Autor: Ralf Heimrich ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 11.05.2017

Generalleutnant Warnecke über die aus dem Weißbuch 2016 resultierenden Aufgaben und Herausforderungen

Konzentrierte Teilnehmer folgen dem Vortrag - Strategische Steuerung der Einsätze der Bundeswehr

Das Auditorium erhält einen fundierten Einblick in die aktuelle Sicherheitslage im Ausland

 

 

 

Mit dieser Beschreibung umriss Generalleutnant Dieter Ernst Warnecke, der Abteilungsleiter Strategie und Einsatz (AL SE) im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, seinen Aufgabenbereich, als er am 9. Mai 2017 sein Lehrdeputat an der Führungsakademie der Bundeswehr vor dem Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst mit internationaler Beteiligung (LGAI 2016) und Stammpersonal der Akademie gehalten.

Herausforderungen der Zukunft

General Warnecke unterstrich in seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion, dass die Welt immer komplexer, volatiler und unberechenbarer geworden ist. Gleichzeitig auf uns einströmende symmetrische, asymmetrische und hybride Bedrohungen sowie Gefahren aus dem Cyberraum fordern die Bundeswehr massiv. Problemlagen seien nicht mehr getrennt voneinander zu betrachten, sondern entwickelten sich zunehmend parallel, verwoben und einender bedingend. Dieser strategischen Situation nachhaltig, vernetzt und in multilateraler Kooperation zu begegnen, ist aus dem Weißbuch 2016 abgeleitete Aufgabe der Bundeswehr. Die daraus erwachsenden Aufgaben in Einsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen fallen in General Warneckes Aufgabenbereich.

Umfangreicher Auftrag

Wenngleich derzeit die Zahl der im Ausland in Operationen und Missionen eingesetzten Soldaten geringer ist als zu Beginn des Jahrtausends, hat die Vielzahl kleinerer Einsätze, insbesondere aber der einsatzgleichen Verpflichtungen im Rahmen der Abschreckung in der NATO, die Herausforderungen für die Abteilung SE erhöht. Bezogen auf den Einsatz in Afghanistan wagte General Warnecke die Prognose, dass dort eine wichtige Aufgabe für die internationale Gemeinschaft erhalten bleibt – alles blickt dabei auf die diesbezüglichen Entscheidungen der USA. General Warnecke verdeutlichte, dass die in Afghanistan gewachsene ressortübergreifende Vernetzung immer besser funktioniert und dass wir zusammen mit unseren Partnern wichtige Arbeit leisten zum Fähigkeitsaufbau, zur Stabilisierung sowie zur Ertüchtigung.

Jederzeit und weltweit

Bezogen auf Afrika unterstrich General Warnecke, dass wir auf der Grundlage der afrikapolitischen Leitlinien der Bundesregierung die Aktivitäten nun besser bündeln können. Mali ist Fokus unserer Anstrengungen, wir sind durch unsere massiven Anstrengungen dort zu einem Schlüsselspieler in Afrika geworden. Ein noch umfassenderes Engagement in Afrika, zusammen mit Frankreich und anderen Partnern, könnte daraus erwachsen.

Erfolg in der Ägäis

Für den Mittelmeerraum beschrieb General Warnecke den Einsatz der EU „SOPHIA“ vor der Küste Libyens mit all den Problemen, die in der strukturellen Schwäche Libyens begründet liegen, was auch sehr negative Auswirkungen auf die Stabilisierung Malis und anderer Nachbarstaaten hat. Er beschrieb darüber hinaus den politisch überaus wichtigen, erfolgreichen Einsatz der NATO in der Ägäis, der die Migration nach Europa aus dieser Richtung nachhaltig eingedämmt hat.

Beratung aus erster Hand

Bezogen auf die Bekämpfung des Islamischen Staates zeigte sich General Warnecke überzeugt, dass die Koalition obsiegen wird. Zentral-Irak und die Peshmerga könnten auf fortgesetzte Unterstützung und Hilfe durch Deutschland und die Bundeswehr zählen. General Warnecke betonte abschließend, dass für uns eine Vielzahl von Bedrohungen näher gekommen sei. ,,Dies macht eine tägliche Neu-Bewertung der Sicherheitslage erforderlich, um dem Generalinspekteur und der politischen Leitung einen fundierten militärischen Ratschlag geben zu können."