Autor: Andreas Aschert; Fotos: Katharina Roggmann / Doris Wagner / Bundeswehr

Hamburg, 07.02.2018

Zivil-militärisches Zusammenwirken in der Planungsphase

Doris Wagner interessiert sich für Sicherheitspolitik

Leben in der Lage: Die Teilnehmenden im Planspiel

 Planspiel Cerasia an der Führungsakademie

 Der zivile Partner - das ,,West Erbil Emergency Hospital"

Doris Wagner berät Lehrgangsteilnehmer des Planspiels

Ungefähr drei Wochen verbrachte Doris Wagner, ehemalige Bundestagesabgeordnete der Grünen, an der Führungsakademie der Bundeswehr. In der Planspielübung CERASIA 2018 des nationalen Lehrgangs Generalstabsdienst/ Admiralitätsstabsdienst 2016 (LGAN) der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) schlüpfte sie in die ihr aufgrund Ihrer Bundestagstätigkeit bereits bekannte Rolle der Sprecherin im Verteidigungsausschuss des Bundestages. Aber wie kam es dazu?

Als bayrisches Nordlicht in den Verteidigungsausschuss

Doris Wagner wurde 1963 in der Hansestadt Bremen geboren und ist dort aufgewachsen. Gleich nach ihrem Abitur verschlug es sie als Nordlicht in südliche Gefilde, nach Würzburg, wo sie eine Dolmetscherschule besuchte. Im Süden ist sie seither wohnhaft geblieben. Denn nach Etappen in Mailand in Italien und London in Großbritannien ist sie seither in München ansässig. Für die bayerischen Grünen wurde sie über die Landesliste 2013 Mitglied des Bundestags und war bis 2017 Mitglied im Verteidigungsausschuss. Aus dieser Zeit kommen ihre fundierten Kenntnisse einer verteidigungspolitischen Ausschussarbeit, die sie bei CERASIA nun vollumfänglich einbringen konnte.

Auf Feuer reagieren

"Mir ist es wichtig, sich mit Sicherheitspolitik auseinander zu setzen, weil wir in Krisenzeiten leben. Die Krisen sind so nah.“ Ihr ist das bewußtsein wichtig, dass wir dabei in wirklich krisenbestimmten Zeiten leben. Entscheidungen sollten daher vorausschauend und diplomatisch gut vorbereitet sein. „Wie die Feuerwehr, die sich darauf vorbereitet, dass es immer neue Brandbeschleuniger gibt und man auch auf diese reagieren muss, um das Feuer richtig zu bekämpfen.“  Dass sie mal mit Sicherheitspolitik, Bundeswehr oder Politik im Allgemeinen zu tun haben würde, hat sie sich in den 1990er Jahren, als sie vier Jahre in Mailand lebte, nicht vorstellen können. „Ich war immer an Politik Interessiert, aber zu der damaligen Zeit war ich noch sehr weit weg von Politik, schon gar von der Vorstellung, jemals aktiv Politik zu gestalten“, so Doris Wagner.

Nicht als Oberleutnant in den Irak

Von der Führungsakademie in Hamburg hörte sie dann Positives in ihrer Abgeordnetenfunktion. Den Weg quer durch Deutschland, wieder in eine Hansestadt, nahm sie zwei Wochen vor der eigentlichen Planspielübung gerne auf sich. Erst durch den Elbtunnel, dann durch das Kasernentor. Schließlich wollte sie sich gut auf die Übung in Hamburg vorbereiten. Unbekannt ist ihr der Zutritt in eine Kaserne dabei nicht. 2015 ist sie während einer einwöchigen Multiplikatoren Ausbildung zum Oberleutnant ernannt worden. Als Bundestagsabgeordnete war sie außerdem in Afghanistan, Erbil (Irak) und Israel. Dort hat sie weitere Einblicke in die Bundeswehr erhalten.

Mit Dolmetscherin verwechselt

Für sie als Abgeordnete war die Reise nach Erbil die spannendste überhaupt. Total dankbar ist sie für die unglaublich lehrreiche Reise, die sie mit dem Inspekteur des Sanitätsdienstes Generaloberstabsarzt Michael Tempel machen durfte. Eine für sie witzige Anekdote während der Erbil-Reise: „ Ich bin dort direkt mit dem italienischen Kommandeur ins Gespräch gekommen. Natürlich in fließendem Italienisch, das ich als Dolmetscherin und den fünf Jahren in Italien beherrsche. Man glaubte dort von Anfang an ich sei als Dolmetscherin mitgereist, weniger als Abgeordnete.“ Allein an diesem Szenario zeigt sich, das Doris Wagner ein zugänglicher Typ ist und schnell ins Gespräch kommt.

Gespräche ohne Vorurteile

Mit den Lehrgangsteilnehmern während CERASIA 2018 hätte sie sich gewünscht noch mehr ins Gespräch zu kommen. Laut ihr war es manchmal ein bisschen kurz, aus dem Grund, weil die Teilnehmer sehr in ihrer Aufgabe gebunden waren und der Zeitdruck enorm hoch war. Die Möglichkeit zum Austausch nutzte sie vorwiegend während der Essenzeiten oder während der Pausen vor den fiktiven Ausschusssitzungen. Der Informationsaustausch war durchweg positiv für sie. Das stellt für Doris Wagner neben vielen anderen Begegnungen während der Übung und an der Führungsakademie ein Highlight dar. Sie findet es toll das man offen und ohne Vorurteile aufeinander zugeht. Aus ihrer Erfahrung im politischen Umfeld weiß sie umso besser, als noch mancher junger angehender Referent, dass es wichtig sei sich zu begegnen und dadurch vielleicht vorherrschende Vorurteile abzubauen. Das hat Auswirkungen auf die Ergebnisse. Sie würde daher den Lehrgangsteilnehmern mit auf den Weg geben: „Seid offen für andere.“

Plötzlich Übungsende

Gerührt hat sie daher auch als viele Teilnehmer mit Abschluss der Übung noch schnell mit Umarmungen fleißig ihre Visitenkarten ausgetauscht haben. „Das war so richtig wuselig, da die Übung zu Ende war und plötzlich auf einmal ohne Zeitdruck festgestellt wurde, die Ersten müssen schon abreisen. Wenn die sich wieder sehen, werden sie sich an die positiven Erfahrungen zurück erinnern und die erfahrene Offenheit wahrscheinlich auch anderen Referenten aus anderen Ressorts sofort gewähren“, so Doris Wagner.

Ohne Zeitdruck nach Paris

Ohne eigenen Zeitdruck ist eines ihrer privaten Ziele eine Reise nach Paris. Unabhängig von ihrer Ausbildung zur Textilbetriebswirtin im Jahr 1995 hat sie es sich schon immer gewünscht in ihre Lieblingsstadt, die Modestadt Paris, zu fahren und „einfach mal ein bis zwei Monate die Stadt vor Ort wirken zu lassen.“ Momentan wirkt erst mal die Führungsakademie nach, mit all der angefundenen Offenheit auf die sie gestoßen ist und dem Leitspruch der Akademie: „Der Geist bewegt die Materie.“


 

 

 

Autor: Andreas Aschert; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 05.02.2018

Zivil-militärisches Zusammenwirken in der Planungsphase

Zivil-militärisches Zusammenwirken in der Planungsphase

Leben in der Lage: Die Teilnehmenden im Planspiel

 Leben in der Lage: Die Teilnehmenden im Planspiel

 "ein gemeinsames Verständnis füreinander entwickeln"

Theorie in die Praxis umsetzen

 Theorie in die Praxis umsetzen

Doris Wagner bringt ihre Erfahrung in die Übung ein

Doris Wagner bringt ihre Erfahrung in die Übung ein

 

 

 

 

 

Über 90 Lehrgangsteilnehmer des Lehrgangs General- / Admiralitätsstabsdienst National (LGAN) 2016 der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) stellten sich den Herausforderungen des Planspiels CERASIA 2018 in der Clausewitz-Kaserne. Unter Zeitdruck und den Augen von 30 militärischen und zivilen Experten wurde eine abgestimmte militärpolitische Position erarbeitet und ein vorlagefähiges Konzept auf ministerieller Ebene erstellt. Die Teilnehmer wurden durch dieses Planspiel befähigt, eine künftige ministerielle Tätigkeit auszuführen, und zwar ressortübergreifend.

Praxisnähe durch vernetzten Ansatz

In der Übung geht es nicht nur um eine Krisenbewältigung in der fiktiven Region CERASIA mit militärischen Mitteln, sondern auch um das unerlässliche Zusammenwirken von zivilen und militärischen Instrumenten. Die Übung steht so voll und ganz im Einklang mit dem Weißbuch 2016 unter dem Aspekt des vernetzten Ansatzes. Sieben Referenten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und 22 Angehörige des Attaché Lehrganges des Auswertigen Dienstes nehmen an dem Planspiel teil, um der Idee der ressortgemeinsamen Ausbildung und Übung gerecht zu werden. Mit ihnen entsteht bei CERASIA 2018 eine Praxisnähe und Tiefe in der Ausbildung. "Die Übung ist ein unheimlicher Zugewinn. Wir haben hier die Chance der gemeinsamen Ausbildung, in der wir auch ein gemeinsames Verständnis füreinander entwickeln", so Oberst i.G. Boris Nannt, der als Direktor Strategie und Fakultäten CERASIA 2018 verantwortet.

