Autor: Inka von Puttkamer; Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Sportograf.com

Hamburg, 12.11.2018

Die Gruppe der FüAkBw kämpft sich gemeinsam durch die Hindernisse im Sand

Gemeinsam als Team ins Ziel

Erschöpft aber sichtlich glücklich - die Gruppe der FüAkBw

 

 

Durch Zusammenhalt und Kameradschaft hat ein elfköpfiges Team der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) den Extremwettbewerb XLETIX im Ostseebad Grömitz praktiziert. XLETIX, das bedeutet Hindernisläufe, die als Team gemeistert werden sollen. Es geht darum, als Gruppe im Ziel anzukommen und nicht darum, schnellster zu sein – getreu dem Veranstaltungsmotto „Ein Team. Ein Ziel!.“. Der Gegner ist die Strecke und ist nicht das andere Team. Durch Schlamm und Dreck entlang der Ostseeküste hat sich die Gruppe der FüAkBw tapfer innerhalb von drei Stunden an einem sonnigen Samstagvormittag gekämpft. XLETIX-Läufe finden in ganz Deutschland statt, aber nur diese sind für die FüAkBw geographisch so praktisch gelegen.

Teilstreitkraftübergreifend und multinational

Rein äußerlich hat das Team gleich ausgesehen, denn die FüAkBw hat eine einheitliche Teambekleidung zur Verfügung gestellt und damit dafür gesorgt, dass das Team gut erkennbar war. „Innerlich“ war es aber eine bunte Mischung aus deutschen Heeres-, Luftwaffen- und Marineoffizieren, das durch einen britischen, einen brasilianischen und einen indischen Offizier komplettiert worden ist. In der Militärsprache handelt es sich damit um eine echte „joint and combined operation“ (teilstreitkraftübergreifend und multinational). Allesamt kamen sie aus den Reihen der Lehrgangsteilnehmenden des nationalen und des internationalen Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst. Alle hatten sich auf die Teilnahme vorbereitet, denn völlig ungeübt sollte man in die frei wählbaren Distanzen aus 6, 12 oder 18 km mit 15, 25 oder 35 Hindernissen nicht gehen. Auch die angemessene Vorbereitung ist Fairness dem Team gegenüber und trägt im Vorfeld zur Kameradschaft bei.

Körperlich ausgereizt

Es galt, sich über Seile an Hindernissen hochzuziehen, um sich sodann auf der anderen Seite mutig hinunterzustürzen oder hinunterzurutschen. Oder es galt, ein Teammitglied durchs Wasser und über kleinste trockene Haltepunkte zu befördern, dabei mit seiner Kraft und Atemluft zu haushalten. Also alles Herausforderungen, die alleine nicht zu schaffen, aber im Team machbar sind. Fähigkeiten in einer Palette von Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination sind bei jedem Hindernis in verschiedener Ausprägung gefragt. Dabei spielt auch geistige Flexibilität eine entscheidende Rolle. Die Macher des Events wollen „euch alles abverlangen. Die Hindernisse werden euch eine ganze Weile begleiten, während des Events und wahrscheinlich auch einige Tage danach noch.“ Das bestätigt der Delegationsleiter der FüAk, Major Norman Böhm: „Es stimmt schon, dass man die Nachwirkungen des Laufes durchaus noch ein bisschen mit sich herumträgt, aber es hat sich wieder einmal gelohnt, dabei gewesen zu sein. Teamwork ist bei XLETIX das zentrale Element und macht zusammen mit den abwechslungsreichen Hindernissen den Spaßfaktor aus.“ So ist am Ende des Tages ein dreckiges und erschöpftes, aber glückliches Team wieder nach Hause an die FüAk gefahren – natürlich in der frohen Erwartung, dass eine erneute Teilnahme im nächsten Jahr wieder mit der Unterstützung der Akademie erfolgen wird.

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Sascha Kunze; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 09.11.2018

Generalmajor Kohl begrüßt den Kommandeur der niederländischen Landstreitkräfte

Generalleutnant Leo Beulen beim Eintrag in das Gästebuch der Akademie

Generalleutnant Beulen trägt zur deutsch-niederländischen Kooperation vor

Mit dieser Kernbotschaft beendet Generalleutnant Beulen seinen Vortrag

 

 

Der Kommandeur der Führungsakademie (FüAkBw), Generalmajor Oliver Kohl, begrüßte in Hamburg den Kommandeur der niederländischen Landstreitkräfte, Generalleutnant Leo Beulen. Der Besuch begann mit dem offiziellen Foto, der traditionellen Eintragung in das Gästebuch der Akademie und einem gemeinsamen Mittagessen beider Kommandeure mit niederländischen Lehrgangsteilnehmenden des Lehrgangs Generalstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst National (LGAN) 2017.

Vortrag vor den Lehrgangsteilnehmern

Im Anschluss informierte Generalleutnant Beulen die deutschen und internationalen Lehrgangsteilnehmenden der Teilstreitkräfte Heer und Marine sowie die deutschen Heeresuniformträger des internationalen Lehrgangs Generalstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst (LGAI 2018) und interessiertes Stammpersonal der Akademie über die deutsch-niederländische Kooperation und die Weiterentwicklung der niederländischen Landstreitkräfte. Einleitend gab er einen kurzen Überblick über die Aufgaben und Struktur und betonte dabei besonders die Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung.

Von der Kooperation zur Integration

Die Zusammenarbeit ist einzigartig. Sie stellt auch innerhalb der NATO ein herausragendes Beispiel multinationaler Zusammenarbeit dar, die seit rund 20 Jahren zwischen beiden Nationen gut eingespielt ist. Wie gut dieses funktioniert, manifestiert sich anhand der wechselseitigen Unterstellungen deutscher und niederländischer Verbände in jüngster Vergangenheit. Insbesondere die Aufstellung eines deutsch-niederländischen Panzerbataillons dokumentiert mittlerweile die Integration bis auf die unterste taktische Ebene. "Wichtige Grundlage für eine derartig funktionierende Zusammenarbeit ist Respekt und Toleranz", so General Beulen.  „Wir kombinieren aber auch die deutsche Gründlichkeit mit dem niederländischen Improvisationsvermögen“, wie er schmunzelnd herausstellte.

Sicherheit durch Weitsicht

Hierbei gewährte der niederländische Generalleutnant Einblicke in eine Vision der niederländischen Streitkräfte für die nächsten 15 Jahre. Die Wiederherstellung der Balance zwischen Kampf und Kampfunterstützung innerhalb der Streitkräfte stellte er dabei als klares Ziel heraus. Zukünftig käme es für die Landstreitkräfte auf die Beweglichkeit, Intensivierung der Zusammenarbeit, Stärkung der Verbindung Mensch und Technologie sowie auf die Verbesserung der Fähigkeit zum Kampf in der Tiefe und im urbanen Umfeld an. Im Kern der Vision stehen einsatzbereites Personal, zukunftsfähige Technologie und effektive Ideen des Gefechts.

Angeregte Diskussion

Angeregt von den Ausführungen des Generalleutnant Beulen stellten die Lehrgangsteilnehmenden zahlreiche Fragen und eröffneten eine lebhafte Diskussion. Die abschließende Fragerunde verdeutlichte einerseits das Interesse und andererseits die Relevanz seines Besuches. Resümierend stellt der Akademiekommandeur fest, dass die deutschen und niederländischen Streitkräfte den gleichen Herausforderungen gegenüberstehen und ihnen nur gemeinsam begegnet werden kann. Mit Blick auf die internationalen Lehrgangsteilnehmenden verwies er auf die deutsch-niederländische Kooperation als mögliche Blaupause.

 

 

 

 

 

 

Autor: Stefan Berger; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 07.11.2018

Der Lehrgangsleiter des LGAI, Oberst i.G. Frank Wasgindt, begrüßt die Teilnehmenden

Major Shin stellt Südkorea vor

Die Panelteilnehmer: v.l.n.r. Major Putra, Fregattenkapitän Sanguanpuak, Major Shin, und Dr. Tomforde von der FüAkBw

 

Die Zuhörer danken den Referenten mit Applaus

 

 

Mit der Region Südostasien führte der Lehrgang Generalstabsdienst/ Admiralstabsdienst International (LGAI) 2018 Ende Oktober im Manfred-Wörner-Zentrum seinen zweiten regionalen Informationstag (RIT) durch.  Als Dialogforum mit sprichwörtlichen „Erste-Hand-Information“ durch die Lehrgangsteilnehmer war auch dieser „RIT“ erneut ein Erlebnis für alle Besucher.

Bedeutung internationaler Zusammenarbeit steigt

Mit fortschreitender Globalisierung erhält die internationale Zusammenarbeit im zivilen und militärischen Bereich einen immer höheren Stellenwert. Auch zukünftig braucht Deutschland in verschiedenen Regionen der Welt verlässliche und starke Partner zur Sicherung des Friedens. Diese Partnerschaften werden besonders durch persönliches Kennenlernen, Verständnis und gegenseitigen Respekt aufgebaut und vertieft. Der Regionale Informationstag Südostasien leistete dazu einen wesentlichen Beitrag. Die Offiziere aus Südkorea, Thailand und Indonesien stellten die lange Tradition ihrer Länder und die Vielfalt der Region anhand der Geographie, des Lebensstils und der Sprachen vor.

