Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive ist immer eine Frage der Externalitäten 

Autor: Stefan Bayer ; Fotos: Bundeswehr / Internet

Hamburg, 11..09.2018

Handlungsfelder zur ökonomischen Theorie

 Konfliktregion Südchinesisches Meer

 Herkunftsländer der Flüchtlingsströme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Öffentlichkeit findet sich sehr häufig ein – bisweilen wenig begründetes – Vorurteil, dass die Ökonomie Wurzel vielen Übels sei.
Ökonomiefeindliche „Sachbücher“ greifen dieses scheinbar populäre Argument auf und spitzen es in einzelnen Bereichen zu. In diesem Zusammenhang werden zum Beispiel die Auswirkungen der Banken-, Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008/2009 sehr häufig relativ undifferenziert in Verbindung gebracht. Dabei scheint die Ökonomie von einer unstillbaren Gier, oder genereller, von einem maßlosen Streben nach individuellen Vorteilen Einzelner gekennzeichnet zu sein. Getreu dem Motto: „Koste es, was es wolle.“

Auch die Politik trägt das Ihrige dazu bei

In jüngerer Vergangenheit greifen manche Politiker diese Einstellung und die scheinbar mit der Anwendung von Ökonomie zwangsläufig sich einstellenden Effekte strategisch auf und drohen mit Handels- oder Währungskriegen.

Theorie der externen Effekte

Das Seminar „Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive“ im Lehrgang Generalstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst National (LGAN) 2017 an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) hat diese und ähnliche Fragen aufgegriffen und untersuchte sie aus der Perspektive der Theorie der externen Effekte.

Zur Erklärung: Inwieweit kann denn die Ökonomie generell ursächlich für störende Entwicklungen sein? Wir nähern uns dieser Frage, indem wir einen zentralen Aspekt der ökonomischen Theorie, die Theorie der Externalitäten, beschreiben und an ausgewählten Beispielen hinsichtlich ihres Beitrags zu krisenhaften Entwicklungen analysieren. Nicht überraschen wird es den Leser, wenn das Fazit deutlich facettenreicher ausfällt als die angedeutete Pauschalkritik der ersten Zeilen dieses Artikels.

Ökonomie löst Knappheitssituationen

Ökonomie schafft es auf herausragende Weise, Knappheitssituationen effizient zu lösen. Dieses setzt aber die Berücksichtigung aller Kosten- und Nutzeneffekte voraus, was nur in einer vollständigen Wirtschaftsrechnung gelingt. Wird davon abgewichen, werden deutlich weniger effiziente Marktergebnisse realisiert. Dadurch können Probleme entstehen, die im Nachhinein auch unter Zuhilfenahme von Streitkräften bearbeitet werden müssen.

Staats- und Politikversagen

Das liegt dann aber grundsätzlich weniger am ökonomischen Verhalten per se als vielmehr an der Möglichkeit, unsanktioniert derartig agieren zu können. Mit anderen Worten: Es handelt sich somit vor allem um Staats- und Politikversagen anstatt um Markt- und damit Ökonomieversagen.

Impulse für weitere Debatten

In dem vollständigen Beitrag, der als Download bereitsteht, wird zunächst die Theorie von Externalitäten skizziert. Es werden politische und private Möglichkeiten aufgezeigt, wie diese beim Verursacher anzulasten (zu internalisieren) sind. Anschließend wird dieses Konzept auf sechs aktuelle Beispiele angewendet: Die sechs Abschnitte wurden von jeweils einer Arbeitsgruppe im Rahmen des Seminars „Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive“ erarbeitet und innerhalb der Gruppen und in Seminarpräsentationen kontrovers diskutiert. Der vorliegende Beitrag soll Impulse für weitere Debatten geben. Er soll auch die eingangs aufgeworfene pauschale Ökonomiekritik relativieren, ergebnisorientiert auch ökonomische Prozesse durchdringen und in konstruktive Bahnen lenken.

 

->Den vollständigen Aufsatz finden Sie hier.<-