menschen in unserem geschäftigen Arbeitsalltag oft nur in ihrer offiziellen Position und Funktion wahrnehmen, z.B. als Fahrer des Akademiekommandeurs. Die Individuen dahinter, mit all ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten, vielseitigen Interessen und vor allem Erfahrungen, beachten oder kennen wir oftmals nicht.

 


Vorurteile abbauen

Um auf dieses oberflächliche Bild und deren Vorurteile aufmerksam zu machen, wurden die Gäste des Diversity-Tages 2018 im Eingangsbereich des Hauptgebäudes der HSU von zwei lebensgroßen Pappaufstellern, die eine Soldatin und einen Soldaten in Uniform zeigten, konfrontiert. Die Aufgabe der Teilnehmenden war es, dem abgebildeten Soldaten sowie der Soldatin typische Vorurteile „anzuheften“. Die Anzahl der verschiedenen Vorurteile zeigte deutlich, wie uns Vorurteile beim Anblick von Äußerlichkeiten prägen und unser Schubladendenken aktivieren.

Der Vielfalt eine Chance geben

Mit dem sechsten Diversity-Tag an der HSU wurde auf das Thema Diversität an Hochschulen aufmerksam gemacht und ein klares Zeichen gesetzt: Die Vorurteile müssen durchbrochen und abgebaut werden, um der Vielfalt eine gerechte Chance zu geben. Ob dies an der HSU gelungen ist, bleibt abzuwarten. Welche Themen den Diversity-Tag 2019 bestimmen werden, wird sich im nächsten Jahr zeigen.

 

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Bundeswehr/ Herholt

Hamburg, 08.06.2018


Brigadegeneral Oliver Martin Kohl, auch für die jüngsten Gäste als Ansprechpartner da 


 Marinetaucher zeigen ihr Können


Generalarzt Dr. Joachim Hoitz begrüßt die Rettungssanitäter


Soldaten der Infanterie im Gespräch mit Besuchern


Das begehbare Herz

11.00 Uhr, die Tore der Clausewitz-Kaserne in Hamburg-Blankenese sind gerade einmal eine Stunde lang geöffnet, da verzeichnet die Wache am Tor bereits um die 1.000 Besucher. Das Gelände ist weitläufig, auf dem sich die Besucher des Tags der Bundeswehr verteilen. „ Wir sind über die guten Besucherzahlen gleich zu Beginn unserer Veranstaltung sehr zufrieden, dies zeigt, dass wir ein großes Interesse geweckt haben“, erklärt Oberstleutnant Stefan Ochmanek. Ochmanek ist der Projektoffizier, der auf Seiten der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) für die Organisation des Tags der Bundeswehr verantwortlich ist.

Tag der Bundeswehr bundesweit

Der Tag der Bundeswehr wird heute an 16 Standorten in der gesamten Bundesrepublik begangen. In Oldenburg wird er prominent durch den Besuch der Bundeverteidigungsministerin Ursula von der Leyen begleitet. Ihre Rede wird live an alle Standorte übertragen, so auch an die Führungsakademie.

60 Jahre in Hamburg – Feier mit Geburtstagstorte

In Hamburg ist dieses Jahr die FüAkBw Gastgeberin des Tags der Bundeswehr, der von den fünf großen Hamburger Bundeswehr-Dienststellen gefeiert wird. Zusammen mit der FüAk sind auch das Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg, das Landeskommando, die Bundeswehrfachschule und die Helmut-Schmidt-Universität vertreten. Es ist zugleich ein schönes Ereignis, dass in diesem Jahr die FüAkBw wie auch das Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg ihren 60-sten Geburtstag feiern können. Am Nachmittag wird dieser Geburtstag mit dem Anschnitt der Geburtstagstorte gefeiert.

Begrüßung durch fünf Gastgeber

Nach einem ökumenischen Gottesdienst, der an dem Kreuz, das im Zentrum der Kaserne steht, von dem evangelischen und katholischen Militärdekan begangen worden ist, begrüßte der Kommandeur der Führungsakademie, Brigadegeneral Oliver Martin Kohl, als Gastgeber die Besucher. Zusammen mit ihm standen der Chef des Bundeswehrkrankenhauses in Hamburg, Generalarzt Dr. Joachim Hoitz vom Bundeswehr-Krankenhaus, Professor Dr. Klaus Beckmann, der Präsident der Helmut-Schmidt-Universität der Leiter der Bundeswehrfachschule, Oberstudiendirektor Paul Winter sowie der Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, Kapitän zur See Michael Giss, auf der Bühne.

Vielfältiges Programm

Die Besucher erleben in Hamburg ein vielfältiges Programm. Gleich zu Beginn empfängt den Besucher die Besatzung des Spähwagens Fennek, die vor ihrem Spähwagen ihren Dienst und ihr Fahrzeug vorstellt. Wenn die Marinetaucher ins Vorführbecken steigen, ist der Platz vor dem gläsernen Unterwassercontainer voll mit Besuchern. Insbesondere die Kinder haben ihre Freude, denn diese müssen einen Taucher in Tiefseetauchmontur über Funk zu Fundstellen am Meeres-, nein Containergrund führen. Dort sammelt der Taucher die am Grund verborgenen Süßigkeiten auf und bringt sie an die Wasseroberfläche. Eindrucksvoll erleben die Besucher die Marinetaucher im Einsatz. Ein Hubschrauber der Marine ist zu sehen, zwei Spitzenseglerinnen aus dem Perspektiv-Kader des German Sailing Teams sind mit ihrem Laser-Segelboot vor Ort.

Eindrucksvolle Hochleistungsmedizin

Auf dem Sportplatz der Akademie wird das Thema „Gesundheit“ in den Mittelpunkt gestellt. Ein Feldlazarett ist aufgebaut, und das BwK Hamburg ist mit einem begehbaren Herzen eindrucksvoll dabei, Hochleistungsmedizin vorzustellen. Etwas weiter kann der Rettungshubschrauber Christoph 29 besichtigt werden. Ein Blick in die Turnhalle zeigt eine große Kinderschar, die sich an den Sportgeräten und am Sport-Parkour versucht. Der Infanterist der Zukunft und der Schützenpanzer Puma zeugen von der modernen Einsatzwelt der Bundeswehr. Das Großgerät des deutschen Heeres stellt für die Bevölkerung eine besondere Attraktion dar.





