Autor: Autor: Nils Wienböker; Fotograf: Nils Wienböker

Hamburg, 24.06.2016

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Wie kommen die Figuren auf das Schachbrett?

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Zu Wasser

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Zu Lande

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Aus der Luft

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Der östereichische Oberst des Generalstab Lampl stellt die logistischen Prozesse im Multinationalen Kommando Operative Führung in Ulm vor.

Das Modul „Multinationale Logistik“ bereitet Stabsoffiziere auf ihre Verwendungen in internationalen Planungsstäben vor.

„Stell dir vor es ist Krieg, und niemand geht hin…“

„...dann kommt der Krieg zu euch!“ Dieses oft falsch genutzte Zitat beschreibt zutreffend die logistischen Herausforderungen eines multinationalen Bündnisses wie der NATO. Bedroht irgendwo ein lokaler Konflikt die Sicherheit des Bündnisses oder seiner Mitglieder, muss schnell gehandelt werden, bevor die Lage eskaliert. Und handeln bedeutet immer das schnelle und sichere Bewegen von Truppen. Egal, ob es sich um eine Luftkampagne handelt oder ob „Boots-on-the-ground“ benötigt werden, alle müssen verlegt, versorgt und anschließend rückverlegt werden. So beschreibt Seminarleiter Oberstleutnant i.G. Detlef Baum in seiner Einführungsveranstaltung die Kernaufgaben der Einsatzlogistik.

Wie gelangen die Figuren auf das Schlachtfeld?

Wie kommt der Soldat ins Einsatzland? Dort hört die Arbeit der Logistiktruppe nicht auf. Selbst im Einsatzland entspricht die Quote von Unterstützern zu operativ agierenden Kräften meist zwischen 1 zu 3 bis 1 zu 5. Dabei sind die zivile Versorgung im Heimat und Einsatzland oder die militärischen logistischen Maßnahmen im Inland nicht mit einberechnet.

Planung ist alles 

Großen militärischen Erfolgen gehen in der Regel große logistische Leistungen voraus. Daher ist es wichtig, dass operationelle und logistische Planung Hand in Hand gehen. Ein Punkt, der sich kontinuierlich durch das Seminar zieht. Denn, was nützt die stärkste Panzerwaffe, wenn das Einsatzland keine Häfen oder Landeplätze hat, um sie anzulanden? 

Vertrauen entscheidet

Genauso wichtig ist das Vertrauen der verschiedenen multinationalen Partner zueinander. Dieses schafft man einerseits durch das Setzen gemeinschaftlicher Standards, sei es bei Luft- und Landfahrzeugen oder in der Organisation der Stabsarbeit, andererseits durch Kommunikation und Kameradschaft. Daher kann der Kurs viele Gastdozenten aus Stäben der EU und NATO willkommen heißen, die die komplexen Strukturen ihrer Logistik vorstellen.

Alles kostet Geld

Ökonomisches Handeln steht eher selten im Fokus eines Taktikers. Der Taktiker stellt den Missionserfolg und das Leben seiner Männer und Schutzbefohlenen über jede monetäre Kalkulation. Doch wer die Versorgung und Verlegung eben dieser Männer plant, sollte sein Budget im Auge behalten, denn alles kostet Geld. Hier kann von ziviler Kooperation und Expertise profitiert werden.

Vorbild Wirtschaft

Die großen Logistikunternehmen dieser Welt wissen wie sie ihre Waren schnellstmöglich auch in und durch Länder mit zweifelhafter Bürokratie transportieren können. Wie sie von diesen Lektionen aus der Praxis für die Praxis profitieren können. Wie die Kooperation mit Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft aussehen kann, erfuhren die Teilnehmer durch einen zivilen Dozenten des Gütertransportriesens Kühne und Nagel. 

Mission abgeschlossen

Ziel des zweiwöchigen Lehrgangs ist es, Stabsoffiziere, die erstmalig eine Verwendung in der operativen und logistischen Planung und Führung im Einsatz oder in multinationalen Hauptquartieren bekleiden, einen Einstieg in ihr neues Tätigkeitsfeld zu geben. Dieses scheint in entspannter, kameradschaftlicher Atmosphäre gut zu funktionieren, denn die Lehrgangsteilnehmer zeigen sich selbst nach anstrengender „Kästchenkunde“ motiviert und zufrieden mit dem Gelernten.