Hot-Spot 38. Breitengrad

Major Ui-Sop Shin nahm die Zuhörer mit zu einem der „Hot-Spots“ dieser Welt, der aktuell wieder fast täglich in den Medien präsent ist: Südkorea. Das Land südlich des 38. Breitengrades, dessen jüngere Geschichte deutliche Parallelen zu Deutschland in den Jahren von 1945 bis 1990 aufweist, weckte natürlich auch das besondere Interesse des Publikums. In der sich traditionell anschließenden „Frage- und-Antwort-Runde“ beantwortete Shin deshalb auch geduldig viele Fragen zum noch sehr zarten „Versöhnungsprozess“ zwischen Nord- und Südkorea. Gerade seine aktuellen Einschätzungen aus erster Hand waren gefragt.

Südchinesisches Meer als Thailands Lebensader

Fregattenkapitän Nattapol Sanguanpuak berichte zur strategischen Lage und den damit verbundenen Besonderheiten seines Landes.“ Obwohl Thailand den direkten Konflikt im Südchinesischen Meer nicht hat, müssen wir die Lage genau beobachten. Das Südchinesische Meer ist seit historischer Zeit einer der wichtigsten Handelswege in Südostasien.“

Land der 17.000 Inseln

Major Agung Wirakusuma Putra aus Indonesien rundete den Blick auf die facettenreiche Region ab. Mit der beeindruckenden geografischen Ausdehnung seines Landes mit über siebzehntausend Inseln versetzte er die Anwesenden in Staunen.  Hierzu gab Putra einen aktuellen Überblick über die letzten Katastrophen, die Indonesien heimgesucht haben. Im krassen Gegensatz dazu  betonte er dann aber auch die lSchönheit seines Landes. Mit dem Wahlspruch „1000 Freunde - keine Feinde“ beschrieb er sowohl die Mentalität und die Toleranz in seinem Heimatland voller Stolz.

Wissen und Diskussion

Die unterschiedlichen Zuhörer und Gäste erhielten bei diesem Regionalen Informationstag, wie schon bei den RIts zuvor, neue Anregungen und Impulse. Insbesondere der Dialog sowie die abschließende Podiumsdiskussion mit den Referenten erfuhren deshalb auch sehr großen Zuspruch.

Wegen des fruchtbaren Austauschs der Kulturen in diesem Forum lädt der LGAI 2018 zu den weiteren Regionalen Informationstagen ein. Die nächste Veranstaltung über die Arabische Halbinsel ist am 8. November 2018, selbstverständlich auch an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

 

 

 

 

 

Autor: Verena Hoffmann & André Tiburcio; Fotos: Torsten Näther

Kalkar, Wittmund, Schortens, 06.11.2018

CH 53 bei der Abholung von Truppen

Erfolgreiche Bekämpfung beim Dynamic Display

Gruppenbild des LGAN 2017 der Führungsakademie

 

Verlegung mit dem A400M

Von Hamburg ins Wunderland, von Kalkar nach Wittmund, von Wittmund nach Schortens und von dort zurück nach Hamburg. In drei Tagen reiste der Lehrgang Generalstabsdienst/Admiralitätstabsdienst National (LGAN) 2017 der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAkBw) in der zweiten Oktoberhälfte zu unterschiedlichen Luftwaffenstützpunkten in der Bundesrepublik Deutschland. Die Reise wurde von Major André Tiburcio organisiert, der selber ein Lehrgangsteilnehmer im LGAN ist. Das Ziel war es gewesen, den Lehrgangsteilnehmenden einen Einblick in die Fähigkeiten der Luftwaffe zu ermöglichen. Die Fortbewegungsmittel waren so vielfältig und abwechslungsreich wie das Wetter. Ob mit dem Reisebus, dem A400M oder dem CH 53: Es wurden keine Mühen gescheut, um innerhalb der kurzen Zeit den größtmöglichen Erfahrungsgewinn zu gewährleisten.

Die Luftwaffe ist mehr als nur der Einsatz von Flugzeugen

Bereits im Vorfeld der Luftwaffenreise setzten sich die internationalen Lehrgangsteilnehmer sowie Heeres- und Marineuniformträger mit den Fähigkeiten der Luftwaffe im Seminar „Kernfunktionen von Luftmacht“ auseinander. Dort entwickelten sie ein gemeinsames Verständnis von der Luftwaffe und ihren Fähigkeiten anhand von praktischen Beispielen. Generalleutnant Helmut Schütz, kommandierender General des Luftwaffentruppenkommandos, läutete die Luftwaffenphase an der Führungsakademie ein. Er beleuchtete die aktuellen Herausforderungen aus Sicht der höheren Kommandobehörde.

Luftwaffe im internationalen Einsatz

Die zahlreichen Beispiele aus den vergangenen und aktuellen Einsätzen, an denen die Luftwaffe beteiligt ist und war, zeigten, dass die Herausforderungen der Luftwaffe weit über den Einsatz von Luftfahrzeugen hinausgehen. So waren Objektschutzkräfte der Luftwaffensicherungstruppe über Jahrzehnte im Kosovo bei der Operation KFOR eingesetzt und sichern aktuell das Feldlager in Gao, Mali, im Rahmen der UN-Mission MINUSMA. Dort betreibt die 1./Flugabwehrraketengruppe 61 das Waffensystem MANTIS mit der Fähigkeit „Sense & Warn“. Dieses System wird für die Frühwarnung vor Mörserangriffen auf das Feldlager genutzt.

Vom Tornado und Hubschraubern

Um diese Systeme und Fähigkeiten näher kennenzulernen, konnten sich die Lehrgangsteilnehmenden des LGAN am Standort Schortens diverse Luftfahrzeuge – wie einen Tornado, diverse Hubschrauber oder eine Transall – aus der Nähe anschauen.  Zudem erlebten sie eine dynamische Leistungsschau der Brandschutzkräfte und des infanteristischen Objektschutzes. Das hoch motivierte und qualifizierte Personal stand einen ganzen Nachmittag bereit, um die vielfältigen und zahlreichen Fragen der interessierten Lehrgangsteilnehmenden zu beantworten. Die Fachkräfte am Standort freuten sich über das Interesse und erklärten eindrucksvoll, welche Fähigkeiten die bodengebundene Luftverteidigung und der infanteristische Objektschutz aufweisen müssen.

Aber ganz ohne Fliegen geht es in der Luftwaffe nicht!

Aber was ist eine Luftwaffenreise ohne Flugzeuge? Für das Verständnis über die Grundsätze der Führung von Luftoperationen war gleich zu Beginn der Reise eine Besichtigung der dafür vorgesehenen, aktiven Führungseinrichtungen der Bundeswehr in Kalkar und Uedem ein Pflichtprogramm. In Vorträgen über die Aufgaben des Joint Force Air Component  Headquarters (JFACHQ) wurde erklärt, wie sich eben dieser verlegefähige, multinational zusammengesetzte Luftwaffengefechtsstand zur Führung von Luftstreitkräften zusammensetzt. Gleichzeitig wurde die Relevanz multinationaler Zusammenarbeit verdeutlicht.

Vogelflug mit der A400M

Mit den Bildern aus der Operationszentrale der Luftwaffe im Kopf ging es mit dem A400M trotz schlechter Wetterbedingungen und Vogelflug nach Wittmund. Beim Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ wurden keine Mühen gescheut, den Lehrgangsteilnehmenden eine Luftwaffe zum Anfassen zu bieten. Die Übung Significance of National Air Power (SNAP) 2018, bei der die Luftwaffe zeigte, wie in einer verbundenen Luftoperation deutsche Staatsbürger aus einer Krisensituation evakuiert werden, zeugte vom Zusammenwirken der Luftstreitkräfte im gesamten Intensitätsspektrum mit all ihren Flugzeugmustern. Aber nicht nur das. Die verschiedenen Luftfahrzeuge standen zudem zum Anfassen und Kennenlernen bereit. Für den einen oder anderen war sogar ein Rundflug mit dem Transporthubschrauber CH 53 möglich. Und die Kameraden, denen das Beobachten der Flugzeuge und das Mitfliegen nicht ausreichte, durften im Eurofighter Flugsimulator selber einmal die Kontrolle über den Stick  übernehmen. Die Reise war Luftwaffe zum Anfassen.

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Bundeswehr / Bunks

Hamburg, 01.11.2018

Verbundenheit zwischen Hansestadt und Bundeswehr v.l.n.r. Generalarzt Dr. med. Joachim Hoitz, Dr Peter Tschentsche, Generalmajor Oliver Kohl.

Reges Interesse: Nahezu alle Plätze waren besetzt.

Aufmerksames Zuhören, als das Marine Musikkorps Kiel aufspielt.

 

Impressionen der Musiker.

 

 

 


Es war ein würdiger Rahmen für gleich zwei Geburtstagsfeiern, zu denen der Hamburger Senat eingeladen hat. Die großen Kronleuchter tauchten den großen Festsaal des Hamburger Rathauses in ein glänzendes Licht. Die Hamburger Geschichte, die sich in fünf beeindruckenden Wandgemälden dem Betrachter offenbart, ist der anschauliche Mantel für den festlichen Abend geworden. Denn am 30. Oktober 2018 wurde das sechzigjährige Bestehen der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAkBw) und des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg gefeiert. Der Hamburger Anteil an der Geschichte der beiden Bundeswehrstandorte wurde damit sichtbar in die alte Geschichte der Hansestadt eingewoben. Es passte der historische Rahmen für diesen Festakt.

