Autor: Frank Magnus; Fotografin: Katharina Junge / Bundeswehr

Hamburg, 01.11.2016

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General Halbauer berichtet über seine Erfahrungen im 1. Deutsch - Niederländischen Korps in Münster

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Aus der Praxis für die Praxis: realistischer Vortrag für die Teilnehmer des Generalstabslehrgangs

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Die Rolle des Korps gestern und heute

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General Halbauer im Blitzgewitter der Medien

Tiefe Einblicke, spannende Zusammenhänge: Generalleutnant a. D. Volker Halbauer, 2013 bis 2016 Kommandierender General des 1. Deutsch-Niederländischen Korps in Münster, hat vor den 50 Heeresuniformträgern des Lehrgangs General-/Admiralstabsdienst 2015 zur Führungsebene „Korps“ und der Rolle eines Kommandeurs vorgetragen. Der Bereich Heer lädt traditionell zum Auftakt dieses Ausbildungsblocks einen ehemaligen Kommandierenden General eines Korps als Vortragenden ein, um den Lehrgangsteilnehmern einen authentischen Eindruck von einer Führungsebene zu geben, auf der die wenigsten bislang eingesetzt waren.

Vielfältige Aufgaben

General Halbauer orientierte sich in seinem Vortrag an drei Leitfragen: Was sind Korps, was können Korps und was brauchen sie, um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Zunächst stellte er fest, dass alle neun Korps der NATO verschieden sind, man bei näherer Betrachtung jedoch immer mehr Gemeinsamkeiten feststellen kann. Mögen Gliederung und Ausrichtung auch verschieden sein, die Sprache aller Korps ist die Prozessordnung mit dem Namen Comprehensive Operations Planning Directive (COPD).

Miteinander stark

Als Scharnier von der operativen zur taktischen Ebene forderte General Halbauer die jungen Kameraden auf: „Aus den weichen Begriffen müssen konkrete Aufträge und Aufgaben für die unterstellten Divisionen und Brigaden werden, das ist mehr, als nur die Karte vom Maßstab 1:500.000 auf 1:100.000 umzubrechen – und das Ganze natürlich in einem multinationalen Hauptquartier mit den Stärken und Schwächen eines jeden Partners.“

Großer Wandel in kurzer Zeit

General Halbauer hob den Wandel des Korps in den letzten Jahren hervor. Wichtig für ein Korps war bisher vor allem Einsatzrelevanz. 2014 hat sich die Welt geändert: Besetzung der Krim und der Ostukraine. 2015: Die Zertifzierung des 1. Deutsch-Niederländischen Korps als NATO Response Force Verband fand deshalb 2015 unter völlig neuen Bedingungen statt. Künftig erwartet General Halbauer für die Korps eine Rückbesinnung auf ihren ureigenen Auftrag als Korps mit erhöhter Einsatzbereitschaft. Für den künftigen Generalstabsdienstoffizier bedeutet dies ein Höchstmaß an geistiger Flexibilität, da alle Funktionen einen anderen Stab und andere Prozesse verlangen.

Üben in der Realität

Punkt drei: Fähigkeiten. „Der Stab muss den Brückenschlag von der operativen zur taktischen Ebene beherrschen, und das in jedem möglichen Szenar“, betonte General Halbauer. Das Üben mit Power-Point genügt nicht als Vorbereitung, die Karte mit realistischem Maßstab rückt zunehmend in den Vordergrund. Voraussetzung für diese Fähigkeiten ist vornehmlich die Ausbildung, diese beginnt beim Kommandierenden General und endet beim Gefreiten.

Blick Richtung Zukunft

„Planen und Durchführen von Übungen ist Ihre Aufgabe als Generalstabsdienstoffizier, denn nur was man auch real gemacht hat, kann man am Ende.“ Der Vortrag regte zu vielen neuen Denkanstößen für die Lehrgangsteilnehmer und Dozenten an. General Halbauer gelang es, nicht nur auf Vergangenes zu blicken, sondern den künftigen Generalstabsdienstoffizier damit zu konfrontieren, was in absehbarer Zukunft tatsächlich auf ihn zukommt. Eine große Bereicherung für das künftige Führungspersonal.