Autor: Dr. Victoria Eicker; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 14.11.2018

Oberst i.G. Erik Alexander Voigt begrüßt Oberstleutnant Rashit Musinovich Akhmadaliyev und Oberst Bobir Madjitovich Negmatov (v.l.n.r.) an der Führungsakademie

Oberst i.G. Voigt führt die Delegation durch das Stabsgeäude der FüAkBw

Oberst Bobir Madjitovich Negmatov beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr

 

 

 

 

 

 

Usbekistan, ein Binnenstaat in Zentralasien. Das ist weit weg. Aber Usbekistan war und ist wichtig für die Bundeswehr: Bis 2015 befand sich in Termez, im Süden des Landes, der strategische Lufttransportstützpunkt der Bundeswehr für den damaligen ISAF Einsatz in Afghanistan. Auch heute sind die Beziehungen zu den usbekischen Streitkräften weiter gut. Auf dieser Basis besuchte eine zweiköpfige Delegation Mitte November die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) an der Elbe.

Leben in der Lage

Oberst Bobir Madjitovich Negmatov und Oberstleutnant Rashit Musinovich Akhmadaliyev, beides Dozenten für Militärrecht an der usbekischen Verteidigungsakademie in der Hauptstadt Tashkent, kamen mit einem besonderen Interesse an Auftrag, Aufgaben und Struktur der höchsten Bildungseinrichtung der Bundeswehr in die Hansestadt. „Wir sind hier, um uns über die Struktur und die Lernprozesse an der Führungsakademie ein Bild zu machen. Wir möchten das Konzept auch in Usbekistan umzusetzen“; erklärte Oberstleutnant Akhmadaliyev auf Russisch. Deutsch oder Englisch sprachen die beiden Offiziere nicht. Aber an der Führungsakademie ließen sich ganz rasch zwei Übersetzer finden, die abwechselnd übersetzten: Leben in der Lage. Eintrag ins Gästebuch, Einführung in die Führungsakademie als Institution im Manfred-Wörner Zentrum – das Programm am Vormittag war dicht.

Der Weg vom Soldaten zum General

Am Nachmittag ging es mit Vorträgen zu Kompetenzorientierter Ausbildung und Lebenslangem Lernen weiter. Der Leiter des Kompetenzzentrums Ausbildung und Führung im Direktorat Ausbildung, Oberst i.G. Jesko Peldszus, führte die beiden Gäste in die Themen ein. „Das Lernen findet an den unterschiedlichsten Orten statt: an der Schule, an Truppenbildungseinrichtungen, an Akademien oder Universitäten. Auch an jedem Tag in der Truppe in einer spezifischen Verwendung lernt man.“ Die Führungsakademie gestaltet das Lebenslange Lernen mit verschiedenen Lehrgängen und Fortbildungsangeboten ab dem Dienstgrad Hauptmann. Anders in Tashkent: Dort bildet die Verteidigungsakademie ihre Offiziere vom ersten Tag in den Streitkräften bis zu ihrer Verwendung in den hohen Führungsebenen aus – erzählten die beiden zentralasiatischen Offiziere, die den Erklärungen von Peldszus aufmerksam folgten. Auch beim abschließenden Round Table fand ein reger Austausch über die Besonderheiten der Ausbildung von Soldaten in Deutschland sowie der Gestaltung des Übergangs von Soldaten in den Zivilberuf statt.

Blick um den Globus

Die kleine usbekische Delegation reist nicht nur an die Führungsakademie sondern in mehrere Länder, um sich über die militärische Lehre in Universitäten und Akademien rund um den Globus umfassend zu informieren. Angehörige des usbekischen Militärs sind regelmäßig zum militärfachlichen Austausch in Deutschland – immer wieder nehmen Offiziere der usbekischen Streitkräfte auch am Lehrgang Generalstabsdienst/Admiralstabsdienst International (LGAI) teil. Die Verbindung zu den usbekischen Streitkräften ist über die militärische Kooperation rund um den Umschlagplatz Termez von 2002 bis 2015 erhalten geblieben. Die Erwartungen an die höchste Bildungseinrichtung der Bundeswehr wurden für die beiden Usbeken indes erfüllt, darin waren sich die beiden Stabsoffiziere einig.