Autor: Christiane Rodenbücher; Fotograf: P. Hoffmann; M. Klein; A. Deichsel

Hamburg, 14.10.2016

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Deutsche Offiziere bilden mongolische Soldaten im Bereich Sprengstoffe aus

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Erläuterung der Funktionsweise einer Sprengvorrichtung

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Kommandeur erhält ein Gemälde aus der Mongolei

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Vizeverteidigungsminister an der Führungsakademie

Die bilaterale militärpolitische Zusammenarbeit ist im Verteidigungsministerium von besonderer Relevanz, denn sie stellt die Grundlage für den Austausch der Bundeswehr mit Streitkräften aus aller Welt dar. Zusammenarbeit im Auslandseinsatz, gemeinsame Ausbildungsvorhaben, Rüstungskooperation und vieles mehr: Über diese Themen sprechen die Offiziere aus aller Welt mit unseren Streitkräften. So kommt es, dass die Bundeswehr mit der fast 7000 Kilometer entfernten Armee der Mongolei einige Themen zu besprechen hat. Um sich über aktuelle Anliegen auszutauschen, hat sich eine hochrangige Delegation nach Berlin und Hamburg aufgemacht.

Persönlicher Austausch

Der stellvertretende mongolische Verteidigungsminister Togooch Dulamdorj führte die mongolische Delegation für die zweitägigen Stabsgespräche an, die in diesem Jahr in der deutschen Hauptstadt und in der Hansestadt stattfanden. Auf dem Programm standen neben den eigentlichen Stabsgesprächen auch: Austausch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Markus Grübel, dem Stellvertreter des Generalinspekteurs, Generalleutnant Markus Kneip, sowie der Kommandeurgruppe der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Enge Zusammenarbeit im Einsatz

Es gibt viele Gründe für die intensiven Gespräche: Traditionell pflegen beide Länder enge Beziehungen. Die zwei Nationen beteiligen sich am Einsatz „Resolute Support“ (RS) im Norden Afghanistans sowie an mehreren VN-Einsätzen in Afrika. Darüber hinaus realisiert die Bundeswehr eine umfängliche Kontingentausbildung für die Mongolen am Peace Support Training Center (PSTC) in der Mongolei.

Ausbau des Kontakts in der Zukunft

„Der Beginn der Kooperation im Einsatz geht auf das Jahr 2009 zurück, zunächst haben wir in Feyzabad, seit 2012 dann in Mazar-e-Sharif zusammengearbeitet“, sagt Flottillenadmiral Jürgen zur Mühlen, Unterabteilungsleiter Politik im BMVg, der die deutsche Delegation leitet. Im Rahmen von RS schützt das mongolische Kontingent mit 120 Soldaten das Camp Marmal. „Die Mongolei ist ein professioneller und verlässlicher Kooperationspartner. Wir sind daran interessiert, die Beziehungen aufrecht zu erhalten und auszubauen und schätzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Die hochrangige Delegation aus der parlamentarischen Republik in Zentralasien bestand aus dem mongolischen Vizeverteidigungsminister Togooch Dulamdorj, Tsolmon Bolor, dem Botschafter der Mongolei in Deutschland, Brigadegeneral Chimeddorj Sosorbaram, Brigadegeneral Jambaa Badambazarb, sowie Frau Oberst i.G. Orosoo Ariunaa, Verteidigungsattaché der Mongolei.

Wertvolle Kooperation

Admiral zur Mühlen betont, wie wertvoll der Ausbau der Beziehungen ist: „Die Ausbildungsangebote und jährlichen Maßnahmen beider Streitkräfte sind umfangreich. Gerade aktuell (26. Sep–27. Okt) läuft der zweite Ausbildungsdurchgang 2016 für das mongolische Kontingent, das Anfang 2017 nach Mazar-e-Sharif geht. Die Zusammenarbeit in Afghanistan ist etabliert und gut eingespielt. Ich bin sehr dankbar für die Leistung und die Unterstützung der 120 mongolischen Soldaten im Feldlagerschutz - das ist eine sehr wichtige multilaterale Einsatzerfahrung!“

Einblick in die FüAKBw

Beim Besuch an der Führungsakademie erklärt Brigadegeneral Thomas Hambach, Direktor Lehre, das Selbstverständnis der FüAkBw. „Sie befinden sich hier an der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr, im Fokus der Ausbildung stehen auf der einen Seite die Bereiche Militärische Führung sowie Internationale Sicherheit, auf der anderen innere Einstellung und Geisteshaltung. Wir bieten unseren Lehrgangsteilnehmern im Rahmen des Lebenslangen Lernens ein breites Angebot zur Aus-, Fort- und Weiterbildung bis in die höchsten Ebenen, darüber hinaus bietet die FüAkBw ein Forum für einen permanenten Gedankenaustausch und ist außerdem ein Instrument der Außen- und Sicherheitspolitik.“ Die Mongolen sind mit umfangreichen Informationen über Deutschland und die Bundeswehr zurück geflogen. Beide Seiten sind sich einig: ein sehr lohnenswerter Besuch.