Autor: Autor: LGAN; Fotograf: FüAkBw

Hamburg, 06.06.2016

decoration / Dekoration

Besuch des Apostolischen Palasts im Vatikan

decoration / Dekoration

Kranzniederlegung Monte Cassino

decoration / Dekoration

Empfang der Delegation durch den Chef des Stabes Generalleutnant di Marco

Der europäische Partner im Süden, Italien, ist vor allem durch innen- und außenpolitische Herausforderungen in den letzten Jahren in den Fokus der Betrachtung gerückt. Aktuell hat die Südflanke der NATO vor allem unter den Eindrücken zunehmender Migrationsströme an Bedeutung gewonnen.

Doch wer eigentlich ist dieser Partner im Süden und welche Rolle spielt er auf der europäischen politischen Bühne? Um diese Frage zu beantworten, reiste eine Delegation des 11. streitkräftegemeinsamen Lehrgangs General-und Admiralstabsdienst national (LGAN 2014) der Führungsakademie der Bundeswehr unter Führung des stellvertretenden Kommandeurs und Direktors Lehrgänge, Flottillenadmiral Schneider nach Rom und Neapel.

Roma videre – die ewige Stadt

Zu Beginn der Reise erfolgte ein Besuch des italienischen Äquivalents zur Führungsakademie, des „Centro alti studi per la difesa“ (CASD). Hier wurde der Aufbau der Akademie und der italienische Generalstabslehrgang erklärt. Im Anschluss daran folgte der Besuch bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, an der Piazza Navona gelegen. Hier wurde mit Mitarbeiterinnen der Stiftung angeregt über die italienischen politischen Interessen in der EU und der NATO diskutiert und die Interessen der Bundesrepublik Deutschland sowie die Wahrnehmung Italiens in der deutschen Politik thematisiert. Es folgte als Highlight des eindrucksvollen Tages eine Einladung zum Empfang durch die deutsche Botschafterin in Italien, Frau Dr. Wasum-Rainer, in ihre Residenz, der Villa Almone, am Südrand Roms gelegen. Der Tag gab den Reiseteilnehmern einen tiefen Einblick in die Lage Italiens in Europa und vor allem in die Arbeit der deutschen Diplomaten an der Südflanke Europas.

Am zweiten Tag erfolgte der Besuch des Vatikans. Dazu wurde die Delegation vom Deutschen Gesandten beim Heiligen Stuhl, Herrn Heldt, im Hotel empfangen und nach einem kurzen Einleitungsbriefing in den Apostolischen Palast im Vatikan geleitet. Dort wartete das Mitglied der vatikanischen Staatskanzlei, Monsignore Florian Kolfhaus, auf die Delegation und stellte sich der Diskussion. Dabei gab er tiefe Einblicke in die inneren Abläufe des Kirchenstaates, der Besonderheit des Vatikans als einzigem Staat, der aus zwei Völkerrechtssubjekten besteht, und vor allen Dingen zeigte er die Bedeutung des Vatikan in der Weltpolitik auf, in der der flächenmäßig kleine, mit einer „Einwohnerzahl“ von ca. 1,2 Milliarden Christen aber bevölkerungsmäßig sehr bedeutende Staat, eine Rolle als Global Player mit großer Gestaltungsmacht einnimmt.

Den letzten Teil der Visite des Vatikans bildete die Schweizer Garde. Hier gab der „Spieß“ der Schweizer Garde, Feldweibel Kühn, einen Parforceritt durch die Geschichte, die Aufgaben, die Struktur und die Nachwuchsgewinnung der päpstlichen Leibgarde. Höhepunkt des Besuchs war der Besuch der Waffenkammer, mit den prunkvollen Brustpanzern und Waffen der Garde.

Zum Abschluss des Besuchs in Rom wurde die Reisegruppe im italienischen Präsidentenpalast dem „Quirinal“ empfangen. Es folgte eine Führung durch die eindrucksvolle Einrichtung, die bereits einigen Päpsten und den italienischen Königen als Regierungssitz gedient hatte. Am Abend wurde die Delegation bei den Carabinieri empfangen. Die Carabinieri sind die Militärpolizei Italiens, die mit ca. 105.000 Mann auch gleichzeitig die größte Teilstreitkraft der italienischen Armee bilden. Für die Reisegruppe war der Besuch bei dieser stolzen und geschichtsträchtigen Truppe sehr beeindruckend und bildete einen würdigen Abschluss des Besuchsabschnittes in Rom.

Monte Cassino und die Stadt auf glühenden Kohlen

Am nächsten Tag wurde die Reise in Richtung Neapel fortgesetzt. Dabei gab es einen Halt am Monte Cassino Massiv, dem Nadelöhr an der ehemaligen Gustavlinie, an welchem die alliierten Truppen im Jahre 1944 den Durchbruch nach Norden suchten. Hier fand die Reise, mit der Durchführung einer Kranzniederlegung, ihren emotionalen Höhepunkt auf dem deutschen Soldatenfriedhof, auf dem ca. 23.000 auf den süditalienischen Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges gefallene deutsche Soldaten ruhen.

Neapel

Der folgende Tag begann mit dem militärischen Höhepunkt der Reise, dem Besuch des Joint Forces Command (JFC) Naples. Die Delegation wurde dort vom Chef des Stabes Generalleutnant di Marco und dem deutschen J9, Brigadegeneral Kloss, empfangen. Es folgte ein interessanter Einblick in die Einsatzplanung und -steuerung durch das JFC an der Südflanke der NATO, der mit brandaktuellen Beispielen untermauert wurde.  

Der Nachmittag wurde mit einer Stadtführung durch Neapel abgerundet, eine Stadt am Fuße des Vulkans Vesuv, der wie eine ständige Drohkulisse am Rande der Stadt thront. Große Teile der Stadt befinden sich auf den Ausläufern seiner Magmafelder, die ihre Anwesenheit mit einem ständigen Schwefelgeruch, der über der Stadt liegt, in Erinnerung rufen. Um dieses Naturschauspiel in all seiner Macht nachvollziehen zu können, wurde die Reise mit einem Besuch der beim Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 nach Christus zerstörten römischen Stadt „Herculaneum“ und dem Aufstieg auf den Vulkan abgerundet.

Im Rückblick auf diese Reise waren sich alle Reiseteilnehmer einig, ein sehr interessantes und anspruchsvolles Programm erlebt zu haben, das tiefgreifende Einblicke auch hinter die Kulissen der Arbeit, die deutsche Soldaten und Diplomaten in Italien tätigen, geboten hat. All dies, in Verbindung mit den gewonnenen Eindrücken der italienischen Kultur, wird den Reiseteilnehmern sicherlich noch lange positiv in Erinnerung bleiben.