Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Sönke Marahrens

Hamburg, 20.12.2018

Frau Liubov Tsybulska, Leiterin der Studiengruppe Ukraine Crisis, spricht über die Ergebnisse der Studie

Die Aussagen und die Wirkung in russischen Medien erörterten die Teilnehmer beim #experttalk des German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) an der Führungsakadamie der Bundeswehr in Hamburg. Unterstützt vom ukrainischen Generalkonsulat und der ukrainischen Botschaft in Berlin und in Kooperation mit dem Clausewitz Netzwerk für strategische Studien erfuhren die Zuhörer beim #experttalk von Liubov Tsybulska, dass dieses Thema in der westlichen Berichterstattung wenig Beachtung fände. Tsybulska ist Leiterin der Studiengruppe des Ukraine Crisis Media Center in Kiew. Sie war Expertin der neuen Reihe #experttalk, die ganz bewusst in die Tradition der ehemaligen Blankeneser Gespräche gestellt worden ist. Die Studie, die sie als Grundlage nutzte, war zuvor im Pentagon, im schwedischen Außenministerium, der französischen Nationalversammlung, der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, im Chatham House und dem NATO Public Diplomacy Forum präsentiert worden.

Der Einfluss der russischen Medien

Das Forschungsteam der Nichtregierungsorganisation Ukraine Crisis Media Center hatte im Zeitraum von 2014 bis 2017 diese umfassende Studie über den Inhalt von mehr als 540.000 Nachrichten auf russischen Fernsehkanälen sowie im Internet erstellt. Ihre Ergebnisse über die Schlüsselnarrative lassen aufhorchen. Danach liegt Deutschland unter allen europäischen Ländern auf Platz drei der Länder mit negativer Berichterstattung durch die russischen Medien. Insgesamt zeigt die Studie auf, wie stark die untersuchten Medien Einfluss auf die Meinungsbildung und das Verhalten der Bevölkerung haben. Ein Resultat der medialen Beeinflussung ist beispielsweise die Zahl der nach Europa ausgewanderten Russen. Wegen der negativen Berichterstattung über Europa sank ihre Zahl in den vergangenen fünf Jahren von 20 Prozent auf zehn Prozent.

Jedoch können Sie die Präsentation hier abrufen 

Dem Vortrag folgte eine kritische und offene Diskussion mit den Zuhörern, die auch ihre Anmerkungen zum methodischen Vorgehen, jedoch auch zu den Aussagen machten.

Was ist das GIDS?

Das GIDS wurde am 30. Juni 2018 von der Bundesministerin der Verteidigung Ursula von der Leyen gegründet. Als Kooperationsprojekt der Führungsakademie der Bundeswehr und der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg berät das GIDS forschungsbasiert Entscheidungsträger in strategiepolitischen Fragestellungen, publiziert Forschungsergebnisse und fördert mit Tagungen, Kongressen und innovativen Veranstaltungsformaten den öffentlichen Diskurs zu sicherheitspolitischen und sicherheitsstrategischen Fragestellungen.