Autor: Nils Wienböker; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 17.06.2016

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Teilnehmer des Luftmachtseminares

An der Akademie hält das Kommando Luftwaffe sein jährliches Luftmachtseminar ab. Die Veranstaltung ist ein wichtiger Pfeiler in der Weiterentwicklung der Luftstreitkräfte.

„Framework“ und „Cluster

Jedes Jahr nutzt das Kommando Luftwaffe die Räumlichkeiten des Manfred-Wörner-Zentrums für seine einwöchige Arbeitsklausur, in der neue strukturelle und strategische Veränderungen der deutschen Luftstreitkräfte beraten werden. Dieses Jahr arbeiten die ausgewählten Stabsoffiziere an Möglichkeiten der Umsetzung des „Framework Nation“-Konzeptes der NATO für die Luftwaffe.

Kern dieses von Deutschland propagierten Modelles ist es, Mitgliedsnationen die Möglichkeit zu geben, innerhalb der Bündnisstrukturen ihre Zusammenarbeit zu intensivieren. Diese so entstehenden Gruppen von Nationen, „Cluster“ im Nato-Jargon, werden von einer Framework-Nation geführt. Ziel ist es, innerhalb dieser Cluster Fähigkeiten für das Bündnis zu organisieren und zu generieren, die auf Ebene des gesamten Bündnisses sonst nicht umsetzbar wären.

Deutschland als Rahmennation

Solch eine Führungsrolle als Framework-Nation sucht die Bundesrepublik in einer der neun „Expeditionary Airgroups“. Das sind multinationale Luftkampfverbände, die im Rahmen dieses Konzepts aufgestellt werden sollen. Sie sollen in der Lage sein, täglich 350 einzelne Flugmissionen zu koordinieren.  Welche Aufgaben und Verpflichtungen sich für die Luftwaffe aus der Beteiligung und Führung dieses Verbandes entwickeln, war die Aufgabe einer von drei Arbeitsgruppen des Luftmachtseminars. Welche Auswirkung dieses auf die Struktur der NATO hätte, berät eine andere. Die dritte Gruppe betrachtet die Anreize und Herausforderungen so eines Kampfverbandes aus Sicht der beteiligten Partnernationen.

Der Luftwaffenrat tagt

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind wichtig für die strategische Weiterentwicklung der Luftstreitkräfte Deutschlands. Dieses kommt nicht zuletzt durch die Anwesenheit des Inspekteurs der Luftwaffe am letzten Seminartag zum Ausdruck. Er nutzt den Besuch nicht nur dafür, sich die Seminarergebnisse aus erster Hand vortragen zu lassen, sondern versucht, diese gleich zu implementieren. Während Tutoren und Seminarteilnehmer im Manfred-Wörner-Zentrum die letzten Ergebnisse zusammentragen und niederschreiben, lässt der Inspekteur den Luftwaffenrat im Hamburger-Saal des Offizierheim tagen.

Zukunftsfähigkeit groß geschrieben – diesem Motto Rechnung tragend haben alle von der Klausur profitiert.