Autor: Maximilian Voß; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 28.11.2016

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Zahlreiche Gäste besuchen GNIT in der Rotunde

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Oberst Oleksandr Zhevtiuk spricht zur angespannten Lage

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Beiträge der Vortragenden sorgen für großen Applaus

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Traditionelle Klänge untermalen das Programm

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Kulturelle Einblicke durch Trachten und Gesang

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Sichtliche Freude bei ukrainischen Lehrgangsteilnehmern

Den meisten Menschen ist die Ukraine aus der Berichterstattung der Presse tendenziell negativ in Erinnerung geblieben. Die Medien berichten von Protesten auf dem Maidan, Spannungen mit dem Nachbarstaat Russland und der Annexion der Schwarzmeerinsel Krim – das sind nur wenige Eindrücke, die viele Menschen mit diesem Staat in Verbindung bringen. Dass das Land weitaus mehr zu bieten hat als einen Hauptstadtbürgermeister, der promovierter Profiboxer und Preisträger des Konrad-Adenauer-Preises ist, bewiesen drei ukrainische Teilnehmer des Lehrgangs für den internationalen Generalstabs-/Admiralstabsdienst. Zum Großen Nationalen Informationstag (GNIT) an der Führungsakademie der Bundeswehr ergriffen Oberst Oleksandr Zhevtiuk, Oberstleutnant Maksym Kasianenko und Oberstleutnant Andrii Dotsenko die Chance ein anderes Bild ihrer Heimat zu zeichnen. 

Ganzheitlicher Blick

Doch ganz ohne Rückgriff auf die jüngste Geschichte der Ukraine ging es dann doch nicht. Oberst Oleksandr Zhevtiuk beschrieb den schweren Weg seines Landes zu einem unabhängigen Staat. Spätestens beim Thema "Orangene Revolution" erinnerte sich jeder der Gäste an die Bilder vom Maidan in Kiew vor fast drei Jahren. „Damit begann der neue Kampf der Ukraine für ihre Integrität, Unabhängigkeit und europäische Zukunft", führte er aus. Doch es waren nicht nur die Proteste in Kiew, die vielen in Erinnerung geblieben waren. „Die Beschreibung der Annexion der Krim und die darauffolgenden Auseinandersetzungen mit prorussischen Separatisten in der Ostukraine halten bis heute an und sind nicht zuletzt Auslöser einer Reihe von jüngsten Entwicklungen in der NATO“, fasst er zusammen.

 

Von Ostereiern und Flugzeugen

Kultur und Sehenswürdigkeiten der Ukraine bereitete Kasianenko geschickt auf. Angefangen bei der Schönheit der Sprache über die Relevanz von Symbolen bis hin zum Färben und Verzieren von Ostereiern, den Pysanka. Die Zuhörer durften sich über einen detaillierten Einblick freuen. Ergänzend beschrieb er die Wirtschaft und die Herausforderungen, denen sich die Ukraine nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes gegenüber sah. „Heute kennen wir das Land mit seinen fruchtbaren Schwarzerdeböden als ‚Kornkammer Europas‘ “, erklärt Kasianenko, „aber auch andere Industriezweige, insbesondere der Flugzeugbau der Firma Antonov, sind jedem bekannt.“ 

 

Politik und Militär

Oberstleutnant Andrii Dotsenko erläuterte anschließend das politische System und ging ausführlich auf die Streitkräfte seines Landes ein. Der Zerfall der Sowjetunion stellte auch im militärischen Bereich den Beginn eines Wandels dar. Er unterstrich die Rolle der ukrainischen Streitkräfte in der Weltgemeinschaft durch ihre Teilnahme an Friedensmissionen, beispielsweise an dem seit 2013 laufenden Einsatz United Nations Mission in Liberia (UNMIL). Dotsenko würde sich wie viele seiner Landsleute freuen, wenn die nationale Souveränität und territoriale Integrität des Landes schnell wieder hergestellt werden könnte.

 

Traditionelle Hymnen

Mit ihren Klängen faszinierten die vier ukrainischen Musiker Iuliia Bochevar, Marharyta Mikhnievych, Illya Prysiazhniuk und André Böttcher das Publikum und sorgten für die musikalische Untermalung des gesamten Abends. In traditioneller Tracht trugen sie, begleitet von Violine und Piano, althergebrachte Lieder vor und stimmten so die Gäste für die Einzelvorträge ein. Besonderes Highlight war die Darbietung der Nationalhymne. „Dass die Nationalhymne live gesungen wird, das hat es in der Geschichte des GNIT noch nicht gegeben", sagte Flottillenadmiral Karsten Schneider. Zum Abschluss bedankte er sich bei den drei Protagonisten  sowie vier Musikern für die gelungene Veranstaltung. Ebenso wünschte er ihnen und der Ukraine „viel Kraft, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen“. Als Zeichen seiner Wertschätzung und Andenken überreichte Admiral Schneider den drei Vortragenden das Wappen der Akademie.

 

Nationalgerichte und Getreidebrand

Auf dem folgenden Empfang durften sich die Besucher über landestypische Speisen und Getränke freuen. Serviert wurde Spezialitäten, wie Borschtsch und Wareniki sowie ein  ukrainischer Gorilka (Wodka). Die gereichten kulinarischen Köstlichkeiten rundeten einen gelungenen Abend ab.