Begrüßung durch den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Mit dem Trompetenkonzert D-Dur des Hamburger Komponisten, Kantors Johannei und Direktor der Hamburgischen Oper Georg Philipp Telemann (1681-1767) begann der Festakt. Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr Peter Tschentscher, begrüßte die anwesenden Angehörigen der FüAkBw und des Bundeswehrkrankenhauses wie auch die geladenen Gäste. Darunter waren auch viele Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik und aus dem diplomatischen Korps. In seiner Rede beschrieb Tschentscher noch einmal die Geschichte der beiden Bundeswehrinstitutionen aus Hamburger Sicht. Abschließend stellte er fest, dass die Bundeswehr „seit 1958 fest in Hamburg verzahnt ist.“ Die Bundeswehr sei ein verlässlicher Partner, was beispielsweise in der Flüchtlingsbetreuung ebenso zum Ausdruck kam wie auch bei der Unterstützung der Durchführung des G-20-Gipfels. Beide Standorte „stärken nicht zuletzt durch Ihren Auftrag und ihre Kooperationen den Wissenschaftsstandort Hamburg.“

Seit 60 Jahren Teil des Wissenschaftsstandortes

Der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Oliver Kohl, griff den Gedanken des Ersten Bürgermeisters in seiner Festansprache auf. „In Vorbereitung des heutigen Tages habe ich gelernt“, so der General, „dass man anhand des Ortes, an dem man im Rathaus wahrgenommen wird, die Wertschätzung des Senates und der Bürgerschaft ablesen kann. Wenn ich mich umschaue, spreche ich sicherlich auch im Namen von Generalarzt Dr. Hoitz, dass uns dieses offensichtliche Zeichen der Verbundenheit sehr freut.“ Es war nicht selbstverständlich, dass Hamburg der zukünftige Standort der Führungsakademie der Bundeswehr werden sollte, nachdem diese ein Jahr zuvor 1957 in Bad Ems aufgestellt worden ist, wie der Akademiekommandeur ausführte. Es gab starke Konkurrenz süddeutscher Städte.

Schiet-Wedder sprach für Hamburg

Es ist dem Engagement des damaligen Hamburger Bürgermeisters Kurt Sieveking und auch des Hamburger Senators Renatus Weber und seiner Argumentationen zu verdanken, dass die Führungsakademie in der weltoffenen Stadt Hamburg ihren Sitz haben sollte. Es war Weber, der den Verteidigungsstaatssekretär Rust seinerzeit darauf hingewiesen hat, „dass im Sommer das Klima in Hamburg für derartige Lehrveranstaltungen wesentlich erträglicher sei.“ Ob Rust angesichts des Hamburger Sommers 2018 dieses ebenfalls als entscheidendes Argument akzeptiert hätte?

Wissenschaftliches Know-How

In seinen Ausführungen verdeutlichte General Kohl noch einmal, wie sehr die Akademie mit ihrem Auftrag und dem einmaligen wissenschaftlichen Know-How auch ein Teil des Wissenschaftsstandortes Hamburg ist. „Wir sind dabei, die Akademie mit ihren vorhandenen Fähigkeiten, Kompetenzen und Ressourcen auch zu einer militärstrategischen und sicherheitspolitischen Denkfabrik auszubauen“, so der Kommandeur. Und er beendete seine Rede mit dem Hinweis, dass In hanseatischer Gelassenheit die nächsten 60 Jahre angegangen werden könnten.

Die vollständige Rede von Generalmajor Kohl.

Auch das Bundeswehrkrankenhaus feiert 60 Jahre Hamburg

Es war die Festrede von Generalarzt Dr. Holtz, der den Reigen der Jubiläumsfestreden abgeschloss, denn auch das Bundeswehrkrankenhaus feierte sein 60 jähriges Bestehen in der Stadt an der Elbe. Dabei sind seine historischen Wurzeln wesentlich älter. So stand an der Stelle des heutigen Bw-Krankenhauses bereits 1937 das größte Standortlazarett Norddeutschlands. Nach dem 2. Weltkrieg hat die britische Besatzungsmacht ein Militärhospital in dem alten Gebäude geführt, bevor an dem Standort 1958 ein Krankenhaus der neuaufgestellten Bundeswehr geworden ist. Eine wechselvolle Geschichte zeichnet das Krankenhaus auch als Krankenhaus der Bundeswehr aus. Seit 1973 ist das Krankenhaus in das Rettungsnetz der Freien und Hansestadt Hamburg integriert. Mit dieser Integration wurde dort auch der Rettungshubschrauber SAR 71 stationiert. 2004 war das Krankenhaus von der Schließung bedroht. Es ist dem Einsatz von Senat und Bürgerschaft zu verdanken, dass es heute besteht und mit seinem weltweiten Kooperationsnetzwerk einen weltweiten Bekanntheitsgrad erlangt hat. Kooperationen unter anderem mit der Uniklinik Eppendorf als Lehrkrankenhaus und dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin tragen ebenso zu der großen Expertise des Hauses bei wie der konsequente Ausbau der medizinischen Bereiche mit traumatologischen Schwerpunkten. Bedeutsam ist die Etablierung der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Schwerpunkt in der Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen.

 

 

Auf eine erstklassige Versorgung der Soldaten kommt es an

Über allem steht jedoch der Auftrag der erstklassigen Versorgung der Soldatinnen und Soldaten und die fachliche Aus- und Weiterbildung des Sanitätspersonals zur Vorbereitung der Auslandseinsätze. In diesem Zusammenhang stehen Ärzte und Sanitäter des viertgrößten Bundeswehrkrankenhauses regelmäßig in weltweiten Einsätzen, was zum Beispiel im Ebola-Einsatz in Afrika der Fall war oder im bereich der Telemedizin, um Fernbehandlungen auf Schiffen rund um die Uhr zu gewährleisten.

Feiern bei einem Glas Wein 

Die einzelnen Festreden wurden immer wieder durch Musikstücke, die vom Marinemusikkorps Kiel unter der Leitung von Fregattenkapitän Friedrich Szepansky gespielt wurden, festlich umrahmt. Nach der feierlichen Nationalhymne klang der Festakt mit einem anschließenden Empfang aus. Bei einem Glas Wein wurde in den historischen Räumen des Rathauses noch einmal auf die „Geburtstagskinder“ angestoßen.

 

 

 

 

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 01.11.2018

Gästebucheintrag durch Air Commodore Navayath Santosh

Generalmajor Kohl übergibt das Wappen der FüAk

Aufmerksam verfolgen die Teilnehmer der indischen Delegation die FüAk Vorträge

 

 

 

 

Dreiundzwanzig Offiziere umfasste die indische Delegation des indischen Higher Defence Management Course des College of Defense Management (CDM) aus Sainikpuri, die der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) einen Informationsbesuch abgestattet haben. Begleitet worden sind sie vom indischen Verteidigungsattaché, Brigadegeneral Gurvinder Singh Kular. 

Der gut vierstündige Aufenthalt an der höchsten Ausbildungsstätte der Bundeswehr in Hamburg begann mit dem offiziellen Gruppenfoto und der traditionellen Eintragung ins Gästebuch der Akademie. Anschließend richtete der Kommandeur der Akademie, Generalmajor Oliver Kohl, seine Begrüßungsworte an die Delegation, die von Air Commodore Navayath Santosh angeführt worden ist.

Ein kompakter Einblick in die FüAk-Welt

Mit großem Interesse folgte die Delegation den Vorträgen, die für die Delegation vorbereitet worden sind. Oberstleutnant i.G. Matthias Friedrichs stellte zunächst die Führungsakademie und ihren Auftrag vor. Natürlich war auch die Denkfabrik und das erst im Juni dieses Jahres durch die Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen gegründete German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) ein Thema, das Aufmerksamkeit fand. Im Anschluss stellte Oberst i.G. Frank Wasgindt den Lehrgang Generalstabsdienst/ Admiralitätsstabsdienst International (LGAI) vor. Indien hat eine lange Bindung zu diesem Lehrgang, denn es stellt seit mehreren Jahren Lehrgangsteilnehmende, die an der zweijährigen Ausbildung ausländischer Offiziere in Deutschland teilnehmen. Von diesen zwei Jahren findet eine einjährige Sprachenausbildung am Bundessprachenamt in Hürth statt. Das zweite Jahr stellt dann die fachliche Ausbildung an der FüAk dar.
Die Vorstellung der Akademie wurde beendet mit dem Vortrag von Oberstleutnant i.G. Nils Lührsen, der der Delegation einen Überblick über die Fakultät Management und über das Lehrgangsangebot an der Führungsakademie gegeben hat.