Von Historie bis zu Karriere

Darüber hinaus kann sich an vielen Ständen über die Vielfalt rund um die Bundeswehr informiert werden, sei es der Stand der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, des Deutschen Bundeswehrverbandes, des Bundeswehrsozialwerkes, des Bildungszentrums der Bundeswehr oder im Truck des Karrierecenters. Das breite und bunte Spektrum des Berufs- und Einsatzfeldes der Bundeswehr wird an dem Tag der Bundeswehr in Hamburg-Blankenese sehr deutlich. Für historisch Interessierte veranstaltet die FüAk Rundgänge zu historischen Themen und Orten.

Zahlreiche Fähigkeiten der Streitkräfte

Über das Landeskommando Hamburg ist auch die zivil-militärische Zusammenarbeit prominent vertreten, denn dafür ist seit der Flutkatastrophe 1962 das Landeskommando für diese Stadt verantwortlich. Diese 1962 erstmals unter dem damaligen Hamburger Innensenator Helmut Schmidt praktizierte Zusammenarbeit ist seit dieser Zeit auch verfassungsrechtlich festgeschrieben. Sie wird subsidiär gelebt. An der FüAk können die Besucher dieses an den Ständen der Feuerwehr Hamburg, des Technischen Hilfswerks oder der Polizei Hamburg erleben. Alle Stellen sind dort mit ihrem Personal und Material vertreten und beantworten gerne die Fragen. Kommen Sie vorbei. Bis 17.OO Uhr sind die Kasernentore noch für Sie geöffnet.

 

 

 

Autor: Eggo Rettmer; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 08.06.2018

Tag der Bundeswehr an der Führungsakademie der Bundeswehr; FüAkBw feiert 60 Jahre Standort Hamburg 

Es wird einer der größten Feiern, die dieses Jahr in den Hamburger Elbvororten stattfindet: Die Führungsakademie der Bundeswehr feiert 60 Jahre am Standort Hamburg. Auch deshalb wurde die Akademie in der Clausewitz-Kaserne als einer von 16 Standorten ausgewählt, an denen der Tag der Bundeswehr gefeiert wird: Rund 5.000 Gäste erleben bei hoffentlich bestem Wetter ein attraktives Programm mit vielen Höhepunkten.

„Am 9. Juni wollen wir an unserem schönen Standort hier in den Elbvororten, mit unseren Freunden, Nachbarn und allen interessierten Gästen ins Gespräch zu kommen. 60 Jahre Führungsakademie in Hamburg sind dafür ein besonderer Anlass – und darauf freuen wir uns“, sagt Brigadegeneral Oliver Martin Kohl, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr.

Zum vierten Mal präsentieren sich die deutschen Streitkräfte bundesweit beim Tag der Bundeswehr. Ein buntes und abwechslungsreiches Programm wartet auf die Gäste:
So wird ein Puma, der neueste Schützenpanzer der Bundeswehr, zu begutachten sein. Mit dem Puma stellt sich auch der „Infanterist der Zukunft“ der Öffentlichkeit vor. Der Wiesel, ein leichtes Kettenfahrzeug, begleitet beide. Aus der Luft schwebt ein Rettungshubschrauber ein und unterstützt die Sanitätskräfte in der Darstellung eines Rettungszentrums. „Das ist schon eine Herausforderung für die Piloten“, sagt Oberstleutnant Stefan Ochmanek, Projektleiter des Tags der Bundeswehr, „da wir in unserer Kaserne nur ein kleines Landefeld haben.“

Die Marine zeigt ihre Taucher bei der Arbeit: In einem gläsernen Tauchbecken demonstrieren die Marinetaucher ihr Können. Direkt nebenan steht ein Luchs – ein Sealynx, Bordhubschrauber der Fregatten, kommt aus Nordholz eingeflogen.

Die Bundeswehr fördert den Spitzensport. Auch das wird an dem Tag erlebbar: Zwei Spitzenseglerinnen aus dem Perspektiv Kader des German Sailing Teams sind mit ihrem Laser Segelboot vor Ort.

 

„Wir haben hier Attraktionen, die man nicht jeden Tag sieht“, so beschreibt Ochmanek unter anderem die verstärkte Sicherung am Eingang zur Clausewitz-Kaserne. Reservisten vom Landeskommando Hamburg zeigen hier den Besuchern die Verfahrensweisen für eine Personen- und Fahrzeugkontrolle.

Der Gast, der sich bisher nicht mit der Führungsakademie beschäftigt hat, erlebt, wie vielfältig und international die Akademie ist. Rund 70 internationale Lehrgangsteilnehmer stellen sich und ihre Länder gerne dem Besucher vor. „Seien Sie überrascht über die Vielfalt“, so Stefan Ochmanek, „man bezeichnet die Führungsakademie auch gerne als ´Kleine UNO´“.

Das Echtzeitstrategiespiel Wargame oder der im Jahr 1983 erschiene Film WarGames sind einigen Besuchern noch ein Begriff. Dass Wargaming inzwischen ein fester und wichtiger Bestandteil in Ausbildung und Lehre der Bundeswehr ist, zeigen angehende Generalstabsoffiziere mit modernster Technik.

Auch die Geschichte der Führungsakademie wird begreifbar. Geführte Rundgänge zeigen anhand ausgewählter Gebäude wie zum Beispiel die Villa Plaut, das Stabsgebäude oder das Manfred-Wörner-Zentrum die wechselvolle Geschichte und Nutzung des Geländes zwischen Blankenese und Nienstedten.

Die Bundeswehr ist fester Bestandteil des Bildungs- und Forschungsstandorts Hamburg. Die Führungsakademie als höchste Ausbildungsstätte der Bundeswehr, die Helmut-Schmidt-Universität, das Bundeswehrkrankenhaus und weitere Bildungseinrichtungen der Bundeswehr stellen sich vor.

„Wir haben auch eine große Bühne aufgebaut, mit einem tollen Programm“, verspricht der Oberstleutnant. Geplant sind Musik, Information und Unterhaltung. Eine Rede von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird an einem der 16 Standorte des Tages der Bundeswehr gehalten und an der FüAkBw live per Videowand übertragen. Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Dr. Hans-Peter Bartels, ist vor Ort.

