Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 04.11.2016

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,,Ein Pfund, mit dem wir wuchern können": Verteidigungsministerin gibt Kommandeur Stawitzki Auftrag zum Ausbau der Führungsakademie

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Offener Austausch: Ursula von der Leyen beantwortet Fragen der Lehrgangsteilnehmer

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Eintrag ins Gästebuch der Führungsakademie

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Vertraute Gespräche: Bundesverteidigungsministerin im Dienstzimmer des Kommandeurs

„Zeitgemäße Führung“ und „Kompetenzorientierte Ausbildung“: Die Bundesministerin der Verteidigung hat diese Themen bei ihrem Besuch an der Führungsakademie der Bundeswehr in den Mittelpunkt gestellt. Die Führungsakademie soll einen höheren Stellenwert in der Ausbildung erfahren. „Ich möchte, dass sich die Führungsakademie weiter entwickelt“, sagte Ursula von der Leyen vor dem Stammpersonal und den Lehrgangsteilnehmern in Hamburg.

Entscheidender Faktor: Mensch

„In Sachen Führung ist die Bundeswehr weit vorn, die Führungsakademie ist ein Pfund, mit dem wir ganz gewaltig wuchern können“, erklärte die Verteidigungsministerin. Sicherheitslage, Digitalisierung, demographischer Wandel und viele weitere Rahmenbedingungen verlangen von der Bundeswehr, sich stetig auf neue Situationen einzustellen. Der Veränderungsdruck ist enorm. Die Bundeswehr hat sich all diesen Herausforderungen erfolgreich gestellt. „Der entscheidende Faktor dabei ist der Mensch, wir werden nur bestehen können, wenn es uns gelingt, hervorragend ausgebildete Kräfte langfristig zu gewinnen.“

Bedeutungszuwachs

Die Bundesministerin der Verteidigung setzt ihren Gestaltungsanspruch mit klaren Maßstäben um: Die Führungsakademie erlangt dadurch eine gesteigerte Bedeutung, dass sie dem Generalinspekteur der Bundeswehr direkt unterstellt wird. Darüber hinaus wird der Kommandeur der Führungsakademie mit der Einrichtung einer Konzeptions- und Planungsgruppe für die Weiterentwicklung der Akademie beauftragt. Im Fokus steht der Mensch: „Die Lehrgangsteilnehmer sind der Motor der Führungsakademie.“

Moderner Think Tank

Die in der Akademie vorhandene Expertise der Lehrgangsteilnehmer soll verstärkt einbezogen werden. Denn die Ministerin stellt berechtigt fest: „Wenn sich Anspruch und Inhalt der Lehre ändern sollen, dann muss sich auch die Vermittlung weiter entwickeln.“ Die Führungsakademie soll außerdem zu einem Think Tank entwickelt werden, der zur Strategiefähigkeit der Bundeswehr und der Bundesregierung beiträgt.

Vielschichtige Anforderungen

Das Aufgabenprofil eines angehenden Generalstabsoffiziers ist vielfältig. Der versierte militärische Fachmann steht an erster Stelle. Eng verwoben mit nationalen und internationalen Partnern, Partnern in zivil und in Uniform, in stetem Kontakt mit der Gesellschaft. Zum anderen das Führen, Planen und Beraten in einem bundeswehrgemeinsamen Umfeld. Außerdem werden Frauen und Männer, Soldatinnen und Soldaten gebraucht, die Entscheidungen treffen können und wollen, die verlässlich, nachvollziehbar, transparent und fachlich richtig sind. „Die Königsdisziplin sind aber die Kompetenzen in der Menschenführung“, betonte Ursula von der Leyen. „Die Führungsakademie ist die Schmiede unserer Führungselite.“

Kultur, Kompetenz, Kritik

Zuletzt appellierte die Bundesministerin der Verteidigung an die Kultur an der Akademie, „eine Kultur getragen von Innovation, Kompetenz und vom Willen zur operativen Exzellenz, zugleich aber auch der kritischen Selbstreflexion und der konstruktiven Fehlerkultur sowie des respektvollen Umgangs miteinander“. Eine neue Zeit beginnt.