Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: ASW / fueakbw

Hamburg, 20.12.2016

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Seminarteilnehmer aus ganz Deutschland folgen dem vielschichtigen Vortrag der SWP-Referentin

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Bilaterale Zusammenarbeit an der FüAK: Admiral Schneider mit Generalmajor Fernando Rodrigues Goulart

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General Hambach ehrt brasilianische Lehrgangsteilnehmer

"Chancen und Herausforderungen für deutsche Unternehmen in Brasilien" - zu einem Workshop mit diesem Thema hatten die Kooperationspartner Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) der Deutschen Handelskammer und die Führungsakademie nach Berlin eingeladen. Brigadegeneral Thomas Hambach und Jens Wolter, Vorsitzender des ASW, begrüßten die Teilnehmer aus der deutschen Wirtschaft sowie der Hamburger Akademie, die ein spannendes und vielseitiges Programm in Form von Vorträgen aus den Bereichen Sicherheitspolitik, Wirtschaft und Konzernsicherheit miterlebt haben. „Ich schätze diese Seminarreihe sehr“, sagte General Hambach, „weil sie für alle Teilnehmenden eine Perspektivenvielfalt und damit neue und wertvolle Erkenntnisse über ein Länder-Thema ermöglicht.“

Notwendiger Reformbedarf

Es ist mittlerweile der vierte gemeinsame Workshop. Ukraine, Türkei, Iran und Brasilien standen bisher auf der Agenda. Gerd Kugler, First Vice President der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), hatte hierzu in seine Niederlassung in der Berliner Charlottenstraße eingeladen. Dr. Claudia Zilla von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Forschungsgruppe Amerika, nahm durch ihre profunden Kenntnisse des Landes eine multiperspektivische Einordnung der politischen Situation und der Entwicklungsmöglichkeiten des Landes vor. Die politische und wirtschaftliche Situation, so die Referentin, tragen zur Unzufriedenheit der Bevölkerung bei, große Armut und Arbeitslosigkeit sorgen für wenig Rückhalt der politischen Führung. Eine ganze Reihe von Ursachen liegen laut Zilla der aktuellen Krise Brasiliens zugrunde, das vor kurzem noch mit hohen Wachstumsraten positiv auf sich aufmerksam machte. „Politikwandel und institutionelle Reformen sind nötig.“

Stabile bilaterale Beziehungen

OTL i.G. Christof Spendlinger, Dozent an der FüAK, berichtete über die außen- und sicherheitspolitische Lage. Ausgehend von einer geopolitischen Einordnung führte sein Vortrag über das Selbstverständnis Brasiliens als Regionalmacht und einen Exkurs zu seinen Streitkräften und ihrer Rolle hin zu den gewachsenen militärpolitischen Beziehungen, die ihren Ausdruck in einem inzwischen umfangreichen bilateralen Jahresprogramm, darunter auch der regelmäßigen Teilnahme brasilianischer Offiziere am Internationalen Generalstabslehrgang an unserer Akademie, finden.

Sicherheit aus Konzernsicht

Carsten Sandhop, Büroleiter der KfW Entwicklungsbank in Brasilia, und Thiemo Kapffer von der Konzernsicherheit der Continental AG berichteten abschließend über die Analyse von Sicherheit in dem südamerikanischen Land und dem Umgang der Bank respektive des Unternehmens mit den Ergebnissen der Analyse. Es war spannend zu erfahren, wie die beiden Institutionen ihren Mitarbeitern vor Ort Sicherheitsmanagement vor Ort antrainieren und entsprechende Werkzeuge für die Bewältigung der Sicherheitsherausforderungen an die Hand geben. Die insgesamt zwanzig Teilnehmer diskutierten die präsentierten Vorträge und bestätigten im Anschluss an die Veranstaltung einhellig: ein exzellentes Format, sich einem Land aus verschiedenen Perspektiven anzunähern. Daher wird die Reihe mit Sicherheit in naher Zukunft eine Fortsetzung erfahren.