Autor: Daniel Eisenbrqaun und Christiane Rodenbücher; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 08.11.2016

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Seite an Seite: Irakische Streitkräfte mit Peschmerga an der Führungsakademie

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Eindrucksvolle Informationen aus dem Irak

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Mehr als 300 Personen beim gemeinsamen Vortrag

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Gelebte Gastfreundschaft nach der Präsentation

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Kulinarische Spezialitäten aus dem Land an Euphrat und Tigris

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Offiziere verschiedener Nationen weiterhin im Austausch

„Das ist schon etwas Besonderes, ein großer Informationstag zum Thema Irak, das hatten wir noch nie. Im Irak kämpfen gerade irakische Einsatztruppen, Peschmerga und weitere Koalitionstruppen gegen den Islamischen Staat. Uns allen ist bewusst, in welch ernster Lage sich das Land befindet, wir alle leiden mit diesem Land“, sagt der stellverstretende Kommandeur der Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, in seiner Einführung zur Informationsveranstaltung über das Land am Euphrat und Tigris. Deutschland pflegt seit langer Zeit militärische Kontakte zu dem Zweistromland. Die Bundeswehr unterstützt die Peschmerga im Rahmen der NATO-Ausbildungspartnerschaft. Seitdem nehmen regelmäßig irakische Offiziere an der internationalen Generalstabsausbildung teil.

Gemeinsam stark

Auf dem Podium der Führungsakademie stehen vier Vortragende. Unter diesen Soldaten befindet sich ein Angehöriger des Militärs der autonomen Region Kurdistan, ein Perschmerga. Die anderen drei sind Angehörige der irakischen Armee. Das ist ein ganz außergewöhnliches Ereignis für die Führungsakademie der Bundeswehr und für die geladenen Gäste und Lehrgangsteilnehmer des großen nationalen Informationstages.

Neues Bewusstsein

„Jeder, dem das Wort Irak in den Sinn kommt, hat vor seinen Augen diese Bilder“, sagt Hauptmann Al-Jawdah: Auf die Leinwand werden Fotos projiziert, die das Ausmaß der jüngsten Not deutlich unterstreichen. Mit Schwermut erzählt er von den Konsequenzen, die das Land in der Vergangenheit bis hin zur Gegenwart stark beeinträchtigt haben. Dennoch schaut der Hauptmann der irakischen Streitkräfte in seinem Vortrag in eine optimistische Zukunft. „Wenn Sie am Ende des Tages ein vielfältigeres Bild vom Irak bekommen, ist unser Ziel erreicht.“

Land und Leute

„Im Irak leben 37 Millionen Menschen, welche sich aus 69 Prozent Arabern, 19 Prozent Kurden und 12 Prozent Ausgehörigen anderer Volksgruppen zusammensetzen“, beschreibt der Vortragende. Die Iraker sind im Durchschnitt 20 Jahre alt. Bei einem Bevölkerungswachstum von 2,6 Prozent lässt sich ableiten, dass das Land eine junge und dynamische Bevölkerung besitzt. Im Irak sind 95 Prozent der Bevölkerung Muslime und 5 Prozent Christen. Hauptmann Al-Jawdah betont in seinem Vortrag, wie wichtig die letzte Verfassungsänderung für die Religionsfreiheit des Landes ist und schließt seinen Redebeitrag mit den Worten: „Trotz vieler verschiedener Ethnien und Religionen fühlen wir uns alle als Iraker und sagen mit Stolz: Wir alle sind der Irak.“

Seite an Seite

Die Peschmerga, auch als „die dem Tod ins Auge Sehenden“ bezeichnet, wurden als Einsatztruppe ebenfalls vorgestellt. Das Besondere: Frauen werden seit 1996 in dieser speziellen Streitkraft ausgebildet und eingesetzt. Sie beteiligen sich am Kampf gegen den Terrorismus und unterstützen dadurch die irakischen Streitkräfte bei der Rückeroberung des Landes.

Kulinarischer Ausklang

Flottillenadmiral Karsten Schneider bedankte sich im Anschluss an den Vortrag bei den Vortragenden Hauptmann Ali Hussein Ali Al-Jawdah, Hauptmann Bzhar Abdulkhaleq Khidhir, Hauptmann Rebar Saleem und Major Khalid Hatem Al-Quasi im Namen der Zuschauer für diesen informativen Ausflug. Die Herausforderungen aktueller Krisen und Konflikte, insbesondere des internationalen Terrorismus, lassen sich nur gemeinsam im Rahmen der Weltgemeinschaft lösen – die Führungsakademie leistet hierbei einen Beitrag zur Völkerverständigung. Im Anschluss an die hervorragende Veranstaltung gab es für die Teilnehmer und Ehrengäste die Gelegenheit, landestypische Spezialitäten bei anregenden Gesprächen zu genießen.