Indische Sicht auf die FüAk

Den Besuch der indischen Delegation hat auch Major Archit Goswani begleitet, der für dieses Jahr der indische Teilnehmer am LGAI ist. Goswami, der mit seiner Familie in Neu Delhi wohnt, begrüßt den engen Austausch zwischen Deutschland und Indien. „Der Führungsprozeß sei in der indischen Armee in etwa gleich detailliert und focussiert, so der Major. „Wo es an Praxis mangelt, das ist die Zusammenarbeit mit anderen Nationen. Deutschland konnte die multinationale Zusammenarbeit durch seine bereits viele Jahrzehnte dauernde NATO-Mitgliedschaft üben.“ Der LGAI gebe ihm viele Einblicke hierzu. Er würde sich zudem freuen, wenn er eines Tages in Indien an dem Verständnis mitwirken könne, wie Menschenführung in der Bundeswehr gelebt wird. Zunächst jedoch freut er sich auf die Weihnachtszeit, die er in Deutschland verbringen will. Anders, als viele seiner ausländischen Lehrgangskameraden, hat er seine Familie nicht mit nach Deutschland gebracht. Dafür werden seine Frau und sein 4 jähriger Sohn über Weihnachten nach Deutschland kommen. So bleibt er in Hamburg, auch wenn die Delegation seines Landes schon längst wieder in Major Goswanis Heimat zurückgekehrt sein wird. 

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Matthias Friedrich; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 22.10.2018

Planungstreffen der C5 1* Steering Group an der FüAk

Der Vorsitzende der C5 1* Steering Group, Brigadegeneral Boris Nannt

Der Übungsleiter CJEX am Standort Hamburg, Oberst dG Michael Exeli

Der Kommandant & Direktor ACSC am JSCSC in Shrivenham, Cdre Ackland

 

 

Jedes Jahr Anfang Mai findet an den Militärakademien in Hamburg, Madrid, Rom und Shrivenham (England) zeitgleich die Übung „Combined Joint European Exercise (CJEX)“ statt. Bis 2017 wurde die Übung auch in Paris durchgeführt.

Für die CJEX senden alle beteiligten Nationen Delegationen an die jeweils anderen Akademien. So nahmen im vergangenen Jahr etwa 60 Lehrgangsteilnehmende des Lehrgangs Generalstabsdienst/ Admiralstabsdienst National (LGAN) der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) an den Übungen in Madrid, Rom und Shrivenham teil, während die FüAkBw ebenfalls etwa 60 Lehrgangsteilnehmende der anderen Nationen aufgenommen hatte.

Planung von gemeinsamen Operationen steht im Mittelpunkt

Im Fokus der diesjährigen, neuntägigen CJEX-Übung steht das gemeinsame Üben. Die Teilnehmer sollen ihr Wissen über die Planung von Operationen, die im Kontext der Europäischen Union stehen, vertiefen und anwenden. Durch die Arbeit in gemischte Planungsgruppen (Joint Operations Planning Groups (JOPG)) haben die Lehrgangsteilnehmenden die Möglichkeit, Erfahrungen in einem multinationalen Umfeld zu sammeln und sich untereinander auszutauschen. Aber natürlich sind auch gemeinsame Aktivitäten am Abend oder am Wochenende ein fester Bestandteil der Übung.

Die Vorbereitung erfolgte in Hamburg

Zur Vorbereitung der Übung findet jeweils im Oktober des Vorjahres das „CJEX One Star Steering Group Meeting“ statt. Nachdem die FüAkBw im Sommer dieses Jahres die Gesamtverantwortung für die Vorbereitung der Übung, die alle zwei Jahre zwischen den beteiligten Nationen wechselt, von Spanien übernommen hat, fand dieses Treffen unter der Leitung des Direktors Strategie und Fakultäten, Brigadegeneral Boris Nannt, erstmals seit acht Jahren wieder in Hamburg statt.

Belgien und die Niederlande beobachten

Neben den Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien nahmen auch Vertreter aus Belgien und den Niederlanden teil, die sich über die Durchführung und Erfahrungen der Übung informieren wollten. Belgien und die Niederlande führen auf der Grundlage des gleichen Szenarios gemeinsam mit Irland, Schweden und Portugal eine eigene Übung durch.  

Neben der organisatorischen Vorbereitung der CJEX 2019 ging es in diesem Herbsttreffen auch um die gegenseitige Information und den Austausch über aktuelle Herausforderungen und Planungen der jeweils anderen Nation. So wurden die Gäste im Rahmen eines Vortrags über die Neuausrichtung der FüAkBw sowie Änderungen in der Lehrgangslandschaft der Akademie informiert. Im Austausch berichteten die Vertreter der anderen Nationen über aktuelle Entwicklungen, Projekte und Vorhaben an ihren Akademien.

„Ziel dieser Treffen ist es, sich gegenseitig über die Aktivitäten an der jeweiligen Akademien zu informieren und Möglichkeiten für eine intensive Zusammenarbeit auch in anderen Bereichen zu identifizieren, um so die Ausbildung unseres Führungskräftenachwuchses gemeinsam voran zu bringen.“ so OTL i.G. Friedrich, Projektoffizier für die CJEX an der FüAkBw. „Natürlich ist die Vorbereitung der Übung zentraler Bestandteil der CJEX Steering Group.“

 

 

 

 

 

 

Autor: Kim Strunk; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 18.10.2018

„Veränderungsmangement – Serious Gaming“, ein interaktives Planspiel

Modelle im Realitätscheck

Veränderungen sind allgegenwärtig und können auf den Einzelnen bedrohlich wirken. Wer Wandel erfolgreich gestalten will, muss Betroffene im Veränderungsprozess mitnehmen, überzeugen und einbinden. Veränderungsmanagement ist dabei keine „Blackbox“. Führungskräfte können lernen, Veränderungen zielgerichtet zu steuern, zu unterstützen und zum Erfolg zu führen. Das Seminar "Veränderungsmanagement in der Bundeswehr (VMBw)" an der Führungsakademie der Bundeswehr steht dazu zivilen und militärischen Managern offen.
Für Führungskräfte ist es eine Herausforderung, Mitarbeitende nach der ersten und manchmal impulsiven Schock-Reaktion aufzubauen, für die Veränderung zu sensibilisieren und in diese einzubinden. Mitte September stellten sich unterschiedliche zivile und militärische Führungskräfte dieser Herausforderung und bildeten sich mit dem Seminar VMBw weiter.

Ein Werkzeugkoffer für Veränderungen

Das Veränderungsmanagement in der Bundeswehr betrifft nahezu jede Dienststelle. Das Seminar bietet dabei einen Einstieg in die Thematik und praktische Hilfestellungen. Das Modul schafft zunächst eine gemeinsame Basis und „Abholpunkte“: Wie reagieren Menschen auf Veränderungen? Wie entwickeln sich Reaktionen auf der Zeitschiene? Was ist Veränderungsmanagement und wie ist das Vorgehen bei Veränderung?
Ein interaktives Planspiel in Gruppen von jeweils fünf bis sechs Teilnehmern begleitet die theoretischen Inhalte. Dabei gestaltet die Gruppe einen komplexen Veränderungsprozess durch Entscheidungen. Diese fallen nicht immer leicht. Unterschiedliche Standpunkte und Sichten auf die Situation sensibilisieren für individuelle Unterschiede. Der spielerische Ehrgeiz schweißt die Gruppen zusammen. Das Planspiel macht Veränderung erlebbar und bietet den Teilnehmenden eine ausgezeichnete Möglichkeit, das Gelernte unmittelbar anzuwenden.

Unterschiedliche Perspektiven

Gastdozenten ergänzen und bereichern die Seminarinhalte. Dieses Mal gab Marcus Tatulinski, Kapitänleutnant der Reserve und Experte für Psychologie, einen Einblick in neurologische Funktionsweisen des Gehirns und erklärte kurzweilig, wie Menschen Informationen aufnehmen, verarbeiten und mit Veränderung grundsätzlich umgehen. Kim Strunk, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Passau, bot Einblicke in ein aktuelles Forschungsprojekt der Universität. Dieses untersucht die Konflikte, Spannungen und unterschiedlichen Motivationen bei der Einführung von "Mindfulness"* in Unternehmen. Der Unternehmensberater Stefan Rausch zeigte am Beispiel eines DAX-Unternehmens, wie Veränderungsprojekte in der Wirtschaft verlaufen und wie dort Maßnahmen der Führungskräfte zum Erfolg führen können.

Theorie und Praxis

Der Erfahrungsaustausch steht gemeinsam mit den Unterrichtseinheiten zu theoretischen Hintergründen und Modellen im Mittelpunkt des Seminars. Die Teilnehmenden verfügen über umfangreiche persönliche und berufliche Erfahrungen mit Veränderungen und bringen diese in die Diskussion ein. „Ziel ist es, nicht nur Modelle zu vermitteln, sondern auch den Kontext zu hinterfragen und die Eignung der Modelle einschätzen zu können", sagen die Seminarleiter, Oberstleutnant Reinhard Beckmann und Hauptmann Thorsten Fischer. ,,Dazu bilden wir gezielt heterogene Arbeitsgruppen, um von unterschiedliche Meinungen, Sichten und Erfahrungen zu profitieren“, so die Seminarleiter weiter.

Es braucht Verständnis und Einsatz

Veränderungsmanagement ist keine unlösbare Aufgabe und kann erfolgreich gelernt werden. Hierfür braucht es insbesondere Empathie, Kommunikationsvermögen und ein entsprechendes Grundwissen in Methoden. Veränderungsmanagement ist immer mehr als eine zusätzliche Nebenaufgabe, um Veränderungen erfolgreich zu gestalten und die Menschen mitzunehmen.


* Eine erste Erläuterung zur Einführung von „Mindfulness“ in Unternehmen finden Sie zum Beispiel hier.