An ein Kinderprogramm, unter anderem mit Kletterwand und Schminkecke, haben die Organisatoren ebenfalls gedacht. Und natürlich gibt es ausreichend Erbsensuppe und Getränke. „Die Suppe gab es früher immer für die Angehörigen vor den Gelöbnissen und wir werden immer wieder danach gefragt, da bieten wir die doch sehr gerne an“, so Ochmanek.

Sind Sie schon einmal durch ein Herz gegangen? Das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg zeigt ein begehbares Herz und informiert über Tropenkrankheiten. Die Gesundheit steht auch an anderen Orten im Vordergrund – ein militärischer Fitnessparcours gibt neue Anregungen für ganzheitliches Training.

Die Bundeswehr ist nicht nur für die Landesverteidigung zuständig. Wie sie auch beim Katastrophenschutz unterstützt, wird das Landeskommando Hamburg zeigen. Es erfüllt im Alltag im Zusammenspiel mit Behörden und Einrichtungen der Stadt vielfältige Aufgaben und gibt unter anderem den Reservisten eine militärische Heimat. Am Tag der Bundeswehr wird das Landeskommando mit zivilen Blaulichtorganisationen, wie Technisches Hilfswerk, Feuerwehr Hamburg, Polizei Hamburg und dem deutschen Roten Kreuz, einen gemeinsamen Einsatz beim Katastrophenschutz simulieren.

"Erleben Sie den engen Schulterschluss zwischen Bundeswehr und zivilen Organisationen in der Hansestadt", sagt General Kohl über die Gesamtdarstellung der Bundeswehr in Hamburg am Tag der Bundeswehr, „wir heißen Sie herzlich willkommen, seien Sie neugierig.“

Willkommen Neugier – mit diesem Motto beginnt der Tag der Bundeswehr beginnt um 10 und endet um 17 Uhr.

 

 

 

Autor: Marcel Borcherd; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 08.06.2018


Gemeinsamer Austausch als Schlüssel zur Auftragserfüllung


Modulteilnehmer bei der Arbeit


Zivil-Militärische Zusammenarbeit

 

Globalisierung, Digitalisierung, Vernetzung: Es gibt unzählige Beispiele, die darauf hinweisen, dass die Welt einem raschen Wandel unterliegt. In einer derart schnelllebigen Welt sind stete Anpassungen unabdingbar. Innovationen machen auch vor der Bundeswehr nicht halt. Wie das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) das Innovationsmanagement für die Bundeswehr angeht, wurde erstmalig in einem eigenständigen Seminar dargestellt. Die Fakultät Management befasste sich vor diesem Hintergrund zu diesem Thema im Rahmen eines Pilotseminars mit dem Titel „Innovationsmanagement – Einsatz der Wissenschaftlichen Unterstützung Nicht-Technisch“.

Zielgruppe sind nicht nur die Planer in der Bundeswehr beziehungsweise das Planungsamt der Bundeswehr (PlgABw). Gute Ideen für Innovationen können in allen Bereichen entstehen und jede dieser Ideen soll betrachtet werden.

Regierungsrat Marcel Borcherd kommt aus dem Planungsamt, genau vom Fachgebiet Entwicklung Bundeswehr der Fakultät Management. Er führte durch das Seminar. Alle Seminarteilnehmer diskutierten konstruktiv und brachten sich gleichermaßen aktiv und bereichernd in das Seminargeschehen ein. Gemeinsam wurde die Frage erläutert, was Innovationsmanagement für das BMVg bedeutet und wie die Wissensunterstützung einen Innovationsprozess unterstützen kann.

Handlungstraining zum besseren Verständnis

Die Konzeption des Seminars erfolgte in Abstimmung mit dem BMVg und dem Planungsamt. Ziel des Seminars war es, einen Überblick über das Innovationsmanagement im Allgemeinen zu geben und den Wissenstransfer zum Entscheidungsträger abzubilden. Durch kurze Inputs konnte hier ein gemeinsames Verständnis von der Thematik geschaffen werden.

Im weiteren Verlauf des Seminars wurden die Methoden der Wissensunterstützung erläutert und deren Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt. Gleichermaßen wurde den Teilnehmern ermöglicht, die einzelnen Methoden in Handlungstrainings an ausgewählten Beispielen auszuprobieren. Die praktischen Anwendungen trugen zum klaren Verständnis der Methoden an sich als auch zum Erkennen ihrer Einsatzspektren bei.

Gastdozenten aus dem PlgABw, Vertreter der Universität der Bundeswehr München sowie die Seminarteilnehmer, die durch Einbringen ihrer Erfahrungen aus den jeweiligen Verwendungen das Geschehen bereicherten, machten das Seminar zum Erfolg.

Weiterentwicklung und Ausblick

Den Abschluss der Woche bildete eine ausführliche Auswertung des Seminars durch den Seminarleiter mit den Teilnehmern und den Verantwortlichen aus dem BMVg und dem PlgABw. In einer sehr konstruktiven Aussprache wurde festgestellt, dass es an der einen oder anderen Stelle noch Weiterentwicklungspotenzial gibt, es aber insgesamt für einen Pilotdurchgang eine erfolgreiche Woche war.

Die Resonanz der Teilnehmer hat durchweg gezeigt, dass der Bedarf an einer solchen Aus- und Weiterbildung vorhanden ist. Deshalb geht es weiter: Das Folgemodul ist in Planung. Die entscheidenden Punkte für Anpassungen wurden erkannt und fließen in die Planung für den zweiten Durchgang mit ein, denn Innovation macht auch vor dem Seminar selbst nicht halt.

 

 

 

 

 

Autor: Dr. Wolfgang Schmidt, Anne Bressem; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 05.06.2018


Delegation der FüAkBw erinnert an Wolf Graf von Baudissin


Kranzniederlegung am Grab Wolf Graf von Baudissins

Gemeinsames Gebet mit Militärdekan Dr. Hartwig von Schubert

Oberst Dr. Schmidt gedenkt Wolf Graf von Baudissin

Kranz zur Erinnerung

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute vor genau 25 Jahren ist der Gründervater der Inneren Führung gestorben. Am 5. Juni 1993 wurde Generalleutnant a. D. Professor Wolf Graf von Baudissin auf dem Friedhof Großflottbek begraben. Er war einer der bedeutendsten deutschen Soldaten des 20. Jahrhunderts. Seine Gedanken zum inneren Gefüge der deutschen Streitkräfte und zum Umgang miteinander prägten die Bundeswehr maßgeblich. Die zentralen Ideen des Konzepts der Inneren Führung und das ihr zugrunde liegende Leitbild des Staatsbürgers in Uniform leisten bis heute einen wichtigen Beitrag, die Verankerung der Streitkräfte in unserer Gesellschaft sicherzustellen. Am 25. Todestag hat die Führungsakademie der Bundeswehr mit einer Kranzniederlegung seiner gedacht.

