Autor: Daniel Eisenbraun; Fotografin: Christian Burghold/Katharina Junge/Laura Clayborn

Hamburg, 09.09.2016

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Die ganze Welt im Überblick behalten

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Handlung und Planung müssen gut durchdacht sein

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Die Lehrgangsteilnehmer des Seminars für Sicherhitspolitik

Eine schwierige Situation infolge des Aufeinanderprallens unterschiedlicher Interessen und Forderungen - ein Konflikt ist ein vielschichtiges Problem und erfordert ein strategisches, ruhiges Händchen. Passend zur Thematik fand ein Seminar zur aktuellen Entwicklung der Sicherheitspolitik für Stabsoffiziere der Reserve in der General-Graf-von-Baudissin-Kaserne statt. In diesem Lehrgang befassten sich 25 Reserveoffiziere mit politischen und militärischen Maßnahmen, die geeignet sind, um Konflikte zwischen Bürgern beziehungsweise zwischen Staaten zu verhindern und den Schutz von Personen und Interessen zu wahren.

Kein Konflikt ohne Ursachen

Ein wesentlicher Punkt in der Entstehung einer Krise ist zu wissen, dass eine solche Situation nicht plötzlich über Nacht auftaucht. Um das Problem zu lösen, muss man zunächst verstehen welchen Ursprung sie hat. Der Mittlere Osten ist ein treffendes Beispiel für den terroristischen Konflikt, der bereits seit vielen Jahren vorhanden ist. Der Seminarleiter, Fregattenkapitän Dr. Hartmut Klüver, lud zur Einführung in die Geschichte des Mittleren Ostens die Dozentin Hauptmann Theres Beumler ein, die die Reserveoffiziere mit ihren Berichten und Erfahrungen zum aktiven Meinungsaustausch anregte.

Länderspezifische Hintergründe

In ihrem Vortrag berichtet sie nicht nur über die aktuell betroffenen Länder, sondern auch über die Entstehung dieses Konfliktes. Dadurch wird deutlich, dass der Terrorismus sich aus einem historisch gewachsenen Problem entwickelt hat. Man kann es auch als Generationsproblem bezeichnen, weil Gruppierungen, wie zum Beispiel die Taliban, einen wesentlichen Einflussfaktor auf die Erziehung ihres Nachwuchses haben.

Islam im Detail

In dem Vortrag der Dozentin erhalten die Reservisten auch einen besonderen Einblick in die Religionsgeschichte des Islams. Die zweitgrößte Weltreligion bietet für ihre 1,6 Milliarden Anhängern eine unterschiedliche Auslegung der Glaubensrichtung. „Religionsgeschichte ist ein ziemlich heißes Eisen, trotzdem müssen wir lernen sie zu verstehen, um an einer Konfliktlösung arbeiten zu können“, berichtet Beumler.  

Arabischer Frühling

Das Jahr 2011 war für die politische Situation der Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens sehr impulsiv. Im Arabischen Frühling rebellierten Millionen von Menschen gegen Unterdrückung, Menschenrechtsverletzungen und soziale Ungerechtigkeit. Mit ihrer Forderung nach demokratischer Struktur in ihrem Land, verbreitete sich der Protest der Bürger wie ein Flächenbrand. Die Politik und das Militär haben bis heute noch mit den Nachwirkungen dieser Rebellion zu kämpfen, weshalb dieses Ereignis des Öfteren als wichtiges Gesprächsthema im Vortrag hervorgebracht wurde.

Soldat und Diplomat

Man kann sie auch als militärische Diplomaten bezeichnen: die Militärattachés der Bundeswehr. In erster Linie sind sie für die bilaterale Zusammenarbeit zwischen den jeweiligen Ländern verantwortlich und repräsentieren durch Informationsaustausch und gemeinsame Übungen ihr eigenes Land. In dem Vortrag von Oberstleutnant i.G. Rupert Steeger berichtet er, am Beispiel des Balkans, welche besondere Rolle diese Position in einem Konflikt darstellt. Gerade in brisanten Situationen bringt er sein militärisches Wissen ein.

 

Über den Tellerrand hinaus

Für die Politik und das Militär ist es von großer Wichtigkeit, sich nicht nur auf einen Bereich der Welt zu konzentrieren, denn neben dem Mittleren Osten gibt es weitere Länder, die ihre Aufmerksamkeit benötigen. Vom Brennpunkt in der japanischen Außen- und Sicherheitspolitik bis hin zum Krisenmanagement in der Ukraine. Das Seminar bot für die Teilnehmer eine vielfache Auslegung an Krisenbewältigung auf der ganzen Welt. Für die Reservisten war es sehr interessant, über den Tellerrand hinaus zu schauen und Einblicke in so ein vielschichtiges Gebiet zu erhalten.