Führen und Lernen 4.0:

Dieser „Café-Besuch“ bringt Impulse

Autorin: Sophie Stange 

Fotografin: Lene Bartel

Hamburg, 11. und 12. Juni 2019

Viele Ideen zum Thema Lernen und Führen wurden an den Pinnwänden festgehalten.

Die Ergebnisse des World Cafés hielt der Graphic Recorder fest. .

Im World Café tauschten sich die Teilnehmenden zu den Oberthemen Führen und Lernen aus. Es entstanden lebhafte Diskussionsrunden.

Damit die Impulse und Ideen nicht verlorengehen, wurde fleißig mitgeschrieben.

Beide Methoden – World Café und Lernräume – stellten den Austausch zwischen den Teilnehmenden in den Vordergrund.

Es ist eine Lernmethode, die einem Café-Besuch ähnelt. Es gibt Kaffee, nur keinen Kuchen. Die Gäste sitzen nicht, sie stehen vielmehr verteilt in verschiedenen Räumen. Vor ihnen befinden sich Pinnwände oder Whiteboards. In der Hand halten sie keine Kuchengabeln, sondern Stifte und Zettel. Es wird viel gesprochen, diskutiert und zugehört. Das, was gerade beschrieben wurde, trägt den Namen „World Café“. Es ist Teil des Innovationslabors „Führen Morgen Heute Lernen“, das sich mit den Themen Lernen und Führen in der Zukunft beschäftigt und damit auch mit der „Arbeit 4.0“. Die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) hat diese Veranstaltung ins Leben gerufen, um Impulse zu erhalten. Und ihrer Vision, „einer digitalen Ausbildungsakademie“ einen Schritt näherzukommen.

Teilnehmende bringen ihre Expertise ein

Wann ist Führung wirklich erforderlich? Wo soll gelernt werden? Und vor allem wie? Diese und weitere Fragen werden von den Teilnehmenden im Haus Rissen diskutiert. Im Mittelpunkt jeder Unterhaltung steht eine zentrale Frage oder These zum Oberthema „Führen und Lernen“. Zu dieser bringen die Teilnehmenden ihre Expertise ein. Die Ergebnisse aus den einzelnen Räumen werden im Anschluss dafür genutzt, um die Hauptfrage zu beantworten: Wo soll warum wann wie wozu gelernt und geführt werden? Begleitet werden die Gespräche von einem Moderator, der Impulse gibt, auch mal quer zu denken. Die Teilnehmenden sind dabei völlig frei in ihrer Zeitgestaltung. Sie können die Räume wechseln, sich demnach anderen Fragestellungen widmen und mit ihrem Wissen eine bereits bestehende Diskussion bereichern.

Zusammenfassung der Ergebnisse

- Die Verknüpfung von E-Learning und Präsenzphasen (blended learning) gewinnt an Bedeutung. „Je näher die Lernsituation an der Arbeitssituation ist, desto größer ist der Lernerfolg und der Aufwand“, heißt es von Teilnehmenden.

- Ein Mehrwert muss beim Lernen erkennbar und ein gewisses Maß an Medienkompetenz vorhanden sein.

- Lernen ist eine lebenslange Aufgabe und damit stark mit der Persönlichkeitsentwicklung verknüpft.

- Führungskräfte nehmen vermehrt die Rolle eines Lernbegleiters ein.

- Entscheidend ist auch der Sinn, etwas zu lernen. „Denn alles, was wir unter Stress lernen, ist nur bedingt abrufbar“, heißt es bei der Ergebnispräsentation.

- Praxis und Lehre sind miteinander verknüpft. Die Ausbildung des Lehrenden als auch des Lernenden muss kompetenzorientiert sein.

Themengebiet Führen

- Die Führungskraft ist für virtuell vernetzte, Teams zuständig. Die Aufgabe bleibt gleich: „Egal ob digital oder analog – Führung soll Ziele erreichen“, notierten die Teilnehmenden.

- Vertrauen vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Führen ist ein sozialer Prozess. Einer muss in diesem Prozess jedoch die Verantwortung tragen.

- „Man kann nicht nicht führen“, fanden die Teilnehmenden bei der Frage „Wann ist Führung wirklich erforderlich?“ heraus. Orientierung geben ist eine der Hauptaufgaben.

- Die Führungskraft muss sich auch digital zurechtfinden und wissen, wie sie digital herüberkommt. Dies erfordert wiederum Medienkompetenz. Wichtige Eigenschaften dafür sind Neugier, die Bereitschaft Zuzuhören, Verantwortungsbewusstsein und ethisches Hinterfragen.

- Die Teilnehmenden sehen zudem einen Dreiklang von Selbst-Führung, Führen und Information. 

Themen wurden in Zukunftsräumen vertieft

Eine weitere Methode lernten die Teilnehmer am zweiten Tag des Innovationslabors kennen – die „Zukunftsräume“. Diese vereinten die Oberthemen Führen und Lernen des Vortages. In fünf Räumen machten sich die Teilnehmenden speziell Gedanken zu den Bereichen „Potenzial“, „Selbstführung“, „Team“, „Einsatz“ und „Verantwortung“. Sie diskutierten über die Aussagen „Gut geführt ist halb gelernt“, „Selbstführung lernen – mit emotionaler Bewusstheit“, „Lernen und Führen im Team“, „Das scharfe Ende“ und „Führen lernen – Verantwortung übernehmen“. Es entwickelte sich ein lebhafter Austausch, mit vielen Ideen und neuen Impulsen.