Autor: Stefan Berger

Fotograf: FüAkBw


Oberstleutnant Barbaric aus Kroatien


Major Huskanovic (Bildmitte) aus Bosnien und Herzegowina im Dialog


Major Berisha aus dem Kosovo


Oberstleutnant i.G. Steeger (2. vr) äußert sich im Rahmen der Podiumsdiskussion


Angeregte Abschlußgespräche im Foyer des MWZ

 

 

Im Laufe der zahllosen Bemühungen, die Kriege im ehemaligen Jugoslawien zu verhindern oder auf dem Balkan einen Waffenstillstand zu erzwingen, veränderte sich die sicherheitspolitische Landschaft in dieser Region erheblich. Je mehr das ehemalige Jugoslawien zerfiel, desto heftiger entbrannte der Krieg zwischen den einzelnen Volksgruppen. Lang aufgestauter Hass entlud sich. Insbesondere die damalige Europäische Gemeinschaft versuchte immer wieder zu vermitteln. Zahllose Initiativen und Aktionen wurden vorbereitet und medienwirksam gestartet. Doch oft fehlten Erfahrungen oder das notwendige Instrumentarium, um solche Krisen zu meistern. Auch heute ist die Thematik „Balkan“ weiterhin hochaktuell und damit mehr als Grund genug, um sie auch im Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI) im Rahmen eines Regionalen Informationstages zu behandeln.

Reise auf den Balkan

So führte der LGAI 2018 unter dem Thema „Balkan“ Mitte März im Manfred-Wörner-Zentrum einen weiteren Regionalen Informationstag (RIT) durch. Geladene Gäste, Teile des Stammpersonals der Führungsakademie und Lehrgangsteilnehmer des LGAN 2018 sowie des LGAI machten sich auf eine Reise zur Balkan-Halbinsel. Im bewährten Format der Regionalen Informationstage wurden den interessierten Zuhörern im gut besuchten Manfred-Wörner-Zentrum „Erste-Hand-Informationen“ durch die Lehrgangsteilnehmer Oberstleutnant Zdravko Barbaric aus Kroatien, Major Elvir Huskanovic aus Bosnien und Herzegowina sowie Major Agron Berisha aus dem Kosovo präsentiert.

Gestaltungskraft Kroatien

Neben der langen Geschichte des Balkans wurden gleichermaßen die Traditionen der Länder, die Vielfalt der dort lebenden Gesellschaften sowie die Geographien, Ökonomien, Lebensstile und die Sprachen der heimischen Volksgruppen vorgestellt. Zuvor wurden die Zuhörer durch Oberstleutnant i.G. Rupert Steeger, aus der Fakultät Politik-, Sozial- und Gesellschaftswissenschaften, mit einem detail- und facettenreichen Vortrag in die offizielle deutsche Sichtweise auf den Balkan, insbesondere aber in die deutschen Interessen und Aktivitäten in den Ländern Kroatien, Bosnien und Herzegowina und dem Kosovo eingewiesen.

Die sich anschließende Diskussion war gekennzeichnet durch einen sehr anregenden Dialog und durch die tiefgründigen und teils kritischen Fragen der Zuhörer. Dabei merkte Oberstleutnant Barbaric treffend an: „Bereits traditionell ist der Kontakt zwischen deutschen und kroatischen Bürgerinnen und Bürgern sehr eng! Als jüngster EU-Mitgliedstaat und als regionale Gestaltungskraft ist Kroatien für Deutschland der Schlüsselpartner innerhalb Europas.“

Major Huskanovic aus Bosnien und Herzegowina, der bereits an einem Lehrgang für Bataillonskommandeure in Deutschland teilnahm, unterstrich die Wichtigkeit vieler starker Partnerländer speziell im Rahmen der Einsatz- und Ausbildungskooperation. „Früher haben wir von der internationalen Gemeinschaft Unterstützung erhalten, mittlerweile engagieren wir uns selbst mit unseren Streitkräften an internationalen Missionen.“

Und Major Berisha aus dem Kosovo unterstrich die Bedeutung vieler starker Partnerländer mit den Worten: „Im Zentrum der kosovarischen Außenpolitik steht die schrittweise Integration in die euro-atlantischen Strukturen. Insbesondere die USA als auch die großen EU-Mitgliedstaaten werden daher als wichtige strategische Partner betrachtet, die das Land auf diesem Weg nachhaltig und effektiv unterstützen können.“

Die unterschiedlichen Zuhörer und Gäste erfuhren neue Anregungen und Impulse. Insbesondere der Dialog sowie die abschließende Podiumsdiskussion mit den Referenten fanden deshalb auch diesmal trotz des ernsten Themas wieder einen sehr großen Zuspruch.

Seinen Ausklang fand dieser Regionale Informationstag bei einem kleinen Empfang im Foyer des Manfred-Wörner-Zentrums mit lokalen Süßigkeiten aus Kroatien, Bosnien und Herzegowina sowie aus dem Kosovo.

In diesem Sinne lädt der LGAI 2018 herzlich zu den weiteren Informationstagen ein.