Autor: Jan-Phillip Hofmann, Linus Müller-Horn; Fotograf: Katharina Junge

Hamburg, 20.01.2016

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Malen, Basteln, Spielen, Schneiden. Die Führungsakademie engagiert sich auch für die Kleinsten

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Stabsgefreiter Laura Clayborn investierte zahlreiche Stunden für die Unterstützung von Kindern in der Flüchtlingsunterkunft.

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Gemeinsam lesen und lernen: Die Jungen und Mädchen nehmen es mit Freude auf.

"Ich tue es für die Kinder, weil sie das meiste Leid ertragen mussten", erzählt Frau Stabsgefreiter Laura Clayborn von der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Regelmäßig hilft sie Flüchtlingen an der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne.

Schon seit September 2015 dient ein vormals zur Kaserne gehörender Abschnitt nun als Flüchtlingsunterkunft mit 350 Personen. Die bisherige Sporthalle und das Gelände um die Halle herum wird nun von den Maltesern betrieben. Schlafen, Essen, sanitäre Anlagen, ärztliche Betreuung, vor allem aber sinnvolle Beschäftigung für die Flüchtlinge und persönliche Gespräche bestimmen den Alltag. Um diese schwierige Übergangszeit für die Neuankömmlinge ein wenig bunter zu gestalten, kommt jede Woche das dreiköpfige Team von der Führungsakademie, um den Kindern ein wenig ihre Eingewöhnungsphase zu erleichtern und sie zu unterhalten.

Papierflieger und Puzzle

Laura Clayborn ist nun schon seit fast einem halben Jahr bei der Flüchtlingshilfe aktiv, sofern ihre dienstlichen Aufgaben das zulassen. Sie und ihre Kameraden sowie die Kollegen der Malteser veranstalten jeden Donnerstag einen etwa zweistündigen Projektnachmittag für die Kinder und Jugendlichen im Flüchtlingsheim. Es wird gebastelt, gemalt, gepuzzelt, Papierflieger gebaut und vieles mehr.

Zu diesem Freizeitangebot kommen durchschnittlich knapp 15 Kinder. Manchmal sind auch die Eltern dabei. "Gerade als Vater kann ich mich sehr gut in die Lage der Eltern hineinversetzen", sagt Hauptfeldwebel Jan-Patrique Ellermann. Für die Kinder, aber auch die Eltern, sei diese Abwechslung sehr wichtig. Die Soldaten beschäftigen sich mit den Kindern und versuchen,  ihnen spielerisch nebenbei auch Deutsch beizubringen.

Lächeln als Dank

„Ich möchte den Kindern helfen, weil sie eine Pause von ihrem Alltag brauchen", beschreibt es Stabsgefreiter Clayborn im Gespräch. Sie tut, was sie kann für die Kinder, die schon sehr viel erleiden mussten. Für ihr Engagement und ihre Unterstützung bekommt sie von den Kindern oft ein Lächeln geschenkt. Dies sei das perfekte „Dankeschön“. Anfangs waren besonders die Eltern zurückhaltend und die Kinder schüchtern, aber man habe recht schnell zueinander gefunden und Vertrauen aufgebaut.

Vertrauen und Integration

Noch verstehen die Kinder oft nur wenig von der deutschen Sprache. Deswegen verständigt man sich bisher auch mit „Händen und Füßen“. Doch erste Begriffe kennen die Kinder schon. Auf den Begriff „Jacke“ ziehen die Kinder ihre Jacke an. Bereitwillig lernen die Kinder die Sprache. Und gerade wegen der Herausforderungen bei der Kommunikation sind die Helfer immer hilfsbereit und freundlich. Wenn es mal zu Streit um die Spielsachen unter den Kindern kommt, ist auch Stabsgefreiter Clayborn sofort zur Stelle und moderiert.

Seit dieser Woche leistet Frau Clayborn im Rahmen der Amtshilfe nun Unterstützungsarbeit für die Stadt Hamburg in einer der Erstaufnahmeeinrichtungen. Das Programm im Hamburger Westen wird nun vorerst ohne ihr Engagement fortgesetzt.