Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Silberhorn besucht zum ersten Mal die Führungsakademie

 

Es ist der erste Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und somit auch sein erster Eintrag in das Gästebuch. (Bundeswehr/Marie Kellermann)

Es ist der erste Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und somit auch sein erster Eintrag in das Gästebuch. (Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

 

In der Rotunde des Manfred-Wörner-Zentrums heißt Oberst i.G. Frank Wasgindt, Leiter des internationalen Generalstabs- und Admiralstabsdienstes (LGAI), den Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Silberhorn willkommen. (Bundeswehr/Marie Kellermann)

In der Rotunde des Manfred-Wörner-Zentrums heißt Oberst i.G. Frank Wasgindt, Leiter des internationalen Generalstabs- und Admiralstabsdienstes (LGAI), den Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Silberhorn willkommen. (Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

Ein gemeinsames Foto mit dem Parlamentarischen Staatssekretär wollen sich die internationalen Lehrgangsteilnehmenden nicht nehmen lassen. (Bundeswehr/Marie Kellermann)

Ein gemeinsames Foto mit dem Parlamentarischen Staatssekretär wollen sich die internationalen Lehrgangsteilnehmenden nicht nehmen lassen. (Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

78 neue Lehrgangsteilnehmer starten in diesem Jahr im Lehrgang LGAI an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. (Bilder: Bundeswehr / Michael Gundelach)

Mit einem Gastgeschenk – einer Flasche Wein - verabschiedet Korvettenkapitän Gunnar Lux (rechts), Lehrgangsteilnehmender des LGAN 2018, den Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Silberhorn. (Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

Zwei Personen, zwei Premieren, zweimal neue Erfahrungen: Für den einen war es der erste Besuch an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg überhaupt. Für den anderen war es die erste Rede vor einem Parlamentarischen Staatssekretär und Teilnehmenden des Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst National (LGAN), den deutschen Lehrgangsteilnehmenden des internationalen Generalstabs- und Admiralstabsdienstes (LGAI) sowie des Stammpersonals in der Rotunde des Manfred-Wörner-Zentrums. Die Rede ist zum einen von dem Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung Thomas Silberhorn und zum anderen von dem Korvettenkapitän Gunnar Lux, der ein Lehrgangsteilnehmender des LGAN 2018 ist. 

Besuch ist ein Highlight für Lehrgangsteilnehmenden

Vor einer Woche hat Korvettenkapitän Lux erfahren, dass er die einleitenden Worte bei der Veranstaltung sprechen darf. Es ist bereits gute Tradition an der Führungsakademie der Bundeswehr, den Gast vorzustellen. „Ich fühle mich geehrt, dass ich dafür ausgewählt wurde. Der Besuch ist ein Highlight“, sagt er. Schließlich haben Lehrgangsteilnehmende nicht täglich die Chance, eine Person aus der Leitungsebene zu sprechen. Was Thomas Silberhorn in seiner Rede sagen wird, weiß Lux in diesem Moment noch nicht, aber einen Wunsch hat er: Mehr über die Hintergründe zu den kostenlosen Bahnfahrten für Soldaten zu erfahren. 

Einsatzbereitschaft muss laut Silberhorn gegeben sein

Dann ist der Gast an der Reihe. Er zeigt den Anwesenden aktuelle Entwicklungen aus Sicht des Bundesministeriums der Verteidigung auf und beantwortet Fragen aus dem Zuschauerraum. Er macht keinen Hehl daraus, dass die Bundeswehr an der „Spitze der Sparbemühungen“ stehe. Doch für ihn steht fest:  „Die Bundeswehr muss ihre Aufgabe vollständig wahrnehmen können.“ Dafür ist seiner Meinung nach die materielle Einsatzbereitschaft – auch im Ausbildungs- und Übungsbereich – zwingend erforderlich. Staatssekretär Silberhorn spricht in diesem Zusammenhang bewusst von einer „Vollausstattung“ der Bundeswehr. Denn durch diesen Begriff soll jedem klar werden, was er damit meint: „Wir brauchen eine funktionsfähige Bundeswehr, sonst würde man sie nicht ernst nehmen.“ Zudem wendet er sich direkt an die zukünftigen Generäle und Admirale und schreibt der Schlüsselkompetenz „Menschen zu führen“ eine große Bedeutung zu. Denn auch wenn sich Einsatzszenarien verändern, der Umgang mit Menschen „kann nicht digitalisiert werden.“ Auch verschiedene Einsätze wie beispielsweise Afghanistan, Irak und Mali greift er in seiner Rede auf. Er spricht von Signalen, die durch die Hilfe der Bundeswehr gesetzt werden und die dabei helfen, „eine Einheit des jeweiligen Landes“ herzustellen und/oder zu halten.