 

 

 

 

 

 

Autor: Wolf Achim Wiegand (The European - Das Debatten-Magazin); Fotos: Lene Bartel / Bundeswehr

Hamburg, 16.10.2018

Der Einfluss von Vulkanismus auf den Klimawandel ist umstritten

Internationale Tagung des German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw)  im September 2018

Globale Erwärmung: 12 der 14 wärmsten Jahre, die seit 1850 beobachtet wurden, traten seit dem Jahr 2000 auf

Die Teilnehmer der internationalen Tagung ,,Kritische Infrastrukturen und Klimawandel" an der FüAkBw


Das einst ewige Eis schmilzt, Gletscher schrumpfen

 

 

Die Veröffentlichung des folgenden Beitrags erfolgt mit Genehmigung von The European (WEIMER MEDIA GROUP GmbH, München).

Der Weltklimarat IPCC hat dieser Tage in einem politischen Weckruf an die Weltöffentlichkeit appelliert, schnell und umfassend gegen den Klimawandel vorzugehen. Die globale Erwärmung auf 1,5 Grad erfordere „rasche, weitreichende und beispiellose Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft." Aber was bedeutet das?
Das Thema ist indessen auch beim Militär angekommen, das durch Dürre, Stürme oder Überschwemmungen vor neuen Herausforderungen steht.

Als der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson kürzlich den Befehl erteilte, Spezialtruppen Ihrer Majestät Elizabeth II. künftig gemeinsam mit Truppen aus Norwegen in regelmäßige „Kaltwettermanöver“ zu schicken, sah das zunächst wie ein normaler Einsatzbefehl aus. Der Westen dulde in arktischen Gebieten, “in unserem Hinterhof”, keine Bedrohungen aus Russland, sagte der konservative Politiker und gelernte Sozialwissenschaftler. Die verstärkte russische U-Bootpräsenz an und unter der Eisdecke müsse beantwortet werden, ebenso die Reaktivierung zahlreicher Stützpunkte aus der Sowjetzeit.

Schaut man genauer hin, dann wird klar, dass NATO-Mitglied Großbritannien auf einen ganz neuen Feind reagiert: den Klimawandel. Die Mobilisierung Londons wäre ohne Erderwärmung so nicht denkbar. Denn seit die Arktis zu schmelzen begonnen hat, ist in dem abgelegenen Gebiet ein Rattenschwanz von Folgewirkungen entstanden. So wurden neue Seewege frei gelegt, die bislang durch “ewiges” Eis unpassierbar waren.Moskau hat schon vor Jahren erkannt, dass nun der Zugang zu lukrativen Bodenschätzen erleichtert wird: Erdöl, Gas und Mineralien. Diesen schlummernden Reichtum will der Kreml sichern. Aber auch der Westen meldet Ansprüche an, will Einfluss auf die künftigen Abbaugebiete und Abtransportrouten haben.

Auch anderswo auf dem Erdball treibt Strategen die Frage um, ob geografische Veränderungen zur See und an Land sowie mehr extreme Wetterphänomene neue militärische Lageeinschätzungen erfordern. Ergeben sich bislang unbekannte Bedrohungen? Wird es eine Zunahme an Kriegen und Migrationsbewegungen geben? Wie wird die Welt aussehen, in der Soldaten kämpfen sollen?

NATO erwartet militärische Spannungen

Die NATO hat den Klimawandel erstmals 2009 als Sicherheitsbedrohung anerkannt. Der damalige Generalsekretär des westlichen Militärbündnisses, Anders Fogh Rasmussen, warnte vor zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Anforderungen an Streitkräfte. Vor dem Hintergrund von Putins Arktispolitik sagte er, auf der nördlichen Polkappe könne es „verstärkte Nervosität inklusive militärischer Spannungen" geben.

Bei der Bundeswehr steht das Thema Klimawandel seit 2012 auf dem Plan. In seiner Studie “Umweltdimensionen von Sicherheit” warnt das Planungsamt der deutschen Streitkräfte vor erheblichen sicherheitspolitischen Risiken, sollte sich der Klimawandel mit Dürren, Fluten und Stürmen ungebremst entfalten. Das könne „destabilisierend auf die sich transformierenden Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas wirken“, hieß es damals noch unbeeinflusst von der heutigen Krise um massenhaft flüchtende Menschen aus Afrika.

Für Europa liegen die klimagefährdeten Gebiete vor der Haustür. Unser südlicher Nachbar Afrika verzeichnet in den vergangenen 25 Jahren eine Verdoppelung der Anzahl wetterbedingter Katastrophen wie Überschwemmungen und Dürren. Millionen Menschen haben den Wunsch, ihr Leben anderswo neu zu gestalten. Verteilungskonflikte sind damit programmiert, inklusive Radikalisierung und Waffengewalt bis hin zum Militäreinsatz.

Südamerika trainiert Soldaten für Klimawandel

So drängend ist das Thema Klimawandel und Militär inzwischen, dass die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg kürzlich eine internationale Tagung zum Thema durchführte. Hauptreferenten waren Militärs aus Argentinien, Brasilien, Chile und Peru. Die Streitkräfte am Südzipfel des amerikanischen Doppelkontinents beschäftigen sich als Betroffene seit Längerem konkret mit der Erderwärmung. Sie sind eng in den Katastrophenschutz eingebunden und behandeln den Klimawandel in der Offiziersausbildung.

Aus Peru wurde berichtet, zwei Drittel aller Katastrophen in dem südamerikanischen Land seien Folge von Klimaereignissen. Im Anden-Gebirge peinigen Erdbeben die Menschen, aber auch Schlammlawinen, die nach heftigem Regen ungezählte Existenzen wegreißen und unter sich begraben. Vor der Küste wirkt El Niño, das Phänomen veränderter Strömungen im äquatorialen Pazifik, das regelmäßig Algen absterben lässt, die peruanische Anchovisfischerei zum Stillstand bringt und die Nahrungskette für Raubfische, Wasservögel und Meeressäuger unterbricht.

“Die peruanischen Streitkräfte sind eng involviert von der Katastrophenvorhersage bis hin zur Beseitigung der Schäden,” schilderte Oberst Victor Arturo Miranda Alfaro. Der argentinische Verteidigungsstaatssekretär Hugo Patricio Pierri forderte, das Thema Klima nicht nur in seinem Lande als „Bedrohung“ einzukalkulieren. Der Volkswirtschaftler Prof. Dr. Stefan Bayer, Ökologie-Dozent der Bundeswehr, forderte sogar “eine Anpassung” an die Folgen des Klimawandels, weil der bereits so weit fortgeschritten sei, dass präventive Schutzmaßnahmen an Bedeutung verlören. “Wir brauchen hier eine neue Herangehensweise, ein neues Denken in der Sicherheitspolitik.”

Dass der Klimawandel das Militär selbst bedrohen kann, ist auf der pazifischen US-Insel Guam zu besichtigen, der neben Diego Garcia wichtigsten amerikanischen Militärbasis im Pazifik. Das Eiland ist existenziell bedroht, weil abgestorbene Korallen den natürlichen Schutz gegen immer öfter auftretende Taifun-Sturmfluten beeinträchtigt, was wiederum zur Küstenerosion führt. Zusätzlich führt der ansteigende Meeresspiegel zur Versalzung von Frischwasser für die 160.000 Einwohner.

Rolle von Streitkräften muss neu gedacht werden

Die US Army stellt sich ganz praktisch die Frage, wie lange sie auf Guam Raketenabwehr, B-52-Bomber und atomare U-Boote als Abschreckung gegenüber China und Aktionsbasis für Nahost-Einsätze stationieren kann. Und nicht nur dort pfuscht der Klimawandel der größten Streitmacht der Welt ins Handwerk. Deshalb hat die US Navy eine Untersuchung über die zehn vom Wetter meistbedrohten US-Stützpunkte weltweit in Auftrag gegeben – während ihr Oberbefehlshaber, US-Präsident Donald Trump, die Erderwärmung herunterspielt. „Zur Absicherung ihrer Stützpunkte müssen Militärs sich um die Sicherung des Landes und des Wassers kümmern, mit dem sie leben," sagt der demokratische Politiker Robert A. Underwood, einst Guam-Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus.

Unterdessen sichert Russland schon mal seine territorialen Ansprüche an der nördlichen Polkappe ab. “In diesen Gebieten gibt es eine entwickelte Infrastruktur, darunter Öl- und Gasförderanlagen, Pipelines, das Bilibino-AKW und die mit ihm verbundenen Hochspannungsleitungen,” bilanzieren Wissenschaftler des Katastrophenzentrum “Antistihija”. Das Auftauen des Dauerfrostbodens (Permafrost) gefährde diese Anlagen.

Präsident Wladimir Putin hat nun den bislang kleinen Stützpunkt Nagurskoye auf Aleksandra Land, der westlichsten Insel im rauen Archipel Franz-Josef-Land, vergrößert. Und in Tiksi, 4.300 km östlich von Moskau, steht ein Raketensystem, das ungebetene Gäste in 300 Kilometern Entfernung mit Abwehrraketen vom Typ Panzir abfangen und zerstören kann. Auch MiG-31-Kampfjets lauern in diesem nördlichsten Gebiet Eurasiens.

Es scheint also, dass die Folgen des Klimawandels die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit immer mehr aufweichen. Die Folgen der Rolle für Streitkräfte muss daher neu diskutiert werden – sind sie die „gesellschaftliche Versicherung gegen den drohenden Klimawandel," wie Bayer es formulierte?

