Mädchen an der Führungsakademie – mit Hund und Kamera

Autor: Marie Kellermann, Julia Dunbar und Laura Clayborn

Fotograf: Lene Bartel und Laura Clayborn

Das Landeskommando Hamburg stellt sein Aufgabenspektrum vor

Bundeswehr zum Anfassen: die Mädchen durften die persönliche Ausrüstung auch anziehen

Krankenwagen zum Ausprobieren

Das Highlight der Feldjäger: der Diensthund

Ein spannender Tag an der Führungsakademie der Bundeswehr

 

 

Das Wetter – typisch Hamburg – war regnerisch und kühl. Aber das hielt die zwanzig Mädchen nicht davon ab, den Weg zur Führungsakademie der Bundeswehr zu finden. Girls’Day 2019: die Tore an der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung standen für junge Mädchen Mitte März offen. Aufgeregt aber noch ein bisschen schüchtern hörten sie zunächst einem Vortrag über die Führungsakademie der Bundeswehr und die Bundeswehr im Allgemeinen zu. Dann waren verschiedene Stationen aufgebaut, an denen unterschiedliche Aspekte des Soldatenberufs dargestellt wurden.

Für die Mädchen hieß das, nicht nur zuhören und zuschauen sondern auch anfassen und mitmachen. So durften sie an einer Station eine Koppel samt voll bepackten Rucksack aufsetzen. „Der ist ja total schwer“, ächzten sie. Außerdem durften sie diverse Uniformen – vom Feldanzug bis zum Dienstanzug, von Heer- über Luftwaffe- bis Marineuniform – in einer kleinen Modenschau bewundern. So sagte eine junge Teilnehmerin: „Durch die freundliche und offene Art und Weise, in welcher Sie uns alles erklärt, gezeigt und ausprobieren lassen haben, war das Programm ansprechend und abwechslungsreich“.

Vor laufender Kamera

An einer anderen Station konnten die Mädchen an einem Medientraining teilnehmen. Das Medientraining ist Teil der Ausbildung für den Führungsnachwuchs der Bundeswehr an der Führungsakademie. In der Graf-Baudissin-Kaserne in Hamburg Altona gibt es eine ganze Abteilung für das Medientraining – samt benötigten Equipment. Von Kamera über Licht zu Ton – die Mädchen durften sich alles anschauen. Auch in der Regie durften sie sich umschauen, dort wo viele Bildschirme und Tonregler den Raum ausfüllen. Hier durften sie auch im Präsentierraum installierten Innenkameras steuern. Danach ging es für die Mädchen vor die Kamera. Dort konnten sie sich einem Interview stellen und dann schauen, wie es geworden ist.

Mund zu Mund Beatmung

Keine Bundeswehr ohne Sanitäter: Eine weitere interessante Station bot ein Krankenwagen der Sanitäter. Die gespannten Mädchen lauschten den Erklärungen der Ersthelfer; sie durften auch in den Krankenwagen steigen und sich dort alles anschauen. Auch hier folgte noch eine praktische Einführung im Anlegen eines Tourniquets zum Abbinden starker Blutungen oder zusätzliches Equipment bei der Wiederbelebung. Die Sanitäter berichteten zudem von den Einsatzorten und dem Aufgabenfeld des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.

Spannend war es auch bei den Feldjägern. Hier kam nämlich ein Diensthund der Militärpolizei zum Einsatz. Bei der Bundeswehr haben auch Hunde ihre eigene Ausrüstung: eine Erste-Hilfe-Tasche, Beißkörbe, Hundesocken und Hundeschuhe. Die Mädchen konnten schauen, wie ein Diensthund trainiert wird, was er kann und was seinen Aufgaben sind – beispielsweise das Erschnüffeln von Drogen und Sprengstoff. Damit werden die kleinen Vierbeiner oft zu wichtigen Kameraden und auch Lebensrettern. Gerade die Vorführungen der knapp zweijährigen belgischen Schäferhündin „DJ“ begeisterten die Zuschauerinnen. „Platz“, „sitz“ schallte es über den Rasen. DJ hörte sofort und akkurat. Bei drohender Gefahr griff sie sofort und hörte bei einem entsprechenden Kommando auch sofort wieder auf. Das waren nur einige Beispiele eines dicht bepackten Tages. Die Begeisterung am Ende des Tages war groß. „Es war ein spannender Tag“, sagte ein Mädchen. Insgesamt konnten sich danach circa 80 Prozent der Jugendlichen vorstellen, eine Karriere bei der Bundeswehr zu starten.