Autor: Sven Erich Scharnitzki und Christiane Rodenbücher; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 26.06.2018

 

 


 Lehre und Lernen in traditionellen Gebäuden


Intensive Arbeit in Kleingruppen


Innovatives Denken mit LEGO-Serious Play


Lehrgangsteilnehmer stellen Arbeitsergebnisse vor


Fit für künftige Führungsaufgaben

Seit Jahrzehnten bildet die Studienphase den Abschluss und Höhepunkt des Generalstabsdienst-/Admiralstabsdienstlehrgangs (LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Die Lehrgangsteilnehmer bearbeiten am Ende ihrer zweijährigen Ausbildung in Hamburg immer ein militär- oder sicherheitspolitisches Thema. Dieses Jahr sieht die Studienphase anders aus. Der LGAN trägt dieses Jahr erstmals zu strategischen Analysen als Teil der Denkfabrik bei, die die FüAkBw gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr im Auftrag der Bundesverteidigungsministerin etabliert. Der Think Tank wird am folgenden Samstag durch die Bundesverteidigungsministerin in Hamburg eingeweiht und heißt German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS).

Beratung auf höchster Ebene

Eine der wichtigsten Aufgaben der Denkfabrik wird die Beratung der Entscheidungsträger im Bundesministerium der Verteidigung und auch außerhalb des eigenen Ressorts sein. Die Auswahl der zu bearbeitenden Themen durch die Denkfabrik kann dabei, neben einem konkreten Auftrag durch die Bundesregierung, durch Vorschläge aus den eigenen Reihen der Führungsakademie, durch Anfragen aus dem Verteidigungsministerium oder durch anderweitige Beauftragung erfolgen. „Wir wollen dem Wissen unserer Lehrgangsteilnehmer, aber auch der Dozenten mehr Struktur und Relevanz geben – letztlich, mehr ‚Gehör verschaffen‘“, erklärt der Kommandeur der Führungsakademie, Brigadegeneral Oliver Kohl. „Es kann nicht sein, dass so viel Expertise in den Bibliotheken schlummert – hier wollen wir mit einem aktiven Wissensmanagement entgegen wirken.“

Kernauftrag bleibt erhalten

Der Kernauftrag Aus-, Fort- und Weiterbildung behält weiterhin seine Gültigkeit. Dieser Fokus korrespondiert auch mit dem Thema 2018: Die diesjährige strategische Analyse behandelt das Thema „Einsatzbereite Kräfte“ als Schwerpunkt. Hierzu hat der LGAN 2016 vier Untergruppen eingerichtet, welche sich zukunftsorientiert mit den Bereichen der Nachwuchsgewinnung, der Neugestaltung der Offizierausbildung, der Logistik sowie der vernetzten Operationsführung beschäftigen. Eine derart komplexe Aufgabenstellung kann nicht alleine durch die Lehrgangsteilnehmer eines LGAN bewältigt werden. Daher unterstützen, wie in jedem Jahr, sämtliche Fakultäten und Bereiche der Führungsakademie den LGAN.

Hochrangige Besucher

Die große Wertschätzung dieses Vorhabens wird durch den hochrangigen Teilnehmerkreis deutlich, der am Donnerstag, 28. Juni 2018, zur Präsentation der Ergebnisse nach Hamburg kommt. Unter der Leitung des Generalinspekteurs der Bundeswehr werden etwa hundert Spitzenvertreter der Bundeswehr, die weltweit eingesetzt sind, extra nach Hamburg anreisen, um dieser Veranstaltung beizuwohnen. „Das schätze ich sehr, dass so viele Generale und Admirale wie auch vergleichbare zivile Verantwortungsträger so zahlreich erscheinen – das hat auf der einen Seite mit Wertschätzung gegenüber den Lehrgangsteilnehmenden und Dozenten zu tun“, erklärt General Kohl. „Auf der anderen Seite stellt dieses Jahr der erstmalig beabsichtigte deutlichere Output-Charakter im Sinne der Denkfabrik eine erhebliche Veränderung dar.“

Missionen fordern Ressourcen

Das Analysethema des LGAN, „Einsatzbereite Kräfte“, ist in verschiedene Unterthemen gegliedert. Eines lautet Personalgewinnung. Das zweite dreht sich um Digitalisierung der Streitkräfte. Die weiteren behandeln Logistik sowie Optimierte Ofiizierausbildung. Für Details klicken Sie bitte folgenden vier Links an.

I. Personalgewinnung im Fokus

II. ,,Netzwerkzentrierte Operationsführung"

III. Logistik im Fokus

IV. Neugestaltung der Offizierausbildung

 

Komplexität greifbar machen

Die Themenauswahl des LGAN wurde durch das Projekt „Konzeption und Weiterentwicklung“ im Rahmen der Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer der Luftwaffe angeregt. Als Auftaktveranstaltung wurde mit der Methode LEGO-Serious-Play gearbeitet. Der Vorteil dieser Methode: In einem ersten Schritt wird durch kleine Aufgabestellungen, wie beispielsweise „Bauen Sie ihre digitale Führungspersönlichkeit“, die Kreativität von Menschen gefördert. In weiteren Schritten wird die Komplexität eines Themas greifbar gemacht. Daraus sind mögliche Visionen entstanden, sich auf der Basis innovativen Denkens neuen Perspektiven zu öffnen und Themen mit veränderter Sicht ergebnisoffen anzugehen. „Das Unmögliche denken – die Lehrgangsteilnehmer beweisen auch dieses Jahr wieder mit ihren Themen, Herangehensweisen an Inhalte und ihrer expertisereichen wie erfrischenden Art, dass sie eine Menge in den zwei Jahren gelernt und umgesetzt haben“, freut sich General Kohl.