Eine abgestimmte Position als Ziel

Fünf Tage in Echtzeit und ohne Unterbrechung sind für alle eine Herausforderung. Die Teilnehmer des LGAN 2016 durchlaufen die in der Übung geforderten Prozesse und Abläufe anwendungstechnisch das erste Mal. „Grundlagen der Stabsarbeit auf Kommandoebene hatten wir als einwöchige theoretische Unterrichtung. Jetzt setzten wir das zuvor Gelernte in der Praxis um, und zwar direkt auf ministerieller Ebene“, so Major Christian Menrath, LGAN-Teilnehmer. Wie er wenden auch alle anderen Lehrgangsteilnehmer nun Verfahren ministerieller Arbeit mit dem Ziel an, eine auf politisch-strategischer Ebene inner- und interministeriell abgestimmte Position zu entwickeln und ihre vorbereiteten Entscheidungen zu kommunizieren.

Tiefes Verständnis

Das Interagieren und Kommunizieren mit nicht militärischen Akteuren und deren spezifischen Herangehensweisen an die Problemlösung brachte einige wenige Lehrgangsteilnehmer zu Stirnrunzel. So brachte auch Doris Wagner, ehemaliges ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss und ehemaliges ordentliches Mitglied der interparlamentarischen Konferenz für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik/ Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, ihre Erfahrungen in die Übungen ein. Im Planspiel trat sie in die Funktion der Obleute und wurde durch die Lehrgangsteilnehmer bei der Obleute-Unterrichtung des Verteidigungsausschusses über Ereignisse im Krisenland CERASIA als Obfrau einer Partei informiert. Im Nachgang führten alle Gespräche der Übungsteilnehmer im gegenseitigen Miteinander zu einem tieferen Verständnis der anderen Partei und festigte die Idee des vernetzten Ansatzes.

Fiktive Region CERASIA

Die fiktive Region CERASIA, nach der die Übung benannt ist, hat die geografischen Daten und Gegebenheiten der Region vom Horn von Afrika, das die östliche Spitze des afrikanischen Kontinents bildet. Geopolitisch ist CERASIA nicht mit dem echten Horn von Afrika, mit den Ländern wie beispielsweise Dschibuti und Somalia, den Ethnien und Religionen, sowie der dort gegenwärtig anzufindenden Gegebenheiten  vergleichbar und gleichzusetzen. Im Übungsszenario beispielsweise entwickelte sich über mehrere Jahre eine Krise, die hin und wieder sichtbar wurde und in einem multiplen Krisenszenar endet, das nur ressortgemeinsam lösbar ist. So finden sich im Planspiel, wie in der Realität, Akteure aus allen Bereichen zur Krisenbewältigung. GIZ, THW, Bundespolizei etc. Die Hörsäle, durch den LGAN 2016 besetzt und die Referenten aus BMZ und dem Auswertigen Dienstes verstärkt, bereiten während der Übung u.a. Strategiegespräche im Bundesministerium der Verteidigung, Abstimmungsrunden im Auswärtigen Amt (AA), ein Staatssekretärsfrühstück im AA oder die Obleute-Unterrichtung vor und bilden jeweils ein Referat im Bundesministerium der Verteidigung ab. Dementsprechend müssen die Referenten wie im echten Ministerium ihre präzise, kurz formulierten Vorlagen, Sprechempfehlungen etc. ihrem jeweiligen Unterabteilungsleiter vorlegen und vortragen.  In CERASIA 2018 wurde diese Aufgabe u.a. von fünf Obersten außer Dienst wahrgenommen. Das Planspiel fand inzwischen zum fünften Mal statt. "Diese Übung ist durchaus mit der Realität vergleichbar", betonte Doris Wagner abschließend im Gespräch mit Teilnehmern der Übung, bevor diese ihre Heimreise antraten.


 

 

 

Autor: Julia Döhrn; Fotos: LGAN 2016

Hamburg, 01.02.2018

Im Gespräch mit Henning Otte (CDU), Tobias Lindner (Grüne) und Siemtje Möller (SPD)

Im Gespräch mit Henning Otte (CDU), Tobias Lindner (Grüne) und Siemtje Möller (SPD)

Zivile und militärische Führungskräfte im Gespräch an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik

Zivile und militärische Führungskräfte im Gespräch an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik  

Der LGAN 2016 mit Staatssekretärin Emily Haber im BMI

 Der LGAN 2016 mit Staatssekretärin Emily Haber im BMI

Major Kai Domack überreicht Bundespräsident Steinmeier als Dank den großen Lehrgangscoin

Major Kai Domack überreicht Bundespräsident Steinmeier als Dank den großen Lehrgangscoin

Hier werden Entscheidungen getroffen: der Kabinettstisch im Bundeskanzleramt

Hier werden Entscheidungen getroffen: der Kabinettstisch im Bundeskanzleramt

Der Parlamentarischer Staatssekretär im BMZ Silberhorn plädiert für vernetztes Denken

Der Staatssekretär Silberhorn plädiert für vernetztes Denken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie entstehen politische Entscheidungen? Wird der vernetzte Ansatz in der Bundesregierung gelebt? Was bewegt zurzeit das politische Berlin? Diesen und anderen Fragen gingen die Lehrgangsteilnehmenden des Lehrgangs generalstabsdienst / Admiralstabsdienst 2016 (LGAN) der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) zu Beginn des Jahres 2018 auf der traditionell stattfindenden Hauptstadtreise nach. Begleitet wurde der LGAN vom stellvertretenden Kommandeur der Akademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider.

Im Zentrum des Handelns

Direkt am ersten Tag besuchte der Lehrgang das Zentrum des Regierungshandelns, das Bundeskanzleramt. Im Gespräch mit Brigadegeneral Andreas Delp, der mit seinem Team die Bundeskanzlerin und den Chef des Bundeskanzleramts in sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen berät, wurden vor allem die Ergebnisse der Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD diskutiert. Während der Führung durch das Bundeskanzleramt und beim Besuch der Reichstagskuppel bekamen die Teilnehmenden besondere Eindrücke und Ausblicke auf das Regierungsviertel Berlins.

Besuch im „Mutterhaus der Bundeswehr“

Am Dienstag wurde der Lehrgang im Bundesministerium der Verteidigung hochranging empfangen. Zunächst stand der Austausch mit den Abteilungsleitern „Strategie und Einsatz“ sowie „Planung“ und den stellvertretenden Abteilungsleitern der Abteilung „Politik“ und des Führungsstabs der Streitkräfte an. Bei einer Podiumsdiskussion wurden kontroverse Fragen zur Lage der Bundeswehr diskutiert. Der Austausch hinterließ bei allen einen nachhaltigen Eindruck, zeigte er doch den enormen Handlungsbedarf für eine zukunftsfeste Bundeswehr auf. Auch die daran anschließende Gesprächsrunde mit dem stellvertretenden Generalinspekteur, Vizeadmiral Rühle, war geprägt von Fragen zur Weiterentwicklung der Bundeswehr, der Personallage und der Tradition in der Bundeswehr.  Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nahm sich Zeit, um mit den Lehrgangsteilnehmenden über ihre künftige Rolle bei der Modernisierung der Bundeswehr zu sprechen. Sie rief ihren Führungskräftenachwuchs dazu auf, fachlich versiert aber trotzdem demütig, kommunikativ und aufgeschlossen, standfest und ohne Scheuklappen voranzugehen.

Die Parlamentsarmee im Bundestag

Im Anschluss traf der Lehrgang mit ehemaligen und künftigen Bundestagsabgeordneten des Verteidigungsausschusses zu einem offenen Austausch zusammen. Eine wichtige Station für eine Parlamentsarmee. Fragen zum Verteidigungshaushalt,  Einsatzmandaten und Deutschlands Rolle in den Bündnissen wurden kritisch diskutiert – auch mit Blick auf eine mögliche große Koalition. Der folgende Tag begann für die nationalen Lehrgangsteilnehmenden mit ausführlichen Briefings im Bundesnachrichtendienst. Dort wurde einmal mehr deutlich, wie sehr die Bundesregierung in unruhigen außenpolitischen Zeiten auf belastbare Informationen aus den Krisenregionen dieser Welt angewiesen ist.  Die Kameraden aus unseren Partnernationen tauchten derweil im Stasi-Museum in die Geschichte des geteilten Deutschlands ein. Im Bundesrat informierten sie sich zudem über die Besonderheiten des föderalen Systems in der Bundesrepublik.

Gespräch mit Bundespräsident Steinmeier

Nach dem Mittagessen wartete für alle der Höhepunkt der Reise: Der Besuch im Schloss Bellevue und das persönliche Zusammentreffen mit Bundespräsident Steinmeier. In einem ausführlichen Gespräch informierte sich der Bundespräsident über die Lage in der Bundeswehr und beantwortete Fragen zu den ersten Monaten seiner Amtszeit. Er sprach allen Soldatinnen und Soldaten sein Vertrauen aus und versicherte: „In mir haben Sie einen Freund der Bundeswehr.“ Die Worte des Bundespräsidenten werden den Lehrgangsteilnehmenden mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben. Am Abend hatte die Bundesakademie für Sicherheitspolitik nach Pankow geladen. Dort trafen der LGAN 2016, die Crew des 72. Attachéelehrgangs des Auswärtigen Amtes und junge Führungskräfte aus dem Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen. Nicht nur in Vorbereitung auf das gemeinsame Planspiel CERASIA wurden an diesem Abend wichtige Kontakte geknüpft und einige Vorurteile bei einem Glas Wein abgebaut. Der Austausch und das Netzwerk werden weit darüber hinaus relevant bleiben.

