Virtuelle und reale Welten treffen aufeinander

Autorin: Sophie Stange

Fotografen: Marie Kellermann, Sophie Stange, Anja Damerius

Der zwölfjährige Dajo setzte beim Tag der Bundeswehr die Virtual-Reality-Brille auf und tauchte in eine neue Welt ein.

Viele Gespräche wurden beim Tag der Bundeswehr geführt, so auch vor und nach den Vorträgen, die der Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI) präsentierte.

Wie stellen Sie sich den perfekten Chef vor? Mit dieser Frage beschäftigten sich Teilnehmer am Stand von „Lego Serious Play“.

Viele Informationen bekamen die Besucher auch am Stand von „Wargaming“. Bei diesem Spiel geht es um die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit im Internet.

 

 

 

 

Von einer Visualisierung einer Lage bis hin zu Vorbereitung und Liveverfolgung im Einsatz: Beim Tag der Bundeswehr konnte der digitale Lagetisch angeschaut werden.

Am Stand von „Lego Serious Play“ durften auch die kleinen Besucher mit Legobausteinen basteln.

 

Die Oberfähnriche Torben Vinte (links) und Fabian Gade (rechts) erklären sich anhand ihrer Lego-Figur gegenseitig, was sie von einer Führungskraft in Zukunft erwarten.

 

Der Fregattenkapitän Nattapol Sanguanpuak berichtete beim Tag der Bundeswehr über die aktuelle Lage in seinem Heimatland Thailand.

 

Mit einer Virtual-Reality-Brille in eine fremde Welt eintauchen, über mögliche Arten von Cyberangriffe nachdenken oder sich mit wenigen Handgriffen einfach den besten Chef aus Lego-Bausteinen bauen: Das alles und noch viel mehr konnten Besucher am 15. Juni beim Tag der Bundeswehr in der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr (HSU) ausprobieren. Denn auch die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) präsentierte sich an mehreren Ständen und informierte die Teilnehmer über die Ausbildung.

Führungsakademie der Bundeswehr steht an sechs Ständen Rede und Antwort

Was macht die Führungsakademie der Bundeswehr eigentlich? Wer wird ausgebildet? Und wie arbeitet eine Denkfabrik? Es sind Fragen, die an den insgesamt sechs Ständen der FüAkBw des Öfteren gestellt worden sind. Knapp 7.000 Besucher schlenderten am Tag der Bundeswehr von einem Stand zum nächsten, holten sich Informationen ein und gestalteten den Tag aktiv mit. Sie nahmen beispielsweise an den Tischen von „Lego Serious Play“, einer Methode, bei der auf eine spielerische Art und Weise Probleme bearbeitet und Leitbilder entwickelt werden können, oder dem strategischem Kartenspiel „Wargaming“ Platz und guckten sich den „digitalen Lagetisch“ an. Letzteres wurde vom Fraunhofer Institut entwickelt und dient dazu, mithilfe von beispielsweise Luftbildern eine Einsatzlage zu beurteilen. Zudem lauschten einige von ihnen den Vorträgen von Lehrgangsteilnehmenden des Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI).

Führungskräfte der Zukunft

Einen Blick in die Zukunft wagten auch die Besucher Oberfähnrich Fabian Gade und Oberfähnrich Torben Vinte bei „Lego Serious Play“. Die beiden Studenten der Bildungs- und Erziehungswissenschaften an der HSU beschäftigen sich mit der Frage „Was macht die Führungskraft in 2030 so erfolgreich?“. Gade und Vinte bauten mithilfe von Lego-Bausteinen den für sie perfekten Chef. Pro Frage, die ihnen gestellt wurden, hatten sie zehn Minuten Zeit. Danach mussten die Soldaten ihren Bau erklären. Die Einzelmodelle wurden anschließend in ein Gruppenmodel integriert.

„Die Fragen sind immer an die Zukunft gerichtet und nicht an die Vergangenheit“, erklärt der Dozent Führungslehre/Innere Führung an der FüAkBw, Oberstleutnant Kai Prüter. Besonders wichtig ist Fabian Gade in diesem Zusammenhang das Thema Mobilität, weswegen er seinem Modell einen fahrbaren Untersatz verpasste. „Es ist wichtig, mobil zu bleiben, weil sich die Welt schnell verändert. Sonst geht man unter“, so Gades Erklärung. Zudem sei die Führungskraft ein Teil der Gruppe. Angst vor dem Chef gäbe es nicht. „,Lego Serious Play‘ ist eine spannende Sache, weil man beim Bau der Figur kreativ sein muss und diese gleichzeitig in eine Geschichte einbaut“, fügt Vinte hinzu.

Blick der Bundeswehr auf verschiedene Regionen

Bei „Wargaming“ stand das Thema Cyberangriffe im Fokus. „Ich fand es spannend, zu erfahren, wie man seinen PC schützen kann“, sagt ein Besucher bevor er sich zu den Ländervorträgen aufmacht. Besonders der Blick der Bundeswehr auf die afrikanische Region interessiere ihn, sagt er. Einer, der an diesem Tag sein Heimatland präsentierte, ist der Lehrgangsteilnehmer und zugleich Fregattenkapitän Nattapol Sanguanpuak aus Thailand: „Ich bin sehr stolz, dass ich den Vortrag halten durfte.“

Doch nicht nur in fremde Länder konnten die Besucher eintauchen, auch in eine virtuelle Welt. Der zwölfjährige Dajo zeigte sich begeistert von der Virtual-Reality-Brille. „Das war richtig cool.“ Bestätigen kann das auch der achtjährige Besucher Emir, der ab und an auch zu Hause eine solche Brille aufsetzen darf. „Das macht Spaß“, so der Achtjährige.

Ein kurzweiliger Tag

Das Gespräch suchten Besucher auch über aktuelle Themen, wie die Lage im Iran. Zudem interessierten sich einige für das Weißbuch und die derzeitige Forschung. Zufrieden mit der Resonanz am Stand der Denkfabrik zeigte sich Oberst i.G. Udo Dewies. Die Vielfalt der Besucher und die unterschiedlichen Fragen freuten ihn. Es war ein kurzweiliger Tag, bei dem virtuelle und reale Welten der Bundeswehr aufeinandergetroffen sind.

 

 

Viele Besucher nutzten die Chance, sich das Allschutz-Transport-Fahrzeug Dingo näher anzuschauen. 

 

Erst suchten sich die Teilnehmer bei „Lego Serious Play“ die richtigen Steine heraus, dann bauten sie sich den perfekten Chef.

 

Wie sieht der perfekte Chef aus? Eine Teilnehmerin stellt sich die Führungskraft so vor.

 

Gespannt folgen einige Besucher den Ländervorträgen vom LGAI.