Autor: Hermann Cohrs; Fotograf: Laura von der Bank

Hamburg, 28.01.2016

decoration / Dekoration

Das Dezernat 13 des LAPF ist eine von drei polizeilichen Ausbildungseinrichtungen die für Vorbereitung von Polizeivollzugsbeamten auf Auslandseinsätze verantwortlich sind.

Der Leiter des Dezernates 13, Polizeidirektor Achim Raupach, begrüßte am 1. Dezember gemeinsam mit Oberstleutnant i.G. Hermann Cohrs von der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), die 19 teilnehmenden Polizeivollzugsbeamten und Stabsoffiziere der Bundeswehr zum dreitägigen Seminar.

Grundlage für Erfolg: Verständnis

Das Seminar dient der Fortbildung von Stabsoffizieren, auch der Reserve, und ausgewählten Polizeivollzugsbeamtinnen und –beamten (PVB) des Bundes und der Länder, die für Auslandsverwendungen vorgesehen sind. Es soll das gegenseitige Verständnis für die Struktur, Organisation, Auftrag und mögliche Auflagen fördern und damit die Grundlage für die Zusammenarbeit im Einsatz schaffen.

2013 wurde das Seminar in enger Kooperation zwischen Polizei und FüAkBw entwickelt und berücksichtigt besonders den sogenannten „Vernetzten Ansatz“. Es soll im jährlichen Wechsel an der Führungsakademie und einer polizeilichen Ausbildungseinrichtung organisiert werden. Nach zwei Pilotdurchgängen an der Führungsakademie war jetzt die Polizei für die Gestaltung verantwortlich.

Nach Begrüßung, Einweisung in der Ablauf und einer kurzen Vorstellungsrunde erfolgte ein kurzer Einführungsvortrag zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten der beiden Organisationen. Bereits in diesem Vortrag wurde deutlich, wie unterschiedlich sich scheinbar identische Begriffe im täglichen Dienst auswirken. In zwei Arbeitsgruppen wurden die Erwartungen an die jeweils andere Organisation im Einsatz herausgearbeitet und anschließend vorgestellt. Die Ergebnisse zu den nachfolgend aufgeführten Fragen bildeten die Grundlage für den weiteren Ablauf des Seminars.

-          Was kann ich von der anderen Organisation im Auslandseinsatz erwarten?

-          Wie kann die Zusammenarbeit von Militär und Polizei verbessert werden?

-          Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es bei der Arbeit beider Organisationen im Missionsgebiet?

Bereits die Vorstellung der Arbeitsergebnisse zeigte neben Unterschieden auch viele Gemeinsamkeiten auf, führte zu einer angeregten Diskussion und intensivem Erfahrungsaustausch. Die meisten offenen Fragen konnten durch die Teilnehmer im direkten Austausch bereits beantwortet werden.

Der Weg in die Mission

Die Unterschiede zwischen Polizei und Bundeswehr wurden in Vorträgen zu dem Weg in den Einsatz beziehungsweise die Mission bei Polizei und Bundeswehr, der Zusammenarbeit von Polizei und Bundeswehr in UN-Missionen und zu  den Erfahrungen der Seminarteilnehmer tiefer beleuchtet. Die intensive Diskussion im Anschluss der Vorträge bestätigte erneut die Notwendigkeit des Seminars.

Am Mittwochnachmittag stellte Polizeipräsident Albers vom Polizeipräsidium Köln die Herausforderungen für die abstellenden Polizeidienststellen dar. Er beleuchtete auch die Problematik der richtigen Verwendung der aus der Mission mitgebrachten Beurteilungen. Abgerundet wurde das Seminarprogramm durch einen Vortrag von Dr. Lena Lehmann (HSU) zum Thema „Einsatzvorbereitung bei der Polizei“.

Netzwerk

Die Zielsetzung eines professionellen Netzwerkes konnte durch weitere gemeinsame Veranstaltungen und während der Pausengespräche vorangetrieben werden. Weitere Kontakte und Informationsaustausch zwischen Seminarleitung und den Seminarteilnehmern konnten bereits im Januar etabliert werden.

In der abschließenden „Feed-Back-Runde“ am Donnerstag bestätigten die Teilnehmer aus beiden Bereichen die Notwendigkeit eines solchen Seminars und den Nutzwert für weitere Einsätze. Viele Unklarheiten konnten beseitigt werden und es wurde festgestellt, wie generell reibungslos doch die Zusammenarbeit von Militär und Polizei in den Einsatzgebieten bisher schon funktioniert hat.

Wurde Ihr Interesse geweckt?

Das nächste Seminar findet vom 21. bis 24. November 2016 an der Führungsakademie in Hamburg statt. Anmeldungen und Rückfragen für Soldaten, aber natürlich auch für Interessenten der Polizei können unter der E-Mailadresse hermanncohrs(at)bundeswehr.org erfolgen.