Wir wollen mutig sein, neu zu denken

„Sie haben beweisen dürfen, dass Sie nicht nur ein Fachmann, ein ‚Experte‘ der Inneren Führung sind, sondern auch eine operative Begabung, die bei uns so selten ist. Ein breit angelegter Soldat also, der auf allen Führungsgebieten Impulse zu geben und neue Ideen zu entwickeln in der Lage ist. Sie repräsentieren gerade auch in ihrer integrierten Verwendung das Bild des modernen Offiziers“. Mit diesen Worten verabschiedete der damalige Generalsinspekteur der Bundeswehr, Ulrich de Maizière, den Generalleutnant Wolf Graf von Baudissin am 19. Dezember 1967 in den Ruhestand. Davor lag eine über vierzigjährige Zeit als Soldat.

Ein großer Reformer und Modernisierer

Wolf Graf von Baudissin ist als einer der großen Modernisierer und Reformer in die deutsche Militärgeschichte eingegangen. Ihm ist neben Scharnhorst, Gneisenau, Ulrich de Maizière und Adolf Graf Kielmannsegg die erste demokratische Armee Deutschlands, die Bundeswehr, zu verdanken. Er setzte das Reformprogramm der Bundeswehr durch, welches unter dem Begriff der Inneren Führung die Funktionsbedingungen einsatzfähiger Streitkräfte mit den freiheitlichen Prinzipien eines demokratischen Rechtsstaates in Einklang bringt.

Staatsbürger in Uniform

Dem entspricht das ebenfalls von ihm entwickelte Rollenmodell des Staatsbürgers in Uniform, eines guten Soldaten, vollwertigen Staatsbürgers und freien Menschen. So sieht das Leitbild der Inneren Führung seit ihren Anfängen den einsatzbereiten Soldaten vor, der zugleich freier Mensch und verantwortungsbewusster Staatsbürger ist. Den Kern der Inneren Führung bilden demnach einsatzfähige Streitkräfte, die mit den freiheitlichen Prinzipien eines demokratischen Rechtsstaates konform gehen, jederzeit einsatzbereit sind, zugleich aber auch eng in die Gesellschaft eingebunden sind.

Frieden in Freiheit

Den Frieden in Freiheit zu generieren geriet zur bestimmenden Richtschnur des soldatischen Dienens in der Bundeswehr. Dies gilt unverändert bis heute. Wolf Graf von Baudissin hatte in der Bundeswehr keinen leichten Stand. Die überwiegende Mehrzahl der militärischen Altelite konnte mit der Modernität der neuen Führungsphilosophie kaum etwas anfangen. Sie opponierte heftig gegen sein reformatorisches Werk. Auch an der Führungsakademie, als 1968 der stellvertretende Inspekteur des Heeres, Helmut Grashey, im Moltke-Saal von der Inneren Führung als einer Maske sprach, die man als Konzession zur Zustimmung der SPD für die westdeutsche Aufrüstung habe anlegen müssen. Sie gelte es abzulegen, um wieder zu echtem Soldatentum – so wie er und seinesgleichen es verstanden – zurückkehren zu können. Auch heute steht das Konzept der Inneren Führung immer mal wieder in der Kritik. Mit dem Prozess "Innere Führung heute" gibt das Bundesministerium der Verteidigung dem Konzept Baudissins jüngst einen neuen Impuls.

Verbundenheit der Führungsakademie mit Baudissin

Mit der Benennung einer Liegenschaft ehrte die Führungsakademie der Bundeswehr 1994 einen der bedeutendsten Soldaten des 20. Jahrhunderts. Damit ersetzte man den bisherigen, ab 1965 an einen ausschließlich an einen Funktionär des nationalsozialistischen Krieges erinnernden Namen durch eine Persönlichkeit, die zum Nachdenken über den Zweck des Soldatseins in der Bundeswehr anregt – zum Dienst für Frieden, Freiheit und Menschenwürde. Dazu steht auch der Nachlass von Generalleutnant Professor Wolf Graf von Baudissin im 2001 eingerichteten Baudissin-Dokumentations-Zentrum an der Führungsakademie der Bundeswehr zur Verfügung.

Zum Fachaufsatz von Oberst Dr. Schmidt: Generalleutnant Wolf Graf von Baudissin (1907-1993). Vom Sachwalter des Krieges zum Sachwalter der Friedens

Zum Artikel des Zentrum Innere Führung

 

 

 

Autor: Matthias Siegemund; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 05.06.2018


Eine Geschichtsstunde in der Aviatorsbar über Deutsche Fliegerasse im Zweiten Weltkrieg von „Chick“ Cleveland


Die Kursteilnehmer vor dem Ehrenmal der Gebrüder Wright auf der Maxwell Air Force Base

Integriert in den Untergruppen wird das „Oberved System“ analysiert

Übergabe des Lehrgangswappen an den Kommandanten des Air Command and Staff Colleges

Fünf Lehrgangsteilnehmer der Luftwaffe des 13. Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) reisten zum United States (US) Air Command and Staff College auf der Maxwell Air Force Base bei Montgomery in Alabama, um an einer operativen Planungsübung teilzunehmen. Auf einem der traditionsreichsten Flugplätze der US-Luftwaffe (US Air Force) und einem historischen Ort, an welchem die Gebrüder Wright im Jahre 1910 ihre erste Flugschule gründeten, erweiterten die Teilnehmer ihren Horizont.

Faszination Fliegen

Heute noch können dort Legenden der US Air Force angetroffen werden. „Wir hatten die Gelegenheit „Chick“ Cleveland, dem letzternannten Fliegerass (Flying Ace) der US Air Force und Präsidenten der Flying Aces Association, zu begegnen, an seiner Faszination über die Deutsche Luftwaffe teilzuhaben und ihm die Insignien unseres Lehrgangs zu überreichen“, so Oberstleutnant Matthias Siegemund, einer der angereisten LGAN-Lehrgangsteilnehmer.

