Autor: Stefan Kilian; Fotos: Stefanie Petersen

Hamburg, 26.07.2018

Gemeinsame Vorfreude: Stefan Killian und Stefanie Petersen angekommen in Österreich

Schwimmstart im Morgengrauen

Der erste Bergpass geschafft…Zeit zum Auslockern der Beine

 

 

 

 

Major Stefan Killian ist Teilnehmer des Lehrgangs für Generalstabs- und Admiralstabsdienst National 2016. Sein Arbeitsalltag spielt sich demnach normalerweise im Hörsaal ab – Vorträge, Seminare und diverse Übungen prägen den Dienst. Eine Ausnahme bildete der Austria Extreme Triathlon am 23.06.2018: eine Herausforderung der besonderen Art - quer durch Österreich über 3,8km Flussschwimmen bei 12° Wassertemperatur, 211 Kilometer und 3500 Höhenmetern Radfahren sowie 44km und 1900 Hm Laufen…ein Ironman!

Vorbereitung ist alles

Mit einer Vorbereitungszeit von ca. neun Monaten startete Kilian für die Führungsakademie der Bundeswehr mit einer wöchentlichen Trainingseinheit von 15-20 Stunden für die drei Teildisziplinen. „Während der gesamten Vorbereitung erhielt ich von Vorgesetzten sowie dem Fachzentrum Sport umfassende Unterstützung, bei der Gestaltung des individuellen Trainings genauso wie in Verbindung mit der vorhandenen Auswahl an Sportmöglichkeiten an der Akademie“, so Stefan Killian.

Hamburg – Graz und zurück

Mit einer An- und  Abreise von knapp 1200 km bis an die slowenische Grenze sowie der notwendigen Organisation von Material und Verpflegung begann der Triathlon schon mehrere Wochen vorher. Ohne die Unterstützung durch Kapitänleutnant Stefanie Petersen vor und vor allem während des Rennens eine unlösbare Aufgabe. Die Unterstützer der Athleten übernahmen bei diesem Wettkampf die komplette Versorgung sowie den technischen Support während des Rennens. Außerdem absolvierten sie selbst auch den letzten Streckenabschnitt bis ins Ziel.

Auf der Strecke und körperlich…ein Auf und Ab

Nach dem Start um 04:30 Uhr bei völliger Dunkelheit beendete Major Killian das Schwimmen in hervorragenden 1:09 Stunden, davon die Hälfte gegen die Strömung des Flusses Mur. Gefolgt vom Wechsel auf die Radstrecke. Zuerst 54 km flaches „Einrollen“ und anschließend über vier Bergpässe. So weit so gut. Kein Defekt, die Kräfte gut eingeteilt und das Wetter gut. Nur der kalte Gegenwind deutete auf einen Wetterumschwung hin. Und so begann der tatsächliche Kampf gegen Kopf und Körper auf der Laufstrecke.

DNF (Did not finish) is no option

Gezeichnet vom Wetter und Magenproblemen galt es schließlich, gemeinsam mit seiner Betreuerin die letzten 17 Kilometer und knapp 2000 Höhenmeter bergauf in Richtung Dachstein zu bewältigen. „Als wäre das Rennen an sich nicht schon extrem genug, zeigte uns auch der Berg nochmal seine Schattenseite“, so  Petersen. Um 22:19 Uhr schließlich, bei nur mehr 4 Grad, starkem Wind und Schneeregen nahmen die Strapazen mit Kuhglockenläuten im Ziel ihr Ende.

Finishen nur gemeinsam möglich

„Mit etwas mehr als 17 Stunden und den Witterungsbedingungen definitiv ein Extremwettkampf der besonderen Art. Aber der Zieleinlauf zusammen mit meiner Partnerin war jede Sekunde des Trainings und Wettkampfes wert“, war sich Killian nach dem Rennen sicher.