Megamarsch Hamburg: von 0 auf 100 in 18 Stunden


Autor: Christoph Jan Longen;
 

Fotografin: Annika Heusinger

Hamburg, 15.04.2019

 

Wem in der ersten Aprilwoche auf dem Gelände der Führungsakademie ein paar humpelnde Gestalten aufgefallen sind, der hatte es vermutlich mit erfolgreichen Teilnehmern des Megamarsch Hamburg zu tun. Zum insgesamt dritten Mal riefen die Veranstalter dazu auf, die Grenzen des Hamburger Umlandes marschierenderweise besser kennenzulernen und dabei seine eigenen ein wenig auszuweiten. Diesem Ruf sind vier Lehrgangsteilnehmer der beiden General-/Admiralstabslehrgänge gefolgt.

Insgesamt vier Teilnehmer von der Führungsakademie am Start

„In der Nacht war es dann schon ein bisschen zäh, als sich die Kilometer zogen der ein oder andere Muskel angefangen hat, zu zu machen“, fasst Megamarsch-Teilnehmer Major Alexander Mann (LGAN 2018) die wohl schwierigste Phase seiner 100 Kilometer zusammen. Und tatsächlich gingen am Ende nur etwa 800 der über 4.000 Damen und Herren über die Ziellinie. An dieser winkte nicht nur eine Medaille, sondern auch der Applaus zahlreicher Zuschauer, die sich in Teufelsbrück versammelten.

Hamburg nicht von seiner schönsten - aber von seiner Außenseite

Der Startschuss ertönte in Rüschpark (Finkenwerder) am Samstag (6. April 2019) etappenweise ab 12 Uhr. Um die große Zahl an Teilnehmer logistisch zu meistern, marschierten alle zehn Minuten etwa 200-300 Mann und Frau große Gruppen durch den Startkorridor. Die Delegation der Führungsakademie begann ihre Reise durch das Hamburger Umland gegen 14 Uhr. Die Marschroute führte über Gartenanlagen, Wanderwege, Wälder, den Ohlsdorfer Friedhof und den Hamburger Volkspark.

„Nach circa vier bis fünf Stunden haben wir die ersten Teilnehmer der vor uns gestarteten Gruppe eingeholt“, sagt Major Mann rückblickend. „Ein bisschen neidisch waren wir aber auf die Kleingartenbesitzer, die den Abend beim Grillen und Geselligkeit verbracht haben, aber wir hatten ja einen Auftrag zu erfüllen.“ Alle 20 Kilometer erfolgte am Streckenrand die Verpflegung in Form von Müsliriegeln, frischem Obst und vor allem Wasser und Tee. Obwohl der mit 14 Grad relativ milden Durchschnittstemperatur nahm jeder Teilnehmer auf seinen 100 Kilometern etwa 10 Liter Flüssigkeit zu sich. Dabei genoss das Team der Führungsakademie den kameradschaftlichen Support von Oberstleutnant Annika Heusinger und Major Alexander Große, die an vielen Wegmarken und der ein oder anderen Obstspezialität zum Durchhalten motivierten.

Sechs Stunden vor Schluss im Ziel

„Ab Kilometer 60 braucht man jeden Zuspruch, denn man stellt schon fest, dass immer mehr am Straßenrand stehen und sich mit der Urkunde zufrieden geben. Das Teilnehmerfeld lichtet sich“, fasst Major Mann die Motivationskurve des Marsches zusammen. Statt eines Siegertreppchens hielten die Organisatoren des Marsches Urkunden für die Etappen 40, 60 und 80 Kilometer bereit - für die 100-km-Absolventen Urkunde plus anerkennende Medaille. „Wenn man sich dann nach dem Ziel hinsetzt, spürt man den Erschöpfungshammer und freut man sich auf Dusche und Bett“, beschreibt Major Mann seine Verfassung nach 18 Stunden Dauermarsch. „Dabei halten sich Freude und Muskelkater über viele Tage die Waage.“