Vernetzt denken und handeln

Der Donnerstag und der Freitag standen daher auch ganz im Zeichen des vernetzten Ansatzes. Bei Terminen im Auswärtigen Amt, im BMZ und erstmals auch im Bundesministerium des Innern wurde kontrovers diskutiert. Welche Rolle spielt die Bundeswehr im Denken der anderen Ressorts? Welche ressortgemeinsame Vision gibt es für die Sahel-Region? Wie können Fluchtursachen bekämpft und Migration gesteuert werden? Mit der Beauftragten für Sicherheitspolitik des AA, Bettina Cadenbach, dem Parlamentarischen Staatssekretär im BMZ, Thomas Silberhorn und der Staatssekretärin im BMI,  Emily Haber, trafen die Lehrgangsteilnehmenden auf erfahrene politische Entscheider. Die allen gemeinsame Botschaft: Nur ressortgemeinsam können wir die zahlreichen Krisen heute und in Zukunft effektiv bewältigen. Einen Perspektivwechsel bot der Besuch bei den Botschaften der Nordischen Länder. Die Militärattachées aus Finnland, Dänemark, Norwegen und Schweden reflektierten die Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands aus nordischer Sicht. Gleichzeitig sensibilisierten sie die Lehrgangsteilnehmenden für Geographie und Geopolitik mit Blick auf die Arktis und den großen Nachbarn Russland.

Viele Eindrücke gesammelt

Mit vielen Eindrücken kehrt der LGAN 2016 zurück nach Hamburg. Einige Diskussionen werden nachwirken. Besondere Begegnungen werden in Erinnerung bleiben. Und schon bald werden die ersten Lehrgangsteilnehmenden die Entscheidungsprozesse in Berlin mitgestalten.

 

 

 

Autor: Philipp Lenske; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 30.01.2018

Landesrabbiner Shlomo Bistritzky trägt sich in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr ein

Landesrabbiner Shlomo Bistritzky trägt sich in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr ein

Michel Friedman: ,,Wo beginnt der Endpunkt von Gewalt?

Michel Friedman: ,,Wo beginnt der Endpunkt von Gewalt?"  

Der Kommandeur führt in die Thematik ein

 Der Kommandeur führt in die Thematik ein

Oberst Rogg im Gespräch mit Oberst a.D. Stratenschulte

Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg im Gespräch mit Oberst a.D. Stratenschulte

Hochrangige Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft verfolgen den spannenden Gedankenaustausch

Hochrangige Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft verfolgen den spannenden Gedankenaustausch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

,,Erinnern ist unverzichtbar, doch es darf nicht einfach zur Pflicht, kein lästiges Ritual werden,“ sagte der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki anlässlich der Veranstaltung zum gemeinsamen Tag des Erinnerns an die Opfer des Holocausts. „Wie gedenken wir richtig - und gibt es überhaupt ein richtig? Wir müssen Unfassbares fassbar machen, einen persönlichen Eindruck erschaffen, Fakten analysieren, einen eigenen Standort bestimmen und auf die Gegenwart übertragen.“

Haltung und Mut

Er forderte dazu auf, sich der Geschichte zu stellen, um den eigenen Kompass zu justieren, nicht nur heute, sondern jeden Tag. Er appellierte in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal im Manfred-Wörner-Zentrum, Anstand, Haltung und Mut zu zeigen, außerdem gemeinsam über Werte nachzudenken und Selbstbezüge herzustellen. Mit diesen Worten leitete Admiral Stawitzki die Podiumsdiskussion unter Leitung von Jörn Thießen ein. Special guest: Professor Michel Friedman. Darüber hinaus nahm der Leiter der Steuergruppe Denkfabrik der FüAK, Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg, an der Diskussion teil..

Geschichte aus Geschichten verstehen

„Wo beginnt der Endpunkt von Gewalt?“, fragte Friedman. „Um diese Endpunkte der Gewalt nie wieder eintreffen zu lassen, müssen wir die Anfangspunkte dieser Taten verstehen und ihnen entgegenwirken.“ Friedman entstammt einer polnisch-jüdischen Familie und hat die grausamen Taten der NS-Zeit leibhaftig an seiner Familie erlebt. ,,Wo beginnt die Ermordung von Menschen? Sie beginnt nicht dort, wo Menschen Menschen Schlimmes antun, sie beginnt bereits dort, wo Menschen wegsehen. Wegsehen, weghören, schweigen - wir müssen offen und ehrlich darüber reden, was passiert ist, und auch was in der Gegenwart passiert“, erklärt Friedman.

Gesellschaft in Veränderung

Er geht der Frage nach, welche Indizien, welches menschliche Verhalten, welche politischen Umstände zu solch extremen Endpunkten führen können. Er fängt von Rassismus und Menschenhass an zu sprechen. „Ich nehme eine Substanzveränderung in der Gesellschaft wahr“, konstatiert er, „geistige Brandstiftung, wann führt das zu tatsächlicher Brandstiftung?“

Voraussetzung für verstehen ist Wissen

Der ehemalige Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg, ging auf die Rolle der Bundeswehr im Umgang mit Erinnerung in den Streitkräften ein. ,,Wenn wir nicht wissen, wie es entstanden ist, wie können wir das Geschehene zukünftig verändern?“ Es liege an jedem selbst, das Verstehen zur lernen und das erlernte Wissen weiterzugeben.“ Hierzu reiste kürzlich eine 30-köpfige Delegation aus polnischen, französischen und deutschen Offizieren ins das Konzentrationslager Auschwitz, um die Hintergründe verstehen zu lernen, zu diskutieren und das Gelernte besser einzuordnen. (Bericht aus der Bundeswehr aktuell vom 22.01.2018)

Jeder ist Jemand

,,Keiner muss sich verantwortlich für einen anderen fühlen, jeder muss sich jedoch persönlich angegriffen fühlen, wenn Menschen Schlimmes widerfährt“, führt Friedman weiter aus. Um das höchste Gut in der Demokratie zu wahren, die Unantastbarkeit der menschlichen Würde, seien wir alle in der Bringschuld. Geschichte werde sich immer wiederholen, wenn man sich nicht an sie erinnere. ,,Doch was sind wir bereit zu tun, um die Demokratie, in der wir leben, zu halten?“ fragt Professor Friedman die 150 Zuschauer in der Rotunde des Manfred-Wörner-Zentrums. ,,Wir sind alle aufeinander angewiesen, genauso wie die nachfolgenden Generationen auf uns angewiesen sind.“

Nachdenken, um zu handeln

Friedmans Ausführungen enden oft gezielt in Fragen. Fragen, die sich nach dem Vortrag jeder Teilnehmer ganz persönlich stellen wird. Weil jeder in der Pflicht ist, nachzudenken, zu analysieren, um zu verstehen, um Wissen zu begreifen, und um zu wissen, wie man besser versteht, um auch besser zu handeln. Damit dieser Diskussion kein Ende gesetzt wird, erinnert und gedenkt die Führungsakademie im Rahmen besonderer historischer Veranstaltungsformate der Geschichte – und stellt Bezüge zu jedem Einzelnen im Hier und Jetzt her.

 

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 25.01.2018

Arnór Sigurjónsson beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie

Arnór Sigurjónsson beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie

General Wieker und Arnór Sigurjónsson im Moltke-Saal

 General Wieker und Arnór Sigurjónsson im Moltke-Saal

Interessierte Zuhörer des LGAN 2017

 Interessierte Zuhörer des LGAN 2017

Arnór Sigurjónsson und Oberst i.G. Boris Nannt bei der Begrüßung an der Führungsakademie

 Arnór Sigurjónsson und Oberst i.G. Boris Nannt bei der Begrüßung an der Führungsakademie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der vergangenen Woche haben die Lehrgangsteilnehmer des Lehrgangs Generalitätsstabsdienst- und Admiralitätsstabsdienst 2017 (LGAN) einen besonderen Gast an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) begrüßt. Die FüAk wurde von Arnór Sigurjónsson, Director General des Defence Directorate am isländischen Außenministerium, besucht, der in Begleitung vom Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, nach Hamburg-Blankenese kam.

In den Herzen angekommen

An der Führungsakademie war es der Direktor Strategie und Fakultäten, Oberst i.G. Boris Nannt, der den Gast aus dem hohen Norden in Empfang nahm, um diesen nach dem traditionellen Eintrag ins Gästebuch der Akademie den LGAN-Teilnehmern vorzustellen. „Island“, so sagte Nannt, „ist bei uns in Deutschland nicht erst seit der EM 2016 in den Herzen angekommen." Er selber ist dem Kieler Handball sehr verbunden, in dessen erster Mannschaft viele Isländer spielten.