Am besten wäre es natürlich, Militärs bräuchten sich gar nicht mehr mit dem Klimawandel zu beschäftigen. Das gelänge wohl nur, wenn die Menschheit gemeinsam aktiv handelte, um Biodiversität, Bodenqualität und lokale Ernährungssicherheit nachhaltig zu sichern. Allzu lange warten sollte man damit nicht, warnt der jüngste Bericht des Weltklimarates IPCC und fordert „schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen.“ Das ist noch ein Thema der Politik, nicht des Militärs. Aber: wie lange noch?

Den Originalartikel finden Sie hier.

 

 

 

 

 

Autor: Verena Hoffmann, Bernd Abshagen; Fotos: Thorsten Näther

Hamburg, 12.10.2018

Der LGAN 2017 auf der Freitreppe der Marineschule Mürwik

Dynamic Display auf hoher See

v.l.n.r. die Kapitäne zur See Schwarzhuber, Abry, Kesten und Bobzin sowie Korvettenkapitän Gräßel

Kapitän zur See Straus verabschiedet sich

 

 

 

"Diese Reise war ein absoluter Gewinn", sagte Oberstleutnant i.G. Bernd Przyswitt, Tutor des LGAN 2017, "die Marine live zu erleben, das kann durch keinen Vortrag im Hörsaal ersetzt werden." Im September 2018 lernte der Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) 2017 die Deutsche Marine an unterschiedlichen Orten hautnah kennen. Auf Basis der Jährlichen Weisung Marine erhielten die Lehrgangsteilnehmenden einen Einblick in die maritimen Fähigkeiten der Bundeswehr und in die aktuellen Bestrebungen der Marine im Rahmen der Re-Fokussierung der Bundeswehr. Erster Anlaufpunkt der viertägigen Reise (FüAkEx 2018) war die Marineschule Mürwik. Der Kommandeur der Marineschule, Kapitän zur See Tobias Abry, begrüßte die Besucher herzlich in der "Alma Mater" der deutschen Marineoffiziere, "FükAkEx ist aus Sicht der Marine von zentraler Bedeutung, um ein streitkräftegemeinsames Verständnis für maritime Fragen und die Besonderheiten der Marine zu fördern. Das gilt insbesondere für das zukünftige Führungspersonal der Bundeswehr."

Deutsche Marine heute und Re-Fokussierung der Bundeswehr

In den anschließenden Impulsvorträgen und einer anregenden Panel Diskussion lernten die Lehrgangsteilnehmenden einerseits die Aufgaben und aktuellen Herausforderungen der Einsatzflottillen, des Marinefliegerkommandos und der Offizierausbildung der Marine näher kennen und konnten andererseits die Einsatzbereitschaft der fahrenden Flotte kritisch hinterfragen. Hierbei stellten die beiden Diskussionsleiter, Korvettenkapitän Michael Gräßel und Korvettenkapitän Martin Pauker, fest, dass der LGAN 2017 sich sehr kritisch mit der Re-Fokussierung der Bundeswehr insbesondere in Bezug auf Landes- und Bündnisverteidigung vor dem Hintergrund der aktuellen Personal- und Materiallage auseinandersetzt. Die Herausforderungen der Re-Fokussierung standen auch in den folgenden Tagen der Rundreise zu den Marinestützpunkten Eckernförde und Kiel immer wieder im Fokus der interessierten Fragen des Lehrgangs.

Dynamic Display auf hoher See

Den Höhepunkt der Reise war schließlich die Seefahrt an Bord der Fregatte „HESSEN“ und der Korvette „ERFURT“. Bei bestem Wetter präsentierte die Marine dem Lehrgang ihr mannigfaltiges Einsatzspektrum durch mehrere Übungen in der Kieler Bucht. Dabei erkannten die Kameraden und Kameradinnen von Heer und Luftwaffe, welche Bedeutung Teamwork an Bord eines Schiffes hat. "Hier sitzen alle wahrlich in einem Boot", sagte Oberstleutnant Przyswitt, "und können dieses auch wirklich nur gemeinsam zur Entfaltung bringen."

Ein guter Rahmen für eine Verabschiedung

Während die "blauen Jungs" den „Landratten“ des Heeres und der Luftwaffe mit Stolz die Fähigkeiten ihrer Marine praktisch vor Augen führten, kam bei mindestens einem Kameraden der Marine an diesem Tag auch ein gehöriges Maß an Wehmut auf. Für Kapitän zur See Henning Straus war dieser Tag  sein letzter Seetag als aktiver Marineoffizier, bevor er zum Ende September in den Ruhestand versetzt wurde. Der Lehrgang nutzte das Einlaufbier an Bord der Fregatte „HESSEN“ und den Abschluss der FüAkEx 2018, um Kapitän Straus zu verabschieden und ihm für seine Einsatzbereitschaft als Leiter der Fakultät Marine an der Führungsakademie zu danken.

Ein herzliches Dankeschön an die Deutsche Marine

Seit 1957 werden militärische Spitzenkräfte an der Führungsakademie der Bundeswehr auf ihre anspruchsvollen Aufgaben in der Bundeswehr, der NATO, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen vorbereitet. Nur mit der Unterstützung der Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine oder den Organisationsbereichen wie der Streitkräftebasis, dem Zentralen Sanitätsdienst oder dem Cyber- und Informationsraum kann die Aus-, Fort- und Weiterbildung dieser Akademie zeitgemäß und praxisorientiert sein und bleiben. Der neue Leiter der Fakultät Marine, Kapitän zur See Peter Görg, dankt herzlich "der Flotte, dass diese trotz ihrer vielfältigen Aufgaben und Belastungen einem solchen Programm Raum und Zeit gibt."

 

 

 

 

 

Autor: Frank Hölzner; Fotos: Bundeswehr / Bundespolizei

Hamburg, 10.10.2018

Fallschrimsprungtraining des KSK in Arizona (USA)

Spezialkräfte der Bundeswehr beim Tag der Bundeswehr 2018

Kampfschwimmer der GSG 9 der Bundespolizei

 

 

 

„Entscheidungsträger in den Spezialkräften persönlich kennenzulernen, das ist unbezahlbar“, so bewertete ein Teilnehmer die dreitägige Veranstaltung „Einsatzgrundsätze und Führung von Spezialkräften“ an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Mitte September tauschten sich zahlreiche Teilnehmer aus dem In- und Ausland über Stand und Entwicklung der Spezialkräfte aus. Die Führungsakademie  diente dabei als Plattform der Netzwerkpflege und des Wissenstransfers.

Nahezu alle Bereiche zu Gast an der Führungsakademie

„Ich freue mich, dass insbesondere die Führungskräfte der Spezialkräfte immer wieder teilnehmen und ihr Wissen teilen“, sagt Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner. Er ist Dozent für Einsatzgrundsätze und Führung von Spezialkräften an der Führungsakademie und hat diese Veranstaltung vorbereitet. So standen unter anderem der Kommandeur der GSG 9 und Chef des Stabes der Abteilung Spezielle Operationen der Bundeswehr Rede und Antwort. Teilnehmer und Referenten stammten aus dem Auswärtigen Amt, dem Bundeskriminalamt, der Bundespolizei, dem Bundesministerium der Verteidigung und aus verschiedenen Bereichen der Bundeswehr wie zum Beispiel dem Einsatzführungskommando, dem Luftwaffentruppenkommando oder dem Kommando Spezialkräfte Marine und Heer sowie dem Heeresverbindungsstab 12 aus North Carolina beim United States Army Special Operations Command.  

Aktuell und informativ

Die Themenauswahl war vielfältig. Die Vorträge reichten von der operativen Ebene wie zum Beispiel „Die neue Führungseinrichtung der Spezialkräfte der Bundeswehr“ über die taktische Ebene wie beispielsweise „Ausrüstungsentwicklung für die Männer und Frauen im Einsatz“ bis hin zur strategischen Ebene wie zum Beispiel „NATO Special Operations Headquarters“. „Selbst als Dozent erhalte ich selten die Möglichkeit, mich so komprimiert, fundiert und aus erster Hand über aktuelle Trends und Themen in den Spezialkräften zu informieren“, sagt Oberstleutnant Hölzner.

„Netzwerken“ gewünscht

Die Spezialkräfte in der Bundeswehr und der Bundespolizei  entwickeln sich mit ihren unterstützenden Bereichen laufend weiter. Umso wichtiger wird im Rahmen einer „Vernetzten Sicherheit“ der regelmäßige Erfahrungsaustausch. Dieses stellten die Teilnehmer während der einzelnen Vorträge, den sich daran anschließenden Diskussionen und in den Pausengesprächen fest. Gleichzeitig vertieften und erweiterten sie ihre beruflichen Netzwerke. Die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg  fördert auch mit dieser Veranstaltung den Gedankenaustausch auf strategischer Ebene und trägt so dazu bei, alle Experten und Akteure im Bereich Sicherheit noch besser zu vernetzen. Die Qualität des Moduls „Einsatzgrundsätze und Führung von Spezialkräften“ fasste ein Teilnehmer am Ende der drei Tage zusammen: „Eine Hochwertausbildung, die keine Wünsche offen lässt.“

 

 

 

 

 

 

Autor: Philipp v. Rechenberg; Fotos: LGAN 2017

Hamburg, 08.10.2018

Die Tragtiere des EAZ 230 bei der Vorführung der GebJgBrig 23

Trittsicherheit ist im Gebirge von besonderer Bedeutung

Durchhaltewille und Kameradschaft zeigten sich beim Bergmarsch auf die Reiteralpe

Sattelfest im Gebirge: Offiziere des LGAN beim Marsch mit den Tragtieren auf das Dürrnbachhorn

 

 

 

„Das Wesen der Gebirgsjägertruppe kann nicht auf Folien vermittelt werden. Man muss es erleben und anfassen, um das besondere Anforderungsprofil zu verstehen“, begrüßt der stellvertretende Brigadekommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall, Oberst Stefan Leonhard, die Offiziere des Lehrgangs Generalstabsdienst-/ Admiralstabsdienst National(LGAN) 2017 zur Gebirgsreise in den bayrischen Alpen. Stärkung der Kameradschaft, das Kennenlernen der Fähigkeiten der Gebirgstruppen sowie das Erfahren der besonderen körperlichen Herausforderungen stehen im Vordergrund der Ausbildungswoche. Nachdem die nationalen und internationalen Soldatinnen und Soldaten am Morgen mit dem Airbus A400M angereist sind, startet der Lehrgang mit zwei Gruppen in die Ausbildung.

Soldatische Fitness ist gefragt

Mit einem körperlich fordernden Marsch steigen die Offiziere am Montag Nachmittag knapp 1.000 Höhenmeter von der Talstation der Seilbahn der Wehrtechnischen Dienststelle 52 Oberjettenberg auf die Reiteralpe auf. Oben angekommen heißt es Nachbereiten und Unterkunft beziehen, bevor es am nächsten Tag weitergeht. Das Wetter regnerisch und nasskalt – so starten die Teilnehmenden am nächsten Tag und erahnen gleich, dass der Gebirgsjäger besonders bei solchen Bedingungen „funktionieren“ muss. Über rutschige Äste und durch Nebelfelder gelangen in morgendlicher Frühe alle am Kreuz des Weitschartenkopfes an und sind stolz auf die überstandene Anstrengung – um anschließend festzustellen, dass der Abstieg eine weitere körperliche Herausforderung ist. Danach bleibt das Programm anspruchsvoll: es geht „an den Fels“. Der Hochgebirgsjägerzug hat ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt, bei dem die Soldatinnen und Soldaten ihr Geschick im Klettern, Abseilen und am einfachen Seilsteg unter Beweis stellen können. Das Bier in der Hütte haben sich abends alle redlich verdient.

Spezialisten beim alpinen Kampf

Nach den „Höhen“ am Vortag lernt der LGAN am Mittwoch die „Tiefen“ kennen: ein bei strahlendem Sonnenschein sehr idyllischer Marsch durch die Weißbachschlucht macht den Tagesauftakt. Danach ist Zugucken angesagt: Im Rahmen einer statischen und dynamischen Vorführung zeigen die Gebirgsjäger den Lehrgangsteilnehmenden auf beeindruckende Art und Weise ihr Material und ihre besonderen Fähigkeiten im alpinen Gelände. Aufklärung, Kampf im, am und auf dem Felsen sowie die logistische Unterstützung sind nur einige der breiten und komplexen Anforderungen für die Soldatinnen und Soldaten der Gebirgstruppe - eine wichtige und zugleich lehrreiche Erkenntnis für die nationalen und internationalen Offiziere aus Hamburg. Anschließend wird es wieder dynamisch, und die Lehrgangsteilnehmenden marschieren zur Winklmoosalm, wo sie eine herzliche Begrüßung durch das Hüttenpersonal und vorbeilaufende Kühe erwartet.

Maultiere als tragende Stütze

Das Tragen von Lasten von knapp 100 kg stellt für die Maultiere des Einsatzausbildungszentrums für Tragtierwesen aus Bad Reichenhall keine große Herausforderung dar. Eine intensive Ausbildung, regelmäßige Übungen und bis zu fünf Bergmärsche in der Woche sind für Mensch und Tier unabdingbar, um den anspruchsvollen Auftrag erfüllen zu können. Zunächst erfahren die LGAN-Teilnehmer etwas über die Gliederung der Einheit, ihre Aufgaben sowie die Leistungsfähigkeit und die Arbeit mit den Tieren. Frieda, Bazi, Kastor und ihre anderen felligen Kameraden durften selbstverständlich auch angefasst, geführt und Probe gesessen werden. Die Maultiere dienen zum Transport von Lasten und damit der unmittelbaren Unterstützung der Einheiten, die Haflinger Pferde werden zum Überwachen von Räumen und zum Prüfen der Gangbarkeit für Tragtiere genutzt. Beide sind die wesentlichen Säulen des Einsatzausbildungszentrums.

Ein weiterer Bergmarsch von der Winklmoosalm auf das fast 2.000 Meter hohe Dürrnbachhorn ist im wahrsten Sinne des Wortes der zweite Höhepunkt der Woche. Ein kleines Stück werden die Offiziere dabei auch von den zuvor vorgestellten Tieren begleitet und können sich live von deren Fähigkeiten überzeugen. Ein durch das Hüttenteam liebevoll vorbereitetes und opulentes Grillbuffet bietet zusammen mit lauen Spätsommertemperaturen das perfekte Setting für einen letzten Abend in den Bergen.

Erfolgreiches Teambuilding

Bevor es am Freitag wieder mit dem A400M von Salzburg zurück nach Hamburg geht, lassen die Soldatinnen und Soldaten des LGAN die Woche bei einem bayrischen Frühstück Revue passieren. Jeder ist durch die körperliche Herausforderung ein Stück gewachsen, ohne die Kameraden wäre aber so manches davon nicht  zu schaffen gewesen. Kohäsion des Lehrgangs durch die erlebnisorientierte Ausbildung sowie interessante und zugleich lehrreiche Einblicke in das Fähigkeitsprofil der Gebirgstruppe des Deutschen Heeres sind deshalb die Erkenntnisse am Ende der Woche, die als buntes Erlebnis noch lange in den Köpfen Aller bleiben werden.

 

 

 

 

 

 

Autor: Wilhelm Brendecke (DWT); Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 05.10.2018

Konteradmiral a.D. Karl-Wilhelm Ohlms zeichnet Major Sven Kümmeth mit dem Zukunftspreis der DWT 2018 aus

Generalinspekteur Eberhard Zorn bei der Festansprache

 

 

 

Major Sven Kümmeth erhält den Zukunftspreis der DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e.V. (DWT). Major Kümmeth ist Absolvent des Lehrgangs Generalstabsdienst-/ Admiralstabsdienst National (LGAN) 2016. Im Rahmen der feierlichen Verabschiedung des LGAN 2016 im September 2018 zeichnete der Geschäftsführer der DWT, Konteradmiral a.D. Karl-Wilhelm Ohlms, ihn für seine Lehrgangsarbeit „Big Data in der Bundeswehr“ aus. 

Big Data in der Bundeswehr

In der Lehrgangsarbeit geht es darum, „Big Data“ und das darin liegende Potenzial auch für die Bundeswehr zu erklären. Major Kümmeth, Diplom-Informatiker, bezeichnet „Big Data“ als eine Entwicklung, die weit über die reine Informationstechnologie hinausgeht und von der auch die Bundeswehr in vielen Bereichen durch den Einsatz geeigneter Methoden und Verfahren profitieren kann. Um dies jedoch zweckmäßig und zielgerichtet anzugehen, sind ein grundsätzliches Verständnis von Big Data an sich sowie die Kenntnis von Chancen, Herausforderungen und Anwendungsmöglichkeiten notwendig. 

Mit Daten gewinnen

In seiner Quintessenz am Schluss der Arbeit stellt Major Kümmeth einen Bezug seiner Untersuchungen und Schlussfolgerungen zu einem alten, noch immer gültigem Grundsatz aus der Zentralen Dienstvorschrift 3/11, heute Zentralrichtlinie A2-226/0-0-4710 - Gefechtsdienst aller Truppen (zu Lande) her: „Den Feuerkampf gewinnt, wer schneller schießt und besser trifft.“  Im Hinblick auf die Datenflut im angebrochenen Big Data-Zeitalter lässt sich nach seiner Auffassung das Zitat wie folgt anpassen: „Wer schneller auswertet und besser analysiert, gewinnt den Kampf im Informationsumfeld.“ Big Data sieht er als eine, wenn nicht die große Chance, dass „die Bundeswehr in allen Dimensionen sowohl im Betrieb Inland als auch im Einsatz, unter wirtschaftlichen sowie (sicherheits-) politischen Gesichtspunkten, für sich alleine und mit Verbündeten, in der Verwaltung wie auch im Gefecht lernen kann, mit Daten zu siegen.“

Innovation und Perspektive auszeichnen

Die gemeinnützige DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR WEHRTECHNIK e. V. (DWT) stiftet Studien- und Zukunftspreise, mit denen Offiziere und Referendare der Universitäten der Bundeswehr in München und Hamburg, der Führungsakademie der Bundeswehr und des Bildungszentrums der Bundeswehr (BiZBw) in Mannheim ausgezeichnet werden. Ihre Master-, Lehrgangs- oder Prüfungsarbeiten sollen mit innovativen und perspektivischen Inhalten dazu geeignet sein, im Sinne der Ziele der DWT den Dialog über Sicherheitspolitik, Bündnisfähigkeit, Forschung und Verteidigungswirtschaft zu fördern, die Transparenz der Zusammenhänge und Wechselwirkungen herzustellen und zur Bildung, Urteilsfähigkeit, Entscheidungsfindung und Gestaltung in diesen Bereichen beizutragen.
Die Lehrgangsarbeit von Major Sven Kümmeth erfüllt in besonderem Maße die Vergabekriterien für den Zukunftspreis der DWT. Der Studien- bzw. Zukunftspreis ist mit einem Geldbetrag dotiert. Die Preise werden jeweils jährlich vergeben.

