Autor: Nils Wienböker; Fotograf: Nils Wienböker

Hamburg, 29.06.2016

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Das Weltraumlagezentrum untersteht dem Zentrum Luftoperationen.

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Die Lehrgangsteilnehmer kamen aus aller Welt in die Clausewitz-Kaserne

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Auch für die "Boots-on-the-Ground" ist Satellitenkommunikation unverzichtbar.

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Schon seit den 80er besteht Interesse den Orbit als vierte Ebene des Gefechts zu nutzen.

Zum vierten Mal veranstaltet das Weltraumlagezentrum den Lehrgang „Weltraumlage“ im Admiral-Dieter-Wellershoff-Gebäude. Die 24 Teilnehmer, ziviles und militärisches Personal des Lagezentrums sowie Soldaten vergleichbarer Einrichtungen anderer NATO-Staaten, erhalten dieses Mal auf Englisch Einblick in die Lage im Erdorbit.

„Was ist dort oben los?“

Der Soldat ist ständig mit Lagen konfrontiert, der eigenen, der Feindlage oder der Lageänderung. Eher selten ist die „Weltraumlage“ von Interesse. Die Kameraden, die eben diese Auskunft geben können, sind erneut Gast an der Führungsakademie. Das Weltraumlagezentrum der Bundeswehr nutzt die Räumlichkeiten des Admiral-Dieter-Wellershoff-Gebäudes für diesen Lehrgang. Militärisches und ziviles Personal des Zentrums mit Sitz im niederrheinischen Uedem, aber auch unserer NATO-Partner, erhält zwei Wochen lang detailliert Einblick in die Situation weit über unseren Köpfen. Aufgrund der hohen internationalen Nachfrage wird das Seminar nun auf Englisch abgehalten.

Kein Krieg der Sterne, sondern Krieg dem Müll

Der Orbit ist nicht so kriegerisch, wie es Hollywood und Science Fiction gerne verkaufen. Doch die Lage ist ernst, und der Feind ist klar: Schrott! Genau wie auf der Erde, überall wo der Mensch wandelt, hinterlässt er Müll. So hat ein halbes Jahrhundert Raumfahrt die erdnahen Umlaufbahnen erheblich zugemüllt. Von der Schraube bis zur Raketenstufe, unzählige Teile verschiedenster Größen bewegen sich mit mehrfachen Schallgeschwindigkeit zwischen den Umlaufbahnen unserer wertvollen Telekommunikations- und Beobachtungssatelliten. Das Aufklären, Erkennen und Katalogisieren dieses Weltraumschrotts ist die Hauptaufgabe des Weltraumlagezentrums. 

7 Jahre, 20m² , 4%

„Das Problem ähnelt der Umweltverschmutzung hier auf der Erde“, erläutert Dr. Wiedemann, Leiter des Teams „Weltraummüll“ am Institut für Raumfahrtsysteme der Technischen Universität (TU) Braunschweig und Dozent des Seminars. Es müssen jetzt Lösungen gefunden werden, erläutert er, um den Weltraum auch dauerhaft in einem Zustand zu halten, der Raumfahrt ermöglicht. Der Durchschnittssatellit mit einem Erdorbit von etwa 800 Kilometern und einer Querschnittsfläche von 20 Quadratmeter hat eine vierprozentige Chance, innerhalb seiner sieben Jahre Betriebszeit durch einen Treffer von Weltraumschrott auszufallen. Rechnet man dies auf die mehr als 1000 Satelliten im Erdorbit hoch, erscheinen vier Prozent plötzlich gar nicht mehr so gering. Auch erhöht sich die Kollisionswahrscheinlichkeit durch die entstehenden Trümmer von Zusammenstoß zu Zusammenstoß. 

Wir sind nicht alleine!

Wir sind nicht alleine, zumindest im Kampf gegen den Weltraumschrott gibt es zahlreiche Mitstreiter. Denn nicht nur die TU Braunschweig unterstützt das Weltraumlagezentrum. Ohne Zusammenarbeit mit der Fraunhofer Gesellschaft, genauer dem Fraunhoferinstitut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik, dem Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI, sowie der Firma Hyperschall Technologie Göttingen wäre das Seminar in diesem Umfang nicht möglich. 

Die Teilnehmer hoffen, dass die Veranstaltung Augen und Ohren für die Lage im Orbit weiter geschärft hat und dass das Weltraumlagezentrum auch nächstes Jahr wieder zahlreiche interessierte Teilnehmer in der Clausewitz-Kaserne begrüßen kann.

Übergang zur operativen und strategischen Ebene

Für die Heeresuniformträger in der anspruchsvollen Generalstabsausbildung endete mit der Stabsübung „Determined Effort“ die Ausbildung auf der höchsten taktischen Ebene. Sie blicken auf eine spannende und fordernde Zeit zurück, in der vor allem die taktische Führung von Landstreitkräften vertieft, bereits aber auch Schnittstellen zur operativen Ebene abgebildet wurden. Diese Ebene wird in der folgenden „Joint-Lehre“ gemeinsam mit den Kameraden von Luftwaffe und Marine im Fokus der Ausbildung stehen.