Feldwebel und Unteroffiziere fehlen

Thomas Silberhorn geht ebenso auf die personelle Situation der Bundeswehr ein. So fehlen vor allem Feldwebel und Unteroffiziere. Dennoch sind die Bewerberzahlen gestiegen. Das Ziel ist es, von derzeit 183.000 Soldaten auf 203.000 Soldaten anzuwachsen, sagt er. „Die Richtung stimmt.“ Der Staatssekretär geht auf die „Agenda Rüstung“ ein, auf Gefechtshelme, Schutzwesten und Kampfstiefel, für die nun Geld bereitgestellt werde. „Große Vorhaben können nur gestartet werden, wenn auch an den kleinen Vorhaben gearbeitet wird“, ist sein Credo. Eine Priorisierung müsse stattfinden, denn „es wird immer weniger Geld da sein, als Wünsche vorhanden sind.“ Vor allem müssen Debatten angestoßen und klar formuliert werden, wofür das Geld benötigt wird. „Wenn meine Söhne nach mehr Taschengeld fragen, dann verweise ich erst einmal auf die Mama. Doch dann frage ich immer wofür sie das Geld brauchen“, erzählt Silberhorn. Die Bedeutung der Bundeswehr in der Gesellschaft muss hervorgehoben werden. So müsse die Öffentlichkeit mit der Bundeswehr mehr und mehr konfrontiert werden. Zudem müsse auf aktuelle, hybride Bedrohungen hingewiesen werden, um zu verdeutlichen, wie diese mithilfe von digitalen Medien versuchen, die Gesellschaft zu destabilisieren.

„Ein gutes Lagebild“

Ein Weg, um auf die Bundeswehr aufmerksam zu machen, sind öffentliche Gelöbnisse in allen 16 Bundesländern am 12.November 2019 und das kostenlose Bahnfahren für Soldaten in Uniform. Beides soll die Sichtbarkeit der Bundeswehr im öffentlichen Raum erhöhen, „ein Stück Wertschätzung“ geben. „Vor 20 Jahren wurde viel heftiger über die Bundeswehr diskutiert. Das freundliche Desinteresse stört mich viel mehr“, sagt der Staatssekretär. Bevor sich Thomas Silberhorn dann jedoch von den nationalen Lehrgangsteilnehmenden verabschiedet, beantwortet er noch ein paar Fragen. So interessiert sich ein Soldat für den strategischen Ansatz, wie die breite Öffentlichkeit noch mehr mit der Bundeswehr konfrontiert werden kann; ein anderer erkundigt sich danach, ob Deutschland ausreichend ausgerüstet ist für eine hybride Kriegsführung. Oder ob ein Sicherheitsrat notwendig wäre. Letzteres verneint der Staatssekretär. Die Bundesrepublik sei grundsätzlich handlungsfähig, jede Woche werde zum Thema getagt. „Ich freue mich, dass Thomas Silberhorn auf das Thema Bahnfahren näher eingegangen ist. Er hat uns ein gutes Lagebild gegeben“, sagt Korvettenkapitän Lux, der dem Parlamentarischen Staatssekretär noch eine Flasche Wein als Gastgeschenk seines Lehrganges überreicht.

 

Was die internationalen Lehrgangsteilnehmenden bewegt

Viele Fragen haben auch die internationalen Lehrgangsteilnehmenden des LGAI, die der Staatssekretär im Anschluss besucht. So erkundigt sich ein Soldat aus Singapur darüber, wie die Bundesregierung die Herausforderung des demografischen Wandels lösen möchte, ein Soldat aus Serbien interessiert sich für eine europäische Armee und ein Teilnehmender aus Japan fragt nach dem Zwei-Prozent-Ziel, das der amerikanische Präsident Donald Trump bei Rüstungsausgaben fordert. Viel Zeit nimmt sich der Parlamentarische Staatssekretär für die Beantwortung der Fragen. Es war auch hier eine offene Diskussion, die verdeutlicht hat, was die internationalen Lehrgangsteilnehmenden beschäftigt. 

 

 


Autorin: Sophie Düsing