Weiterführende Information zur DWT e.V. finden Sie unter www.dwt-sgw.de

 

 

 

 

 

Autor: FüAkBw; Fotos: Torben Steinweller

Hamburg, 04.10.2018

Oberst i.G. Jac-Peter Tölkes begrüßt die Lehrgangs- teilnehmenden

Ein Rollenspiel als Einstieg in den Planungsprozess

Oberstleutnant van den Berg der Royal Netherlands Army stellt ihr Arbeitsergebnis vor

Interessierte Lehrgangsteilnehmende

 

 

 

„Ladies and Gentleman, Exercises are fun“ begrüßte Oberst i.G. Jac-Peter Tölkes aus dem Multinational JOINT Headquarters ULM (MN JHQ Ulm)die Anwesenden aus vier Nationen (USA, Niederlande, Italien, Deutschland) zum Modul „Grundlagen für das Erstellen und Durchführen von streitkräftegemeinsamen Übungen“ oder - kürzer - „Fundamentals of JOINT Exercise Planning“.
Nach einem erfolgreichen Probelauf im September 2017 fand dieses Modul nun zum zweiten Mal an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) statt. „Den Lehrgangsteilnehmenden das Fachwissen für Verwendungen im Bereich der streitkräftegemeinsamen Übungsplanung komprimiert und praxisbezogen zu vermitteln“, war nach Ansicht von Oberst Tölkes das Ziel dieses Lehrgangs.

Experten aus dem Multinationalen Joint Headquarters Ulm

Hierzu war Oberst Tölkes, Abteilungsleiter im MN JHQ Ulm, mit zwei seiner Dezernenten nach Hamburg gereist, um die Fakultät mit Fachexpertise in der Durchführung zu unterstützen. So vermittelten sie Wissen aus der Praxis für die Praxis. Das eingespielte Team aus Ulm nahm die Lehrgangsteilnehmenden vom ersten Moment an auf eine launige Reise in die Tiefen des NATO Exercise Planning Process mit. Die streitkräftegemeinsame „Reception Staging and Onward Movement“ (RSOM) Übung JODY 2016 war hierfür das „Vehikel“. Am praktischen Beispiel füllten die Referenten die NATO Vorschrift BI-SC 75-003 Collective Training and Exercise Directive mit Leben.

Rollenspiel - Oskar verdächtig

Mit einem Rollenspiel gelang ein spannender Auftakt. Die Protagonisten aus Ulm stellten dabei auch ihr rollenspielerisches Talent unter Beweis. Damit brachten sie „Ball“ ins Spiel. Anschließten erlebten die Lehrgangsteilnehmenden ein Wechselspiel aus Hörsaalunterrichten und Gruppenarbeiten, das sie durch den Planungsprozess mit seinen „Stages“ und „Phasen“ geleitete. „JODY 2016 ist nicht die Musterlösung; vielleicht sind Ihre Ergebnisse sogar besser als unsere Ideen damals“, animierte Tölkes jeden, seinem Denken freien Lauf zu lassen.

Externe Referenten runden das Bild ab

Neben dem Exercise Planning Process bildeten die externen Referenten den zweiten wichtigen Pfeiler dieses Moduls. Vorträge des Bundesministeriums der Verteidigung aus den Abteilungen „Führung, Streitkräfte und Recht“ skizzierten die Vorgaben und den Rahmen für zukünftige Übungsplanungen. Impulse aus allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen, wie zum Beispiel dem Kommando Territoriale Aufgaben oder dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr ergänzten diese mit wichtigen Aspekten aus ihrem Blickwinkel. „Ein wirkliches rundes Bild mit allen Facetten der streitkräftegemeinsamen Übungsplanung wurde für die Lehrgangsteilnehmenden gezeichnet“, resümierte der Seminarleiter, Fregattenkapitän Torben Steinweller, zufrieden.
Das Petitum der Lehrgangsteilnehmenden war am Ende dieser kurzen und intensiven Woche äußerst positiv. Die Führungsakademie der Bundeswehr wird dieses Lehrangebot auch im Jahr 2019 wieder anbieten – ganz unter dem Motto „Exercises are fun!“

 

 

 

 

 

 

Autor: Barbara Gantenbein; Fotos: Uwe Grauwinkel, Niko Schneider

Hamburg, 28.09.2018

General Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr

Richard Kühnel (Leitung der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland), Vizeadmiral Carsten Stawitzki (Abteilungsleiter Ausrüstung im Bundesministerium der Verteidigung), Prof. Dr. Klaus Schweinsberg (Chairman des Centrums für Strategie und Höhere Führung), Matthias Zachert (Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG) v.l.n.r.

Generalmajor Oliver Kohl, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr

Gruppenfoto der Teilnehmenden

 

 

 

„Dieses Treffen hat eine hohe Akzeptanz auf beiden Seiten. Wir entdecken uns gegenseitig, jeder lernt vom Anderen, das macht mir Freude“, sagt Generalinspekteur (GI), General Eberhard Zorn, beim Commander’s Intent. Die Veranstaltung bringt zivile und militärische Führungskräfte aus der Bundeswehr und aus der Wirtschaft zusammen. Schirmherr ist traditionell der Generalinspekteur der Bundeswehr. Dieses Jahr ging es um das Thema „Führen in ungewissen Zeiten. Wie umgehen mit dem schwindenden Vertrauen in Fakten, politische Institutionen und globale Ordnungssysteme?“ Im Kern ging es um „Fake News“ – also bewusst gestreute Fehlinformationen – und sich verändernde Aspekte von Verlässlichkeit in Allianzen und Partnerschaften.

Wahrhaftigkeit und Authentizität

„Meine Beobachtung ist, dass Vertrauen immer von den handelnden Personen abhängt“, betonte General Zorn in seiner Keynote zum Thema „Gedanken zur Führungskultur“. Führungskräfte müssten Präsenz zeigen und sich Zeit nehmen für Gespräche mit Untergebenen und Mitarbeitern. „Wahrhaftigkeit und Authentizität sind gerade für Führungskräfte wichtig“, sagte der General weiter. Für die Führungskultur der Bundeswehr sei die „Innere Führung“ der Kompass.

Netzwerken auf höchster Ebene

Organisiert hatte die Veranstaltung der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, Brigadegeneral Oliver Kohl, im Auftrag des Generalinspekteurs. Kooperationspartner des Commander’s Intent ist seit 2009 der Journalist und Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schweinsberg, Gründer des Centrums für Strategie und Höhere Führung in Ludwigshafen. Bereits zum achten Mal tauschten sich Vorstände, Geschäftsführer und Offiziere miteinander aus. Zum Auftakt des Commander’s Intent in der Zentrale von Microsoft Deutschland trafen sich der ehemalige Generalinspekteur, General a.D. Volker Wieker, und Klaus Schweinsberg zum Panelgespräch. „So viel GI-Dichte war noch nie“, scherzte der amtierende Generalinspekteur im Hinblick auf seinen Amtsvorgänger, „das beweist, wie wichtig uns als Schirmherren diese Veranstaltung ist.“

Information überall verfügbar

Im Hauptstadtstudio des ZDF – der nächste Programmpunkt beim Commander’s Intent – diskutierten die Teilnehmenden mit dem stellvertretenden Chefredakteur Elmar Theveßen über „Fake News“. Unter anderem ging es um die Erfahrungen der Bundeswehr mit der „Fake-News-Kampagne“ gegen deutsche Soldaten aus dem 1. Kontingent der Enhanced Forward Presence (eFP) der NATO in Litauen. „Information ist überall verfügbar, Gerüchte aber auch“, sagte General Zorn. Eine sinnvolle Möglichkeit gegenzusteuern sei die Nutzung der Socialmedia-Kanäle, um Fakten zu kommunizieren.

Entscheidungsprozesse schneller machen

Große Organisationen wie NATO, EU oder Vereinte Nationen hätten häufig lange Entscheidungswege. Deshalb sei es sinnvoll, wenn einzelne europäische Staaten näher zusammenrücken würden, folgerte General Zorn. Entscheidungsprozesse müssten schneller werden, gemeinsame Strategieanalysen seien dafür die Basis. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion im Stauffenbergsaal zum Thema „Wie weltpolitikfähig muss Europa sein? Was ist für Deutschland zu tun?“. Auf dem Podium diskutierten Matthias Zachert, Vorstandmitglied des Chemiekonzerns LANXESS AG, Richard Kühnel, Vertreter der Europäischen Kommission, sowie Vizeadmiral Carsten Stawitzki, Abteilungsleiter Ausrüstung im Bundesministerium der Verteidigung. Auch hier zeigte sich, wie sehr beide Seiten – Bundeswehr und Wirtschaft – voneinander lernen können.

 

 

 

 

 

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