decoration / Dekoration

Akademischer Austausch über den fernen Osten

decoration / Dekoration

Admiral Schneider (M.) mit den Professoren Gareis und Staack

decoration / Dekoration

Der stellvertretende Kommandeur führt in die Thematik ein

decoration / Dekoration

Die Chinesische Mauer - Sinnbild für die vielschichtige Geschichte des Landes

Die Jahreskonferenz des Wissenschaftlichen Forums für Internationale
Sicherheit (WIFIS) fand dieses Mal mit dem Titel „China, Indien und
die koreanische Halbinsel – Kooperation und Konflikt“ an der
Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg statt. Da die Region
Ostasien immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, sei es
aufgrund der nordkoreanischen Atomwaffentests oder der Spannungen
zwischen China und seinen Anrainerstaaten im Südchinesischen Meer,
hätte das Thema kaum besser gewählt sein können. WIFIS verfolgt das
Ziel, wissenschaftliche Untersuchungen auf dem Gebiet der Sicherheits-
und Verteidigungspolitik zu fördern und zu veröffentlichen. Es
leistet so einen Beitrag dazu, den Dialog zwischen Wissenschaft,
Streitkräften und Gesellschaft zu intensivieren.

Chinas Streben zur Weltmacht

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Kommandeur der
Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, führte
WIFIS-Präses Professor Michael Staack in die Gesamtthematik ein. Er
umriss die Grundzüge der deutschen Ostasien-Politik: Ziel ist eine
regionale Ordnung kooperativer Sicherheit und nicht ein
„Containment“ Chinas. Aufstrebende Mächte wie China sollten immer
stärker in die Gestaltung der regelbasierten internationalen Ordnung
eingebunden werden. „Diese Ordnung müsse sich aber auch als
reformfähig erweisen“, so Staack. Deutschland sei im
asiatisch-pazifischen Raum kein Verbündeter der USA und der „Pivot
to Asia“ eine nationale amerikanische Strategie.

Kooperation im Fokus

Professor Sven Bernhard Gareis vom George C. Marshall European Center
for Security Studies betrachtete die Entwicklung der chinesischen
Außenpolitik unter Präsident Xi Jinping. Im Gegensatz zu seinen
Vorgängern verfolgt Xi Jimping laut Gareis offen das Ziel, China bis
zur Mitte des 21. Jahrhunderts wieder auf einen Platz unter den
führenden Mächten der Welt zu bringen, diesen hatte das Reich der
Mitte jahrhundertelang inne. Gareis leitete daraus die Fragen ab:
„Wie wird China seinen Weltmachtstatus versuchen wiederzuerlangen -
kooperativ oder konfrontativ? Und wie werden die anderen Mächte auf
Chinas weiteren Aufstieg und die veränderte Außenpolitik
reagieren?“ Angesichts seiner Abhängigkeit von einem stabilen
regionalen und globalen Umfeld erwartet Gareis hier ein eher
kooperatives Verhalten Chinas.

Großes Interesse für entfernte Welten

Als Vertreter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) ging Dr.
Michael Paul auf die rasant vor sich gehenden Entwicklungen im
Südchinesischen Meer ein. Die Rolle von Think Tanks erläuterte Dr.
Anastasiya Bayok. Dr. Sandra Destradi vom German Institute of Global
and Area Studies - Institut für Asienstudien – fokussierte in ihrem
Vortrag Indien und ging der Frage nach, ob der Subkontinent in seiner
Region ein zögerlicher Hegemon sei. Viele weitere Themen standen auf
der breitgefächerten, sorgfältig ausgewählten Agenda. Die
Teilnehmer haben die Konferenz mit regem Interesse verfolgt. Unter den
zahlreichen Gästen waren auch der Generalkonsul Indiens, der
stellvertretende Generalkonsul Chinas und eine Vertreterin des
Generalkonsulats der Republik Korea in der Freien und Hansestadt
Hamburg. Die Führungsakademie hat sich gefreut, durch diesen
interaktiven Austausch zu mehr Verständnis für die Region
beizutragen.

Fotos: Laura Clayborn; Internet