Autor: Barbara Gantenbein; Fotos: Uwe Grauwinkel, Niko Schneider

Hamburg, 28.09.2018

General Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr

Richard Kühnel (Leitung der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland), Vizeadmiral Carsten Stawitzki (Abteilungsleiter Ausrüstung im Bundesministerium der Verteidigung), Prof. Dr. Klaus Schweinsberg (Chairman des Centrums für Strategie und Höhere Führung), Matthias Zachert (Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG) v.l.n.r.

Generalmajor Oliver Kohl, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr

Gruppenfoto der Teilnehmenden

 

 

 

„Dieses Treffen hat eine hohe Akzeptanz auf beiden Seiten. Wir entdecken uns gegenseitig, jeder lernt vom Anderen, das macht mir Freude“, sagt Generalinspekteur (GI), General Eberhard Zorn, beim Commander’s Intent. Die Veranstaltung bringt zivile und militärische Führungskräfte aus der Bundeswehr und aus der Wirtschaft zusammen. Schirmherr ist traditionell der Generalinspekteur der Bundeswehr. Dieses Jahr ging es um das Thema „Führen in ungewissen Zeiten. Wie umgehen mit dem schwindenden Vertrauen in Fakten, politische Institutionen und globale Ordnungssysteme?“ Im Kern ging es um „Fake News“ – also bewusst gestreute Fehlinformationen – und sich verändernde Aspekte von Verlässlichkeit in Allianzen und Partnerschaften.

Wahrhaftigkeit und Authentizität

„Meine Beobachtung ist, dass Vertrauen immer von den handelnden Personen abhängt“, betonte General Zorn in seiner Keynote zum Thema „Gedanken zur Führungskultur“. Führungskräfte müssten Präsenz zeigen und sich Zeit nehmen für Gespräche mit Untergebenen und Mitarbeitern. „Wahrhaftigkeit und Authentizität sind gerade für Führungskräfte wichtig“, sagte der General weiter. Für die Führungskultur der Bundeswehr sei die „Innere Führung“ der Kompass.

Netzwerken auf höchster Ebene

Organisiert hatte die Veranstaltung der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, Brigadegeneral Oliver Kohl, im Auftrag des Generalinspekteurs. Kooperationspartner des Commander’s Intent ist seit 2009 der Journalist und Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schweinsberg, Gründer des Centrums für Strategie und Höhere Führung in Ludwigshafen. Bereits zum achten Mal tauschten sich Vorstände, Geschäftsführer und Offiziere miteinander aus. Zum Auftakt des Commander’s Intent in der Zentrale von Microsoft Deutschland trafen sich der ehemalige Generalinspekteur, General a.D. Volker Wieker, und Klaus Schweinsberg zum Panelgespräch. „So viel GI-Dichte war noch nie“, scherzte der amtierende Generalinspekteur im Hinblick auf seinen Amtsvorgänger, „das beweist, wie wichtig uns als Schirmherren diese Veranstaltung ist.“

Information überall verfügbar

Im Hauptstadtstudio des ZDF – der nächste Programmpunkt beim Commander’s Intent – diskutierten die Teilnehmenden mit dem stellvertretenden Chefredakteur Elmar Theveßen über „Fake News“. Unter anderem ging es um die Erfahrungen der Bundeswehr mit der „Fake-News-Kampagne“ gegen deutsche Soldaten aus dem 1. Kontingent der Enhanced Forward Presence (eFP) der NATO in Litauen. „Information ist überall verfügbar, Gerüchte aber auch“, sagte General Zorn. Eine sinnvolle Möglichkeit gegenzusteuern sei die Nutzung der Socialmedia-Kanäle, um Fakten zu kommunizieren.

Entscheidungsprozesse schneller machen

Große Organisationen wie NATO, EU oder Vereinte Nationen hätten häufig lange Entscheidungswege. Deshalb sei es sinnvoll, wenn einzelne europäische Staaten näher zusammenrücken würden, folgerte General Zorn. Entscheidungsprozesse müssten schneller werden, gemeinsame Strategieanalysen seien dafür die Basis. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion im Stauffenbergsaal zum Thema „Wie weltpolitikfähig muss Europa sein? Was ist für Deutschland zu tun?“. Auf dem Podium diskutierten Matthias Zachert, Vorstandmitglied des Chemiekonzerns LANXESS AG, Richard Kühnel, Vertreter der Europäischen Kommission, sowie Vizeadmiral Carsten Stawitzki, Abteilungsleiter Ausrüstung im Bundesministerium der Verteidigung. Auch hier zeigte sich, wie sehr beide Seiten – Bundeswehr und Wirtschaft – voneinander lernen können.