Islands strategische Herausforderungen

In seinem Vortrag stellte der isländische Chef der Verteidigung dar, welche Bedeutung das kleine Land und seine rund 340.000 Einwohner für die Verteidigung der NATO-Nordflanke haben. Obgleich Island nur über eine eigene Küstenwache, die Icelandic Coast Guard, verfügt und über keine weiteren Streitkräfte, so ist es doch eines der Gründungsmitglieder der NATO. Sigurjónsson brachte den Bundeswehroffizieren einen Perspektivwechsel nahe. Welche Bedeutung die Nordflanke für die NATO und damit die Position Islands hat, wird deutlich, wenn sich vergegenwärtigt wird, dass dieser Inselstaat eine Basis in der sogenannten GIUK- Lücke darstellt.

Die GIUK-Lücke

Im NATO-Marinekontext wird unter der GIUK-Lücke eine gedachte Linie zwischen Grönland, Island und dem Nordende des Vereinigten Königreichs (UK) bezeichnet. Diese Lücke befindet sich am Übergang zwischen dem europäischen Nordmeer, der Grönlandsee und dem nördlichen Atlantischen Ozean. In der Verteidigungsstrategie der NATO kommt damit der Basis Island eine besondere Bedeutung zu. Aber auch viele Luftkorridore kreuzen sich über Island. Vor all diesen Gesichtspunkten rückt Island damit sehr nah an das europäische Festland und an kontinentaleuropäische Sicherheitsinteressen. Zu diesen und weiteren Aspekten unter dem Gesichtspunkt der besonderen Lage Islands hat Sigurjónsson seine Einschätzung abgegeben.

Icelandic Coast Guard

Eine besondere Aufmerksamkeit wurde der Icelandic Coast Guard zuteil. Diese kleine maritime Einheit hat den Auftrag, die isländischen Küstenlinien und Hoheitsgewässer zu verteidigen und Search & Rescue-Massnahmen durchzuführen. Diese kleine, aber effiziente Einheit wurde von Konteradmiral Georg Lárusson, Director General ISL Coast Guard, und Kapitän Jon Gudnason, Kommandant Keflavik Air Base, vorgestellt. Es war zum Abschluss auch der isländische Kapitän, der den Lehrgangsteilnehmern einen kurzen Überblick über die Aufgaben gegeben hat, die Island im Rahmen der eigenen wie auch der Bündnisverteidigung wahrnimmt.

Viele Fragen an die Isländer

Die abschließende Fragerunde zeigte deutlich, wie groß das Interesse an Island ist. Viele Fragen sorgten dafür, dass der Vortrag inhaltlich rund wurde. Am Ende blieb das Bewusstsein, wie gut ein Perspektivwechsel tut, um mit General Wiekers Worten zu sprechen, um die eigene Sicht auf die Welt besser einzuordnen.

 

 

 

Autor: Ralf Hartmann; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 22.01.2018

Geopolitische Sichtweisen treffen auf Lehrgangsteilnehmer

 Geopolitische Sichtweisen treffen auf Lehrgangsteilnehmer

Der Dozent erklärt die Geopolitik

Der Dozent erklärt die Geopolitik

Die Lehrgangsteilnehmer bei ihrem Parforceritt

Im Hörsaal beim geopolitischen Parforceritt

Die Teilnehmer verabschiedeten sich mit einem Gruppenbild

Die Teilnehmer verabschiedeten sich mit einem Gruppenbild

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Anlehnung an Napoleon begründet sich die Politik eines Landes in seiner Geografie. Gemeint ist damit, dass es auf die Zusammenhänge zwischen geografischen Faktoren auf der einen Seite und der Politik eines Staates auf der anderen Seite ankommt. Unter Geopolitik versteht man darum vereinfacht ausgedrückt die Lehre vom Einfluss des geografischen Raumes auf die Politik eines Staates und der Raumgebundenheit der politischen Vorgänge.

Es stellt sich die Frage, welchen Einfluss die geografischen Bedingungen eines Staates auf seine nationale und internationale Politik haben. Mit Fragen dieser Art beschäftigte sich das Modul „Geopolitik“ der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), das unter der Leitung von Oberstleutnant Dr. Ralf Hartmann und Fregattenkapitän der Reserve Dr. Hartmut Klüver von der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften in einem einwöchigen Seminar gelehrt worden ist. In einer Woche haben 20 zivile und militärische Lehrgangsteilnehmer diese geopolitischen Sichtweisen auf regionale und globale Krisen und Konflikte sowie die Politik der darin agierenden staatlichen Akteure angewendet.

Geopolitik am Beispiel Osteuropa, Türkei und Iran

Um mögliche Einflüsse geografischer Faktoren auf die Innen- und Außenpolitik beziehungsweise die Sicherheitsinteressen eines Staates besser verstehen zu können, wählten die Modulleiter zwei beispielhafte geografische Räume aus, die tagesaktuell im Fokus der internationalen Politik stehen. Der erste thematische Schwerpunkt lag hierbei auf Osteuropa und den Ländern des Baltikums, Weißrussland, Russland sowie der Ukraine als Brückenland zwischen Ost und West. Unmittelbar an diesen Raum grenzte das Gebiet, auf dem der zweite Fokus lag. Betrachtet wurden die beiden Regionalmächte Türkei sowie Iran mit ihrer jeweiligen geopolitischen Rolle am Rande zu Osteuropa.

Ein geopolitischer Parforceritt

Für die Lehrgangsteilnehmer erfolgte ein Parforceritt durch die geografischen Rahmenbedingungen und durch historische und völkerrechtliche Zusammenhänge in diesen Ländern. Alle diese Faktoren galt es zu analysieren und zu bewerten. Anschaulich lernten die Lehrgangsteilnehmenden an diesen Beispielen, dass es neben den geografischen Faktoren eben auch auf die damit eng verknüpfte Bedeutung von Demographie, Ethnizität, Ökonomie, Ressourcen, Handelsbeziehungen, Infrastruktur oder Klimabedingungen für die Geopolitik eines Staates ankommt.

Unterstützung durch viele Gastdozenten

Das Modul zum Ende letzten Jahres wurde dank zahlreicher hochkarätiger Gastdozenten aus Wissenschaft und Forschung zu einem echten Höhepunkt, denn die Dozenten führten thematisch in die einzelnen Länder und geopolitischen Gesichtspunkte ein. Durch diese tiefen Kenntnisse entwickelten sich im Anschluss an die Vorträge rege Diskussionen zu unterschiedlichsten Aspekten der aufgezeigten geopolitischen Zusammenhänge.

Hafenrundfahrt und Ausblick auf das Jahr 2018

Abgerundet wurde das Modul durch einen Besuch des Hamburger Hafens. Es gibt keinen besseren Ort als einen Hafen, an dem die Lehrgangsteilnehmer noch einmal unterschiedliche Faktoren wie Wirtschaft und Infrastruktur für die Geopolitik eines Staates hautnah erleben konnten. Die Modulleiter Hartmann und Klüver waren sich am Ende des Moduls sicher, dass „die Lehrgangsteilnehmer nun geopolitische Faktoren erkennen, deren Bedeutung auf die Politik eines Staates bewerten und dementsprechende Folgerungen auch für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik ziehen können.“ Am Ende gab Hartmann noch einen kurzen Ausblick auf das geplante Geopolitik Seminar in diesem Jahr 2018: „Im Jahr 2018 wird Asien und die Volksrepublik China im Fokus der geopolitischen Analyse stehen.“

 

 

 

Autor: Timo Kather; Foto: Bundeswehr/Sebastian Wilke

Hamburg, 18.01.2018

Ursula von der Leyen empfängt den Lehrgang für den Generalstabsdienst/Admiralstabsdienst der Führungsakademie der Bundeswehr zum Gespräch

Ursula von der Leyen empfängt den Lehrgang für den Generalstabsdienst/ Admiralstabsdienst der Führungsakademie der Bundeswehr zum Gespräch

 

 

 

 

 

 

 

 

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am Dienstagmittag rund 100 Offiziere getroffen, die derzeit den Lehrgang für den Generalstabsdienst/Admiralsstabsdienst (LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg absolvieren. Die Ministerin empfing die Soldaten im Stauffenbergsaal des Verteidigungsministeriums in Berlin. Sie nahm sich rund eine Stunde Zeit, um mit den Offizieren über ihre künftige Rolle bei der Modernisierung der Bundeswehr zu sprechen.

Zum ganzen Artikel auf BMVg.de






Autor: Kai Prüter; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 17.01.2018

Brigadegeneral Friedhelm Tränapp beim Vortrag

Brigadegeneral Friedhelm Tränapp beim Vortrag

Interessierte Zuhörer beim Vortrag

Interessierte Zuhörer beim Vortrag

Vortrag vor dem LGAN 2016

Vortrag vor dem LGAN 2016

Fregattenkapitän Jan Dinand dankt im Namen des LGAN 2016

Fregattenkapitän Jan Dinand dankt im Namen des LGAN 2016  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Thema Compliance hat Brigadegeneral Friedhelm Tränapp, Compliance Management Beauftragter im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) den Moltke-Saal der Clausewitz-Kaserne bis zum letzten Platz gefüllt. Im Rahmen des Ausbildungsmoduls „Innere Führung" des Lehrgangs Generalstabsdienst-/ Admiralstabsdienst (LGAN) legte der Gastredner seine Sicht auf das Thema "Compliance Management im BMVg - Sachstand und Perspektiven" dar. Diesem folgte eine lebhafte Diskussion..

