Autor: Daniel Eisenbraun; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 13.12.2016

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Aktiver Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern

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Einstieg in einen besonderen Übungsabschnitt

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„Strenger Überblick“ von Vizeadmiral a. D. Witthauer (links)

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Engagiert und Motiviert zum CJEX

Global, strategisch, multinational und mehrdimensional. CJEX - Combined Joint European Exercise. Die hochkomplexe militärische Übung verdeutlicht wie kaum ein anderes Vorhaben das facettenreiche, internationale Streben an der Führungsakademie.

Fünf Nationen der EU sind auch in diesem Jahr am 2. Mai wieder an der knapp zweiwöchigen Zusammenarbeit beteiligt. Die militärischen Akademien aus Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland ließen ihre Lehrgangsteilnehmer genau diese Übung nun zeitgleich durchführen.

Komplexe Herausforderungen

Das komplexe Szenario fordert von den Lehrgangsteilnehmern einen kühlen Kopf zu bewahren, ressortübergreifend zu denken und dazu gleichermaßen detailliert und zielgerichtet zu planen. Der große Koordinierungsaufwand wirkt für den einen oder anderen Übungsteilnehmer anfangs wie ein unüberwindbarer Berg. Doch mit der gemeinsamen europäischen Expertise  erklimmen die internationalen Lehrgangsteilnehmer diese Hürde.

Erfahrungsaustausch

Zum Ablauf der Übung beschreibt Oberst d. G. Wolfgang Schweighofer, Dozent im Fachbereich „Einsatz Streitkräfte“ und CJEX-Exercise-Direktor, im Gespräch: „Für uns ist es wichtig, dass die Teilnehmer ein Gefühl dafür entwickeln, was es heißt Seite an Seite mit multinationalen Kameraden zu arbeiten.“ – Nachvollziehbar, denn Zusammenarbeit in Europa ist nie einfach. 74 Studenten, davon 14 Deutsche, teilen sich in 4 Planungsgruppen auf, um in den verschiedenen Räumlichkeiten des Manfred-Wörner-Zentrums in der Clausewitz-Kaserne in Hamburg über den fiktiven Konflikt zu diskutieren, eine Lösung für die aktuelle Lage gemeinsam zu finden und unterschiedliche Erfahrungen auszutauschen.

Senior Mentor & Force Commander

 „Die Entwicklung der Übung ist komplex, weil alle 5 Nationen zustimmen müssen, aber die Erwartungen und das Ziel des Übungsblocks wird jedes Jahr erneut erfüllt, sodass die Beteiligten mit einem positiven Gefühl die Fortbildung beenden können.“, berichtet Vizeadmiral a. D. und einer der vier Senior Mentoren Hans-Jochen Witthauer. Damit die Übungsteilnehmer bestmöglich angeleitet werden, stehen ihnen vier „Senior Mentoren“ beziehungsweise „Force Commander“ zur Seite. Die Führungsakademie der Bundeswehr hat für die Ausbildung ebenfalls zahlreiche Dozenten und Experten zur Verfügung gestellt. Sie sollen bei der CJEX unterstützen, um dennoch größtmöglichen Freiraum für die Teilnehmer zu schaffen. 

Vorbereitung ist das halbe Leben

So eine Zusammenarbeit vorzubereiten ist gar nicht so einfach. Vieles muss mit Bedacht organisiert werden, damit die Beteiligten reibungslos in die Übung einsteigen können. Paolo Podico, Vertreter der italienischen Delegation, beschreibt seinen Eindruck von CJEX. „Ein ausschlaggebender Punkt für die Übung ist der Realitätsgrad. Je realistischer das Szenario ist, desto mehr hilft es den Teilnehmer in einer echten Situation besser zu reagieren“, erzählt Herr Podico. Planen für den Notfall lautet die Devise. Denn nur wer vorbereitet ist, kann auch entsprechend reagieren. Es ist bereits das vierte Mal, dass der erfahrene Kommandeur bei der Durchführung des knapp zweiwöchigen Übungsblocks teilnehmen darf. Als Delegationsleiter seiner Teilnehmer ist er sehr zufrieden mit der Organisation.

„Ich glaube es wäre deutlich bequemer, wenn wir mehr Zeit für das Vorhaben investieren könnten. Zwei bis vier Wochen gebe den Beteiligten die Möglichkeit sich noch besser zu verstehen und den Inhalt intensiver zu festigen.“, schlägt Herr Podico vor. Im Großen und Ganzen ist er beeindruckt von der Komplexität und Vorbereitungsarbeit der Führungsakademie für diese Ausbildung.

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Die Übungsumgebung gibt einen interessanten Eindruck über Ablauf und Organisation. Aber wie kommt es bei den Übungsteilnehmern an?

„Ich habe einen sehr positiven Eindruck, weil es eine sehr gute Gelegenheit bietet sich mit den internationalen Kameraden der anderen Akademien auszutauschen und zu erfahren, wie die Übung CJEX in anderen Nationen abläuft.“, erklärt Korvettenkapitän Daniel Läzer.

Aber auch die ausländischen Lehrgangsteilnehmer sind beeindruckt von dem gemeinsamen Teamgeist. Lieutnant Colonel Emmerson ist Soldatin des „Royal Logistics Corps“ der britischen Armee. Sie berichtete: „Ich fühle mich hier sehr wohl. Es ist sehr interessant mit unterschiedlichen Herangehensweisen in der Planung und operative Lösungsvorschläge zu arbeiten.“