Heiße Phase Operative Planungsprozesse

Die Reise fiel in eine Phase des LGAN, in welcher die Teilnehmer im operativen Denken und Planen geschult werden. Ausgehend vom operativen Planungsprozess der NATO konnten die fünf Teilnehmer ihre Kompetenzen bei dem bedeutendsten NATO-Verbündeten einbringen. „Darauf waren wir gespannt“, so Siegemund. Die Übung erfolgte gemeinsam mit dem US-Kurs „Multi-Domain Operations & Strategy“ (MDOS). Darüber hinaus nahmen 15 weitere Mitstudenten (Fellow-Students) aus den unterschiedlichsten Bereichen der US Air Force teil.

Auswerten des Szenars

Eine Überraschung erlebten die vom 13. Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) Teilnehmenden beim Auswerten des Übungs-Szenars. Kein Naabezien, kein Cerasia und kein Skolkan. Diese fiktiven Bezeichnungen von Länderregionen entstammen NATO-Übungen, in denen auf Basis realer Geographie aber an fiktiven politischen Grenzen, Bevölkerungen und Religionsgruppen das Planen militärischer Operationen geübt wird.

Realer Konflikt projiziert in die Zukunft

Wie Oberstleutnant Siegemund stießen seine vier Kameraden bei der Übung auf einen realen Konflikt, welcher aufgrund bestimmter Annahmen der Zukunftsanalyse zehn Jahre in die Zukunft projiziert wurde. In diesem semi-fiktionalen Szenar stehen sich in Vorderasien eine schiitische Koalition unter iranischer Hegemonie und eine sunnitisch-arabische Koalition unter Führung Saudi-Arabiens gegenüber.

Begegnungen mit Ressourcenproblemen

Der in der Übungskünstlichkeit über Jahre schwelende Konflikt droht zu eskalieren. Nicht aus religiösen oder ideologischen Gründen, sondern wegen Wasser. Die
Veränderung des Weltklimas sorgt für Wassermangel in der Region mit erheblichen Auswirkungen. Durch kein vorhandenes Wasser findet keine Landwirtschaft statt. Das impliziert das die Ernährung der Bevölkerung nicht mehr stattfindet. Durch Hunger leidende Bevölkerung prosperiert nicht und erzeugt politische Instabilität. Damit liegt die Notwendigkeit vor, unter Nutzung aller staatlichen Machtinstrumente dem Ressourcenproblem zu begegnen.

Annahmen zum Nachdenken

„Weitere Annahmen regten uns intensiv zum Nachdenken an“, sagte der Oberstleutnant, „wie beispielsweise die regionale Proliferation von Nuklear- und hypersonischen Waffen, der NATO-Austritt der Türkei nach unilateraler Anerkennung des kurdischen Staates durch die USA oder das Überschreiten des Peak Oil Demand, also der Spitzennachfrage von Öl und der damit einhergehende Verfall des Ölpreises“, führte er weiter aus.

Einsatz von Instrumenten

Laut Matthias Siegemund könnte sich in einem derartigen, in der Zukunft vielleicht vorherrschenden Konflikt, für die künftige militärische Funktionselite der US Air Force die Fragestellung entwickeln, welche eigenen Instrumente staatlicher Macht, wie Wirtschaft, Diplomatie, Informationen oder Militär eingesetzt werden können, um den Konflikt einzuhegen und eigene Interessen zu schützen.

Handlungslinien werden herausgearbeitet

Hierzu wurden das global und regional zu beobachtende System (observed system) sowie das Anzustrebende (desired system) in einem Zeithorizont von zwanzig Jahren analysiert. Daraus wurden, vergleichbar mit dem NATO-Planungsprozess, die strategischen Problemstellungen herausgearbeitet und Handlungslinien (lines of effort) entwickelt.

Systemänderungen herbeiführen

Diese wurden auf die operative, militärische Ebene heruntergebrochen und ein Operational Design entwickelt. Die operative Ausgestaltung für die einzelnen jeweils nachfolgenden Ebenen ist daraus ersichtlich. In diesem werden verschiedene Änderungszustände des zu beeinflussenden Systems auf dem Weg vom beobachteten (observed) zum angestrebten System (desired system) beschrieben. Es wird untersucht, welche Effekte ausgelöst durch militärische Aktionen die beabsichtigten Systemänderungen schrittweise herbeiführen. Dieser Ablauf ist dem laut dem Oberstleutnant dem NATO-Planungsprozess grundsätzlich sehr ähnlich.

Militärische Operationsdimensionen

Das Denken in Effekten und Aktionen beschränkt sich laut den fünf Lehrgangsteilnehmenden nicht auf Luftmacht allein, sondern bezieht andere militärische Operationsdimensionen mit ein. Unter den NATO-Begriffen „joint effects“ und „joint actions“ werden das Zusammenwirken der Teilstreitkräfte in den Dimensionen zu Land, Luft, See sowie im Cyber- und Informationsraum beschrieben.
Die Bundeswehr hat beispielsweise zudem die Dimension Weltall. MDOS entwickelt  laut den LGAN-Teilnehmern ein erweitertes Verständnis von Operationsdimensionen und begründet damit für sie eine einzigartige operative und strategische Denkschule in den US Streitkräften.

Operatives Denken

Sie erklärten, dass MDOS die Operationsdimensionen Land, Luft, See, Weltraum, Elektromagnetisches Spektrum und Mensch nutzt. Diese Dimensionen („multi-domains“) werden dabei nicht nebeneinander betrachtet, sondern in Abhängigkeit voneinander und zueinander. Es wird bei den iterativen Schritten der Systemänderung untersucht, wie das Handeln in einer Dimension Effekte in den anderen Dimensionen auslöst. So können Aktionen im Weltraum oder im Elektromagnetischen Spektrum genutzt werden, um günstige Effekte für eine Luftkriegsoperation herbeizuführen. Mit diesem Verständnis wird das operative Denken deutlich über die eigene Teilstreitkraft ausgedehnt.

Denkströmungen in anderen Streitkräften

„Die Teilhabe an dieser Denkschule weitete unser operatives Verständnis erheblich“, betont Matthias Siegemund.  „Es zeigte uns eine Denkströmung in den US-Streitkräften, wie das operative Planen weiterentwickelt werden kann. Operatives Denken im 21. Jahrhundert ist weit mehr als das Bewegen von Truppenkörpern der Brigade- oder Divisionsebene, also 6.000 bis 20.000 Mann als Symbole auf einer Karte“, führte er weiter aus.

