Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 08.09.2016

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General Leinhos im Gespräch mit General Hambach

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Intensiver Austausch über Cyber und IT

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Lehrgangsteilnehmer an der Akademie im Fokus

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Cyber-Aufmerksamkeit als Führungsaufgabe

Auf ihn sind derzeit viele Augen gerichtet: Generalmajor Ludwig Leinhos ist einer der Väter des neuen Organisationsbereiches „Cyber- und Informationsraum“. Er ist der Leiter des Aufbaustabes, der neben der ministeriellen Abteilung das jüngste Kommando der Bundeswehr aufbaut. Die Aufstellung der Abteilung ist schon diesen Oktober, die des Kommandos für April 2017 geplant. Der Auftrag: die Verteidigung des Cyber-Raumes. An der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg referierte Leinhos jetzt über den Stand der Dinge, nächste Schritte und die Notwendigkeit der eingeleiteten Veränderungen.

Gewappnet in die Zukunft

„Quantität und Qualität der Cyber-Attacken haben eine neue Dimension erreicht“, führte Generalmajor Leinhos aus, „daher hat die Ministerin entschieden, eine neue Abteilung im Ministerium einzurichten und einen neuen Organisationsbereich aufzustellen.“ Bedrohungen gingen sowohl von Hackern, Einzelpersonen, aber auch von Staaten aus, so Leinhos. Hauptanliegen sei es, eigene Ressourcen zu schützen. Man müsse sich wappnen: „Schnelle Entscheidungen müssen her, Beschaffungswege verkürzt und Innovationen schneller zur operationellen Nutzung gebracht werden.“

Klare Zuständigkeiten

Mit der Schaffung des neuen Organisationsbereiches mit einem Inspekteur an der Spitze würden Kompetenzen gebündelt, fachliche und operationelle Elemente konzentriert, klare Zuständigkeiten geschaffen und ein Chief Information Officer im BMVg installiert, fasste Leinhos zusammen. Im neuen Kommandobereich werden das Militärische Nachrichtenwesen, die Führungsunterstützung, das Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr und die Operative Kommunikation zusammengefasst.

Eigener Fachbereich „Cyber“ an der FüAK

An der Führungsakademie soll ein eigener Fachbereich Cyber ins Leben gerufen werden. Bislang wird in der „Cyberlehre“ der Akademie vornehmlich die politisch-strategische Ebene betrachtet. „Wir benötigen dringend aktuelle Bedarfsträgerforderungen, um die neuen Herausforderungen im Cyber- und Informationsraum in die Lehre einzubringen“, erklärt Oberst i.G. Hansjörg Witt (u. a. Fachbereich Einsatz). Eine wesentliche Aufgabe stelle die Stärkung der operativen Fähigkeiten der Lehrgangsteilnehmer dar. 

Leinhos lobt „offenen Austausch“

In Kooperation mit dem Verteidigungsministerium wird derzeit ein operatives Cyber-Modell entwickelt. „Militärische Entscheider sollen Risiken und Chancen erkennen“, so Witt, „Cyber-Aufmerksamkeit ist heute eine Führungsaufgabe!“ Gemeinsam mit der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität finden bereits Workshops zum Thema statt. Cyber soll bald auch im Generalstabslehrgang und anderen Lehrplänen implementiert werden.  General Leinhos zog ein positives Fazit über seinen Besuch in Hamburg: „Genau so muss es laufen, wir profitieren alle von einem offenen Austausch! Wir müssen versuchen, Anknüpfungspunkte zu finden – die Führungsakademie sehe ich in dieser Hinsicht als eine sehr wichtige Institution an.“