Innere Führung und Compliance

Gleich zu Beginn seiner Vorlesung machte General Tränapp deutlich, dass Innere Führung und Compliance eng zusammengehören. Der Begriff „Compliance“  (übersetzt: Regeleinhaltung) ist häufig negativ belegt und wird dabei mit Misstrauen verbunden. Diesen Vorbehalten wolle der General „mit seinem Vortrag ein wenig entgegen wirken“.

Kein echter Anlass für Compliance

„Es gab keinen konkreten Anlass für die Einführung von Compliance", betonte Tränapp in seinen Ausführungen. Schließlich sind wir alle an Artikel 20 Absatz 3 des GG gebunden; Compliance Management (CM) soll hierbei lediglich unterstützen, diese Zielvorgabe einzuhalten. CM ist kein Projekt, sondern eine Daueraufgabe, die aber nicht in „Stein gemeißelt" ist. Der Compliance Management Beauftragte (CMB) wurde am 7. März 2017 etabliert und direkt Staatssekretär Hoofe im BMVg unterstellt.

Compliance-Beratung als Schwerpunkt

Der Schwerpunkt der Aufgabe des CMB liegt in der Compliance-Beratung. Aus diesem Grunde wurde auch eine Ansprechstelle eingerichtet. „Der CMB ist nicht operativ tätig", so der Brigadegeneral. Dabei hat seine Arbeit sehr praktischen Bezug. Ein Ergebnis seiner Tätigkeit sei es beispielsweise, dass es demnächst zu erlaubten Nebentätigkeiten eine Handreichung für alle Soldaten und zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr geben wird, um beobachtete Verhaltensunsicherheiten zu diesem Thema auszuräumen.

Schulung durch die FüAk

Für alle derzeit erkannten 17 Risiken sollen Maßnahmen entwickelt werden, wie diese minimiert werden können. Das ist das Compliance-Programm, mit dem 2018 begonnen werden wird. Begonnen wird mit der Umsetzung des Compliance-Managements im BMVg. Für die Truppe ist CM damit noch nicht von Bedeutung. Hinsichtlich möglicher Hilfestellungen oder Handreichungen ist die Truppe aber sehr wohl Zieladressat, wie General Tränapp deutlich herausstellte. Für die erforderlichen Schulungen wird es ein „Tone from the middle" geben. Unterstützt wird diese Ausbildung durch die FüAk.

Compliance als wertebasiertes System

Kritischen Stimmen hielt BG Tränapp entgegen, dass Compliance ein wertebasiertes System ist und damit in enger Beziehung zur Inneren Führung stehe. „CM ist kein Angriff auf die Innere Führung - Compliance zahlt auf das Konto Innere Führung ein und nicht umgekehrt", so Tränapp am Ende seiner Ausführungen.

Lebhafte Diskussion am Schluss

Fregattenkapitän Jan Dinand fasste am Ende des Vortrags und einer sehr lebhaft geführten Diskussion seine Eindrücke in den Dankesworten des LGANs an Brigadegeneral Tränapp wie folgt zusammen: „Meine erste Assoziation mit Compliance war ,Korruptionsprävention` und der Erlass ,Annahme von Belohnungen und Geschenken`. Ein Blick in das Gabler Wirtschaftslexikon ergab die Definition: „Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen, Regeln und Normen im Unternehmen“. Dabei drängt sich doch zunächst die Frage auf, ob wir dann Compliance brauchen, da doch die Bindung an Recht und Gesetz für demokratisch legitimierte Streitkräfte und durch die gelebte Innere Führung und das Ideal des Staatsbürgers in Uniform obligatorisch sein müsste?“, so der Fregattenkapitän.

Abgerundeter Vortrag

Abschließend bleibt die Feststellung, dass der Vortrag von Brigadegneral Tränapp überzeugt hat: Compliance im BMVg und in der Bundeswehr sind wichtig. Sie sind wichtig, weil Compliance modern ist und nicht, weil es Compliance-Elemente nicht auch vorher schon gegeben hat. Die immer komplexer werdende Umgebung macht die Organisation und Strukturierung von Compliance-Maßnahmen notwendig. Die Veranstaltung empfand das Publikum als gelungen und abgerundet organisiert, zahlreiche Aspekte der facettenreichen Thematik wurden beleuchtet.

 

 

„DETERMINED EFFORT 2017“ – ein Ausbildungshöhepunkt der Lehre Landstreitkräfte

Autor: Marc Birnstiel; Fotos: Katharina Roggmann/ Marc Birnstiel

Hamburg, 15.01.2018

Generalleutnant Manfred Hofmann

Generalleutnant Manfred Hofmann

Diskussion der Ergebnisse

Diskussion der Ergebnisse

Lehrgangsteilnehmer beim Vortrag

Lehrgangsteilnehmer beim Vortrag

Generalleutnant a.D. Ton van Loon

Generalleutnant a.D. Ton van Loon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

44 Heeresuniformträger des nationalen Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst 2016 (LGAN 2016) haben ihre teilstreitkräftespezifische Ausbildung zu Ende gebracht. Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des prägenden Ausbildungsabschnittes der Heeresangehörigen stellte die zweiwöchige Stabsübung „DETERMINED EFFORT 2017“ dar.  Der Lehrgang, zu dem auch zehn internationale Heeresuniformträger gehören, wurde durch Delegationen aus vier weiteren Ländern unterstützt. Am letzten Tag der Übung sprach Generalleutnant Manfred Hofmann, Kommandierender General des Multinationalen Korps Nordost in Stettin (Polen), über seine vielfältigen Aufgaben.

Szenario bewaffneter Konflikt

Das fiktive Szenario der Übung war südländisch. Auf der Landkarte der Iberischen Halbinsel wurde ein bewaffneter Konflikt zweier fiktiver Staaten simuliert, die nach militärischen Auseinandersetzungen im Streit um Ressourcenvorkommen und ethnischer Minderheiten jeweils Staatsterritorium des Anderen eroberten. Die NATO, unter einem Mandat des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, kann dann u.a. ein Land Component Command, ein für militärische Operationen eingesetztes Kommando für Bodenstreitkräfte, einsetzten. Somit hat die Nato in der Folge des Konflikts einen Multinationalen Korpsstab damit beauftragt, als Land Component Command eine landgestützte Operation zur Trennung der Konfliktparteien zu planen und diese mit den anderen Teilstreitkräften abzustimmen. Die Kernfunktionen des Korpsstabes wurden im Rahmen der Übung durch Lehrgangsteilnehmer besetzt.

Theorie und Praxis

In den 14 Wochen intensiver Lehre im Bereich Landstreitkräfte auf Brigadeebene und Divisionsebene wurden nationale Führungsprozesses angewendet. Eine Division führt dabei rund 20.000 Soldaten. Zum Ende wurden dann die Lehrgangsteilnehmer vor die Herausforderung gestellt, die Ebene eines Land Component Commands zu erklimmen. Der Unterschied ist dabei der Sprung und das Umdenken vom zuvor erlernten nationalen Führungsprozess hin zur Multinationalität, mit dem in der NATO angewandten internationalen Führungsprozess.

Kernelement Multinationalität

Die NATO Comprehensive Operations Planning Directive, eine Richtline für alle NATO-Mitglieder zur einheitlichen Operationsplanung, diente als Grundlage des Führungsprozesses. In knapp vier Wochen wurde der neue Prozess sowohl theoretisch vorgestellt und erarbeitet als auch in einer kurzen Planübung praktisch geübt. Die Voraussetzungen waren damit gelegt, den Prozess zu vertiefen und die Abschlussübung meistern. Ein Kernelement der Übung „DETERMINED EFFORT“ ist die Multinationalität, die in allen NATO Korps die Wirklichkeit darstellt. Dazu wurde die Übung durch Delegationen aus Österreich, den USA, dem Vereinigten Königreich und Polen unterstützt. Konsequenterweise war die Übungssprache Englisch.

Senior Mentor Ton van Loon

Senior Mentor dieser Übung war der ehemalige Generalleutnant Ton van Loon aus den Niederlanden. Die drei Übungsstäbe profitierten vom umfangreichen Erfahrungsschatz des ehemaligen Kommandierenden Generals des I. Deutsch-Niederländischen Korps und Kommandeurs des Regionalkommandos Süd in Afghanistan. In seiner Rolle als Kommandeur verdeutlichte er ein ums andere Mal: „Wichtig ist ein ganzheitlicher Ansatz der Führung. Insbesondere ist das Augenmerk auf die „Zivil-Militärische Zusammenarbeit“ und „Operative Kommunikation“ zu legen, um heutige Konflikte bewältigen zu können“, so der General.

Aus der Praxis für die Praxis

An dem letzten Tag der Übung hielt Generalleutnant Hofmann einen Vortrag über die Herausforderungen, die sich für das Korps Nordost aus den jüngsten Beschlüssen der NATO zum Schutz der Nordost-Flanke ergeben. Anschaulich präsentierte er den Weg des Korps von einem Hauptquartier „lower readiness“ zu einem „high readiness headquarter“. Nicht ohne Stolz stellte Generalleutnant Hofmann fest, dass das Multinationale Korps Nordost bereit für seine Rolle als NATO „custodian of regional security“ ist.

