Autor: Nicolai Völker; Bilder: EATC / Nicolai Völker

Hamburg, 20.12.2016

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Kommandeur des EATC Generalmajor Badia

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Generalmajor Badia stellt sich den Fragen der Luftwaffenlerngruppen des LGAN 2015

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Luftbetankung KC-767 an F-35

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Einsatzoffizier im Gefechtsstand des EATC

Generalmajor Christian Badia, der Kommandeur des Europäischen Lufttransportkommandos (EATC), hat den angehenden Generalstabsdienstoffizieren der Luftwaffe im LGAN 2015 sein Kommando vorgestellt und sich den Fragen der Lehrgangsteilnehmer zu aktuellen Positionen der Luftwaffe gestellt. Thematisch reihte sich der Vortrag in das Seminar „Unterstützungsleistungen für ein Luftwaffenkontingent im Einsatz“ ein. Im Rahmen des Seminars wurde der Schwerpunkt auf die Betrachtungen logistischer sowie die Führungsunterstützung betreffender Aspekte gelegt. Zudem stand auch ein Besuch des Lufttransportgeschwaders 62 in Wunstorf auf der Agenda.

Europäisches Leuchtturmprojekt

General Badia steht dem EATC, das auf dem militärischen Teil des Flugplatzes Eindhoven (Niederlande) gelegen ist, nunmehr seit zwei Jahren vor. Seit dem Beitritt Spaniens und Italiens im Jahr 2014 übt sein Kommando „Operational Control“ über mehr als 220 Luftfahrzeuge aus. Dies entspricht mehr als 60% der militärischen Lufttransportflugzeuge in Europa. Doch bis dies erreicht werden konnte, war es ein langer Weg. „Bereits 1999 erklärte der deutsch-französische Sicherheitsrat die schrittweise Zusammenführung vorhandener militärischer Lufttransportmittel“, berichtet GM Badia. In den Folgejahren verständigte man sich auf die Aufstellung eines gemeinsamen Kommandos. 2010 konnte das EATC dann seine Arbeit aufnehmen, als Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland sich über die erforderlichen Details einigten. Mittlerweile stellen sieben Nationen (vorgenannte vier sowie Luxemburg, Spanien und Italien) Personal zum EATC ab und sind somit am wohl bekanntesten Pooling & Sharing Projekt beteiligt.

Weg zum Erfolg

Die Mehrwerte, die das EATC generiert, sind vielfältig. Beispielsweise konnten die Niederlande einen kostenintensiven Vertrag mit einem zivilen Anbieter von MedEvac-Flügen aufkündigen, da sie über das EATC Zugriff auf diese Fähigkeit erhalten haben. Im Gegenzug betankt eine niederländische KDC-10 beispielsweise deutsche Eurofighter. Als Zahlungsmittel zwischen den Nationen dient dabei die fiktive Währung „ATARES“. Das EATC übernimmt neben Planning, Tasking und Executing von militärischen Transportflügen auch Standardisierungsaufgaben und begleitet die Einführung des neuen Transportflugzeuges A400M. „Unser Ziel ist es, im Jahr 2025 vier A400M nebst den zugehörigen Besatzungen aus vier verschiedenen Nationen mit nur einer Technikkomponente und einer OPS-Zelle in einen Einsatz bringen zu können“, führt Badia aus. Dies sei derzeit trotz teils typengleicher LFZ in den beteiligten Ländern, aufgrund unterschiedlicher nationaler Regularien, Verfahren und Vorschriften nicht möglich.

Fragen willkommen

Über eine Stunde stellt sich der Kommandeur nach seinem Vortrag in einer Aussprache Fragen zum EATC, aber auch zu grundsätzlichen Fragestellungen der Luftwaffe. Hierbei stellt er klar heraus, was nach Lehrgangsende auf die zukünftigen Generalstabsoffiziere zukommen wird: „In Zukunft sind Sie es, die Vorgänge bearbeiten und Entscheidungen vorbereiten. Gehen sie unbefangen und weitsichtig an Ihre Aufgaben heran. Nur so bringen Sie die Dinge in Europa weiter.“ Der Lehrgangsleiter, Kapitän zur See Richard Kesten, findet lobende Abschlussworte: „Ich sehe den Vortrag sowie die sich anschließende offene Aussprache als äußerst gewinnbringend für die am Lehrgang teilnehmenden Luftwaffenuniformträger an.“