Dimensionen von Konflikten erkennen

Die Zukunft wird laut ihm neue Konfliktformen hervorbringen. Staatliche und nichtstaatliche Akteure werden in neuen Dimensionen handeln. „Unsere Aufgabe als nächste Generation von Generalstabsdienstoffizieren und Kommandeuren wird es sein, diese Dimensionen zu erkennen, zu verstehen und unsere Streitkräfte auf das Handeln darin vorzubereiten“, so sein persönliches Fazit.

Selbstverständnis des MDOS

Die Reise ließ die fünf LGAN-Teilnehmer wahrlich hinter den Horizont blicken. Sie verstehen dieses gleichfalls als das Selbstverständnis des MDOS-Kurses, der unter dem Motto ‚Über den Horizont‘ (Over the Horizon) regelmäßig, öffentlich zugänglich im Web und über unterschiedliche Social Media Kanäle publiziert und informiert.

Militärische Verantwortung im öffentlichen Raum

Die MDOS-Lehrgangsteilnehmenden, als vermutliche Träger der militärischen Verantwortung der nächsten zwanzig Jahre in den US-Streitkräften, transportieren ihre strategischen und operativen Gedanken in einen öffentlichen Raum. Sie fördern aktiv einen thematischen Diskurs, sowohl innerhalb der Streitkräfte, als auch mit der interessierten Öffentlichkeit. „Der Mut zu dieser Öffentlichkeit stärkt das Selbstverständnis, sich als ‚Funktions- und Verantwortungselite‘ eines Staates zu begreifen und sich einem kritischen Diskurs – streitkräfteintern als auch extern – bewusst und aktiv zu stellen“, schwärmt Oberstleutnant Siegemund. Laut ihm sollte dieses der Führungsakademie und ihrem Anspruch als Denkfabrik zum Vorbild dienen.

 

 

„Erfahren Sie mehr über die Bundeswehr als attraktiven Arbeitgeber am 9. Juni 2018 beim Tag der Bundeswehr Die Führungsakademie der Bundeswehr - seit 60 Jahren in Hamburg"

 

 

 

Autor: Eggo Rettmer; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 04.06.2018

Medientraining an der FüAkBw

Seit Jahrtausenden planen, simulieren oder analysieren Soldaten militärische Operationen. Der Bogen reicht von spielebasierten Ansätzen wie dem Schachspiel über den Sandkasten bis zur heutigen computergestützten Simulation für Analyse-Verfahren wie z.B. Operations Research.
Alle diese Verfahren haben ihren Platz und können zu bestimmten Zielen wirksam eingesetzt werden. Einen sehr guten Überblick über die Möglichkeiten bietet dieses "Wargaming Handbook".

Matrix Wargame

Auch das "Matrix Wargame" hat einen festen Platz in diesem bunten Kaleidoskop militärischer Ausbildungs-, Planungs- und Analyse-Werkzeuge. Dabei handelt es sich nach Wikipedia um "eine grundsätzlich nicht computergestützte, kompetitive, rundenbasierte Konflikt- bzw. Kriegssimulation, mit dem Ziel, mögliche Handlungsoptionen von Konflikt- bzw. Kriegsparteien auf Basis strukturierter Argumentation nachvollziehen und vorausahnen zu können."
Der Basislehrgang Streitkräfte (BLS) an der Führungsakademie hat diesen Wikipedia Beitrag entwickelt und das im Video dargestellte Matrix Wargame im Februar 2018 durchgeführt.
Generell hat ein Matrix Wargame mehrere Anwendungsmöglichkeiten. Diese gehen von der Vermittlung von Ausbildungsinhalten über die Szenario-Analyse bis hin zur Entscheidungsfindung im Rahmen der Strategieentwicklung.

„Serious Games“ an der Führungsakademie

Dozenten der Führungsakademie und die Lehrgangsteilnehmenden bewerten das Matrix Wargame gleichermaßen als besonders geeignete Maßnahme, um im Rahmen der kompetenzorientierten Ausbildung strategische Fähigkeiten auszubilden.
Erleben Sie am 9. Juni 2018, wie "Wargaming" das strategische Denken fördert:
Beim Tag der Bundeswehr haben alle Gäste dazu die Gelegenheit - an der Station "Wargaming/Serious Games/Gamification".
Die Führungsakademie bereitet seit 60 Jahren in Hamburg das Top-Management der Bundeswehr auf zukünftige Spitzenpositionen vor. Ausbildungsmethoden und -mittel werden laufend weiterentwickelt. Lernen Sie uns kennen.
Herzlich Willkommen!

 

Autor:Christoph Weigmann; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 31.05.2018


 Oberst Professor Dr. Matthias Rogg begrüßte die Besucher


Peter Burkowski im Gespräch mit der Steuergruppe Denkfabrik an der Führungsakademie

Delegationsteilnehmerin Dr. Silke Köser

 Aufmerksamer Austausch

Es gibt viele Gemeinsamkeiten, die die Führungsakademie für Kirche und Diakonie der Evangelischen Kirche (fakd) und die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAk) bewegen. Dieses zeigte sich während eines Besuches, den Vertreter des Leitungsteams der fakd der FüAk abstatteten. Angeführt wurde die Delegation aus Berlin von Dr. Paul Hanselmann, der unter anderem die Schwerpunktfelder „Organisations- und Unternehmensentwicklung“ in der fakd betreut. Außerdem begleiteten die Delegation Frau Dr. Silke Köser, verantwortlich unter anderem für den Bereich „Management in sozialen Organisationen (MSO)“, sowie Dr. Lars Charbonnier aus dem Bereich „Theologische Diskurse und Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung“. 

Fachgespräch in der Fakultät Management

Ziel des Besuches der Delegation war es, sich über den Auftrag und die Inhalte von bestimmten Ausbildungsinhalten auszutauschen. So wurde die dreiköpfige Delegation zunächst von Oberst Michael Strunk empfangen, der an der FüAk in der Fakultät Management das Fachgebiet Management-Verfahren verantwortet. Zusammen mit Hauptmann Thorsten Fischer hat er ein Fachgespräch geführt.