Übergang zur operativen und strategischen Ebene

Für die Angehörigen des Heeres in der anspruchsvollen Generalstabsausbildung endete mit der Stabsübung „DETERMINED EFFORT“ die Ausbildung auf der höchsten taktischen Ebene. Sie blicken auf eine spannende und fordernde Zeit an der FüAk zurück.



 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 11.01.2018

Botschafter Dr. Gambat Damba beim Eintrag ins Gästebuch der Akademie

Botschafter Dr. Gambat Damba beim Eintrag ins Gästebuch

Konteradmiral Carsten Stawitzki begrüßt die Delegation aus der Mongolei

Konteradmiral Stawitzki begrüßt die Delegation der Mongolei

Konteradmiral Carsten Stawitzki und Botschafter Dr. Gambat Damba

Konteradmiral Stawitzki und Botschafter Dr. Gambat Damba

Beim Tischgespräch im Büro des Kommandeurs: Honorarkonsul Dr. Reinberg, Frau Oberst Orosoo, Botschafter Dr. Damba, Konteradmiral Stawitzki, (v.li.n.re.)

Beim Tischgespräch im Büro des Kommandeurs: Honorarkonsul Dr. Reinberg, Frau Oberst Orosoo, Botschafter Dr. Damba, Konteradmiral Stawitzki, (v.li.n.re.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war fast wie ein Besuch unter alten Freunden. Als diese Woche der Botschafter der Mongolei, Dr. Gambat Damba, zu Gast in der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) war, kam er auf eigenen Wunsch: aufgrund der engen Verbundenheit der beiden Länder. Er fügte diesen Besuch seinem offiziellen Antrittsbesuch in der Freien und Hansestadt Hamburg an und nutzte seinen Aufenthalt in dieser Stadt, um die Bedeutung der langjährigen Verbindung zwischen der Mongolei und der Führungsakademie zu betonen. Begrüßt wurden der Botschafter und seine Delegation durch den Hausherren der Akademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki.

Ein bleibendes Zeichen

Ein bleibendes Zeichen hinterließ der Botschafter gleich zu Beginn seiner Ankunft an der Führungsakademie. Der zusammen mit dem Honorarkonsul der Mongolei in Hamburg, Dr. Marcus Reinberg, dem Verteidigungsattaché an der Botschaft der Mongolei, Oberst Ariunaa Orosoo, dem Botschaftsrat Yondon Battumur und Botschaftsrätin Munkhjargal Luvsandorj, angereiste Botschafter trug sich gleich zu Beginn ins Gästebuch der Akademie ein.

Überblick über das, was FüAK ist

Bei der folgenden Kurzunterrichtung konnte sich die mongolische Delegation ein erstes Bild über die Ausbildung des mongolischen Teilnehmers am internationalen Lehrgang Generalitätsstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst (LGAI) machen. Hierzu führte Oberst i.G. Frank Wasgindt die Besucher einmal virtuell durch die Ausbildung. Derzeit bildet die Führungsakademie 73 internationale Lehrgangsteilnehmer aus 43 Nationen aus, die zusammen mit 17 deutschen Lehrgangsteilnehmern in vier Hörsäle aufgeteilt sind. Wie an der FüAk üblich, findet auch die LGAI-Ausbildung grundsätzlich streitkräftegemeinsam statt.

Deutschunterricht in Köln

So stehen den 38 internationalen Angehörigen der Army 18 Airforce- und 15 Navy-Offiziere gegenüber. Die Ausbildungsinhalte orientieren sich an dem des deutschen Generalstabsdienst / Admiralitätsstabsdienstlehrgangs (LGAN). Jedoch findet die LGAI-Ausbildung in zeitlich komprimierterer Form statt. Das hat seinen Grund unter anderem darin, dass die ausländischen LGAI-Teilnehmer einen einjährigen Deutschkurs an der Bundessprachenschule in Hürth bei Köln absolvieren, bevor sie nach Hamburg kommen.

Ein OTL der Mongolei an der FüAk

Von diesem Angebot profitiert auch Lieutnant Colonel Erdenebileg aus der Mongolei, der an der Unterrichtung teilgenommen hat. 26 Mitglieder der mongolischen Armee hat die Mongolei seit 1993 an der FüAk im LGAI ausbilden lassen, wie Colonel Orosoo herausstellte. Davon haben zehn bereits erfolgreich an ISAF-Einsätzen in verantwortlicher Position teilgenommen. Nächstes Jahr wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ehemaliges LGAI-Mitglied zum General befördert. Insgesamt waren 123 Soldaten aus der Mongolei zu unterschiedlichen Lehrgängen und Modulen nach Deutschland geschickt worden. „Es ist ein stetiger Austausch, der lebt.“

Die Highlights sind die Reisen

Die Reisen, die der LGAI durch viele Städte Deutschlands, nach Brüssel und Wien unternimmt, sind die Highlights des Lehrgangs. Insbesondere in Berlin erhalten die ausländischen Akademiemitglieder neben der Tour durch Berlin und Potsdam einen Einblick in den Deutschen Bundestag, ins Kanzleramt, ins Bundespräsidialamt, ins Bundesverteidigungsministerium und ins Entwicklungshilfeministerium und erleben so die Institutionen der deutschen Demokratie.

Gute Beziehung wird gelebt

Ein weiteres Highlight beim Besuch des mongolischen Botschafters stellte das gemeinsame Mittagessen mit dem Kommandeur und dem mongolischen LGAI-Teilnehmer dar. Danach kam der Besuch der Delegation in Hamburg auch dem Ende entgegen. Zurück bleibt das Wissen darum, dass die guten Beziehungen zur Mongolei noch einmal erneut gefestigt worden sind. Danke für Ihren Besuch, Exzellenz.

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Philipp Lenske

Hamburg, 10.01.2018

Der Reserveoffizierlehrgang des SFL Res IV-2017

Der Reserveoffizierlehrgang des SFL Res IV-2017

Reserveoffiziere bei der Seminararbeit

Reserveoffiziere bei der Seminararbeit

Intensive Gruppenarbeit

Intensive Gruppenarbeit

 

 

 

 

 

 

 

 

Knapp 60 Reserveoffiziere haben beim Stabsoffizierfortbildungslehrgang für Reservisten (SFL Res) eine umfangreiche Vorbereitung auf Tätigkeiten in nationalen Stäben, Kommandobehörden und Ämtern erhalten. Dieser Lehrgang dient als Einstieg für die Fort- und Weiterbildung im Modulsystem der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Die Teilnehmer, Uniformträger aller Teilstreitkräfte, kamen aus allen Teilen Deutschlands. Der Leiter der Lehrgruppe Module, Oberst i.G. Stephan Wolf, begrüßte alle mit den Worten: „Es kommt auf Sie an – Sie machen einen wichtigen Teil der Streitkräfte aus.“

Umfangreiches Programm

Grundsätzlich dient das Modul dazu, an Reservestabsoffiziere verkürzt das Wissen mitzugeben, das den aktiven Führungskräften der Bundeswehr im Basislehrgang Stabsoffiziere (BLS) bei deren Ausbildung inhaltlich vermittelt wird. Die zwei Wochen Lehrzeit führen dazu, dass auch das Programm dicht gestrickt ist. Die erste Woche wird intensiv Stabsarbeit in Kommandobehörden gelehrt. In vier Hörsälen werden die Prozesse bis zur Vorlage zur Entscheidung (VzE) anhand einer bestehenden Lage ausgearbeitet. In der zweiten Woche werden den Lehrgangsteilnehmern durch die Fakultät Politik, Strategie, Gesellschaftswissenschaften vertiefende Informationen und Kenntnisse zu sicherheitspolitischen Fragestellungen und Instrumentarien gegeben. Die Beschäftigung mit dem kulturellen Wandel der Bundeswehr, der militärischen Erinnerungskultur oder die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Aspekt Völkermord geben in der zweiten Seminarwoche ebenso viel Ansatzpunkte zu lebhaften Diskussionen wie die Neuausrichtungen der Militärischen Organisationsbereiche Marine, Heer, Luftwaffe, Sanitätsdienst, Streitkräftebasis oder Cyber und Informationsraum.

Nicht nur Lernen ist angesagt

Die Tage an der FüAk haben für die angereisten Reserveoffiziere nicht nur aus Lernen und Arbeit bestanden. Bei einem Begrüßungsabend oder bei einer obligatorischen Stadtrundfahrt durch die Innenstadt von Hamburg mit anschließender Barkassenfahrt durch den Hamburger Hafen gab es gute Möglichkeiten, neue Kameraden kennenzulernen und neue Netzwerke aufzubauen. So sind die zwei Wochen sehr schnell vorbei gegangen. Die Lehrgangsteilnehmer gingen kurz vor Weihnachten mit dem Bewusstsein auseinander, mit der Führungsakademie einen Ort zu haben, an dem ein Wiedersehen im Rahmen eines nächsten Modulbesuches denkbar ist. Das Modul  SFL Res stellt einen willkommenen Beitrag der Führungsakademie dar, die Reserveoffiziere auf die unterschiedlichsten Verwendungen in der Bundeswehr vorzubereiten und diese mit der Bundeswehr zu verbinden.


