Autor: Jennifer Simon; Foto: Katharina Junge

Hamburg, 19.12.2016

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LEGO-Serious-Play fasziniert die Kursteilnehmer

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Eine Frage, die es im Modell darzustellen gilt

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Teilnehmer tauschen sich über Führungskultur aus

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Brainstorming um Vielfalt abzubilden

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Militärs werben für die zivilen Laufbahnen

„Dass ich als alter Grenadier noch einmal LEGO spielen darf“, damit hatte ein Teilnehmer des Moduls „Bundeswehrgemeinsames Führungskräftetrainings I“ nicht gerechnet und war sichtlich überrascht. Es galt, die künftige Führungskraft der Bundeswehr als Modell darzustellen, und war nur eine von vielen Aufgaben, die an die Seminarteilnehmer gestellt wurden. Das einwöchige Training unter der Leitung von Oberstleutnant i.G. Bjarne Krause von der Führungsakademie der Bundeswehr und dem Wissenschaftlichen Oberrat Thomas Lüthgen vom Bildungszentrum der Bundeswehr besuchte sowohl ziviles als auch militärisches Spitzenpersonal aus allen Organisationsbereichen.

Gemeinsamkeiten erkennen

"Bevor die Teilnehmer in den Gedankenaustausch treten, müssen wir gemeinsame Grundlagen schafften", erklärte Lüthgen zu Beginn des Moduls. Daher standen zur Eröffnung des Kurses das Herausarbeiten eines gemeinsamen Führungsverständnisses sowie die Akzeptanz einer Führungs- und Organisationskultur im Mittelpunkt. Ebenso diskutierten die Seminarteilnehmer ausgiebig über eine mögliche Steigerung der Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der Bundeswehr durch ein modernes Führungsverhalten ihrer Angehörigen.

Gedankenaustausch mittels LEGO

Als nächstes musste eine Antwort auf die Frage „Was kennzeichnet Ihre Führungskraft 2030?“ gefunden werden. Die Herausforderung dieser Aufgabe lag darin, dass Ergebnis mittels LEGO-Serious-Play zum Ausdruck zu bringen. „Das Arbeiten mit den LEGO-Bausteinen motiviert die Seminarteilnehmer, sich auf die gestellte Aufgabe einzulassen, da jeder eine Verbindung zu LEGO herstellen kann“, sagte Seminarleiter Krause. „Statt einer schlichten Mind-Map kreiert hier jeder Teilnehmer ein individuelles Modell, welches in Kleingruppen zu einem Gruppenmodell zusammengeführt wird. Durch die LEGO-Modelle wird die Interaktion zwischen dem zivilen und militärischen, jungen und alten Personal gefördert. Die Möglichkeit, sich dem Gedankenaustausch zu entziehen, ist daher weitestgehend unmöglich.“ Im weiteren Verlauf stellte jede Gruppe ihr Modell den anderen Gruppen vor und reflektierte die Ergebnisse nochmals in den Kleingruppen. Das Grundmodell der "Führungskraft 2030" wurde so gemeinsam erarbeitet.

Vergangenheit und Zukunft treffen aufeinander

Schnell gelangten die Teilnehmer an den Punkt, an dem sie erkennen mussten, dass die ersten Schritte zur "Führungskraft 2030" relativ banal sind. Denn sie liegen in der jetzigen Führungskultur der Teilnehmer selbst: Jeder muss bei sich selbst anfangen, muss Vorbild sein und Mut zum Widerspruch zeigen. „Es ist Zeit, daß jetzt etwas getan wird. [...]  Unterläßt er jedoch die Tat, dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenem Gewissen“, wusste schon Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Führungskultur als Attraktivitätsfaktor

Der stellvertretende Kommandeur der Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, hob bei seinem Besuch des Seminars hervor, dass „Führungskultur nicht nur darin besteht, den Kameradinnen und Kameraden detailliert vorzugeben, wie sie ihre Aufträge umzusetzen haben, sondern ihnen den Raum zu lassen, erwachsen zu sein und ihre Aufgaben eigenverantwortlich zu realisieren“. Das wiederum ist nicht unbedeutend, wenn es um die Steigerung der Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber und das Werben um qualifiziertes Personal geht. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse des Seminars gilt es nun in den Dienst zu integrieren, denn wie die Teilnehmer bereits feststellten: Es ist Zeit, dass etwas getan wird.