Autor: Nils Wienböker; Fotografin: Nils Wienböker

Hamburg, 08.09.2016

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Konzentriert beendet Major Andre Knappe die Aufnahme

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Im Interview macht Frank Djanoe eine souveräne Figur

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Richard Endhöfer gibt ein 30-Sekunden-Statement

Im Manfred-Wörner-Zentrum üben zurzeit drei Stäbe nebeneinander im Rahmen des UN Staff Officer Course. Besonders im Blickpunkt steht das Interviewtraining.
„Die Weltöffentlichkeit schaut auf Kolpoto, das fiktive Land steht nach Jahren des Bürgerkrieges vor einem Waffenstillstand zwischen Regierung und Rebellentruppen. Kameras, Lichter und Mikrophone sind nun auf Sie gerichtet. 30 Sekunden Zeit um der Welt Ihre Botschaft zu vermitteln.“ Hiermit sind die künftigen Angehörigen der UN-Stäbe sofort in eine realistische Lage versetzt, in der sie Medienvertretern gegenüber agieren müssen. Eine Vorstellung, die bei vielen Unwohlsein und schweißige Hände hervorruft. Öffentlich zu sprechen ist für viele Menschen die größte Angst überhaupt. Damit setzen sich die Teilnehmer auseinander in dem gerade stattfinden UN-Kurs intensiv auseinander.

Die Welt zu Gast in der Kaserne

Bei dem Szenario handelt es sich um eine Übung. Zusammen mit den Teilnehmer des Generalstabsdienst-/ Admiralstabsdienstlehrgangs 2014 üben sich Zivilisten aus aller Welt und allen Branchen als Stabsoffiziere der Vereinten Nationen im Medientraining. Für die militärischen Lehrgangsteilnehmer ist diese die letzte große Veranstaltung, bevor sie die Führungsakademie nach zwei Jahren Ausbildung verlassen. Für die zivilen Gäste oft der erste intensive Kontakt mit dem Militär.

Im Blickpunkt

Nun müssen sich beide Gruppen gemeinsam in UN-Stäben in der Planübung „Blue Angel“ beweisen. Besonders im wortwörtlichen Blickpunkt stehen die Pressesprecher der drei Stäbe. Vor eine Gruppe von unbekannten Menschen zu treten und prägnant seinen Standpunkt präsentieren ist besonders als Offizier eine Kernkompetenz, die schon als junger Offizieranwärter trainiert wird. Im Lehrangebot der Akademie hat Pressearbeit daher ebenfalls einen hohen Stellenwert. So ist ein mehrtägiges Pressetraining Teil der Ausbildung zum Generalstabsdienstoffizier. Auch die Weiterbildung der individuellen Medienkompetenz für Reservisten und aktive Soldaten ist sehr nachgefragt.

Vor der Truppe und vor der Kamera

Doch vor der Truppe und vor der Kamera: Das sind zwei verschiedene Dinge. „Vor der Truppe fällt es mir leichter als vor der Kamera“ erklärt Major Andre Knappe, Lehrgangsteilnehmer des Generalstabslehrgangs, „das direkte Feedback fehlt.“ Wie sich die Zivilisten vor der Kamera fühlen, erklärt Frank Djanoe. Es ist das erste Medientraining für den Ghanaer. „Mich überzeugen der Lehrgang und das Training absolut“, erzählt Herr Djanoe. „Ich denke nicht, dass die Zivilisten notwendigerweise im Nachteil sind“, antwortet er auf die Frage, ob die Offiziere durch ihre Ausbildung und die Pressetrainings einen Vorteil in den Statements und Interviews haben. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit vermittelte ihn den Lehrgang an der Akademie. In seiner Heimat unterstützt er das African Peace and Security Program.

Mimik und Gestik zählen

Die militärischen Teilnehmer überzeugen vor der Kamera durch ihre direkte, prägnante Art, doch müssen sie öfter darauf hingewiesen werden, dass auch gerne gelächelt werden kann. Eine offene Mimik und Körpersprache fällt den Zivilisten vor der Kamera auf Anhieb leichter. Ihre individuellen stärken können die Teilnehmer bei der abschließenden Pressekonferenz am Donnerstag demonstrieren. Dort wird sich zeigen, was Zivilisten und Soldaten vor der Kamera voneinander lernen können. Sie freuen sich auf das Abschlussergebnis und sind sich einig: Der Kurs war ein voller Erfolg.