 

 

 

Autor: Julia Döhrn; Fotos: Zebis, Doreen Bierdel

Hamburg, 09.01.2018

Militärbischof, Dr. Franz-Josef Overbeck, Botschafter Ekkehard Brose, Vizeadmiral Joachim Rühle sowie Professor Dr. Eckard Minx (v.li.n.re.) bei der Diskussion

Militärbischof, Dr. Franz-Josef Overbeck, Botschafter Ekkehard Brose, Vizeadmiral Joachim Rühle sowie Professor Dr. Eckard Minx (v.li.n.re.) im Zentrum der Diskussion

Konteradmiral Carsten Stawitzki führt die Delegation der FüAkBw an

Konteradmiral Stawitzki führt die Delegation der FüAkBw an

Interessierte Zuhörer

Zahlreiche Besucher am Thema interessiert

Botschafter Ekkehard Brose und Vizeadmiral Joachim Rühle im Gespräch

Botschafter Brose und Vizeadmiral Joachim Rühle im Gespräch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Führen künftig Roboter unsere Kriege?
Wie gut ist Deutschland auf die Krisen und Konflikte der Zukunft vorbereitet?
Können wir durch mehr strategische Vorausschau Krisen besser vorbeugen?

Die Zukunft von Konflikten: Wie kann man besser vorbeugen? Mit dieser Frage haben sich Experten aus Politik, Kirche, Militär und Wirtschaft in Berlin beschäftigt. Die Podiumsdiskussion „Operation Frieden – was kann Strategische Vorausschau zur Früherkennung und Krisenprävention beitragen?“ bot auch 40 Lehrgangsteilnehmern und Stammpersonal der Führungsakademie der Bundeswehr die Möglichkeit, sich abseits des Akademiealltags mit Zukunftsfragen zu beschäftigen. Der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, begleitete die Gruppe.

Strategische Vorausschau

Der katholische Militärbischof, Dr. Franz-Josef Overbeck, der Beauftragte des Auswärtigen Amtes für zivile Krisenprävention und Stabilisierung, Botschafter Ekkehard Brose, der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Vizeadmiral Joachim Rühle, sowie der Vorstandsvorsitzende der Daimler und Benz Stiftung, Professor Eckard Minx, diskutierten dabei sehr offen über die Möglichkeiten und Grenzen der strategischen Vorausschau. Botschafter Ekkehard Brose betonte die Vielzahl an Krisen, denen sich Deutschland und seine Partner seit Jahren gegenüber sähen. „Das Tagesgeschäft und die Krisenbewältigung fordert die Mitarbeiter und Strukturen der Bundesregierung bereits enorm und lässt weniger Raum, Zeit und Ressourcen für die Befassung mit möglichen künftigen Konflikten als wünschenswert wäre“, sagte der Botschafter.

Perspektivwechsel wagen

Professor Minx rief dazu auf, „eingetretene Pfade zu verlassen und Perspektivwechsel zu fördern!“ Strategische Vorausschau als „Denken auf Vorrat“ brauche daher Gruppen von Menschen, die unabhängig vom Tagesgeschäft den Freiraum hätten, sich mit Zukunftsfragen zu beschäftigen. Er warb dafür, diese Freiräume auch in den Institutionen der Bundesregierung zu schaffen und Mitarbeiter in den Methoden der strategischen Vorausschau zu schulen. Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck erklärte, „die säkulare Gesellschaft hat die Rolle von Religion in Konflikten vollkommen unterschätzt“. Wer verenge und lediglich interessengeleitet auf die Probleme unserer Zeit blicke, werde den komplexen sozialen und menschlichen Dimensionen von Konflikten nicht gerecht. Die Dimension Mensch bewegte auch Vizeadmiral Rühle, insbesondere mit Blick auf autonome Systeme. Er glaubt, auch künftig werde kein Kampf „Maschine gegen Maschine“ geführt.

Denken in Alternativen fördern

Einig waren sich die Panelisten, dass strategische Vorausschau keine eindeutigen Lösungen für künftige Probleme bietet. Sie funktioniere vielmehr als „Denkhilfe“, als „Motor für Phantasie“, quasi als Instrument, um in Alternativen zu denken. Mit einem starken Plädoyer, die strategische Vorausschau in den Institutionen der Bundesregierung zu fördern, warben auch die Veranstalter, Dr. Veronika Bock, Direktorin des Zentrums für Ethische Bildung in den Streitkräften (zebis), der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS), Wolfgang Rudischhauser, und der Kommandeur des Zentrum Innere Führung der Bundeswehr, Generalmajor Reinhardt Zudrop.

Die Zukunft denken

Die Reise in die Hauptstadt hat sich nicht nur für die Lehrgangsteilnehmer gelohnt. Den Kommandeur der Führungsakademie beschäftigen die aufgeworfenen Fragen ebenso. „Wie finden wir Antworten auf die Krisen von morgen in einer Welt, die immer dynamischer, komplexer und unübersichtlicher wird - und die uns meist schon mit den heutigen Herausforderungen gänzlich in Beschlag nimmt? Wie können wir strategische Vorausschau im Sinne einer methodisch fundierten und kontinuierlichen Auseinandersetzung mit denkbaren Zukunftsszenarien für unsere Sicherheitsvorsorge einsetzen?“

Themen relevant für die FüAk

Konteradmiral Stawitzki denkt außerdem darüber nach, wie die Führungsakademie der Bundeswehr mit verantwortlichen politischen und gesellschaftlichen Akteuren in einen Dialog treten kann, um bisherige Denkweisen zu hinterfragen und um sich auf neue Wege der Entscheidungsfindung einzulassen. Darüber hinaus findet er lobende Worte für „das hoch interessante Thema“ sowie „die großartige Formatidee“, Lehrgangsteilnehmer in die Veranstaltung einzubinden. „Es war eine tolle Bereicherung“, erklärt der Admiral, „wir werden die Thematik in unser Portfolio aufnehmen und bei unseren Vorträgen im Jahr 2018 berücksichtigen.“

 

 

 

Autor: Kai Prüter; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 05.01.2018

Vizeadmiral Rainer Brinkmann

Vizeadmiral Rainer Brinkmann an der FüAk

Konteradmiral Carsten Stawitzki und Vizeadmiral Rainer Brinkmann (v.li.n.re.)

Konteradmiral Carsten Stawitzki und Vizeadmiral Rainer Brinkmann (v.li.n.re.)

Interessierte Zuhörer des LGAN 2016

Interessierte Zuhörer des LGAN 2016

Admirtal Brinkmann beim Vortrag über die Innere Führung

Admirtal Brinkmann beim Vortrag über die Innere Führung

„Was für Einstein die Mathematik, für Christen die Bibel, ist für uns die Innere Führung". So begann Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, seinen Vortrag Ende Dezember an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAkBw). Begrüßt wurde er vom Kommandeur der Akademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki. Diese Veranstaltung war einer der letzten im abgelaufenen Jahr 2017 und erfolgte im Rahmen des Ausbildungsmoduls "Innere Führung." Teilnehmende des Lehrgangs Generalitätsstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst National (LGAN) 2016 hatten das Glück, einen beeindruckenden Vortrag zum Thema "Innere Führung und Selbstverständnis" im vollbesetzten Moltke-Saal der FüAk zu hören. Dabei ist es dem Vizeadmiral gelungen, die Zuhörer für das Thema zu begeistern - und das ganz ohne PowerPoint.

„Innere Führung ist eine exzellente Führungskultur“

Für Vizeadmiral Brinkmann bedeutet die Innere Führung eine exzellente Führungskultur. Sie ist Handlungsmaxime, die dem Soldaten und dem Offizier im Speziellen in einem sich ständig ändernden Umfeld Halt gibt. Dabei stellte Brinkmann die Frage, warum sie bisweilen so kritisch gesehen wird und doch zugleich wie eine „Monstranz“ vor jedem Führungsverhalten vorweggetragen wird? Die Antwort sieht der vortragende Admiral darin, dass Innere Führung heute in einem anderen Umfeld praktiziert wird, als dieses früher der Fall gewesen ist. Die Rahmenbedingungen des militärischen Dienstes seien heute andere als in der Vergangenheit: Globalisierung, Digitalisierung, Regelungsdichte, komplexe Prozesse, überbordende Bürokratie, fehlende Zeit, unzureichende Teilhabe an Gestaltung oder die Diversifizierung von Zuständigkeiten sind für Vizeadmiral Brinkmann deutliche Kennzeichen der Moderne. Diese Aspekte bergen zugleich viele Hemmnisse, die Menschen hindern zu handeln.

Ohnmacht und Vertrauensverlust

Überlagert wird dabei die für den Einzelnen kaum zu bewältigende Komplexität des Alltags durch das Gefühl eigener Ohnmacht und einem Vertrauensverlust in die Eliten. "Vertrauen jedoch ist die unverzichtbare Ingredienz von Führung" so Brinkmann. „Führen mit Auftrag, Fehlerkultur, Zeitmanagement und Professionalität sind weitere Grundbedingungen für gute Führung.“ Demgegenüber führe das Streben nach Perfektionismus in dem hochtourigen Alltag eher zur Entmündigung der Mitarbeiter.