Neuer Auftrag Denkfabrik

Im Anschluss daran wurden die Besucher von Oberst Professor Dr. Matthias Rogg, dem Leiter der Steuergruppe Denkfabrik an der FüAk, begrüßt. In einem zweistündigen Gespräch stellte Oberst Professor Rogg die Denkfabrik vor, um die die FüAk aufgrund der Weisung der Bundesverteidigungsministerin erweitert wird. In diesem Zusammenhang wurde die Steuergruppe Denkfabrik an der Führungsakademie eingerichtet. Aufgabe dieser Steuergruppe ist es, das gemeinsam von der FüAk und der Helmut-Schmidt-Universität gegründete German Institute for Defence and Strategic Studies akademieseitig und in Kooperation mit der HSU zu steuern. Die FüAk wird damit Hamburg als Bildungsstandort bereichern.

MFIS ist der erste Pfeiler

Dabei kann die FüAk diesen Auftrag auf einer bewährten Basis aufbauen. Gemeinsam mit der HSU betreibt die FüAk bereits seit mehreren Jahren den Masterstudiengang „Militärische Führung und Internationale Sicherheit“ (MFIS), der sich zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt hat. Die Abschlussarbeiten besitzen regelmäßig eine außergewöhnliche Qualität. Dieser Studiengang richtet sich als Aufbaustudiengang an Personen ab Mitte 30, die bereits einen eigenen Berufsabschluss aufweisen und militärische Praxis mitbringen.

„Erarbeitet einmal ein neues Konzept“

Vor diesem Hintergrund forderte die Ministerin die FüAk auf, eine neues Konzept zu erarbeiten, indem sich nicht nur der Input-Charakter widerspiegelt, den die FüAk als Ausbildungsstätte seit eh und je besitzt: die Ausbildung des eigenen Top-Führungspersonals. Zusätzlich soll der Output-Charakter hinzukommen. Dieses bedeutet, dass sich die FüAk mit ihren Ergebnissen der Öffentlichkeit und dem Diskurs stellen soll. Umgesetzt wird dieses durch den Beratungsauftrag, der neu hinzugekommen ist. Hierzu stellt die FüAk mit den etwa 125 Dozenten für alle Themen der militärischen Führungsfragen zum einen in ihren eigenen Fakultäten eine Ressource dar.

Das Kern-Mantel-Prinzip

Über das GIDS erfolgt die wissenschaftliche "Tiefenbohrung" zu bestimmten Themen, so der Oberst in dem Gespräch. Die Steuergruppe soll dabei den Forschungsansatz des GIDS, das gleichsam den Kern der Denkfabrik darstellen wird, mit dem Netzwerk der FüAk und der HSU verbinden. Damit können FüAk und HSU als Mantel aufgefasst werden. Ab Ende Juni 2018 wird das GIDS seine offizielle Arbeit aufnehmen. Basis wird eine exzellente Grundlagenforschung im Bereich der Sicherheitspolitik sein. Gerade die Sicherheitspolitik stellt die komplexeste Materie der Außenpolitik dar. Ein kritischer, politischer Beratungsansatz, der nicht von vornherein antizipierend ist, und der öffentliche Diskurs, der in der wissenschaftlichen Debatte gesucht wird, sind die weiteren Rahmenparameter der neuen Denkfabrik.

Sechs Forschungscontainer des GIDS

Die Konzentration der Forschungsfelder wird auf sechs Feldern, den so genannten ,,Forschungscontainern“, liegen. Die Forschungsfelder „Kultur und Identität in einem veränderten sicherheitspolitischen Umfeld“, „Ökonomie und Ökologie von Gewalt“ und „Dynamiken und Typologien von Kriegen und Konflikten“ werden die ersten drei Themenfelder sein, mit denen dieses Jahr die Umsetzung des Auftrags begonnen wird. Gerade zu dem ersten „Container“ führte Oberst Rogg der Delegation beispielhaft den Baedeker-Angriff im Zweiten Weltkrieg oder das Vorgehen des so genannten Islamischen Staates an. Beispielhaft wurde zum zweiten Forschungsfeld angeführt, wie sehr sich Gewalt in andere Bereiche verlagern wird und das Militär an Bedeutung zurücktritt.

Kritische Infrastruktur

„Was geschieht“, so die Frage von Professor Rogg, ,,wenn systematisch die Organisations-IT von mehreren Krankenhäusern gehackt wird, so dass im Bewusstsein der Bevölkerung das Vertrauen in eine funktionierende Gesundheitsversorgung durch den Staat zum Einsturz gebracht wird?“ Im kommenden Jahr werden die Forschungsfelder um die Themen „ressortgemeinsames und interdisziplinäres Denken und Handeln in sicherheitspolitischer Perspektive“, „Militärstrategie und Führung im 21. Jahrhundert“ sowie „Strategische Partnerschafen“ erweitert.

Hoffnung auf Zusammenarbeit

Zum Abschluss des Gespräches und nach einem lebhaften Austausch zu all den angesprochenen Themenfeldern verabschiedete sich Rogg von den drei Vertretern der fakd und gab der Hoffnung Ausdruck, dass eine Zusammenarbeit der beiden Akademien in Zukunft weiterentwickelt werden kann. Ein rundum freundschaftlicher und ergiebiger Austausch kam mit der Verabschiedung aus der Denkfabrik zum Abschluss.

 

Erfahren Sie mehr über Internationalität an der Führungsakademie am 9. Juni 2018 beim Tag der Bundeswehr.

Die Führungsakademie der Bundeswehr - seit 60 Jahren in Hamburg

 

 

Autor: Jürgen Bredtmann, Eggo Rettmer; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 29.05.2018

Medientraining an der FüAkBw

Medientraining an der FüAkBw

Wir reden, täglich, viel: Mehrere tausend Worte geben wir pro Tag von uns. Und dann gibt es Momente, da bringen wir kein einziges Wort heraus, wissen nicht mehr, was wir sagen wollen.

Ein solcher Moment kann ein Interview sein. Doch das Gespräch mit Journalisten lässt sich üben.

Vorbereitung zählt

Wer ist der Journalist, was will er und wofür? Was will ich? Welche Botschaft will ich dem Publikum vermitteln?

Zur Botschaft gehören hier nicht nur die Worte, sondern unter anderem auch Mimik, Gestik, Sprechtempo und Stimmmodulation.

