Ein tapferer Seemann segelt los und vertraut

 

Militärdekan Hartwig von Schubert verabschiedet sich in den Ruhestand. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

Militärdekan Hartwig von Schubert verabschiedet sich in den Ruhestand. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Natürlich wurde auch bei diesem Gottesdienst gemeinsam gesungen. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

Natürlich wurde auch bei diesem Gottesdienst gemeinsam gesungen. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Er wird die Nachfolge vom Militärdekan Hartwig von Schubert antreten: Militärpfarrer Andreas-Christian Tübler (rechts). (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

Er wird die Nachfolge vom Militärdekan Hartwig von Schubert antreten: Militärpfarrer Andreas-Christian Tübler (rechts). (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich war es ein ganz normaler Gottesdienst: Es wurde gemeinsam gesungen, gesprochen und gelesen. So wie sonst auch immer, wenn Militärdekan Dr. Hartwig von Schubert zum Gebet in den Kirchsaal der Führungsakademie der Bundeswehr eingeladen hat. Doch dieses Mal war eines anders: Der 65-Jährige hielt seine letzte Andacht und verabschiedete sich in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Militärpfarrer Andreas-Christian Tübler.

Vielfältige Stationen

„Ich freue mich über jeden, der hier ist. Ich bin dankbar und stolz für die 15 Jahre, die ich hier verbringen konnte“, sagt Dr. Hartwig von Schubert, der seine ersten Erfahrungen 1972 bei der Bundesmarine sammelte. Dort fasste er den Entschluss, Evangelische Theologie in Göttingen, Tübingen und Heidelberg zu studieren. Bevor ihn sein Weg dann allerdings an die höchste militärische Ausbildungsstätte der Bundeswehr verschlagen hat, war er unter anderem fünf Jahre als Gemeindepastor in Hamburg St.-Georg tätig, arbeitete fünf Jahre als wissen-schaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle der Evangelischen Studiengemeinschaft Heidelberg, war zehn Jahre im Vorstand des Diakonischen Werks Hamburg und zwei Jahre in der Evangelische Akademie Nordelbien beschäftigt. Im Jahr 2004 nahm er seinen Dienst als Seelsorger und Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr auf. Er beschäftigte sich hier mit den Themen Politische und Militärische Ethik. Auch einen fünfmonatigen Auslandseinsatz in Afghanistan hat er als Militärdekan begleitet.

Von der Reise zu Gott

In seinem letzten Gottesdienst spricht von Schubert von der Reise zu Gott und wie wichtig es ist, sich auf diesem Weg mitzuteilen. Dazu greift er das Bild eines tapferen Seemannes auf, der lossegelt und vertraut. „Es hat sich gelohnt, dass ich Theologe geworden bin. Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt. Ich kann nur junge Menschen ermutigen, diesen Weg zu gehen“, so von Schubert bevor er die Anwesenden zum Empfang einlädt. Bei diesem dankte ihm unter anderem der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, für sein Wirken. Er habe ihn als einen Menschen kennengelernt, der sachlich argumentiert und sich für die Akademie eingesetzt hat. Er war ein Mann des Wortes, so Generalmajor Kohl weiter. Der wissenschaftliche Direktor der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften, Prof. Dr. Volker Stümke, gab Anekdoten zum Besten. Er erzählte, wie sich Offiziere um den Militärdekan stritten, damit er in ihren Lehrgang kommt. Es zeige, wie beliebt von Schubert war. „Du redest Klartext. Du redest die Sprache der Soldaten und du gehst auf sie ein“, so Stümke und beendet seine Rede mit den Worten: „Es ist schade, dass du jetzt gehst.“

Staffelstab übergeben

Den Staffelstab hat Dr. Hartwig von Schubert nun an seinen Nachfolger Militärpfarrer Andreas-Christian Tübler übergeben. Doch bevor von Schubert nun in seinen Ruhestand verschwindet, wollte er den Anwesenden bei seiner Verabschiedung noch eines mit auf dem Weg geben:  „Wer mich googelt, findet mich. Mit dem treffe ich mich auch gerne auf einen Kaffee. Ich habe jetzt schließlich Zeit.“

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing