Autor: Jens Landau; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 24.10.2016

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Eröffnung der Abendveranstaltung durch Admiral Stawitzki

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Das tiefste Blechblasinstrument - die Tuba

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Fregattenkapitän Friedrich Szepansky führte musikalisch durch den Abend

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Informationskonzertes an der Führungsakademie der Bundeswehr präsentierte sich das Marinemusikkorps Kiel vor dem LGAN 2015 sowie zahlreichen Gästen der Akademie mit all ihren Facetten. Vom akustischen Signal für den Infanteristen vergangener Zeiten, über tradierte militärische Zeremonielle, bis hin zu aktuellen Musikstücken reichte das umfangreiche Repertoire der Profimusiker.

Der Kommandeur der Führungsakademie, Herr Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, begrüßte im Manfred Wörner Zentrum etwa 180 Gäste mit den Worten „Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde“ zum diesjährigen Informationskonzert. Dabei zitierte er nicht etwa den preußischen Heeresreformer Clausewitz, sondern den Physiker Albert Einstein mit einem eher provokanten Zitat zum Marschieren unter den Klängen von Pauken und Trompeten . Seine hiervon abweichende persönliche Einstellung zur Militärmusik verdeutlichte er in der Folge: „Die Militärmusik ist wesentlicher Teil unserer Tradition und prägt maßgeblich unser soldatisches Selbstverständnis“.

Doch was ist überhaupt Militärmusik? „Der Taktgeber für den Marsch“. „Ein Mittel zur Befehlsgebung“. „Motivation für die Truppe“. „In erster Linie Musik“. Die Meinungen des Publikums waren vielfältig. Die Lehrvorführung des Marinemusikkorps, eine Mischung aus klingendem Spiel, geschichtlichem Lehrgespräch sowie der Vorführung der verschiedenen Einsatzformen eines Musikkorps der Bundeswehr, gab hierauf die Antworten. In der zweistündigen Veranstaltung erläuterte der Leiter des Musikkorps, Herr Fregattenkapitän Friedrich Szepansky, ausgewählte Entwicklungslinien der Geschichte der Militärmusik und ließ seine Musiker dabei immer wieder Ausschnitte ihres Könnens präsentieren.

Die Gäste wurden dabei nicht nur emotional angesprochen, sondern lernten quasi im Vorbeimarsch die Einsatzformen, Anforderungen und Aufgaben der Militärmusiker kennen. Dass Militärmusik mehr als der musikalische Rahmen für militärische Zeremonielle und Feiern ist und nicht nur dem Einmarsch militärischer Formationen dient (sogenannte Dienstmusik), wurde spätestens im zweiten Teil der Lehrvorführung, dem eigentlichen Konzert, allen bewusst.

Die Militärmusik dient auch der Öffentlichkeitsarbeit und schlichtweg der Unterhaltung. Mit eher überraschenden Stücken aus dem Dschungelbuch oder der Filmmusik zu Batman aus dem aktuellen Programm „Tierisch gut“ der Kieler Musiker, gelang letzteres gleichermaßen vortrefflich wie mit den gewohnten Klängen des Marsches des York`schen Korps oder der Lili Marleen. Der rhythmische Abschluss des Abends oblag dann aber dem Publikum. Im Rahmen eines durch den Akademiekommandeur angestimmten „Kutterläufers“ zollten die zahlreichen taktsicheren Gäste den Musikern ihren Respekt und dankten für den Abend. Herr Flottillenadmiral Stawitzki bewertete in seinen abschließenden Worten den Abend als „Sternstunde nachhaltiger Ausbildung“. Er stellte heraus, dass die Führung von Menschen nicht nur Kopf und Verstand verlange, „sondern auch viel Herz und Seele“.