Feedback hilft

Später dann die Auswertung durch die Trainer: Was war stark, worauf sollte ich beim nächsten Mal achten?

Und natürlich: Welchen Originalton, welche Antwort, hätte der Journalist tatsächlich in seinen Beitrag eingebaut?

Da schließt sich der Kreis: Ist da unsere zuvor definierte Botschaft an den Zuschauer drin und verständlich?

Bei vielen Teilnehmenden reift die Erkenntnis: Das sollte durchaus häufiger geübt werden.

Medientraining ist fester Bestandteil der Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr.

Kommen Sie uns besuchen, lernen Sie uns kennen

Lernen Sie sich besser kennen – beim Tag der Bundeswehr in Hamburg.

Wenn Sie sich ausprobieren wollen, kommen Sie gerne auch zum persönlichen Medientraining. Wie wirken Sie auf Ihre Mitmenschen? Welche Botschaft haben Sie gerade durch Ihr Verhalten, Ihre Stimme, Ihre Worte gesendet?

In den etwa 15 Minuten Training sehen und hören Sie sich selber, Sie werden viel über sich und Ihre Wirkung auf andere erfahren. Seit 60 Jahren ist die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Wir machen die Guten besser.

Autor: Nils Schellner; Fotos: Katharina Roggmann, Wikipedia

Hamburg, 25.05.2018


 Lehrgangswappen des LGAI


 Brasilien ist Gast des Regionalen Informationstages

 Wer möchte da nicht hin? Blick auf Rio de Janeiro

 Argentinien ist Gast des Regionalen Informationstages

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Regionale Informationstag (RIT) mit dem Schwerpunkt Südamerika und den gastgebenden Ländern Brasilien und Argentinien stand dick im Kalender der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Die drei vortragenden Stabsoffiziere, Oberstleutnant Carlos Morgero aus Brasilien, Fregattenkapitän Santiago Michelis Roldan sowie Major Christian Castellanos aus Argentinien, verstanden es auf vorzügliche Weise, nicht nur ihre Heimatländer vorzustellen, sondern auch den Finger in offene Wunden zu legen.

Von Kolonialherren geprägt

Nachdem Major Prinz zu Löwenstein als deutscher Mentor das Auditorium mit wenigen Worten in das Thema einführte, folgte die Darstellung Südamerikas durch Fregattenkapitän Roldan. Dieser machte deutlich, dass der gesamte Kontinent maßgeblich durch die Kolonialisierung durch Spanier und Portugiesen, aber auch durch den Handel mit afrikanischen Sklaven geprägt wurde. Dr. Andreas Berns, Angehöriger der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften, beleuchtete in seiner Funktion als Fachdozent für Süd- und Lateinamerika die Deutsche Sichtweise über die Lage und Entwicklung des südamerikanischen Kontinents.

Dem Publikum bot sich in den anschließenden Ländervorträgen ein abwechslungsreicher Eindruck der Errungenschaften und der Lebenssituationen in den vorgestellten Ländern. So machte Oberstleutnant Morgero deutlich, dass Brasilien seine sicherheitspolitischen Interessen durchaus auch an der westafrikanischen Gegenküste sieht. Ferner führte er aus, dass gerade der Kampf gegen den Schmuggel von Drogen durch die weiten Flächen des Amazonasgebietes großer sicherheitspolitischer Anstrengungen bedarf.

Malvinas oder Falkland Inseln?

Im Rahmen der Darstellung der sicherheitspolitischen Ziele war es Major Castellanos aus Argentinien ein wichtiges Anliegen, die argentinische Sichtweise auf den Status der Falkland Inseln deutlich zu machen. Hierbei betonte er vehement das Streben nach einer friedlichen Lösung für den Konflikt mit Großbritannien. Im Jahre 1982 kam es zwischen Argentinien und Großbritannien bereits einmal zum Waffengang, welcher nach anfänglicher Besetzung der Inselgruppe durch argentinische Streitkräfte für Großbritannien entschieden wurde und in dessen Folge 1.000 Menschen das Leben verloren.

Südpol, das Ende der Welt?

„Die im Anschluss an die Vorträge durchgeführte sicherheitspolitische Debatte wurde lebhaft geführt“, so Prinz zu Löwenstein im Austausch mit einem Kameraden bei der Veranstaltung. Gerade die innerbrasilianischen Herausforderungen bei dem Kampf gegen Gewaltkriminalität oder beim Ausgleich der Chancenunterschiede für einzelne Volksgruppen ließen einige Gäste bohrend nachfragen. Oberstleutnant Morgero schilderte die Anstrengungen seines Landes, diesen Herausforderungen zu begegnen. Er stellte dabei auch die Möglichkeiten dar, die die brasilianischen Streitkräfte in diesem Zusammenhang hätten. Die südpolaren Ambitionen sowohl Brasiliens als auch Argentiniens waren ferner Grund für interessierte Fragen und eine lebhafte Debatte über die Motive dieser Anstrengungen beider Länder.

Oberstleutnant Claudio Kurz stand als engagierter Gesprächspartner am Infostand beider Länder nach der Vortrags- und Diskussionsrunde bereit. Als Angehöriger der argentinischen Luftwaffe bereitete er argentinische und brasilianische Spezialitäten zur Verkostung vor. Damit ist zu guter Letzt auch bei diesem Regionalen Informationstag für das leibliche Wohl bestens gesorgt worden.

Quo Vadis RIT?

Das neue Format der Regionalen Informationstage hat sich laut der Lehrgangsteilnehmenden fest etabliert. Mit dem kürzlich stattgefunden RIT BeNeLux (Beglien, Niederlande, Luxemburg) wurde erstmalig die Brücke zwischen Teilnehmern des LGAI und des LGAN (Lehrgangs Generalstabsdienst-/ Admiralstabsdienst International bzw. National) geschlagen. So trugen neben einem luxemburgischen LGAI-Teilnehmer auch LGAN-Teilnehmer aus den Niederlanden und Belgien vor. „Dies gilt es weiter auszubauen“, wie einige Zuhörer es wünschten. Wir freuen uns auf den nächsten RIT.

 

Erfahren Sie mehr über Internationalität an der Führungsakademie am 9. Juni 2018 beim Tag der Bundeswehr.

Die Führungsakademie der Bundeswehr - seit 60 Jahren in Hamburg

 

 

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