Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive

Autor: Stefan Bayer ; Fotos: Bundeswehr / Internet

Hamburg, 24.05.2017

Handlungsfelder zur ökonomischen Theorie

 Konfliktregion Südchinesisches Meer

 Herkunftsländer der Flüchtlingsströme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inwieweit kann wirtschaftliches Handeln generell Verursacher für störende Entwicklungen sein? Wie wirken sich wirtschaftliche Aktivitäten auf Dritte aus? Diese und weitere Fragen hat der Generalstabs- und Admiralstabslehrgang 2015 (LGAN) im Seminar ,,Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive“ aufgegriffen.

Zentrale Aspekte der ökonomischen Theorie

Begrenzt vorhandene Güter und Ressourcen in dieser Welt möglichst effizient einzusetzen, ist die Kernfrage, mit der sich die ökonomische Wissenschaft beschäftigt. Damit das bestmöglich gelingt und dabei die Bedürfnisse aller befriedigt werden, gilt es zugleich, alle Kosten- und Nutzeneffekte zu berücksichtigen. In einer vollkommenen Wirtschaftsordnung ist dieses theoretisch möglich. Wird davon abgewichen und kommt es dabei zu einer weniger effizienten Verteilung der Güter, können Probleme entstehen, die im Nachhinein auch unter Zuhilfenahme von Streitkräften bearbeitet gelöst werden müssen. Das liegt dann aber grundsätzlich weniger an ökonomischem Verhalten der Marktteilnehmer als vielmehr daran, dass keine Sanktionen bestehen, die dafür sorgen, dass eine effiziente, ökonomische Verteilung der Güter und Ressourcen erfolgen kann. Mit anderen Worten: Es handelt sich somit vor allem um Staats- statt um Marktversagen.

Konflikte und Resultate

Das Seminar ,,Krisenbearbeitung aus ökonomischer Perspektive“ hat sich mit den Auswirkungen von positiven und negativen externen Effekten auf die krisenhafte Entwicklung im internationalen Kontext beschäftigt. Wenn menschliche Handlungen positive oder negative Auswirkungen auf unbeteiligte Dritte nach sich ziehen, entstehen Kosten, die von anderen getragen werden müssen. Negative externe Effekte verursachen externe Kosten, die zu externen Schäden führen. Aus positiven externen Effekten resultieren externe Vorteile. Wird dabei zu viel zu billig oder zu wenig zu teuer produziert, so führt dieses zu Ungerechtigkeiten und damit zu (politischen) Handlungsnotwendigkeiten. Zudem können externe Effekte auch zu zusätzlichen Konflikten führen oder bestehende Konflikte verschärfen, so dass ökonomische Austauschprozesse auch unter dem Gesichtspunkt der Beurteilung einer Krise Relevanz aufweisen. In jedem Fall gilt: Die Existenz ökonomischer Kosten lässt sich politisch nicht wegdefinieren.

Konkrete Beispiele

Im Rahmen des Seminars beschäftigte sich ein Teil der LGAN-Teilnehmern 2015 mit der ökonomischen Theorie der externen Effekte und deren Auswirkungen auf die krisenhaften Entwicklungen im internationalen Kontext. Beurteilt wurde dabei die

- Konfliktregion Südchinesisches Meer

- externen Kosten und Konflikte am Beispiel der Arktis

- die Gefährdung der zukünftigen Verteidigungsfähigkeit Europas aufgrund national                      fokussierter Verteidigungs- und ineffizienter Rüstungspolitik

- die Migration als Externalität.

Den Teilnehmern wurde anhand der vier Anwendungsbeispiele anschaulich vermittelt, dass sich die Theorie der externen Effekte sich sehr gut zur Analyse von Krisenverläufen in unterschiedlichen Kontexten eignet. Lebhafte Diskussionen begleiteten die aufgezeigten Ergebnisse. Im Ergebnis bleibt festzuhalten: Das Seminar endete nicht mit dem Seminarende. Vielmehr gibt es Raum für vertiefende Überlegungen zur Beurteilung der Ursachen von Krisen.

 

-> Hier gelangen Sie zum umfassenden Seminarpapier<-