Vorbilder sind notwendig

In dieser Situation sind Vorbilder genauso notwendig wie gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Erfahrungen und vor allem gemeinsam errungene Erfolge. Und der Vizeadmiral führte weiterhin aus: „Die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen ist Sache des Dienstherrn, soldatisches Selbstverständnis zu leben jedoch ist Sache der Soldaten.“

Wir.Dienen.Deutschland

Welchen soldatischen Selbstverständnisses bedarf es aber in den Streitkräften und wie steht es damit? Das schlichte Motto „Wir.Dienen.Deutschland“ ist, so Brinkmann, sehr gut angekommen. Dieses Motto kann Richtschnur sein, wird in einer Zeit zunehmender Individualisierung aber nicht allenthalben gelebt. Dabei fordert die Innere Führung zwar die Beachtung der Würde des Menschen; es ist aber nicht ihre Aufgabe, die Wünsche des Einzelnen zu erfüllen. Der militärische Alltag verlangt sehr wohl, sich bisweilen in Verzicht zu üben und Härten zu ertragen. „Das ist heutzutage aber nicht sonderlich beliebt“, so der Admiral.

 

Humor und Gelassenheit ist Teil gelebter Führung

Brinkmann beendete seinen Vortrag mit dem Appell an die Teilnehmenden des LGAN, Mut zur Entscheidung zu haben, die Bundeswehr aktiv mit zu gestalten und dabei eine Fehlerkultur zu pflegen, in der Diskussionen und konstruktive Kritik zugelassen werden. "Aktuelle Probleme können nicht mit den Rezepten der Vergangenheit gelöst werden", wie Vizeadmiral Brinkmann abschließend hervorhob. Er warb bei den Zuhörern für einen optimistischen Blick nach vorne und sprach den Zuhörern die Empfehlung aus, sich den nötigen Humor und eine gewisse Gelassenheit zu bewahren.

 

 

 

Autor: Jörg Knoop; Fotos: Michael Gundelach

Hamburg, 20.12.2017

Oberst i.G. Jac-Peter Tölkes beim Vortrag

Oberst i.G. Jac-Peter Tölkes beim Vortrag

Gruppenfoto der Modulteilnehmer

Gruppenfoto der Modulteilnehmer

Angeregte Diskussion unter den Teilnehmern

Angeregte Diskussion unter den Teilnehmern

Seminarteilnehmer bei der Arbeit

Seminarteilnehmer bei der Arbeit


 

 

 

 

„Exercises are Fun“, dies war das Eingangsstatement von Oberst i.G. Jac-Peter Tölkes, Abteilungsleiter CJ7 des Multinational Joint Headquaters Ulm (MN JHQ Ulm) für den Pilotdurchlauf des Moduls " Grundlagen für das Erstellen und Durchführen von Streitkräftegemeinsamen Übungen“, das im Dezember an der Führungsakademie der Bundeswehr durchgeführt worden ist. 10 Teilnehmer beschäftigten sich 5 Tage mit der anspruchsvollen Thematik.

Viel Rüstzeug für die Übungen

In Zusammenarbeit mit der Lehrgruppe Module hat die Fakultät Einsatz, Kommando CIR, SKB die Organisation und Durchführung des anspruchsvollen Seminars in der Generalleutnant Graf von Baudissin Kaserne übernommen. Das Seminar gliederte sich in einen englisch-sprachigen allgemeinen und einem deutsch-sprachigen nationalen teil. Dabei wurde der Seminarleiter durch ein drei-köpfiges Team aus dem Bereich Übungen und Training (CJ7) des Multinational Joint Headquaters Ulm (MN JHQ Ulm) unterstützt. Die Ulmer brachten hierbei ihre Erfahrungen aus der streitkräftegemeinsamen „Reception Staging and Onward Movement (RSOM)“ - Übung JOINT DERBY  (JODY) des Jahres 2016 mit ein. Dadurch sind den Seminarteilnehmern die theoretischen Lerninhalte überaus gewinnbringend vermittelt worden. Es entstand eine lebendige Seminaratmosphäre, die es den Seminarteilnehmern ermöglichte, die „Anlage von Übungen“ anschaulich zu erlernen.

NATO-Prozess bildet die Grundlage

Thematischer Schwerpunkt waren die konzeptionellen Grundlagen und Rahmenbedingungen der NATO. Es war das Ziel, den von der NATO vorgegebenen „Exercise Planning Process (EPP)“ für ein vorgegebenes streitkräftegemeinsames Übungsvorhaben entsprechend anzuwenden sowie ausgewählte Aspekte einer Übungsplanung selbstständig erarbeiten und vortragen zu können. Mit ihrer Teilnahme an dem Seminar haben die Teilnehmer das Rüstzeug erhalten, um zukünftig an bilateralen, multinationalen sowie an NATO-Übungen mitzuwirken oder sich in einem multinationalen Team zielorientiert zu organisieren.

Breit aufgestellter, internationaler Teilnehmerkreis

Die Gruppe der Seminarteilnehmer setzte sich aus Mitgliedern der nationalen Fähigkeitskommandos und dem Multinationalen Kommando Operative Führung aus Ulm zusammen.  Zusätzlich hat auf Einladung des deutschen Verteidigungsministeriums (BMVg) ein Teilnehmer des österreichischen Kommandos Landstreitkräfte an dem Pilotprojekt teilgenommen. Die multinationalen Teilnehmer hatten während des nationalen Anteils am Donnerstagnachmittag Gelegenheit zu einer begleiteten Exkursion in die Metropolregion Hamburg. Die nationalen Aspekte des Übungswesens der Bundeswehr wurden durch Vortragende aus dem Bereich des Ministeriums sowie durch Vertreter der deutschen Fähigkeitskommandos Kommando CIR, SKB, des Kommandos Heer, des Kommandos Luftwaffe, des Kommandos Sanität, des Marinekommandos und des BAIUDBw ergänzt. Neben der fachlichen Weiterbildung gab es natürlich auch Gelegenheit zum Networking und zum Gedankenaustausch, was das Seminar zusätzlich belebte. Die Lehrgangsteilnehmer betonten am Ende der Woche, dass sie eine Verstetigung des Pilotseminars in den kommenden Jahren sehr begrüßen würden. Das Feed-Back fiel somit sehr positiv aus und ist Antrieb und Motivation für eine Neuauflage des Seminars in 2018.

 

 

 

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 20.12.2017

Admiral Stawitzki und Admiral Schneider applaudieren für die gelungenen Vorträge

Admiral Stawitzki und Admiral Schneider applaudieren für die gelungenen Vorträge

Gemeinsamer Austausch nach dem Vortrag fördern das Verständnis untereinander

Gemeinsamer Austausch nach dem Vortrag fördern das Verständnis untereinander

Lehrgangsteilnehmer aus Thailand und China erhalten das Wappen der Führungsakademie

Lehrgangsteilnehmer aus Thailand und China erhalten das Wappen der Führungsakademie


 

 

 

 

Der LGAI hat eine Länderreihe neu aufgesetzt: Als Dialogforum mit sprichwörtlichen „Erste-Hand-Information“ durch die Lehrgangsteilnehmer hat sich der Regionale Informationstag (RIT) in kürzester Zeit zu einer festen Größe im Lehrgang Generalstabs- / Admiralstabsdienst International (LGAI) entwickelt. Auch 2018 werden die Regionalen Informationstage weiter zur Professionalisierung der Lehrgangsteilnehmenden genutzt. Dabei ist geplant, künftig ausgewählte Regionen als Abendveranstaltungen durchzuführen, um neue Teilnehmerkreise auch außerhalb der Bundeswehr anzusprechen.

Fortschreitende Globalisierung erfordert Zusammenarbeit

Mit fortschreitender Globalisierung erlangt die internationale Zusammenarbeit im zivilen und militärischen Bereich einen immer höheren Stellenwert. Auch künftig braucht Deutschland in verschiedenen Regionen der Welt zur Sicherung des Friedens starke und verlässliche Partner. Aufbauen und Vertiefen kann man diese Partnerschaften besonders durch persönliches Kennenlernen, Verständnis und gegenseitigen Respekt. Genau dieses Konzept, sich kennenlernen und später vertraut miteinander zusammen arbeiten, hat sich der LGAI zum Motto gemacht.

Neues Konzept

Das neue Konzept der Regionalen Informationstage im LGAI leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Begegnungen mit anderen Kulturen sind für viele Bundeswehrangehörige im Rahmen der Auslandseinsätze für die Bundeswehr mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch Kenntnisse über die verschiedenen Regionen, über kulturelle Unterschiede, verschiedene Denkmuster und Verhaltensweisen, die partnerschaftlich  von Lehrgangsteilnehmern und ihren Mentoren vermittelt werden, sind eine wunderbare Ergänzung und zeichnen dieses neue Konzept aus.

Großer Zuspruch

Darüber hinaus beteiligt sich ein Großteil unterschiedlicher Zuhörer und Gäste durch Anregungen und neue Impulse. Insbesondere der Dialog sowie die abschließende Podiumsdiskussion mit den Referenten finden hier einen sehr großen Zuspruch. In diesem Sinne lädt der LGAI auch im Jahr 2018 erneut zu Regionalen Informationstagen ein. Die nächste Veranstaltung zum Thema Zentralasien und Kaukasus findet am 11. Januar 2018 im Moltke-Saal der FüAkBw statt.

 

 

 

 

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