Autorin: Claudia Birkholz; Fotos: Bundeswehr/ Birkholz / Sternenbrücke

Hamburg, 18.03.2019

Frau Schüddekopf erläutert den Soldaten die Bedeutung der Sterne an der Wand

Am Rande des Gartens steht diese Statue mit einem Engel, der zwei Kinder in die Arme schließt

: Demütig schauen die Soldaten auf die Laternen

Die Repräsentanten der drei Lehrgruppen überreichen die Spende an die Hospiz-Referentin Frau Schüddekopf

Das Kinder-Hospiz „Sternenbrücke“ in Hamburg konnte sich freuen: Mitte März übergaben angehende Stabsoffiziere des aktuellen Basislehrgangs an der Führungsakademie der Bundeswehr die Spendensumme von 1.335 Euro.

„Wir können für Ihr Kind nichts mehr tun“ – allein die Vorstellung, diesen Satz einmal aus dem Mund des behandelnden Arztes des eigenen Kindes zu hören, scheint unvorstellbar und lässt mit Sicherheit jeden in einen nachdenklichen und traurigen Gemütszustand verfallen. Aber es ist für manche Mütter und Väter eine ganz bittere Realität.

Verantwortung übernehmen

„Bei uns ist Ende Januar 2019 die Idee entstanden, dass wir uns als angehende Führungskräfte sozial engagieren wollen.“, sagt Major Jörg Becker, Teilnehmer des Hörsaals 09. Eine Idee fand sich schnell: Spenden für das Kinder-Hospiz „Sternenbrücke“ in Hamburg. Er erklärt: „Wir, die zukünftigen Stabsoffiziere aus der Mitte der Gesellschaft, möchten nicht nur im Dienst Verantwortung übernehmen.“ Mit einer Geldspende für das Kinderhospiz möchten die jungen Offiziere denjenigen ein paar Stunden der Freude schenken, die eines der schlimmsten Schicksale überhaupt durchleben.

Derzeit absolvieren 174 Lehrgangsteilnehmende den Basislehrgang Stabsoffiziere (BLS) an der Führungsakademie der Bundeswehr. Etwa die Hälfte von ihnen sind Väter oder Mütter. Ihnen war es ein ganz besonderes Anliegen. Aber nicht nur Eltern sorgen sich um ihre Kinder. Paten, Onkel, Tanten, Geschwister – einfach jeder, der Kinder mag, will sie lachen, spielen und glücklich sehen. Somit war es rasch eine Herzensangelegenheit des gesamten Lehrgangs.

Spendenübergabe

Mitte März überreichten sie schließlich den gesammelten Betrag von 1.335 Euro an Christiane Schüddekopf, Hospizreferentin und Vorstandsmitglied des Fördervereins für das Kinder-Hospiz Sternenbrücke e.V. „Wir freuen uns sehr über die großzügige Spende der Soldatinnen und Soldaten“, sagt sie. Die Sternenbrücke ist auf Spendengelder angewiesen. „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben – getreu diesem Motto wird das Geld für die Schaffung besonderer Momente genutzt, die auf lange Sicht zu schönen Erinnerungen werden können“, so Schüddekopf.

Das Kinder-Hospiz „Sternenbrücke“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, betroffene Familien auf jedem Abschnitt des Krankheitsweges ihrer Kinder professionell und liebevoll zu unterstützen. Dies beinhaltet neben der temporären Pflege der Kinder auch gleichzeitig die Möglichkeit, den Familienangehörigen kurze Erholungspausen zu ermöglichen. „Anders, als man vielleicht zunächst erahnt, leiden nur weniger als 30 Prozent der Kinder an Krebserkrankungen. Die überwiegende Anzahl der Kinder erkrankt an Stoffwechsel- und Muskelerkrankungen“, erklärt Schüddekopf.

Garten der Erinnerung

Trotz der traurigen Umstände hilft die Sternenbrücke den Familien und den erkrankten Kindern, einen Umgang mit dem Thema Tod zu finden. Wenn die Zeit gekommen ist und ein Kind verstirbt, findet eine Lampe mit dem jeweiligen Namen des Kindes ihren festen Platz im hauseignen „Garten der Erinnerung“, der die Form eines Unendlichkeitszeichens hat. Jedes Licht symbolisiert ein Kind, das in den Himmel gekommen ist. Dieser Himmel spiegelt sich in dem Brunnen wieder, der in der Mitte des Gartens steht.

„Schöne Erinnerungen sind enorm wichtig für die Familienangehörigen. Sie können dabei helfen mit dem schmerzlichen Verlust eines geliebten Kindes umzugehen und einen Weg in ein neues Leben mit dem Kind im Herzen zu finden“, sagt Christiane Schüddekopf. Am Rande der Gartenanlage steht eine Statue mit einem Engel, der zwei Kinder in die Arme schließt. Auf dem Sockel steht: „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“