Autorin: Dr. Victoria Eicker; Fotografin: Lene Bartel

Hamburg, 27.02.2019

Lego spielen auf höchster Ebene

Generalmajor Kohl mit seinen Gästen

   

 

 

Ende Februar war die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg Treffpunkt für das halbjährliche Behördenleitertreffen der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Kommandeur der Führungsakademie, Gastgeber Generalmajor Oliver Kohl, begrüßte in diesem Jahr zwölf Gäste in der Clausewitz-Kaserne in Hamburg Blankenese.  Unter ihnen waren Leiterinnen und Leiter der Bundespolizei, der Agentur für Arbeit, der Feuerwehr, der Universität, des Rechnungshofs, der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank, der Generalstaatsanwaltschaft, der Hamburg Port Authority, des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie, des Planetariums und des Oberlandesgerichts..

Vom Lagetisch zum Legotisch

Die norddeutschen Führungskräfte bekamen einen Einblick in den Auftrag und die Aufgaben der Akademie als höchste Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr. „Das Behördenleitertreffen dient dem Austausch und der engeren Vernetzung von Führungskräften in Hamburger und Norddeutschen Behörden sowie Bundesbehörden“, erklärte Erika Andreß, Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichts. Mit großem Interesse hörten die Gäste den Vorträgen im Manfred-Wörner-Zentrum zu, dem sogenannten Planungszentrum. Im Anschluss an die Theorie folgte direkt die Praxis an einem der zwölf digitalen Lagetische. Wo sonst Teilnehmer der verschiedenen Lehrgänge militärische Taktik lernen, konnten sich die Behördenleiter ein Bild machen, wie militärische Kräfte verlegt werden können und auf welche Informationen – beispielsweise die Belastbarkeit einer zu überquerenden Brücke – man dabei zurückgreifen kann.

„Es ist nicht nur wichtig, dass wir die Entscheidungsträger kennen und uns eng vernetzen, es ist auch immer wichtig, dass wir wissen, was jeder von uns macht“, erklärte Generalmajor Kohl. In diesem Sinne ging es vom digitalen Lagetisch zu den analogen Legosteinen und schließlich noch zum Planspiel Veränderungsmanagement, um die innovativen Ansätze und Methoden der Lehre, die an der Führungsakademie praktiziert und stets weiterentwickelt werden, vorzustellen.  

Brücken bauen, Menschen führen

Beim sogenannten Lego Serious Play durften einige Behördenleiter selber tätig werden. Ein Satz der beliebten Bausteine lag vor jedem einzelnen. „Bauen Sie eine Brücke, unter die eine Hand passt und auf die man eine Hand auflegen kann, ohne dass sie zusammenbricht“ lautete der Auftrag. Eine überdimensionierte grüne Eieruhr setzte den Rahmen: zwei Minuten! Die Ergebnisse bunt, definitiv kreativ, nicht unbedingt stabil. Das Lego Serious Play dient dazu, auf eine spielerische, kreative Art und Weise eine Problemstellung oder Fragestellung zu bearbeiten. Genutzt wird die Methode für verschiedene Lernziele, beispielsweise um eine Vision oder ein Leitbild zu entwickeln – eine durchaus spannende Herangehensweise, so war die Resonanz.

Zum Abschluss versammelten sich die zwölf Gäste samt Kommandeur um das Planspiel Veränderungsmanagement. Veränderungsprozesse einzuführen, Strukturen anzupassen und zu verändern, das ist nicht nur in einer Großorganisation wie der Bundeswehr ein Dauerthema, sondern auch in vielen anderen Behörden. „Es gibt Techniken und Methoden, die dazu führen, dass man ein Gespür entwickelt, wie man mit Herausforderungen bei Veränderungsprozessen umgeht. Als Führungskraft muss man die Menschen mitnehmen, aber die Menschen reagieren unterschiedlich, man muss wissen, wie man sie wann anspricht“, erklärte der Kommandeur. Die Kernbotschaft am Ende war klar: Die Ausbildung der militärischen Führungskräfte der Bundeswehr ist der wesentliche Auftrag der Führungsakademie – immer am Puls der Zeit und mit den bestmöglichen Methoden.